Erhebung - Baudelaire, Charles - Gedichtanalyse
Erhebung - Baudelaire, Charles - Gedichtanalyse
Charles Baudelaire: Élévation (Erhebung)
Fach: Deutsch / Literatur
Zielgruppe: Klasse 9–10 und 11–13
Epoche: Internationale Moderne – Wegbereiter der modernen Lyrik
Lernziele: Du untersuchst Inhalt, lyrisches Sprechen, Form, Klang und Bildsprache. Du lernst, Gedichte mit genauen Verszitaten zu deuten und eigene Interpretationen zu schreiben.
Einleitung
„Hoch über den Bergen, hoch über den Meeren“ – so beginnt die deutsche Übersetzung von Charles Baudelaires Gedicht Erhebung.
Das Gedicht beschreibt eine Reise des Geistes. Er möchte die Sorgen des Alltags hinter sich lassen und Freiheit finden.
Das französische Original heißt Élévation. Es erschien 1857 in Les Fleurs du mal (Die Blumen des Bösen).
Die zentrale Frage lautet: Wie kann sich der Mensch durch seine Gedanken und die Dichtung über den Alltag erheben?

Charles Baudelaire, fotografiert von Félix Nadar. Wikimedia Commons, gemeinfrei (Public Domain Mark).
Textgrundlage und Quellen
Quellfassung: Französisches Original
Die Quellfassung ist Baudelaires französischer Originaltext.
Titel: Élévation
Autor: Charles Baudelaire
Erstveröffentlichung in Buchform: 1857, Les Fleurs du mal, Abschnitt Spleen et Idéal.
Umfang: 20 Verse in fünf Strophen.
Französische Originalfassung von 1857 auf Wikisource lesen
Ausgabe von 1861 zum Textvergleich
Beginn der Originalfassung (V. 1–2):
Au-dessus des étangs, au-dessus des vallées,
Des montagnes, des bois, des nuages, des mers,
Der erste Vers bedeutet sinngemäß: „Über den Teichen, über den Tälern“.
Textbelege und Versnummern dieses Kurses beziehen sich auf die französische Ausgabe von 1857. In V. 13 steht dort „sombres chagrins“, in der Ausgabe von 1861 dagegen „vastes chagrins“. Die Fassungen dürfen nicht unbemerkt vermischt werden.
Datei:Baudelaire - Les Fleurs du mal 1857.djvu
Historischer Buchscan von 1857. Quelle: Bibliothèque nationale de France / Gallica, über Wikimedia Commons, gemeinfrei. Quellen- und Lizenzseite.
Lesefassung: Deutsche Übersetzung
Die Lesefassung ist die deutsche Übertragung. Sie hilft Dir, den Inhalt zu verstehen.
Übersetzer: Wolf von Kalckreuth
Veröffentlichung: Blumen des Bösen, Insel-Verlag, 1907.
Erster Vers:
Hoch über den Bergen, hoch über den Meeren,
Hier liest Du den vollständigen deutschen Gedichttext:
Gedicht - Erhebung - Baudelaire, Charles
Die Textseite wird verlinkt, statt eine zweite deutsche Gedichtausgabe innerhalb dieses Lernkurses anzulegen.
Wichtig: Eine Übersetzung gibt den Originaltext in einer anderen Sprache wieder. Dabei können Wortwahl, Satzbau, Bilder, Klang und Rhythmus verändert werden.
Informationen zum Übersetzer Wolf von Kalckreuth
Übersetzung und Interpretation unterscheiden
Quellfassung: Der historische französische Wortlaut.
Lesefassung: Der deutsche Text, mit dem Du arbeitest.
Übersetzung: Eine sprachliche Übertragung des französischen Gedichts. Sie ist keine wörtliche Kopie.
Interpretation: Deine begründete Erklärung, was Bilder, Aussagen und sprachliche Mittel bedeuten können.
Bei einem Zitat schreibst Du immer dazu, welche Fassung Du verwendest.
Beispiel:
Im französischen Original spricht das lyrische Ich seinen Geist an: „Mon esprit“ (V. 5). Das zeigt, dass es um eine innere Bewegung geht.
Gedichtanalyse
Inhalt: Vom Alltag in die Freiheit
Das Gedicht besteht aus fünf Strophen mit jeweils vier Versen.
Strophe 1 (V. 1–4): Der Blick führt von der Erde über Berge und Meere bis über die Sterne hinaus.
Strophe 2 (V. 5–8): Der Geist bewegt sich leicht und frei. Ein Vergleich mit einem Schwimmer beschreibt diese Freiheit.
Strophe 3 (V. 9–12): Der Geist soll eine belastende Umgebung verlassen und reine Luft finden.
Strophe 4 (V. 13–16): Traurigkeit und Sorgen stehen hellen, friedlichen Bildern gegenüber.
Strophe 5 (V. 17–20): Gedanken steigen wie Lerchen auf. Sie sollen die Welt auf eine neue Weise verstehen.
Lyrisches Sprechen
Im Gedicht spricht eine lyrische Stimme zu ihrem eigenen Geist.
Der französische Ausdruck „Mon esprit“ (V. 5) bedeutet „mein Geist“.
Die Stimme verwendet die Anrede „tu“ und fordert den Geist auf, sich zu erheben.
Textbeleg: „Envole-toi bien loin“ (V. 9).
Das bedeutet: „Flieg weit fort“.
Das lyrische Ich möchte nicht unbedingt körperlich reisen. Die Bewegung kann auch eine Reise der Fantasie oder des Denkens darstellen.
Merke: Das lyrische Ich ist die Stimme im Gedicht. Es ist nicht automatisch mit dem Autor identisch.
Form und Aufbau
Das französische Original besteht aus fünf Quartetten. Das sind Strophen mit je vier Versen.
Die Verse sind Alexandriner, also französische Verse mit zwölf Silben.
Die Endreime folgen überwiegend dem Schema ABBA. Das nennt man einen umarmenden Reim.
Beispiel in der ersten Strophe:
- vallées – A
- mers – B
- éthers – B
- étoilées – A
Die regelmäßige Form gibt dem Gedicht einen geordneten Rhythmus. Gleichzeitig erzeugen die Bilder eine Bewegung ins Grenzenlose.
Achtung: Die deutsche Übersetzung muss beim Reim und Versmaß gesondert untersucht werden.
Klang und sprachliche Mittel
Die Wiederholung von „Au-dessus“ in V. 1 erzeugt das Gefühl, immer weiter aufzusteigen.
Auch „Par-delà“ in V. 3–4 wiederholt sich. Diese Anapher verstärkt die Vorstellung einer Bewegung über alle Grenzen hinaus.
In V. 9 stehen die Wörter „miasmes morbides“. Die wiederholten m-Laute sind eine Alliteration.
Die schwer wirkenden Wörter stehen im Gegensatz zu den hellen und freien Bildern der folgenden Verse.
Der Klang unterstützt so den Gegensatz zwischen Belastung und Befreiung.
Bildsprache: Schwimmer und Lerche
Der Geist wird mit einem Schwimmer verglichen:
„comme un bon nageur“ (V. 6)
Der Schwimmer bewegt sich sicher durch das Wasser. Ähnlich frei soll sich der Geist durch die Weite bewegen.
Am Schluss werden die Gedanken mit Lerchen verglichen:
„comme des alouettes“ (V. 17)
Die Lerche kann hoch in den Himmel fliegen. Im Gedicht steht sie für einen freien Gedankenflug.

Feldlerche im Flug. Foto: Charles J. Sharp, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Bildquelle.
Denkfrage: Warum vergleicht Baudelaire die Gedanken mit einem Vogel statt mit einem schweren Gegenstand?
Natur, Licht und Gegensätze
Die Bilder des Gedichts haben unterschiedliche Wirkungen.
Belastung: „miasmes morbides“ (V. 9) und „l’existence brumeuse“ (V. 14).
Freiheit und Reinheit: „l’air supérieur“ (V. 10) und „champs lumineux et sereins“ (V. 16).
Die Wörter für Nebel und Krankheit lassen den Alltag bedrückend wirken.
Die hellen Landschaften stehen für Hoffnung, Ruhe und geistige Freiheit.

Wolkenbewegung im Zeitraffer. Animation: Jorge Barrios, Wikimedia Commons, gemeinfrei. Quelle und Lizenz.
Betrachte die Bewegung der Wolken. Überlege, ob Nebel im Gedicht nur etwas Negatives bedeutet oder auch etwas Geheimnisvolles haben kann.
Drei Deutungsmöglichkeiten
Deutung 1 – Sehnsucht nach Freiheit: Der Geist möchte dem bedrückenden Alltag entkommen. Der Vers „Envole-toi bien loin“ (V. 9) unterstützt diese Deutung.
Deutung 2 – Kraft der Dichtung: Fantasie und Kunst eröffnen neue Sichtweisen. Am Ende versteht der Geist sogar „Le langage des fleurs et des choses muettes“ (V. 20).
Deutung 3 – Suche nach dem Ideal: Der Gegensatz zwischen trübem Leben und hellen Gefilden zeigt den Wunsch nach einer besseren Welt.
Diese Deutungen schließen sich nicht aus.
Wichtig: Eine Interpretation ist überzeugend, wenn Du sie am Text belegst. Ein Bild kann mehrere Bedeutungen haben.
Epochenkontext: Internationale Moderne
Charles Baudelaire lebte von 1821 bis 1867.
Sein Gedicht erschien 1857. Damit gehört es zeitlich ins 19. Jahrhundert.
Baudelaire gilt als wichtiger Wegbereiter der modernen Lyrik und beeinflusste besonders den Symbolismus.
Die internationale literarische Moderne entwickelte sich in unterschiedlichen Ländern nicht gleichzeitig.
Für Baudelaires Dichtung sind folgende Themen wichtig:
- Spleen: Melancholie, Langeweile und das Gefühl der Belastung.
- Ideal: Sehnsucht nach Schönheit, Freiheit und Harmonie.
- Symbolismus: Bilder und Symbole eröffnen tiefere Bedeutungen.
- Moderne Lyrik: Die Wahrnehmung und das innere Erleben werden zu wichtigen Themen.
Das Gedicht Erhebung zeigt besonders deutlich die Spannung zwischen Spleen und Ideal.

Caspar David Friedrich: Wanderer über dem Nebelmeer, um 1818. Wikimedia Commons, gemeinfrei. Bildvergleich zur Romantik, keine Illustration Baudelaires. Bildquelle.
Vergleichsfrage: Welche Gemeinsamkeiten erkennst Du zwischen dem Bild und dem Wunsch des lyrischen Ichs, sich über den Alltag zu erheben?
Medien: Hören und Sehen
Audio: Französische Lesung
Höraufgabe: Höre die französische Lesung. Achte auf die Pausen zwischen den fünf Strophen und auf wiederholte Wörter.
Aufnahme: LibriVox, „003 – Élévation“, 2020. Gemeinfrei / Public Domain Dedication. Die Namen der Mitwirkenden und die Rechte stehen auf der Commons-Dateiseite.
Video: Lesung des Musée d'Orsay
Der Schriftsteller Patrick Chamoiseau liest Élévation. Das Video stammt aus der Reihe „Voix baudelairiennes“ des Musée d'Orsay.
Aufgabe: Wie wirkt der Text durch Stimme und Sprechtempo?
Zweite Lesung zum Vergleich
Eine weitere französische Rezitation mit Daniel Mesguich.
Aufgabe: Vergleiche die beiden Lesungen. Welche betont für Dich stärker die Sehnsucht nach Freiheit?
YouTube-Videos werden lediglich eingebettet. Ihre Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Sie sind nicht automatisch frei lizenziert.
Bewegte Wolken als Bildvergleich
Wolken-Zeitraffer: John Fowler, Wikimedia Commons, CC BY 2.0. Originaldatei und Namensnennung.
Beobachtungsauftrag: Beschreibe die Bewegung in drei Wörtern. Vergleiche sie danach mit dem Gedankenflug des Gedichts.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Lesequiz mit Versbelegen
Die Zitate stammen aus der französischen Fassung von 1857. Lies bei Bedarf die deutsche Lesefassung.
Was beschreibt die Wiederholung „Au-dessus“ in V. 1? (Eine Bewegung nach oben) (!Eine Bewegung in die Tiefe) (!Einen Stillstand) (!Eine Reise durch eine Stadt)
Wen spricht die lyrische Stimme mit „Mon esprit“ in V. 5 an? (Den eigenen Geist) (!Einen König) (!Einen Schwimmer am Strand) (!Die Lesenden persönlich)
Welche Funktion hat „comme un bon nageur“ in V. 6? (Es vergleicht die Beweglichkeit des Geistes mit einem Schwimmer) (!Es beschreibt einen wirklichen Schwimmwettkampf) (!Es nennt den Beruf des lyrischen Ichs) (!Es erklärt eine Meeresströmung)
Was fordert „Envole-toi bien loin“ in V. 9? (Der Geist soll sich weit entfernen) (!Ein Vogel soll im Käfig bleiben) (!Ein Schiff soll anlegen) (!Das lyrische Ich soll schlafen)
Wozu fordert „Va te purifier“ in V. 10 auf? (Zur Reinigung des Geistes) (!Zur Rückkehr in die Stadt) (!Zum Vergessen aller Naturbilder) (!Zum Kampf gegen einen Feind)
Was ist „comme une pure et divine liqueur“ in V. 11? (Ein Vergleich) (!Eine direkte Rede) (!Eine Ortsangabe) (!Eine genaue Wettervorhersage)
Was wird durch „l’existence brumeuse“ in V. 14 angedeutet? (Ein bedrückendes und unklar wirkendes Leben) (!Ein Leben ohne Gefühle) (!Eine fröhliche Sommerfeier) (!Eine genaue geografische Landschaft)
Welche Wirkung haben die „champs lumineux et sereins“ in V. 16? (Sie stellen eine helle und friedliche Gegenwelt dar) (!Sie beschreiben Krankheit und Enge) (!Sie zeigen ein zerstörtes Haus) (!Sie bezeichnen eine dunkle Gefängniszelle)
Mit welchen Tieren werden die Gedanken in V. 17 verglichen? (Mit Lerchen) (!Mit Fischen) (!Mit Wölfen) (!Mit Schmetterlingen)
Was bedeutet „Le langage des fleurs et des choses muettes“ in V. 20 im Zusammenhang des Gedichts? (Ein bildhaftes Verstehen verborgener Zusammenhänge) (!Eine wissenschaftliche Sprache der Blumen) (!Ein Gespräch zwischen zwei Gärtnern) (!Ein Verbot zu sprechen)
Memory
Ordne die sechs Begriffe ihren passenden Erklärungen zu.
| Quartett | Strophe mit vier Versen |
| Alexandriner | Französischer Vers mit zwölf Silben |
| Anapher | Wiederholung am Versanfang |
| Spleen | Melancholie und bedrückende Stimmung |
| Ideal | Sehnsucht nach einer besseren Wirklichkeit |
| Lerche | Sinnbild für den aufsteigenden Gedanken |
Drag and Drop
Ordne die sprachlichen Mittel und Begriffe zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Erklärung |
|---|---|
| Umarmender Reim | Reimform mit außenliegenden zusammengehörenden Versen |
| Vergleich | Verknüpfung zweier Vorstellungen mit einem Vergleichswort |
| Metapher | Bildhafte Übertragung einer Bedeutung |
| Lyrisches Ich | Sprechende Stimme innerhalb eines Gedichts |
| Symbol | Bild oder Zeichen mit weiterführender Bedeutung |
Kreuzworträtsel
| BAUDELAIRE | Wie lautet der Nachname des französischen Dichters? |
| KALCKREUTH | Wie lautet der Nachname des Übersetzers der hier verwendeten deutschen Fassung? |
| QUARTETT | Wie heißt eine Strophe aus vier Versen? |
| ANAPHER | Wie heißt die Wiederholung von Wörtern am Anfang aufeinanderfolgender Verse? |
| SCHWIMMER | Mit welchem Menschen wird der Geist in der zweiten Strophe verglichen? |
| LERCHE | Welcher Vogel steht in der letzten Strophe für den Gedankenflug? |
LearningApps
Hier kannst Du weitere Aufgaben zum Thema suchen.
Lückentext
Gestufte Hilfen zur Gedichtanalyse
Hilfe 1: Einstieg
Frage Dich: Was passiert im Gedicht? Welche Wörter zeigen eine Bewegung nach oben? Welche Gefühle könnten damit verbunden sein?
Satzanfang: „Das Gedicht beschreibt den Wunsch, ...“
Hilfe 2: Textbelege finden
Verwende die drei Schritte Behauptung – Zitat – Erklärung.
Beispiel: Der Geist sehnt sich nach Entfernung vom Alltag. Das zeigt „Envole-toi bien loin“ (V. 9). Die Aufforderung stellt die Bewegung fort von einer belastenden Umgebung dar.
Hilfe 3: Vertiefung
Überlege, warum Freiheit allein nicht das letzte Ziel sein muss.
Im Schlussvers geht es auch um das Verstehen einer scheinbar stummen Welt.
Frage: Wird der Geist nur von Problemen befreit oder gewinnt er zugleich neue Erkenntnisse?
Offene Aufgaben
Bearbeite je nach Lernstand eines der drei Schreibprojekte. Jedes Projekt hat vier Arbeitsschritte.
Leicht: Ein Gedankenflug – Klasse 9–10
Schreibprojekt: Verfasse einen kurzen Tagebucheintrag mit 80–120 Wörtern.
- Ideen sammeln: Stelle Dir vor, Deine Gedanken könnten über Berge und Meere fliegen. Notiere drei Dinge, die Du dabei sehen möchtest.
- Bilder auswählen: Suche ein Naturbild aus Baudelaires Gedicht, das zu Deiner Vorstellung passt.
- Text schreiben: Beschreibe, wie Du Dich beim Gedankenflug fühlst und warum Du den Alltag für einen Moment verlassen möchtest.
- Überarbeiten: Unterstreiche in Deinem Text zwei bildhafte Formulierungen und verbessere eine davon.
Standard: Sprache und Wirkung – Klasse 10–11
Schreibprojekt: Verfasse eine kurze Gedichtanalyse mit 150–200 Wörtern.
- Text erschließen: Beschreibe den Weg der Gedanken von der ersten bis zur letzten Strophe.
- Sprachliche Mittel: Wähle einen Vergleich und eine Wiederholung aus dem französischen Original.
- Analyse schreiben: Erkläre mit mindestens zwei genauen Versbelegen, wie Freiheit dargestellt wird.
- Übersetzung prüfen: Vergleiche die Anfangszeile des Originals mit der deutschen Übersetzung. Beschreibe einen Unterschied der Wortwahl oder Bildreihenfolge.
Schwer: Freiheit und Erkenntnis – Klasse 12–13
Schreibprojekt: Verfasse eine begründete Interpretation mit 250–350 Wörtern.
- These entwickeln: Formuliere eine eigene Aussage dazu, ob der Aufstieg vor allem Flucht oder Erkenntnis bedeutet.
- Belege untersuchen: Nutze mindestens drei genaue Zitate aus unterschiedlichen Strophen.
- Gegendeutung prüfen: Entwickle eine zweite mögliche Lesart und prüfe sie am Gedicht.
- Ergebnis formulieren: Erkläre, inwiefern das Gedicht ein Wegbereiter moderner Lyrik ist und wo es traditionelle Formen bewahrt.


Lernkontrolle
Die folgenden Aufgaben prüfen Dein Verständnis und Deine Fähigkeit, Textbeobachtungen zu übertragen.
- Vergleich: Vergleiche den Gedankenflug bei Baudelaire mit dem Motiv des Aufstiegs in Friedrichs Gemälde. Nenne eine Gemeinsamkeit und einen Unterschied.
- Bilddeutung: Erkläre, wie sich die Bedeutung ändern würde, wenn die Gedanken mit Steinen statt mit Lerchen verglichen würden.
- Formanalyse: Begründe, warum ein regelmäßig gebautes Gedicht gleichzeitig von grenzenloser Freiheit handeln kann.
- Perspektivwechsel: Schreibe vier Sätze aus der Sicht eines Menschen, der die erhoffte Freiheit nicht erreichen kann. Erläutere anschließend den Unterschied zum Gedicht.
- Deutungsvergleich: Prüfe, ob die Aussage „Das Gedicht handelt nur von der Flucht vor Problemen“ ausreicht. Verwende den Schlussvers als Beleg.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du Folgendes können:
- Inhaltsangabe: Die Entwicklung der fünf Strophen in eigenen Worten darstellen.
- Lyrisches Ich: Die sprechende Stimme und ihre Anrede an den Geist erklären.
- Gedichtform: Strophenbau, Alexandriner und umarmenden Reim erkennen.
- Sprachliche Mittel: Wiederholungen, Vergleiche und Bildsprache mit ihrer Wirkung beschreiben.
- Textbeleg: Mindestens drei passende Verszitate korrekt einer Textfassung zuordnen und erläutern.
- Gedichtinterpretation: Eine nachvollziehbare Deutung formulieren und mit dem Text begründen.
- Quellenkritik: Quellfassung, deutsche Lesefassung, Übersetzung und Interpretation unterscheiden.
OERs zum Thema
Vorhandene Text- und Quellenangebote
- Gedicht - Erhebung - Baudelaire, Charles – deutsche Gedichtseite.
- Französische Originalfassung von 1857 – gemeinfreier Originaltext.
- Vergleichsfassung von 1861 – für die Arbeit mit Textvarianten.
- LibriVox-Audio auf Wikimedia Commons – gemeinfreie Aufnahme.
- Germersheimer Übersetzerlexikon – Informationen zur deutschen Übersetzung.
Wikipedia: Charles Baudelaire
Wikipedia: Élévation
Mediennachweise und Lizenzen
Alle folgenden Dateien stammen von Wikimedia Commons. Die Angaben sind anhand der jeweiligen Dateiseiten überprüfbar.
- Porträt von Baudelaire: Félix Nadar – gemeinfrei / Public Domain Mark. Commons.
- Historische Gedichtausgabe: Charles Baudelaire, Les Fleurs du mal, 1857 – Gallica / Bibliothèque nationale de France, gemeinfrei. Commons.
- Wanderer über dem Nebelmeer: Caspar David Friedrich – gemeinfreies Gemälde. Commons.
- Feldlerche im Flug: Charles J. Sharp – CC BY-SA 4.0, mit Namensnennung. Commons.
- Wolkenanimation: Jorge Barrios – gemeinfrei. Commons.
- Französische Gedichtlesung: LibriVox – Public Domain Dedication, Sprecherangaben auf der Dateiseite. Commons.
- Wolken-Zeitraffer: John Fowler – CC BY 2.0, mit Namensnennung. Commons.
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