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Der Linken - Aston, Louise - Gedichtanalyse

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Der Linken - Aston, Louise - Gedichtanalyse

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Der Linken - Aston, Louise - Gedichtanalyse

Kurzbeschreibung: „Weit in die Ferne mögt Ihr flüchten,“ – mit diesen Worten beginnt Louise Astons politisches Gedicht „Der Linken“. Es umfasst 40 Verse. Der Text handelt von Macht, Freiheit, Enttäuschung und Hoffnung.

Zielgruppe: Klasse 9–10 sowie 11–13 mit vertiefenden Aufgaben.

Lernziel: Du unterscheidest Quelle, Lesefassung, Übertragung und Interpretation. Du erkennst das lyrische Sprechen, die Form und die Bilder des Gedichts. Deine Deutungen belegst Du mit echten Verszitaten.

Louise Aston. Stahlstich von Auguste Hüssener, vermutlich 1851. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenzstatus: gemeinfrei (Public Domain Mark).


Einleitung

Louise Aston (1814–1871) war Schriftstellerin und setzte sich für politische Freiheit und die Rechte von Frauen ein.

Ihr Gedicht „Der Linken“ erschien zuerst am 6. Dezember 1848 in der Zeitschrift Der Freischärler. Es reagiert auf politische Kämpfe in Preußen.

Mit „der Linken“ ist hier eine politische Richtung der Revolution von 1848 gemeint, nicht eine heutige Partei.

Leseauftrag: Lies zuerst den ganzen Text auf der bereits vorhandenen Seite Gedicht - Der Linken - Aston, Louise. Diese Gedichtseite bleibt die zentrale Textseite. Der Volltext wird hier nicht noch einmal angelegt.


Quellfassung, Lesefassung, Übertragung und Interpretation

Textgrundlage: TextGrid: „Der Linken“. Die digitale Edition gibt eine historische Textfassung aus einer Ausgabe von 1850 wieder. Sie nennt außerdem den Erstdruck vom 6. Dezember 1848.

Die folgenden Auszüge stammen aus Vers 5 bis 8. Die Verszahlen wurden anhand der vollständigen 40 Verse geprüft.


Quellfassung: historische Schreibweise

Auf freier Schweizer freien Bergen
Mögt vor Verrath Ihr sicher sein;
Denn seht! sie suchen schon nach Schergen,
Die Euch des Hochverrathes zeih'n.

Beleg: V. 5–8 der TextGrid-Fassung. Dies ist eine historische Textüberlieferung, kein Foto der Druckseite von 1848.


Lesefassung: Schreibweise angepasst

Auf freier Schweizer freien Bergen
Mögt vor Verrat Ihr sicher sein;
Denn seht! Sie suchen schon nach Schergen,
Die Euch des Hochverrates zeih'n.

Wichtig: Dies ist eine für den Unterricht angepasste Lesefassung, keine zweite historische Quelle. Vor allem die Rechtschreibung wurde geändert. Das alte Wort „zeih'n“ bleibt stehen. Es bedeutet hier „beschuldigen“.

Den vollständigen historischen Wortlaut findest Du auf der Gedichtseite und bei TextGrid.


Übertragung in einfache Gegenwartssprache

Die Sprecherstimme wünscht den angesprochenen Abgeordneten, dass sie in der Schweiz sicher sind. Ihre politischen Gegner suchen nach Menschen, die sie des Hochverrats beschuldigen sollen.

Achtung: Diese Übertragung erklärt den Sinn. Sie ist kein wörtliches Zitat und keine Übersetzung aus einer Fremdsprache.


Interpretation: eine mögliche Deutung

Das Gedicht zeigt Mitgefühl mit politisch bedrängten Abgeordneten. Es kritisiert Herrschaft, die Menschen einschüchtert. Die Schweiz erscheint in V. 5–8 als möglicher Zufluchtsort. Das bedeutet nicht, dass alle Angesprochenen nachweislich dorthin geflohen sind.

Merksatz: Eine Interpretation ist eine begründete Deutung. Sie muss zum Text passen, darf aber nicht als historische Tatsache ausgegeben werden.


Historischer Hintergrund: Vormärz, Biedermeier und 1848

Der Vormärz bezeichnet gewöhnlich die Zeit vor der Märzrevolution von 1848. Viele Menschen forderten Pressefreiheit, Grundrechte und politische Mitbestimmung.

Das Biedermeier wird oft mit dem Rückzug ins Private verbunden. Beide Richtungen bestanden in derselben Zeit nebeneinander. Astons Gedicht ist aber keine typische unpolitische Biedermeier-Dichtung. Es gehört zur politischen Literatur der Revolutionszeit und führt Anliegen des Vormärz weiter.

Wahlmanifest von Georg Jung zur preußischen Nationalversammlung, 1848. Autor: Georg Jung. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenzstatus: gemeinfrei (Public Domain Mark).

Bildfrage: Warum brauchten die Menschen im Revolutionsjahr Wahlaufrufe? Verbinde Deine Antwort mit dem Ausdruck „das Volk“ in V. 2.


Revolution in Europa

Die Revolutionen von 1848 und 1849 fanden in vielen europäischen Ländern statt. Es ging unter anderem um Verfassungen, Freiheit und politische Rechte.

Karte der europäischen Revolutionen 1848/49. Urheber: Dahn. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY-SA 3.0. Unverändert eingebunden; englische Beschriftung.

Video: MDR DOK – „Die Revolution 1848 erklärt“.

Videoquelle: YouTube, MDR DOK. Nur als Video des Anbieters eingebettet; keine freie Lizenz für eine Weiterverwendung behauptet.


Preußen im Dezember 1848

König Friedrich Wilhelm IV. ließ die preußische Nationalversammlung am 5. Dezember 1848 auflösen und erließ eine Verfassung von oben.

Im Gedicht steht, dass Abgeordnete „nach Brandenburg entboten“ wurden (V. 13). Außerdem ist von bedrohlichen „Bajonette“ (V. 15) die Rede.

Das Bundesarchiv erklärt diese politischen Ereignisse: Dezember 1848.

Zeitgenössische Darstellung zur Auflösung der preußischen Nationalversammlung. Urheber unbekannt. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenzstatus: gemeinfrei (Public Domain Mark).

Bildfrage: Vergleiche die Darstellung mit V. 13–16. Wie wirken Politik und Militär aufeinander?


Animierte Karte: Grenzen im Wandel

Animation zu langfristigen territorialen Veränderungen in Deutschland und seinen Vorgängerstaaten von 843 bis 1990. Urheber: Crusader. Quelle: Wikimedia Commons. Vom Urheber als gemeinfrei freigegeben. Die Animation zeigt nicht den Ablauf der Revolution von 1848.

Beobachtungsfrage: Warum darfst Du die Staatsgrenzen von heute nicht einfach auf das Jahr 1848 übertragen?


Gedichtanalyse


Wer spricht? Das lyrische Sprechen

Im Gedicht spricht eine Stimme zu einer Gruppe: „Ihr“ und „Euch“ kommen mehrfach vor. Die Angesprochenen wurden laut V. 2 vom Volk gesandt.

Mit dem Wort „uns“ in V. 25 zeigt die Sprecherstimme, dass sie auch eine eigene Gemeinschaft im Blick hat.

Deutung: Das sprechende Ich – genauer: die lyrische Sprecherstimme – steht auf der Seite der bedrängten demokratischen Kräfte. Im Gedicht steht aber kein ausdrückliches „Ich“.

Merke: Die historische Autorin Louise Aston und die Stimme im Gedicht darfst Du nicht einfach gleichsetzen.

Erklärvideo: Studyflix – „Lyrisches Ich einfach erklärt“.

Videoquelle: YouTube, Studyflix. Rechte am Video liegen beim jeweiligen Anbieter.


Form und Klang

Das Gedicht hat 40 Verse in zehn Strophen mit je vier Versen.

Oft erscheint ein Kreuzreim. Ein gut erkennbares Beispiel steht in V. 5–8: „Bergen“ reimt sich auf „Schergen“, „sein“ auf „zeih'n“. Nicht alle Reime sind vollkommen rein.

Die Verse 1–4 werden in V. 33–36 wortgleich wiederholt. Das verstärkt die Aussage: Die Abgeordneten mussten ihr ursprüngliches Ziel verlassen.

Klangfrage: Lies V. 5–8 und V. 37–40 laut. Welche Wirkung haben die Reime und die Schlusszeichen?


Bildsprache

Die Bilder zeigen, wie die Sprecherstimme die Politik bewertet.

Beleg aus dem Gedicht Mögliche Bedeutung
„Wohnhaus“ (V. 3) und „Zwingburg“ (V. 4) Eine bessere politische Ordnung steht gegen Unterdrückung.
„Barrikaden“ (V. 11) Erinnerung an die revolutionären Straßenkämpfe.
„Der alte Landtag“ steht „aus seinem Grabe“ auf (V. 23–24). Die frühere Machtordnung kehrt bildlich zurück.
„Puppenspiel“ (V. 25) Politik kann als gelenkte Vorführung erscheinen.
„Tag der Ernte“ (V. 27) Politisches Handeln wird später Folgen haben.
„ein schönrer März“ (V. 40) Hoffnung auf einen neuen, erfolgreicheren Aufbruch.

Darstellung einer Berliner Barrikade vom 18. März 1848; digital bereitgestellte Reproduktion von Gbi.bytos. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY-SA 4.0. Unverändert eingebunden.

Bildfrage: Warum ist das Wort „Barrikaden“ in V. 11 für den historischen Zusammenhang wichtig?


Kritik und Hoffnung

In V. 9 kritisiert die Sprecherstimme die „Tirannei von Gottes Gnaden“. Gemeint ist eine Herrschaft, die ihre Macht mit Gottes Willen rechtfertigt.

In V. 31–32 wirft das Gedicht der „Krone“ vor, ein gegebenes Wort und einen Eid zu brechen.

Die letzten Verse verbinden Trauer und Hoffnung: Niemand begleitet die Weggehenden offiziell (V. 37). Aber „manches Herz“ schlägt im Stillen für sie (V. 38). Der Schluss nennt „ein schönrer März“ (V. 40).

Zwei mögliche Deutungen: Der Schluss kann Mut machen. Er kann aber auch zeigen, dass die Ziele von 1848 bisher nicht erreicht wurden. Beide Deutungen brauchen einen Textbeleg.


Klangvergleich: Freiheit in einem anderen Lied

Das Volkslied „Die Gedanken sind frei“ war schon vor der Revolution bekannt. Es ist nicht von Louise Aston und keine Vertonung von „Der Linken“.

Historischer Lieddruck aus Schlesische Volkslieder mit Melodien, herausgegeben von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Ernst Heinrich Leopold Richter, 1842, S. 307. Volkslied, Verfasser unbekannt. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenzstatus: gemeinfrei.

Audio: Glockenspiel in Bremen, Aufnahme von Jürgen Howaldt, 2009. Die Melodienfolge enthält auch „Die Gedanken sind frei“, neben anderen Stücken. Keine Aufnahme von Astons Gedicht. Quelle: Wikimedia Commons. Aufnahme vom Urheber als gemeinfrei freigegeben.

Hörauftrag: Welche Vorstellung von Freiheit könnte das Volkslied mit Astons Gedicht verbinden? Nenne einen Unterschied zwischen einem Lied und dem politisch anklagenden Gedicht.


Die literarische Epoche einordnen

Vertiefungsvideo: „Biedermeier, Vormärz und Junges Deutschland“ – Vergleich der literarischen Richtungen.

Videoquelle: YouTube, FT-Abi-Plattform. Rechte am Video liegen beim jeweiligen Anbieter.

Prüffrage: Erkläre in zwei Sätzen, warum „Der Linken“ zur politischen Literatur im Umfeld der Revolution gehört, obwohl der eigentliche Vormärz im März 1848 endet.


So schreibst Du eine belegte Interpretation

Gehe in drei Schritten vor:

  1. Beobachtung: „Die Verse 1–4 wiederholen sich in V. 33–36.“
  2. Beleg: Nenne die Verszahlen oder zitiere die genaue Textstelle.
  3. Deutung: „Die Wiederholung zeigt, dass der politische Auftrag der Angesprochenen noch immer wichtig ist.“

Achte darauf: Die letzte Aussage ist eine Deutung. Die Wiederholung selbst ist eine überprüfbare Beobachtung.


Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – leicht: Suche im Gedicht die Wörter „Ihr“, „Volk“, „Krone“ und „März“. Unterstreiche sie auf Deiner Textseite. Frage: Wer wird angesprochen und wer wird kritisiert?

Hilfe 2 – mittel: Verwende den Satzanfang: „In Vers ... steht ‚...‘. Das Bild könnte bedeuten, dass ...“

Hilfe 3 – anspruchsvoll: Unterscheide die historische Situation 1848 von der Hoffnung des Schlussverses. Frage: Beschreibt der „schönre März“ ein tatsächliches Ereignis oder einen Wunsch?

Wort-Hilfe: „Schergen“ sind Helfer einer Verfolgung. „Ukas“ heißt obrigkeitlicher Befehl. „Bajonette“ sind auf Gewehren befestigte Stichwaffen. „Zwingburg“ bezeichnet hier ein Bild für Unterdrückung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Lesequiz: Alle Fragen beziehen sich auf nachprüfbare Stellen im Gedicht. Du kannst die Verse auf der Gedichtseite nachlesen.

Was zeigt die Formulierung „Die einst das Volk hierher gesandt“ in V. 2? (Die Angesprochenen vertreten einen Auftrag des Volkes) (!Die Angesprochenen reisen im Auftrag des Königs) (!Die Angesprochenen sind Kaufleute) (!Die Angesprochenen gehören zu einer Theatergruppe)




Wofür steht die „Zwingburg“ in V. 4 am ehesten? (Für unterdrückende Herrschaft) (!Für eine neue Schule) (!Für ein friedliches Zuhause) (!Für die Schweizer Landschaft)




Welche Rolle spielen die Schweizer Berge in V. 5–8? (Sie erscheinen als möglicher sicherer Zufluchtsort) (!Sie sind der Sitz des preußischen Königs) (!Dort findet eine Wahlversammlung statt) (!Dort wird ein Schloss gebaut)




Was kritisiert der Ausdruck „Tirannei von Gottes Gnaden“ in V. 9? (Einen göttlich begründeten Anspruch auf unfreie Herrschaft) (!Eine demokratische Wahl) (!Eine religiöse Feier in der Schweiz) (!Ein Versprechen der Abgeordneten)




Woran erinnern die „Barrikaden“ in V. 11? (An die revolutionären Kämpfe von 1848) (!An den Bau einer Eisenbahn) (!An einen friedlichen Festzug) (!An die Gründung eines Sportvereins)




Was bedeutet „Ukas“ in V. 14 in diesem Zusammenhang? (Ein Befehl der Obrigkeit) (!Ein Lied der Revolution) (!Ein Gebäude des Parlaments) (!Ein freier Wahlvorschlag)




Was deutet das „Puppenspiel“ in V. 25 an? (Eine gelenkte politische Inszenierung) (!Ein Theaterstück für Kinder) (!Eine Feier der Revolutionäre) (!Eine neue Wahlordnung)




Was wird mit „ein Wort, ein Eid sich bricht“ in V. 32 kritisiert? (Dass politische Zusagen nicht eingehalten werden) (!Dass die Abgeordneten schweigen) (!Dass das Volk nach Hause geht) (!Dass in der Schweiz Wahlen stattfinden)




Was fällt beim Vergleich von V. 1–4 und V. 33–36 auf? (Die vier Verse werden wiederholt) (!Der Text wechselt in eine andere Sprache) (!Die Sprecherstimme erzählt einen Traum) (!Die Strophen bestehen nur aus zwei Versen)




Wofür kann „ein schönrer März“ in V. 40 stehen? (Für Hoffnung auf einen neuen politischen Aufbruch) (!Für die sichere Ankunft aller Abgeordneten) (!Für einen bereits gewonnenen Krieg) (!Für das Ende aller politischen Konflikte)





Memory

Ordne jedem Ausdruck eine Bedeutung zu.

Zwingburg Bild für Unterdrückung
Wohnhaus Bild für politische Erneuerung
Ukas Obrigkeitsbefehl
Schergen Helfer der Verfolgung
Puppenspiel Bild für gelenkte Politik
März Zeichen neuer Hoffnung





Drag and Drop

Ordne die sprachlichen Mittel ihrer Wirkung zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Wirkung
Anrede Direkter Kontakt mit den Abgeordneten
Wiederholung Verstärkung des politischen Auftrags
Gegensatz Kontrast von Freiheit und Unterdrückung
Personifikation Verlebendigung des alten Landtags
Zukunftsbild Ausdruck politischer Hoffnung





Kreuzworträtsel

Schweiz Welches Land wird in Vers 5 als möglicher Zufluchtsort angedeutet?
Schergen Nach welchen Helfern suchen die Verfolger in Vers 7?
Landtag Welche alte politische Einrichtung steht in Vers 24 bildlich wieder auf?
Krone Wer wird in Vers 31 für das Brechen von Zusagen kritisiert?
März Welcher Monat steht im Schlussvers für neue Hoffnung?
Zwingburg Mit welchem Wort beschreibt Vers 4 die frühere Willkürherrschaft?





LearningApps

Hier kannst Du nach bereits vorhandenen Übungen zu Louise Aston und „Der Linken“ suchen. Die Suche legt keinen neuen Kurs an.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Louise Aston veröffentlichte „Der Linken“ erstmals im Jahr

.
Das Gedicht umfasst insgesamt

Verse.
In Vers 2 wird das

als Auftraggeber der Angesprochenen genannt.
Die Schweizer Berge erscheinen als möglicher Ort der

.
Die Formulierung „von Gottes Gnaden“ betrifft den Anspruch auf politische

.
In Vers 25 nennt die Sprecherstimme die Politik ein

.
Die erste Strophe wird gegen Ende des Gedichts

.
Der letzte Vers nennt den Monat

als Hoffnungsbild.




Offene Aufgaben


Leicht: Klasse 9–10

  1. Schreibe einen kurzen Brief: Stell Dir vor, Du bist 1848 eine Person, die die bedrohten Abgeordneten unterstützt. Schreibe 80 bis 100 Wörter. Nutze mindestens einen überprüften Versbeleg, zum Beispiel V. 1–2 oder V. 37–40. Hilfe: Beginne mit „Ich habe gehört, dass Ihr ...“.


Standard: Klasse 9–13

  1. Schreibe einen Zeitungskommentar: Erkläre in 150 bis 200 Wörtern, welche politische Kritik das Gedicht äußert. Verbinde zwei echte Versbelege mit dem historischen Zusammenhang von Dezember 1848. Hilfe: Untersuche „Zwingburg“ (V. 4) und „Puppenspiel“ (V. 25).


Schwer: Klasse 11–13

  1. Schreibe eine Deutung mit Gegenposition: Verfasse 250 bis 350 Wörter zur Frage: Ist „Der Linken“ vor allem ein Gedicht der Niederlage oder der Hoffnung? Untersuche lyrische Sprecherstimme, Form, Klang und Bildsprache. Verwende mindestens drei korrekt nachgeprüfte Versbelege. Stelle zwei mögliche Lesarten von V. 40 einander gegenüber. Hilfe: Baue Deinen Text nach dem Muster „These – Beleg – Erklärung – Gegenargument – Urteil“ auf.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite mindestens fünf der folgenden Transferaufgaben.

  1. Sprecherstimme und Autorin: Erkläre an V. 2 und V. 25, warum Du die Stimme des Gedichts nicht automatisch mit Louise Aston gleichsetzen darfst.
  2. Politische Bilder: Vergleiche „Wohnhaus“ und „Zwingburg“ aus V. 3–4. Welche Vorstellungen von Staat stehen einander gegenüber?
  3. Text und Geschichte: Erkläre, wie die Ereignisse vom Dezember 1848 zum Ton des Gedichts passen. Trenne historische Fakten und poetische Aussagen.
  4. Wirkung der Wiederholung: Begründe, warum die Verse 1–4 am Schluss erneut erscheinen. Wie würde der Text ohne die Wiederholung wirken?
  5. Mehrdeutigkeit: Prüfe zwei Deutungen von „ein schönrer März“ (V. 40). Welche wird durch den Gedichtverlauf stärker gestützt?
  6. Aktualisierung: Wähle ein heutiges Beispiel für politische Sprache. Vergleiche dessen Absicht mit der Anrede „Ihr“ im Gedicht, ohne die historischen Situationen gleichzusetzen.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis solltest Du Folgendes zeigen können:

  1. Du nennst Titel, Autorin, Erstdruck und die politische Situation von 1848.
  2. Du unterscheidest historische Quellfassung, modernisierte Lesefassung, Übertragung und Interpretation.
  3. Du erklärst die Sprecherrolle und den historischen Sinn von „der Linken“.
  4. Du beschreibst den Strophenbau, die Reime und die Wiederholung.
  5. Du deutest mindestens zwei sprachliche Bilder mit passenden Versangaben.
  6. Du belegst eigene Aussagen durch genaue, am Original geprüfte Zitate.
  7. Du erläuterst, weshalb das Gedicht zur politischen Literatur der Revolutionszeit gehört.
  8. Du entwickelst eine eigene, nachvollziehbare Deutung des Schlusses.

Bewertung: Besonders wichtig sind verständliche Erklärungen, korrekte Versbelege und die klare Trennung zwischen Beobachtung, historischem Wissen und Deutung.




OERs zum Thema

Gedicht und Quellen:

  1. Vorhandene Gedichtseite „Der Linken“ – vollständigen Text dort lesen.
  2. TextGrid: Louise Aston, „Der Linken“ – zitierfähige digitale Edition mit bibliografischen Angaben und historischem Wortlaut.
  3. BYU ScholarsArchive: „Freischärler Reminiscenzen“ – digitaler Zugang zu Astons Gedichtsammlung.
  4. Bundesarchiv: Dezember 1848 – historische Einordnung.
  5. Wikipedia: Preußische Nationalversammlung – ergänzendes Hintergrundwissen.

Quellen- und Lizenzhinweis: Der historische Gedichttext ist gemeinfrei. Die von TextGrid veröffentlichten editorischen Daten und Metadaten stehen unter CC BY 3.0 Deutschland mit Namensnennung TextGrid. Die kurze Lesefassung und die Übertragung oben sind ausdrücklich als Unterrichtsbearbeitungen gekennzeichnet.

Mediennachweis: Die Urheber, Commons-Dateiseiten und Lizenzangaben stehen direkt bei jedem Bild, der Animation und der Audioaufnahme. Alle Commons-Dateien werden unverändert eingebunden. YouTube-Videos sind externe Angebote; ihre Einbettung bedeutet keine freie Weiterverwendungslizenz. Eine eigene Vertonung oder neue Bilddatei wurde nicht erstellt.

Wikipedia zu Louise Aston:



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