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Achtjahr auf die Zeichensitzung.

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Achtjahr auf die Zeichensitzung.

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Drey und vierzigstes Sonett: Langsam und träge kommt mein Glück zur Stelle – Francesco Petrarca – Gedichtanalyse

Kurzbeschreibung: In diesem aiMOOC untersuchst Du das Gedicht „Drey und vierzigstes Sonett: Langsam und träge kommt mein Glück zur Stelle“. Der Text hat 14 Verse. Du arbeitest mit der historischen deutschen Übersetzung von Carl Förster aus der Wiener Ausgabe von 1827. Du lernst, Textbelege zu finden, Bilder im Gedicht zu erklären und zwischen Autor, lyrischer Stimme und Interpretation zu unterscheiden.

Medienhinweis: Porträt Francesco Petrarcas, Rijksmuseum; auf Wikimedia Commons als CC0/Public Domain gekennzeichnet.


Einleitung

Francesco Petrarca lebte von 1304 bis 1374. Er war Dichter und Gelehrter. Besonders bekannt ist sein italienischer Canzoniere. Viele Gedichte darin beschäftigen sich mit Liebe, Hoffnung, Nähe, Ferne und inneren Konflikten.

Das hier behandelte Gedicht liegt in einer deutschen historischen Übersetzung vor. Die Textgrundlage ist die Ausgabe:

Francesco Petrarca: Italienische Gedichte. Übersetzt von Carl Förster. Wien: Chr. Fr. Schade, 1827.

Die Schreibweisen „Drey“, „Fluthlos“ oder „sey“ gehören zur historischen Sprache der Übersetzung. Sie stammen nicht aus Petrarcas italienischem Original.

Wichtig: Francesco Petrarca ist der Autor des ursprünglichen Gedichts. Carl Förster ist der Übersetzer der hier gelesenen deutschen Fassung. Die sprechende Stimme im Gedicht nennen wir lyrische Stimme. Sie ist nicht automatisch mit Petrarca als Person gleichzusetzen.

Medienhinweis: Handschrift mit Gedichten Petrarcas aus dem 14. Jahrhundert; Wikimedia Commons, gemeinfreies Werk.


Historischer Ausgangstext

Quellfassung nach der Ausgabe von 1827:

Langsam und träge kommt mein Glück zur Stelle,
Die Hoffnung schwankt, es wächset das Verlangen,
Verdruß weckt ewig Harren mir und Bangen, –
Träg kam's, und flieht mit mehr denn Tigerschnelle.

Ach! lau und schwarz wird eh' des Schnees Helle,
Fluthlos das Meer, der Fisch auf Alpen hangen,
Und Sonne sinken, wo hervorgegangen
Tigris und Phrat aus ein' und selber Quelle,

Bevor ich Fried' und Waffenruh' gefunden,
Und Sie und Amor andre Sitt' erwerben,
Die mir zum Unheil sich verschworen haben.

Und Süßigkeit kommt nach so viel des Herben
Erst, wann vor Ekel der Geschmack entschwunden;
Sonst widerfährt mir nichts von ihren Gaben.

Quelle: Zeno.org und TextGrid Repository.


Lesefassung in heutiger Sprache

Didaktische Lesefassung: Diese Fassung ist keine historische Quelle und keine neue Übersetzung des italienischen Originals. Sie vereinfacht nur die deutsche Förster-Fassung für das Lesen in Klasse 9–10.

Mein Glück kommt nur sehr langsam.
Meine Hoffnung ist unsicher, doch mein Wunsch wird stärker.
Das lange Warten macht mich traurig und ängstlich.
Wenn das Glück endlich kommt, verschwindet es sofort wieder.

Eher würde Schnee dunkel und warm,
das Meer ohne Wasser sein,
ein Fisch auf einem Berg leben
und die Sonne an einem unmöglichen Ort untergehen,

als dass ich endlich Ruhe finde.
Die geliebte Person und Amor ändern ihr Verhalten nicht.
Die lyrische Stimme fühlt sich von beiden verletzt.

Etwas Süßes käme erst nach sehr viel Bitterkeit.
Dann wäre die Freude vielleicht schon zu spät.
So erlebt die lyrische Stimme kaum etwas Gutes.


Was passiert im Gedicht?

Die lyrische Stimme wartet auf Glück und auf Ruhe. Beides kommt aber nicht zuverlässig. Hoffnung und Verlangen wachsen, gleichzeitig entstehen Angst und Frust.

Besonders auffällig sind die unmöglichen Bilder. Schnee soll schwarz und warm werden. Das Meer soll ohne Wasser sein. Ein Fisch soll auf den Alpen leben. Diese Bilder zeigen: Die lyrische Stimme hält eine glückliche Lösung fast für unmöglich.

Medienhinweis: Canzoniere-Handschrift um 1470, zugeschrieben Antonio Grifo; Wikimedia Commons, Public Domain.


Form: Warum ist es ein Sonett?

Ein Sonett besteht traditionell aus 14 Versen. Auch dieses Gedicht hat 14 Verse.

Du kannst den Text in zwei größere Teile lesen:

  1. Die ersten acht Verse steigern das Warten, die Unsicherheit und die unmöglichen Naturbilder.
  2. Die letzten sechs Verse richten den Blick stärker auf den Wunsch nach Frieden und auf die enttäuschte Liebe.

Diese Gliederung passt zur klassischen Sonettform aus zwei Vierzeilern und zwei Dreizeilern.


Sprache und Bilder

„Langsam und träge“ verstärkt den Eindruck des Wartens.

„Tigerschnelle“ bildet einen starken Gegensatz dazu: Das Glück kommt langsam, verschwindet aber schnell.

Die Bilder von Schnee, Meer, Fisch, Sonne, Tigris und Phrat übertreiben bewusst. Man nennt solche starke Übertreibungen Hyperbeln.

Die Gegensätze Süßigkeit und Herbes übertragen Geschmack auf Gefühle. „Süß“ steht für angenehme Erfahrung, „herb“ für Leid oder Enttäuschung.


Amor und die geliebte Person

Im Gedicht erscheint Amor als Macht der Liebe. Das ist eine Personifikation: Ein Gefühl oder eine Idee wird wie eine handelnde Person dargestellt.

Die Zeile „Und Sie und Amor andre Sitt' erwerben“ zeigt einen Wunsch: Die geliebte Person und Amor sollen ihr Verhalten ändern.

Das Gedicht sagt aber nicht sicher, was eine reale Person gedacht oder getan hat. Eine Interpretation muss deshalb am Text bleiben.


Autor, Übersetzer, lyrische Stimme

Autor: Francesco Petrarca schrieb das italienische Gedicht.

Übersetzer: Carl Förster übertrug den Text ins Deutsche. Die Ausgabe von 1827 verwendet historische deutsche Schreibweisen.

Lyrische Stimme: Sie spricht im Gedicht von Hoffnung, Verlangen, Warten und Enttäuschung.

Interpretation: Wir können aus sprachlichen Zeichen erschließen, dass die Stimme eine unerfüllte oder unsichere Liebe erlebt. Wir dürfen aber nicht behaupten, jedes „Ich“ sei direkt Petrarca selbst.

Medienhinweis: Fotografie einer Canzoniere-Handschrift bzw. Ausstellungssituation, Foto Burkhard Muecke; Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.


Medien zum Hören und Sehen

Die folgenden Medien zeigen Petrarca und den Canzoniere. Sie behandeln nicht alle genau dieses Sonett, helfen aber beim historischen und literarischen Kontext.

Datei:Francesco Petrarca, proemial sonnet of Canzoniere.webm

Commons-Video: 3D-Rekonstruktion Petrarcas mit Vortrag des Proömialsonetts; Luca Bezzi / Arc-Team, CC BY 3.0.

YouTube: Arc-Team Archaeology, „Francesco Petrarca, proemial sonnet of Canzoniere“; Kontext zum Klang des italienischen Canzoniere.

YouTube: Exam SAM, Einführung zu Petrarca, Sonettform, Canzoniere und Wirkungsgeschichte. Das Video ist englischsprachig.


Gestufte Hilfen für die Gedichtanalyse

Hilfe 1 – leicht: Unterstreiche Wörter, die Warten, Angst oder Enttäuschung ausdrücken.

Hilfe 2 – mittel: Suche Gegensätze wie „träge“ und „Tigerschnelle“ oder „Süßigkeit“ und „Herbes“.

Hilfe 3 – stärker: Erkläre, warum die unmöglichen Naturbilder zeigen, dass die lyrische Stimme kaum noch an eine glückliche Lösung glaubt.

Satzstarter: „Das Bild … zeigt, dass …“ / „Der Gegensatz zwischen … und … macht deutlich, dass …“ / „Die lyrische Stimme wirkt …, weil …“


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer schrieb das ursprüngliche Gedicht? (Francesco Petrarca) (!Carl Förster) (!Antonio Grifo) (!Luca Bezzi)




Wer übersetzte die hier verwendete historische deutsche Fassung? (Carl Förster) (!Francesco Petrarca) (!Johann Wolfgang von Goethe) (!Friedrich Schiller)




Wie viele Verse hat das Gedicht? (14) (!8) (!10) (!16)




Was kennzeichnet die lyrische Stimme? (Sie äußert Hoffnung Verlangen und Enttäuschung) (!Sie berichtet sachlich über eine Reise) (!Sie erklärt naturwissenschaftliche Vorgänge) (!Sie erzählt eine Kriegsgeschichte)




Welcher Gegensatz ist besonders auffällig? (Langsam und Tigerschnelle) (!Meer und Fluss) (!Sonne und Quelle) (!Fisch und Alpen)




Warum sind Fisch auf den Alpen und flutloses Meer wichtig? (Sie zeigen eine fast unmögliche Hoffnung) (!Sie beschreiben eine reale Landschaft) (!Sie erklären Tierwanderungen) (!Sie geben Reisetipps)




Was bedeutet Amor im Gedicht am ehesten? (Eine personifizierte Macht der Liebe) (!Ein geografischer Ort) (!Ein Übersetzer) (!Eine historische Druckerei)




Was ist die Lesefassung in diesem aiMOOC? (Eine didaktische Vereinfachung der deutschen Förster Fassung) (!Petrarcas italienisches Original) (!Eine Handschrift aus dem 14 Jahrhundert) (!Eine wissenschaftliche Neuedition)




Welche Aussage zur lyrischen Stimme ist richtig? (Sie ist nicht automatisch mit dem Autor identisch) (!Sie ist immer der Autor selbst) (!Sie ist der Übersetzer) (!Sie ist immer eine historische Person)




Welche Wirkung hat die Gegenüberstellung von Süßigkeit und Herbem? (Sie stellt Freude und Leid einander gegenüber) (!Sie beschreibt ein Kochrezept) (!Sie erklärt die Sonettform) (!Sie nennt zwei Orte)





Lesequiz mit Zitaten

Welches Zitat zeigt besonders deutlich das lange Warten? (Verdruß weckt ewig Harren mir und Bangen) (!Fluthlos das Meer) (!Tigris und Phrat) (!Sonst widerfährt mir nichts)




Welches Zitat enthält den stärksten Geschwindigkeitsgegensatz? (Träg kam's und flieht mit mehr denn Tigerschnelle) (!Die Hoffnung schwankt) (!Bevor ich Fried' und Waffenruh' gefunden) (!Und Sie und Amor andre Sitt' erwerben)





Memory

Petrarca Autor des italienischen Gedichts
Förster Übersetzer der Fassung von 1827
Sonett Gedichtform mit 14 Versen
Amor Personifikation der Liebe
Tigerschnelle Bild für sehr schnelles Verschwinden
Herbes Bild für Leid und Enttäuschung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Autor Francesco Petrarca
Übersetzer Carl Förster
Sprechinstanz lyrische Stimme
Gedichtform Sonett
Liebesmacht Amor





Kreuzworträtsel

Petrarca Wer schrieb das italienische Gedicht?
Foerster Wie heißt der Übersetzer mit Nachnamen?
Sonett Welche Gedichtform hat vierzehn Verse?
Amor Wie heißt die personifizierte Macht der Liebe?
Hoffnung Was schwankt laut Vers zwei?
Verlangen Was wächst laut Vers zwei?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Das Gedicht stammt ursprünglich von

. Die historische deutsche Fassung wurde von Carl

übersetzt. Das Gedicht besitzt

Verse. Die sprechende Instanz heißt lyrische

. Der Gegensatz zwischen langsamem Kommen und

zeigt die Unsicherheit des Glücks. Die unmöglichen Naturbilder verstärken den Eindruck, dass eine glückliche Lösung kaum

erscheint. Amor ist eine

der Liebe. Die Wörter Süßigkeit und Herbes stellen Freude und

gegenüber.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Stimmungswörter: Markiere fünf Wörter oder Wendungen, die eine negative Stimmung erzeugen. Schreibe zu jedem Wort ein einfaches Gefühl.
  2. Bildsprache: Zeichne eines der unmöglichen Bilder aus dem Gedicht. Schreibe darunter den zugehörigen Vers.
  3. Lesefassung: Lies Quellfassung und Lesefassung parallel. Notiere drei Wörter, die heute ungewohnt wirken.
  4. Sprechvortrag: Lies vier Verse laut. Entscheide, welche Wörter Du besonders betonst, und begründe kurz.


Standard

  1. Textbeleg: Erkläre den Gegensatz zwischen „träge“ und „Tigerschnelle“ in drei bis fünf Sätzen.
  2. Naturbilder: Untersuche zwei unmögliche Naturbilder und erkläre ihre Wirkung auf die Aussage des Gedichts.
  3. Perspektive: Schreibe einen kurzen inneren Monolog der lyrischen Stimme nach dem letzten Vers.
  4. Vergleich: Vergleiche die Quellfassung von 1827 mit der vereinfachten Lesefassung. Welche Wirkung geht bei der Vereinfachung verloren?


Schwer

  1. Gedichtanalyse: Verfasse eine kurze Analyse mit Einleitung, zwei Textbelegen und einem Schluss.
  2. Übersetzung und Wirkung: Untersuche, wie historische Wörter wie „Harren“, „Herbes“ oder „Sitt'“ Dein Verständnis beeinflussen.
  3. Autor und lyrische Stimme: Erkläre anhand des Gedichts, warum Autor und lyrische Stimme nicht gleichgesetzt werden sollten.
  4. Medienprojekt: Erstelle mit ausschließlich rechtlich nutzbaren Fremdmedien eine kommentierte digitale Ausstellung zu Petrarca und dem Canzoniere. Gib bei jedem Medium Quelle, Urheber und Lizenz an.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Deutungsthese: Formuliere eine Deutungsthese zur Frage, warum das Glück im Gedicht zugleich ersehnt und als unerreichbar dargestellt wird. Belege sie mit zwei Versen.
  2. Kontrastanalyse: Erkläre, wie mindestens zwei Gegensätze die innere Spannung der lyrischen Stimme sichtbar machen.
  3. Bildtransfer: Übertrage eines der unmöglichen Naturbilder in ein heutiges Bild und erkläre, welche Wirkung erhalten bleiben muss.
  4. Übersetzungskritik: Begründe, warum eine Gedichtanalyse kenntlich machen sollte, dass hier eine Übersetzung von 1827 und nicht Petrarcas italienischer Wortlaut untersucht wird.
  5. Perspektivwechsel: Schreibe eine kurze Antwort aus Sicht der angesprochenen Person und erkläre danach, welche Stellen des Gedichts Deine Antwort beeinflusst haben.
  6. Interpretationsgrenze: Nenne eine plausible Interpretation und eine Behauptung, die der Text nicht sicher belegt. Erkläre den Unterschied.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. die historische Quelle und die vereinfachte Lesefassung unterscheiden kannst,
  2. Petrarca als Autor und Carl Förster als Übersetzer benennen kannst,
  3. die lyrische Stimme nicht automatisch mit dem Autor gleichsetzt,
  4. die Sonettform mit 14 Versen erkennst,
  5. mindestens zwei sprachliche Bilder mit Textbelegen erklärst,
  6. die Gegensätze von Warten und Geschwindigkeit sowie Süßem und Herbem deutest,
  7. eine kurze Deutung mit passenden Zitaten begründest,
  8. zwischen sicherer Textbeobachtung und eigener Interpretation unterscheidest.




OERs und Quellen zum Thema

Primärtext und Edition:

  1. Zeno.org – Drey und vierzigstes Sonett
  2. TextGrid Repository – digitaler Volltext
  3. Die TextGrid-Edition nennt Wien 1827 und die Ausgabe nach der Übersetzung von Carl Förster.

Wikimedia Commons:

  1. Petrarch canzoniere.jpg – Handschrift, Public Domain.
  2. Canzoniere-gv-15-venice-1470.jpg – Handschrift um 1470, Public Domain.
  3. Petrarca-Porträt – Rijksmuseum, CC0.
  4. Handschrift Il Canzoniere – Burkhard Muecke, CC BY-SA 4.0.
  5. Francesco Petrarca, proemial sonnet of Canzoniere.webm – Luca Bezzi / Arc-Team, CC BY 3.0.

Hinweis zu den Medien: Die Commons-Dateien sind hier mit den auf ihren Dateiseiten angegebenen Lizenzinformationen benannt. Bei Wiederverwendung außerhalb von Wikimedia solltest Du die jeweilige Dateiseite erneut prüfen und die dort geforderte Namensnennung übernehmen.



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