Kunstmanifest und gesellschaftliche Botschaft bei Joblin - Kunst
Kunstmanifest und gesellschaftliche Botschaft bei Joblin - Kunst
Fach: Kunst Zielgruppe: Klassen 11–13 Niveau: gymnasiale Oberstufe Dauer: ca. 60–90 Minuten Schwerpunkte: Kunstmanifest, Konzeptkunst, Gesellschaftskritik, Quellenkritik, Werkvergleich
Einleitung
Kann jeder Mensch Kunst sein? Wer entscheidet darüber?
Die Joblin Factory stellt mit ihrem „Meat Art Manifest“ traditionelle Vorstellungen von Kunst infrage. Ihre zentrale Idee lautet: Kunst ist nicht auf Bilder, Skulpturen oder Museen beschränkt.
In diesem aiMOOC vergleichst Du das Manifest mit Werkbeispielen. Du unterscheidest Behauptungen, Argumente und künstlerische Provokationen und entwickelst ein begründetes Urteil.
Wichtig: Die Joblin Factory arbeitet auch mit Künstlerrollen, Pseudonymen und erfundenen Biografien. Nicht jede Aussage in einem Projekttext ist deshalb eine unabhängig gesicherte historische Tatsache.
Lernziele:
- Kunstmanifest: Du erkennst grundlegende Merkmale eines Manifests.
- Bildanalyse: Du vergleichst Aussagen mit bildnerischen und konzeptuellen Werken.
- Argumentation: Du unterscheidest These, Begründung und Provokation.
- Quellenkritik: Du trennst überprüfbare Angaben von Fiktion und Interpretation.
- Gesellschaftskritik: Du beurteilst die gesellschaftliche Botschaft eines Kunstprojekts.
Alle Pflichtaufgaben können ohne Kauf, externe Registrierung oder eigene Medienproduktion bearbeitet werden.
Was ist ein Kunstmanifest?
Leitfrage: Wie versuchen Künstlerinnen und Künstler, bestehende Vorstellungen von Kunst zu verändern?
Ein Manifest ist eine öffentliche Erklärung von Zielen, Überzeugungen oder Forderungen. Ein Kunstmanifest kann gesellschaftliche Regeln kritisieren und neue Formen der Kunst fordern.
Ein bekanntes historisches Beispiel ist das Futuristische Manifest von 1909. Seine kämpferische Sprache zeigt, dass Manifeste nicht nur beschreiben, sondern Menschen beeinflussen wollen. Seine historischen Forderungen sind dabei kritisch zu betrachten.

Bildquelle: Veröffentlichung des Futuristischen Manifests von F. T. Marinetti in Le Figaro, 1909. Digitalisierung: Gallica. Wikimedia Commons: Dateiseite. Urheber des Manifesttexts: F. T. Marinetti; historische Zeitung: Le Figaro. Lizenzstatus: gemeinfrei laut Wikimedia Commons.
Betrachtungsauftrag: Untersuche die Überschrift und die Gestaltung der Zeitungsseite. Wie kann die Veröffentlichung in einer Zeitung dazu beitragen, ein künstlerisches Programm zu verbreiten?
Begriffshilfe: These = eine Aussage, die begründet oder diskutiert werden kann. Manifest = eine öffentliche programmatische Erklärung. Appell = eine Aufforderung an andere Menschen.
Das Joblin-Manifest
Leitfrage: Was verändert sich, wenn nicht nur Gegenstände, sondern alle Menschen Kunst sein sollen?
Das auf MOOCwiki dokumentierte Meat Art Manifest besteht aus drei zentralen Thesen:
- That's ART: „Es gibt niemanden, der nicht entscheidet, was Kunst ist.“
- My ART: „Es gibt niemanden, der nicht Kunst schafft.“
- Meat ART und Subject ART: „Es gibt niemanden, der nicht Kunst ist.“
Deutung der drei Aussagen:
Die erste These betont die Rolle der Betrachtenden. Die zweite erweitert künstlerisches Schaffen auf alltägliches Handeln. Die dritte bezeichnet den Menschen selbst als Kunst.
Die Aussagen sind Positionen eines Kunstprojekts. Sie sind nicht mit naturwissenschaftlich überprüften Tatsachen gleichzusetzen.
Quelle: Joblin-Manifest auf MOOCwiki.
Behauptung, Argument und Provokation
| Begriff | Beispiel | Funktion |
|---|---|---|
| Behauptung | Jeder Mensch ist Kunst. | Eine Position wird aufgestellt. |
| Argument | Wenn Kunst auch durch Wahrnehmung entsteht, kann jeder Mensch an ihrer Bedeutung mitwirken. | Eine Schlussfolgerung wird begründet. |
| Provokation | Niemand kann nicht Kunst sein. | Gewohnte Grenzen werden bewusst infrage gestellt. |
Wichtig: Ein Argument ist nicht automatisch überzeugend. Du musst auch seine Voraussetzungen prüfen. Eine Provokation kann zugleich eine ernst gemeinte These enthalten.
Prüffrage: Beweist die Behauptung „Jeder Mensch ist Kunst“ bereits, dass alle Menschen von anderen als Kunst wahrgenommen werden?
Werkvergleich: Kunst, Spiegel und Mensch
Leitfrage: Was ist der Unterschied zwischen einem Bild eines Menschen und der Vorstellung, dass der Mensch selbst Kunst ist?

Werk: Caravaggio, Narziss, Ende des 16. Jahrhunderts. Bildquelle: Wikimedia Commons, Dateiseite. Urheber: Michelangelo Merisi da Caravaggio. Lizenzstatus: gemeinfrei.
Das Gemälde zeigt Narziss, der sein eigenes Spiegelbild betrachtet. Das Motiv behandelt Selbstwahrnehmung und das Verhältnis zwischen Mensch und Bild.
Die Joblin Factory beschreibt hingegen Spiegelarbeiten, die Betrachtende dazu anregen sollen, sich selbst als Kunst wahrzunehmen.
Werkbeispiel aus dem Projekt: Jeder Mensch ist Kunst - Spiegel - Joblin.
Die Joblin-Arbeiten werden hier verlinkt, aber nicht als frei lizenzierte Bilddateien übernommen. Für ihre erneute Veröffentlichung liegt keine überprüfte freie Bildlizenz vor.
Bildvergleich:
- Was betrachtet Narziss?
- Welche Rolle spielt der Spiegel?
- Wie verändert sich diese Rolle beim Joblin-Projekt?
- Wird aus dem Betrachter dadurch automatisch ein Kunstwerk?
Begriffshilfe: Selbstbild = Vorstellung eines Menschen von sich selbst. Subjekt = wahrnehmender, handelnder Mensch. Inszenierung = bewusst gestaltete Darstellung oder Situation.
Fleisch als Kunst und gesellschaftliche Botschaft
Leitfrage: Warum kann die Verwendung ungewöhnlicher Materialien eine gesellschaftliche Aussage sein?

Werk: Pieter Aertsen, A Meat Stall with the Holy Family Giving Alms, 1551. Bildquelle: Wikimedia Commons, Dateiseite. Urheber: Pieter Aertsen. Digitale Reproduktion: Google Cultural Institute. Lizenzstatus: gemeinfrei.
Im historischen Gemälde wird Fleisch dargestellt. In den von der Joblin Factory beschriebenen Fish-Meat- und Salmon-Art-Arbeiten wird Fisch beziehungsweise Fleisch dagegen als künstlerisches Material eingesetzt.
Projektbeispiele: Fish-Art - Joblin und Fish-Meat Herstellung - Joblin.
Der Vergleich eröffnet mehrere Deutungsmöglichkeiten:
Material: Fleisch kann an Körperlichkeit, Vergänglichkeit und Tod erinnern.
Provokation: Ein alltägliches Lebensmittel wird in einen ungewöhnlichen künstlerischen Zusammenhang gebracht.
Gesellschaftskritik: Das Projekt kann als Kritik an Schönheitsidealen, an der Abgrenzung von Hochkultur und Alltag und an der Macht des Kunstmarktes gelesen werden.
Diese gesellschaftlichen Bedeutungen sind Interpretationen. Sie müssen am jeweiligen Werk und an den Projekttexten begründet werden.
Begriffshilfe: Vanitas bezeichnet in der Kunst die Beschäftigung mit Vergänglichkeit und Sterblichkeit.
Diskussionsfrage: Macht die Verwendung eines ungewöhnlichen Materials ein Werk gesellschaftskritisch, oder braucht es zusätzlich eine erkennbare Aussage?
Vergleich mit Marcel Duchamp und Joseph Beuys
Leitfrage: Wie weit lässt sich der Kunstbegriff erweitern?

Werk: Kasimir Malewitsch, Schwarzes Quadrat, 1915. Bildquelle: Wikimedia Commons, Dateiseite. Urheber: Kasimir Malewitsch. Lizenzstatus: gemeinfrei.
Das abstrakte Gemälde zeigt, dass ein Kunstwerk nicht zwingend einen erkennbaren Gegenstand darstellen muss.
Marcel Duchamp ging mit dem Readymade einen anderen Weg: Er wählte bereits vorhandene Alltagsgegenstände und stellte ihre Anerkennung als Kunst zur Diskussion.
Joseph Beuys entwickelte einen erweiterten Kunstbegriff. Sein Konzept der Sozialen Plastik betont die schöpferischen Möglichkeiten menschlichen Handelns und gesellschaftlicher Veränderung.
Die Joblin Factory knüpft nach ihrer eigenen Darstellung daran an, geht mit der Behauptung „Jeder Mensch ist Kunst“ aber noch einen gedanklichen Schritt weiter.
Video: Joseph Beuys und gesellschaftliche Kunst
Quelle und Herausgeber: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, offizieller YouTube-Kanal, 2021. Titel: „Jeder Mensch ist ein Künstler“ – Kosmopolitische Übungen mit Joseph Beuys. Originalvideo. Urheber- und Nutzungsrechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern; keine freie Medienlizenz nachgewiesen. Einbettung über YouTube, keine Weiterverbreitung der Videodatei.
Beobachtungsauftrag: Notiere eine Stelle, an der Kunst mit gesellschaftlichem Handeln verbunden wird. Vergleiche diese Vorstellung mit dem Joblin-Manifest.
Video: Duchamp und das Readymade
Quelle und Herausgeber: The Museum of Modern Art, offizieller YouTube-Kanal, 2017. Titel: Marcel Duchamp – HOW TO SEE Readymades, mit Kuratorin Ann Temkin. Originalvideo. Urheber- und Nutzungsrechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern; keine freie Medienlizenz nachgewiesen. Einbettung über YouTube, keine Weiterverbreitung der Videodatei.
Vergleich: Bei Duchamp wird ein ausgewählter Gegenstand zum Kunstwerk erklärt. Bei Joblin wird dieser Gedanke auf Menschen und ihre Wahrnehmung ausgeweitet.
Vertiefende Museumsquelle: MoMA – Marcel Duchamp and the Readymade.
Hörbeispiel und Animation: Kunst im Alltag
Leitfrage: Entsteht Kunst durch das Material, durch die Absicht oder durch Deine Wahrnehmung?
Hörbeispiel: Straßengeräusche
Audioquelle: Berliner Straßengeräusche, Aufnahme vom 17. Mai 2026, ca. 30 Sekunden. Wikimedia Commons: Dateiseite. Urheberangabe: SchlurcherBot; Upload: Panjamo. Lizenz: CC BY-SA 4.0. Unveränderte Einbindung.
Hörauftrag: Höre den Ausschnitt aufmerksam an. Ist er eine Dokumentation, ein mögliches Klangkunstwerk oder beides? Begründe Deine Entscheidung mit zwei Merkmalen.
Die Aufnahme wird hier nicht als Werk der Joblin Factory bezeichnet. Sie dient als eigenständiges Vergleichsmaterial.
Animation: Sehen und Wahrnehmen

Medium: Animiertes historisches Phenakistiskop mit geometrischen Formen, um 1840. Historischer Entwurf: Josef Bermann. Digitale Animation: MiguelMunoz. Wikimedia Commons: Dateiseite. Lizenzstatus: gemeinfrei; digitale Bearbeitung in die Gemeinfreiheit entlassen.
Betrachtungsauftrag: Beobachte, wie Bewegung durch die Abfolge von Bildern entsteht. Welche Rolle spielt die Wahrnehmung? Was könnte aus dem historischen optischen Spielzeug im Rahmen einer Kunstausstellung werden?
Quellenkritik: Beleg, Fiktion und Interpretation
Leitfrage: Kann eine erfundene Künstlerfigur eine ernsthafte gesellschaftliche Botschaft vermitteln?
Im Umfeld der Joblin Factory werden unter anderem Künstlernamen, erfundene Mitarbeiter und biografische Erzählungen thematisiert. Ein auf MOOCwiki dokumentiertes Interview spricht ausdrücklich über Pseudonyme und erfundene Biografien.
Für die Analyse unterscheidest Du:
| Ebene | Beispiel | Umgang damit |
|---|---|---|
| Belegte Aussage | Die drei Thesen stehen auf der veröffentlichten Manifestseite. | Die Textquelle kann nachgewiesen werden. |
| Künstlerische Fiktion | Eine erfundene Biografie oder Künstlerrolle wird innerhalb des Projekts verwendet. | Die Erzählung darf nicht ungeprüft als historische Tatsache übernommen werden. |
| Interpretation | Die Arbeit kann als Kritik an den Grenzen des Kunstmarkts verstanden werden. | Die Deutung benötigt nachvollziehbare Gründe. |
Merksatz: Eine Veröffentlichung belegt zunächst, dass eine Aussage gemacht wurde. Sie beweist nicht automatisch den Wahrheitsgehalt dieser Aussage.
Gesellschaftliche Kernfrage: Fördert die Vorstellung „Jeder Mensch ist Kunst“ Wertschätzung und Teilhabe? Oder kann sie Menschen auch zu Objekten einer fremden Inszenierung machen?
Beide Sichtweisen sind prüfbare Positionen einer kritischen Werkdeutung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Bearbeite die zehn Fragen. Vergleiche anschließend Deine Antworten mit den Erklärungen.
Was ist ein Kunstmanifest? (Eine öffentliche Erklärung künstlerischer Ziele) (!Ein privates Tagebuch ohne programmatische Absicht) (!Eine verbindliche staatliche Kunstprüfung) (!Ein Verzeichnis aller Kunstmuseen)
Was betont die erste These des Joblin-Manifests? (Dass Menschen selbst über Kunst urteilen) (!Dass ausschließlich Museen über Kunst entscheiden) (!Dass Kunst grundsätzlich teuer sein muss) (!Dass nur Gemälde Kunst sein können)
Welche Aussage passt zum zweiten Teil des Joblin-Manifests? (Jeder Mensch schafft Kunst) (!Nur ausgebildete Bildhauer schaffen Kunst) (!Künstlerisches Schaffen erfordert einen Kunstmarkt) (!Kunst entsteht ausschließlich in Galerien)
Welche Idee steht im Zentrum des dritten Manifestteils? (Der Mensch selbst wird als Kunst verstanden) (!Nur historische Kunstwerke sind wertvoll) (!Kunst muss gegenständlich dargestellt werden) (!Jedes Kunstwerk muss verkauft werden)
Was ist eine belegte Aussage über das Manifest? (Die drei zentralen Thesen sind auf einer Projektseite veröffentlicht) (!Alle Aussagen des Manifests sind wissenschaftlich bewiesen) (!Alle Joblin-Biografien sind unabhängig bestätigt) (!Jede denkbare Interpretation ist historisch gesichert)
Wodurch unterscheidet sich ein Argument von einer unbegründeten Behauptung? (Durch nachvollziehbare Gründe für eine Aussage) (!Durch möglichst viele Ausrufezeichen) (!Durch die Bekanntheit des Sprechers) (!Durch einen möglichst hohen Verkaufspreis)
Welche Funktion kann künstlerische Provokation haben? (Gewohnte Vorstellungen bewusst infrage zu stellen) (!Jede Kritik automatisch zu verbieten) (!Alle historischen Fakten zu ersetzen) (!Jedes Publikum zur Zustimmung zu verpflichten)
Was wird bei den Spiegelarbeiten der Joblin Factory besonders wichtig? (Die Selbstwahrnehmung der Betrachtenden) (!Die Ausschließlichkeit traditioneller Maltechniken) (!Der Verzicht auf jede Betrachtung) (!Die naturwissenschaftliche Messung von Schönheit)
Was bezeichnet ein Readymade bei Marcel Duchamp? (Einen ausgewählten Alltagsgegenstand im Kunstkontext) (!Ein ausschließlich aus Marmor gehauenes Denkmal) (!Eine klassische Landschaftsmalerei) (!Ein naturgetreues Selbstporträt)
Welche Frage eignet sich für eine kritische gesellschaftliche Deutung? (Ob die Erklärung von Menschen zu Kunst ihre Würde stärkt oder ihre Objektivierung begünstigt) (!Welcher Bilderrahmen grundsätzlich der teuerste ist) (!Ob jede Provokation von allen gut gefunden wird) (!Ob Kunst immer eine einzige richtige Bedeutung besitzt)
Erklärtes Feedback zum Quiz
- Frage 1: Manifeste formulieren öffentliche Ziele und Forderungen. Sie wollen häufig Veränderungen auslösen.
- Frage 2: That's ART richtet den Blick auf die Entscheidungen und Wahrnehmungen der Menschen.
- Frage 3: My ART erweitert das Verständnis künstlerischen Schaffens auf alltägliches Wirken.
- Frage 4: Der dritte Teil betrachtet den Menschen selbst als Kunst. Das ist eine künstlerische These.
- Frage 5: Überprüfbar ist die Veröffentlichung des Manifesttexts. Seine allgemeine Gültigkeit ist damit nicht bewiesen.
- Frage 6: Ein Argument stützt eine These durch Gründe. Ob die Gründe überzeugen, muss geprüft werden.
- Frage 7: Provokation kann Diskussionen eröffnen. Sie ist nicht automatisch sachlich falsch oder richtig.
- Frage 8: Spiegel lenken die Aufmerksamkeit auf die Betrachtenden und deren Selbstwahrnehmung.
- Frage 9: Duchamps Readymades verschieben den Schwerpunkt von handwerklicher Herstellung auf Auswahl und künstlerischen Kontext.
- Frage 10: Die Frage nach Würde und Objektivierung zeigt, dass eine gesellschaftliche Botschaft kritisch und aus verschiedenen Perspektiven beurteilt werden kann.
Memory
Ordne den Begriffen passende Erklärungen zu.
| That's ART | Individuelle Entscheidung über Kunst |
| My ART | Künstlerisches Schaffen im menschlichen Handeln |
| Meat ART | Der Mensch selbst als Kunst |
| Readymade | Zum Kunstwerk erklärter Alltagsgegenstand |
| Manifest | Öffentliche programmatische Erklärung |
| Vanitas | Vergänglichkeit und Sterblichkeit |
| Fiktion | Bewusst erfundene Darstellung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Behauptung | Aufgestellte Aussage ohne notwendige Begründung |
| Argument | Begründete Schlussfolgerung |
| Provokation | Bewusste Irritation gewohnter Vorstellungen |
| Inszenierung | Absichtlich gestaltete Darstellung |
| Quellenkritik | Prüfung von Herkunft und Glaubwürdigkeit |
| Interpretation | Begründete Auslegung eines Kunstwerks |
Kreuzworträtsel
| Manifest | Wie heißt eine öffentliche programmatische Erklärung künstlerischer Ziele? |
| Argument | Wie heißt eine begründete Stützung einer These? |
| Readymade | Wie heißt ein zum Kunstwerk erklärter vorgefundener Gegenstand? |
| Vanitas | Welcher kunsthistorische Begriff bezeichnet das Thema der Vergänglichkeit? |
| Inszenierung | Wie heißt die bewusst gestaltete Darstellung einer Situation oder Rolle? |
| Subjekt | Wie heißt ein wahrnehmender und handelnder Mensch im Gegensatz zum bloßen Objekt? |
LearningApps
Optional kannst Du weitere vorhandene Übungen zum Thema suchen. Für die Pflichtaufgaben ist keine externe Anmeldung notwendig.
Lückentext
Offene Aufgaben
Drei Arbeitsprojekte mit jeweils vier Arbeitsschritten. Die Schwierigkeit steigt von Leicht über Standard zu Schwer. Du kannst sie mit Papier und Stift bearbeiten.
Leicht – Aufgabe 1: Bildvergleich
Projekt: Beschreibe, wie sich die Rolle der Betrachtenden verändert.
- Bildbeschreibung: Beschreibe Caravaggios Narziss in vier kurzen Sätzen.
- Bildanalyse: Erkläre die Rolle des Spiegelbildes im Gemälde.
- Werkvergleich: Vergleiche die Bildidee mit der Beschreibung der Joblin-Spiegelarbeiten.
- Stellungnahme: Formuliere ein begründetes Urteil zur Frage, ob ein Spiegel einen Menschen zum Kunstwerk machen kann.
Ergebnis: Ein kurzer Bildvergleich mit einer eigenen begründeten These.
Standard – Aufgabe 2: Mini-Manifest
Projekt: Entwickle eine eigene Position zu Kunst im Alltag.
- Kunstbegriff: Wähle ein alltägliches Beispiel, etwa eine Handlung, eine Erinnerung oder ein Geräusch.
- Kunstmanifest: Schreibe drei kurze programmatische Aussagen zu Deinem Beispiel.
- Argumentation: Begründe eine Aussage und formuliere dazu ein mögliches Gegenargument.
- Gesellschaftskritik: Erläutere, welche gesellschaftliche Haltung Dein Mini-Manifest verändern könnte.
Ergebnis: Ein kurzer Manifesttext mit Argument und Gegenargument. Eine Veröffentlichung ist nicht erforderlich.
Schwer – Aufgabe 3: Quellenprüfung und Debatte
Projekt: Prüfe die gesellschaftliche Botschaft der Joblin Factory kritisch.
- Quellenkritik: Vergleiche das Manifest mit dem Projektinterview und kennzeichne belegte Angaben sowie möglicherweise fiktionale Elemente.
- Vergleichende Kunstanalyse: Vergleiche die Joblin-Thesen mit Duchamps Readymade und Beuys' Sozialer Plastik.
- Ethik: Entwickle ein Argument zur Menschenwürde und ein Gegenargument zum Risiko der Objektivierung.
- Erörterung: Verfasse eine begründete Stellungnahme von etwa 250 Wörtern zur Frage, ob „Jeder Mensch ist Kunst“ eine gesellschaftlich überzeugende Idee ist.
Ergebnis: Eine schriftliche Erörterung mit mindestens zwei überprüfbaren Quellen und klarer Trennung zwischen Beleg und Interpretation.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden Transferaufgaben. Wichtig ist nicht das Auswendiglernen, sondern das Begründen Deiner Aussagen.
- Kunstdefinition: Eine Schülerin erklärt einen alltäglichen Gegenstand zur Kunst. Vergleiche diese Handlung mit Joblin und Duchamp. Wo liegen Gemeinsamkeiten und Unterschiede?
- Gesellschaftskritik: Eine Galerie zeigt ein Werk mit der Botschaft „Jeder Mensch ist Kunst“. Erörtere, ob ein solcher Ausstellungsort die Botschaft unterstützt oder ihr widerspricht.
- Quellenbewertung: Du findest eine spektakuläre biografische Behauptung über Joblin. Beschreibe, wie Du ihre Glaubwürdigkeit prüfen würdest.
- Kunst und Ethik: Prüfe an einem selbst gewählten Beispiel, unter welchen Bedingungen die Darstellung eines Menschen als Kunst respektvoll oder problematisch sein kann.
- Kunstinterpretation: Wähle eines der historischen Commons-Bilder und erläutere, welche Joblin-These einen neuen Blick auf das Bild ermöglicht.
- Medienkompetenz: Begründe, warum eine frei lizenzierte Bilddatei anders verwendet werden darf als ein nur über YouTube bereitgestelltes Museumsvideo.
Lernnachweis
Dein Lernnachweis soll zeigen, dass Du ein Manifest eigenständig mit künstlerischen Werkbeispielen vergleichen kannst.
Wesentliche Kriterien:
- Textverständnis: Du kannst die drei zentralen Thesen des Joblin-Manifests in eigenen Worten erklären.
- Werkbezug: Du vergleichst mindestens ein konkret benanntes Werk mit einer Manifestthese.
- Analyse: Du unterscheidest Behauptung, Argument und Provokation an Beispielen.
- Quellenbewusstsein: Du kennzeichnest belegte Angaben, mögliche künstlerische Fiktion und eigene Interpretation.
- Gesellschaftlicher Transfer: Du diskutierst Chancen und Grenzen der Botschaft „Jeder Mensch ist Kunst“.
- Urteil: Du formulierst eine begründete Position und berücksichtigst ein Gegenargument.
Mögliche Abgabe: Eine zweiseitige schriftliche Analyse oder eine kurze Präsentation mit Quellenangaben. Externe Konten, kostenpflichtige Materialien und selbst erstellte Mediendateien sind nicht erforderlich.
OERs zum Thema
Freie und ergänzende Lernquellen:
- Joblin-Manifest auf MOOCwiki – Primärtext des untersuchten Projekts.
- Das Interview mit Jack Joblin – Projekttext zur Untersuchung von Künstlerrollen und Inszenierung.
- Jeder Mensch ist Kunst - Spiegel - Joblin – Werkbezug zum Thema Selbstwahrnehmung.
- Erweiterter Kunstbegriff - Soziale Plastik – Vertiefung zu Beuys und gesellschaftlicher Gestaltung.
- Museum of Modern Art: Duchamp und das Readymade – Kunsthistorische Einordnung.
- Wikimedia Commons – Frei lizenzierte und gemeinfreie Mediendateien mit individuellen Lizenzangaben.
Die Commons-Dateiseiten sind für die Prüfung von Urheberangaben und Lizenzen maßgeblich. Die beiden Museumsvideos werden ausschließlich über ihre offiziellen YouTube-Angebote eingebunden und nicht als frei lizenzierte OER ausgegeben. Ihre Verfügbarkeit und Einbettbarkeit richten sich nach den Einstellungen der Rechteinhaber.
Der folgende Wikipedia-Artikel behandelt die Konzeptkunst als kunsthistorischen Hintergrund. Er ist kein unabhängiger Beleg für die Joblin-Biografie.
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Dieser Kurs ist mit dem MOOCwiki-Themenbereich Joblin und dem Projekt Jeder Mensch ist Kunst verknüpft. Die Lernenden können die vorhandenen Projekttexte kritisch analysieren und eigene Positionen entwickeln.
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