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Buch - Magdalena - Thoma, Ludwig

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Originalwerk · Lesefassung

Magdalena

Thoma, Ludwig · 1912

Magdalena kehrt nach einem Bruch mit den Erwartungen ihrer Umgebung in ihr Elternhaus zurück. Das Drama zeigt den Konflikt zwischen familiärer Bindung, religiös begründeter Strenge und gesellschaftlichem Urteil.

DramaKlasse 11–135 Abschnitte
Historisches Bildnis von Ludwig Thoma
Historisches Bildnis von Ludwig Thoma — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Karl Klimsch · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.
  • Für die begleitete Analyse in der Oberstufe; je nach Werk werden Gewalt, Sexualität, Krankheit oder historische Diskriminierung thematisiert.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 3 von 5

1. Akt

1
Erste Szene
Vorlage S. 8
2
Thomas Mayr tritt von rechts langsam ein, in Hemdsärmeln. Er hat die blaue Arbeitsschürze vorgebunden und aufgeschlagen. Er nimmt seinen Hut ab und hängt ihn an einen Haken des Kleiderrahmens. Mariann hebt etwas müde den Kopf und lächelt ihm zu.
Vorlage S. 8
3
MARIANN.
Vorlage S. 8
4
Bist du da, Thomas?
Vorlage S. 8
5
THOMAS.
Vorlage S. 8
6
Amal nachschaug'n, wia's dir geht.
Vorlage S. 8
7
MARIANN.
Vorlage S. 8
8
Dass du weg'n meiner von der Arbet weggehst?
Vorlage S. 8
9
THOMAS.
Vorlage S. 8
10
I ko di net allaweil alloa lass'n.
Vorlage S. 8
11
MARIANN.
Vorlage S. 8
12
Dös hätt's net braucht. Kummt ja d' Nachbarin fleißig rüber.
Vorlage S. 8
13
THOMAS.
Vorlage S. 8
14
No ja, es treibt mi halt hoam.
Vorlage S. 8
15
MARIANN.
Vorlage S. 8
16
D' Nachbarin sagt, im Stall is all's in Richtigkeit, und an Gart'n hat s' mir aa 'gossen. Sie is scho a guat's Leut.
Vorlage S. 8
17
THOMAS.
Vorlage S. 8
18
Ja – ja.
Vorlage S. 8
19
MARIANN.
Vorlage S. 9
20
Wia steht's denn im Feld drauß'n? Kimmt d' Gerst'n guat rei?
Vorlage S. 9
21
THOMAS.
Vorlage S. 9
22
Net b'sunders; an Hagel spürt ma stark.
Vorlage S. 9
23
MARIANN.
Vorlage S. 9
24
Dös is arg.
Vorlage S. 9
25
THOMAS.
Vorlage S. 9
26
Von mir aus! Was frag i danach?
Vorlage S. 9
27
MARIANN.
Vorlage S. 9
28
Geh weiter! Was host d' denn?
Vorlage S. 9
29
THOMAS.
Vorlage S. 9
30
I sag's, wia's is; dös bekümmert mi ganz wenig.
Vorlage S. 9
31
MARIANN.
Vorlage S. 9
32
So muaßt d' net red'n; du bist ja sunst net so g'wesen.
Vorlage S. 9
33
THOMAS.
Vorlage S. 9
34
Sunst! Ablenkend. Und was machst denn du? Geht's a bissel leichter mit'n Schnauf'n?
Vorlage S. 9
35
MARIANN.
Vorlage S. 9
36
M – m – es is allaweil dös gleiche.
Vorlage S. 9
37
THOMAS.
Vorlage S. 9
38
Hat der Dokta nix g'sagt, dass er dir helfa ko?
Vorlage S. 9
39
MARIANN.
Vorlage S. 9
40
Er red't halt so rum, weil er mir d' Wahrheit net sag'n mag. Pause.
Vorlage S. 9
41
Thomas setzt sich auf die Bank vor den Ofen, legt die Arme auf die Knie und schaut vor sich hin, dann wendet er sich Mariann zu.
Vorlage S. 9
42
THOMAS
Vorlage S. 9
43
bekümmert.
Vorlage S. 9
44
Muatta, moanst d', du werst gar nimma?
Vorlage S. 9
45
MARIANN
Vorlage S. 9
46
schlicht.
Vorlage S. 9
47
Na, Thomas. Und es is g'scheiter aa, wenn's bald z' End geht. Schau, was is denn? Zu der Arbet taug i do nix mehr, und i mach dir grad Kosten.
Vorlage S. 9
48
THOMAS.
Vorlage S. 9
49
Dass du jetzt weg muaßt!
Vorlage S. 9
50
MARIANN.
Vorlage S. 9
51
Sag selber, was tua i do, wann i zu nix mehr nutz bin? Mi bekümmert's a so, dass du für'n Dokta so viel zahl'n muaßt.
Vorlage S. 9
52
THOMAS.
Vorlage S. 9
53
Wer red't von dem?
Vorlage S. 9
54
MARIANN.
Vorlage S. 9
55
Und mei Leich kost' di no mal a schöns Geld.
Vorlage S. 9
56
THOMAS.
Vorlage S. 9
57
Da braucht di nix reu'n.
Vorlage S. 9
58
MARIANN.
Vorlage S. 9
59
Wenn ma si do an jed'n Grosch'n hart verdeana muss.
Vorlage S. 9
60
THOMAS.
Vorlage S. 9
61
Es braucht di net reu'n; für wen soll denn i spar'n?
Vorlage S. 9
62
MARIANN
Vorlage S. 9
63
in sich gekehrt.
Vorlage S. 9
64
Ja – ja. Pause.
Vorlage S. 9
65
Thomas rückt mit der Bank näher zu Mariann und nimmt ihre Hand in die seine.
Vorlage S. 9
66
THOMAS.
Vorlage S. 9
67
Wia lang san mir beinander g'wesen, alte Mariann?
Vorlage S. 9
68
MARIANN
Vorlage S. 9
69
mit einem guten Lächeln.
Vorlage S. 9
70
Auf Martini san's sieb'nadreiß'g Jahr g'wesen, und etla Woch'n davor hast du's Sach übernomma g'habt.
Vorlage S. 9
71
THOMAS.
Vorlage S. 9
72
Mit viel Schuld'n, han? Und hast di do traut mit mir?
Vorlage S. 9
73
MARIANN.
Vorlage S. 9
74
Und du di mit mir. I hab ja aa nix g'habt als a Paar feste Händ.
Vorlage S. 9
75
THOMAS.
Vorlage S. 10
76
Is viel Arbet g'wes'n umadum, und is letz g'wesen, aber do schö.
Vorlage S. 10
77
MARIANN.
Vorlage S. 10
78
Und hat mi koan Tag net g'reut.
Vorlage S. 10
79
Pause.
Vorlage S. 10
80
THOMAS.
Vorlage S. 10
81
Und jetzt willst d' geh?
Vorlage S. 10
82
MARIANN.
Vorlage S. 10
83
Woll'n? I wer halt aa net g'fragt.
Vorlage S. 10
84
THOMAS
Vorlage S. 10
85
herzlich.
Vorlage S. 10
86
Bist mei guate Kameradin g'wesen.
Vorlage S. 10
87
MARIANN.
Vorlage S. 10
88
Dös Zeugnis muaßt d' mir geb'n, gel? Ihre Hände betrachtend. G'arbet hab i allaweil gern.
Vorlage S. 10
89
THOMAS.
Vorlage S. 10
90
Und hast all's in Ordnung g'halt'n.
Vorlage S. 10
91
MARIANN
Vorlage S. 10
92
still.
Vorlage S. 10
93
All's?
Vorlage S. 10
94
THOMAS.
Vorlage S. 10
95
Was si halt'n lasst. Stärker betonend. Ja, Muatta.
Vorlage S. 10
96
MARIANN.
Vorlage S. 10
97
Aba jetzt werd's Zeit, dass i Feierabend mach.
Vorlage S. 10
98
THOMAS.
Vorlage S. 10
99
Und mi lasst d' alloa ...
Vorlage S. 10
100
MARIANN.
Vorlage S. 10
101
Vielleicht ... Stockt. Vielleicht bist d' do net ganz alloa?
Vorlage S. 10
102
THOMAS
Vorlage S. 10
103
finster.
Vorlage S. 10
104
Lass 's guat sei; über dös soll'n mir net red'n.
Vorlage S. 10
105
MARIANN.
Vorlage S. 10
106
I muaß red'n mit dir. I hab jetzt so viel Zeit zum Nachdenk'n, schaug – – und da denk i mir oft, ob mir net aa schuld san, dass unser Madl schlecht worn is.
Vorlage S. 10
107
THOMAS.
Vorlage S. 10
108
Wia denn? Hat de bei uns a schlecht's Beispiel g'habt?
Vorlage S. 10
109
MARIANN.
Vorlage S. 10
110
Aba in d' Stadt hätt'n mir's net nei' lass'n soll'n.
Vorlage S. 10
111
THOMAS.
Vorlage S. 10
112
Hamm mir net lang gnua g'red't, und sie hat net anderst mög'n, und d'Bauernarbet is ihr allaweil z' hart g'wesen.
Vorlage S. 10
113
MARIANN.
Vorlage S. 10
114
'Weil sie schwach g'wesen is; jo, Thomas, von kloan auf.
Vorlage S. 10
115
THOMAS.
Vorlage S. 10
116
Muaß sie desweg'n schlecht sei? Es gengan andere aa'r in d' Stadt und bleib'n brav.
Vorlage S. 10
117
MARIANN.
Vorlage S. 10
118
Mir wiss'n ja net, was sie so weit bracht hat und was an Madl unterkemma is.
Vorlage S. 10
119
THOMAS.
Vorlage S. 10
120
Da gibt's koan Ausred.
Vorlage S. 10
121
MARIANN.
Vorlage S. 10
122
Wenn s' aba jetzt von alle Türen wegg'jagt werd, muaß si do bei uns unterschliaf'n derf'n ... Fängt bitterlich zu weinen an. Unser Kind!
Vorlage S. 10
123
THOMAS
Vorlage S. 10
124
steht auf, geht zu Mariann und legt die Hand auf ihre Schulter.
Vorlage S. 10
125
Lass's guat sei, Alte! Geh ... mach's net no ärger! Du bist a so von nix andern krank wor'n.
Vorlage S. 10
126
MARIANN.
Vorlage S. 10
127
Wia dös in der Zeitung g'standen is, da is mir ei'wendig was g'rissen.
Vorlage S. 10
128
THOMAS.
Vorlage S. 10
129
Um de is wert!
Vorlage S. 10
130
MARIANN.
Vorlage S. 11
131
Muaßt d' net schimpf'n!
Vorlage S. 11
132
THOMAS.
Vorlage S. 11
133
I schimpf net.
Vorlage S. 11
134
MARIANN.
Vorlage S. 11
135
I bin halt d' Muatta und hab s' auf d' Welt bracht und hat mir oft derbarmt, als a Kloana ... und jetzt derbarmt s' mi erst recht.
Vorlage S. 11
136
THOMAS
Vorlage S. 11
137
setzt sich wieder auf die Ofenbank, seufzt und schaut düster vor sich hin.
Vorlage S. 11
138
Dös derlebt ma an die Kinder!
Vorlage S. 11
139
MARIANN.
Vorlage S. 11
140
I siech s' oft vor meiner, wia s' an Kopf ans Fenster druckt und einaschaugt zu mir, ob s' denn gar nirgends mehr dahoam is ... Wenn s' amal kummt und klopft drauß'n ... bitt dir gar schö ... tua s' net verjag'n!
Vorlage S. 11
141
THOMAS.
Vorlage S. 11
142
Mir san g'straft auf dera Welt!
Vorlage S. 11
143
MARIANN
Vorlage S. 11
144
nach seiner Hand greifend.
Vorlage S. 11
145
Tua s' net verjag'n! I woaß g'wiß, sie kummt amal und suacht a Hilf.
Vorlage S. 11
146
THOMAS.
Vorlage S. 11
147
Ja ... sie kummt amal.
Vorlage S. 11
148
MARIANN.
Vorlage S. 11
149
Wenn sie an Weg suacht, der z'ruckführt aus dera Abscheulichkeit ... und sie hat's ja net von uns, dass s' schlecht bleib'n muaß ...
Vorlage S. 11
150
THOMAS.
Vorlage S. 11
151
Mariann ...
Vorlage S. 11
152
MARIANN.
Vorlage S. 11
153
Und wenn i nacha nimma da bin, muaßt du für mi denk'n, dass ...
Vorlage S. 11
154
THOMAS
Vorlage S. 11
155
unterbricht sie.
Vorlage S. 11
156
Mariann, i bin net bloß weg'n deiner vom Feld hoamganga ...
Vorlage S. 11
157
MARIANN
Vorlage S. 11
158
den Kopf langsam nach ihm wendend.
Vorlage S. 11
159
Was sagst d'?
Vorlage S. 11
160
THOMAS.
Vorlage S. 11
161
I hab no weg'n was andern hoam müass'n.
Vorlage S. 11
162
MARIANN
Vorlage S. 11
163
erschreckend.
Vorlage S. 11
164
Is scho wieder was ...?
Vorlage S. 11
165
THOMAS.
Vorlage S. 11
166
Brauchst net derschreck'n ... es is nix Neu's g'schehg'n.
Vorlage S. 11
167
MARIANN.
Vorlage S. 11
168
Aba mit da Leni was?
Vorlage S. 11
169
THOMAS.
Vorlage S. 11
170
Der Bürgermoasta hat mir de Botschaft bracht ..., dass d' Leni hoamkimmt ...
Vorlage S. 11
171
MARIANN.
Vorlage S. 11
172
Hoam? Zu uns?
Vorlage S. 11
173
THOMAS
Vorlage S. 11
174
sehr gedrückt.
Vorlage S. 11
175
Ja ... Pause.
Vorlage S. 11
176
MARIANN
Vorlage S. 11
177
zögernd und leise.
Vorlage S. 11
178
Thomas ... is 's was Schiach's?
Vorlage S. 11
179
THOMAS.
Vorlage S. 11
180
A Schand is, Muatta ... Er sucht zitternd ihre Hand, mit unterdrücktem Schluchzen. Sie kummt am Schub. Beide schweigen.
Vorlage S. 11
181
MARIANN
Vorlage S. 11
182
leise.
Vorlage S. 11
183
Vata!
Vorlage S. 11
184
THOMAS.
Vorlage S. 11
185
Sieb'nadreiß'g Jahr hamm mir hart g'arbet und san rechtschaff'n g'wesen, und hat uns jeder de Ehr lass'n müass'n ... und jetzt, weil mir alt san, g'hör'n mir zu de schlecht'n Leut!
Vorlage S. 11
186
MARIANN.
Vorlage S. 12
187
Dös ko neamd mit Wahrheit sag'n ...
Vorlage S. 12
188
THOMAS.
Vorlage S. 12
189
Glaubst du, dös sag'n net alle?
Vorlage S. 12
190
MARIANN.
Vorlage S. 12
191
Sie wer'n's für an Unglück o'schaug'n.
Vorlage S. 12
192
THOMAS.
Vorlage S. 12
193
Na. Weil dös no koan troff'n hat. De sehg'n bloß d' Schand.
Vorlage S. 12
194
MARIANN.
Vorlage S. 12
195
Für de neamd was ko.
Vorlage S. 12
196
THOMAS.
Vorlage S. 12
197
Mir hamm s' aufzog'n; und lobt ma oan für guate Kinder, nacha farbt aa d' Schand ab. Es is net anderst.
Vorlage S. 12
198
MARIANN.
Vorlage S. 12
199
In unsern Haus is so richtig zuaganga wia'r in an jed'n.
Vorlage S. 12
200
THOMAS.
Vorlage S. 12
201
Wer siecht nei'?
Vorlage S. 12
202
MARIANN.
Vorlage S. 12
203
Na muaß unser Herrgott wiss'n, dass mir's Madl zum Guat'n hamm richt'n woll'n.
Vorlage S. 12
204
THOMAS.
Vorlage S. 12
205
Aba d' Leut wissen's net. Mögst du hör'n, was heut g'red't werd im ganzen Dorf? Steht auf. I net. Scho, wia mir's der g'sagt hat! Der Schandarm bringt dei Madl daher! So dreckig hat er mir's hing'schmissen!
Vorlage S. 12
206
MARIANN
Vorlage S. 12
207
vor sich hinsehend.
Vorlage S. 12
208
Wann kummt s' denn?
Vorlage S. 12
209
THOMAS.
Vorlage S. 12
210
Woaß i? Grimmig. I hab scho g'moant, i pass ihr an Weg ab und hau s' z'ruck.
Vorlage S. 12
211
MARIANN
Vorlage S. 12
212
ängstlich.
Vorlage S. 12
213
Des sell derfst d' net!
Vorlage S. 12
214
THOMAS.
Vorlage S. 12
215
Hab koan Angst! Der Bürgermoasta hat mir's schon ausdeutscht, dass i 's Recht net hab.
Vorlage S. 12
216
MARIANN.
Vorlage S. 12
217
Wo soll s' denn hin, wann s' mir z'rucktreib'n? Soll'n s' fremde Leut mit Füaß'n tret'n? A Viech müaßt di derbarma.
Vorlage S. 12
218
THOMAS
Vorlage S. 12
219
geht an ein Fenster und schaut hinaus, Mariann den Rücken zukehrend.
Vorlage S. 12
220
MARIANN.
Vorlage S. 12
221
Wer soll s' denn auf'n recht'n Weg bringa, wann's mir net tean?
Vorlage S. 12
222
THOMAS
Vorlage S. 12
223
sich halb umkehrend.
Vorlage S. 12
224
De liegt drin im Grab'n, und mir ziag'n s' nimma raus.
Vorlage S. 12
225
MARIANN.
Vorlage S. 12
226
Du woaßt dös net a so ... Ös Mannsbilder wisst's dös net a so. I hab's Deandl aufzog'n und hab ihr 's Bet'n g'lernt mit'n Red'n.
Vorlage S. 12
227
THOMAS.
Vorlage S. 12
228
Dös hat de all's vergess'n ...
Vorlage S. 12
229
MARIANN.
Vorlage S. 12
230
Auf a Zeit – vielleicht. Aba ganz vergisst sie so was net. Kleine Pause. Wia s' 's erst'mal mit da Prozession ganga is, da is sie hinter'n Pfarra daher trappelt, so fromm als wie de andern. Und wia'r i ihr dös weiße Kleidl anzog'n hab, da fragt sie mi: Is wahr, Muatta, dass i mit'n Himmivata geh derf? Ja, sag i, Lenerl, heunt gehst amal mit'n Himmivata.
Vorlage S. 12
231
THOMAS
Vorlage S. 13
232
ohne sich umzuwenden.
Vorlage S. 13
233
Was woaß de no davo?
Vorlage S. 13
234
MARIANN.
Vorlage S. 13
235
Es fallt ihr scho wieda ei.
Vorlage S. 13
236
THOMAS
Vorlage S. 13
237
aufgeregt das Fenster öffnend.
Vorlage S. 13
238
Horch!
Vorlage S. 13
239
MARIANN
Vorlage S. 13
240
sich aufrichtend.
Vorlage S. 13
241
Kimmt 's Deandl?
Vorlage S. 13
242
THOMAS
Vorlage S. 13
243
hat sich hinausgebeugt.
Vorlage S. 13
244
Na. Es hat mi täuscht.
Vorlage S. 13
245
MARIANN.
Vorlage S. 13
246
O mei, Thomas! Dös is a schware Stund!
Vorlage S. 13
247
THOMAS
Vorlage S. 13
248
setzt sich wieder.
Vorlage S. 13
249
Wia'r uns der Bua tot aus'n Holz hoamtrag'n is wor'n, da hab i g'moant, es is uns des Ärgste g'schehg'n. Heut woaß i, dass dös a Leicht's war.
Vorlage S. 13
250
MARIANN.
Vorlage S. 13
251
Muaß 's Madl vo Prittlbach rüber?
Vorlage S. 13
252
THOMAS.
Vorlage S. 13
253
Ja. Z'erscht derf s' im Schubwag'n fahr'n.
Vorlage S. 13
254
MARIANN.
Vorlage S. 13
255
Nacha kummt s' jetzt den Weg daher, den s' so oft als Schuldeandl ganga is.
Vorlage S. 13
256
THOMAS.
Vorlage S. 13
257
Mit an Gendarm daneb'n, und vielleicht laff'n ihr d' Kinder nach.
Vorlage S. 13
258
MARIANN.
Vorlage S. 13
259
Wenn i aufsteh' kunnt, gang i ihr entgeg'n, und tat an Schandarm bitt'n, dass er s' mir lasst, und mir fand'n scho an Weg, wo uns neamd sehg'n kunnt.
Vorlage S. 13
260
Es klopft.
Vorlage S. 13
261
THOMAS.
Vorlage S. 13
262
Hat's net klopft? Es klopft nochmal. Thomas steht auf, mit gepresster Stimme. In Gott's Nam! Er geht zur Türe, als diese geöffnet wird und Kooperator Köckenberger auftritt. Köckenberger spricht in singendem, salbungsvollem Ton.
Vorlage S. 13
263
Zweite Szene
Vorlage S. 13
264
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 13
265
Gelobt sei Jesus Christus!
Vorlage S. 13
266
THOMAS.
Vorlage S. 13
267
In aller Ewigkeit, Amen.
Vorlage S. 13
268
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 13
269
Hier ist eine Kranke, der ich Trost spenden soll?
Vorlage S. 13
270
THOMAS
Vorlage S. 13
271
nach Mariann hin nickend.
Vorlage S. 13
272
Dös is sie.
Vorlage S. 13
273
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 13
274
Man hat mir aufgetragen, einen Besuch bei Euch zu machen.
Vorlage S. 13
275
MARIANN.
Vorlage S. 13
276
I dank halt schö, Hochwürden.
Vorlage S. 13
277
THOMAS.
Vorlage S. 13
278
San Sie g'wiß der neue Herr Koprata?
Vorlage S. 13
279
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 13
280
Ja ... jawohl. Zu Mariann. Dem Anscheine nach sind Sie in einem bedenklichen Zustande?
Vorlage S. 13
281
THOMAS.
Vorlage S. 14
282
Seit sechs Woch'n liegt sie und kummt allaweil mehra von der Kraft.
Vorlage S. 14
283
MARIANN.
Vorlage S. 14
284
Ma muaß nehma, was kummt.
Vorlage S. 14
285
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 14
286
Man muss es mit christlicher Geduld hinnehmen, ja, und muss seine Gedanken vom Irdischen abwenden.
Vorlage S. 14
287
MARIANN.
Vorlage S. 14
288
Wollen S' Ihnen net setz'n, Hochwürden?
Vorlage S. 14
289
Thomas bringt einen Stuhl und stellt ihn gegenüber von Mariann hin. Köckenberger setzt sich und faltet die Hände im Schoß, die Finger gerade ausgestreckt.
Vorlage S. 14
290
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 14
291
Man muss seine Gedanken gänzlich abwenden von den Vergänglichkeiten dieses Lebens.
Vorlage S. 14
292
MARIANN
Vorlage S. 14
293
demütig.
Vorlage S. 14
294
So guat's geht ...
Vorlage S. 14
295
KÖCKENBERGER
Vorlage S. 14
296
eifrig.
Vorlage S. 14
297
Nicht so gut es geht, sondern vollkommen. Sie müssen erfüllt sein von einer grenzenlosen Sehnsucht nach dem Jenseits ... Thomas ist still hinausgegangen.
Vorlage S. 14
298
Dritte Szene
Vorlage S. 14
299
MARIANN
Vorlage S. 14
300
demütig.
Vorlage S. 14
301
Ja, Hochwürden.
Vorlage S. 14
302
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 14
303
Sie müssen einsehen, dass die Güter dieser Welt nichts sind im Vergleich zu dem Schatze, den es zu erringen gilt.
Vorlage S. 14
304
MARIANN.
Vorlage S. 14
305
Mir liegt gor nix dro, dass i sterb'n muaß.
Vorlage S. 14
306
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 14
307
Wie?
Vorlage S. 14
308
MARIANN.
Vorlage S. 14
309
I sag, dass i gern sterbat, wenn i ...
Vorlage S. 14
310
KÖCKENBERGER
Vorlage S. 14
311
eindringlich.
Vorlage S. 14
312
Sie verstehen mich immer noch nicht. Sie sollen sagen, dass Ihre Seele nach jenen Herrlichkeiten dürstet.
Vorlage S. 14
313
MARIANN.
Vorlage S. 14
314
Es is bloß weg'n oan ...
Vorlage S. 14
315
KÖCKENBERGER
Vorlage S. 14
316
unterbricht sie.
Vorlage S. 14
317
Sie sollen mit einer wahren Ungeduld behaftet sein, dorthin zu gelangen.
Vorlage S. 14
318
MARIANN
Vorlage S. 14
319
die Hände faltend.
Vorlage S. 14
320
Ja ... Hochwürden.
Vorlage S. 14
321
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 14
322
Denn nur so kommt man in den Zustand der heilsamsten Reue, und man soll sich auch ein Bild machen von der schrecklichen Pein, die den Unbußfertigen erwartet. Mariann nickt ehrfürchtig, Köckenberger rückt eifrig auf dem Stuhle hin und her. Diese ist über alle menschliche Vorstellung entsetzlich, und selbst der heftigste Schmerz, den man etwa hier erleiden muss, gibt uns keinen Begriff von jenen Qualen.
Vorlage S. 14
323
MARIANN.
Vorlage S. 15
324
Ja – Hochwürden.
Vorlage S. 15
325
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 15
326
Jene Unglücklichen hören nichts als Heulen und Wehklagen; sie sehen nichts als Feuer, sie fühlen nichts als Feuer; sie befinden sich in einem Ozean von brennendem Pech.
Vorlage S. 15
327
Er nimmt die Brille ab und putzt sie.
Vorlage S. 15
328
MARIANN.
Vorlage S. 15
329
Derfat i Eahna net was frag'n?
Vorlage S. 15
330
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 15
331
Fragen? Was wollen Sie fragen?
Vorlage S. 15
332
MARIANN.
Vorlage S. 15
333
Ob S' mir koan Trost net wiss'n in a Sach, de mi recht bekümmert. Es is weg'n unsern Kind.
Vorlage S. 15
334
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 15
335
Eine Tochter?
Vorlage S. 15
336
MARIANN.
Vorlage S. 15
337
Ja. Hamm S' g'wiß scho was g'hört? Köckenberger zuckt die Achseln. Und lauter Schlecht's.
Vorlage S. 15
338
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 15
339
Man hat mir erzählt, dass sie in der Großstadt untergegangen ist.
Vorlage S. 15
340
MARIANN.
Vorlage S. 15
341
Untergegangen? Schweigt und blickt vor sich hin. Es is hart, an dös glaab'n. Für a Muatta gar z' hart.
Vorlage S. 15
342
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 15
343
Es mag wohl bitter sein, aber in Ihrer Lage sollten Sie nicht mehr daran denken.
Vorlage S. 15
344
MARIANN.
Vorlage S. 15
345
Net dro denk'n! Wenn's Nacht werd und staad, hör i 's Madl ruaf'n, grad so, wia's als a Kind nach meiner g'schriean hat, i sollt eahm helf'n, und i moa, i muaß auf und zu ihr geh.
Vorlage S. 15
346
KÖCKENBERGER
Vorlage S. 15
347
etwas unruhig.
Vorlage S. 15
348
Ja – – ja.
Vorlage S. 15
349
MARIANN.
Vorlage S. 15
350
Wissen S', Hochwürden: wenn ma'r a Kind aufziagt, de Angst bleibt in oan.
Vorlage S. 15
351
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 15
352
Das ist begreiflich, aber ich möchte Ihretwegen, dass wir uns zu jenen andern Dingen wenden.
Vorlage S. 15
353
MARIANN.
Vorlage S. 15
354
Derf i 's Eahna net verzähl'n? Vielleicht sehg'n Sie do an Ausweg.
Vorlage S. 15
355
KÖCKENBERGER
Vorlage S. 15
356
beunruhigt.
Vorlage S. 15
357
N – ja ...
Vorlage S. 15
358
MARIANN.
Vorlage S. 15
359
Sie san do a studierter Herr, bal S' aa no jung san.
Vorlage S. 15
360
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 15
361
Wenn es Sie erleichtert: in Gottes Namen; aber wir hätten unsere Gedanken auf Besseres richten können ... und ...
Vorlage S. 15
362
MARIANN
Vorlage S. 15
363
ohne auf ihn zu hören.
Vorlage S. 15
364
Leni hoaßt s', Magdalena. Und is als Kind recht liab g'wen und guat zum hab'n. Dass s' in der Schul net recht weiter kumma is, des sell is wahr.
Vorlage S. 15
365
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 15
366
Und habt Ihr sie zur Frömmigkeit angehalten?
Vorlage S. 15
367
MARIANN.
Vorlage S. 15
368
Wia's der Brauch is bei uns, und is nix übersehg'n wor'n. Freili, wia s' herg'wachs'n is, hat s' koa Freud zu da Bauernarbet g'habt; sie is ihr z' hart g'wen.
Vorlage S. 15
369
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 16
370
Das ist es eben.
Vorlage S. 16
371
MARIANN
Vorlage S. 16
372
demütig.
Vorlage S. 16
373
Wie moanen S', Hochwürden?
Vorlage S. 16
374
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 16
375
Der Müßiggang ist die Quelle schlechter Begierden, sagt der heilige Bernhard.
Vorlage S. 16
376
MARIANN.
Vorlage S. 16
377
Sie is viel krank g'wesen von jung auf. Köckenberger zuckt die Achseln. Mir hamm s' zua'r a Nahterin in d' Lehr geb'n, und da hat sie si recht g'schickt zoagt, und späterszeit'n hat sie durchaus in d' Stadt nei' woll'n, weil halt da der Verdeanst größer waar.
Vorlage S. 16
378
KÖCKENBERGER
Vorlage S. 16
379
uninteressiert.
Vorlage S. 16
380
M – mh.
Vorlage S. 16
381
MARIANN.
Vorlage S. 16
382
Und da is sie etliche Jahr drin g'wes'n, und mir hamm des Beste glaabt. Aba nacha hat sie an Mensch'n kenna g'lernt, der hat ihr's Heirat'n versprocha und hat s' um ihre paar Grosch'n bracht und hat s' verlass'n.
Vorlage S. 16
383
KÖCKENBERGER
Vorlage S. 16
384
wie oben.
Vorlage S. 16
385
M – hm.
Vorlage S. 16
386
MARIANN.
Vorlage S. 16
387
Und nacha – – ja nacha muaß sie völlig an Verstand verlor'n hamm.
Vorlage S. 16
388
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 16
389
Und hat sich der Sünde ergeben?
Vorlage S. 16
390
MARIANN.
Vorlage S. 16
391
Is ins Unglück kemma – ja.
Vorlage S. 16
Historisches Bildnis von Ludwig Thoma
Kontextbild zum Werk. Historisches Bildnis von Ludwig Thoma — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Karl Klimsch · Public domain Bildquelle ↗
392
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 16
393
Sie ist vom Gericht gestraft worden?
Vorlage S. 16
394
MARIANN
Vorlage S. 16
395
leise.
Vorlage S. 16
396
Ja. Am Johannistag hat uns d' Nachbarin d' Zeitung bracht. Da is drin g'standen.
Vorlage S. 16
397
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 16
398
Das sind die Folgen.
Vorlage S. 16
399
MARIANN.
Vorlage S. 16
400
Glaab'n Sie net, Hochwürden, dass mir s' wieder z'recht bring'n?
Vorlage S. 16
401
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 16
402
Ich weiß nur, dass Unlauterkeit eine Hauptstraße ist zum ewigen Untergange.
Vorlage S. 16
403
MARIANN.
Vorlage S. 16
404
Weil i mir denk, unser Herrgott ko net so schnell ferti sei mit an Mensch'n, und es müaßt eahm selber 's Herz weh toa, wann er siecht, dass so a G'schöpf nimmer in d' Höh derf.
Vorlage S. 16
405
KÖCKENBERGER
Vorlage S. 16
406
unmutig.
Vorlage S. 16
407
Liebe Frau, ich kann Ihnen da gar nichts sagen. Wirklich nicht. Vor allem nichts, was Ihnen ein Trost wäre.
Vorlage S. 16
408
MARIANN.
Vorlage S. 16
409
Und i hätt'n braucht, wenn dös arme Madl jetzt daher kummt.
Vorlage S. 16
410
KÖCKENBERGER
Vorlage S. 16
411
aufmerksam geworden.
Vorlage S. 16
412
Wer kommt?
Vorlage S. 16
413
MARIANN.
Vorlage S. 16
414
Ja, Hochwürden ... dös is uns aa no aufg'setzt. D' Leni werd heut no herbracht.
Vorlage S. 16
415
KÖCKENBERGER
Vorlage S. 17
416
aufstehend.
Vorlage S. 17
417
Heute? Jetzt? Mariann nickt. Köckenberger nimmt seinen Hut.
Vorlage S. 17
418
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 17
419
Dann muss ich freilich gehen, und ich will lieber ein anderes Mal nachschauen.
Vorlage S. 17
420
MARIANN.
Vorlage S. 17
421
Weil d' Leni kummt?
Vorlage S. 17
422
KÖCKENBERGER.
Vorlage S. 17
423
Es ist mit meinem Kleide nicht vereinbar, und ich weiß auch wirklich nicht ... Er ist zur Türe gegangen. Also ein anderes Mal. Ab.
Vorlage S. 17
424
Vierte Szene
Vorlage S. 17
425
MARIANN.
Vorlage S. 17
426
Da derf'n Sie net bleib'n?
Vorlage S. 17
427
Sie sieht vor sich hin und wischt in Gedanken verloren über die Decke. Thomas kommt leise herein, bleibt stehen und sieht ihr eine kurze Weile zu. Sie sieht auf und nickt ein paarmal ernst.
Vorlage S. 17
428
THOMAS.
Vorlage S. 17
429
Der is g'schwind aus'n Haus.
Vorlage S. 17
430
MARIANN.
Vorlage S. 17
431
Vor uns laff'n d' Leut davo, Thomas.
Vorlage S. 17
432
THOMAS.
Vorlage S. 17
433
So? Der aa?
Vorlage S. 17
434
MARIANN.
Vorlage S. 17
435
Von sein G'wand hat er g'sagt, dass 's net da rei' passt. Wenn ma da aa koa Derbarma find't!
Vorlage S. 17
436
THOMAS.
Vorlage S. 17
437
Arm gnua, wer's braucht! Na siecht er, wia rar dös is. Kleine Pause. D' Nachbarin hat mir grad g'sagt, dass sie nimmer kemma ko.
Vorlage S. 17
438
MARIANN.
Vorlage S. 17
439
Desweg'n?
Vorlage S. 17
440
THOMAS
Vorlage S. 17
441
bitter.
Vorlage S. 17
442
O na! Weil s' am Feld sei muaß, weil s' dahoam sei muaß. Und weil ... und weil! Aba ja net desweg'n! Jed's Wort a Lug und so hi'g'red't, dass ma's g'wiß kennt.
Vorlage S. 17
443
MARIANN.
Vorlage S. 17
444
Dös hätt i net glaabt von ihr.
Vorlage S. 17
445
THOMAS.
Vorlage S. 17
446
Ja, moanst denn du, sie ruck'n net allsamt weg? So weit, dass eahna Bravheit net o'stößt an uns?
Vorlage S. 17
447
MARIANN.
Vorlage S. 17
448
Jetzt host d' gar neamd im Stall, und mitt'n in der Arndt?
Vorlage S. 17
449
THOMAS.
Vorlage S. 17
450
Ah was!
Vorlage S. 17
451
MARIANN.
Vorlage S. 17
452
Wann i nur auf kunnt!
Vorlage S. 17
453
THOMAS.
Vorlage S. 17
454
Sei froh, dass d' da herin hockst. Siehgst wenigstens net, wia si d' Leut z'sammricht'n zu dera Gaudi.
Vorlage S. 17
455
MARIANN.
Vorlage S. 17
456
Han?
Vorlage S. 17
457
THOMAS
Vorlage S. 17
458
heftiger.
Vorlage S. 17
459
's ganz Dorf is lebendi. Als wenn a G'witter am Himmel stand, fahren s' vom Feld eina mit halbe Fuhren. Dass sie's nur ja net versamma!
Vorlage S. 17
460
MARIANN
Vorlage S. 18
461
ängstlich.
Vorlage S. 18
462
Weg'n der Leni?
Vorlage S. 18
463
THOMAS.
Vorlage S. 18
464
Weg'n was sunst? So was muaß ma do sehg'n, wia's an Mensch'n schlecht geht! Derf's de braven Leut gruseln.
Vorlage S. 18
465
MARIANN.
Vorlage S. 18
466
Dös is aba net schö.
Vorlage S. 18
467
THOMAS.
Vorlage S. 18
468
Da bist g'stimmt, dös is des Allerschönst, wenn ma'r an andern sei Schand siecht. Da ko ma sei Ehrbarkeit an d' Sunn außa hänga. Er geht gegen das offene Fenster im Hintergrund zu, bleibt aber einige Schritte davor stehen und schaut hinaus. Da! Brauchst d' net weit schaug'n, wia d' Weiberleut am Zaun beinand stengan.
Vorlage S. 18
469
MARIANN.
Vorlage S. 18
470
Woher sie's no wiss'n?
Vorlage S. 18
471
THOMAS.
Vorlage S. 18
472
Frag an Bürgermoasta! Gegen das Fenster zu redend. Ja! Gafft's no her und schlagt's d' Händ z'samm! Es is scho a so, dass beim Paulimann d' Bagaschi dahoam is ... Er tritt zurück und setzt sich auf die Ofenbank. Waar i a großer Bauer, na hätt ma's vielleicht hoamlicher mach'n könna, aba so derf ma de Leut a Freud lass'n.
Vorlage S. 18
473
MARIANN
Vorlage S. 18
474
sehr ängstlich.
Vorlage S. 18
475
Wenn nur 's Ärgste vorbei waar!
Vorlage S. 18
476
THOMAS.
Vorlage S. 18
477
Da gibt's koa Vorbei. Mir san nix mehr, dös is gar wor'n.
Vorlage S. 18
478
MARIANN
Vorlage S. 18
479
schwach.
Vorlage S. 18
480
I hab so Angst!
Vorlage S. 18
481
THOMAS
Vorlage S. 18
482
stützt den Kopf in die Hände.
Vorlage S. 18
483
No nimma naus geh müass'n, und 's Dach über oan ei'fall'n.
Vorlage S. 18
484
MARIANN
Vorlage S. 18
485
leise.
Vorlage S. 18
486
Thomas!
Vorlage S. 18
487
THOMAS.
Vorlage S. 18
488
Han?
Vorlage S. 18
489
MARIANN.
Vorlage S. 18
490
Geh, zünd an Wachsstock o und les mir was für!
Vorlage S. 18
491
THOMAS
Vorlage S. 18
492
erschrocken aufspringend.
Vorlage S. 18
493
Fehlt's so weit, Muatta?
Vorlage S. 18
494
MARIANN
Vorlage S. 18
495
sehr schwach.
Vorlage S. 18
496
I woaß net ... so Angst hab i.
Vorlage S. 18
497
THOMAS.
Vorlage S. 18
498
Und i muaß di no derschreck'n!
Vorlage S. 18
499
MARIANN.
Vorlage S. 18
500
Ja no ... du ko'st ja aa nix dafür.
Vorlage S. 18
501
Thomas ist zu dem Wandschrank gegangen und holt daraus einen Wachsstock, ein Gebetbuch und seine Brille. Er stellt den Wachsstock auf den kleinen Tisch neben Mariann, zündet ihn an und setzt sich auf den Stuhl, auf dem Köckenberger gesessen war, und schlägt das Gebetbuch auf.
Vorlage S. 18
502
THOMAS.
Vorlage S. 18
503
Was soll i les'n, Muatta?
Vorlage S. 18
504
MARIANN.
Vorlage S. 18
505
I hab's a so ei'g'mirkt ... Gebet in einer schweren Stund ...
Vorlage S. 18
506
THOMAS
Vorlage S. 19
507
schlägt auf und liest nun langsam und stockend vor.
Vorlage S. 19
508
Allergütigster Herr und liebreichster Heiland, in meiner tiefsten Not rufe ich zu dir, o Herr, dass du dich in deiner unendlichen Liebe erbarmen mögest ... mögest.
Vorlage S. 19
509
MARIANN
Vorlage S. 19
510
hat die Hände gefaltet.
Vorlage S. 19
511
Erbarme dich unser ...
Vorlage S. 19
512
THOMAS.
Vorlage S. 19
513
Und mich stärkest in dieser schweren Stunde meines Lebens ... meine Seele ist traurig in mir und will sich nicht trösten lassen ... lassen ... Er horcht auf, da von ferne her Lärm zu vernehmen ist, der näher kommt. Gram und Trübsal wollen mich übermannen, und bitter sind die Leiden, die ich erdulde. Hilf mir, o Herr, nach deiner Barmherzigkeit ... Der Lärm kommt immer näher. Man hört Schreien und Pfeifen.
Vorlage S. 19
514
THOMAS
Vorlage S. 19
515
steht auf, gepreßt.
Vorlage S. 19
516
Jessas – Maria!
Vorlage S. 19
517
MARIANN
Vorlage S. 19
518
greift nach seiner Hand.
Vorlage S. 19
519
Bleib bei mir!
Vorlage S. 19
520
THOMAS.
Vorlage S. 19
521
Muatta – dös geht uns o ... Er legt das Buch weg und löscht das Licht aus und steht regungslos, nach dem Fenster hinsehend. Der Lärm ist nun ganz nahe. Man hört Rufe. D' Paulimann Leni! Schaugt's hi! D' Paulimann Leni! Dazwischen Lachen, Pfeifen, Schreien. Die Türe wird geöffnet, und herein tritt Leni, gefolgt von einem Gendarm. Leni bleibt stehen und heftet die Blicke auf den Boden. Sie trägt schlechte städtische Kleidung, einen Strohhut mit einer großen, geschmacklosen Bandschleife, in der Hand eine kleine Tasche. Ihr Gesicht ist gerötet, und ihre Zeugstiefelchen sind stark verstaubt. Thomas tritt ein paar Schritte vor und sieht sie finster an.
Vorlage S. 19
522
Fünfte Szene
Vorlage S. 19
523
GENDARM.
Vorlage S. 19
524
Sie sind der Gütler Thomas Mayr?
Vorlage S. 19
525
THOMAS.
Vorlage S. 19
526
Ja.
Vorlage S. 19
527
GENDARM.
Vorlage S. 19
528
Ich muss auf Befehl die minderjährige Magdalena Mayr hierher bringen und selbe Ihnen übergeben. Ab.
Vorlage S. 19
529
Sechste Szene
Vorlage S. 19
530
THOMAS
Vorlage S. 19
531
tritt näher an Leni heran, losbrechend.
Vorlage S. 19
532
Bist d' da – du? Fasst sie am Arm. Kimmst du so hoam? Du!
Vorlage S. 19
533
LENI
Vorlage S. 19
534
sich losmachend, wehleidig.
Vorlage S. 19
535
N ... no!
Vorlage S. 19
536
MARIANN
Vorlage S. 20
537
mütterlich.
Vorlage S. 20
538
Leni! Außen Stimmengewirr. Man sieht Weiber und Kinder, die sich an die Fenster drängen und hört Worte. Do steht s'! Schau hi, do steht s'!
Vorlage S. 20
539
Thomas geht an das offene Fenster und schreit hinaus.
Vorlage S. 20
540
THOMAS.
Vorlage S. 20
541
Habt's ös da was zum gaff'n? Macht's, dass weiter kemmt's, oder i hau enk mit da Goaßl weg!
Vorlage S. 20
542
Einen Augenblick Stille, dann lautes Geschrei und Gelächter.
Vorlage S. 20
543
LENI
Vorlage S. 20
544
stampft mit dem Fuße auf und dreht sich gegen das Fenster zu.
Vorlage S. 20
545
Nein! So was G'scheert's! Die Leute entfernen sich, es wird still.
Vorlage S. 20
546
MARIANN
Vorlage S. 20
547
hat während der ganzen Zeit unverwandt Leni angesehen.
Vorlage S. 20
548
Leni!
Vorlage S. 20
549
LENI
Vorlage S. 20
550
trotzig.
Vorlage S. 20
551
Is ja wahr! So a g'scheerte Bande!
Vorlage S. 20
552
MARIANN.
Vorlage S. 20
553
Geh her zu mir!
Vorlage S. 20
554
THOMAS
Vorlage S. 20
555
faßt Leni hart am Arm.
Vorlage S. 20
556
Host d' net g'hört?
Vorlage S. 20
557
LENI
Vorlage S. 20
558
schmollend und wehleidig.
Vorlage S. 20
559
Lass mi do geh!
Vorlage S. 20
560
MARIANN
Vorlage S. 20
561
beschwichtigend.
Vorlage S. 20
562
Geh, Thomas!
Vorlage S. 20
563
THOMAS
Vorlage S. 20
564
sehr barsch zu Leni.
Vorlage S. 20
565
Zu da Muatta gehst hi, und tua den Huat runter – – oder i hilf dir.
Vorlage S. 20
566
LENI
Vorlage S. 20
567
schmollend.
Vorlage S. 20
568
I tua'n scho runter. Sie nimmt den Hut ab und nestelt an ihrem Haar. Der Hut fällt auf den Boden, und Thomas stößt ihn mit einem Fußtritt unter die Ofenbank. Dann geht er langsam hinaus.
Vorlage S. 20
569
Siebente Szene
Vorlage S. 20
570
LENI.
Vorlage S. 20
571
N ... no! Mein Huat!
Vorlage S. 20
572
Sie hebt ihn auf und putzt ihn ab.
Vorlage S. 20
573
MARIANN.
Vorlage S. 20
574
Kumm zu mir her!
Vorlage S. 20
575
LENI
Vorlage S. 20
576
sich trotzig nähernd.
Vorlage S. 20
577
Is ja wahr! Was braucht er denn mit mein Sach a so umgeh und glei mit'n Fuaß stössen! Sie ist langsam zu Mariann herangekommen und richtet an ihrem Hut. Mariann sieht sie bekümmert an.
Vorlage S. 20
578
MARIANN
Vorlage S. 20
579
gütig.
Vorlage S. 20
580
Madl, is dir recht schlecht ganga?
Vorlage S. 20
581
LENI.
Vorlage S. 20
582
Wenn d' Leut so ordinär san! Was geht's denn überhaupts de Leut o?
Vorlage S. 20
583
MARIANN.
Vorlage S. 20
584
Net dös! Ob's dir in da Stadt drin schlecht ganga is?
Vorlage S. 20
585
LENI.
Vorlage S. 20
586
Besser scho als wia do, wenn s' oan nachlaffa und schrei'n ...
Vorlage S. 20
587
MARIANN
Vorlage S. 21
588
müde.
Vorlage S. 21
589
Du redst allaweil vo dem! Geh, sitz di her zu mir!
Vorlage S. 21
590
LENI.
Vorlage S. 21
591
Warum denn?
Vorlage S. 21
592
MARIANN.
Vorlage S. 21
593
Weil i red'n muaß mit dir, schau!
Vorlage S. 21
594
LENI
Vorlage S. 21
595
setzt sich zögernd auf den Stuhl neben Mariann.
Vorlage S. 21
596
MARIANN
Vorlage S. 21
597
faßt sie bei der Hand.
Vorlage S. 21
598
Madl, was hoscht mir denn g'macht?
Vorlage S. 21
599
LENI
Vorlage S. 21
600
schmollend.
Vorlage S. 21
601
Jetzt schimpf mi net du aa!
Vorlage S. 21
602
MARIANN.
Vorlage S. 21
603
I schimpf di net. Helf'n möcht i dir, dass d' wieder rechtschaff'n werst ...
Vorlage S. 21
604
LENI
Vorlage S. 21
605
schnupft auf und schaut zur Seite, dann trotzig.
Vorlage S. 21
606
I hab no neamd nix g'stohl'n ...
Vorlage S. 21
607
MARIANN.
Vorlage S. 21
608
Du muaßt wieder zu da Reinlichkeit kemma und arbet'n und dei Brot redli verdeana.
Vorlage S. 21
609
LENI.
Vorlage S. 21
610
Dös ko neamd sag'n, dass i was g'numma hab.
Vorlage S. 21
611
MARIANN
Vorlage S. 21
612
streichelt ihr die Hand.
Vorlage S. 21
613
Du vastehst mi scho, Madl. Un du derbarmst mi ja so viel! Wenn i di o'schau, ziagt's mir's Herz z'samm ...
Vorlage S. 21
614
LENI
Vorlage S. 21
615
die Achseln rückend.
Vorlage S. 21
616
N ... no!
Vorlage S. 21
617
MARIANN.
Vorlage S. 21
618
I siech di vor meiner, wia's d' no dös kloane Schuldeandl warst ... und wenn i aa net all's vasteh, was d' to host ... i hab koan Zorn über di ... na, g'wiß net, Madl ... grad Mitleid.
Vorlage S. 21
619
LENI
Vorlage S. 21
620
halb weinerlich.
Vorlage S. 21
621
Was host d' denn allaweil?
Vorlage S. 21
622
MARIANN.
Vorlage S. 21
623
Weil i Tag und Nacht denk'n muaß, wia du so weit kemma bist ... Kleine Pause. Gel, des hat di so ausanand bracht, wia di der sell in Stich hat lass'n ...
Vorlage S. 21
624
LENI
Vorlage S. 21
625
lebhafter.
Vorlage S. 21
626
Der Schuft!
Vorlage S. 21
627
MARIANN.
Vorlage S. 21
628
Und wia'r a dir dei Geld g'numma hat.
Vorlage S. 21
629
LENI.
Vorlage S. 21
630
Der gemeine Mensch! Ausspuckend. Pfui Teifi!
Vorlage S. 21
631
MARIANN.
Vorlage S. 21
632
Aba schau, wenn di dös aa recht runterkümmert hat, nacha ...
Vorlage S. 21
633
LENI
Vorlage S. 21
634
lebhaft unterbrechend.
Vorlage S. 21
635
Überhaupt's g'hört er ins Zuchthaus, und dös hat mir a feiner Herr g'sagt, der wo sie auskennt auf de Gerichtssach'n. Hochdeutsch nachahmend. Indem es ein Betrug ist, hat er g'sagt.
Vorlage S. 21
636
MARIANN.
Vorlage S. 21
637
Freili muaß dös a schlechta Mensch g'wes'n sei, aba ...
Vorlage S. 21
638
LENI.
Vorlage S. 21
639
Weil er mir mei Sparkassabüachl g'nomma hat, damit dass er's aufhebt, und weil's uns mitanand g'hört, hat er g'sagt, wann mir heiret'n.
Vorlage S. 21
640
MARIANN
Vorlage S. 22
641
streichelt ihr wieder gütig die Hand.
Vorlage S. 22
642
Hast dir was derspart g'habt, Madl?
Vorlage S. 22
643
LENI.
Vorlage S. 22
644
Dreiadachz'g Mark und zwanz'g Pfenning san's g'wesen, und i hab's unterschreib'n müass'n, dass eahm dös Geld g'hört, weil's überall so is, hat er g'sagt, wann ma heiret.
Vorlage S. 22
645
MARIANN.
Vorlage S. 22
646
Da bist d' arm dro g'wesen.
Vorlage S. 22
647
LENI.
Vorlage S. 22
648
Und ... und nacha hat er 's Geld rausg'numma und is durchbrennt. Wieder hochdeutsch. Und das ist ein schwerer Betrug, hat der Herr g'sagt ... nach dem Gesetze.
Vorlage S. 22
649
MARIANN.
Vorlage S. 22
650
Aba schau, wann di dös aa recht runterkümmert hat ... dös, was d' nacha to host, hat nix besser g'macht.
Vorlage S. 22
651
LENI.
Vorlage S. 22
652
Weil mi überhaupt's nix mehr g'freut hot.
Vorlage S. 22
653
MARIANN.
Vorlage S. 22
654
Hättst d' no richtig weiter g'arbet, da hättst ehnder drauf vergess'n.
Vorlage S. 22
655
LENI.
Vorlage S. 22
656
Zu was soll ma denn arbet'n, wenn oan' 's Geld auf de Weis g'numma werd?
Vorlage S. 22
657
MARIANN.
Vorlage S. 22
658
Oder waarst d' hoamganga!
Vorlage S. 22
659
LENI.
Vorlage S. 22
660
Was hätt i denn dahoam to?
Vorlage S. 22
661
MARIANN.
Vorlage S. 22
662
Muaß jetzt aa sei ... Leni schaut verdrossen zu Boden. Aba no, was vorbei is, könna mir nimma anderst macha, und du muaßt halt tracht'n, dass jetzt wieda all's recht werd.
Vorlage S. 22
663
LENI.
Vorlage S. 22
664
Geh, fangst d' scho wieda o!
Vorlage S. 22
665
MARIANN.
Vorlage S. 22
666
I hab nimma viel Zeit, und mir müass'n do über dös red'n.
Vorlage S. 22
667
LENI
Vorlage S. 22
668
schmollend.
Vorlage S. 22
669
Da soll ma hoam geh, wenn ma nix als wia g'schimpft werd.
Vorlage S. 22
670
MARIANN.
Vorlage S. 22
671
Koa unrecht's Wort kriagst d' von mir.
Vorlage S. 22
672
LENI.
Vorlage S. 22
673
Ja ... und d' Leut laff'n oan' nach, als wann i was g'stohl'n hätt. Überhaupt's, was geht's denn de o?
Vorlage S. 22
674
MARIANN.
Vorlage S. 22
675
Fang net wieda von dem o!
Vorlage S. 22
676
LENI.
Vorlage S. 22
677
Na! De geht's alle mitanand nix o! Was brauch'n mir de Nama geb'n und a so nachi schrei'n?
Vorlage S. 22
678
MARIANN.
Vorlage S. 22
679
Moanst d' net, für uns is no ärger g'wesen? ... Leni schweigt trotzig und schnupft auf. Für dein brav'n Vata, der si seiner Lebtag g'schund'n und plagt hat, und hat nia nix Unrecht's to?
Vorlage S. 22
680
LENI.
Vorlage S. 22
681
Für was braucht er denn nacha mein Huat so umanand schmeiß'n?
Vorlage S. 22
682
MARIANN
Vorlage S. 23
683
stützt müde den Kopf mit der Hand und schaut vor sich hin.
Vorlage S. 23
684
Kleine Pause.
Vorlage S. 23
685
LENI.
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686
I hab'n aa zahl'n müass'n ...
Vorlage S. 23
687
Kleine Pause.
Vorlage S. 23
688
MARIANN.
Vorlage S. 23
689
Host du über dös nachdenkt, was jetzt sei werd?
Vorlage S. 23
690
LENI.
Vorlage S. 23
691
N ... na.
Vorlage S. 23
692
MARIANN.
Vorlage S. 23
693
Was d' jetzt o'fanga willst?
Vorlage S. 23
694
LENI.
Vorlage S. 23
695
I waar net hoam kemma, wenn i net müass'n hätt ...
Vorlage S. 23
696
MARIANN.
Vorlage S. 23
697
Dass d' nimma in d' Stadt nei derfst, dös muaßt d' do selber wiss'n?
Vorlage S. 23
698
LENI.
Vorlage S. 23
699
Halt auf a paar Jahr net.
Vorlage S. 23
700
MARIANN
Vorlage S. 23
701
dringend.
Vorlage S. 23
702
Deiner Lebtag nimma, Madl; dös muaß aus sei, und du derfst koan Gedank'n mehr an dös hamm. Es handelt sie um dös, dass du g'sund werst! Dass d' wieder sauber werst!
Vorlage S. 23
703
LENI
Vorlage S. 23
704
weinerlich.
Vorlage S. 23
705
Gel, na sagst d', du schimpfst net.
Vorlage S. 23
706
MARIANN
Vorlage S. 23
707
wieder milder.
Vorlage S. 23
708
Wia mir de Botschaft von deiner Straf' kriagt hamm, bin i krank wor'n, und siehgst scho, wia'r i dro bin.
Vorlage S. 23
709
LENI
Vorlage S. 23
710
weinerlich.
Vorlage S. 23
711
Du werst scho wieder g'sund.
Vorlage S. 23
712
MARIANN.
Vorlage S. 23
713
Na, dös wer i nimmer. Aber i sag's net desweg'n, dass i dir's vorhalt. I hab an Vata bitt, er soll di dahoam lass'n, wenn i nimmer da bin.
Vorlage S. 23
714
LENI
Vorlage S. 23
715
sieht zur Seite und schweigt.
Vorlage S. 23
716
MARIANN.
Vorlage S. 23
717
Und di bitt i, dass d' dahoam bleibst und brav werst. Dös muaßt ma auf d' Hand vasprech'n.
Vorlage S. 23
718
LENI.
Vorlage S. 23
719
Anderne, wo's viel ärger treib'n, san net g'straft wor'n.
Vorlage S. 23
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MARIANN
Vorlage S. 23
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dringender.
Vorlage S. 23
722
Madl, vasprich mir's ... es is ja bloß weg'n deiner ...
Vorlage S. 23
723
LENI.
Vorlage S. 23
724
I ko aba de Bauernarbet gar it.
Vorlage S. 23
725
MARIANN.
Vorlage S. 23
726
De lernt si scho, wenn ma den recht'n Fleiß dazua hat, und da Vata geht dir scho an d' Hand.
Vorlage S. 23
727
LENI.
Vorlage S. 23
728
Du host aba selber allaweil g'sagt, dass i z' schwach bin dazua.
Vorlage S. 23
729
MARIANN
Vorlage S. 23
730
seufzend.
Vorlage S. 23
731
I wollt, i hätt's nia g'sagt! ... Dringend. Siehgst denn net, dass d' wieder rechtschaff'n wern muaßt? Bleib dahoam, arbet, vergiss all's, was amal unsauber g'wesen is ... da ... gib mir d' Hand drauf!s
Vorlage S. 23
732
Sie hält ihre Hand hin. Leni legt die ihrige zögernd hinein. Sie sieht dabei zu Boden und schnupft ein paarmal auf.
Vorlage S. 23
733
MARIANN.
Vorlage S. 23
734
Halt dei Versprech'n ... vielleicht werd's no recht!
Vorlage S. 23
735
LENI.
Vorlage S. 24
736
J ... ja.
Vorlage S. 24
737
MARIANN
Vorlage S. 24
738
zärtlich.
Vorlage S. 24
739
Ruck näher her zu mir!
Vorlage S. 24
740
LENI.
Vorlage S. 24
741
I bin ja do!
Vorlage S. 24
742
MARIANN.
Vorlage S. 24
743
Ganz her!
Vorlage S. 24
744
LENI
Vorlage S. 24
745
rückt mit ihrem Stuhl ein paarmal vor, so daß sie nun dicht bei Mariann sitzt.
Vorlage S. 24
746
MARIANN
Vorlage S. 24
747
nimmt sie bei der Hand, sehr gütig.
Vorlage S. 24
748
Woaßt d' no, wia's d' den erst'n Winta in d' Schul ganga bist, nach Prittlbach, und du bist so a kloana Zwazzel g'wesen ... und amal hat's so g'sturmt und g'schneit, dass i Angst kriagt hab, und i bin dir entgeg'n ganga, und beim Leitner bist d' hinter an Holzschupf'n g'stand'n und hast grad g'woant. Und da hab i g'sagt: Lenerl, tuast di fürcht'n? Und du host g'sagt: Jetzt nimma, weil i bei dir bin. Woaßt d' dös no?
Vorlage S. 24
749
LENI.
Vorlage S. 24
750
Dös is scho so lang her!
Vorlage S. 24
751
MARIANN.
Vorlage S. 24
752
Aba g'sagt hast d'as, und heut kunnt'st d'as wieder sag'n.
Vorlage S. 24
753
LENI
Vorlage S. 24
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verständnislos.
Vorlage S. 24
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Was?
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MARIANN.
Vorlage S. 24
757
Dass d' di nimmer fürchst, weil's d' bei mir bist.
Vorlage S. 24
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LENI.
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759
I fürcht mi ja net. Kleine Pause.
Vorlage S. 24
760
Mariann streichelt in Gedanken verloren Lenis Hand. Dann spricht sie wieder leise und gütig.
Vorlage S. 24
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MARIANN.
Vorlage S. 24
762
Und woaßt d' no, wia dei Schulkameradin, de kloane Kramerlis'l, g'storb'n is, und i bin mit dir ins Haus nüber, und d' Lis'l is in Sarg drinna g'leg'n. Woaßt d' dös no?
Vorlage S. 24
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LENI.
Vorlage S. 24
764
Geh, was du für alte G'schicht'n daher bringst! ...
Vorlage S. 24
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MARIANN.
Vorlage S. 24
766
Und da hab i dir verzählt, dass d' Lis'l jetzt nimma in d' Schul geht, sondern als a Engel singa derf, und da host du g'sagt: »Dös möcht i aa.«
Vorlage S. 24
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LENI
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ganz teilnahmslos.
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So?
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MARIANN.
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771
I bin so derschrock'n, weil i mir ei'bild't hab, wia dös waar, wann du so im Sarg drinna liegetst mit an wachsgelb'n G'sichtl ... Verloren vor sich hinblickend. Selbigs Mal waar mir dös als des größte Unglück fürkemma ... I hab wohl net g'wußt, dass so was des beste Glück sei kunnt ...
Vorlage S. 24
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LENI.
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Was für a Glück?
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MARIANN
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sich besinnend.
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Na ... na, Madl! I wünsch dir nix Schlecht's. Muaßt d'aba oft z'ruck denk'n an Kinderzeit'n und an dei alte Muatta ...
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LENI.
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I denk scho dro ...
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MARIANN.
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780
Woaßt d'as no, wia'r i dir 's erstmal Pfüad Good g'sagt hab? 's erstmal, wia's d' furt bist ... und ... i hab dir an Seg'n geb'n? ... Sie führt ihre Hand an Lenis Stirne und macht ihr mit dem Daumen das Zeichen des Kreuzes auf Stirne, Mund und Brust, dabei die Worte sprechend. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes – Amen! Leni blickt stumpfsinnig zur Seite. Da bedeckt Mariann ihr Gesicht mit der Hand und fängt lautlos und bitterlich zu weinen an.
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781
Vorhang.
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Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Mir wiss'n ja net, was sie so weit …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »I siech s' oft vor meiner, wia s' an Kopf ans Fenster druckt und […] zu mir, ob s' denn gar nirgends mehr dahoam is ...«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Mir hamm s' zua'r a Nahterin in d' Lehr geb'n, und da hat sie si recht g'schickt zoagt, und späterszeit'n hat sie durchaus in d' Stadt nei' woll'n, weil halt da der Verdeanst größer waar.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich einen Grund oder eine daraus gezogene Folge? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Der Müßiggang ist die Quelle schlechter Begierden, sagt der heilige Bernhard.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Mariann, i bin net bloß weg'n deiner vom Feld hoamganga ...« B: »Dann muss ich freilich gehen, und ich will lieber ein anderes Mal nachschauen.« C: »Ja ... und d' Leut laff'n oan' nach, als wann i was g'stohl'n hätt.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Was braucht er denn mit mein Sach …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Weil er mir mei Sparkassabüachl g'nomma hat, damit dass er's aufhebt, und weil's uns mitanand g'hört, hat er g'sagt, wann mir heiret'n.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Bleib dahoam, arbet, vergiss all's, was amal unsauber …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Hamm mir net lang gnua g'red't, und sie hat net anderst mög'n, und d'Bauernarbet is ihr allaweil z' hart g'wesen.«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Hamm mir net lang gnua g'red't, und sie hat net anderst mög'n, und d'Bauernarbet is ihr allaweil z' hart g'wesen.« und »und fängt lautlos und bitterlich zu weinen an«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »mach'n könna, aba so derf ma de Leut a Freud lass'n«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Dass du weg'n meiner von der Arbet weggehst?«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Weil i mir denk, unser Herrgott ko net so schnell ferti sei mit an Mensch'n, und es müaßt eahm selber 's Herz weh toa, wann er siecht, dass so a G'schöpf nimmer in d' Höh derf.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Da bedeckt Mariann ihr Gesicht mit der Hand und fängt lautlos und bitterlich zu weinen an.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Das deutschsprachige Original ist nach den geprüften Lebensdaten des Autors in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen den bearbeiteten Datenbestand unter CC BY 3.0 DE bereit.

Magdalena

Ludwig Thoma: Gesammelte Werke in sechs Bänden. Erweiterte Neuausgabe. Textredaktion: Albrecht Knaus, München: Piper, 1968. Thoma, Ludwig 8- München

Das Werk Magdalena von Thoma, Ludwig ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

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Originalsprache · Deutsch

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Autorschaft und Ausgabe: Thoma, Ludwig

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Ludwig Thoma: Gesammelte Werke in sechs Bänden. Erweiterte Neuausgabe. Textredaktion: Albrecht Knaus, München: Piper, 1968. Thoma, Ludwig 8- München

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