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Buch - Ein Sommernachtstraum - Shakespeare, William

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Ein Sommernachtstraum

Shakespeare, William

Ein Sommernachtstraum von Shakespeare, William. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Historische Illustration zu Ein Sommernachtstraum
Historische Illustration zu „Ein Sommernachtstraum“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Arthur Rackham · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: August Wilhelm Schlegel

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 6

Erster Aufzug

1
Erste Szene
Vorlage S. 310
2
Ein Saal im Palaste des Theseus.
Vorlage S. 310
3
Theseus, Hippolyta, Philostrat und Gefolge treten auf.
Vorlage S. 310
4
THESEUS.
Vorlage S. 310
5
Nun rückt, Hippolyta, die Hochzeitstunde
Vorlage S. 310
6
Mit Eil' heran; vier frohe Tage bringen
Vorlage S. 310
7
Den neuen Mond: doch, o wie langsam nimmt
Vorlage S. 310
8
Der alte ab! Er hält mein Sehnen hin,
Vorlage S. 310
9
Gleich einer Witwe, deren dürres Alter
Vorlage S. 310
10
Von ihres Stiefsohns Renten lange zehrt.
Vorlage S. 310
11
HIPPOLYTA.
Vorlage S. 310
12
Vier Tage tauchen sich ja schnell in Nächte:
Vorlage S. 310
13
Vier Nächte träumen schnell die Zeit hinweg:
Vorlage S. 310
14
Dann soll der Mond, gleich einem Silberbogen
Vorlage S. 310
15
Am Himmel neu gespannt, die Nacht beschaun
Vorlage S. 310
16
Von unserm Fest.
Vorlage S. 310
17
THESEUS.
Vorlage S. 310
18
Geh, Philostrat, berufe
Vorlage S. 310
19
Die junge Welt Athens zu Lustbarkeiten!
Vorlage S. 310
20
Erweck' den raschen leichten Geist der Lust!
Vorlage S. 310
21
Den Gram verweise hin zu Leichenzügen:
Vorlage S. 310
22
Der bleiche Gast geziemt nicht unserm Pomp.
Vorlage S. 310
23
Philostrat ab.
Vorlage S. 310
24
Hippolyta! Ich habe mit dem Schwert
Vorlage S. 310
25
Um dich gebuhlt, durch angetanes Leid
Vorlage S. 310
26
Dein Herz gewonnen; doch ich stimme nun
Vorlage S. 310
27
Aus einem andern Ton, mit Pomp, Triumph,
Vorlage S. 310
28
Bankett und Spielen die Vermählung an.
Vorlage S. 310
29
Egeus, Hermia, Lysander und Demetrius treten auf.
Vorlage S. 310
30
EGEUS.
Vorlage S. 310
31
Dem großen Theseus, unserm Herzog, Heil!
Vorlage S. 310
32
THESEUS.
Vorlage S. 310
33
Mein guter Egeus, Dank! Was bringst du Neues?
Vorlage S. 310
34
EGEUS.
Vorlage S. 310
35
Verdrusses voll erschein' ich und verklage
Vorlage S. 311
36
Mein Kind hier, meine Tochter Hermia. –
Vorlage S. 311
37
Tritt her, Demetrius! – Erlauchter Herr,
Vorlage S. 311
38
Dem da verhieß mein Wort zum Weibe sie.
Vorlage S. 311
39
Tritt her, Lysander! – Und, mein gnäd'ger Fürst,
Vorlage S. 311
40
Der da betörte meines Kindes Herz.
Vorlage S. 311
41
Ja! Du, Lysander, du hast Liebespfänder
Vorlage S. 311
42
Mit ihr getauscht: du stecktest Reim' ihr zu;
Vorlage S. 311
43
Du sangst im Mondlicht unter ihrem Fenster
Vorlage S. 311
44
Mit falscher Stimme Lieder falscher Liebe!
Vorlage S. 311
45
Du stahlst den Abdruck ihrer Phantasie
Vorlage S. 311
46
Mit Flechten deines Haares, buntem Tand,
Vorlage S. 311
47
Mit Ringen, Sträußen, Näschereien (Boten
Vorlage S. 311
48
Von viel Gewicht bei unbefangner Jugend);
Vorlage S. 311
49
Entwandtest meiner Tochter Herz mit List,
Vorlage S. 311
50
Verkehrtest ihren kindlichen Gehorsam
Vorlage S. 311
51
In eigensinn'gen Trotz. – Und nun, mein Fürst,
Vorlage S. 311
52
Verspricht sie hier vor Eurer Hoheit nicht
Vorlage S. 311
53
Sich dem Demetrius zur Eh', so fodr' ich
Vorlage S. 311
54
Das alte Bürgervorrecht von Athen,
Vorlage S. 311
55
Mit ihr, wie sie mein eigen ist, zu schalten.
Vorlage S. 311
56
Dann übergeb' ich diesem Manne sie,
Vorlage S. 311
57
Wo nicht, dem Tode, welchen unverzüglich
Vorlage S. 311
58
In diesem Falle das Gesetz verhängt.
Vorlage S. 311
59
THESEUS.
Vorlage S. 311
60
Was sagt Ihr, Hermia? Lasst Euch raten, Kind!
Vorlage S. 311
61
Der Vater sollte wie ein Gott Euch sein,
Vorlage S. 311
62
Der Euren Reiz gebildet; ja, wie einer,
Vorlage S. 311
63
Dem Ihr nur seid wie ein Gepräg', in Wachs
Vorlage S. 311
64
Von seiner Hand gedrückt, wie's ihm gefällt,
Vorlage S. 311
65
Es stehn zu lassen oder auszulöschen.
Vorlage S. 311
66
Demetrius ist ja ein wackrer Mann.
Vorlage S. 311
67
HERMIA.
Vorlage S. 311
68
Lysander auch.
Vorlage S. 311
69
THESEUS.
Vorlage S. 311
70
An sich betrachtet wohl.
Vorlage S. 311
71
So aber, da des Vaters Stimm' ihm fehlt,
Vorlage S. 311
72
Müsst Ihr für wackrer doch den andern achten.
Vorlage S. 311
73
HERMIA.
Vorlage S. 311
74
O säh' mein Vater nur mit meinen Augen!
Vorlage S. 311
75
THESEUS.
Vorlage S. 311
76
Eu'r Auge muss nach seinem Urteil sehn.
Vorlage S. 311
77
HERMIA.
Vorlage S. 311
78
Ich bitt' Euch, gnäd'ger Fürst, mir zu verzeihn.
Vorlage S. 311
79
Ich weiß nicht, welche Macht mir Kühnheit gibt,
Vorlage S. 312
80
Noch wie es meiner Sittsamkeit geziemt,
Vorlage S. 312
81
In solcher Gegenwart das Wort zu führen;
Vorlage S. 312
82
Doch dürft' ich mich zu fragen unterstehn:
Vorlage S. 312
83
Was ist das Härtste, das mich treffen kann,
Vorlage S. 312
84
Verweigr' ich dem Demetrius die Hand?
Vorlage S. 312
85
THESEUS.
Vorlage S. 312
86
Den Tod zu sterben, oder immerdar
Vorlage S. 312
87
Den Umgang aller Männer abzuschwören.
Vorlage S. 312
88
Drum fraget Eure Wünsche, schönes Kind,
Vorlage S. 312
89
Bedenkt die Jugend, prüfet Euer Blut,
Vorlage S. 312
90
Ob Ihr die Nonnentracht ertragen könnt,
Vorlage S. 312
91
Wenn Ihr der Wahl des Vaters widerstrebt,
Vorlage S. 312
92
Im dumpfen Kloster, ewig eingesperrt,
Vorlage S. 312
93
Als unfruchtbare Schwester zu verharren,
Vorlage S. 312
94
Den keuschen Mond mit matten Hymnen feiernd.
Vorlage S. 312
95
O dreimal selig, die, des Bluts Beherrscher,
Vorlage S. 312
96
So jungfräuliche Pilgerschaft bestehn!
Vorlage S. 312
97
Doch die gepflückte Ros' ist irdischer beglückt,
Vorlage S. 312
98
Als die, am unberührten Dorne welkend,
Vorlage S. 312
99
Wächst, lebt und stirbt in heil'ger Einsamkeit.
Vorlage S. 312
100
HERMIA.
Vorlage S. 312
101
So will ich leben, gnäd'ger Herr, so sterben,
Vorlage S. 312
102
Eh' ich den Freiheitsbrief des Mädchentums
Vorlage S. 312
103
Der Herrschaft dessen überliefern will,
Vorlage S. 312
104
Des unwillkommnem Joche mein Gemüt
Vorlage S. 312
Historische Illustration zu Ein Sommernachtstraum
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Ein Sommernachtstraum“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · William Shakespeare / Arthur Rackham · Public domain Bildquelle ↗
105
Die Huldigung versagt.
Vorlage S. 312
106
THESEUS.
Vorlage S. 312
107
Nehmt Euch Bedenkzeit; auf den nächsten Neumond,
Vorlage S. 312
108
Den Tag, der zwischen mir und meiner Lieben
Vorlage S. 312
109
Den ew'gen Bund der Treu' besiegeln wird,
Vorlage S. 312
110
Auf diesen Tag bereitet Euch, zu sterben
Vorlage S. 312
111
Für Euren Ungehorsam, oder nehmt
Vorlage S. 312
112
Demetrius zum Gatten, oder schwört
Vorlage S. 312
113
Auf ewig an Dianens Weihaltar
Vorlage S. 312
114
Eh'losen Stand und Abgeschiedenheit.
Vorlage S. 312
115
DEMETRIUS.
Vorlage S. 312
116
Gebt, Holde, nach; gib gegen meine Rechte,
Vorlage S. 312
117
Lysander, deinen kahlen Anspruch auf!
Vorlage S. 312
118
LYSANDER.
Vorlage S. 312
119
Demetrius, Ihr habt des Vaters Liebe:
Vorlage S. 312
120
Nehmt ihn zum Weibe; lasst mir Hermia!
Vorlage S. 312
121
EGEUS.
Vorlage S. 312
122
Ganz recht, du Spötter! Meine Liebe hat er;
Vorlage S. 312
123
Was mein ist, wird ihm meine Liebe geben;
Vorlage S. 313
124
Und sie ist mein; und alle meine Rechte
Vorlage S. 313
125
An sie verschreib' ich dem Demetrius.
Vorlage S. 313
126
LYSANDER.
Vorlage S. 313
127
Ich bin, mein Fürst, so edlen Stamms wie er;
Vorlage S. 313
128
So reich an Gut; ich bin an Liebe reicher;
Vorlage S. 313
129
Mein Glücksstand hält die Waag' auf alle Weise
Vorlage S. 313
130
Dem seinigen, wo er nicht überwiegt;
Vorlage S. 313
131
Und (dies gilt mehr als jeder andre Ruhm)
Vorlage S. 313
132
Ich bin es, den die schöne Hermia liebt.
Vorlage S. 313
133
Wie sollt' ich nicht bestehn auf meinem Recht?
Vorlage S. 313
134
Demetrius (ich will's auf seinen Kopf
Vorlage S. 313
135
Beteuern) buhlte sonst um Helena,
Vorlage S. 313
136
Die Tochter Nedars, und gewann ihr Herz;
Vorlage S. 313
137
Und sie, das holde Kind, schwärmt nun für ihn,
Vorlage S. 313
138
Schwärmt andachtsvoll, ja mit Abgötterei,
Vorlage S. 313
139
Für diesen schuld'gen, flatterhaften Mann.
Vorlage S. 313
140
THESEUS.
Vorlage S. 313
141
Ich muss gestehn, dass ich dies auch gehört,
Vorlage S. 313
142
Und mit Demetrius davon zu sprechen
Vorlage S. 313
143
Mir vorgesetzt; nur, da ich überhäuft
Vorlage S. 313
144
Mit eignen Sorgen bin, entfiel es mir.
Vorlage S. 313
145
Doch ihr, Demetrius und Egeus, kommt!
Vorlage S. 313
146
Ihr müsst jetzt mit mir gehn, weil ich mit euch
Vorlage S. 313
147
Verschiednes insgeheim verhandeln will.
Vorlage S. 313
148
Ihr, schöne Hermia, rüstet Euch, dem Sinn
Vorlage S. 313
149
Des Vaters Eure Grillen anzupassen:
Vorlage S. 313
150
Denn sonst bescheidet Euch Athens Gesetz,
Vorlage S. 313
151
Das wir auf keine Weise schmälern können,
Vorlage S. 313
152
Tod, oder ein Gelübd' des led'gen Standes.
Vorlage S. 313
153
Wie geht's, Hippolyta? Kommt, meine Traute!
Vorlage S. 313
154
Ihr, Egeus und Demetrius, geht mit!
Vorlage S. 313
155
Ich hab' euch noch Geschäfte aufzutragen
Vorlage S. 313
156
Für unser Fest; auch muss ich noch mit euch
Vorlage S. 313
157
Von etwas reden, das euch nah betrifft.
Vorlage S. 313
158
EGEUS.
Vorlage S. 313
159
Dienstwillig und mit Freuden folgen wir.
Vorlage S. 313
160
Theseus, Hippolyta, Egeus, Demetrius und Gefolge ab.
Vorlage S. 313
161
LYSANDER.
Vorlage S. 313
162
Nun, liebes Herz? Warum so blass die Wange?
Vorlage S. 313
163
Wie sind die Rosen dort so schnell verwelkt?
Vorlage S. 313
164
HERMIA.
Vorlage S. 313
165
Vielleicht, weil Regen fehlt, womit gar wohl
Vorlage S. 314
166
Sie mein umwölktes Auge netzen könnte.
Vorlage S. 314
167
LYSANDER.
Vorlage S. 314
168
Weh mir! Nach allem, was ich jemals las
Vorlage S. 314
169
Und jemals hört' in Sagen und Geschichten,
Vorlage S. 314
170
Rann nie der Strom der treuen Liebe sanft;
Vorlage S. 314
171
Denn bald war sie verschieden an Geburt –
Vorlage S. 314
172
HERMIA.
Vorlage S. 314
173
O Qual! zu hoch, vor Niedrigem zu knien!
Vorlage S. 314
174
LYSANDER.
Vorlage S. 314
175
Bald war sie in den Jahren mißgepaart –
Vorlage S. 314
176
HERMIA.
Vorlage S. 314
177
O Schmach! zu alt, mit jung vereint zu sein!
Vorlage S. 314
178
LYSANDER.
Vorlage S. 314
179
Bald hing sie ab von der Verwandten Wahl –
Vorlage S. 314
180
HERMIA.
Vorlage S. 314
181
O Tod! mit fremdem Aug' den Liebsten wählen!
Vorlage S. 314
182
LYSANDER.
Vorlage S. 314
183
Und war auch Sympathie in ihrer Wahl,
Vorlage S. 314
184
So stürmte Krieg, Tod, Krankheit auf sie ein
Vorlage S. 314
185
Und macht' ihr Glück gleich einem Schalle flüchtig,
Vorlage S. 314
186
Wie Schatten wandelbar, wie Träume kurz,
Vorlage S. 314
187
Schnell wie der Blitz, der in geschwärzter Nacht
Vorlage S. 314
188
In einem Winke Himmel und Erd' entfaltet;
Vorlage S. 314
189
Doch eh' ein Mensch vermag zu sagen: »Schaut!«,
Vorlage S. 314
190
Schlingt gierig ihn die Finsternis hinab:
Vorlage S. 314
191
So schnell verdunkelt sich des Glückes Schein.
Vorlage S. 314
192
HERMIA.
Vorlage S. 314
193
Wenn Leid denn immer treue Liebe traf,
Vorlage S. 314
194
So steht es fest im Rate des Geschicks.
Vorlage S. 314
195
Drum lass Geduld uns durch die Prüfung lernen,
Vorlage S. 314
196
Weil Leid der Liebe so geeignet ist
Vorlage S. 314
197
Wie Träume, Seufzer, stille Wünsche, Tränen,
Vorlage S. 314
198
Der armen kranken Leidenschaft Gefolge.
Vorlage S. 314
199
LYSANDER.
Vorlage S. 314
200
Ein guter Glaube! Hör' denn, Hermia!
Vorlage S. 314
201
Es liegt nur sieben Meilen von Athen
Vorlage S. 314
202
Das Haus 'ner alten Witwe, meiner Muhme;
Vorlage S. 314
203
Sie lebt von großen Renten, hat kein Kind,
Vorlage S. 314
204
Und achtet mich wie ihren einz'gen Sohn.
Vorlage S. 314
205
Dort, Holde, darf ich mich mit dir vermählen,
Vorlage S. 314
206
Dorthin verfolgt das grausame Gesetz
Vorlage S. 314
207
Athens uns nicht: liebst du mich denn, so schleiche
Vorlage S. 314
Historische Illustration zu Ein Sommernachtstraum
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Ein Sommernachtstraum“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · William Shakespeare / Arthur Rackham · Public domain Bildquelle ↗
208
Aus deines Vaters Hause morgen nacht,
Vorlage S. 314
209
Und in dem Wald, 'ne Meile von der Stadt,
Vorlage S. 314
210
Wo ich einmal mit Helena dich traf,
Vorlage S. 314
211
Um einen Maienmorgen zu begehn,
Vorlage S. 315
212
Da will ich deiner warten.
Vorlage S. 315
213
HERMIA.
Vorlage S. 315
214
Mein Lysander!
Vorlage S. 315
215
Ich schwör' es dir bei Amors stärkstem Bogen,
Vorlage S. 315
216
Bei seinem besten goldgespitzten Pfeil,
Vorlage S. 315
217
Und bei der Unschuld von Cytherens Tauben;
Vorlage S. 315
218
Bei dem, was Seelen knüpft, in Lieb' und Glauben;
Vorlage S. 315
219
Bei jenem Feu'r, wo Dido einst verbrannt,
Vorlage S. 315
220
Als der Trojaner falsch sich ihr entwandt;
Vorlage S. 315
221
Bei jedem Schwur, den Männer je gebrochen,
Vorlage S. 315
222
Mehr an der Zahl, als Frauen je gesprochen:
Vorlage S. 315
223
Du findest sicher morgen mitternacht
Vorlage S. 315
224
Mich an dem Platz, wo wir es ausgemacht.
Vorlage S. 315
225
LYSANDER.
Vorlage S. 315
226
Halt', Liebe, Wort! Sieh, da kommt Helena.
Vorlage S. 315
227
Helena tritt auf.
Vorlage S. 315
228
HERMIA.
Vorlage S. 315
229
Gott grüß' Euch, schönes Kind! Wohin soll's gehn?
Vorlage S. 315
230
HELENA.
Vorlage S. 315
231
Schön nennt Ihr mich? – Nein, widerruft dies Schön!
Vorlage S. 315
232
Euch liebt Demetrius, beglückte Schöne! –
Vorlage S. 315
233
Ein Angelstern ist Euer Aug'; die Töne
Vorlage S. 315
234
Der Lippe süßer, als der Lerche Lied
Vorlage S. 315
235
Dem Hirten scheint, wenn alles grünt und blüht.
Vorlage S. 315
236
Krankheit steckt an; o tät's Gestalt und Wesen!
Vorlage S. 315
237
Nie wollt' ich, angesteckt von Euch, genesen!
Vorlage S. 315
238
Mein Aug' lieh' Euren Blick, die Zunge lieh'
Vorlage S. 315
239
Von Eurer Zunge Wort und Melodie.
Vorlage S. 315
240
Wär' mein die Welt, ich ließ' damit Euch schalten,
Vorlage S. 315
241
Nur diesen Mann wollt' ich mir vorbehalten.
Vorlage S. 315
242
O lehrt mich, wie Ihr blickt! Durch welche Kunst
Vorlage S. 315
243
Hängt so Demetrius an Eurer Gunst?
Vorlage S. 315
244
HERMIA.
Vorlage S. 315
245
Er liebt mich stets, trotz meinen finstern Mienen.
Vorlage S. 315
246
HELENA.
Vorlage S. 315
247
O lernte das mein Lächeln doch von ihnen!
Vorlage S. 315
248
HERMIA.
Vorlage S. 315
249
Ich fluch' ihm, doch das nährt sein Feuer nur.
Vorlage S. 315
250
HELENA.
Vorlage S. 315
251
Ach, hegte solche Kraft mein Liebesschwur!
Vorlage S. 315
252
HERMIA.
Vorlage S. 315
253
Je mehr gehaßt, je mehr verfolgt er mich.
Vorlage S. 315
254
HELENA.
Vorlage S. 315
255
Je mehr geliebt, je ärger haßt er mich.
Vorlage S. 315
256
HERMIA.
Vorlage S. 315
257
Soll ich denn schuld an seiner Torheit sein?
Vorlage S. 315
258
HELENA.
Vorlage S. 315
259
Nur Eure Schönheit: wär' die Schuld doch mein!
Vorlage S. 316
260
HERMIA.
Vorlage S. 316
261
Getrost! Ich werd' ihm mein Gesicht entziehen.
Vorlage S. 316
262
Lysander wird mit mir von hinnen fliehen.
Vorlage S. 316
263
Von jener Zeit, als ich Lysandern sah,
Vorlage S. 316
264
Wie schien Athen ein Paradies mir da!
Vorlage S. 316
265
Nun denn, wofür sind Reize wohl zu achten,
Vorlage S. 316
266
Die einen Himmel mir zur Hölle machten?
Vorlage S. 316
267
LYSANDER.
Vorlage S. 316
268
Lass, Helena, dir unsern Schluss vertrauen:
Vorlage S. 316
269
Wann morgen Phöbe die begrünten Auen
Vorlage S. 316
270
Mit ihrer Perlen feuchtem Schmuck betaut
Vorlage S. 316
271
Und ihre Stirn im Wellenspiegel schaut,
Vorlage S. 316
272
Wann Still' und Nacht verliebten Raub verhehlen,
Vorlage S. 316
273
Dann wollen wir zum Tor hinaus uns stehlen.
Vorlage S. 316
274
HERMIA.
Vorlage S. 316
275
Und in dem Wald, wo oftmals ich und du
Vorlage S. 316
276
Auf Veilchenbetten pflogen sanfter Ruh',
Vorlage S. 316
277
Wo unsre Herzen schwesterlich einander
Vorlage S. 316
278
Sich öffneten, da trifft mich mein Lysander.
Vorlage S. 316
279
Wir suchen, von Athen hinweggewandt,
Vorlage S. 316
280
Uns neue Freunde dann in fremdem Land.
Vorlage S. 316
281
Leb wohl, Gespielin, bete für uns beide!
Vorlage S. 316
282
Demetrius sei deines Herzens Freude!
Vorlage S. 316
283
Lysander, halte Wort! – Was Lieb' erquickt,
Vorlage S. 316
284
Wird unserm Blick bis morgen nacht entrückt.
Vorlage S. 316
285
Ab.
Vorlage S. 316
286
LYSANDER.
Vorlage S. 316
287
Das will ich! – Lebet wohl nun, Helena!
Vorlage S. 316
288
Der Liebe Lohn sei Eurer Liebe nah!
Vorlage S. 316
289
Ab.
Vorlage S. 316
290
HELENA.
Vorlage S. 316
291
Wie kann das Glück so wunderlich doch schalten!
Vorlage S. 316
292
Ich werde für so schön wie sie gehalten.
Vorlage S. 316
293
Was hilft es mir, solang' Demetrius
Vorlage S. 316
294
Nicht wissen will, was jeder wissen muss?
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295
Wie Wahn ihn zwingt, an Hermias Blick zu hangen,
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Vergöttr' ich ihn, von gleichem Wahn befangen.
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Dem schlechtsten Ding an Art und an Gehalt
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Leiht Liebe dennoch Ansehn und Gestalt.
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Sie sieht mit dem Gemüt, nicht mit den Augen,
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Und ihr Gemüt kann nie zum Urteil taugen.
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Drum nennt man ja den Gott der Liebe blind.
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Auch malt man ihn geflügelt und als Kind,
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303
Weil er, von Spiel zu Spielen fortgezogen,
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In seiner Wahl so häufig wird betrogen.
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Wie Buben oft im Scherze lügen, so
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Ist auch Cupido falscher Schwüre froh.
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Eh' Hermia meinen Liebsten musst' entführen,
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Ergoß er mir sein Herz in tausend Schwüren;
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Doch, kaum erwärmt von jener neuen Glut,
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Verrann, versiegte diese wilde Flut.
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Historische Darstellung von William Shakespeare
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗
311
Jetzt geh' ich, Hermias Flucht ihm mitzuteilen!
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Er wird ihr nach zum Walde morgen eilen.
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Zwar, wenn er Dank für den Bericht mir weiß,
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So kauf' ich ihn um einen teuren Preis.
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Doch will ich, mich für meine Müh' zu laben,
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Hin und zurück des Holden Anblick haben.
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Ab.
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Zweite Szene
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Eine Stube in einer Hütte.
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Squenz, Schnock, Zettel, Flaut, Schnauz und Schlucker kommen.
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SQUENZ.
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322
Ist unsre ganze Kompagnie beisammen?
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ZETTEL.
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Es wäre am besten, Ihr riefet (sie) auf einmal Mann für Mann auf, wie es die Liste gibt.
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SQUENZ.
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Hier ist der Zettel von jedermanns Namen, der in ganz Athen für tüchtig gehalten wird, in unserm Zwischenspiel vor dem Herzog und der Herzogin zu agieren, an seinem Hochzeittag zu Nacht.
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327
ZETTEL.
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328
Erst, guter Peter Squenz, sag uns, wovon das Stück handelt; dann lies die Namen der Akteurs ab, und komm so zur Sache!
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SQUENZ.
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330
Wetter, unser Stück ist – »die höchst klägliche Komödie und der höchst grausame Tod des Pyramus und der Thisbe«.
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331
ZETTEL.
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332
Ein sehr gutes Stück Arbeit, ich sag's euch! und lustig! – Nun, guter Peter Squenz, ruf' die Akteurs nach dem Zettel auf! – Meisters, stellt euch auseinander!
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333
SQUENZ.
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334
Antwortet, wie ich euch rufe! – Klaus Zettel, der Weber!
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335
ZETTEL.
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336
Hier! Sagt, was ich für einen Part habe, und dann weiter.
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337
SQUENZ.
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338
Ihr, Klaus Zettel, seid als Pyramus angeschrieben.
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ZETTEL.
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Was ist Pyramus? Ein Liebhaber oder ein Tyrann?
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SQUENZ.
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Ein Liebhaber, der sich auf die honetteste Manier vor Liebe umbringt.
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343
ZETTEL.
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Das wird einige Tränen kosten bei einer wahrhaftigen Vorstellung. Wenn ich's mache, lasst die Zuhörer nach ihren Augen sehn! Ich will Sturm erregen, ich will einigermaßen lamentieren. Nun zu den übrigen; – eigentlich habe ich doch das beste Genie zu einem Tyrannen; ich könnte einen Herkles kostbarlich spielen, oder eine Rolle, wo man alles kurz und klein schlagen muss.
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Der Felsen Schoß
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Und toller Stoß
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Zerbricht das Schloß
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Der Kerkertür,
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Und Phöbus' Karr'n
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Kommt angefahr'n
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Und macht erstarr'n
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Des stolzen Schicksals Zier:
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Das ging prächtig. – Nun nennt die übrigen Akteurs! –
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Dies ist Herklessens Natur, eines Tyrannen Natur; ein Liebhaber ist schon mehr lamentabel.
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SQUENZ.
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Franz Flaut, der Bälgenflicker!
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FLAUT.
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358
Hier, Peter Squenz.
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SQUENZ.
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360
Flaut, Ihr müsst Thisbe über Euch nehmen.
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361
FLAUT.
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362
Was ist Thisbe? Ein irrender Ritter?
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363
SQUENZ.
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364
Es ist das Fräulein, das Pyramus lieben muss.
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365
FLAUT.
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366
Ne, meiner Seel', lasst mich keine Weiberrolle machen; ich kriege schon einen Bart.
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367
SQUENZ.
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368
Das ist alles eins! Ihr sollt's in einer Maske spielen, und Ihr könnt so fein sprechen, als Ihr wollt.
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369
ZETTEL.
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370
Wenn ich das Gesicht verstecken darf, so gebt mir Thisbe auch. Ich will mit 'ner terribel feinen Stimme reden: »Thisne, Thisne! – Ach Pyramus, mein Liebster schön! Deine Thisbe schön, und Fräulein schön!«
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371
SQUENZ.
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372
Nein, nein! Ihr müsst den Pyramus spielen, und, Flaut, Ihr die Thisbe.
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373
ZETTEL.
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374
Gut, nur weiter!
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SQUENZ.
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376
Matz Schlucker, der Schneider!
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SCHLUCKER.
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Hier, Peter Squenz.
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379
SQUENZ.
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Matz Schlucker, Ihr müsst Thisbes Mutter spielen. Thoms Schnauz, der Kesselflicker!
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SCHNAUZ.
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Hier, Peter Squenz.
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SQUENZ.
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384
Ihr, des Pyramus Vater, ich selbst, Thisbes Vater; Schnock, der Schreiner, Ihr des Löwen Rolle. Und so wäre dann halt 'ne Komödie in den Schick gebracht.
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SCHNOCK.
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386
Habt Ihr des Löwen Rolle aufgeschrieben? Bitt' Euch, wenn Ihr sie habt, so gebt sie mir; denn ich habe einen schwachen Kopf zum Lernen.
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SQUENZ.
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Ihr könnt sie extempore machen: es ist nichts wie brüllen.
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ZETTEL.
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390
Lasst mich den Löwen auch spielen. Ich will brüllen, dass es einem Menschen im Leibe wohl tun soll, mich zu hören. Ich will brüllen, dass der Herzog sagen soll: »Noch 'mal brüllen! Noch 'mal brüllen!«
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SQUENZ.
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392
Wenn Ihr es gar zu fürchterlich machtet, so würdet Ihr die Herzogin und die Damen erschrecken, dass sie schrien, und das brächte euch alle an den Galgen.
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ALLE.
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Ja, das brächte uns an den Galgen, wie wir da sind.
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ZETTEL.
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Zugegeben, Freunde! Wenn ihr die Damen erst so erschreckt, dass sie um ihre fünf Sinne kommen, so werden sie unvernünftig genug sein, uns aufzuhängen. Aber ich will meine Stimme forcieren, ich will euch so sanft brüllen, wie ein saugendes Täubchen: – ich will euch brüllen, als wär' es 'ne Nachtigall.
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SQUENZ.
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Ihr könnt keine Rolle spielen als den Pyramus. Denn Pyramus ist ein Mann mit einem süßen Gesicht, ein hübscher Mann, wie man ihn nur an Festtagen verlangen kann, ein scharmanter, artiger Kavalier. Derhalben müsst Ihr platterdings den Pyramus spielen.
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399
ZETTEL.
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400
Gut, ich nehm's auf mich. In was für einem Bart könnt' ich ihn wohl am besten spielen?
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401
SQUENZ.
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402
Nu, in was für einem Ihr wollt.
Vorlage S. 319
403
ZETTEL.
Vorlage S. 319
404
Ich will ihn machen, entweder in dem strohfarbenen Bart, oder in dem orangegelben Bart, oder in dem karmesinroten Bart, in dem ganz gelben.
Vorlage S. 320
405
SQUENZ.
Vorlage S. 320
406
Hier, Meisters, sind eure Rollen, und ich muss euch bitten, ermahnen und ersuchen, sie bis morgen nacht auswendig zu wissen. Trefft mich in dem Schloßwalde, eine Meile von der Stadt, bei Mondschein; da wollen wir probieren. Denn wenn wir in der Stadt zusammenkommen, werden wir ausgespürt, kriegen Zuhörer, und die Sache kommt aus. Zugleich will ich ein Verzeichnis von Artikeln machen, die zu unserm Spiele nötig sind. Ich bitt' euch, bleibt mir nicht aus!
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ZETTEL.
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408
Wir wollen kommen, und da können wir recht unverschämt und herzhaft probieren. Gebt euch Mühe! Könnt eure Rollen perfekt! Adieu!
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409
SQUENZ.
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410
Bei des Herzogs Eiche treffen wir uns.
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411
ZETTEL.
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Dabei bleibt's! es mag biegen oder brechen!
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413
Alle ab.
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Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Vielleicht, weil Regen fehlt, womit gar wohl«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich einen Grund oder eine daraus gezogene Folge? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Was bedeutet »unverzüglich« in diesem Ausschnitt? »Dann übergeb' ich diesem Manne sie, Wo nicht, dem Tode, welchen unverzüglich In diesem Falle das Gesetz verhängt.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Wenn ich's mache, lasst die Zuhörer nach ihren Augen sehn!« B: »Bei dem, was Seelen knüpft, in Lieb' und Glauben;« C: »O dreimal selig, die, des Bluts Beherrscher, So jungfräuliche Pilgerschaft bestehn!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Lysander, halte Wort! – Was Lieb' erquickt, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »entweder« in diesem Textausschnitt? »Ich will ihn machen, entweder in dem strohfarbenen Bart, oder in dem orangegelben Bart, oder in dem karmesinroten Bart, in dem ganz gelben.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ne, meiner Seel', lasst mich keine …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Herz gewonnen; doch ich stimme nun«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Herz gewonnen; doch ich stimme nun« und »machen, die zu unserm Spiele nötig sind«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Ihr müsst jetzt mit mir gehn, weil ich mit euch«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Nun rückt, Hippolyta, die Hochzeitstunde«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Wie Träume, Seufzer, stille Wünsche, Tränen,«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Dabei bleibt's! es mag biegen oder brechen!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Ein Sommernachtstraum

William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 1, Herausgegeben von Anselm Schlösser. Berlin: Aufbau, 1975. Shakespeare, William 310- Berlin

Das Werk Ein Sommernachtstraum von Shakespeare, William ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Englisch

Englischer Originaltext in der digitalen Project-Gutenberg-Ausgabe. Die Vorlage nennt keine historische Druckausgabe. Unterschiedliche Bühnenfassungen, Szenenteilungen und historische Übersetzungen können voneinander abweichen. Keine Behauptung einer Erstfassung oder zeilengetreuen Entsprechung. Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion dieser Quelle bleiben erhalten; nur HTML-Layout wird in Lesetext übertragen.

William Shakespeare: A Midsummer Night's Dream. Project Gutenberg eBook 1514. Originalsprache Englisch; digitale Quelle unverändert archiviert.

Autorschaft und Ausgabe: William Shakespeare

Originaltext und Ausgabe ↗ · Project Gutenberg · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.