Zum Inhalt springen

Buch - Der gefesselte Proemetheus - Aischylos

Aus MOOCsWiki Staging
Version vom 14. Oktober 2026, 19:48 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (Bücher-Welt: freigegebene Buchausgabe create-only ergänzen [0f6a3d4e75e43939])
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

← Bücher-Welt

Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Der gefesselte Proemetheus

Aischylos

Der gefesselte Proemetheus von Aischylos. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–131 Abschnitte
Historische Illustration zu Der gefesselte Proemetheus
Historische Illustration zu „Der gefesselte Proemetheus“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Frans Snyders / Peter Paul Rubens · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Johann Gustav Droysen

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 1 von 1

Aischylos

1
Aischylos
2
Der gefesselte Prometheus
3
(Prometheus desmotes)
4
Personen.
Vorlage S. 234
5
Kratos und Bia (Kraft und Gewalt), Riesengestalten
Vorlage S. 234
6
Hephaistos
Vorlage S. 234
7
Prometheus
Vorlage S. 234
8
Chor der Okeaniden
Vorlage S. 234
9
Okeanos
Vorlage S. 234
10
Io, Inachos' Tochter
Vorlage S. 234
11
Hermes
Vorlage S. 234
12
KRATOS.
Vorlage S. 234
13
Wir stehn am fernsten Saum der Welt, dem skythischen
Vorlage S. 234
14
Gelände jetzt, in unbetretner Einsamkeit.
Vorlage S. 234
15
Hephaistos, du wirst eingedenk jetzt sein des Amts,
Vorlage S. 234
16
Das dir der Vater übertrug, den Frevler hier
Vorlage S. 234
17
In diamantner Fesseln unlösbarem Netz
Vorlage S. 234
18
Hoch anzuschmieden auf den gipfelsteilen Fels.
Vorlage S. 234
19
Denn deines Kleinods, wunderkünstlichen Feuers, stahl
Vorlage S. 234
20
Er einen Funken, gab ihn preis den Sterblichen.
Vorlage S. 234
21
Den Frevel soll er büßen jetzt den Ewigen,
Vorlage S. 234
22
Auf dass er lerne, sich Kronions Herrentum
Vorlage S. 234
23
Zu fügen, seiner Menschengunst Einhalt zu tun.
Vorlage S. 234
24
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 234
25
Gewalt und Kraft, euch beiden hat jetzt Zeus' Gebot
Vorlage S. 234
26
Sein Ziel und Ende, weitres bleibt euch nichts zu tun.
Vorlage S. 234
27
Ich aber selbst, ich zittre, den verwandten Gott
Vorlage S. 234
28
Mit Gewalt zu schmieden an ein unwirtbar Geklüft;
Vorlage S. 234
29
Und dennoch zwingt Notwendigkeit mich, so zu tun;
Vorlage S. 234
30
Des Vater Wort mißachten ist die schwerste Schuld.
Vorlage S. 234
31
Hochsinnger Sohn der rateskundgen Themis, dich
Vorlage S. 234
32
Gezwungnen muss gezwungen ich in Ketten jetzt
Vorlage S. 234
33
Unlösbar schmieden an den menschenöden Fels,
Vorlage S. 234
34
Wo nie Gestalt, nie Stimme eines Menschen dir
Vorlage S. 234
35
Sich naht, vom glühnden Strahl der Sonne dir versengt
Vorlage S. 234
36
Der Glieder blühnde Kraft dahinwelkt, bis ersehnt
Vorlage S. 234
37
Dir dann den Tag einhüllt die buntgewandge Nacht,
Vorlage S. 234
38
Dann fort den Frühreif wieder schmilzt der Sonne Blick.
Vorlage S. 234
39
So stets von jedem Elend, jeder Gegenwart
Vorlage S. 234
40
Wirst du gequält; da ist niemand, der helfen kann.
Vorlage S. 234
41
Den Dank gewinnt dir deine Menschenfreundlichkeit,
Vorlage S. 234
42
Da, Gott du, unbekümmert um der Götter Zorn,
Vorlage S. 234
43
Den Menschen Ehre gönntest mehr, als du gesollt.
Vorlage S. 234
44
Drum wirst du Hüter dieses öden Felsens sein,
Vorlage S. 234
45
Schlaflos, emporgefesselt, ungebeugt das Knie,
Vorlage S. 234
46
Wirst viele Jammerklage, vieles Weh und Ach
Vorlage S. 234
47
Vergebens schrein; denn unerbittlich zürnet Zeus;
Vorlage S. 234
48
's ist hart ein jeder, der in neuer Macht sich sieht.
Vorlage S. 234
49
KRATOS.
Vorlage S. 235
50
Auf, auf! Was säumst du und bedauerst ihn umsonst?
Vorlage S. 235
51
Wie, hassest du nicht diesen gottverhaßten Gott,
Vorlage S. 235
52
Der doch den Menschen frevelnd dein Kleinod verriet?
Vorlage S. 235
53
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 235
54
Verwandter Ursprung, lange Freundschaft binden stark.
Vorlage S. 235
55
KRATOS.
Vorlage S. 235
56
Ich glaub's; doch unfolgsam des Vaters Worten sein,
Vorlage S. 235
57
Wie ist es möglich? Scheust du es nicht um vieles mehr?
Vorlage S. 235
58
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 235
59
Stets ohn Erbarmen bist du und voll wildem Trotz!
Vorlage S. 235
60
KRATOS.
Vorlage S. 235
61
Es hilft ja doch nichts, Tränen ihm zu weinen; drum
Vorlage S. 235
62
Müh dich umsonst nicht mit so ganz Vergeblichem!
Vorlage S. 235
63
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 235
64
O dieser Hände hundertfach verhaßt Gewerb!
Vorlage S. 235
65
KRATOS.
Vorlage S. 235
66
Warum verhaßt dir? Denn mit einem Wort: des Grams,
Vorlage S. 235
67
Der jetzt dich drückt, trägt deine Kunst dir keine Schuld.
Vorlage S. 235
68
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 235
69
Und doch, o hätte jeder andre sie erlost!
Vorlage S. 235
70
KRATOS.
Vorlage S. 235
71
Es ward den Göttern alles, nur nicht Herr zu sein;
Vorlage S. 235
72
Denn frei und Selbstherr nennst du niemand außer Zeus.
Vorlage S. 235
73
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 235
74
Ich seh's; entgegen dem zu sprechen hab ich nichts!
Vorlage S. 235
75
KRATOS.
Vorlage S. 235
76
Und eilst dich doch nicht, gleich mit Fesseln ihn zu umfahn,
Vorlage S. 235
77
Damit dich säumig nicht der Vater möge sehn?
Vorlage S. 235
78
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 235
79
Nun, mir zu Händen sind die Ketten ja schon zu sehn!
Vorlage S. 235
80
KRATOS.
Vorlage S. 235
81
Um die Hände leg sie, schmiede sie ihm aus aller Kraft
Vorlage S. 235
82
Mit deinem Hammer, nagle fest sie an den Fels!
Vorlage S. 235
83
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 235
84
Schon fasst es; nicht ist meiner Arbeit Werk umsonst!
Vorlage S. 235
85
KRATOS.
Vorlage S. 235
86
Schlag's mehr, noch mehr ein! Keil es fest! Lass nirgend nach!
Vorlage S. 235
87
Der weiß sich Rat zu finden, wo's unmöglich scheint.
Vorlage S. 235
88
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 235
89
's ist unerlösbar jetzt geschlossen dieser Arm.
Vorlage S. 235
90
KRATOS.
Vorlage S. 235
91
So schmiede sicher auch den andern an, damit
Vorlage S. 235
92
Er lernt, vor Zeus sei seine Schlauheit eitel Nichts.
Vorlage S. 235
93
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 235
94
Der einzig tadelt, keiner sonst mich noch mit Recht.
Vorlage S. 235
95
KRATOS.
Vorlage S. 235
96
Des diamantnen Keiles schonungslosen Zahn,
Vorlage S. 235
97
Hier durch die Brust hin treib ihm den mit aller Kraft!
Vorlage S. 235
98
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 235
99
Weh dir, Prometheus! Ach, ich seufz um deinen Schmerz!
Vorlage S. 235
100
KRATOS.
Vorlage S. 235
101
Du zögerst nochmals, seufzest um den Feind des Zeus?
Vorlage S. 235
102
Dass nur du selbst nicht um dich selbst einst jammern musst!
Vorlage S. 235
103
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 235
104
Du siehst ein Schauspiel, nicht mit Augen anzuschaun!
Vorlage S. 235
105
KRATOS.
Vorlage S. 235
106
Des wohlverdienten Lohns beschieden seh ich ihn.
Vorlage S. 235
107
Auf! Um die Seiten leg ihm an den Eisengurt!
Vorlage S. 235
108
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 236
109
Ich muss es tun; befiehl es nicht zum Überdruß!
Vorlage S. 236
110
KRATOS.
Vorlage S. 236
111
Jawohl befehlen, an dich treiben obendrein!
Vorlage S. 236
112
Steig nieder, gürte jetzt den Schenkel eisern ein!
Vorlage S. 236
113
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 236
114
Und schon geschehn ist's also sonder viele Müh!
Vorlage S. 236
115
KRATOS.
Vorlage S. 236
116
Jetzt schlage tüchtig ihm der Kette Stift in den Fuß,
Vorlage S. 236
117
Denn deiner Arbeit Richter ist, du weißt es, streng!
Vorlage S. 236
118
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 236
119
Dein Mund, er lärmt, wie's würdig deines Riesenleibs!
Vorlage S. 236
120
KRATOS.
Vorlage S. 236
121
Sei du ein Weichling, aber meinen Eigensinn
Vorlage S. 236
122
Und meines Zornes Härte mach mir nicht zur Schuld!
Vorlage S. 236
123
HEPHAISTOS.
Vorlage S. 236
124
So lass uns gehn; fest liegt um ihn das Eisennetz.
Vorlage S. 236
125
KRATOS.
Vorlage S. 236
126
Hier trotz und frevle, hier entwend den Göttern ihr
Vorlage S. 236
127
Kleinod und bring es deinen Tagesmenschen! Wie
Vorlage S. 236
128
Vermögen sie dir auszuschöpfen deine Qual?
Vorlage S. 236
129
Falsch heißt Prometheus du der Vorbedächtige
Vorlage S. 236
130
Den Göttern; selbst bedurftest du des Vorbedachts,
Vorlage S. 236
131
Mit welcher Wendung du dich entwändest diesem Netz.
Vorlage S. 236
132
Kratos, Bia und Hephaistos ab.
Vorlage S. 236
133
PROMETHEUS
Vorlage S. 236
134
an der Höhe des Felsens angeschmiedet.
Vorlage S. 236
135
O heilger Äther! Schnellbeschwingter Windeshauch!
Vorlage S. 236
136
Ihr Stromesquellen! Du im Wellenspiel der See
Vorlage S. 236
137
Unzählges Lachen! Erde, Allgebärerin!
Vorlage S. 236
138
Du allesschauend Sonnenaug, euch ruf ich an!
Vorlage S. 236
139
Seht her, was ich von Göttern dulden muss, ein Gott.
Vorlage S. 236
140
Seht her auf mich, wie in Schmach, wie in Qual,
Vorlage S. 236
141
Wie erniedriget ich Jahrtausende hier
Vorlage S. 236
142
Abhärmen mich soll. Und das hat mir
Vorlage S. 236
143
Der Unsterblichen neuer Gebieter erdacht,
Vorlage S. 236
144
Mir Ketten und Schmach.
Vorlage S. 236
145
Weh! weh! Um das Jetzt, um der Zukunft Qual
Vorlage S. 236
146
Wehklag ich umsonst! Wann wird jemals
Vorlage S. 236
147
Mir der Mühsal Ende sich zeigen!
Vorlage S. 236
148
Und doch, was sag ich? Klar im voraus weiß ich ja
Vorlage S. 236
149
All meine Zukunft; nimmer unerwartet naht
Vorlage S. 236
150
Mir jede Trübsal; mein Verhängnis muss ich dann,
Vorlage S. 236
151
So leicht ich kann, ertragen, im Bewusstsein, dass
Vorlage S. 236
152
Die Gewalt des Schicksals ewig unbezwinglich ist.
Vorlage S. 236
153
Und doch, verschweigen mein Geschick, verschweigen nicht,
Vorlage S. 237
154
Unmöglich ist mir beides. Weil den Menschen ich
Vorlage S. 237
155
Heil brachte, darum trag ich qualvoll dieses Joch.
Vorlage S. 237
156
Im Ferulstabe glimmend, stahl ich ja des Lichts
Vorlage S. 237
157
Verstohlnen Urquell, der ein Lehrer aller Kunst
Vorlage S. 237
158
Den Menschen wurde, alles Lebens großer Hort.
Vorlage S. 237
159
Und diese Strafen büß ich jetzt für meine Schuld,
Vorlage S. 237
160
In Ketten angeschmiedet hoch in freier Luft!
Vorlage S. 237
161
Horch! wehe!
Vorlage S. 237
162
Weh! welch Geräusch, welcher Duft weht mir zu, fremd, gestaltlos?
Vorlage S. 237
163
Von den Ewigen, von den Sterblichen, oder beiden?
Vorlage S. 237
164
Naheten gar sich zu dem fernen Geklüft
Vorlage S. 237
165
Neugierge meines Leides? Oder wozu sonst?
Vorlage S. 237
166
So seht gefesselt mich, den unglückselgen Gott,
Vorlage S. 237
167
Mich, Zeus' Abscheu, mich verfeindeten Feind
Vorlage S. 237
168
Der unsterblichen Götter zumal, soviel
Vorlage S. 237
169
Eingehn in des Zeus goldleuchtenden Saal,
Vorlage S. 237
170
Weil zuviel Lieb ich den Menschen gehegt!
Vorlage S. 237
171
Weh mir! Aufs neu tönt her das Geschwirr
Vorlage S. 237
172
Wie von Vögeln der Wildnis; es flüstert die Luft
Vorlage S. 237
173
Von der Fittiche leis hinschwebendem Schlag!
Vorlage S. 237
174
Was naht, mir naht es zum Grausen!
Vorlage S. 237
175
Auf geflügeltem Wagen schweben die Okeaniden vor dem Felsen des Prometheus auf und ab und singen im abwechselnden Chorlied.
Vorlage S. 237
176
Erste Strophe
Vorlage S. 237
177
CHOR.
Vorlage S. 237
178
Du fürchte nichts; freundlichen Sinns ist unsre Schar wechselgeschwinden Flügelschlags diesem Geländ
Vorlage S. 237
179
Eilig genaht; sobald ich
Vorlage S. 237
180
Des Vaters Herz endlich erweicht, trugen mich her die geschwinden Lüfte.
Vorlage S. 237
181
Des Hammers weithallender Schlag durchdrang der Meergrotte Gemach, er scheuchte mir
Vorlage S. 237
182
Scheuen die blöde Scham fort;
Vorlage S. 237
183
Schuhlos in geflügeltem Wagen kam ich.
Vorlage S. 238
184
PROMETHEUS.
Vorlage S. 238
185
Weh! weh!
Vorlage S. 238
186
Ihr, Tethys' Kinder, der kindreichen,
Vorlage S. 238
187
Ihr Töchter des rings um die Welt sein Meer
Vorlage S. 238
188
Schlaflos hinströmenden Okeanos,
Vorlage S. 238
189
Seht, Mädchen, mich an, o schauet empor,
Vorlage S. 238
190
Wie gefesselt ich hier, wie mit Ketten beschwert
Vorlage S. 238
191
Ich am Felsengestad, am zerrißnen Geklüft
Vorlage S. 238
192
Unbeneidete Wacht muss dulden.
Vorlage S. 238
193
Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 238
194
CHOR.
Vorlage S. 238
195
Prometheus, ich seh's! In Entsetzen trübt der vorbrechenden Träne Nebel dichtfallend den Blick,
Vorlage S. 238
196
Dass ich dich also sehn muss
Vorlage S. 238
197
Qualvoll dahinwelken am Fels unter der Last diamantener Banden;
Vorlage S. 238
198
Ach, neue Herrn sind im Olymp am Ruder jetzt, neuem Gesetz gemäß regiert
Vorlage S. 238
199
Ohne Gesetze Zeus jetzt;
Vorlage S. 238
200
Das früher Gewaltige, jetzt vertilgt er's.
Vorlage S. 238
201
PROMETHEUS.
Vorlage S. 238
202
Hätt unter die Erd in des Hades Reich,
Vorlage S. 238
203
In des totenbehausenden Tartaros Nacht
Vorlage S. 238
204
Er hinab mich gestürzt, unlösbar hart
Vorlage S. 238
205
Mich in Ketten zu fahn, dass nimmer ein Gott
Vorlage S. 238
206
Noch ein anderer je mein lachte zum Spott!
Vorlage S. 238
207
Doch ein Spielzeug jetzt hier den Lüften erduld
Vorlage S. 238
208
Ich den Feinden ergötzliches Elend.
Vorlage S. 238
209
Zweite Strophe
Vorlage S. 238
210
CHOR.
Vorlage S. 238
211
Oh, wer der Götter hegte solch verhärtet Herz, sich des zu erfreun!
Vorlage S. 238
212
Wer fühlte nicht mit deinem Leid
Vorlage S. 238
213
Mitleid? Nur Zeus nicht, der in Erbittrung fort und fort,
Vorlage S. 238
214
In nimmer gebeugtem Übermut
Vorlage S. 238
215
Uranos' göttlich Geschlecht knechtet!
Vorlage S. 238
216
Nimmer ruht der, es ermüd ihm das Herze denn, oder entrissen ihm
Vorlage S. 238
217
Würde mit List die verhaßte Gewalt einst.
Vorlage S. 238
218
PROMETHEUS.
Vorlage S. 239
219
Mein, mein noch einst, ob in gliedmarternden
Vorlage S. 239
220
Erzbanden zur Schmach ich verdammt jetzt bin,
Vorlage S. 239
221
Mein einst hat not der Unsterblichen Herr,
Vorlage S. 239
222
Dass den neuen Verrat ich enthülle, der ihm
Vorlage S. 239
223
Sein Zepter und Reich zu entreißen sich naht!
Vorlage S. 239
224
Dann nicht von dem honigsüßen Geschwätz
Vorlage S. 239
225
Der Beredsamkeit ihm erweicht, nicht bang
Vorlage S. 239
226
Vor dem wildesten Dräun soll je mein Mund,
Vorlage S. 239
227
Was ich weiß, ihm enthülln, er befreite mir denn
Vorlage S. 239
228
Von den Ketten den Leib und bequemte sich, so
Vorlage S. 239
229
Unwürdige Schmach mir zu büßen!
Vorlage S. 239
230
Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 239
231
CHOR.
Vorlage S. 239
232
Du bist zu hart und fügest selbst in diesen bittren Qualen dich nicht,
Vorlage S. 239
233
Gönnst gar dem Mund zu dreistes Wort.
Vorlage S. 239
234
Doch meinen Busen zerreißt mir schneidende Angst,
Vorlage S. 239
235
Denn ich fürchte sehr um dein Geschick;
Vorlage S. 239
236
Deiner unsäglichen Qual Ende,
Vorlage S. 239
237
Wann erscheint's, wo du den Hafen erreichst? Denn es hegt ein verschlossenes,
Vorlage S. 239
238
Streng unerbittliches Herz Kronion.
Vorlage S. 239
239
PROMETHEUS.
Vorlage S. 239
240
Wohl weiß ich, wie hart, wie in Willkür Zeus
Vorlage S. 239
241
Sein Recht ausübt; und doch wird sehr
Vorlage S. 239
242
Sanftmütig dereinst
Vorlage S. 239
243
Er erscheinen, wenn so er gebrochen sich fühlt;
Vorlage S. 239
244
Dann tilgend den unnachgiebigen Zorn,
Vorlage S. 239
245
Wird wieder zum Bund und zur Freundschaft er
Vorlage S. 239
246
Dem Bereiten bereiter sich zeigen.
Vorlage S. 239
247
CHORFÜHRERIN.
Vorlage S. 239
248
So offenbar uns alles und erzähl es uns,
Vorlage S. 239
249
Um welcher Ursach willen Zeus denn dich ergriff,
Vorlage S. 239
250
Dass also schmachvoll und erbittert er dich straft;
Vorlage S. 239
251
Belehr mich dessen, wenn's dich nicht zu sagen schmerzt.
Vorlage S. 239
252
PROMETHEUS.
Vorlage S. 239
253
Ja, wahrlich schmerzvoll ist's, davon zu sprechen, mir,
Vorlage S. 239
254
Schmerzvoll zu schweigen, bittrer Kummer überall.
Vorlage S. 239
255
Sobald der himmlischen Mächte Haß entzündet war
Vorlage S. 239
256
Und helle Zwietracht wechseleifernd sich erhob,
Vorlage S. 239
257
Die einen Kronos stürzen wollten seines Throns,
Vorlage S. 240
258
Dass Zeus hinfort Herr wäre, wieder andere
Vorlage S. 240
259
Sich mühn, dass Zeus der Götter Herrschaft nicht erlangt',
Vorlage S. 240
260
Da riet ich wohl das Beste; doch besänftigen
Vorlage S. 240
261
Die Titanen, Gaias Kinder und des Uranos,
Vorlage S. 240
262
Das konnt ich nicht; sie, meinen friedlich klugen Rat
Vorlage S. 240
263
Mit Spott verwerfend in des Mutes wildem Trotz,
Vorlage S. 240
264
Gedachten mühlos sich zu behaupten durch Gewalt.
Vorlage S. 240
265
Doch hatte mehrfach meine Mutter Themis Gê,
Vorlage S. 240
266
In vielen Namen stets dieselbe Urgestalt,
Vorlage S. 240
267
Den Pfad der Zukunft mir vorherverkündiget:
Vorlage S. 240
268
Nicht durch Gewalt sei, nicht in stolzer Übermacht,
Vorlage S. 240
269
Es sei in List nur sicher der jetzt Gewaltgen Reich.
Vorlage S. 240
270
Und als ich ihnen diesen Ausspruch deutete,
Vorlage S. 240
271
Kaum drauf zu hören hielten sie der Mühe wert.
Vorlage S. 240
272
Von allen Wegen, die ich damals vor mir sah,
Vorlage S. 240
273
Schien mir der beste, dass ich nebst der Mutter mich
Vorlage S. 240
274
Mit Zeus verband, freiwillig dem Freiwilligen.
Vorlage S. 240
275
So schließt nach meinem Rate jetzt des Tartaros
Vorlage S. 240
276
Nachttiefer Abgrund ein des greisen Kronos Leib,
Vorlage S. 240
277
Mit ihm die Kampfgenossen. Und also von mir
Vorlage S. 240
278
Vielfach gefördert, hat des Götterreichs Tyrann
Vorlage S. 240
279
Mit diesem Undank bittrer Strafen mir gelohnt;
Vorlage S. 240
280
Denn anzuhaften pfleget aller Tyrannei
Vorlage S. 240
281
Auch dies Gebrechen, treusten Freunden nicht zu traun.
Vorlage S. 240
282
Doch was ihr fraget, welcher Ursach wegen er
Vorlage S. 240
283
Mich so hinausstieß, will ich euch erklären. Denn
Vorlage S. 240
284
Sobald er seines Vaters heilgen Thron bestieg,
Vorlage S. 240
285
Sofort verteilt' er Ehr und Amt den Ewigen,
Vorlage S. 240
286
Je andern andre, und verlehnt' des weiten Reichs
Vorlage S. 240
287
Gewalten; einzig für die armen Menschen trug
Vorlage S. 240
288
Er keine Rücksicht; ganz zu vertilgen ihr Geschlecht,
Vorlage S. 240
289
Ein andres, neues dann zu schaffen war sein Plan.
Vorlage S. 240
290
Da trat denn niemand ihm entgegen außer mir;
Vorlage S. 240
291
Ich aber wagt es, ich errang's den Sterblichen,
Vorlage S. 240
292
Dass nicht zerschmettert sie des Hades Nacht verschlang.
Vorlage S. 240
293
Darum belastet ward ich so mit dieser Qual,
Vorlage S. 240
294
Zu tragen schmerzvoll, anzuschaun erbarmenswert.
Vorlage S. 241
295
Und da ich Mitleid hegte den Menschen, ward ich selbst
Vorlage S. 241
296
Des nicht gewürdigt, sondern unbarmherzig hier
Vorlage S. 241
297
Felsangeschmiedet, schändlich Schaugepräng des Zeus!
Vorlage S. 241
298
CHOR.
Vorlage S. 241
299
Der trägt ein Steinherz, und die Brust ist starres Erz,
Vorlage S. 241
300
Der dir, Prometheus, nicht im tiefsten deine Qual
Vorlage S. 241
301
Mitfühlt; denn ich – nie hätten meine Augen dies
Vorlage S. 241
302
Sehn müssen –, da ich's nun gesehn, bricht mir das Herz.
Vorlage S. 241
303
PROMETHEUS.
Vorlage S. 241
304
Den Freunden freilich bin ich jammervoll zu schaun.
Vorlage S. 241
305
CHOR.
Vorlage S. 241
306
Du bist doch weiter nicht gegangen, als du sagst?
Vorlage S. 241
307
PROMETHEUS.
Vorlage S. 241
308
Ich nahm's den Menschen, ihr Geschick vorauszusehn.
Vorlage S. 241
309
CHOR.
Vorlage S. 241
310
Sag, welch ein Mittel fandest du für dieses Gift?
Vorlage S. 241
311
PROMETHEUS.
Vorlage S. 241
312
Der blinden Hoffnung gab ich Raum in ihrer Brust.
Vorlage S. 241
313
CHOR.
Vorlage S. 241
314
Ein großes Gut ist's, das du gabst den Sterblichen.
Vorlage S. 241
315
PROMETHEUS.
Vorlage S. 241
316
Und bot zum andern ihnen dar des Feuers Kunst.
Vorlage S. 241
317
CHOR.
Vorlage S. 241
318
Die Tageskinder kennen jetzt der Flamme Blick?
Vorlage S. 241
319
PROMETHEUS.
Vorlage S. 241
320
Der künftig tausendfache Kunst sie lehren wird.
Vorlage S. 241
321
CHOR.
Vorlage S. 241
322
Um diesen Frevel also ist's, dass Zeus dich so –
Vorlage S. 241
323
PROMETHEUS.
Vorlage S. 241
324
Mit Schmach und Qual straft und die Qual nie mildern wird.
Vorlage S. 241
325
CHOR.
Vorlage S. 241
326
Und auch ein Ziel nicht dieses Leides siehst du je?
Vorlage S. 241
Historische Illustration zu Der gefesselte Proemetheus
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Der gefesselte Proemetheus“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Frans Snyders / Peter Paul Rubens · Public domain Bildquelle ↗
327
PROMETHEUS.
Vorlage S. 241
328
Kein andres jemals, als wenn es ihm gefallen wird.
Vorlage S. 241
329
CHOR.
Vorlage S. 241
330
Gefallen, wie? Ist Hoffnung? Siehst du nicht, du hast
Vorlage S. 241
331
Gefrevelt; wie gefrevelt, das zu sagen ist
Vorlage S. 241
332
Mir keine Freude, Kummer dir; so lass ich's gern;
Vorlage S. 241
333
Nur find Erlösung irgend dir von dieser Qual!
Vorlage S. 241
334
PROMETHEUS.
Vorlage S. 241
335
Leicht ist's, wenn fern dem Leide weilt der eigne Fuß,
Vorlage S. 241
336
Zu warnen, besten Rat zu weihn dem Leidenden;
Vorlage S. 241
337
Das alles aber sah ich selbst in meinem Sinn.
Vorlage S. 241
338
Gern, gern gefrevelt hab ich, gern – ich leugn es nicht –
Vorlage S. 241
339
Zum Heil der Menschheit dieses Leid mir selbst erzeugt.
Vorlage S. 241
340
Doch glaubt ich das nicht, unter solcher Strafe Last
Vorlage S. 241
341
Dahinzuschmachten hoch an luftger Felsenstirn,
Vorlage S. 241
342
Verbannt in dies einsame nachbarlose Land.
Vorlage S. 241
343
Darum beklagt mir meine jetzigen Schmerzen nicht;
Vorlage S. 241
344
Kommt, steigt hernieder, höret mein zukünftig Los,
Vorlage S. 241
345
Auf dass ihr einseht, wie es sich alles fügen muss.
Vorlage S. 241
346
Tut's mir zuliebe, tut es, teilt mein Leid mit mir,
Vorlage S. 241
347
Jetzt Mühbeladnem! Denn in gleicher Weise schweift
Vorlage S. 242
348
Und sucht die Trübsal andre heim zu andrer Zeit.
Vorlage S. 242
349
Während des folgenden steigen die Okeaniden hinab auf den felsigen Boden.
Vorlage S. 242
350
CHOR.
Vorlage S. 242
351
Nicht unfolgsam dem, was du gewünscht,
Vorlage S. 242
352
Sind wir, Prometheus;
Vorlage S. 242
353
Mit behendem Fuße verlaß ich den leicht
Vorlage S. 242
354
Hinschwebenden Sitz, der ätherischen Flur
Vorlage S. 242
355
Luftpfade der Vögel; das rauhe Gestein
Vorlage S. 242
356
Fühlt wohl mein Fuß – doch all dein Leid
Vorlage S. 242
357
Von dir zu vernehmen verlangt mich.
Vorlage S. 242
358
Okeanos erscheint auf einem Flügelroß reitend.
Vorlage S. 242
359
OKEANOS.
Vorlage S. 242
360
Von weither komm ich gefahren zu dir,
Vorlage S. 242
361
Prometheus, endlich am endlichen Ziel,
Vorlage S. 242
362
Das mein flugkundiger Vogel, gelenkt
Vorlage S. 242
363
Von dem eigenen Sinn, ohn Zügel sich fand.
Vorlage S. 242
364
Dein Schicksal, wiß es, bemitleid ich,
Vorlage S. 242
365
Denn Verwandtschaft wohl kann, denk ich, dazu
Vorlage S. 242
366
Mich nötigen schon; zum Geschlecht kommt noch,
Vorlage S. 242
367
Dass ich niemand weiß, auf welchen ich mehr
Vorlage S. 242
368
Hielte denn auf dich.
Vorlage S. 242
369
Sehn wirst du, wie wahr das gesprochen, wie fern
Vorlage S. 242
370
Leer freundlich Geschwätz mir sei. Auf denn,
Vorlage S. 242
371
Und bezeichne, wie mit dir wirken ich kann;
Vorlage S. 242
372
Denn du sollst mir gestehn, vor Okeanos sei
Vorlage S. 242
373
In der Welt kein Freund dir bewährter!
Vorlage S. 242
374
PROMETHEUS.
Vorlage S. 242
375
Ha, sieh! Was ist denn? Kamst denn du auch, meinen Schmerz
Vorlage S. 242
376
Dir anzuschauen? Wie gewannst du's über dich,
Vorlage S. 242
377
Von deinem gleichgenannten Strom, vom Felsenbau
Vorlage S. 242
378
Der stillen Grotte fern zum eisenzeugenden
Vorlage S. 242
379
Berghang zu fahren? Oder kamst du, eignen Augs
Vorlage S. 242
380
Mein Los zu sehen, mitzufühlen meine Qual?
Vorlage S. 242
381
Sieh dieses Schauspiel, ich, Kronions Freund und Rat,
Vorlage S. 242
382
Der seiner Herrschaft mächtgen Thron ich mitgebaut,
Vorlage S. 242
383
Mit welchem Elend ich von ihm belastet bin!
Vorlage S. 243
384
OKEANOS.
Vorlage S. 243
385
Ich seh's, Prometheus, und ich will den besten Rat
Vorlage S. 243
386
Ans Herz dir legen, bist du selbst schon vielgewandt.
Vorlage S. 243
387
Erkenn dich selbst; gestalte neu zu neuer Art
Vorlage S. 243
388
Dich um, denn neu ist auch der Götter Fürst und Herr.
Vorlage S. 243
389
Doch wenn du so wilde, zorngeschärfte Reden noch
Vorlage S. 243
390
Ausstößest, leicht vernähme Zeus dich, höher selbst
Vorlage S. 243
391
Noch thronend, so dass deines jetzgen Ungemachs
Vorlage S. 243
392
Gesamte Mühsal Kinderspiel noch möchte sein.
Vorlage S. 243
393
Nein, lass, du Armer, ab vom Trotze deines Zorns,
Vorlage S. 243
394
Und nur Errettung suche dir von dieser Not. –
Vorlage S. 243
395
Wie alte Weisheit scheinet dir mein Wort vielleicht;
Vorlage S. 243
396
Und doch, Prometheus, für des allzustolzen Sinns
Vorlage S. 243
397
Zu stolze Red ist aller Zeiten dies der Lohn.
Vorlage S. 243
398
Du, nimmer dich bescheidend, weichst selbst nicht dem Schmerz
Vorlage S. 243
399
Und wirst dem jetzigen neuen noch vereinigen.
Vorlage S. 243
400
Doch wenn du mir und meinem Rate folgen willst,
Vorlage S. 243
401
So löcke wider den Stachel nicht mehr; denn du siehst,
Vorlage S. 243
402
Dass jetzt ein strenger Herrscher unumschränkt gebeut.
Vorlage S. 243
403
So geh ich selbst denn zu ihm und versuche, dich,
Vorlage S. 243
404
Wenn ich's vermag, zu retten noch aus deiner Qual;
Vorlage S. 243
405
Du bleibe ruhig und enthalt des Trotzes dich
Vorlage S. 243
406
Ganz. Oder weißest du, vor allen Weiser, nicht,
Vorlage S. 243
407
Dass deines Trotzens eitler Lärm den Stab dir bricht?
Vorlage S. 243
408
PROMETHEUS.
Vorlage S. 243
409
Beneidenswerter, dass du frei bist aller Schuld,
Vorlage S. 243
410
Da du doch alles mit mir wagtest und begingst.
Vorlage S. 243
411
Jetzt aber lass nur, lass es unbekümmert gehn,
Vorlage S. 243
412
Du bewegst ihn doch nicht; unerbittlich kennst du ihn.
Vorlage S. 243
413
Hab acht, dass nicht schon dieser Weg dir Schaden bringt.
Vorlage S. 243
414
OKEANOS.
Vorlage S. 243
415
Viel beßre Lehre weißt du jedem andern denn
Vorlage S. 243
416
Dir selbst; die Tat, nicht Worte überzeugen mich.
Vorlage S. 243
417
Doch meinen Eifer hältst du nimmermehr zurück;
Vorlage S. 243
418
Ich hoffe, ja ich hoffe, mir zuliebe wird
Vorlage S. 243
419
Zeus leicht gewähren, dich zu befrein von deiner Not.
Vorlage S. 243
420
PROMETHEUS.
Vorlage S. 243
421
Das werd ich dir hochpreisen jetzt und alle Zeit,
Vorlage S. 243
422
Denn alles besten Willens hast du gnug; jedoch
Vorlage S. 243
423
Lass deine Müh, vergebens wirst du, ohne mir
Vorlage S. 243
424
Zu nützen, Müh dir machen, falls du dich bemühst.
Vorlage S. 244
425
Nein, bleibe ruhig, bleibe fern von alledem;
Vorlage S. 244
426
Denn wenn ich selbst muss leiden, wünsch ich darum nicht,
Vorlage S. 244
427
Dass mehr und mehren gleiches Los begegnen mag.
Vorlage S. 244
428
O nein! – denn schon auch meines teuren Bruders Los
Vorlage S. 244
429
Schmerzt mich, des Atlas, der in den Abendlanden fern,
Vorlage S. 244
430
Des Himmels und der Erden Säule, steht und stützt
Vorlage S. 244
431
Mit seinen Schultern eine schwergewaltge Last;
Vorlage S. 244
432
Und auch den Riesen, der in Kilikias Schlucht gehaust,
Vorlage S. 244
433
Des Erdgebornen, Hunderthäuptigen wilde Kraft,
Vorlage S. 244
434
Ich sah voll Schmerz gebrochen und bewältigt ihn,
Vorlage S. 244
435
Den mächtigen Typhon, der den Göttern allen stand,
Vorlage S. 244
436
Aus grausem Zahne zischend flammenspeinden Mord,
Vorlage S. 244
437
Aus jedem Auge schleudernd wutempörten Blitz,
Vorlage S. 244
438
Als wollt er Zeus' Gewalt vertilgen mit Gewalt;
Vorlage S. 244
439
Da aber traf ihn schmetternd Zeus' schlaflos Geschoß,
Vorlage S. 244
440
Der niederfahrende, flammensprühnde Donnerkeil,
Vorlage S. 244
441
Der alles Trotzes dräunden Übermut in ihm
Vorlage S. 244
442
Erschlug, indem durchs Herz getroffen seine Kraft,
Vorlage S. 244
443
In den Staub geschmettert, tote Kohl' und Asche ward.
Vorlage S. 244
444
Und nun ein kraftlos welkdahingestreckter Leib,
Vorlage S. 244
445
Liegt er des Meeres ufersteilem Sunde nah,
Vorlage S. 244
446
Gedrückt vom Fuß des Ätna; auf der wolkigen
Vorlage S. 244
447
Bergkuppe sitzt und schmiedet sein glutsprühend Erz
Vorlage S. 244
448
Hephaistos; dorther werden Feuerströme einst
Vorlage S. 244
449
Herniederbrechen, rings zerfleischen mit wildem Zahn
Vorlage S. 244
450
Die saatengrünen, selgen Aun Sizilias,
Vorlage S. 244
451
So wild hervor wird Typhon tosen seine Wut
Vorlage S. 244
452
In des heißen Auswurfs flammenschloßenden Glutorkan,
Vorlage S. 244
453
Ob auch von Zeus' Blitzstrahlen selbst schon längst verkohlt. –
Vorlage S. 244
454
Du aber bist vorsichtig und bedarfst von mir
Vorlage S. 244
455
Nicht Rat; errette du dich selbst, so gut du kannst.
Vorlage S. 244
456
Ich aber werde trinken meiner Leiden Kelch,
Vorlage S. 244
457
Bis einst in Zeus' Herz Haß und Zorn sich lösen mag!
Vorlage S. 244
458
OKEANOS.
Vorlage S. 244
459
Hast du, Prometheus, nie bemerkt, wie Worte doch
Vorlage S. 244
460
Ein rechter Arzt sind für ein zorngereiztes Herz?
Vorlage S. 244
461
PROMETHEUS.
Vorlage S. 245
462
Wenn man zur rechten Stunde sänftigt das Gemüt,
Vorlage S. 245
463
Das schwellende Herz nicht wider Willen niederdrückt.
Vorlage S. 245
464
OKEANOS.
Vorlage S. 245
465
Wenn aber so Teilnahme sich bemüht, ja wagt,
Vorlage S. 245
466
Siehst du darin Gefahr der Strafe? Sag es mir.
Vorlage S. 245
467
PROMETHEUS.
Vorlage S. 245
468
Verlorne Arbeit und ein leeres gutes Herz!
Vorlage S. 245
469
OKEANOS.
Vorlage S. 245
470
An dieser Krankheit lass mich kranken; gern erträgt's
Vorlage S. 245
471
Der Treugesonnene, dass er unbesonnen scheint.
Vorlage S. 245
472
PROMETHEUS.
Vorlage S. 245
473
Es würde mein auch diese Schuld geheißen sein.
Vorlage S. 245
474
OKEANOS.
Vorlage S. 245
475
Hinweg nach Hause weist mich deutlich dieses Wort.
Vorlage S. 245
476
PROMETHEUS.
Vorlage S. 245
477
Damit dir dein Mitleid für mich nicht Haß erzeugt.
Vorlage S. 245
478
OKEANOS.
Vorlage S. 245
479
Des neuen Königs auf dem allgewaltgen Thron?
Vorlage S. 245
480
PROMETHEUS.
Vorlage S. 245
481
Sehr hüte dich, niemals zu kränken seinen Sinn!
Vorlage S. 245
482
OKEANOS.
Vorlage S. 245
483
Dein Los, Prometheus, soll mir ewge Lehre sein!
Vorlage S. 245
484
PROMETHEUS.
Vorlage S. 245
485
Geh! Fahre wohl! Bewahre stets so weisen Sinn!
Vorlage S. 245
486
OKEANOS.
Vorlage S. 245
487
Bereits zur Abfahrt rüstend hör ich deinen Rat;
Vorlage S. 245
488
Denn des weiten Äthers Pfade schlägt mein Vogelroß
Vorlage S. 245
489
Schon wild mit seinen Flügeln; es verlangt ihn auch,
Vorlage S. 245
490
Daheim den müden Huf zu ruhn auf weicher Streu.
Vorlage S. 245
491
Okeanos durch die Luft ab.
Vorlage S. 245
492
Erste Strophe
Vorlage S. 245
493
CHOR.
Vorlage S. 245
494
Ich klag um dein traurig Geschick, Prometheus, vorperlen die Tränen, meines Auges feuchtem Gestad zitternd entströmt;
Vorlage S. 245
495
Der Wange Flur netz ich mit reichem Quell; denn das wehret mir keiner. Ach, in willkürlicher Satzung herrschet Zeus,
Vorlage S. 245
496
Übergewaltig zeigt er sein Zepter der Urzeit hehren Göttern!
Vorlage S. 245
497
Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 245
498
Schon hallen Wehklagen in allem Land, der kraftriesigen, heilighehren Urzeiten und dein, deines Geschlechts
Vorlage S. 245
499
Gewaltges Reich laut zu betrauern; ja, soviel rings in der heiligen Asia weitem Gefild(e) wohnen, dein
Vorlage S. 245
500
Kummergesättigt bittres Los fühlen sie laut wehklagend mit dir!
Vorlage S. 245
501
Zweite Strophe
Vorlage S. 245
502
Kolchis' Volk, die kampfgeschürzten,
Vorlage S. 246
503
Schlachtenkühnen Waffenjungfraun,
Vorlage S. 246
504
Und die Skythen, deren Horden
Vorlage S. 246
505
Nah dem fernsten Geländ der Welt hausen am See Maiotis.
Vorlage S. 246
506
Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 246
507
Und Arabias Heldenblüte,
Vorlage S. 246
508
Und die rings die steile Felsburg
Vorlage S. 246
509
Nah dem Kaukasus umwohnen,
Vorlage S. 246
510
Wilde Scharen im Lärm der erzklirrenden Lanzen furchtbar.
Vorlage S. 246
511
Dritte Strophe
Vorlage S. 246
512
Nur einmal sah ich so noch einen Gott
Vorlage S. 246
513
Im Fluch diamantener Banden dulden,
Vorlage S. 246
514
Atlas so, den Titanen, nur,
Vorlage S. 246
515
Der ewig auf ihn gewälzter Weltenlasten Unmaß,
Vorlage S. 246
516
Ewig des himmlischen Pols Last trägt mit seinen Schultern.
Vorlage S. 246
517
Dritte Gegenstrophe
Vorlage S. 246
518
Und klagend rauscht der weiten See Wogenschlag, die Tiefe seufzt,
Vorlage S. 246
519
Fern nachhallt Hades' düsterer Abgrund,
Vorlage S. 246
520
Der heilgen Ströme rieselnde Quelln beweinen deine Trübsal.
Vorlage S. 246
521
PROMETHEUS.
Vorlage S. 246
522
Glaubt nicht, Behagen oder Hochmut lasse mich
Vorlage S. 246
523
So schweigen; tief nachsinnend nag ich wund mein Herz,
Vorlage S. 246
524
Dass ich mich selbst muss also tief erniedrigt sehn.
Vorlage S. 246
525
Und diese neuen Götter mit all ihrer Macht –
Vorlage S. 246
526
Wer sonst denn ich hat ihnen alles ausgeteilt?
Vorlage S. 246
527
Doch schweig ich davon, da ich, was ihr selber wisst,
Vorlage S. 246
528
Euch sagen würde; aber hört, was meine Schuld
Vorlage S. 246
529
An den Menschen ist, die, Träumer sonst und stumpfen Sinns,
Vorlage S. 246
530
Des Geistes mächtig und bewusst ich werden ließ!
Vorlage S. 246
531
Nicht einer Schuld zu zeihn die Menschen, sag ich das,
Vorlage S. 246
532
Nur um die Wohltat meiner Gabe darzutun.
Vorlage S. 246
533
Denn sonst mit offnen Augen sehend sahn sie nicht,
Vorlage S. 246
534
Es hörte nichts ihr Hören, ähnlich eines Traums
Vorlage S. 246
535
Gestalten mischten und verwirrten fort und fort
Vorlage S. 247
536
Sie alles blindlings, kannten nicht das sonnige
Vorlage S. 247
537
Dachüberdeckte Haus und nicht des Zimmrers Kunst;
Vorlage S. 247
538
Sie wohnten tief vergraben gleich den winzigen
Vorlage S. 247
539
Ameisen in der Höhlen sonnenlosem Raum;
Vorlage S. 247
540
Von keinem Merkmal wussten sie für Winters Nahn
Vorlage S. 247
541
Noch für den blumenduftgen Frühling, für den Herbst,
Vorlage S. 247
542
Den erntereichen; sonder Einsicht griffen sie
Vorlage S. 247
543
Alljedes Ding an, bis ich ihnen deutete
Vorlage S. 247
544
Der Sterne Aufgang und verhülltren Niedergang;
Vorlage S. 247
545
Die Zahlen, aller Wissenschaften trefflichste,
Vorlage S. 247
546
Der Schrift Gebrauch erfand ich und die Erinnerung,
Vorlage S. 247
547
Die sagenkundige Amme aller Musenkunst.
Vorlage S. 247
548
Dann spannt ins Zugjoch ich zum erstenmal den Ur,
Vorlage S. 247
549
Des Pfluges Sklaven; und damit dem Menschenleib
Vorlage S. 247
550
Die allzugroße Bürde abgenommen sei,
Vorlage S. 247
551
Schirrt ich das zügelstolze Roß dem Wagen vor,
Vorlage S. 247
552
Des mehr denn reichen Prunkes Kleinod und Gepräng.
Vorlage S. 247
553
Und auch das meerdurchfliegend lein'geflügelte
Vorlage S. 247
554
Fahrzeug des Schiffers ward von niemand ehr erbaut.
Vorlage S. 247
555
So mir zum Elend vieles Rates vielgewandt
Vorlage S. 247
556
Den Menschen, bin ich alles Rates bar und bloß,
Vorlage S. 247
557
Mir jetzt zu lösen dieser Qual schmachvolles Los.
Vorlage S. 247
558
CHOR.
Vorlage S. 247
559
Du trägst ein schmachvoll Leid, entraten alles Rats;
Vorlage S. 247
560
Du schwankst; dem schlechten Arzte gleich jetzt selbst erkrankt,
Vorlage S. 247
561
Verzagst du mutlos und vermagst dir selbst den Trank
Vorlage S. 247
562
Nicht mehr zu finden, welcher dich gesunden lässt.
Vorlage S. 247
563
PROMETHEUS.
Vorlage S. 247
564
Lass dir das weitre sagen und erstaune mehr,
Vorlage S. 247
565
Wie große Mittel, welche Künste ich erfand.
Vorlage S. 247
566
Das größte war's, dass, wenn sie Krankheit niederwarf,
Vorlage S. 247
567
Kein Mittel da war, keine Salbe, kein Gebräu,
Vorlage S. 247
568
Kein Brot der Heilung, sondern, aller Arzenei
Vorlage S. 247
569
Entraten, sie verkamen – bis sie dann von mir
Vorlage S. 247
570
Gelernt die Mischung segensreicher Arzenei,
Vorlage S. 247
571
Die aller Krankheit wilde Kraft zu stillen weiß.
Vorlage S. 247
572
Dann gab ich viele Weisen an der Seherkunst
Vorlage S. 247
573
Und schied zuerst aus, was in den Träumen als Gesicht
Vorlage S. 247
574
Zu nehmen, tat dann alles Tons geheimen Sinn
Vorlage S. 248
575
Und aller Fahrt Vorzeichen sorgsam ihnen kund,
Vorlage S. 248
576
Bestimmte deutlich jedes krummgeklaueten
Vorlage S. 248
577
Raubvogels Aufflug, welcher traurig, welcher froh
Vorlage S. 248
578
Nach seiner Art sei, welches Fanges jegliche
Vorlage S. 248
579
Sich nähren, welcher Weise gegenseitig sie
Vorlage S. 248
580
Freundschaft und Feindschaft halten und Geselligkeit;
Vorlage S. 248
581
Wie des Eingeweides Ebenheit den Ewigen,
Vorlage S. 248
582
Wie der Milz und Leber adernbunte Zierlichkeit
Vorlage S. 248
583
Und welche Farbe recht und wohlgefällig sei.
Vorlage S. 248
584
Indem zuletzt ich dann ein Hüftbein opferte,
Vorlage S. 248
585
Dazu ein Rückteil fettumwickelt, ward ich selbst
Vorlage S. 248
586
Der schweren Kunst Lehrmeister, nahm vom Seherblick
Vorlage S. 248
587
Der Flamme fort die Blindheit, die sie zuvor verbarg.
Vorlage S. 248
588
Soweit von diesem, aber die im Erdenschoß
Vorlage S. 248
589
Verborgenen Schätze, welche sein jetzt nennt der Mensch,
Vorlage S. 248
590
So Eisen, Erz, Gold, Silber, wer mag sagen, dass
Vorlage S. 248
591
Er diese vor mir aufgefunden und benutzt?
Vorlage S. 248
592
Niemand, ich weiß es, wenn er sich lügend nicht berühmt.
Vorlage S. 248
593
So ist, mit einem Worte, dass ihr kurz es hört,
Vorlage S. 248
594
Den Menschen von Prometheus alle Kunst gelehrt.
Vorlage S. 248
595
CHOR.
Vorlage S. 248
596
Nicht hilf den Menschen fürder über alles Maß,
Vorlage S. 248
597
Des eignen Unheils unbekümmert; denn ich bin
Vorlage S. 248
598
Der festen Hoffnung, dass du einst noch, dieser Qual
Vorlage S. 248
599
Entfesselt, nicht von mindrer Macht wirst sein denn Zeus.
Vorlage S. 248
600
PROMETHEUS.
Vorlage S. 248
601
Nicht so hat Moira mir, die Allvollenderin,
Vorlage S. 248
602
Mein Los gesponnen. Nein, in tausendfachem Schmerz
Vorlage S. 248
603
Und Gram gebeugt, so geh ich einst aus dieser Haft –
Vorlage S. 248
604
Dem Werk der Ohnmacht vor des Schicksals ewger Kraft!
Vorlage S. 248
605
CHOR.
Vorlage S. 248
606
Wer lenkt des Schicksals Ruder denn in seiner Hand?
Vorlage S. 248
607
PROMETHEUS.
Vorlage S. 248
608
Die Moiren und die allgedenken Erinnyen.
Vorlage S. 248
609
CHOR.
Vorlage S. 248
610
Und Zeus ist selbst ohnmächtig gegen ihre Macht?
Vorlage S. 248
611
PROMETHEUS.
Vorlage S. 248
612
Dem verhängten Lose kann er nimmermehr entfliehn.
Vorlage S. 248
613
CHOR.
Vorlage S. 248
614
Was sonst ist Zeus' Los, als zu herrschen fort und fort?
Vorlage S. 248
615
PROMETHEUS.
Vorlage S. 248
616
Das wolle nicht mich fragen, dringe nicht in mich.
Vorlage S. 248
617
CHOR.
Vorlage S. 248
618
's ist wohl ein Heilges, was du so bei dir verschließt?
Vorlage S. 248
619
PROMETHEUS.
Vorlage S. 249
620
Sprecht andre Dinge; das zu sagen ist die Zeit
Vorlage S. 249
621
Noch nicht gekommen; sondern bergen muss ich es
Vorlage S. 249
622
So tief wie möglich. Denn bewahr ich dies getreu,
Vorlage S. 249
623
So werd ich einst noch meiner Qual und Banden frei! –
Vorlage S. 249
624
Erste Strophe
Vorlage S. 249
625
CHOR.
Vorlage S. 249
626
Nimmer erküre sich Zeus'
Vorlage S. 249
627
Allgewalt mein Herz zu empörendem Trotze,
Vorlage S. 249
628
Noch ich selbst sei lässig, mit heiligen Feststieropfern den Göttern zumal
Vorlage S. 249
629
Fromm zu nahn bei Vater Okeanos' allrastlosem Strom;
Vorlage S. 249
630
Nimmer auch frevle mein Mund,
Vorlage S. 249
631
Sondern dies sei fest in mir und schwinde nun und nimmer!
Vorlage S. 249
632
Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 249
633
Seliges Los, wenn ich still
Vorlage S. 249
634
Dürfte fernhin leben der freudigen Hoffnung,
Vorlage S. 249
635
Mein Gemüt zu weiden in sonniger Lust; doch fasst mich ein Graun, wie ich dich
Vorlage S. 249
636
So in unaussprechlichen Qualen erdrückt muss dulden sehn,
Vorlage S. 249
637
Weil du nach eignem Rat
Vorlage S. 249
638
Sonder Furcht vor Zeus zu hoch die Menschen ehrst, Prometheus!
Vorlage S. 249
639
Zweite Strophe
Vorlage S. 249
640
Wie verlassen die Liebe der Liebe, du Teurer! Wo ist Heil, sprich?
Vorlage S. 249
641
Von den Kindern des Tages, welches Heil? Du sahst nicht
Vorlage S. 249
642
Die verkümmerte, blöde Ohnmacht,
Vorlage S. 249
643
Die, wie Traumgestalten hinschwankend, das blinde Geschlecht
Vorlage S. 249
644
Übernetzet der Sterblichen! Niemals wird von der menschlichen Kraft
Vorlage S. 249
645
Zeus' ewger Fügung vorgegriffen!
Vorlage S. 249
646
Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 249
647
Ich erkenn es in deiner unendlichen Schmerzenslast, Prometheus!
Vorlage S. 249
648
Wie so anders erschallt jetzt dieses Lied denn jenes,
Vorlage S. 249
649
Das herüber von eurem Brautbad,
Vorlage S. 249
650
Eurem Brautbett klang in hochzeitlicher lachender Lust,
Vorlage S. 249
651
Da du unsere Schwester im Brautschmuck, freudig die freudige dir
Vorlage S. 249
Historische Illustration zu Der gefesselte Proemetheus
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Der gefesselte Proemetheus“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Thomas Cole · Public domain Bildquelle ↗
652
Heimführtest, Hesionen!
Vorlage S. 250
653
Io, des Inachos Tochter, kommt gestürmt; Hörner bezeichnen ihre Verwandlung zur Kuh.
Vorlage S. 250
654
IO.
Vorlage S. 250
655
Welch Land? Welch Volk? Wen seh ich da hoch
Vorlage S. 250
656
In die Fesseln gebannt an dem hohen Geklüft,
Vorlage S. 250
657
Wie den Wettern zum Spiel? Um welch Unrecht
Vorlage S. 250
658
Sollst so du vergehn? Tu kund mir, wohin
Vorlage S. 250
659
Ich Heimatlose geirrt bin!
Vorlage S. 250
660
Weh mir! weh mir!
Vorlage S. 250
661
Es sticht mich Arme, mich die Bremse wieder!
Vorlage S. 250
662
Gespenst, des Argos Riesenbild,
Vorlage S. 250
663
Wehrt ihm! Huh! Entsetzen!
Vorlage S. 250
664
Den Tausendäugigen, meinen Hüter seh ich!
Vorlage S. 250
665
Und er umschleicht mich schon, tückischen Haß im Blick,
Vorlage S. 250
666
Den auch erschlagen nicht der Erde Gruft birgt!
Vorlage S. 250
667
Nein, von den Tiefen aufwärts wider mich Arme steigt er
Vorlage S. 250
668
Und scheucht mich, jagt mich Lechzende fort über den sandigen Strand einsam;
Vorlage S. 250
669
Zu mir herüber trägt der wachsgefügten Rohrflöte Schall
Vorlage S. 250
670
Sein Schlaflied so süß!
Vorlage S. 250
671
Weh, weh! wohin, wohin schweif ich, irr ich fern in die Ferne fort?
Vorlage S. 250
672
Was denn an mir, o Kronos' Sohn, was denn an mir
Vorlage S. 250
673
Hast du Ursach erkannt, dass du so schwerer Qual Joch mir auflegst? Oh!
Vorlage S. 250
674
Mit dieser wahnsinngeißelnden Angst mich Angstzerrüttete also marterst?
Vorlage S. 250
675
Gib mir der Flammen Tod, birg in ein Grab mich tief, tief ins Meer
Vorlage S. 250
676
Wirf mich dem Hai zum Raub!
Vorlage S. 250
677
Nein, versag nicht, Herr, mir diesen einen Wunsch!
Vorlage S. 250
678
Mein Schweifen fern in die Ferne hat
Vorlage S. 250
679
Mich gnug gequält, nicht weiß ich mehr, auf welchem Pfad
Vorlage S. 250
680
Dieser Qual ich fliehn soll!
Vorlage S. 250
681
CHOR.
Vorlage S. 250
682
Du hörst der stierhörngen Jungfrau Gesang?
Vorlage S. 250
683
PROMETHEUS.
Vorlage S. 251
684
Wohl schallt der wahnsinnschweifenden Jungfrau Ruf herauf,
Vorlage S. 251
685
Des Inachoskindes, welche Zeus' Herz einst getränkt
Vorlage S. 251
686
Mit süßer Liebe, jetzt in endlos irrem Lauf
Vorlage S. 251
687
Von Heras bittrem Haß verfolget und gequält!
Vorlage S. 251
688
IO.
Vorlage S. 251
689
Wie denn erfuhrst du meines Vaters Namen schon, sag es mir,
Vorlage S. 251
690
Mir, der Gequälten? Wer,
Vorlage S. 251
691
Dulder, wer bist du selbst,
Vorlage S. 251
692
Dass du so gar zu wahr mich Dulderin schon begrüßest
Vorlage S. 251
693
Und mir den gotträchenden Jammer benennst,
Vorlage S. 251
694
Der mich aufzehrt in Glut, der mich aufpeitscht in schmerzglühndem Wahnsinn! Oh! –
Vorlage S. 251
695
Rastlosen Schweifens stürmt ich daher ohn Trank und Speise, gescheucht von Hera,
Vorlage S. 251
696
In der Verfolgung Hast so überwältigt! Wer ist gottverstoßen wie ich? Wehe! wehe!
Vorlage S. 251
697
Wer wie ich gemartert? Offenbar' du mir,
Vorlage S. 251
698
Was fürder mir zu erdulden bleibt,
Vorlage S. 251
699
Was fürder nicht mehr, wo ein Balsam meinem Schmerz?
Vorlage S. 251
700
Sag mir's, wenn du's weißest.
Vorlage S. 251
701
CHOR.
Vorlage S. 251
702
O sag's, tu's der irrselgen Jungfrau zulieb!
Vorlage S. 251
703
PROMETHEUS.
Vorlage S. 251
704
Ich will dir alles sagen, was du hören willst,
Vorlage S. 251
705
Nicht rätseleingeschleiert, nein, mit schlichtem Wort,
Vorlage S. 251
706
Wie recht den Freunden sich des Freundes Mund erschließt:
Vorlage S. 251
707
Der den Menschen Licht gab, 's ist Prometheus, den du siehst.
Vorlage S. 251
708
IO.
Vorlage S. 251
709
O du, den Menschen allgemeinsam teurer Hort,
Vorlage S. 251
710
Sag an, Prometheus, wessenwegen duldest du?
Vorlage S. 251
711
PROMETHEUS.
Vorlage S. 251
712
Kaum hört ich auf zu klagen meinen ganzen Gram.
Vorlage S. 251
713
IO.
Vorlage S. 251
714
Und du, gewährtest diese kleine Gunst mir nicht?
Vorlage S. 251
715
PROMETHEUS.
Vorlage S. 251
716
So sprich, was meinst du? Sagen will ich alles dir.
Vorlage S. 251
717
IO.
Vorlage S. 251
718
So sag mir, wer dich an den Fels geschlagen hat?
Vorlage S. 251
719
PROMETHEUS.
Vorlage S. 251
720
Des Zeus Gebot war's, durch Hephaistos' Hand geschah's.
Vorlage S. 251
721
IO.
Vorlage S. 251
722
Doch welches Frevels Strafen sollst du leiden hier?
Vorlage S. 251
723
PROMETHEUS.
Vorlage S. 251
724
O lass genug sein, dass ich dies dir nur gesagt.
Vorlage S. 251
725
IO.
Vorlage S. 252
726
Dann aber weiter: meiner Irrfahrt Ende, sprich,
Vorlage S. 252
727
Wann wird es jemals nahn mir Unglückseligen?
Vorlage S. 252
728
PROMETHEUS.
Vorlage S. 252
729
Dass du es nicht weißt, frommt dir mehr, als dass du weißt.
Vorlage S. 252
730
IO.
Vorlage S. 252
731
Verbirg mir nicht mehr, was ich doch ertragen muss.
Vorlage S. 252
732
PROMETHEUS.
Vorlage S. 252
733
Ich, glaub es mir, mißgönne dir nicht diese Gunst.
Vorlage S. 252
734
IO.
Vorlage S. 252
735
Was säumst du dennoch, alles das mir kundzutun?
Vorlage S. 252
736
PROMETHEUS.
Vorlage S. 252
737
Mißdeut es nicht; dein Herz zu betrüben säum ich gern.
Vorlage S. 252
738
IO.
Vorlage S. 252
739
Nicht sorge du mein weiter, als mir selbst erwünscht.
Vorlage S. 252
740
PROMETHEUS.
Vorlage S. 252
741
Weil du es wünschest, muss ich sprechen; höre denn.
Vorlage S. 252
742
CHOR.
Vorlage S. 252
743
Noch nicht! Des Wunsches gönnet mir auch einen Teil;
Vorlage S. 252
744
Zuvor erfahren lass mich dieses Mädchens Leid,
Vorlage S. 252
745
So dass sie selbst nennt ihr verderbenreich Geschick
Vorlage S. 252
746
Und dann von dir hört ihrer Mühsal andren Teil.
Vorlage S. 252
747
PROMETHEUS.
Vorlage S. 252
748
Recht wär es, Io, dass du ihnen schon zulieb
Vorlage S. 252
749
Dies tust, die dann auch deines Vaters Schwestern sind.
Vorlage S. 252
750
Und da zu klagen, auszuweinen seinen Gram,
Vorlage S. 252
751
Wo man des Mitleids Träne von den Hörenden
Vorlage S. 252
752
Sich darf erwarten, das ist wohl des Weilens wert.
Vorlage S. 252
753
IO.
Vorlage S. 252
754
Auch weiß ich nicht, warum ich euch es weigern soll;
Vorlage S. 252
755
In klaren Worten sollt ihr alles, was ihr wünscht,
Vorlage S. 252
756
Vernehmen. Freilich auch zu sagen schäm ich mich,
Vorlage S. 252
757
Von wannen dieses gottverhängte Wetter mir,
Vorlage S. 252
758
Der einstgen Schönheit grauser Tausch mir Armen kam.
Vorlage S. 252
759
Denn immer schwebten nächtige Traumgestalten still
Vorlage S. 252
760
Herein in meine Kammer und liebkosten mich
Vorlage S. 252
761
Mit leisen Worten: »O du vielglückselge Maid,
Vorlage S. 252
762
Was bleibst du jetzt noch Mädchen, da dir werden kann
Vorlage S. 252
763
Die höchste Brautschaft? Zeus erglüht in Liebe dir
Vorlage S. 252
764
Vom Pfeil der Sehnsucht; nach der Kypris süßem Kampf
Vorlage S. 252
765
Verlangt's ihn; du, Kind, weise von dir nicht den Kuß
Vorlage S. 252
766
Kronions; geh nun nach der tiefen Wiesenau,
Vorlage S. 252
767
Gen Lerna, nach des Vaters Herden und Gehöft,
Vorlage S. 252
768
Dass seiner Sehnsucht ruhn des Gottes Auge mag.«
Vorlage S. 252
769
Und solche Träume kamen mir Vieltraurigen
Vorlage S. 252
770
In allen Nächten, bis dem Vater ich zuletzt
Vorlage S. 252
771
Zu sagen wagte meine Träume, meinen Gram.
Vorlage S. 252
772
Der sandte nun gen Pytho, gen Dodonas Wald
Vorlage S. 252
773
Vielfache Frage, zu erkunden, was er tun,
Vorlage S. 252
774
Was sagen müsste, das die Götter gerne sähn.
Vorlage S. 253
775
Bald kamen seine Boten mit vieldeutigen,
Vorlage S. 253
776
Mit unerklärlich rätselhaften Sprüchen heim;
Vorlage S. 253
777
Dann aber endlich kam an Inachos ein Spruch,
Vorlage S. 253
778
Der unverkennbar uns gebot und anbefahl,
Vorlage S. 253
779
Mich auszustoßen aus dem Haus, dem Vaterland,
Vorlage S. 253
780
Verstoßen fern zu schweifen bis zum Saum der Welt;
Vorlage S. 253
781
Und wollt er nicht, glutzückend fahre dann des Zeus
Vorlage S. 253
782
Blitzstrahl herab, all sein Geschlecht hinwegzutun.
Vorlage S. 253
783
Von diesen Sprüchen so belehrt des Loxias,
Vorlage S. 253
784
Stieß er mich von sich, schloss des Vaterhauses Tor
Vorlage S. 253
785
Mir Zögernden zögernd; doch es zwang allmächtig ja
Vorlage S. 253
786
Ihn wider Willen Zeus' Gebot zu solchem Tun.
Vorlage S. 253
787
Und alsobald war Leib und Seele mir verkehrt;
Vorlage S. 253
788
Die Stirn, ihr seht es, stiergehörnt, endlos gequält
Vorlage S. 253
789
Vom Stich der Bremse, irren Sprungs, wahnsinnverwirrt,
Vorlage S. 253
790
So floh ich rastlos gen Kechreias klarem Quell,
Vorlage S. 253
791
Zum Hügel Lerna. Und ein Riesenhirte kam,
Vorlage S. 253
792
Der erdgeborne, wilde Argos hinter mir,
Vorlage S. 253
793
Zahllosen Auges spähend, hütend meine Spur;
Vorlage S. 253
794
Doch unerwartet, eines schnellen Todes Raub
Vorlage S. 253
795
Sank hin der Leib des Riesen. Wahnsinnaufgepeitscht
Vorlage S. 253
796
Jagt nun der Göttin Geißel mich von Land zu Land. –
Vorlage S. 253
797
Du hast vernommen, wie's geschehn; doch so du weißt,
Vorlage S. 253
798
Was mein noch wartet, sag es mir, versüße nicht
Vorlage S. 253
799
Mitleidig mir mit falschem Wort, was doch mich trifft.
Vorlage S. 253
800
Denn kluggewandte Worte sind das schlimmste Gift.
Vorlage S. 253
801
CHOR.
Vorlage S. 253
802
O lass! o lass! halt ein! wehe!
Vorlage S. 253
803
Nimmer, nimmer drang, so ins Ohr mir drang
Vorlage S. 253
804
Noch nie fremdes Klagewort,
Vorlage S. 253
805
Nie mir so unerträgliche, so unsägliche
Vorlage S. 253
806
Marter und Qualen und Angst mit zweischneidger Wunde
Vorlage S. 253
807
Eiskalt ins tiefste Herz!
Vorlage S. 253
808
Weh, Moira, Moira!
Vorlage S. 253
809
Ein Graun fasst mich, Ios Qual zu schauen!
Vorlage S. 253
810
PROMETHEUS.
Vorlage S. 254
811
Du klagst im voraus, dich erfüllt Bekümmernis;
Vorlage S. 254
812
Halt ein, bis du vernommen, was noch übrig ist.
Vorlage S. 254
813
CHOR.
Vorlage S. 254
814
Sprich, sag ihr alles; allen Kranken ist es Trost,
Vorlage S. 254
815
Was übrig noch des Leides, klar vorauszusehn.
Vorlage S. 254
816
PROMETHEUS.
Vorlage S. 254
817
Was ihr vorher euch wünschtet, habt ihr leicht von mir
Vorlage S. 254
818
Erreicht; denn hören wolltet ihr zunächst sie selbst
Vorlage S. 254
819
Von ihrer Trübsal sprechen, ihrer Seele Gram.
Vorlage S. 254
820
Nun aber höret, welche Leiden weiter noch
Vorlage S. 254
821
Das arme Mägdlein dulden muss von Heras Zorn;
Vorlage S. 254
822
Du aber, Kind des Inachos, schließ treu ins Herz
Vorlage S. 254
823
Mein Wort, damit du wissest deines Weges Ziel.
Vorlage S. 254
824
Zuerst von hier aus musst du wenden deinen Fuß
Vorlage S. 254
825
Gen Sonnenaufgang, über ungepflügt Gefild.
Vorlage S. 254
826
Du kommst zu Skythenhorden, die in geflochtenen
Vorlage S. 254
827
Korbhütten wohnen hoch auf Rädern, wagengleich,
Vorlage S. 254
828
Ferntreffende Bogen ihren Schultern umgehängt;
Vorlage S. 254
829
Nicht nah dich ihnen, sondern scheu den Fuß gewandt
Vorlage S. 254
830
Zum meerumrauschten Klippenstrand, durcheil ihr Land.
Vorlage S. 254
831
Landein zur Linken wohnen dann die Chalyber,
Vorlage S. 254
832
Die Eisenschmiede; hüte dich vor ihnen, sie
Vorlage S. 254
833
Sind wild und roh; kein Fremdling kehrt zu ihnen ein.
Vorlage S. 254
834
Und weiter kommst du an des Hybristes wilde Flut;
Vorlage S. 254
835
Geh nicht hinüber, denn er bietet keine Furt,
Vorlage S. 254
836
Bevor du Kaukasus' höchsten Gipfel siehst und dort
Vorlage S. 254
837
Ankommst, wo brausend aus des Felsens dunkler Schlucht
Vorlage S. 254
838
Der Strom hervorstürzt. Diese sterngenahten Höhn
Vorlage S. 254
839
Dann überschreitend, musst du mittagswärts den Weg
Vorlage S. 254
840
Hinuntersteigen, wo du der Amazonen Volk,
Vorlage S. 254
841
Die männerfeindlichen, triffst, die Themiskyra einst
Vorlage S. 254
842
Bewohnen werden beim Thermodon, wo im Meer
Vorlage S. 254
843
Die salmydessische Klippenbai die Schiffenden
Vorlage S. 254
844
Ungastlich aufnimmt, allem Schiff stiefmütterlich;
Vorlage S. 254
845
Sie werden selbst dir freundlich zeigen deinen Weg;
Vorlage S. 254
846
Zum kimmrischen Isthmos dicht am engen Tor des Sees
Vorlage S. 254
847
Gelangst du so; getrosten Mutes mögest du
Vorlage S. 254
848
Den Ort verlassen, durch Maiotis' Sund zu gehn;
Vorlage S. 254
849
Dort soll den Menschen großes Zeugnis immerdar
Vorlage S. 254
850
Von deiner Wandrung bleiben, Bosporos der Sund
Vorlage S. 254
851
Nach dir genannt sein. Scheidend aus Europas Flur,
Vorlage S. 255
852
Kommst du zum Festland Asia. – Wahrlich, scheinet euch
Vorlage S. 255
853
Nicht aller Orten dieser Fürst der Götter gleich
Vorlage S. 255
854
Grausam? Denn weil, ein Gott, er diese Sterbliche
Vorlage S. 255
855
Umarmen wollte, gab er solcher Qual sie preis.
Vorlage S. 255
856
Dir, armes Mädchen, ward ein arger Bräutigam;
Vorlage S. 255
857
Denn sieh, die Kunde, welche du bis jetzt gehört,
Vorlage S. 255
858
Mag kaum ein Vorspiel dir erscheinen deines Grams.
Vorlage S. 255
859
IO.
Vorlage S. 255
860
Weh mir! weh mir!
Vorlage S. 255
861
PROMETHEUS.
Vorlage S. 255
862
Du jammerst laut und weinest! Was gar wirst du tun,
Vorlage S. 255
863
Wenn du die andern Leiden alle noch erfährst!
Vorlage S. 255
864
CHOR.
Vorlage S. 255
865
So willst du mehr noch kund ihr tun von ihrem Leid?
Vorlage S. 255
866
PROMETHEUS.
Vorlage S. 255
867
Ein sturmgepeitschtes, ödes Meer graunhafter Qual!
Vorlage S. 255
868
IO.
Vorlage S. 255
869
Was soll das Dasein mir noch? Warum stürz ich nicht
Vorlage S. 255
870
Mich schnell von diesem jähen Felsgeländ hinab,
Vorlage S. 255
871
Dass ich zerschmettert drunten los sei aller Qual?
Vorlage S. 255
872
Denn besser wäre so mit einemmal der Tod,
Vorlage S. 255
873
Als aller Tage dulden meine Qual und Not!
Vorlage S. 255
874
PROMETHEUS.
Vorlage S. 255
875
Dir müsste trostlos mein Geschick zu tragen sein,
Vorlage S. 255
876
Dem auch der Tod nicht vom Verhängnis ward gegönnt;
Vorlage S. 255
877
Es wäre das doch noch Erlösung meiner Qual;
Vorlage S. 255
878
Nun aber tagt kein Ende mir zu keiner Zeit,
Vorlage S. 255
879
Es stürze Zeus denn selbst hinab von seinem Thron.
Vorlage S. 255
880
IO.
Vorlage S. 255
881
Geschieht es je? Sprich, stürzet Zeus von seinen Höhn?
Vorlage S. 255
882
PROMETHEUS.
Vorlage S. 255
883
Froh, glaub ich, wärst du, sähst du selbst einst seinen Sturz!
Vorlage S. 255
884
IO.
Vorlage S. 255
885
Wie könnt ich anders, ich, die von Zeus Verstoßene?
Vorlage S. 255
886
PROMETHEUS.
Vorlage S. 255
887
Dass dies in Wahrheit so geschehen wird, glaub es mir.
Vorlage S. 255
888
IO.
Vorlage S. 255
889
Wer wird der Herrschaft Zepter ihm entreißen, sprich?
Vorlage S. 255
890
PROMETHEUS.
Vorlage S. 255
891
Er selbst sich selbst durch seines Rats Leichtsinnigkeit.
Vorlage S. 255
892
IO.
Vorlage S. 255
893
Auf welche Weise? Sag es mir, wenn du es kannst!
Vorlage S. 255
894
PROMETHEUS.
Vorlage S. 255
895
Ein Ehebündnis schließt er, das ihn wird gereun.
Vorlage S. 255
896
IO.
Vorlage S. 255
897
Mit einer Göttin, einem Weib? Sprich, so du kannst!
Vorlage S. 255
898
PROMETHEUS.
Vorlage S. 255
899
Was fragst du? Noch darf's nicht geoffenbaret sein!
Vorlage S. 255
900
IO.
Vorlage S. 255
901
Und ist's die Gattin, die ihn vom Throne stürzen wird?
Vorlage S. 255
902
PROMETHEUS.
Vorlage S. 255
903
Sie zeugt ein Knäblein, mächtiger als der Vater selbst.
Vorlage S. 255
904
IO.
Vorlage S. 255
905
Wird keine Rettung ihm vor diesem Lose sein?
Vorlage S. 255
906
PROMETHEUS.
Vorlage S. 256
907
Nein, keine, ich sei meiner Banden denn erlöst!
Vorlage S. 256
908
IO.
Vorlage S. 256
909
Wer aber wird dich lösen wider Zeus' Gebot?
Vorlage S. 256
910
PROMETHEUS.
Vorlage S. 256
911
Von deinem Schoß wird stammen, der es enden muss.
Vorlage S. 256
912
IO.
Vorlage S. 256
913
Wie sagst du, mein Kind wird dich deiner Qual befrein?
Vorlage S. 256
914
PROMETHEUS.
Vorlage S. 256
915
Dein Enkel nach zehn Gliedern selbst das dritte Glied.
Vorlage S. 256
916
IO.
Vorlage S. 256
917
Noch wird mir nicht verständlich, was du prophezeist.
Vorlage S. 256
918
PROMETHEUS.
Vorlage S. 256
919
Auch forsche nun nicht weiter deinem Leide nach.
Vorlage S. 256
920
IO.
Vorlage S. 256
921
Was du dem Wunsche botest, nimm es nicht zurück!
Vorlage S. 256
922
PROMETHEUS.
Vorlage S. 256
923
Zwiefacher Kunde sei denn eine dir gewährt.
Vorlage S. 256
924
IO.
Vorlage S. 256
925
Sag an die beiden und vergönne mir die Wahl.
Vorlage S. 256
926
PROMETHEUS.
Vorlage S. 256
927
So sei es; wähle, ob ich dir dein ferneres Leid
Vorlage S. 256
928
Soll offenbaren oder, wer mich lösen wird.
Vorlage S. 256
929
IO.
Vorlage S. 256
930
Das eine wolle diesen, mir das andere
Vorlage S. 256
931
Gewähren, nicht mißgönne deines Wortes uns!
Vorlage S. 256
932
CHOR.
Vorlage S. 256
933
So sage dieser ihrer Irrsal weitren Weg,
Vorlage S. 256
934
Mir aber, wer dich rette; danach sehn ich mich.
Vorlage S. 256
935
PROMETHEUS.
Vorlage S. 256
936
Da ihr es wünschet, will ich nicht entgegen sein,
Vorlage S. 256
937
Zu offenbaren alles, was ihr gern vernehmt.
Vorlage S. 256
938
Erst dir denn, Io, deinen vielverwirrten Weg,
Vorlage S. 256
939
Und zeichne treu ihn auf im Täflein deines Sinns.
Vorlage S. 256
940
Sobald der zwei Festlande Grenzstrom hinter dir,
Vorlage S. 256
941
Zum morgenflammenden, sonnenbahnumkreisten Ost
Vorlage S. 256
942
(Geh deines Weges weiter durch der Phryger Land,
Vorlage S. 256
943
Durchs Tal von Teutras, über Lydiens Wiesenaun,
Vorlage S. 256
944
Zur waldumkränzten Bergeshöh Kilikias.
Vorlage S. 256
945
Zwei Ströme gießen ihre Wasser dort hinab
Vorlage S. 256
946
In Aphrodites weizenreiche Niederung;
Vorlage S. 256
947
An ihren Ufern geh entlang. Dann hüte dich,
Vorlage S. 256
948
Dass dich der Hundeköpfigen, der Einaugigen,
Vorlage S. 256
949
Der Brustbeaugten grinsend Volk nicht schrecken mag.)
Vorlage S. 256
950
Dann fern und ferner unermüdet deines Wegs,
Vorlage S. 256
951
Durchschreit des kühlen Meeres Brandung, bis du kommst
Vorlage S. 256
952
Zu den gorgoneischen Feldern von Kisthene, wo
Vorlage S. 256
953
Die drei Phorkiden wohnen, schwangestaltige
Vorlage S. 256
954
Vergreiste Jungfraun, angetan mit einem Aug
Vorlage S. 256
955
Und einem Zahne, die des Helios Strahlenblick
Vorlage S. 256
956
Niemals erreicht hat noch des Mondes nächtig Aug;
Vorlage S. 256
957
Drauf ihre Schwestern, jene drei geflügelten
Vorlage S. 256
958
Gorgonen, schlangenhaarig, menschenhaßgetränkt,
Vorlage S. 257
959
Vor deren Anblick jedem stirbt des Lebens Hauch.
Vorlage S. 257
960
Dies hab ich so dir ausgeführt zum eignen Heil;
Vorlage S. 257
961
Doch höre weiter deine traurige Pilgerschaft.
Vorlage S. 257
962
Sei wohl vor Zeus' scharfzahnigen, stummen Hunden dann,
Vorlage S. 257
963
Den Greifen, achtsam und dem roßgewandten Volk
Vorlage S. 257
964
Einäugiger Arimaspen, welche weithinaus
Vorlage S. 257
965
Am stillen Goldstrom hausen bei Plutons Gestad;
Vorlage S. 257
966
Vermeide sie. Drauf wirst du fern im fernsten Land
Vorlage S. 257
967
Zu einem schwarzen Volke kommen, das am Quell
Vorlage S. 257
968
Der Sonne wohnet, längs dem Aithiopenstrom;
Vorlage S. 257
969
An seinen Ufern schreite fort, bis dass du nahst
Vorlage S. 257
970
Dem Felsendurchbruch, wo von Byblos' Bergen her
Vorlage S. 257
971
Der Nil hinabgießt seines Stromes fruchtbare Flut;
Vorlage S. 257
972
Der wird den Weg dir weisen ins dreieckte Land
Vorlage S. 257
973
Neilotis, wo ein neues Heimatland du fern,
Vorlage S. 257
974
Io, für dich und deine Kinder finden wirst. –
Vorlage S. 257
975
Scheint schwankend dir, schwer aufzufinden irgend was,
Vorlage S. 257
976
So wiederhol mir's und vernimm es deutlicher;
Vorlage S. 257
Historische Darstellung von Aischylos
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von Aischylos — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · UnknownUnknown · Public domain Bildquelle ↗
977
Denn reichre Muße hab ich, als ich wünschen mag!
Vorlage S. 257
978
CHOR.
Vorlage S. 257
979
Wenn du ihr weitres, oder was du noch verschwiegst,
Vorlage S. 257
980
Von ihrer mühsalreichen Fahrt zu sagen hast,
Vorlage S. 257
981
So sag's; doch hast du alles angeführt, so tu
Vorlage S. 257
982
Auch uns nach unsrer Bitte und vergiss es nicht!
Vorlage S. 257
983
PROMETHEUS.
Vorlage S. 257
984
All ihrer Irrsal Ende hat sie nun gehört;
Vorlage S. 257
985
Doch dass sie sehn mag, wie sie mich nicht nutzlos gehört,
Vorlage S. 257
986
So will ich sagen, was sie, eh sie hergelangt,
Vorlage S. 257
987
Ertrug, um Zeugnis so zu stellen meinem Wort;
Vorlage S. 257
988
Doch lass ich jener Kunde größren Teil hinweg
Vorlage S. 257
989
Und wende mich zum Ziele deines Schweifens selbst.
Vorlage S. 257
990
Denn als du ankamst auf Molossas Ebene
Vorlage S. 257
991
Und bei Dodonas rückensteilem Bergeshang,
Vorlage S. 257
992
Wo Zeus Thesprotos' Tempel und Orakelort
Vorlage S. 257
993
Und der redenden Eichen vielbestauntes Wunder ist,
Vorlage S. 257
994
Von denen deutlich, alles Rätsels unverhüllt,
Vorlage S. 257
995
Du selbst begrüßet wurdest, Zeus' vielselge Braut
Vorlage S. 257
996
Dereinst zu werden – lächelst du? du freuest dich? –,
Vorlage S. 257
997
Damals, von Wahnsinn aufgestachelt, flohst du wild
Vorlage S. 258
998
Den Weg am Strand hin bis zu Rheas weiter Bucht,
Vorlage S. 258
999
Von der hinweg du stürmtest rückgewandten Laufs.
Vorlage S. 258
1000
In aller Zukunft wird der Busen dieses Meers
Vorlage S. 258
1001
Geheißen sein der Ionische – merkt es euch genau –
Vorlage S. 258
1002
Zu deiner Fahrt Gedächtnis bei den Sterblichen.
Vorlage S. 258
1003
Das sei ein Zeichen meines Sehergeistes dir,
Vorlage S. 258
1004
Dass ich zu sehn mehr als das Offenbare weiß. –
Vorlage S. 258
1005
Vom weitern hört jetzt beide, du und ihr, Bescheid,
Vorlage S. 258
1006
Einbiegend so zu meines Wortes ernstem Gleis,
Vorlage S. 258
1007
's ist eine Stadt Kanobos fern am Uferland,
Vorlage S. 258
1008
Dicht bei des Niles Mündung und erhöhtem Deich,
Vorlage S. 258
1009
Dort gibt dir Zeus des Geistes ganze Kraft zurück,
Vorlage S. 258
1010
Berührend dich, liebkosend dich mit linder Hand;
Vorlage S. 258
1011
Dort wirst du den schwarzen Epaphos gebären, der,
Vorlage S. 258
1012
Nach Zeus' geheimer Kraft genannt, die ihn gezeugt,
Vorlage S. 258
1013
Soweit der flurentränkende Nil fließt, ernten wird.
Vorlage S. 258
1014
Nach ihm das fünfte, fünfzigkinderblühende
Vorlage S. 258
1015
Geschlecht, es wird ungern gen Argos fliehn zu See,
Vorlage S. 258
1016
Die fünfzig Jungfraun, vor der Blutverwandten Eh
Vorlage S. 258
1017
Der Vettern flüchtig, die, von Liebesglut entflammt,
Vorlage S. 258
1018
Gleich Falken wild nachsetzen der Tauben scheuem Flug
Vorlage S. 258
1019
Und dieser Hochzeit böse Jagd sich selbst zum Gram
Vorlage S. 258
1020
Erjagen; ihres Leibes hütet sie ein Gott.
Vorlage S. 258
1021
Aufnimmt sie Pelasgia, wenn die nachtverstohlne List
Vorlage S. 258
1022
Des mädchenkühnen Kampfes überwunden hat;
Vorlage S. 258
1023
Denn jede bringt ums Leben ihren Bräutigam,
Vorlage S. 258
1024
Im heißen Blute kühlend ihr zweischneidig Schwert.
Vorlage S. 258
1025
So möge Kypris meinen Feinden blutig nahn!
Vorlage S. 258
1026
Indes der Jungfraun eine rührt der Liebe Pfeil,
Vorlage S. 258
1027
Den Schlaf des Lieblings nicht zu morden; gramerweicht
Vorlage S. 258
1028
Lässt sie's und wählt von zweien Wegen dies Vergehn,
Vorlage S. 258
1029
Ehr schwach genannt zu werden als blutschuldbefleckt.
Vorlage S. 258
1030
Sie ist's, die Argos' Königsstamm gebären wird;
Vorlage S. 258
1031
Viel Worte würd es brauchen, klar dies darzutun;
Vorlage S. 258
1032
Doch diesem Stamm entsprießen wird ein kühner Held,
Vorlage S. 258
1033
Der Held des Bogens, der mich selbst aus dieser Qual
Vorlage S. 258
1034
Wird retten; meine urgeborne Mutter hat,
Vorlage S. 259
1035
Titanis Themis, dies Orakel mir gesagt;
Vorlage S. 259
1036
Doch wie und wo zu sagen brauchte lange Zeit
Vorlage S. 259
1037
Und wäre doch nicht, wenn du's wüsstest, dir zunutz.
Vorlage S. 259
1038
IO.
Vorlage S. 259
1039
Eleleu! Eleleu!
Vorlage S. 259
1040
Wie mich wieder der Krampf, des zerrütteten Sinns
Vorlage S. 259
1041
Wahnwitz mich durchzuckt! Wie die Bremse mich sticht
Vorlage S. 259
1042
Mit dem Stachel der Glut!
Vorlage S. 259
1043
Es zersprengt mein Herz in Entsetzen die Brust,
Vorlage S. 259
1044
Und im Kreis schweift wild der verwilderte Blick!
Vorlage S. 259
1045
Von der Bahn mich hinweg reißt taumelgepeitscht,
Vorlage S. 259
1046
Ohnmächtig des Worts, mich des Wahnsinns Sturm!
Vorlage S. 259
1047
Mein wildes Geschrei, es verhallt mir umsonst
Vorlage S. 259
1048
In des Unheils tosender Brandung! –
Vorlage S. 259
1049
Io ab.
Vorlage S. 259
1050
Erste Strophe
Vorlage S. 259
1051
CHOR.
Vorlage S. 259
1052
Weise, ja weise genannt
Vorlage S. 259
1053
Sei, wer zuerst sich dies in Gedanken ersann und lehrenden Worten es aussprach,
Vorlage S. 259
1054
Dass die Brautwahl passend dem eigenen Stamm den Preis verdient.
Vorlage S. 259
1055
Nie mag des Reichtums üppig verweichlichender,
Vorlage S. 259
1056
Nie des Adels ahnenverherrlichender
Vorlage S. 259
1057
Ehe nachgehn, wer um Lohn arbeiten muss!
Vorlage S. 259
1058
Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 259
1059
Nimmer, ja nimmer gescheh's,
Vorlage S. 259
1060
Dass ihr, o Moiren, mich in dem Lager des Zeus je säht zur Genossin erkoren;
Vorlage S. 259
1061
Nahe niemals einer der Himmlischen mir als Bräutigam!
Vorlage S. 259
1062
Mich graust's, der scheuen, bräutigamflüchtigen Braut,
Vorlage S. 259
1063
Ios hochzeitwelkende Jugend zu schaun,
Vorlage S. 259
1064
Ihrer Irrsal arge Qual durch Heras Haß!
Vorlage S. 259
1065
Epode
Vorlage S. 259
1066
Doch ich, wenn ich in ruhiger, glücklicher Ehe bin, fürchte mich nicht;
Vorlage S. 260
1067
Nimmer mög in Liebe mich der hohen Götter unentfliehbar Auge sehn;
Vorlage S. 260
1068
Denn das ist ein Kampf, zu bekämpfen, zu leiden, zu meiden nie!
Vorlage S. 260
1069
Weiß ich dann, was mir geschähe?
Vorlage S. 260
1070
Wie ich Zeus' Gericht entfliehn könnte, nimmer weiß ich's! –
Vorlage S. 260
1071
PROMETHEUS.
Vorlage S. 260
1072
Zeus selbst erscheint noch trotz des stolzen Eigensinns
Vorlage S. 260
1073
Einst tief erniedrigt; also knüpft er selbst zum Netz
Vorlage S. 260
1074
Sein Ehebündnis, welches ihn aus seiner Macht,
Vorlage S. 260
1075
Von seinem Thron ihn tief hinabstürzt. Dann erfüllt
Vorlage S. 260
1076
Alloffenbar sich seines Vaters Kronos Fluch,
Vorlage S. 260
1077
Den, seines ewgen Throns entstürzend, der geflucht.
Vorlage S. 260
1078
Wie dieses Unheil abzuwenden, das vermag
Vorlage S. 260
1079
Der Götter niemand ihm zu sagen außer mir.
Vorlage S. 260
1080
Ich aber weiß es, weiß den Spruch; drum mag er jetzt
Vorlage S. 260
1081
Krafttrotzend thronen, seines luftgen Donners stolz,
Vorlage S. 260
1082
Vom Flammenpfeil des Blitzes hell die Hand umsprüht;
Vorlage S. 260
1083
Denn alles das wird nichts ihm helfen, nicht hinab-
Vorlage S. 260
1084
Zustürzen schmachvoll unerträglich bittren Fall!
Vorlage S. 260
1085
Und solchen Gegner rüstet er und wappnet er
Vorlage S. 260
1086
Sich selbst, ein allunüberwindbar Wunder einst,
Vorlage S. 260
1087
Der heißre Flammen als den Blitzstrahl finden wird
Vorlage S. 260
1088
Und lautre Stimme, dass des Donners Macht verstummt,
Vorlage S. 260
1089
Der aller Meer und Lande allerschütternden
Vorlage S. 260
1090
Trident, Poseidons Zepter, gar zerschmettern wird!
Vorlage S. 260
1091
Kommt dies Verhängnis über ihn, dann sieht er ein,
Vorlage S. 260
1092
Wie gar verschieden Herrschen und Erliegen sei'n.
Vorlage S. 260
1093
CHOR.
Vorlage S. 260
1094
Schon lange dräust du, was du gern sähst, gegen Zeus!
Vorlage S. 260
1095
PROMETHEUS.
Vorlage S. 260
1096
Was einst erfüllt wird, was ich sehr ihm wünsche, war's!
Vorlage S. 260
1097
CHOR.
Vorlage S. 260
1098
Und darf sich jemand träumen, Zeus zu bewältigen?
Vorlage S. 260
1099
PROMETHEUS.
Vorlage S. 260
1100
Furchtbarer Unheil muss er leiden noch denn dies!
Vorlage S. 260
1101
CHOR.
Vorlage S. 260
1102
Und bist du bang nicht, auszusprechen dieses Wort?
Vorlage S. 260
1103
PROMETHEUS.
Vorlage S. 260
1104
Was sollt ich fürchten, dem zu sterben nicht verhängt?
Vorlage S. 260
1105
CHOR.
Vorlage S. 260
1106
Den er vielleicht qualvollre Qual noch dulden heißt.
Vorlage S. 260
1107
PROMETHEUS.
Vorlage S. 261
1108
So mag er; alles seh ich und erwart ich dreist.
Vorlage S. 261
1109
CHOR.
Vorlage S. 261
1110
Vor Adrasteia beugt sich stumm des Weisen Geist!
Vorlage S. 261
1111
PROMETHEUS.
Vorlage S. 261
1112
Bet an, verstumme, beuge dich den Herrschenden,
Vorlage S. 261
1113
Mich aber kümmert minder dieser Zeus denn nichts!
Vorlage S. 261
1114
Er schalt' und walte diese kleine Spanne Zeit,
Vorlage S. 261
1115
Wie's ihm gefällt; lang bleibt er nicht der Götter Herr! –
Vorlage S. 261
1116
Doch seh ich dorther seinen raschen Läufer schon,
Vorlage S. 261
1117
Des neuen Königs neuen Boten eilig nahn;
Vorlage S. 261
1118
Gar neue Dinge kommt er wohl uns kundzutun! –
Vorlage S. 261
1119
Durch die Luft kommt Hermes daher mit dem Heroldstab und Flügelschuhen.
Vorlage S. 261
1120
HERMES.
Vorlage S. 261
1121
Dir, Ränkespinner, allen allunleidlichster,
Vorlage S. 261
1122
Der du an den Göttern für der Tagesmenschen Heil
Vorlage S. 261
1123
Gefrevelt, frecher Feuerdieb, dir sag ich dies:
Vorlage S. 261
1124
Der Vater heißt dich, was du prahlst von einstger Eh,
Vorlage S. 261
1125
Und wer vom Thron ihn stürzen würde, kundzutun;
Vorlage S. 261
1126
Das alles sollst du sonder Rätsel und Betrug
Vorlage S. 261
1127
Bestimmt und einfach sagen. Nicht zwiefachen Weg
Vorlage S. 261
1128
Lass mich, Prometheus, machen; denn das siehst du wohl,
Vorlage S. 261
1129
Zeus wirst du damit nimmermehr besänftigen!
Vorlage S. 261
1130
PROMETHEUS.
Vorlage S. 261
1131
Vornehm und prunkvoll, stolzen Mutes strotzend, lärmt
Vorlage S. 261
1132
Dein Wort, wie freilich dir, dem Götterbuben, ziemt!
Vorlage S. 261
1133
Neu herrschet ihr Neulinge und gedenket schon
Vorlage S. 261
1134
Gramlos in goldner Burg zu schwelgen! Hab denn ich
Vorlage S. 261
1135
Nicht dort hinab schon zween Herrscher stürzen sehn?
Vorlage S. 261
1136
An diesem dritten, deinem Herrn, seh ich es bald
Vorlage S. 261
1137
Geschehn, am schnellsten, schmählichsten – oder wähnest du,
Vorlage S. 261
1138
Den neuen Göttern zittert ich und beugt ich mich?
Vorlage S. 261
1139
Dran fehlet viel und alles! Du nun aber magst
Vorlage S. 261
1140
Desselben Weges, den du kamst, heimeilen; denn
Vorlage S. 261
1141
Von jenem allen, was du fragst, erfährst du nichts!
Vorlage S. 261
1142
HERMES.
Vorlage S. 261
1143
Du weißt, mit diesem Eigensinn hast du dich einst
Vorlage S. 261
1144
In diesen Port gelotset deiner bittren Qual!
Vorlage S. 261
1145
PROMETHEUS.
Vorlage S. 261
1146
Mit deinem Frondienst möcht ich dies mein Jammerlos,
Vorlage S. 261
1147
Dass du es weißest, nimmermehr vertauschen; nein,
Vorlage S. 261
1148
Mir ist es süßer, diesem Fels fronbar zu sein
Vorlage S. 261
1149
Denn so dem Vater Zeus ein Bote treu und fein!
Vorlage S. 261
1150
So muss getrotzt sein gegen euch Alltrotzende!
Vorlage S. 261
1151
HERMES.
Vorlage S. 262
1152
Behaglich scheint es dir in deinem Los zu sein!
Vorlage S. 262
1153
PROMETHEUS.
Vorlage S. 262
1154
Behaglich? So behaglich möcht ich allzumal
Vorlage S. 262
1155
All meine Feinde sehn! Du selbst gehörst dazu!
Vorlage S. 262
1156
HERMES.
Vorlage S. 262
1157
So wirfst du mir auch Schuld an deinem Leide vor?
Vorlage S. 262
1158
PROMETHEUS.
Vorlage S. 262
1159
Mit einem Wort, ganz hass ich all und jeden Gott,
Vorlage S. 262
1160
So viele froh selbst wider Recht so bös mir tun!
Vorlage S. 262
1161
HERMES.
Vorlage S. 262
1162
Wohl seh ich, wie du an schwerer Geistzerrüttung krankst.
Vorlage S. 262
1163
PROMETHEUS.
Vorlage S. 262
1164
Ja, krank, wenn Krankheit seine Feinde hassen heißt!
Vorlage S. 262
1165
HERMES.
Vorlage S. 262
1166
Du wärest nicht zu ertragen, wenn's dir wohl erging'!
Vorlage S. 262
1167
PROMETHEUS.
Vorlage S. 262
1168
Ach!
Vorlage S. 262
1169
HERMES.
Vorlage S. 262
1170
Diesen Laut hat Zeus von dir sonst nicht gekannt!
Vorlage S. 262
1171
PROMETHEUS.
Vorlage S. 262
1172
Die Zeit, sie lernt und lehret alternd alles Ding!
Vorlage S. 262
1173
HERMES.
Vorlage S. 262
1174
Du aber hast noch nicht verständig sein gelernt!
Vorlage S. 262
1175
PROMETHEUS.
Vorlage S. 262
1176
Sonst hätt ich dir, dem Götterknecht, kein Wort gegönnt!
Vorlage S. 262
1177
HERMES.
Vorlage S. 262
1178
Es scheint, du willst nicht sagen, was dir Zeus gebeut?
Vorlage S. 262
1179
PROMETHEUS.
Vorlage S. 262
1180
Wohl gar ein Schuldner soll ich vergelten seine Lieb?
Vorlage S. 262
1181
HERMES.
Vorlage S. 262
1182
Als wär ich ein Kind, so höhnst du mein mit deinem Spott!
Vorlage S. 262
1183
PROMETHEUS.
Vorlage S. 262
1184
Und bist du ein Kind nicht, und beschränkter als ein Kind,
Vorlage S. 262
1185
Dir einzubilden, dass von mir du's hören wirst?
Vorlage S. 262
1186
's ist keine Marter, keine List, mit der mich Zeus
Vorlage S. 262
1187
Bewegen könnte, das zu offenbaren ihm,
Vorlage S. 262
1188
Es sei zuvor denn dieser Fesseln Schmach gelöst!
Vorlage S. 262
1189
Darum so fahre nieder sein blitzzuckender Strahl,
Vorlage S. 262
1190
Im weißgeflügelten Schneegestöber, im donnernden
Vorlage S. 262
1191
Erdbeben schwindle, stürze das All rings wild gemischt,
Vorlage S. 262
1192
Er soll mich doch nicht beugen, je ihm kundzutun,
Vorlage S. 262
1193
Wer ihn hinab einst stürzt von seinem Königtum!
Vorlage S. 262
1194
HERMES.
Vorlage S. 262
1195
Bedenk, ob dies dir je zum Heil gereichen kann!
Vorlage S. 262
1196
PROMETHEUS.
Vorlage S. 262
1197
Längst schon bedacht und festbeschlossen hab ich so!
Vorlage S. 262
1198
HERMES.
Vorlage S. 262
1199
So wag es, Unglückselger, wag es endlich doch,
Vorlage S. 262
1200
Des eignen Elends Fülle ganz zu überschaun!
Vorlage S. 262
1201
PROMETHEUS.
Vorlage S. 262
1202
Du machst mir Ekel mit der Worte leerem Schwall!
Vorlage S. 262
1203
Das komme niemals dir in den Sinn, dass ich in Angst
Vorlage S. 262
1204
Um Zeus' Belieben weibisch feig gebärden mich,
Vorlage S. 262
1205
Anflehen könnte jenen Allhaßwürdigen
Vorlage S. 262
1206
Mit weiberhaftem, armemporgehobnem Flehn,
Vorlage S. 262
1207
Zu befrein mich dieser Banden! Nun und nimmermehr!
Vorlage S. 262
1208
HERMES.
Vorlage S. 263
1209
Zu sprechen schein ich viel vergeblich und umsonst;
Vorlage S. 263
1210
Denn dich besänftigt, denn dich rühret nimmermehr
Vorlage S. 263
1211
Mein Flehn; den Zügel gleich dem junggezäumten Roß
Vorlage S. 263
1212
Zerknirschend, reißend bäumst du wild dich noch im Joch.
Vorlage S. 263
1213
Und doch – mit der Ohnmacht Stolz berühmst, betäubst du dich!
Vorlage S. 263
1214
Denn Eigensinn kann ohn Verständigkeit und Maß
Vorlage S. 263
1215
Für sich allein niemandes Meister sein im Streit.
Vorlage S. 263
1216
Bedenke, wenn du meinen Worten nicht gehorchst,
Vorlage S. 263
1217
Welch ein Orkan dich, welcher Qualen Brandung dich
Vorlage S. 263
1218
Fluchtlos zerschmettert. Denn es wird dies Felsgeklüft
Vorlage S. 263
1219
Mit seinen Donnern, mit des Wetterstrahles Keil
Vorlage S. 263
1220
Des Vaters Zorn zerreißen, deinen eignen Leib
Vorlage S. 263
1221
Versenken, rings umschlossen von des Gesteines Arm.
Vorlage S. 263
1222
Wenn dann der Zeiten weites Maß vollendet ist,
Vorlage S. 263
1223
So kommst du aufwärts an das Licht; es wird dir dann
Vorlage S. 263
1224
Zeus' flügelwilder, mächtger Aar in heißer Gier
Vorlage S. 263
1225
Zerfleischen deines Leibes großes Trümmerfeld,
Vorlage S. 263
1226
Wird Gast dir ungeladen, Gast den langen Tag,
Vorlage S. 263
1227
Ausweiden deiner schwarzbenagten Leber Rest.
Vorlage S. 263
1228
Und dieser Mühsal Heil erwart dir nimmermehr,
Vorlage S. 263
1229
Es erscheine dir als deiner Qual Vertreter denn
Vorlage S. 263
1230
Ein Gott, bereit, hinabzusteigen in die Nacht
Vorlage S. 263
1231
Des Hades, ins grabdunkle Reich des Tartaros!
Vorlage S. 263
1232
Demnach bedenk dich; denn erdichtet keineswegs
Vorlage S. 263
1233
Ist diese Drohung, sondern nur zu ernst gemeint.
Vorlage S. 263
1234
Denn Lügen reden, das versteht Zeus' heilger Mund
Vorlage S. 263
1235
Nicht, sondern all sein Wort erfüllt er; aber du
Vorlage S. 263
1236
Betracht es, überleg es dir und halte nicht
Vorlage S. 263
1237
Den Eigensinn mehr besser als Besonnenheit! –
Vorlage S. 263
1238
CHOR.
Vorlage S. 263
1239
Uns scheinet Hermes wahrlich kein unzeitig Wort
Vorlage S. 263
1240
Zu sagen; denn er riet dir an, den Eigensinn
Vorlage S. 263
1241
Zu lassen, dich zu wenden zur Besonnenheit;
Vorlage S. 263
1242
Folg ihm, denn unrecht handeln ist den Weisen Schmach.
Vorlage S. 263
1243
PROMETHEUS.
Vorlage S. 263
1244
Was zuvor ich bereits längst wusste, das tatst
Vorlage S. 263
1245
Du als Bote mir kund! Von dem Feinde der Feind
Vorlage S. 263
1246
Solch Leid zu empfahn, das entehrt niemals!
Vorlage S. 263
1247
So fahr auf mich zweischneidig des Zorns
Vorlage S. 263
1248
Haarsträubender Blitz denn herab, und die Luft,
Vorlage S. 264
1249
Sie zerreiße vom Krachen des Donners, vom Krampf
Vorlage S. 264
1250
Des empörten Orkans, und die Erde zerwühl
Vorlage S. 264
1251
In den Tiefen, empor von den Wurzeln, der Sturm;
Vorlage S. 264
1252
Es vermische gepeitscht in verwilderter Wut
Vorlage S. 264
1253
Sich die heulende See mit der schweigenden Bahn
Vorlage S. 264
1254
Der Gestirne; hinab in die ewige Nacht,
Vorlage S. 264
1255
In den Tartaros stürze zerschmettert der Leib
Vorlage S. 264
1256
Mit des Schicksals reißendem Strudel hinab –
Vorlage S. 264
1257
Doch töten kann er mich nimmer!
Vorlage S. 264
1258
HERMES.
Vorlage S. 264
1259
Wie der Geist, wie das Wort sich verkehrt, wenn ein Wahn
Vorlage S. 264
1260
Die Gedanken verstört, das zeiget sich hier.
Vorlage S. 264
1261
Was bleibet ihm fremd denn des Wahnsinns noch?
Vorlage S. 264
1262
Und trifft es ihn jetzt, wie vergäß er der Wut?
Vorlage S. 264
1263
Doch ihr, die ihr tief sein qualvoll Los
Vorlage S. 264
1264
Mitfühlt und beweint, geht, Mädchen, hinweg
Vorlage S. 264
1265
Aus diesem Bereich, flieht ferne, damit
Vorlage S. 264
1266
Das Bewusstsein euch nicht schwinde, betäubt
Vorlage S. 264
1267
Vom unendlichen Krachen des Donners!
Vorlage S. 264
1268
CHORFÜHRERIN.
Vorlage S. 264
1269
Find besseren Rat und ermahne mich so,
Vorlage S. 264
1270
Wie ich folgen dir kann; denn es ist in der Tat
Vorlage S. 264
1271
Unerträglich der Rat, der verführen mich soll!
Vorlage S. 264
1272
Wie gebietest du mir, mich der Schande zu weihn?
Vorlage S. 264
1273
Nein, dulden mit ihm will ich sein Los;
Vorlage S. 264
1274
Denn ich habe Verräter zu hassen gelernt,
Vorlage S. 264
1275
Und ich weiß kein Gift,
Vorlage S. 264
1276
Mir mehr denn dieses verächtlich!
Vorlage S. 264
1277
HERMES.
Vorlage S. 264
1278
Wohl denn; was ich jetzt euch sage, bedenkt!
Vorlage S. 264
1279
Wenn der lärmenden Jagd ihr des Jammers erliegt,
Vorlage S. 264
1280
Klagt euer Geschick nicht an, sagt nie,
Vorlage S. 264
1281
Euch habe so Zeus unerwartet hinab
Vorlage S. 264
1282
Ins Verderben gestürzt; denn wissentlich seid,
Vorlage S. 264
1283
Nicht eilig verlockt, nicht heimlich umgarnt,
Vorlage S. 264
1284
Ins unendliche Netz des Verhängnisses jetzt
Vorlage S. 264
1285
Ihr verstrickt durch eure Verblendung! –
Vorlage S. 264
1286
Hermes ab; mächtiges Tosen in der Luft; Erdbeben.
Vorlage S. 264
1287
PROMETHEUS.
Vorlage S. 265
1288
Schon wird es zur Tat, kein nichtiges Wort!
Vorlage S. 265
1289
Es erbebet die Erd,
Vorlage S. 265
1290
Und es zuckt und es zischt wild, Blitz auf Blitz,
Vorlage S. 265
1291
Sein Flammengeschoß, aufwirbeln den Staub
Vorlage S. 265
1292
Windstöße; daher rast allseits Sturm,
Vorlage S. 265
1293
Wie im Taumel gejagt; ineinander gestürzt
Vorlage S. 265
1294
Mit des Aufruhrs Wut, mit Orkanes Geheul,
Vorlage S. 265
1295
Ineinander gepeitscht, stürzt Himmel und Meer! –
Vorlage S. 265
1296
Und solch ein Gericht, es umtost, es umschlingt
Vorlage S. 265
1297
Mich, von Zeus mir gesandt, mich zu schrecken mit Graun! –
Vorlage S. 265
1298
O heilige Mutter, o Äther, des all-
Vorlage S. 265
1299
Heilspendenden Lichts allheilige Bahn,
Vorlage S. 265
1300
Seht, welch Unrecht ich erdulde! –
Vorlage S. 265
1301
Prometheus' Felsen verschlingt ein Abgrund.
Vorlage S. 265

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »falls« in diesem Textausschnitt? »Zu nützen, Müh dir machen, falls du dich bemühst.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Was sonst ist Zeus' Los, als zu herrschen fort und fort?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Zu den gorgoneischen Feldern von Kisthene, wo« B: »Von den Ewigen, von den Sterblichen, oder beiden?« C: »Von keinem Merkmal wussten sie für Winters Nahn«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Und wollt er nicht, glutzückend fahre dann …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Bevor« in diesem Textausschnitt? »Bevor du Kaukasus' höchsten Gipfel siehst und dort«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Unlösbar schmieden an den menschenöden Fels,«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Unlösbar schmieden an den menschenöden Fels,« und »Du machst mir Ekel mit der Worte leerem Schwall!«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Der den Menschen Licht gab, 's ist Prometheus, den du siehst.«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Kratos und Bia (Kraft und Gewalt), Riesengestalten«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Und er umschleicht mich schon, tückischen Haß im Blick,«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »O heilige Mutter, o Äther, des all-«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Der gefesselte Proemetheus

Griechische Tragiker: Aischylos, Sophokles, Euripides. Hg. v. Wolf Hartmut Friedrich, übers. v. J. G. Droysen (Aischylos), K. W. F. Solger (Sophokles), J. A. Hartung (Euripides), München: Winkler, 1958. Aischylos 234- München

Das Werk Der gefesselte Proemetheus von Aischylos ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Altgriechisch

Vollständiger überlieferter Originaltext der angegebenen Perseus-Edition. Antike Überlieferungslücken und kritische Ergänzungen gehören zur Quellausgabe und sind kenntlich: ⟨Ergänzung⟩, ⟦vom Herausgeber getilgter Text⟧, […] Überlieferungslücke. Anmerkungen der Quellausgabe sind beschriftet. Wortlaut bleibt erhalten; TEI-Markup wird in Lesetext überführt. Keine Gleichsetzung mit einem erhaltenen Autorenmanuskript oder mit der Textgrundlage der deutschen Übersetzung.

Aischylos; source-edition editors listed separately; Perseus Digital Library, Tufts University. CC BY-SA 4.0.

Autorschaft und Ausgabe: Aischylos · Herbert Weir Smyth · Perseus Digital Library, Tufts University

Originaltext und Ausgabe ↗ · Perseus Digital Library, Tufts University · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Aeschylus Aeschylus Suppliant Maidens Persians Prometheus Seven Against Thebes Herbert Weir Smyth New York London William Heinemann G.P. Putnam's Sons 1922 1 HathiTrust Internet Archive

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.