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Buch - Der Ruepp - Thoma, Ludwig

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Originalwerk · Lesefassung

Der Ruepp

Thoma, Ludwig · 1922

Der Bauer Ruepp versucht, seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Stellung zu sichern. Schulden, Täuschungen und familiäre Abhängigkeiten treiben ihn in einen zunehmend ausweglosen Konflikt.

BauernromanKlasse 11–1316 Abschnitte
Historisches Bildnis von Ludwig Thoma
Historisches Bildnis von Ludwig Thoma — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Karl Klimsch · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.
  • Für die begleitete Analyse in der Oberstufe; je nach Werk werden Gewalt, Sexualität, Krankheit oder historische Diskriminierung thematisiert.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 16

1. Kapitel

1
Erstes Kapitel
Vorlage S. 465
2
Ein Sonntag mitten in der Ernte wäre eigentlich zum Ausruhen gut gewesen, denn es lag viel Arbeit hinter Mensch und Vieh, und nicht weniger stand bevor. Wenn man durch Weidach ging, breitete sich auch diese feiertägliche Rast wohltuend um die Bauernhöfe aus; ein altes Weibl saß auf der Hausbank und stopfte an einem blitzblauen Socken herum, daneben stand die Junge im Putz bei der Nachbarin; sie hatte sich nach dem Rosenkranz noch nicht ausgezogen, weil sie ein langer, ausgiebiger Ratsch aufhielt.
Vorlage S. 465
3
In den Ställen herrschte die friedlichste Stille; wer so einem Ochsen zuschaute, wie er auf dem Stroh lag und nachdenklich wiederkäute, der konnte glauben, dass das Vieh den Genuss des Ausrastens am besten verstand. Jedenfalls viel besser wie die Bauern, die in der rauchigen Wirtsstube hockten und soviel tranken, dass ihnen die Frühstunde am Montag die wehleidigste der ganzen Woche werden musste.
Vorlage S. 465
4
Die jungen Burschen und Knechte lärmten in der Kegelstatt neben dem Wirtshaus. Vor einer die Kugel auf den Laden setzte, fluchte er; warf er wenig Kegel um, fluchte er, und warf er viele um, fluchte er auch.
Vorlage S. 465
5
Ein paar Mädeln gingen auf der Straße, steckten die Köpfe zusammen und taten so, als bekümmerten sie sich kein bissel um die Burschenschaft, obgleich sie bloß derentwegen vorbeischlichen.
Vorlage S. 465
6
Ein Knechtl tat ihnen den Gefallen und pfiff gellend durch die Finger.
Vorlage S. 465
7
»D' Ecker Zenzi! Und d' Liebhardt Nanni. Da geht's zuawa! Herrgottsaggerament! Wiah, macht's amal, geht's zuawa!«
Vorlage S. 465
8
Ein paar andere pfiffen durch die Zähne und schnackelten.
Vorlage S. 465
9
»Höi! Zuawa da!«
Vorlage S. 465
10
Die Mädeln gingen zögernd hin, nippten an den Bierkrügen, die ihnen zugeschoben wurden, und kicherten über die kecken Reden, die sie hören mussten.
Vorlage S. 465
11
Am lautesten war der Wenger Hartl, ein rothaariger Bursch mit einem blatternarbigen Gesicht, ein schiecher Kerl, aber ein gefürchteter Raufer und das frechste Maul weitum.
Vorlage S. 465
12
Er verstand es am besten mit den Mädeln, und lachte selber am meisten über seine zotigen Sprüche.
Vorlage S. 465
13
»Du spinnst im höchsten Grad,« sagte die Liebhardt Nanni zu ihm und wischte sich mit dem Handrücken den Bierschaum ab.
Vorlage S. 465
14
»Lass mi no eini in d' Kamma, na spinn i dir dein Flachs owa ... was is?« – »Da Seppi hat an Kranz g'schoben.«
Vorlage S. 465
15
»Ah Herrgottsaggera, der Bluatshund, der miserablige ...«
Vorlage S. 465
16
In der Wirtsstube horchten sie hie und da auf, wenn es draußen überlaut wurde, und es schüttelte auch einmal einer den Kopf.
Vorlage S. 465
17
Früher war das anders, meinte er, und sich gar so auslassen durfte man als junger Mensch nicht.
Vorlage S. 465
18
Die Alten hätten's nicht gelitten und hätten sich Ruh verschafft. Aber jetzt sollte es einmal einer probieren und den Jungen was sagen; wie sich die aufgemanndelt hätten! Und wie einem jeder Knecht schon das Maul anhing und gleich die Arbeit vor die Füße hin schmiß.
Vorlage S. 465
19
Früher ließ man so einen gehen und stellte einen andern ein, aber die Sache war jetzt so, dass man froh sein musste um einen schlechten. Wenigstens in der Ernte.
Vorlage S. 465
20
Bald gab man in der Wirtsstube nicht mehr auf den Lärm acht, der von der Kegelstatt hereindrang, da es drinnen selber lebendig wurde.
Vorlage S. 465
21
Der Ruepp von der Leiten hatte sich seinen gewohnten Sonntagsrausch angetrunken und nahm den Stadelscheck, einen kleinen Häuselmann, in die Arbeit.
Vorlage S. 465
22
Wenn der Ruepp einen vor hatte, hörte er nicht mehr auf, bis der andere ging, oder auch, bis er selber hinausgeschmissen wurde.
Vorlage S. 465
23
»Dei Vata hat von dem mein zwoahundert Guld'n z' leicha g'habt.«
Vorlage S. 465
24
»Net wahr is.«
Vorlage S. 465
25
»Net is wahr? Hat ma's mei Vata net hundertmal g'sagt, der alt Stadelscheck, hat er g'sagt, hat mir zwoahundert Guld'n wega g'schwor'n, aba, hat er g'sagt, dem müass'n seine Schwurfinga derfäul'n.«
Vorlage S. 465
26
»Du lüagst ...«
Vorlage S. 465
27
»I? Hat ma's mei Vata net g'sagt?«
Vorlage S. 466
28
»Der ko g'sagt hamm, was er mög'n hat, der Leutbetrüaga!«
Vorlage S. 466
29
»A's Grab eini tatst du mein Vata schimpf'n, du ... du ...«
Vorlage S. 466
30
Der Stadelscheck schlug auf den Tisch, dass die Krüge hoch sprangen.
Vorlage S. 466
31
»Leutbetrüaga ... hab i g'sagt ... Lump hab i g'sagt ...«
Vorlage S. 466
32
»Sagst du?«
Vorlage S. 466
33
»Der nämli, wia du, akkrat als wia du ...«
Vorlage S. 466
34
»Jetza, Manndei, hast was hör'n lassen. Jetza kriag i di ...«
Vorlage S. 466
35
»Hört's amal auf mit enkern G'schroa! Es san ander Leut aa no da,« sagte der Lukas, der neben dem Stadelscheck saß.
Vorlage S. 466
36
Der Kleinhäusler ließ sich durch den barschen Ton einschüchtern, denn der Lukas in Buch war der angesehenste Bauer in der Gemeinde.
Vorlage S. 466
37
Aber wie hätte der Ruepp von der Leiten auf seinen heimlichen Feind und Nachbarn was geben sollen?
Vorlage S. 466
38
»Mi bekümmern die andern Leut gar nix,« schrie er.
Vorlage S. 466
39
»Dös werd si nacha scho aufweisen. Mir woll'n unsern Ruah hamm.«
Vorlage S. 466
40
»Durchaus gar nix bekümmern mi d' Leut. Und du scho gar net.«
Vorlage S. 466
41
»Is scho recht.«
Vorlage S. 466
42
Der Lukas hatte eine Ruhe, die den andern ganz auseinander brachte.
Vorlage S. 466
43
»Is vielleicht it wahr, dass ma du vor der Arndt an Knecht ausg'spannt hoscht?«
Vorlage S. 466
44
»Geh, red it!«
Vorlage S. 466
45
»Jo, red i. Der Eckl Kaschpar waar zu mir kemma, und er hat ma's scho g'hoaßen, und na hoscht ma'n du wega g'redt, du Falschhauser!«
Vorlage S. 466
46
»Überleg dir's a weng, was d' redtst.«
Vorlage S. 466
47
»Wahr is! An Sunntag vor Jakobi bist beim Eckl hiebei g'wen. Hat ma di scho g'sehgn, Manndei, wann'st as aa no so hoamli machst. Di kenn i guat, di!«
Vorlage S. 466
48
»I di aa, Ruepp. Und deswegn gib i mi net ab mit dir. Net amal wann's d' nüachtern bist.«
Vorlage S. 466
49
»Du protz di vor de andern, aber net gegen meiner! Von dir woaß i allerhand ...«
Vorlage S. 466
50
»So viel's d' magst. Kellnerin, zahl'n!«
Vorlage S. 466
51
»Zwegn was hat denn selbigsmal dös Hüatermensch so gschwind furt müassen bei enk? Soll i da's sag'n, was d' Leut g'sagt hamm?«
Vorlage S. 467
52
»Red zua ...«
Vorlage S. 467
53
»Du Feinspinner, du schlitzohreter! Möcht er oiwei der gar ander sei und's Muster für de ganz Gmoa, und derweil hat eahm sei Bäurin's Hüatermensch außi g'haut ...«
Vorlage S. 467
54
Der Lukas hatte gezahlt und stand auf.
Vorlage S. 467
Historisches Bildnis von Ludwig Thoma
Kontextbild zum Werk. Historisches Bildnis von Ludwig Thoma — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Karl Klimsch · Public domain Bildquelle ↗
55
Dabei sagte er mit einer Verachtung, die den Ruepp schmerzhafter traf wie jedes erregte Schimpfwort:
Vorlage S. 467
56
»I kannt di jetzt verklag'n, net? Aber du bist der Letzt, mit dem i mi vor's G'richt hi'stell'n möcht. Und weil's d' scho g'sagt hast, du woaßt allerhand, oans woaßt du do net. Wia's dir selm helfen solltst.«
Vorlage S. 467
57
»Brauch i di dazua?«
Vorlage S. 467
58
»I waar net zum brauchen. Pfüad Good beinand!«
Vorlage S. 467
59
Und damit ging der Lukas zur Stube hinaus.
Vorlage S. 467
60
Der Ruepp war einen Augenblick still geworden und schaute stier vor sich hin.
Vorlage S. 467
61
Die paar Worte mussten einen schlimmen Sinn haben, der ihn nachdenklich machte.
Vorlage S. 467
62
»Brauch i den dazua?« murrte er und schob seinen Bierkrug weg. »Den Falschhauser, den scheinheiligen?«
Vorlage S. 467
63
Nun schrie er schon wieder.
Vorlage S. 467
64
»Überhaupts bin i vielleicht wem was schuldi da hierin? Sollt oana hergeh und sag'n, dass i eahm was schuldi bin. Und dei glumpeter Vata hat si wega g'schwor'n von de zwoahundert Guld'n ...«
Vorlage S. 467
65
»Dös sagst net nomal!«
Vorlage S. 467
66
»Dös sag i tausad mal.«
Vorlage S. 467
67
»Na hascht dös dafür!«
Vorlage S. 467
68
Der Stadelscheck gab dem Ruepp einen Faustschlag ins Gesicht, dass der betrunkene Mensch rücklings vom Stuhl fiel.
Vorlage S. 467
69
Er raffte sich mühselig vom Boden auf und keuchte.
Vorlage S. 467
70
»Jetzt muaßt sterb'n ...«
Vorlage S. 467
71
Ein paar Leute hielten ihn, als er nach einem Bierkrug langen wollte.
Vorlage S. 467
72
Der Wirt kam schnell an den Tisch.
Vorlage S. 467
73
»Werd koa Ruah? Da hätt i ja an jeden Sunntag de b'suffene Gaudi. Du machst, dass d' außi kimmst, Stadelscheck!«
Vorlage S. 467
74
»Was braucht denn er mi ...«
Vorlage S. 468
75
»Is scho ausg'redt. Rafft's draußen, aber net bei mir herin! Außi, sag i!«
Vorlage S. 468
76
Der Metzgerbursch fasste den Kleinhäusler unsanft an und drehte ihn durch die Stube zur Türe hinaus.
Vorlage S. 468
77
Derweil nahm der Wirt den Ruepp beim Arm.
Vorlage S. 468
78
»Außi beim Loch!«
Vorlage S. 468
79
Der Ruepp wollte sich sträuben.
Vorlage S. 468
80
»Dem kimm i g'richtsmaßi ... dem Haderlump ...« stöhnte er.
Vorlage S. 468
81
»Heut nimmer. Dös ko'st morg'n toa. Und jetzt wasch di am Brunna hint ab ...«
Vorlage S. 468
82
Aus der Nase floss dem Betrunkenen Blut und tropfte auf Janker und Gilet herunter.
Vorlage S. 468
83
Er ging schimpfend neben dem Wirt her, der ihn in den Hof hinaus führte und an den Brunnentrog stellte.
Vorlage S. 468
84
Eine Küchenmagd, die neugierig nachgelaufen war, musste Wasser pumpen, mit dem sich der Ruepp oberflächlich abwusch.
Vorlage S. 468
85
Etliche Buben standen um ihn herum.
Vorlage S. 468
86
»Ah, der blüat! Dem hat oana d' Nas'n anand g'haut. Der bsuffa Ruepp is ...«
Vorlage S. 468
87
»Macht's it, dass weida kemmt's?« schalt der Wirt. »Muaß i d' Goaßel hol'n und enk hoam jag'n?«
Vorlage S. 468
88
Sie wichen ein paar Schritte zurück.
Vorlage S. 468
89
Derweil richtete sich der Ruepp brummend und schimpfend auf und ging hinter den Nachbarhäusern herum einem Feldweg zu, der durch Kornfelder am Dorfe vorbei führte.
Vorlage S. 468
90
Er war nüchterner geworden und hätte darüber nachdenken können, wie gut es einem verheirateten Manne, der erwachsene Kinder hatte, anstand, wie ein Handwerksbursche verprügelt und aus der Wirtschaft hinausgeschmissen zu werden.
Vorlage S. 468
91
Stellte der Lukas daheim und in der Gemeinde nicht ganz was anderes vor? Bei seiner Bäuerin, bei den Kindern und den Ehhalten galt bloß das, was er sagte. Drunten im Dorf geschah nichts gegen seine Meinung, für die er immer gute Gründe vorbrachte.
Vorlage S. 468
92
Und er, der Ruepp? Seine Afra war ein gutes Leut und hatte es nicht mit Schimpfen und Keifen, sooft er ihr auch Ursache dazu gab. Aber weil sie hinter seinem Rücken oft was gutmachen musste, merkte er wohl, dass sich die richtigen Dienstboten mit ihr gegen ihn verstanden, und dass er dabei schon lang sein Ansehen verloren hatte.
Vorlage S. 468
93
Die Kinder waren ihm von klein auf aus dem Weg gegangen, wenn er angetrunken heimkam, und blieben scheu gegen ihn, auch wenn er nüchtern war.
Vorlage S. 469
94
Jetzt, wo sie erwachsen waren, zeigten sie deutlich, dass sie nichts auf ihn hielten, und der Älteste, der Kaspar, hatte ihm geradeheraus gesagt, dass er das gute Sach heruntergebracht habe.
Vorlage S. 469
95
Die Tochter, die Leni, war ja alleweil mit der Mutter zusammen gesteckt und wusste es schon als Schulmädel nicht anders, als dass sie mitjammern musste über sein Wirtshauslaufen und Geldausgeben. Jetzt, als resches Frauenzimmer, das in Haus und Stall die meiste Arbeit traf, war sie schärfer wie die Alte, und er ging ihr gern aus dem Wege.
Vorlage S. 469
96
Am besten stand der Ruepp noch mit seinem Jüngsten, dem Michel, der in der Studi war, auf dem Freisinger Gymnasium, um geistlich zu werden.
Vorlage S. 469
97
Wenn der Ruepp zuweilen an einem geschmerzten Tag fand, dass man ihn in der Gemeinde nicht genug schätzte, malte er sich aus, wie ihm die Leute einmal doch alle Ehren erweisen mussten, nämlich an dem Tage, wo man die Primiz seines Michel feiern würde. Wenn er als Vater des hochwürdigen jungen Herrn beim Altar hiebei stünde, müsste der Lukas, so geschwollen er sonst tat, neben ihm verschwinden.
Vorlage S. 469
98
Ob der Ruepp jetzt auf dem Heimweg, wo er unsicher bald einmal links und bald einmal rechts in einen Kornacker trat und dann wieder stehen blieb, um sich seine blutende Nase abzuputzen, an das schöne Zukunftsbild dachte?
Vorlage S. 469
99
Jedenfalls erinnerte er sich dunkel daran, dass sein Michel gerade heute in die Vakanz heimkommen sollte, und dabei überkam ihn aufs neue die Wut über den Stadelscheck, der ihn so zugerichtet hatte.
Vorlage S. 469
100
Aber er wollt's ihm schon eintränken, dem Fretter, dem glumpeten!
Vorlage S. 469
101
Gleich den andern Tag, oder nein, den nächsten Mittwoch, wollte er nach Dachau fahren und die Geschichte advokatisch machen.
Vorlage S. 469
102
Und ins Amtsgericht wollte er hineingehen, damit dass der grobe Herr Oberamtsrichter, der ein wenig hässlich auf ihn war und ihn schon einmal eine bsuffene Sau genannt hatte, damit dass er den Schmerzensmann selber anschauen konnte mit seinen Spuren der Mißhandlung. Wann er die Arbeit sah, die wo der hundshäuterne Kleinhäusler verrichtet hatte, musste er erkennen, auf welcher Seite die Gewalt und auf welcher das Leiden gewesen war.
Vorlage S. 470
103
»Bürschei, zahl'n lass i di, dass d' schwarz werst ...« sagte der Ruepp vor sich hin und stolperte über den Feldrain.
Vorlage S. 470
104
Er fiel mit dem Gesicht ins Kornfeld und wollte sich aufraffen.
Vorlage S. 470
105
Dabei überkam ihn eine große Müdigkeit, und da es ihm in den hochstehenden Ähren kühl und angenehm vorkam, drehte er sich um und wollte schlafen.
Vorlage S. 470
106
Ein paar Grillen zirpten neben ihm, eine Hummel, die er durch seinen groben Fall aufgescheucht hatte, brummte unwillig um ihn herum. Vom Dorf herauf drang das Donnern der Kegelkugel, die an die Hinterwand der Bahn krachte.
Vorlage S. 470
107
Ein paarmal öffnete und schloss der Ruepp seine Augen. Dann schlief er ein.
Vorlage S. 470

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ein paar andere pfiffen …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Früher war das anders, meinte er, und sich gar so […] durfte man als junger Mensch nicht.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »bevor« in diesem Textausschnitt? »Ein Sonntag mitten in der Ernte wäre eigentlich zum Ausruhen gut gewesen, denn es lag viel Arbeit hinter Mensch und Vieh, und nicht weniger stand bevor.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich einen Grund oder eine daraus gezogene Folge? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Die Tochter, die Leni, war ja alleweil mit der Mutter zusammen gesteckt und wusste es schon als Schulmädel nicht anders, als dass sie mitjammern musste über sein Wirtshauslaufen und Geldausgeben.« B: »Und weil's d' scho g'sagt hast, du woaßt allerhand, oans woaßt du do net.« C: »»Ah Herrgottsaggera, der Bluatshund, der miserablige ...««

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Aus der Nase floss dem Betrunkenen Blut …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Wenn man durch Weidach ging, breitete sich auch diese feiertägliche Rast wohltuend um die Bauernhöfe aus; ein altes Weibl saß auf der Hausbank und stopfte an einem blitzblauen Socken herum, daneben stand die Junge im Putz bei der Nachbarin; sie hatte sich nach dem Rosenkranz noch nicht ausgezogen, weil sie ein langer, ausgiebiger Ratsch aufhielt.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Und ins Amtsgericht wollte er hineingehen, damit dass der grobe Herr Oberamtsrichter, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Ein Sonntag mitten in der Ernte wäre eigentlich zum Ausruhen gut gewesen, denn es lag viel Arbeit hinter Mensch und Vieh, und nicht weniger stand bevor.«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Ein Sonntag mitten in der Ernte wäre eigentlich zum Ausruhen gut gewesen, denn es lag viel Arbeit hinter Mensch und Vieh, und nicht weniger stand bevor.« und »»Bürschei, zahl'n lass i di, dass d' schwarz werst ...« sagte der Ruepp vor sich hin und stolperte über den Feldrain.«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Du machst, dass d' außi kimmst, Stadelscheck!««. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Ein Sonntag mitten in der Ernte wäre eigentlich zum Ausruhen gut gewesen, denn es lag viel Arbeit hinter Mensch und Vieh, und nicht weniger stand bevor.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Und weil's d' scho g'sagt hast, du woaßt allerhand, oans woaßt du do net.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Ein paarmal öffnete und schloss der Ruepp seine Augen.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Das deutschsprachige Original ist nach den geprüften Lebensdaten des Autors in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen den bearbeiteten Datenbestand unter CC BY 3.0 DE bereit.

Der Ruepp

Ludwig Thoma: Gesammelte Werke in sechs Bänden. Erweiterte Neuausgabe. Textredaktion: Albrecht Knaus, München: Piper, 1968. Thoma, Ludwig 465- München

Das Werk Der Ruepp von Thoma, Ludwig ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Deutsch

Unveränderte deutsche Quellfassung; die andere Spalte bietet eine gesonderte Lesefassung. Beide Ansichten gehören zu demselben Werk.

Das Werk Der Ruepp von Thoma, Ludwig ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Autorschaft und Ausgabe: Thoma, Ludwig

Originaltext und Ausgabe ↗ · TextGrid / Editura · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Ludwig Thoma: Gesammelte Werke in sechs Bänden. Erweiterte Neuausgabe. Textredaktion: Albrecht Knaus, München: Piper, 1968. Thoma, Ludwig 465- München

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.