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Buch - Odyssee - Homer

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Odyssee

Homer

Odyssee von Homer. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

EposKlasse 9–10 · 11–1325 Abschnitte
Historische Illustration zu Odyssee
Historische Illustration zu „Odyssee“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Illustration de François-Louis Schmied pour "L'Odyssée" d'Homère. Paris, Compagnie des bibliophiles de l'Automobile-Club de France, 1928, volume 3, page 127. Ouvrage numérisé mis en ligne sur Gallica (bibliothèque numérique de la Bibliothèque nationale de France) le 12 août 2018 avec la mention "Domaine public". · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Johann Heinrich Voß

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 25

1. Gesang

1
I. Gesang.
Vorlage S. 441
2
Ratschluß der Götter, dass Odysseus, welchen Poseidon verfolgt, von Kalypsos Insel Ogygia heimkehre. Athene, in Mentes' Gestalt, den Telemachos besuchend, rät ihm, in Pylos und Sparta nach dem Vater sich zu erkundigen und die schwelgenden Freier aus dem Hause zu schaffen. Er redet das erstemal mit Entschlossenheit zur Mutter und zu den Freiern. Nacht.
Vorlage S. 441
3
Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes,
Vorlage S. 441
4
Welcher so weit geirrt nach der heiligen Troja Zerstörung,
Vorlage S. 441
5
Vieler Menschen Städte gesehn und Sitte gelernt hat
Vorlage S. 441
6
Und auf dem Meere so viel unnennbare Leiden erduldet,
Vorlage S. 441
7
Seine Seele zu retten und seiner Freunde Zurückkunft.
Vorlage S. 441
8
Aber die Freunde rettet' er nicht, wie eifrig er strebte;
Vorlage S. 441
9
Denn sie bereiteten selbst durch Missetat ihr Verderben:
Vorlage S. 441
10
Toren! welche die Rinder des hohen Sonnenbeherrschers
Vorlage S. 441
11
Schlachteten; siehe, der Gott nahm ihnen den Tag der Zurückkunft.
Vorlage S. 441
12
Sage hievon auch uns ein weniges, Tochter Kronions.
Vorlage S. 441
13
Alle die andern, soviel dem verderbenden Schicksal entflohen,
Vorlage S. 441
14
Waren jetzo daheim, dem Krieg entflohn und dem Meere:
Vorlage S. 441
15
Ihn allein, der so herzlich zur Heimat und Gattin sich sehnte,
Vorlage S. 441
16
Hielt die unsterbliche Nymphe, die hehre Göttin Kalypso,
Vorlage S. 441
17
In der gewölbeten Grotte und wünschte sich ihn zum Gemahle.
Vorlage S. 441
18
Selbst da das Jahr nun kam im kreisenden Laufe der Zeiten,
Vorlage S. 441
19
Da ihm die Götter bestimmt, gen Ithaka wiederzukehren,
Vorlage S. 441
20
Hatte der Held noch nicht vollendet die müdende Laufbahn,
Vorlage S. 441
21
Auch bei den Seinigen nicht. Es jammerte seiner die Götter;
Vorlage S. 441
22
Nur Poseidon zürnte dem göttergleichen Odysseus
Vorlage S. 441
23
Unablässig, bevor er sein Vaterland wieder erreichte.
Vorlage S. 441
24
Dieser war jetzo fern zu den Aithiopen gegangen:
Vorlage S. 441
25
Aithiopen, die zwiefach geteilt sind, die äußersten Menschen,
Vorlage S. 441
26
Gegen den Untergang der Sonnen und gegen den Aufgang:
Vorlage S. 441
27
Welche die Hekatombe der Stier' und Widder ihm brachten.
Vorlage S. 441
28
Allda saß er, des Mahls sich freuend. Die übrigen Götter
Vorlage S. 441
29
Waren alle in Zeus' des Olympiers Hause versammelt.
Vorlage S. 441
30
Unter ihnen begann der Vater der Menschen und Götter;
Vorlage S. 441
31
Denn er gedachte bei sich des tadellosen Aigisthos,
Vorlage S. 441
32
Den Agamemnons Sohn, der berühmte Orestes, getötet;
Vorlage S. 441
33
Dessen gedacht er jetzo und sprach zu der Götter Versammlung:
Vorlage S. 441
34
Welche Klagen erheben die Sterblichen wider die Götter!
Vorlage S. 441
35
Nur von uns, wie sie schrein, kommt alles Übel; und dennoch
Vorlage S. 441
36
Schaffen die Toren sich selbst, dem Schicksal entgegen, ihr Elend.
Vorlage S. 441
37
So nahm jetzo Aigisthos, dem Schicksal entgegen, die Gattin
Vorlage S. 441
38
Agamemnons zum Weib und erschlug den kehrenden Sieger,
Vorlage S. 441
39
Kundig des schweren Gerichts! Wir hatten ihn lange gewarnet,
Vorlage S. 441
40
Da wir ihm Hermes sandten, den wachsamen Argosbesieger,
Vorlage S. 441
41
Weder jenen zu töten noch um die Gattin zu werben.
Vorlage S. 441
42
Denn von Orestes wird einst das Blut Agamemnons gerochen,
Vorlage S. 441
43
Wann er, ein Jüngling nun, des Vaters Erbe verlanget.
Vorlage S. 441
44
So weissagte Hermeias; doch folgte dem heilsamen Rate
Vorlage S. 441
45
Nicht Aigisthos, und jetzt hat er alles auf einmal gebüßet.
Vorlage S. 441
46
Drauf antwortete Zeus' blauäugichte Tochter Athene:
Vorlage S. 441
47
Unser Vater Kronion, der herrschenden Könige Herrscher,
Vorlage S. 441
48
Seiner verschuldeten Strafe ist jener Verräter gefallen.
Vorlage S. 441
49
Möchte doch jeder so fallen, wer solche Taten beginnet!
Vorlage S. 441
50
Aber mich kränkt in der Seele des weisen Helden Odysseus
Vorlage S. 441
51
Elend, welcher so lang, entfernt von den Seinen, sich abhärmt
Vorlage S. 441
52
Auf der umflossenen Insel, der Mitte des wogenden Meeres.
Vorlage S. 441
53
Eine Göttin bewohnt das waldumschattete Eiland,
Vorlage S. 441
54
Atlas' Tochter, des Allerforschenden, welcher des Meeres
Vorlage S. 441
55
Dunkle Tiefen kennt und selbst die ragenden Säulen
Vorlage S. 441
56
Aufhebt, welche die Erde vom hohen Himmel sondern.
Vorlage S. 441
57
Dessen Tochter hält den ängstlich harrenden Dulder,
Vorlage S. 441
58
Immer schmeichelt sie ihm mit sanft liebkosenden Worten,
Vorlage S. 441
59
Dass er des Vaterlandes vergesse. Aber Odysseus
Vorlage S. 441
60
Sehnt sich, auch nur den Rauch von Ithakas heimischen Hügeln
Vorlage S. 441
61
Steigen zu sehn und dann zu sterben! Ist denn bei dir auch
Vorlage S. 441
62
Kein Erbarmen für ihn, Olympier? Brachte Odysseus
Vorlage S. 441
63
Nicht bei den Schiffen der Griechen in Trojas weitem Gefilde
Vorlage S. 441
64
Sühnender Opfer genug? Warum denn zürnest du so, Zeus?
Vorlage S. 441
65
Ihr antwortete drauf der Wolkenversammler Kronion:
Vorlage S. 441
66
Welche Rede, mein Kind, ist deinen Lippen entflohen?
Vorlage S. 441
67
O wie könnte doch ich des edlen Odysseus vergessen?
Vorlage S. 441
68
Sein, des weisesten Mannes, und der die reichlichsten Opfer
Vorlage S. 441
69
Uns Unsterblichen brachte, des weiten Himmels Bewohnern?
Vorlage S. 441
70
Poseidaon verfolgt ihn, der Erdumgürter, mit heißer
Vorlage S. 441
71
Unaufhörlicher Rache; weil er den Kyklopen geblendet,
Vorlage S. 441
72
Polyphemos, den Riesen, der unter allen Kyklopen,
Vorlage S. 442
73
Stark wie ein Gott, sich erhebt. Ihn gebar die Nymphe Thoosa,
Vorlage S. 442
74
Phorkyns Tochter, des Herrschers im wüsten Reiche der Wasser,
Vorlage S. 442
75
Welche Poseidon einst in dämmernder Grotte bezwungen.
Vorlage S. 442
76
Darum trachtet den Helden der Erderschüttrer Poseidon
Vorlage S. 442
77
Nicht zu töten, allein von der Heimat irre zu treiben.
Vorlage S. 442
78
Aber wir wollen uns alle zum Rat vereinen, die Heimkehr
Vorlage S. 442
79
Dieses Verfolgten zu fördern; und Poseidaon entsage
Vorlage S. 442
80
Seinem Zorn: denn nichts vermag er doch wider uns alle,
Vorlage S. 442
81
Uns unsterblichen Göttern allein entgegenzukämpfen!
Vorlage S. 442
82
Drauf antwortete Zeus' blauäugichte Tochter Athene:
Vorlage S. 442
83
Unser Vater Kronion, der herrschenden Könige Herrscher,
Vorlage S. 442
84
Ist denn dieses im Rate der seligen Götter beschlossen,
Vorlage S. 442
85
Dass in sein Vaterland heimkehre der weise Odysseus;
Vorlage S. 442
86
Auf! so lasst uns Hermeias, den rüstigen Argosbesieger,
Vorlage S. 442
87
Senden hinab zu der Insel Ogygia: dass er der Nymphe
Vorlage S. 442
88
Mit schönwallenden Locken verkünde den heiligen Ratschluß
Vorlage S. 442
89
Von der Wiederkehr des leidengeübten Odysseus.
Vorlage S. 442
90
Aber ich will gen Ithaka gehn, den Sohn des Verfolgten
Vorlage S. 442
91
Mehr zu entflammen und Mut in des Jünglings Seele zu gießen,
Vorlage S. 442
92
Dass er zu Rat berufe die hauptumlockten Achaier
Vorlage S. 442
93
Und den Freiern verbiete, die stets mit üppiger Frechheit
Vorlage S. 442
94
Seine Schafe schlachten und sein schwerwandelndes Hornvieh;
Vorlage S. 442
95
Will ihn dann senden gen Sparta und zu der sandigen Pylos:
Vorlage S. 442
96
Dass er nach Kundschaft forsche von seines Vaters Zurückkunft
Vorlage S. 442
97
Und ein edler Ruf ihn unter den Sterblichen preise.
Vorlage S. 442
98
Also sprach sie und band sich unter die Füße die schönen
Vorlage S. 442
99
Goldnen ambrosischen Sohlen, womit sie über die Wasser
Vorlage S. 442
100
Und das unendliche Land im Hauche des Windes einherschwebt;
Vorlage S. 442
101
Fasste die mächtige Lanze mit scharfer eherner Spitze,
Vorlage S. 442
102
Schwer und groß und stark, womit sie die Scharen der Helden
Vorlage S. 442
103
Stürzt, wenn im Zorn sich erhebt die Tochter des schrecklichen Vaters.
Vorlage S. 442
104
Eilend fuhr sie hinab von den Gipfeln des hohen Olympos,
Vorlage S. 442
105
Stand nun in Ithakas Stadt, am Tore des Helden Odysseus,
Vorlage S. 442
106
Vor der Schwelle des Hofs, und hielt die eherne Lanze,
Vorlage S. 442
107
Gleich dem Freunde des Hauses, dem Fürsten der Taphier Mentes.
Vorlage S. 442
108
Aber die mutigen Freier erblickte sie an des Palastes
Vorlage S. 442
109
Pforte, wo sie ihr Herz mit Steineschieben ergötzten,
Vorlage S. 443
110
Hin auf Häuten der Rinder gestreckt, die sie selber geschlachtet.
Vorlage S. 443
111
Herold' eilten umher und fleißige Diener im Hause:
Vorlage S. 443
112
Jene mischten für sie den Wein in den Kelchen mit Wasser;
Vorlage S. 443
Historische Illustration zu Odyssee
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Odyssee“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · François-Louis Schmied · Public domain Bildquelle ↗
113
Diese säuberten wieder mit lockern Schwämmen die Tische,
Vorlage S. 443
114
Stellten in Reihen sie hin und teilten die Menge des Fleisches.
Vorlage S. 443
115
Pallas erblickte zuerst Telemachos, ähnlich den Göttern.
Vorlage S. 443
116
Unter den Freiern saß er mit traurigem Herzen; denn immer
Vorlage S. 443
117
Schwebte vor seinem Geiste das Bild des trefflichen Vaters:
Vorlage S. 443
118
Ob er nicht endlich käme, die Freier im Hause zerstreute
Vorlage S. 443
119
Und, mit Ehre gekrönt, sein Eigentum wieder beherrschte.
Vorlage S. 443
120
Dem nachdenkend, saß er bei jenen, erblickte die Göttin
Vorlage S. 443
121
Und ging schnell nach der Pforte des Hofs, unwillig im Herzen,
Vorlage S. 443
122
Dass ein Fremder so lang an der Türe harrte; empfing sie,
Vorlage S. 443
123
Drückt' ihr die rechte Hand und nahm die eherne Lanze,
Vorlage S. 443
124
Redete freundlich sie an und sprach die geflügelten Worte:
Vorlage S. 443
125
Freue dich, fremder Mann! Sei uns willkommen; und hast du
Vorlage S. 443
126
Dich mit Speise gestärkt, dann sage, was du begehrest.
Vorlage S. 443
127
Also sprach er und ging; ihm folgete Pallas Athene.
Vorlage S. 443
128
Als sie jetzt in den Saal des hohen Palastes gekommen,
Vorlage S. 443
129
Trug er die Lanz' in das schöngetäfelte Speerbehältnis,
Vorlage S. 443
130
An die hohe Säule sie lehnend, an welcher noch viele
Vorlage S. 443
131
Andere Lanzen stunden des leidengeübten Odysseus.
Vorlage S. 443
132
Pallas führt' er zum Thron und breitet' ein Polster ihr unter,
Vorlage S. 443
133
Schön und künstlichgewirkt; ein Schemel stützte die Füße.
Vorlage S. 443
134
Neben ihr setzt' er sich selbst auf einen prächtigen Sessel,
Vorlage S. 443
135
Von den Freiern entfernt: dass nicht dem Gaste die Mahlzeit
Vorlage S. 443
136
Durch das wüste Getümmel der Trotzigen würde verleidet
Vorlage S. 443
137
Und er um Kundschaft ihn von seinem Vater befragte.
Vorlage S. 443
138
Eine Dienerin trug in der schönen goldenen Kanne
Vorlage S. 443
139
Über dem silbernen Becken das Wasser, beströmte zum Waschen
Vorlage S. 443
140
Ihnen die Händ' und stellte vor sie die geglättete Tafel.
Vorlage S. 443
141
Und die ehrbare Schaffnerin kam und tischte das Brot auf
Vorlage S. 443
142
Und der Gerichte viel aus ihrem gesammelten Vorrat.
Vorlage S. 443
143
Hierauf kam der Zerleger und bracht in erhobenen Schüsseln
Vorlage S. 443
144
Allerlei Fleisch und setzte vor sie die goldenen Becher.
Vorlage S. 443
145
Und ein geschäftiger Herold versorgte sie reichlich mit Weine.
Vorlage S. 443
146
Jetzo kamen auch die mutigen Freier und saßen
Vorlage S. 444
147
All in langen Reihen auf prächtigen Thronen und Sesseln.
Vorlage S. 444
148
Herolde gossen ihnen das Wasser über die Hände.
Vorlage S. 444
149
Aber die Mägde setzten gehäufte Körbe mit Brot auf.
Vorlage S. 444
150
Jünglinge füllten die Kelche bis oben mit dem Getränke,
Vorlage S. 444
151
Und sie erhoben die Hände zum leckerbereiteten Mahle.
Vorlage S. 444
152
Und nachdem die Begierde des Tranks und der Speise gestillt war,
Vorlage S. 444
153
Dachten die üppigen Freier auf neue Reize der Seelen,
Vorlage S. 444
154
Auf Gesang und Tanz, des Mahles liebliche Zierden.
Vorlage S. 444
155
Und ein Herold reichte die schöngebildete Harfe
Vorlage S. 444
156
Phemios hin, der an Kunst des Gesangs vor allen berühmt war,
Vorlage S. 444
157
Phemios, der bei den Freiern gezwungen wurde zu singen.
Vorlage S. 444
158
Prüfend durchrauscht' er die Saiten und hub den schönen Gesang an.
Vorlage S. 444
159
Aber Telemachos neigte das Haupt zu Pallas Athene
Vorlage S. 444
160
Und sprach leise zu ihr, damit es die andern nicht hörten:
Vorlage S. 444
161
Lieber Gastfreund, wirst du mir auch die Rede verargen?
Vorlage S. 444
162
Diese können sich wohl bei Saitenspiel und Gesange
Vorlage S. 444
163
Freun, da sie ungestraft des Mannes Habe verschwelgen,
Vorlage S. 444
164
Dessen weißes Gebein vielleicht schon an fernem Gestade
Vorlage S. 444
165
Modert im Regen, vielleicht von den Meereswogen gewälzt wird.
Vorlage S. 444
166
Sähen sie jenen einmal zurück in Ithaka kommen,
Vorlage S. 444
167
Alle wünschten gewiss sich lieber noch schnellere Füße
Vorlage S. 444
168
Als noch größere Last an Gold und prächtigen Kleidern.
Vorlage S. 444
169
Aber es war sein Verhängnis, so hinzusterben; und keine
Vorlage S. 444
170
Hoffnung erfreuet uns mehr, wenn auch zuweilen ein Fremdling
Vorlage S. 444
171
Sagt, er komme zurück. Der Tag ist auf immer verloren!
Vorlage S. 444
172
Aber verkündige mir und sage die lautere Wahrheit.
Vorlage S. 444
173
Wer, wes Volkes bist du? und wo ist deine Geburtsstadt?
Vorlage S. 444
174
Und in welcherlei Schiff kamst du? wie brachten die Schiffer
Vorlage S. 444
175
Dich nach Ithaka her? was rühmen sich jene für Leute?
Vorlage S. 444
176
Denn unmöglich bist du doch hier zu Fuße gekommen!
Vorlage S. 444
177
Dann erzähle mir auch aufrichtig, damit ich es wisse:
Vorlage S. 444
178
Bist du in Ithaka noch ein Neuling oder ein Gastfreund
Vorlage S. 444
179
Meines Vaters? Denn unser Haus besuchten von jeher
Vorlage S. 444
180
Viele Männer, und er mocht auch mit Leuten wohl umgehn.
Vorlage S. 444
181
Drauf antwortete Zeus' blauäugichte Tochter Athene:
Vorlage S. 444
182
Dieses will ich dir alles, und nach der Wahrheit, erzählen.
Vorlage S. 444
183
Mentes, Anchialos' Sohn, des kriegserfahrenen Helden,
Vorlage S. 445
184
Rühm ich mich und beherrsche die ruderliebende Taphos.
Vorlage S. 445
185
Jetzo schifft ich hier an; denn ich steure mit meinen Genossen
Vorlage S. 445
186
Über das dunkle Meer zu unverständlichen Völkern,
Vorlage S. 445
187
Mir in Temesa Kupfer für blinkendes Eisen zu tauschen.
Vorlage S. 445
188
Und mein Schiff liegt außer der Stadt am freien Gestade,
Vorlage S. 445
189
In der reithrischen Bucht, an des waldichten Neion Fuße.
Vorlage S. 445
190
Lange preisen wir, schon von den Zeiten unserer Väter,
Vorlage S. 445
191
Uns Gastfreunde. Du darfst nur zum alten Helden Laertes
Vorlage S. 445
192
Gehn und fragen, der jetzt, wie man sagt, nicht mehr in die Stadt kommt,
Vorlage S. 445
193
Sondern in Einsamkeit auf dem Lande sein Leben vertrauert,
Vorlage S. 445
194
Bloß von der Alten bedient, die ihm sein Essen und Trinken
Vorlage S. 445
195
Vorsetzt, wann er einmal vom fruchtbaren Rebengefilde,
Vorlage S. 445
196
Wo er den Tag hinschleicht, mit müden Gliedern zurückwankt.
Vorlage S. 445
197
Aber ich kam, weil es hieß, dein Vater wäre nun endlich
Vorlage S. 445
198
Heimgekehrt, doch ihm wehren vielleicht die Götter die Heimkehr.
Vorlage S. 445
199
Denn noch starb er nicht auf Erden, der edle Odysseus,
Vorlage S. 445
200
Sondern er lebt noch wo in einem umflossenen Eiland
Vorlage S. 445
201
Auf dem Meere der Welt; ihn halten grausame Männer,
Vorlage S. 445
202
Wilde Barbaren, die dort mit Gewalt zu bleiben ihn zwingen.
Vorlage S. 445
203
Aber ich will dir anitzt weissagen, wie es die Götter
Vorlage S. 445
204
Mir in die Seele gelegt und wie's wahrscheinlich geschehn wird;
Vorlage S. 445
205
Denn kein Seher bin ich noch Flüge zu deuten erleuchtet.
Vorlage S. 445
206
Nicht mehr lange bleibt er von seiner heimischen Insel
Vorlage S. 445
207
Ferne, nicht lange mehr, und hielten ihn eiserne Bande;
Vorlage S. 445
208
Sinnen wird er auf Flucht, und reich ist sein Geist an Erfindung.
Vorlage S. 445
209
Aber verkündige mir und sage die lautere Wahrheit.
Vorlage S. 445
210
Bist du mit dieser Gestalt ein leiblicher Sohn von Odysseus?
Vorlage S. 445
211
Wundergleich bist du ihm, an Haupt und Glanze der Augen!
Vorlage S. 445
212
Denn oft haben wir so uns zueinander gesellet,
Vorlage S. 445
213
Eh er gen Troja fuhr mit den übrigen Helden Achaias.
Vorlage S. 445
214
Seitdem hab ich Odysseus und jener mich nicht gesehen.
Vorlage S. 445
215
Und der verständige Jüngling Telemachos sagte dagegen:
Vorlage S. 445
216
Dieses will ich dir, Freund, und nach der Wahrheit erzählen.
Vorlage S. 445
217
Meine Mutter, die sagt es, er sei mein Vater; ich selber
Vorlage S. 445
218
Weiß es nicht; denn von selbst weiß niemand, wer ihn gezeuget.
Vorlage S. 445
219
Wär ich doch lieber der Sohn von einem glücklichen Manne,
Vorlage S. 445
220
Den bei seiner Habe das ruhige Alter beschliche!
Vorlage S. 446
221
Aber der unglückseligste aller sterblichen Menschen
Vorlage S. 446
222
Ist, wie man sagt, mein Vater; weil du mich darum befragest.
Vorlage S. 446
223
Drauf antwortete Zeus' blauäugichte Tochter Athene:
Vorlage S. 446
224
Nun, so werden die Götter doch nicht den Namen des Hauses
Vorlage S. 446
Historische Illustration zu Odyssee
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Odyssee“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · François-Louis Schmied · Public domain Bildquelle ↗
225
Tilgen, da solchen Sohn ihm Penelopeia geboren.
Vorlage S. 446
226
Aber verkündige mir und sage die lautere Wahrheit.
Vorlage S. 446
227
Was für ein Schmaus ist hier und Gesellschaft? Gibst du ein Gastmahl
Vorlage S. 446
228
Oder ein Hochzeitfest? Denn keinem Gelag ist es ähnlich!
Vorlage S. 446
229
Dafür scheinen die Gäste mit zu unbändiger Frechheit
Vorlage S. 446
230
Mir in dem Saale zu schwärmen. Ereifern müsste die Seele
Vorlage S. 446
231
Jedes vernünftigen Manns, der solche Greuel mit ansäh!
Vorlage S. 446
232
Und der verständige Jüngling Telemachos sagte dagegen:
Vorlage S. 446
233
Fremdling, weil du mich fragst und so genau dich erkundest;
Vorlage S. 446
234
Ehmals konnte dies Haus vielleicht begütert und glänzend
Vorlage S. 446
235
Heißen, da jener noch im Vaterlande verweilte:
Vorlage S. 446
236
Aber nun haben es anders die grausamen Götter entschieden,
Vorlage S. 446
237
Welche den herrlichen Mann vor allen Menschen verdunkelt!
Vorlage S. 446
238
Ach! ich trauerte selbst um den Tod des Vaters nicht so sehr,
Vorlage S. 446
239
Wär er mit seinen Genossen im Lande der Troer gefallen
Vorlage S. 446
240
Oder den Freunden im Arme, nachdem er den Krieg vollendet.
Vorlage S. 446
241
Denn ein Denkmal hätt ihm das Volk der Achaier errichtet,
Vorlage S. 446
242
Und so wäre zugleich sein Sohn bei den Enkeln verherrlicht.
Vorlage S. 446
243
Aber er ward unrühmlich ein Raub der wilden Harpyien;
Vorlage S. 446
244
Weder gesehn noch gehört, verschwand er und ließ mir zum Erbteil
Vorlage S. 446
245
Jammer und Weh! Doch jetzo bewein ich nicht jenen allein mehr;
Vorlage S. 446
246
Ach! es bereiteten mir die Götter noch andere Leiden.
Vorlage S. 446
247
Alle Fürsten, so viel in diesen Inseln gebieten,
Vorlage S. 446
248
In Dulichion, Same, der waldbewachsnen Zakynthos,
Vorlage S. 446
249
Und so viele hier in der felsichten Ithaka herrschen:
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250
Alle werben um meine Mutter und zehren das Gut auf.
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251
Aber die Mutter kann die aufgedrungne Vermählung
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Nicht ausschlagen und nicht vollziehn. Nun verprassen die Schwelger
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All mein Gut und werden in kurzem mich selber zerreißen!
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Und mit zürnendem Schmerz antwortete Pallas Athene:
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Götter, wie sehr bedarfst du des langabwesenden Vaters,
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Dass sein furchtbarer Arm die schamlosen Freier bestrafe!
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Wenn er doch jetzo käm und vorn in der Pforte des Saales
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Stünde, mit Helm und Schild und zwoen Lanzen bewaffnet;
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So an Gestalt, wie ich ihn zum ersten Male gesehen,
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Da er aus Ephyra kehrend von Ilos, Mermeros' Sohne,
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Sich in unserer Burg beim gastlichen Becher erquickte!
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Denn dorthin war Odysseus im schnellen Schiffe gesegelt,
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Menschentötende Säfte zu holen, damit er die Spitze
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Seiner gefiederten Pfeile vergiftete. Aber sie gab ihm
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Ilos nicht, denn er scheute den Zorn der unsterblichen Götter;
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Aber mein Vater gab ihm das Gift, weil er herzlich ihn liebte:
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267
Wenn doch in jener Gestalt Odysseus den Freiern erschiene!
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268
Bald wär ihr Leben gekürzt und ihnen die Heirat verbittert!
Vorlage S. 447
269
Aber dieses ruhet im Schoße der seligen Götter,
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270
Ob er zur Heimat kehrt und einst in diesem Palaste
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271
Rache vergilt oder nicht. Dir aber gebiet ich zu trachten,
Vorlage S. 447
272
Dass du der Freier Schar aus deinem Hause vertreibest.
Vorlage S. 447
273
Lieber, wohlan! merk auf und nimm die Rede zu Herzen.
Vorlage S. 447
274
Fordere morgen zu Rat die edelsten aller Achaier,
Vorlage S. 447
275
Rede vor der Versammlung und rufe die Götter zu Zeugen.
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276
Allen Freiern gebeut, zu dem Ihrigen sich zu zerstreuen;
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277
Und der Mutter: verlangt ihr Herz die zwote Vermählung,
Vorlage S. 447
278
Kehre sie heim in das Haus des wohlbegüterten Vaters.
Vorlage S. 447
279
Dort bereite man ihr die Hochzeit und statte sie reichlich
Vorlage S. 447
280
Ihrem Bräutigam aus, wie lieben Töchtern gebühret.
Vorlage S. 447
281
Für dich selbst ist dieses mein Rat, wofern du gehorchest.
Vorlage S. 447
282
Rüste das trefflichste Schiff mit zwanzig Gefährten und eile,
Vorlage S. 447
283
Kundschaft dir zu erforschen vom lang abwesenden Vater,
Vorlage S. 447
284
Ob dir's einer verkünde der Sterblichen oder du Ossa,
Vorlage S. 447
285
Zeus' Gesandte, vernehmest, die viele Gerüchte verbreitet.
Vorlage S. 447
286
Erstlich fahre gen Pylos und frage den göttlichen Nestor,
Vorlage S. 447
287
Dann gen Sparta, zur Burg Menelaos', des bräunlichgelockten,
Vorlage S. 447
288
Welcher zuletzt heimkam von den erzgepanzerten Griechen.
Vorlage S. 447
289
Hörst du, er lebe noch, dein Vater, und kehre zur Heimat;
Vorlage S. 447
290
Dann, wie bedrängt du auch seist, erduld es noch ein Jahr lang.
Vorlage S. 447
291
Hörst du, er sei gestorben und nicht mehr unter den Menschen,
Vorlage S. 447
292
Siehe, dann kehre wieder zur lieben heimischen Insel,
Vorlage S. 447
293
Häufe dem Vater ein Mal und opfere Totengeschenke,
Vorlage S. 447
294
Reichlich, wie sich's gebührt, und gib einem Manne die Mutter.
Vorlage S. 448
295
Aber hast du dieses getan und alles vollendet,
Vorlage S. 448
296
Siehe, dann denk umher und überlege mit Klugheit,
Vorlage S. 448
297
Wie du die üppige Schar der Freier in deinem Palaste
Vorlage S. 448
298
Tötest, mit heimlicher List oder öffentlich! Fürder geziemen
Vorlage S. 448
299
Kinderwerke dir nicht, du bist dem Getändel entwachsen.
Vorlage S. 448
300
Hast du nimmer gehört, welch ein Ruhm den edlen Orestes
Vorlage S. 448
301
Unter den Sterblichen preist, seitdem er den Meuchler Aigisthos
Vorlage S. 448
302
Umgebracht, der ihm den herrlichen Vater ermordet?
Vorlage S. 448
303
Auch du, Lieber, denn groß und stattlich bist du von Ansehn,
Vorlage S. 448
304
Halte dich wohl, dass einst die spätesten Enkel dich loben!
Vorlage S. 448
305
Ich will jetzo wieder zum schnellen Schiffe hinabgehn
Vorlage S. 448
306
Und den Gefährten, die mich, vielleicht unwillig, erwarten.
Vorlage S. 448
307
Sorge nun selber für dich und nimm die Rede zu Herzen.
Vorlage S. 448
308
Und der verständige Jüngling Telemachos sagte da gegen:
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309
Freund, du redest gewiss mit voller herzlicher Liebe,
Vorlage S. 448
310
Wie ein Vater zum Sohn, und nimmer werd ich's vergessen.
Vorlage S. 448
311
Aber verweile bei uns noch ein wenig, wie sehr du auch eilest;
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312
Lieber, bade zuvor und gib dem Herzen Erfrischung,
Vorlage S. 448
313
Dass du mit froherem Mut heimkehrest und zu dem Schiffe
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314
Bringest ein Ehrengeschenk, ein schönes köstliches Kleinod
Vorlage S. 448
315
Zum Andenken von mir, wie Freunde Freunden verehren.
Vorlage S. 448
316
Drauf antwortete Zeus' blauäugichte Tochter Athene:
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317
Halte nicht länger mich auf; denn dringend sind meine Geschäfte.
Vorlage S. 448
318
Dein Geschenk, das du mir im Herzen bestimmest, das gib mir,
Vorlage S. 448
319
Wann ich wiederkomme, damit ich zur Heimat es bringe,
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320
Und empfange dagegen von mir ein würdiges Kleinod.
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321
Also redete Zeus' blauäugichte Tochter, und eilend
Vorlage S. 448
322
Flog wie ein Vogel sie durch den Kamin. Dem Jünglinge goß sie
Vorlage S. 448
323
Kraft und Mut in die Brust und fachte des Vaters Gedächtnis
Vorlage S. 448
324
Heller noch an wie zuvor. Er empfand es im innersten Herzen
Vorlage S. 448
325
Und erstaunte darob; ihm ahndete, dass es ein Gott war.
Vorlage S. 448
326
Jetzo ging er zurück zu den Freiern, der göttliche Jüngling.
Vorlage S. 448
327
Vor den Freiern sang der berühmte Sänger; und schweigend
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328
Saßen sie all und horchten. Er sang die traurige Heimfahrt,
Vorlage S. 448
329
Welche Pallas Athene den Griechen von Troja beschieden.
Vorlage S. 448
330
Und im oberen Stock vernahm die himmlischen Töne
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331
Auch Ikarios' Tochter, die kluge Penelopeia.
Vorlage S. 449
332
Eilend stieg sie hinab die hohen Stufen der Wohnung,
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333
Nicht allein; sie wurde von zwo Jungfrauen begleitet.
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334
Als das göttliche Weib die Freier jetzo erreichte,
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335
Stand sie still an der Schwelle des schönen gewölbeten Saales;
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Historische Darstellung von Homer
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von Homer — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Manner of Caravaggio · Public domain Bildquelle ↗
336
Ihre Wangen umwallte der feine Schleier des Hauptes,
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337
Und an jeglichem Arm stand eine der stattlichen Jungfraun.
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338
Tränend wandte sie sich zum göttlichen Sänger und sagte:
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339
Phemios, du weißt ja noch sonst viel reizende Lieder,
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340
Taten der Menschen und Götter, die unter den Sängern berühmt sind;
Vorlage S. 449
341
Singe denn davon eins vor diesen Männern, und schweigend
Vorlage S. 449
342
Trinke jeder den Wein. Allein mit jenem Gesange
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343
Quäle mich nicht, der stets mein armes Herz mir durchbohret.
Vorlage S. 449
344
Denn mich traf ja vor allen der unaussprechlichste Jammer!
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345
Ach, den besten Gemahl bewein ich und denke beständig
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346
Jenes Mannes, der weit durch Hellas und Argos berühmt ist!
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347
Und der verständige Jüngling Telemachos sagte dagegen:
Vorlage S. 449
348
Meine Mutter, warum verargst du dem lieblichen Sänger,
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349
Dass er mit Liedern uns reizt, wie sie dem Herzen entströmen?
Vorlage S. 449
350
Nicht die Sänger sind des zu beschuldigen, sondern allein Zeus,
Vorlage S. 449
351
Welcher die Meister der Kunst nach seinem Gefallen begeistert.
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352
Zürne denn nicht, weil dieser die Leiden der Danaer singet;
Vorlage S. 449
353
Denn der neuste Gesang erhält vor allen Gesängen
Vorlage S. 449
354
Immer das lauteste Lob der aufmerksamen Versammlung,
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355
Sondern stärke vielmehr auch deine Seele, zu hören.
Vorlage S. 449
356
Nicht Odysseus allein verlor den Tag der Zurückkunft
Vorlage S. 449
357
Unter den Troern, es sanken mit ihm viel andere Männer.
Vorlage S. 449
358
Aber gehe nun heim, besorge deine Geschäfte,
Vorlage S. 449
359
Spindel und Webestuhl, und treib an beschiedener Arbeit
Vorlage S. 449
360
Deine Mägde zum Fleiß! Die Rede gebühret den Männern
Vorlage S. 449
361
Und vor allem mir; denn mein ist die Herrschaft im Hause!
Vorlage S. 449
362
Staunend kehrte die Mutter zurück in ihre Gemächer
Vorlage S. 449
363
Und erwog im Herzen die kluge Rede des Sohnes.
Vorlage S. 449
364
Als sie nun oben kam mit den Jungfraun, weinte sie wieder
Vorlage S. 449
365
Ihren trauten Gemahl Odysseus, bis ihr Athene
Vorlage S. 449
366
Sanft mit süßem Schlummer die Augenlider betaute.
Vorlage S. 449
367
Aber nun lärmten die Freier umher in dem schattichten Saale,
Vorlage S. 449
368
Denn sie wünschten sich alle, mit ihr das Bette zu teilen.
Vorlage S. 450
369
Und der verständige Jüngling Telemachos sprach zur Versammlung:
Vorlage S. 450
370
Freier meiner Mutter, voll übermütigen Trotzes,
Vorlage S. 450
371
Freut euch jetzo des Mahls und erhebt kein wüstes Getümmel!
Vorlage S. 450
372
Denn es füllt ja mit Wonne das Herz, dem Gesange zu horchen,
Vorlage S. 450
373
Wann ein Sänger wie dieser die Töne der Himmlischen nachahmt!
Vorlage S. 450
374
Morgen wollen wir uns zu den Sitzen des Marktes versammeln,
Vorlage S. 450
375
Dass ich euch allen dort freimütig und öffentlich rate,
Vorlage S. 450
376
Mir aus dem Hause zu gehn! Sucht künftig andere Mähler;
Vorlage S. 450
377
Zehret von euren Gütern und lasst die Bewirtungen umgehn.
Vorlage S. 450
378
Aber wenn ihr es so bequemer und lieblicher findet,
Vorlage S. 450
379
Eines Mannes Hab' ohn alle Vergeltung zu fressen,
Vorlage S. 450
380
Schlingt sie hinab! Ich werde die ewigen Götter anflehn,
Vorlage S. 450
381
Ob euch nicht endlich einmal Zeus eure Taten bezahle,
Vorlage S. 450
382
Dass ihr in unserm Haus auch ohne Vergeltung dahinstürzt!
Vorlage S. 450
383
Also sprach er; da bissen sie ringsumher sich die Lippen,
Vorlage S. 450
384
Über den Jüngling erstaunt, der so entschlossen geredet.
Vorlage S. 450
385
Aber Eupeithes' Sohn Antinoos gab ihm zur Antwort:
Vorlage S. 450
386
Ei! dich lehren gewiss, Telemachos, selber die Götter,
Vorlage S. 450
387
Vor der Versammlung so hoch und so entschlossen zu reden,
Vorlage S. 450
388
Dass Kronion dir ja die Herrschaft unseres Eilands
Vorlage S. 450
389
Nicht vertraue, die dir von deinem Vater gebühret!
Vorlage S. 450
390
Und der verständige Jüngling Telemachos sagte dagegen:
Vorlage S. 450
391
O Antinoos, wirst du mir auch die Rede verargen?
Vorlage S. 450
392
Gerne nähm ich sie an, wenn Zeus sie schenkte, die Herrschaft!
Vorlage S. 450
393
Oder meinst du, es sei das Schlechteste unter den Menschen?
Vorlage S. 450
394
Wahrlich, es ist nichts Schlechtes, zu herrschen; des Königes Haus wird
Vorlage S. 450
395
Schnell mit Schätzen erfüllt, er selber höher geachtet!
Vorlage S. 450
396
Aber es wohnen ja sonst genug achaiische Fürsten
Vorlage S. 450
397
In dem umfluteten Reiche von Ithaka, Jüngling' und Greise;
Vorlage S. 450
398
Nehm es einer von diesen, wofern Odysseus gestorben!
Vorlage S. 450
399
Doch behalt ich für mich die Herrschaft unseres Hauses
Vorlage S. 450
400
Und der Knechte, die mir der edle Odysseus erbeutet!
Vorlage S. 450
401
Aber Polybos' Sohn Eurymachos sagte dagegen:
Vorlage S. 450
402
Dies, Telemachos, ruht im Schoße der seligen Götter,
Vorlage S. 450
403
Wer das umflutete Reich von Ithaka künftig beherrschet;
Vorlage S. 450
404
Aber die Herrschaft im Haus und dein Eigentum bleiben dir sicher!
Vorlage S. 450
405
Komme nur keiner und raube dir je mit gewaltsamen Händen
Vorlage S. 451
406
Deine Habe, solange noch Männer in Ithaka wohnen!
Vorlage S. 451
407
Aber ich möchte dich wohl um den Gast befragen, mein Bester.
Vorlage S. 451
408
Sage, woher ist der Mann und welches Landes Bewohner
Vorlage S. 451
409
Rühmt er sich? Wo ist sein Geschlecht und väterlich Erbe?
Vorlage S. 451
410
Bracht er dir etwa Botschaft von deines Vaters Zurückkunft?
Vorlage S. 451
411
Oder kam er hieher in seinen eignen Geschäften?
Vorlage S. 451
412
Warum eilt' er so plötzlich hinweg und scheute so sichtbar
Vorlage S. 451
413
Unsre Bekanntschaft? Gewiss, unedel war seine Gestalt nicht!
Vorlage S. 451
414
Und der verständige Jüngling Telemachos sagte dagegen:
Vorlage S. 451
415
Hin, Eurymachos, ist auf immer des Vaters Zurückkunft!
Vorlage S. 451
416
Darum trau ich nicht mehr Botschaften, woher sie auch kommen,
Vorlage S. 451
417
Kümmre mich nie um Deutungen mehr, wen auch immer die Mutter
Vorlage S. 451
418
Zu sich ins Haus berufe, um unser Verhängnis zu forschen!
Vorlage S. 451
419
Dies war ein taphischer Mann, mein angeborener Gastfreund.
Vorlage S. 451
420
Mentes, Anchialos' Sohn, des kriegserfahrenen Helden,
Vorlage S. 451
421
Rühmt er sich und beherrscht die ruderliebende Taphos.
Vorlage S. 451
422
Also sprach er; im Herzen erkannt er die heilige Göttin.
Vorlage S. 451
423
Und sie wandten sich wieder zum Tanz und frohen Gesange
Vorlage S. 451
424
Und belustigten sich, bis ihnen der Abend herabsank.
Vorlage S. 451
425
Als den Lustigen nun der dunkle Abend herabsank,
Vorlage S. 451
426
Gingen sie alle heim, der süßen Ruhe zu pflegen.
Vorlage S. 451
427
Aber Telemachos ging zu seinem hohen Gemache
Vorlage S. 451
428
Auf dem prächtigen Hof, in weitumschauender Gegend:
Vorlage S. 451
429
Dorthin ging er zur Ruh mit tief bekümmerter Seele.
Vorlage S. 451
430
Vor ihm ging mit brennenden Fackeln die tüchtige alte
Vorlage S. 451
431
Eurykleia, die Tochter Ops, des Sohnes Peisenors,
Vorlage S. 451
432
Welche vordem Laertes mit seinem Gute gekaufet,
Vorlage S. 451
433
In jungfräulicher Blüte, für zwanzig Rinder: er ehrte
Vorlage S. 451
434
Sie im hohen Palast gleich seiner edlen Gemahlin,
Vorlage S. 451
435
Aber berührte sie nie, aus Furcht vor dem Zorne der Gattin.
Vorlage S. 451
436
Diese begleitete ihn mit brennenden Fackeln; sie hatt ihn
Vorlage S. 451
437
Unter den Mägden am liebsten und pflegt' ihn, als er ein Kind war.
Vorlage S. 451
438
Und er öffnete jetzt die Türe des schönen Gemaches,
Vorlage S. 451
439
Setzte sich auf sein Lager und zog das weiche Gewand aus,
Vorlage S. 451
440
Warf es dann in die Hände der wohlbedächtigen Alten.
Vorlage S. 451
441
Diese fügte den Rock geschickt in Falten und hängt' ihn
Vorlage S. 451
442
An den hölzernen Nagel zur Seite des zierlichen Bettes,
Vorlage S. 452
443
Ging aus der Kammer und zog mit dem silbernen Ringe die Türe
Vorlage S. 452
444
Hinter sich an und schob den Riegel vor mit dem Riemen.
Vorlage S. 452
445
Also lag er die Nacht, mit feiner Wolle bedecket,
Vorlage S. 452
446
Und umdachte die Reise, die ihm Athene geraten.
Vorlage S. 452

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

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Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Welche die Hekatombe der …«

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3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Fremdling, weil du mich fragst und so genau dich erkundest;«

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Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

5. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Nur von uns, wie sie schrein, kommt alles Übel; und dennoch Schaffen die Toren sich selbst, dem Schicksal entgegen, ihr Elend.« B: »Taten der Menschen und Götter, die unter den Sängern berühmt sind;« C: »Sondern in Einsamkeit auf dem Lande sein Leben vertrauert, Bloß von der Alten bedient, die ihm sein Essen und Trinken Vorsetzt, wann er einmal vom fruchtbaren Rebengefilde, Wo er den Tag hinschleicht, mit müden Gliedern zurückwankt.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Auch du, Lieber, denn groß …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Jetzo ging er zurück zu den Freiern, der […] Jüngling.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Freier meiner Mutter, voll […] Trotzes,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Bracht er dir etwa …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Stier' und Widder ihm brachten«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Stier' und Widder ihm brachten« und »Kümmre mich nie um Deutungen mehr, wen auch immer die Mutter«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Aber die Mutter kann die aufgedrungne Vermählung«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Ratschluß der Götter, dass Odysseus, welchen Poseidon verfolgt, von Kalypsos Insel Ogygia heimkehre.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Was für ein Schmaus ist hier und Gesellschaft?«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Und umdachte die Reise, die ihm Athene geraten.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Odyssee

Homer: Ilias / Odyssee. Übers. v. Johann Heinrich Voß, München: Winkler Verlag, 1976. Homer 441- München

Das Werk Odyssee von Homer ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Altgriechisch

Vollständiger überlieferter Originaltext der angegebenen Perseus-Edition. Antike Überlieferungslücken und kritische Ergänzungen gehören zur Quellausgabe und sind kenntlich: ⟨Ergänzung⟩, ⟦vom Herausgeber getilgter Text⟧, […] Überlieferungslücke. Anmerkungen der Quellausgabe sind beschriftet. Wortlaut bleibt erhalten; TEI-Markup wird in Lesetext überführt. Keine Gleichsetzung mit einem erhaltenen Autorenmanuskript oder mit der Textgrundlage der deutschen Übersetzung.

Homer; source-edition editors listed separately; Perseus Digital Library, Tufts University. CC BY-SA 4.0.

Autorschaft und Ausgabe: Homer · Augustus Taber Murray · Perseus Digital Library, Tufts University

Originaltext und Ausgabe ↗ · Perseus Digital Library, Tufts University · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Homer The Odyssey with an English Translation A. T. Murray London William Heinemann, Ltd. New York G.P. Putnam's Sons 1919 1-2 Loeb Classical Library Internet Archive HathiTrust

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