Deutsch · Abschnitt 2 von 4
Agamemnon
6 Klytaimestra
Vorlage S. 112 10 Aigisthos
Vorlage S. 112 11 Chor argivischer Greise
Vorlage S. 112 12 Königspalast zu Argos. Auf dem flachen Dach der Wächter.
Vorlage S. 112 14 Die Götter bitt ich um Erlösung dieser Mühn
Vorlage S. 112 15 Der langen Jahreswache, die ich, lagernd hier
Vorlage S. 112 16 Im Dach des Atreushauses wie ein Wächterhund,
Vorlage S. 112 17 Der stillen Sterne Nachtverkehr mit angesehn,
Vorlage S. 112 18 Und die den Menschen Winter bringen und Sommerzeit,
Vorlage S. 112 19 Die hellen Führer, funkelnd durch des Äthers Raum.
Vorlage S. 112 20 Und wieder späh ich nach des Flammenzeichens Schein,
Vorlage S. 112 21 Dem Strahl des Feuers, das von Troja Kunde bringt
Vorlage S. 112 22 Und Siegesnachricht; also, denk ich, hat es mir
Vorlage S. 112 23 Geboten meiner Herrin männlich ratend Herz.
Vorlage S. 112 24 Und halt ich so hier meine nachtgestörte Ruh,
Vorlage S. 112 25 Vom Tau durchnäßt, nie mehr von Träumen aufgesucht,
Vorlage S. 112 26 So steht ja statt des Schlafes neben mir die Furcht,
Vorlage S. 112 27 Zufallen könnte gar im Schlaf mein Augenlid.
Vorlage S. 112 28 Und wenn ich ein Lied mir singen oder pfeifen will,
Vorlage S. 112 29 Den besten Schlaftrunk für den Wachestörer Schlaf,
Vorlage S. 112 30 So wein ich seufzend über dieses Hauses Los,
Vorlage S. 112 31 Das nicht, wie sonst wohl, allem Wetter glücklich trotzt.
Vorlage S. 112 32 So käm erwünscht mir meiner Müh Erlösung jetzt,
Vorlage S. 112 33 Erschien' des nächtgen, botenfrohen Feuers Schein.
Vorlage S. 112 34 Auf den Bergen steigt eine Flamme auf.
Vorlage S. 112 35 O sei gegrüßt mir, Licht der Nacht! Taghelle Lust
Vorlage S. 112 36 Weckst du in mir, erweckst in Argos weit und breit
Vorlage S. 112 37 Festchorgesänge, diesem Glück zum Dank geweiht!
Vorlage S. 112 38 Hoiho, hoiho!
Vorlage S. 112 39 Agamemnons Gattin will ich es laut verkündigen,
Vorlage S. 112 40 Dass schnell ihr Lager sie verlasse, im Palast
Vorlage S. 112 41 Den freudenhellsten Jubel diesem Feuerschein
Vorlage S. 112 42 Entgegenjauchze, da die Troerfeste ja
Vorlage S. 112 43 Gefallen ist, wie dort der Schein es hell erzählt!
Vorlage S. 112 44 Dann will ich selbst beim Fest den Vortanz halten; mir
Vorlage S. 112 45 Auch klecken soll's, dass meiner Herrschaft Würfel jetzt
Vorlage S. 112 46 Gut fiel; die achtzehn Augen bringt mein Spähen mir.
Vorlage S. 113 47 Nun aber will ich meines Fürsten liebe Hand,
Vorlage S. 113 48 Des Heimgekehrten, schütteln hier mit dieser Hand;
Vorlage S. 113 49 Vom andern schweig ich; mir verschließt ein golden Schloß
Vorlage S. 113 50 Den Mund; das Haus selbst, wenn es sprechen könnte, würd
Vorlage S. 113 51 Am besten ihm erzählen; denn der's weiß, mit dem
Vorlage S. 113 52 Besprech ich gern; für den, der's nicht weiß, schweig ich gern.
Vorlage S. 113 53 Wächter ab.
Vorlage S. 113 54 Der Chor der Greise tritt auf.
Vorlage S. 113 55 CHORFÜHRER.
Vorlage S. 113 56 Zehn Jahre nun sind's,
Vorlage S. 113 57 Seit Priamos' mächtiger Rechter, der Fürst
Vorlage S. 113 58 Menelaos, mit ihm Agamemnon zugleich,
Vorlage S. 113 59 Das erhabene Paar der Atriden, in Zeus'
Vorlage S. 113 60 Zweithroniger Macht, Zweizeptergewalt,
Vorlage S. 113 61 Der Argiver tausendschiffigen Zug
Vorlage S. 113 62 Von jenem Gestad
Vorlage S. 113 63 Fortführten, Genossen des Krieges.
Vorlage S. 113 64 Voll Zornmut schrien sie gewaltigen Kampf,
Vorlage S. 113 65 Wie der Weih des Gebirgs im verwilderten Schmerz
Vorlage S. 113 66 Um die Brut hoch hin sein einsam Nest
Vorlage S. 113 67 Unermüdlich umkreist,
Vorlage S. 113 68 In der Fittiche ruhendem Ruder gewiegt;
Vorlage S. 113 69 Der ins Nest bannenden,
Vorlage S. 113 70 Für die Küchlein der Sorge verwaiset!
Vorlage S. 113 71 Doch droben ein Gott, ist's Pan, ist's Zeus,
Vorlage S. 113 72 Ist es Apollon, er vernimmt des Geschreis
Vorlage S. 113 73 Weithallenden Schmerz um die fehlende Brut;
Vorlage S. 113 74 Die Vergelterin schickt,
Vorlage S. 113 75 Die Erinnys, er dem Verruchten!
Vorlage S. 113 76 Also zum Gericht Alexanders hat Zeus,
Vorlage S. 113 77 So des Gastrechts Hort, die Atriden gesandt;
Vorlage S. 113 78 So lässt um das männerumbuhlete Weib
Vorlage S. 113 79 Unablässigen, gliederzerschmetternden Kampf,
Vorlage S. 113 80 Das ermattende Knie an den Boden gestemmt,
Vorlage S. 113 81 In des Vorkampfs Tosen die Lanze zerschellt –
Vorlage S. 114 82 So lässt er die Danaer kämpfen,
Vorlage S. 114 83 Und die Troer zugleich! Mag's immer denn sein,
Vorlage S. 114 84 Wie es sei; es erfüllt das Verhängte sich doch,
Vorlage S. 114 85 Nicht Spend und Gebet, nicht Zauber beschwört,
Vorlage S. 114 86 Nicht Tränen vertilgen den lauernden Zorn
Vorlage S. 114 87 Der sühnevergessenen Gottheit!
Vorlage S. 114 88 Doch wir, kraftlos mit gealtertem Leib,
Vorlage S. 114 89 Die vom Zuge zurück man damals ließ,
Vorlage S. 114 90 Wir weilen daheim,
Vorlage S. 114 91 Die kindische Kraft mit dem Stabe gestützt,
Vorlage S. 114 92 Denn das jugendlich rüstige Mark in der Brust,
Vorlage S. 114 93 Das zur Tat anfacht, alt ist's; hier wohnt
Vorlage S. 114 94 Nicht Kampflust mehr.
Vorlage S. 114 95 Wer dem Alter erliegt, wem herbstlich die Stirn
Vorlage S. 114 96 Sich entlaubet, er wankt dreifüßigen Gang,
Vorlage S. 114 97 Nicht kräftiger mehr denn ein kraftlos Kind,
Vorlage S. 114 98 Ein tagumwandelndes Traumbild!
Vorlage S. 114 99 Aus der königlichen Pforte ist ein festlicher Zug Dienerinnen getreten. Dann erscheint die Königin Klytaimestra.
Vorlage S. 114 100 CHORFÜHRER.
Vorlage S. 114 101 Doch, Königin, sprich,
Vorlage S. 114 102 Du des Tyndaros Kind, Klytaimestra, was ist?
Vorlage S. 114 103 Was Neues geschah?
Vorlage S. 114 104 Auf welches Gerücht, auf wessen Bericht
Vorlage S. 114 105 Ist's, dass du die Opfer verteilest?
Vorlage S. 114 106 Und den Göttern zumal, den Beschirmern der Stadt,
Vorlage S. 114 107 Himmlischen, Unteren,
Vorlage S. 114 108 Den Behütern des Markts, den Olympiern flammt's
Vorlage S. 114 109 Von Geschenken auf jeglichem Altar!
Vorlage S. 114 110 Und hüben und drüben zum Himmel empor
Vorlage S. 114 111 Steigt flackernde Glut,
Vorlage S. 114 112 Mit des heiligen Öls duftsüßem Getröpf,
Vorlage S. 114 113 Wie mit arglos schmeichelndem Zauber getränkt,
Vorlage S. 115 114 Mit dem Weihöl fürstlicher Habe!
Vorlage S. 115 115 So sage davon, was kund mir zu tun
Vorlage S. 115 116 Du vermagst und du willst!
Vorlage S. 115 117 So werde du mir der Besorgnis Arzt!
Vorlage S. 115 118 Was mich bang jetzt lässt in die Zukunft sehn,
Vorlage S. 115 119 Jetzt heiter im Schein sich der Opfer erhellt,
Vorlage S. 115 120 Dies Hoffen, die weitere Sorge verbeut's,
Vorlage S. 115 121 Den geheim herznagenden Kummer!
Vorlage S. 115 122 Das Opfer beginnt.
Vorlage S. 115 123 Opfergesang
Vorlage S. 115 124 Erste Strophe
Vorlage S. 115 126 Ich darf singen der herrlichen, zeichenbegünstigten Fürsten
Vorlage S. 115 127 Glückliche Fahrt – denn es haucht mir Vertraun zu den Göttern
Vorlage S. 115 128 Dies Festlied ein,
Vorlage S. 115 129 Kraft inwohnendes Alter –,
Vorlage S. 115 130 Wie einst die zwiethronige Kraft der Achaier, der griechischen Jugend
Vorlage S. 115 131 Einige Feldherrn,
Vorlage S. 115 132 Fort mit Speer und mit rächendem Arme der Vogel des Mutes
Vorlage S. 115 133 Sandte gen Troja,
Vorlage S. 115 134 Der Luftkönig die Könge der See:
Vorlage S. 115 135 Der im schwarzen Gefieder voran, der im schneeweißen Fittich
Vorlage S. 115 136 Ihm nach zum Palast an der Lanzenseite;
Vorlage S. 115 137 Auf weitschauendem Horste
Vorlage S. 115 138 Saßen sie, weideten dort vom Geweide der tragenden Häsin,
Vorlage S. 115 139 Im letzten Lauf zum Tod erhascht.
Vorlage S. 115 140 Ailinon, Ailinon rufet! Das Gute siege!
Vorlage S. 115 141 Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 115 142 Und der erfahrene Seher, die zwei einmütigen, kühnen
Vorlage S. 115 143 Fürsten erkennend, erkannte die Hasenverschlinger,
Vorlage S. 115 144 Des Zugs Führer;
Vorlage S. 115 145 Also sprach er die Deutung:
Vorlage S. 115 146 »Wohl wird dereinst Priamos' Feste die Beute der Heerfahrt;
Vorlage S. 115 147 Alle des Schlosses,
Vorlage S. 116 148 Alle des Volkes gesammelte Schätze, sie wird mit Gewalt einst
Vorlage S. 116 149 Rauben die Moira;
Vorlage S. 116 150 So hat nimmer der Ewigen Neid
Vorlage S. 116 151 Die gefährdeten Wälle mit Heeresgewalt so nie umnachtet!
Vorlage S. 116 152 Die lautere Artemis zürnt dem Hause,
Vorlage S. 116 153 Den Flugdienern des Vaters,
Vorlage S. 116 154 Weil mit der Frucht sie die tragende, zagende Mutter geopfert;
Vorlage S. 116 155 Sie haßt der Adler arges Mahl!«
Vorlage S. 116 156 Ailinon, Ailinon rufet! Das Gute siege!
Vorlage S. 116 158 »So treuen Sinns schirmt die Holde
Vorlage S. 116 159 Des zürnenden Leun ungeborne Brut,
Vorlage S. 116 160 Sorgt für alle des heidedurchfliehnden Wildes saugende Jungen!
Vorlage S. 116 161 Enden wird sie, was Gunstreiches der Aare
Vorlage S. 116 162 Zeichen zugleich so erfreuend, so dräuend verkündet!
Vorlage S. 116 163 Dem Helfer will ich, dem Paian rufen,
Vorlage S. 116 164 Dass sie den Danaern nimmer ermüdender, widriger Winde Fahrthemmung zusend,
Vorlage S. 116 165 Lüstern nach anderem Opfer, geweiht mit Verstummen und Blutschuld,
Vorlage S. 116 166 Heimlichen, keimenden Hasses Geburt, mannscheulos Freveln, da furchtbar
Vorlage S. 116 167 Sein die empörte, mißehrte,
Vorlage S. 116 168 Tückische Herrin im Haus,
Vorlage S. 116 169 Schlaflos kindrächende Wut harrt!«
Vorlage S. 116 170 Also geweissagt wurde von Kalchas zu freudigstem Glücke
Vorlage S. 116 171 Böses aus fahrtvordeutendem Aar dem Hause der Fürsten.
Vorlage S. 116 172 Diesem ein gleiches
Vorlage S. 116 173 Ailinon, Ailinon rufet! Das Gute siege!
Vorlage S. 116 174 Zweite Strophe
Vorlage S. 116 175 Zeus, wer Zeus auch immer möge sein, ist er dieses Namens froh,
Vorlage S. 116 176 Will ich gern ihn nennen so;
Vorlage S. 116 177 Ihm vergleichen kann ich nichts, wenn ich alles auch erwäg,
Vorlage S. 116 178 Außer ihm selbst – wenn des Denkens vergebliche Qualen
Vorlage S. 116 179 Ich in Wahrheit bannen will!
Vorlage S. 117 180 Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 117 181 So, wer ehedem gewaltig war, allbewerten Trotzes hehr,
Vorlage S. 117 182 Was er war, nicht gilt es mehr;
Vorlage S. 117 183 Der darauf erstand, dem Allsieger unterlag auch der.
Vorlage S. 117 184 Aber den Zeus im Gesange des Sieges zu preisen,
Vorlage S. 117 185 Alles Denkens Frieden ist's!
Vorlage S. 117 186 Dritte Strophe
Vorlage S. 117 187 Ihn, der uns zum ernsten Nachsinnen leitet, uns in Leid
Vorlage S. 117 188 Lernen lässt zu seiner Zeit;
Vorlage S. 117 189 Drum weint auch im Traum im Herzen noch
Vorlage S. 117 190 Kummer leideingedenk, und es keimt
Vorlage S. 117 191 Wider Willen weiser Sinn.
Vorlage S. 117 192 Wohl heißt streng und schonungslos der ewgen hochgethronten Götter Gunst!
Vorlage S. 117 193 Dritte Gegenstrophe
Vorlage S. 117 194 Gleiches hat des Griechenzugs ältrer Führer kummervoll,
Vorlage S. 117 195 Seinem Seher sonder Groll,
Vorlage S. 117 196 Ringsandräundem Kummer ernst bereit,
Vorlage S. 117 197 Als in ruhmloser Rast fahrtgehemmt
Vorlage S. 117 198 Schwierig schon das Griechenheer,
Vorlage S. 117 199 An dem Aulisstrand gelagert, rückwärts Chalkis' Brandung strömen sah –
Vorlage S. 117 200 Vierte Strophe
Vorlage S. 117 201 Vom Strymon her wehten da die Winde
Vorlage S. 117 202 Rastloser Rast, hafenlosen Treibens,
Vorlage S. 117 203 Des Zugs Verzug,
Vorlage S. 117 204 Für Tau und Kiel immer neu Gefährde;
Vorlage S. 117 205 In trostlos langer Säumnis welkend,
Vorlage S. 117 206 Schwand auch des Heers blühnde Jugend schon dahin;
Vorlage S. 117 207 Und als ein Mittel nun,
Vorlage S. 117 208 Ärger den Fürsten selbst als ärgster Verzug, der Seher,
Vorlage S. 117 209 Artemis' Zorn deutend, erfand, und sie den Stab tief in den Sand
Vorlage S. 117 210 Stießen und selbst Tränen sie nicht hemmten, des Atreus Söhne –
Vorlage S. 118 211 Vierte Gegenstrophe
Vorlage S. 118 212 Da also sprach dieses Wort der Ältre:
Vorlage S. 118 213 »Ein hartes Los ist es, nicht zu folgen,
Vorlage S. 118 214 Und hart, dass ich
Vorlage S. 118 215 Soll schlachten mein Kind, des Hauses Kleinod,
Vorlage S. 118 216 Am Altar tauchen meine Hand soll,
Vorlage S. 118 217 Die Vaterhand, in der Tochter Opferblut!
Vorlage S. 118 218 Was ist von Schmerzen frei?
Vorlage S. 118 219 Soll ich das Heer verraten? Täuschen die Kampfgenossen?
Vorlage S. 118 220 Dass sie das windstillende Sühnopfer, das jungfräuliche Blut
Vorlage S. 118 221 Wilden Geschreis fordern, gerecht ist es; es stünde gut dann!«
Vorlage S. 118 222 Fünfte Strophe
Vorlage S. 118 223 Als er dem Joch so der Not sich beugte,
Vorlage S. 118 224 Als er der unselgen Sinneswandlung
Vorlage S. 118 225 Nachdachte, der arg unheilgen, da
Vorlage S. 118 226 Ergriff er kühn allzukühnen Vorsatz!
Vorlage S. 118 227 Denn so emporstachelt den Menschen ein erster Irrtum, den er begeht
Vorlage S. 118 228 Sinnverstört. Sinnbetört trug er's nun,
Vorlage S. 118 229 Sein Kind schlachten zu sehn für jenen weibstrafenden Krieg, der Meerfahrt
Vorlage S. 118 230 Bräutliche Totenweihe!
Vorlage S. 118 231 Fünfte Gegenstrophe
Vorlage S. 118 232 Ihr Bitten nicht, nicht ihr »Vater« Rufen,
Vorlage S. 118 233 Nicht ihre jungfräulich süße Jugend
Vorlage S. 118 234 Erbarmte der Feldherrn wilden Mut;
Vorlage S. 118 235 Der Vater sprach sein Gebet; er hieß sie
Vorlage S. 118 236 Den Diener hoch auf dem heilgen Herd niederhalten, in das Gewand
Vorlage S. 118 237 Tiefverhüllt, vorgebeugt, ziegengleich,
Vorlage S. 118 238 Befahl streng zu bewachen ihren schönrosigen Mund, dass nicht sie
Vorlage S. 118 239 Jammernd ihr Haus verfluche.
Vorlage S. 118 240 Sechste Strophe
Vorlage S. 118 241 Sie schwieg dem Machtwort in lautlosem Zwang;
Vorlage S. 119 242 Ihr Safrankleid ließ sie niederfließen,
Vorlage S. 119 243 Und sah mit wehmütgem Blick bang zu jedem bittend ihrer Opfrer,
Vorlage S. 119 244 Als ob sie so mahnen wie ein stummes Bild
Vorlage S. 119 245 Ihn jetztan sonst wollte, wo
Vorlage S. 119 246 Im goldnen mahlreichen Vätersaal sie
Vorlage S. 119 247 Jungfräulich blöd sang ihr Lied, in des Gesangs kindlich frommer Lust
Vorlage S. 119 248 Des vielteuren Vaters dreimal seliges Los zu preisen.
Vorlage S. 119 249 Sechste Gegenstrophe
Vorlage S. 119 250 Was drauf geschah, sah ich nicht, sag ich nicht;
Vorlage S. 119 251 Doch unerfüllt bleibet Kalchas' Wort nicht!
Vorlage S. 119 252 Denn Dike wägt je für Leid auch Belehrung zu. Die Zukunft –
Vorlage S. 119 253 Wer beugt ihr aus? – mag voraus ich nimmer schaun;
Vorlage S. 119 254 Dem wär voraustrauern gleich;
Vorlage S. 119 255 Denn klar dem Ausspruch entsprechend kommt sie!
Vorlage S. 119 256 Was muss geschehn, wenden mag sich es zum Heil, falls es gönnen will,
Vorlage S. 119 257 Der hier nächster Hort uns weilt, des apischen Landes Schirmherr!
Vorlage S. 119 258 CHORFÜHRER.
Vorlage S. 119 259 Ich nah in Ehrfurcht, Klytaimestra, deiner Macht;
Vorlage S. 119 260 Das ist gerecht, zu ehren seines Königes
Vorlage S. 119 261 Gemahlin, wenn verwaist ist seines Herrn der Thron.
Vorlage S. 119 262 Doch ob du nun Glaubwürdges hörtest oder nicht,
Vorlage S. 119 263 Dass du in botschaftsfroher Hoffnung opfertest,
Vorlage S. 119 264 Das gern erführ ich; aber schweigst du, kränkt's mich nicht.
Vorlage S. 119 265 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 119 266 Ein Evangelium, wie's im Sprichwort heißet, ward
Vorlage S. 119 267 Das Morgenrot uns von der Mutter Nacht gesandt.
Vorlage S. 119 268 Ja, Freude höret über alle Hoffnung groß:
Vorlage S. 119 269 Die Achaier nahmen ein die Stadt des Priamos!
Vorlage S. 119 271 Was ist? Das Wort entging mir aus Unglaublichkeit!
Vorlage S. 119 272 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 119 273 In der Griechen Hand ist Troja! Sprach ich nun es klar?
Vorlage S. 119 275 Es ergreift mich Freude, Tränen ruft sie mir hervor!
Vorlage S. 119 276 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 120 277 Dass du es wohl meinst, zeigt dein Aug mir unverstellt.
Vorlage S. 120 279 Sprich, hast du Zeugnis dessen, sicher und gewiss?
Vorlage S. 120 280 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 120 281 Gewiss, was sonst denn? Wenn ein Gott mich nicht betrog.
Vorlage S. 120 283 Du ehrst vielleicht ein überredend Traumgesicht?
Vorlage S. 120 284 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 120 285 Nie würd ich Glauben schlafestrunkenem Sinne leihn.
Vorlage S. 120 287 So macht ein schnellbeschwingt Gerücht dich wohl so froh?
Vorlage S. 120 288 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 120 289 Als wär ich ein kindisch Mädchen, so verhöhnst du mich.
Vorlage S. 120 291 Zu welcher Zeit war's, dass die Stadt vernichtet ward?
Vorlage S. 120 292 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 120 293 In dieser Nacht war's, welche diesen Tag gebar.
Vorlage S. 120 295 Doch welcher Bote mochte sich so schleunig nahn?
Vorlage S. 120 296 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 120 297 Hephaistos, der vom Ida hellen Strahl gesandt!
Vorlage S. 120 298 Denn hergeschickt hat in der Feuer Wechselpost
Vorlage S. 120 299 Ein Brand den andern. Ida selbst zum Hermesfels
Vorlage S. 120 300 In Lemnos; von der Insel her zum dritten nahm
Vorlage S. 120 301 Den breiten Lichtstrahl auf des Zeus Athosgebirg.
Vorlage S. 120 302 Hochleuchtend, dass der Wanderin Flamme mächtger Schein
Vorlage S. 120 303 Weithin der Meerflut Rücken überflog, ein Brand
Vorlage S. 120 304 Der Freude, ward goldstrahlend, einer Sonne gleich,
Vorlage S. 120 305 Zur Warte von Makistos dann das Licht gesandt.
Vorlage S. 120 306 Die schürte weiter, säumig nicht noch unbedacht
Vorlage S. 120 307 Vom Schlaf bewältigt, ihren Botenteil hinaus.
Vorlage S. 120 308 Und wieder fernhin eilend gen Euripos' Flut
Vorlage S. 120 309 Rief auf der Strahl die Wächter auf Messapios.
Vorlage S. 120 310 Die dann entbrannten und entsandten neuen Schein,
Vorlage S. 120 311 Der Graias Haufen Heidekraut anzündete.
Vorlage S. 120 312 Die rüstge Flamme, nicht ermüdet noch geschwächt,
Vorlage S. 120 313 Sie eilte weithin über Asopos' Ebene,
Vorlage S. 120 314 Gleich hellem Mondlicht, gen Kithairons Felsenstirn
Vorlage S. 120 315 Und weckte schnell der Feuerboten Wechsel auf.
Vorlage S. 120 316 Fernhin erkennbar neue Flamme schürte dort
Vorlage S. 120 317 Die Wache; hoch schlug dann das hellste Feuer auf
Vorlage S. 120 318 Und warf den Glanz weit über den Gorgopis-See.
Vorlage S. 120 319 Auf Aigiplanktos' Scheitel treffend trieb es an,
Vorlage S. 120 320 Des Fanales Lichtbahn nicht zu stören; schnell geschah's;
Vorlage S. 120 321 Sie sandten glutanschürend zu wolkenglühndem Schein
Vorlage S. 120 322 Den mächtgen Schweif der Flamme, dass er fernhinaus
Vorlage S. 121 323 Die weite Spiegelfläche des saronischen
Vorlage S. 121 324 Meerbusens leuchtend überstrahlte, bis er kam
Vorlage S. 121 325 Zu Arachnaions Gipfel nah bei unsrer Stadt.
Vorlage S. 121 326 Von dort ergoß dies Feuer sich in dieses Schloß
Vorlage S. 121 327 Der Atriden, echter Enkel der idäischen Glut.
Vorlage S. 121 328 So war die Ordnung dieses Fackellaufs bestimmt
Vorlage S. 121 329 Und, so mit Flamme Flamme wechselnd, schnell erfüllt;
Vorlage S. 121 330 Im Flammenlauf die erst und letzte hat den Preis.
Vorlage S. 121 331 Ein solches Zeugnis, solches Zeichen nenn ich dir,
Vorlage S. 121 332 Aus Troja mir voraus von meinem Mann gesandt.
Vorlage S. 121 334 Die Götter, Herrin, preisen will ich sie demnächst;
Vorlage S. 121 335 Doch anzuhören, zu bewundern jenes Wort
Vorlage S. 121 336 Von neuem, möcht ich, dass von neuem du es sprächst.
Vorlage S. 121 337 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 121 338 's ist Ilion der Griechen Beute diesen Tag!
Vorlage S. 121 339 Ich glaub, ein unvermischt Geschrei durchhallt die Stadt;
Vorlage S. 121 340 Gießt Öl und Essig du in einen Krug, so siehst
Vorlage S. 121 341 Du sie geschieden fort und fort und nicht vereint;
Vorlage S. 121 342 So wird der Sieger, so der Besiegten Rufen dort
Vorlage S. 121 343 Geschieden, so zwiefachen Loses Zeichen sein.
Vorlage S. 121 344 Die einen tiefgebeuget bei den Leichen der
Vorlage S. 121 345 Erschlagnen Männer, der Geschwister, und das Kind
Vorlage S. 121 346 Beim greisen Vater, sie beklagen nimmermehr
Vorlage S. 121 347 Mit freier Kehle dies Geschick der Teuersten.
Vorlage S. 121 348 Die andern, nachtdurchirrend, hungermatte Gier
Vorlage S. 121 349 Hat sie zum Imbiß, wie und wo die Stadt ihn beut,
Vorlage S. 121 350 Verwildert, reihlos Reih und Glied, umherzerstreut;
Vorlage S. 121 351 Wie jeder je das Los des Glückes sich gewann,
Vorlage S. 121 352 So hausen sie in Trojas speererrungenen
Vorlage S. 121 353 Palästen, für des freien Feldes Lagerplatz
Vorlage S. 121 354 Und kalten Tau ein guter Tausch – die Glücklichen!
Vorlage S. 121 355 Die ganze Nacht durch schlafen sie nun unbewacht.
Vorlage S. 121 356 Und ehren jetzt sie jenes Landes, jener Stadt,
Vorlage S. 121 357 Der Besiegten Götter und der Götter Tempel, dann
Vorlage S. 121 358 Vielleicht erliegt der Sieger nicht dem eignen Sieg.
Vorlage S. 121 359 Doch reize nicht Begier zu früh das Heer, besiegt
Vorlage S. 121 360 Von schnöder Habsucht mehr zu wollen, als es darf;
Vorlage S. 121 361 Es braucht zur Heimkehr noch zurück die zweite Fahrt,
Vorlage S. 122 362 Bevor des Seezugs Doppelbahn vollendet ist.
Vorlage S. 122 363 Und käme schuldlos auch den Göttern heim das Heer,
Vorlage S. 122 364 Wach könnte dennoch werden der Erschlagnen Blut,
Vorlage S. 122 365 Geschäh hinfort auch keine neue Freveltat. –
Vorlage S. 122 366 Von mir, von einem Weibe, habe das gehört!
Vorlage S. 122 367 Das Gute siege, jedem Blick unzweifelhaft!
Vorlage S. 122 368 Mit teuren Opfern hab ich solchen Wunsch erkauft.
Vorlage S. 122 370 Du sprachst, o Herrin, würdig eines würdgen Manns;
Vorlage S. 122 371 Ich aber will den Göttern, da mich überzeugt
Vorlage S. 122 372 Dein früher Zeugnis, singen meinen frohen Dank;
Vorlage S. 122 373 Denn fromm erkannt sei's, wenn sich Mühe so belohnt.
Vorlage S. 122 374 CHORFÜHRER.
Vorlage S. 122 375 Allherrschender Zeus und du, freundliche Nacht,
Vorlage S. 122 376 Du Spenderin leuchtenden Schmuckes,
Vorlage S. 122 377 Die du fest anzogst um Ilions Burg
Vorlage S. 122 378 Dein fangendes Garn,
Vorlage S. 122 379 Und keiner entkam, nicht klein noch groß,
Vorlage S. 122 380 Dem gewaltigen Netze der Dienstbarkeit,
Vorlage S. 122 381 Dem alles erfassenden Unheil!
Vorlage S. 122 382 Dich, gastlicher Zeus, hoch ehr ich auch dich,
Vorlage S. 122 383 Der du das zu erfüllen an Priamos' Sohn
Vorlage S. 122 384 Längst hieltest den Bogen der Rache gespannt,
Vorlage S. 122 385 Dass weder zu früh noch ins Dunkel der Nacht
Vorlage S. 122 386 Ein eitel Geschoß hinschwirrte!
Vorlage S. 122 387 Erste Strophe
Vorlage S. 122 389 Wie Zeus traf, wissen sie zu sagen;
Vorlage S. 122 390 Auch das vermag man aufzuspüren:
Vorlage S. 122 391 Er hat's vollbracht, zu enden!
Vorlage S. 122 392 Meinet nicht, dass die Götter den
Vorlage S. 122 393 Ihrer Sorg würdigen,
Vorlage S. 122 394 Der unverletzbares Recht
Vorlage S. 122 395 Zertrat – und der scheute's nicht!
Vorlage S. 122 396 Beweis ward sein Geschlecht,
Vorlage S. 122 397 Das tollkühn Kampf gewagt,
Vorlage S. 122 398 Im Kriegsmut wilder denn gerecht war,
Vorlage S. 122 399 Im Hochmut überstolzen Glückes,
Vorlage S. 123 400 Im Übermaß schuldig!
Vorlage S. 123 401 Sei mein Geschick niedrig, sei der Armut
Vorlage S. 123 402 Reines Gewissen gnug mir!
Vorlage S. 123 403 Schutz nicht bietet der Reichtum
Vorlage S. 123 404 Dem, der, Glückes gesättigt,
Vorlage S. 123 405 Frech zertrat der Gerechtigkeit Altar, gegen Vernichtung!
Vorlage S. 123 406 Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 123 407 Gewaltsam treibt die arge Peitho,
Vorlage S. 123 408 Betörend emsig Kind des Unheils;
Vorlage S. 123 409 's ist Rettung allvergeblich!
Vorlage S. 123 410 Nie verglimmt, hell, ein lodernd Feuer,
Vorlage S. 123 411 Grausig hell zeugt die Schuld!
Vorlage S. 123 412 Gleich schlechter Goldmünze nützt
Vorlage S. 123 413 Gebrauch und Zeit prüfend ab
Vorlage S. 123 414 Den Goldschein, falsch gemünzt!
Vorlage S. 123 415 Denn nachlief, knabenhaft
Vorlage S. 123 416 Betört, der schnellbeschwingtem Vogel,
Vorlage S. 123 417 Der Heimat bittrer Prüfung Anfang!
Vorlage S. 123 418 Ihr Jammern hört keiner
Vorlage S. 123 419 Der Götter an, sondern zürnend trifft er
Vorlage S. 123 420 Jenen, des Frevels Anfang!
Vorlage S. 123 421 Also Paris, der damals
Vorlage S. 123 422 Gast im Haus der Atriden
Vorlage S. 123 423 Frech den gastlichen Tisch entweiht, der die Gattin entführt hat.
Vorlage S. 123 424 Zweite Strophe
Vorlage S. 123 425 Dem Volk daheim ließ sie kriegsrüstgen Lärm
Vorlage S. 123 426 Und Schildesklang, Speergedräng, Schiffsgeschrei am Strande,
Vorlage S. 123 427 Nahm Ilions Verderben mit als Brautgeschenk;
Vorlage S. 123 428 So floh sie durch die Pforte dahin,
Vorlage S. 123 429 Verwegnes wagend. Und es schrien laut,
Vorlage S. 123 430 Wehklagten laut ihres Hauses Seher:
Vorlage S. 123 431 »O Haus! O Haus! Wehe, weh dir, Fürstenstamm!
Vorlage S. 123 432 Weh, bräutlich Bett! Spuren toter Liebe, weh euch!«
Vorlage S. 123 433 Dort er, beschimpft schweigend, sonder Zorn und Groll,
Vorlage S. 123 434 Süßträumend, die er verlor, zu schauen,
Vorlage S. 124 435 Er wähnt voll Sehnsucht, die Meerentflohne
Vorlage S. 124 436 Walt' im Geist noch daheim im Hause;
Vorlage S. 124 437 Alles heiligen Bildes
Vorlage S. 124 438 Anmut ist ihm zuwider,
Vorlage S. 124 439 Ihres Auges verlorne Lust aller Liebe Verlust ihm!
Vorlage S. 124 440 Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 124 441 Und traumverwebt, trauerreich umschweben
Vorlage S. 124 442 Gestalten ihn, seines Grams wunderholdes Trugspiel.
Vorlage S. 124 443 So trughaft, wenn du Liebstes wähnst zu schaun,
Vorlage S. 124 444 So flüchtig deinen Händen entflohn
Vorlage S. 124 445 Verfliegt, verschwindet dir mit leisem Flügel
Vorlage S. 124 446 Dein Traumgesicht weit in Schlafes Weiten.
Vorlage S. 124 447 Also der Gram an des Fürstenhauses Herd;
Vorlage S. 124 448 Schon der so groß – und ein andrer größer noch!
Vorlage S. 124 449 Denn wer aus griechischem Lande mitgezogen ist,
Vorlage S. 124 450 Endloses Grämen weilt daheim
Vorlage S. 124 451 In seinem Haus Tag und Nacht;
Vorlage S. 124 452 Vieles nagt tief am tiefsten Herzen:
Vorlage S. 124 453 Denn wen jeder dahingab,
Vorlage S. 124 454 Weiß er; aber zurückkehrt
Vorlage S. 124 455 Statt des Mannes in jeglich Haus sein Gewaffen und Asche.
Vorlage S. 124 456 Dritte Strophe
Vorlage S. 124 457 Ares, der Leichname Goldwechsler ist's,
Vorlage S. 124 458 Im Kampf des Speers blutger Todeswäger,
Vorlage S. 124 459 Von Troja heimsendet er den Lieben
Vorlage S. 124 460 Ein kleines, trübselges Überbleibsel,
Vorlage S. 124 461 An Mannes Statt mit Staub gefüllt schönverzierten Aschenkrug!
Vorlage S. 124 462 Drum jammern sie, sie preisen ihn aller Schlachten Tapfersten,
Vorlage S. 124 463 Sie rühmen, dass er herrlich fiel, kämpfend um fremden Mannes Weib!
Vorlage S. 124 464 So in der Stille wird gemurrt,
Vorlage S. 124 465 Und es beschleicht des Kampfes Urheber des Hasses Unheil.
Vorlage S. 124 466 Aber wer in der Schlacht fiel,
Vorlage S. 124 467 Ruht dort unter den Mauern,
Vorlage S. 124 468 Ruht im troischen Grabe; fern deckt ihn feindlicher Boden!
Vorlage S. 125 469 Dritte Gegenstrophe
Vorlage S. 125 470 Gefährlich wächst Volkes Murren, grollgemischt,
Vorlage S. 125 471 Zahlt zurück volkentpreßter Flüche Schuld;
Vorlage S. 125 472 Zu hören bangt meine Sorg ein Ende
Vorlage S. 125 473 Endloser Nacht! Unerspäht den Göttern
Vorlage S. 125 474 Bleibt nimmermehr, wer Blut vergoß, und der Erinnyen schwarze Schar
Vorlage S. 125 475 Quält den, der glücklich wider Recht ist, einst mit unglückselger Fristung
Vorlage S. 125 476 Des Lebens tot; geknechtet, so späht er umsonst nach Schutz umher;
Vorlage S. 125 477 Selbst in des Ruhmes Übermaß
Vorlage S. 125 478 Brütet Gefahr; denn seinen Blitz schleudert des Donnrers Neidblick!
Vorlage S. 125 479 Mein mag mäßiges Glück sein,
Vorlage S. 125 480 Nicht als Städtezertrümmrer
Vorlage S. 125 481 Möcht ich, aber in Feindes Hand auch mich nimmer erblicken!
Vorlage S. 125 483 Ein botenfroh Feuer ließ
Vorlage S. 125 484 Durch unsere Stadt schnell Gerücht
Vorlage S. 125 485 Eilen; aber ob es wahr, wer weiß es?
Vorlage S. 125 486 Wahrheit wahrlich ist der Götter nur!
Vorlage S. 125 487 Wer wird so kindergläubig, so verblendet sein,
Vorlage S. 125 488 An dieses Scheins neuer Kunde sein Gemüt erst zu wärmen, dann, getäuscht, bittren Tausches Bild zu sein?
Vorlage S. 125 489 Für Weibes Witz passt es, eh sie offenbar, schon zu preisen Glückes Gunst!
Vorlage S. 125 490 Leichtgläubig zu leicht verbreitet sich Frauengeschwätz,
Vorlage S. 125 491 Wie Windeswehn; doch windverweht
Vorlage S. 125 492 Versinkt zu Nichts weiberausposaunt Gerücht! –
Vorlage S. 125 493 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 125 494 Bald offenbart sich's, ob der Botenfackellauf,
Vorlage S. 125 495 Die Wachtfanale meiner Feuerwechselpost,
Vorlage S. 125 496 Wahrhaftig waren oder wie ein Traumgesicht
Vorlage S. 125 497 Mit süßer Täuschung meinen Sinn das Licht beschlich.
Vorlage S. 125 498 Ich seh den Herold vom Gestade schon sich nahn,
Vorlage S. 125 499 Das Haupt vom Ölzweig überschattet; schon bezeugt's
Vorlage S. 126 500 Des Kotes Zwillingsbruder euch, der durstge Staub,
Vorlage S. 126 501 Nicht werde lautlos, nicht von Feuern hochgeschürt
Vorlage S. 126 502 In des Berges Waldung ferner Rauch euch Bote sein,
Vorlage S. 126 503 Nein, klaren Worts bringt uns entweder sein Bericht
Vorlage S. 126 504 Mehr Freude – was entgegen dem, verschweig ich gern,
Vorlage S. 126 505 Auf dass dem nahnden Glücke glücklich sei der Gruß!
Vorlage S. 126 506 CHORFÜHRER.
Vorlage S. 126 507 Wer jenes andere diesem Lande gönnt und wünscht,
Vorlage S. 126 508 Der ernte selbst einst seiner Missgunst schnöden Wunsch!
Vorlage S. 126 509 Ein Herold tritt auf.
Vorlage S. 126 511 O meine Heimat, Argos, teures Vaterland!
Vorlage S. 126 512 Mit des zehnten Jahres Sonne kehr ich wieder heim!
Vorlage S. 126 513 Zwar mancher Hoffnung ärmer, doch in einer reich:
Vorlage S. 126 514 Denn nimmer glaubt ich, dass in Argos' Erde noch
Vorlage S. 126 515 Des liebsten Grabes Stätte mir beschieden sei.
Vorlage S. 126 516 Nun sei gegrüßt, Land! Sei gegrüßt, du Sonnenlicht!
Vorlage S. 126 517 Und du, des Landes Walter, Zeus! Du, pythischer Fürst,
Vorlage S. 126 518 Mit feindlichem Bogen fürder uns nicht pfeilgewiß –
Vorlage S. 126 519 Entgegen gnug erschienst du am Skamander uns –,
Vorlage S. 126 520 Nun wieder sei uns Helfer, sei uns Streitgenoß,
Vorlage S. 126 521 Du, Fürst Apollon! Euch, ihr kampfbeschirmenden
Vorlage S. 126 522 Gottheiten, alle ruf ich, meinen Schützer auch,
Vorlage S. 126 523 Den teuren Herold Hermes, der Herolde Zier!
Vorlage S. 126 524 Und ihr, Heroen, die uns leitetet, gnädig wollt
Vorlage S. 126 525 Das Heer empfangen, das der Lanzen Wut verschont!
Vorlage S. 126 526 Du, meiner Fürsten Palast, vielgeliebtes Haus,
Vorlage S. 126 527 Ihr heiligen Stätten, Götter ihr im Sonnenlicht,
Vorlage S. 126 528 Wenn irgend je, empfanget heitren Auges jetzt
Vorlage S. 126 529 Im Schmuck den König, unsren Herrn, nach langer Zeit;
Vorlage S. 126 530 Denn heimgekehrt ist, euch und diesen allen Licht
Vorlage S. 126 531 Nach trüber Nacht zu bringen, Agamemnons Macht!
Vorlage S. 126 532 Ihr werdet festlich ihn empfahn, wie's dem gebührt,
Vorlage S. 126 533 Der Ilion zerstörte mit des Rächers Zeus
Vorlage S. 126 534 Gewaltger Grabscheit, die den Boden unterwirft.
Vorlage S. 126 535 Der Götter Tempel und Altäre sind gestürzt
Vorlage S. 126 536 Und allvernichtet alles Feldes Saat umher.
Vorlage S. 126 537 Der solches Joch anschirrte Priams stolzer Stadt,
Vorlage S. 127 538 Der hehre Fürst Atride, der allglückselge Held,
Vorlage S. 127 539 Er kommt, vor allen höchster Ehre wert, soviel
Vorlage S. 127 540 Jetzt leben. Paris noch die mitgestrafte Stadt
Vorlage S. 127 541 Berühmen fürder größrer Tat als Buße sich;
Vorlage S. 127 542 Denn er, des Raubes, der Entführung schuldig, fand
Vorlage S. 127 543 Sich keinen Retter; sein zum Tod gezeitigter
Vorlage S. 127 544 Ureingeborner Fürstenstamm, er riss ihn aus!
Vorlage S. 127 545 So ward der Priamiden Doppelschuld gebüßt!
Vorlage S. 127 547 Achaierherold, Freude dir! Sei froh begrüßt!
Vorlage S. 127 549 Ja, Freud; ich stürbe gern jetzt; nichts verlang ich mehr!
Vorlage S. 127 551 Verlangen wohl nach deiner Heimat quälte dich?
Vorlage S. 127 553 So dass die Freude Tränen meinem Aug entlockt!
Vorlage S. 127 555 Gekranket habt auch ihr an diesem süßen Weh?
Vorlage S. 127 557 Auch ihr? Belehrt erst werd ich deines Wortes Herr!
Vorlage S. 127 559 Getrauert voll Verlangen nach Verlangenden?
Vorlage S. 127 561 Hat heim das Land sein heim sich sehnend Heer gesehnt?
Vorlage S. 127 563 Drum hab ich oftmals tief geseufzt in trübem Sinn!
Vorlage S. 127 565 Was ward dem Volke solches bösen Grames Schuld?
Vorlage S. 127 567 Längst heißt mir Schweigen alles Grames einzger Arzt!
Vorlage S. 127 569 Der Fürsten Fernsein, machte dich's vor Fremden bang?
Vorlage S. 127 571 So dass mir dein »Jetzt stürb ich gern« gar schön erscheint!
Vorlage S. 127 573 Ja, schön vollbracht ist's! Freilich in so langer Zeit,
Vorlage S. 127 574 Mag einer sagen, fügt sich vieles günstig wohl,
Vorlage S. 127 575 Doch andres wieder minder gut. Wer aber ist
Vorlage S. 127 576 Nicht Gott und sonder Leiden all sein Lebelang?
Vorlage S. 127 577 Wollt unsre Mühsal ich erzählen, schwere Wacht
Vorlage S. 127 578 Und selten Ruhtag, schlechtes Lager, und des Tags,
Vorlage S. 127 579 Wann je von Schiffsdienst und Gefährde wir befreit?
Vorlage S. 127 580 Gar auf dem Festland kam dazu noch neue Not;
Vorlage S. 127 581 Denn unsre Zelte lagen hart an Feindes Wall,
Vorlage S. 127 582 Vom Himmel oben und vom Wiesengrund herauf
Vorlage S. 127 583 Durchnäßte kalter Tau uns, sog verderbend sich
Vorlage S. 127 584 In unsre Kleider, unser Haar verwildernd ein.
Vorlage S. 127 585 Spräch ich vom Winter, jenem Vogeltöter, gar,
Vorlage S. 127 586 Wie unerträglich den des Ida Schnee gebracht,
Vorlage S. 127 587 Gar von der Hitze, wenn um Mittagszeit die See
Vorlage S. 127 588 In wellenlos windstiller Ruh sich legend schlief –
Vorlage S. 128 589 Doch wozu klag ich's? 's ist vorüber alle Müh,
Vorlage S. 128 590 Vorüber nun auch denen, die gefallen sind,
Vorlage S. 128 591 Und nimmermehr verlangt sie wieder aufzustehn.
Vorlage S. 128 592 Was soll ich euch herzählen die Gebliebenen und
Vorlage S. 128 593 Mich, der ich lebe, kränken um ihr traurig Los?
Vorlage S. 128 594 Nein. Lebewohl sei allem bösen Tag gesagt!
Vorlage S. 128 595 Denn uns, die wir vom Griechenheer noch übrig sind,
Vorlage S. 128 596 Siegt der Gewinn doch, und ihn wiegt kein Leiden auf;
Vorlage S. 128 597 Wer heimgezogen über Land und über Meer,
Vorlage S. 128 598 Darf so sich rühmen vor der Sonne heilgem Licht:
Vorlage S. 128 599 Troja erobert hat das Heer der Danaer,
Vorlage S. 128 600 Geweiht den Göttern seine Beute, aufgehängt
Vorlage S. 128 601 In allen Tempeln Griechenlands den teuren Schmuck!
Vorlage S. 128 602 Die solches hören, preisen müssen sie das Volk
Vorlage S. 128 603 Und seine Feldherrn; hochgelobt sei aber auch
Vorlage S. 128 604 Zeus' Gnade, die's vollbrachte! Alles weißt du nun.
Vorlage S. 128 606 Von deinem Wort bekenn ich gern mich überzeugt;
Vorlage S. 128 607 Zum steten Lernen bleibet auch das Alter jung.
Vorlage S. 128 608 Das Haus und Klytaimestra mag dafür zunächst
Vorlage S. 128 609 Zu sorgen haben, aber wir uns mitzufreun.
Vorlage S. 128 610 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 128 611 Laut aufgejauchzet hab ich längst in heller Lust,
Vorlage S. 128 612 Als meines Feuers erster nächtger Bote kam,
Vorlage S. 128 613 Dass eingenommen Troja und verwüstet sei.
Vorlage S. 128 614 Zwar mancher sagte spottend: »Solchem Feuerschein
Vorlage S. 128 615 Vertrauend, glaubst du, Ilion sei nun zerstört?
Vorlage S. 128 616 Doch Weiberart ist's, außer sich gar bald zu sein!«
Vorlage S. 128 617 Nach solcher Red erschien ich als ein töricht Weib;
Vorlage S. 128 618 Jedennoch opfern ließ ich, und den Jubelruf
Vorlage S. 128 619 Erhuben gellend Weiber, andre anderswo,
Vorlage S. 128 620 In der Stadt umher froh lärmend, in der Götter Sitz
Vorlage S. 128 621 Mit reichen Spenden duftges Feuer sänftigend.
Vorlage S. 128 622 Und nun, was braucht's noch, dass du mir das weitre sagst?
Vorlage S. 128 623 Die ganze Kunde hör ich bald vom Fürsten selbst;
Vorlage S. 128 624 Drum eil ich, meinen erlauchten Herrn aufs herrlichste
Vorlage S. 128 625 Bei seiner Ankunft hier zu empfahn. Was gäb es auch
Vorlage S. 128 626 Für eine Gattin Süßeres, als den Tag zu schaun,
Vorlage S. 128 627 Wo ihrem Mann, der glücklich heimkehrt aus dem Feld,
Vorlage S. 129 628 Das Tor sie auftut! Also sprich zu meinem Herrn:
Vorlage S. 129 629 Zu kommen mög er eilen, vielersehnt der Stadt;
Vorlage S. 129 630 Treu fänd im Haus er sein Gemahl, wie er sie einst
Vorlage S. 129 631 Verlassen habe als des Hauses Wächterin,
Vorlage S. 129 632 Ihm edlen Sinnes, allen Bösgesinnten feind,
Vorlage S. 129 633 In allem andern noch sich gleich, von ihrer Hand
Vorlage S. 129 634 Kein Siegel drinnen während all der Zeit verletzt;
Vorlage S. 129 635 Noch weiß von Wollust, von verbotner Heimlichkeit
Vorlage S. 129 636 Mit fremdem Manne mehr ich denn vom Bad des Stahls!
Vorlage S. 129 637 Klytaimestra ab.
Vorlage S. 129 639 Ein solcher Selbstruhm, seiner Wahrheit voll und wert,
Vorlage S. 129 640 Ist tadellos zu sprechen für ein edles Weib!
Vorlage S. 129 642 Sie sagt es selbst dir, und du hörst es von ihr selbst,
Vorlage S. 129 643 Vom besten Dolmetsch, durch ihr eignes klares Wort!
Vorlage S. 129 644 Doch sag mir, Herold, ist Menelaos auch mit euch
Vorlage S. 129 645 Heimwärts gesegelt, ist er wohlbehalten auch
Vorlage S. 129 646 Zurückgekommen, unsres Landes lieber Herr?
Vorlage S. 129 648 Nicht ist es möglich, dass ich frohe Kunde dir,
Vorlage S. 129 649 Der du dich lange könntest freun, erheuchele!
Vorlage S. 129 651 Wie träfst du auch das Wahre, wenn du Frohes sagst?
Vorlage S. 129 652 Dass das sich ewig scheidet, leicht ist's einzusehn!
Vorlage S. 129 654 Der Held, er ist verschollen im Hellenenheer,
Vorlage S. 129 655 Er selbst und seine Schiffe. Falsches hörst du nicht!
Vorlage S. 129 657 Und ging er vor euch noch von Troja aus in See?
Vorlage S. 129 658 Verschlug ein Sturm ihn, euch und ihm zugleich verhängt?
Vorlage S. 129 660 Recht trafst du wie ein wackrer Bogenschütz das Ziel
Vorlage S. 129 661 Und sprachst ein langes Leiden aus mit kurzem Wort!
Vorlage S. 129 663 Ob er selbst noch lebe, ob er umgekommen sei,
Vorlage S. 129 664 Kam's durch Berichte fremder Schiffer nicht umher?
Vorlage S. 129 666 Wohl keiner weiß es, der es nacherzählen kann,
Vorlage S. 129 667 Als, der der Erde Lebenskraft nährt, Helios!
Vorlage S. 129 669 Wie aber, sag uns, ist den Schiffen jener Sturm
Vorlage S. 129 670 Gekommen und vollendet durch der Götter Zorn?
Vorlage S. 129 672 Mit böser Botschaft sollte man den frohen Tag
Vorlage S. 129 673 Niemals entweihen; des enthält sich Gottesfurcht;
Vorlage S. 129 674 Bringt aber heim ein Bote der gefallenen
Vorlage S. 130 675 Heerscharen unaussprechlich Leid, mit trüber Stirn
Vorlage S. 130 676 Die Wunden heim, die eine des gesamten Volks
Vorlage S. 130 677 Und andere viele, weil aus jedem Haus den Mann
Vorlage S. 130 678 Hinausgepeitschet Ares' Doppelgeißel hat –
Vorlage S. 130 679 Zweischneidges Unheil, blutge Gramverschwisterung –,
Vorlage S. 130 680 Ja, wem ein solcher Jammer aufgebürdet ist,
Vorlage S. 130 681 Den soll man nennen der Erinnyen Ehrenhold,
Vorlage S. 130 682 Doch Freudenbote glücklich überstandner Not
Vorlage S. 130 683 Den, welcher heimkehrt froh zur frohen Vaterstadt.
Vorlage S. 130 684 Wie misch ich Liebes Bösem bei, wenn ich vom Sturm,
Vorlage S. 130 685 Den Götter uns Achaiern zürnten, sprechen soll?
Vorlage S. 130 686 Denn da verschwur sich, was sich sonst das Feindlichste,
Vorlage S. 130 687 Meerflut und Feuer, sie bewährten ihren Bund,
Vorlage S. 130 688 Vernichtend der Argiver unglückselges Heer.
Vorlage S. 130 689 Es erhob zur Nachtzeit sich der empörten Fluten Sturz,
Vorlage S. 130 690 Aneinander jagte die Schiffe wilder thrakischer
Vorlage S. 130 691 Orkan; sie selbst im Ungestüm des Schloßensturms,
Vorlage S. 130 692 Des typhoischen Wetters, wild vom Horn des Kiels zerfleischt,
Vorlage S. 130 693 Verschwanden spurlos in des Treibers Kreiseltanz.
Vorlage S. 130 694 Als dann das Frühlicht tagend endlich wieder schien,
Vorlage S. 130 695 Da sahn wir rings des stillen Meeres Spiegel blühn
Vorlage S. 130 696 Von Griechenleichen, von zerschellter Schiffe Wrack.
Vorlage S. 130 697 Uns aber hat und unser unversehrtes Schiff
Vorlage S. 130 698 Entwendet, glaub ich, oder bittend frei gemacht
Vorlage S. 130 699 Ein Gott, ein Mensch nicht, der das Steuer uns gelenkt;
Vorlage S. 130 700 Mitfahrend saß beim Ruder Tyche, Retterin,
Vorlage S. 130 701 Dass nicht den Kiel am Ankerplatz noch böse Flut
Vorlage S. 130 702 Bedrohte, noch am Klippenstrand er scheiterte.
Vorlage S. 130 703 Also dem Hades des empörten Meers entflohn,
Vorlage S. 130 704 Misstrauten unsrem Glück wir auch am heitren Tag
Vorlage S. 130 705 Und ließen weiden unsren Gram das neue Leid
Vorlage S. 130 706 Des mühbeladnen, jammervoll zerstäubten Heers.
Vorlage S. 130 707 Und freut von jenen einer noch des Atems sich,
Vorlage S. 130 708 So redet auch von uns er wie von Toten; denn
Vorlage S. 130 709 Wir wieder meinen, ihnen sei es so geschehn.
Vorlage S. 130 710 So gut es kann, mag's werden; doch Menelaos nun,
Vorlage S. 130 711 Der kommt zuerst wohl und vor allen noch zurück;
Vorlage S. 131 712 Denn wenn ein Lichtblick irgend noch des Helios
Vorlage S. 131 713 Ihn leben sieht und weben durch Zeus' ewgen Rat,
Vorlage S. 131 714 Der sein Geschlecht doch nimmermehr vertilgen will,
Vorlage S. 131 715 So bleibet Hoffnung, dass er einst noch wiederkehrt. –
Vorlage S. 131 716 Soviel du hörtest, Wahres nur hast du gehört!
Vorlage S. 131 717 Herold ab.
Vorlage S. 131 718 Erste Strophe
Vorlage S. 131 720 Wer erfand den Namen einst,
Vorlage S. 131 721 Namen überall bewährt,
Vorlage S. 131 722 Wenn nicht der, den keiner schaut, der voraus all Verhängnis überdenkt,
Vorlage S. 131 723 Auch das Wort im Zufall lenkt –
Vorlage S. 131 724 Helena deutungsvoll die vielstreitige, speererrungne nennend,
Vorlage S. 131 725 Die, ein Elend allem Geschwader und Volk, aus des Gemahls
Vorlage S. 131 726 Teppichumhülltem Lager floh, fahrend mit segelblähndem Westwind?
Vorlage S. 131 727 Und des Kiels flutenverwehter Fährte nachjagten mit Schild und Speer die Jäger,
Vorlage S. 131 728 Fern gen Simoeis' Uferland steuernd, dem laubumgrünten,
Vorlage S. 131 729 Mit dem empörtesten Blutdurst!
Vorlage S. 131 730 Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 131 731 Rechte Gramverschwägrung war's,
Vorlage S. 131 732 Die den Troern Götterzorn,
Vorlage S. 131 733 Endesinnend, hat gesandt, für des Gasttisches arge Schändung einst,
Vorlage S. 131 734 Für des höchsten Hortes Schmach
Vorlage S. 131 735 Buße vom Freudenfest, vom brautfeiernden Hymnos einzufordern,
Vorlage S. 131 736 Von dem Hochzeitlied, das die Schwäger daheim sangen mit Stolz;
Vorlage S. 131 737 Doch es verlernte solchen Sang bald die ergraute Priamsfeste;
Vorlage S. 131 738 Und in Gramliedern beseufzend ihre Not, schrie sie, verfluchte sie Paris' Untat,
Vorlage S. 131 739 Noch bevor sie das ganze graunvolle Geschick des Volkes sah
Vorlage S. 131 740 In dem entsetzlichen Blutbad!
Vorlage S. 131 741 Zweite Strophe
Vorlage S. 131 742 Es zog also ein Mann einst,
Vorlage S. 132 743 Ein Löwenjunges der Muttermilch raubend, selbst sich den Rächer;
Vorlage S. 132 744 Denn es erschien im Anfang,
Vorlage S. 132 745 Zahm mit den Kindern zu spielen,
Vorlage S. 132 746 Treuer Begleiter der Alten,
Vorlage S. 132 747 Ruhete oft in ihrem Arm,
Vorlage S. 132 748 Wie ein gehegter Säugling pflegt,
Vorlage S. 132 749 Sah hellblickend zur Hand herauf, an sich schmiegend vor Hunger.
Vorlage S. 132 750 Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 132 751 Gereift endlich enthüllte
Vorlage S. 132 752 Die Art er seines Geschlechtes; denn, als der Pflege Vergeltung,
Vorlage S. 132 753 Riss er sich ungeladen
Vorlage S. 132 754 Schafe der Herde zum Mahle,
Vorlage S. 132 755 Tünchte des Haus mit dem Blute rings –
Vorlage S. 132 756 Für die Bewohner übergroß
Vorlage S. 132 757 Unverwindbar bittres Leid;
Vorlage S. 132 758 Gottgesandt dem Geschlecht erwuchs so ein Priester des Unheils.
Vorlage S. 132 759 Dritte Strophe
Vorlage S. 132 760 In gleicher Art kam gen Ilion, ich möchte sagen:
Vorlage S. 132 761 Ein Sinn wie glanzheitre Meeresstille,
Vorlage S. 132 762 Ein Kleinod wunderholden Reichtums,
Vorlage S. 132 763 Lieblich geheimen Blickes Pfeil,
Vorlage S. 132 764 Herzbetrübende Liebesblüte;
Vorlage S. 132 765 Doch enttäuscht endlich, erfüllt' selbst sie das grambittere Ziel der Hochzeit,
Vorlage S. 132 766 Die, hinweg Frieden und Lust scheuchend, in Priamos' Haus geflohn kam,
Vorlage S. 132 767 Geschenk des gastlichen Zeus,
Vorlage S. 132 768 Brautbeweinte Erinnys!
Vorlage S. 132 769 Dritte Gegenstrophe
Vorlage S. 132 770 Ein greises Wort, vielberühmt den Menschen, lautet also:
Vorlage S. 132 771 Der große, volkreiche Glückessegen
Vorlage S. 132 772 Gebiert, stirbt nimmer kinderlos;
Vorlage S. 132 773 Und in des Glückes Garten wächst
Vorlage S. 132 774 Unersättlicher Jammer wuchernd!
Vorlage S. 133 775 Doch erkennt anders es mein Geist; denn des Menschen böser Wandel,
Vorlage S. 133 776 Er erzeugt andere Untat, an des Vaters Zügen kenntlich!
Vorlage S. 133 777 Doch frommen Häusern erblüht
Vorlage S. 133 778 Kinderseliges Heil stets!
Vorlage S. 133 779 Vierte Strophe
Vorlage S. 133 780 Es zeuget gern Übermut alter Zeit Übermut fort und fort,
Vorlage S. 133 781 Der im Leide grünt und reift –
Vorlage S. 133 782 Sei's heut, sei's morgen, wenn nur erst die rechte Stunde kommt –,
Vorlage S. 133 783 Den unüberwindlichen, den allverhaßten, den Abscheu des Sonnenlichts, in des Geschlechts
Vorlage S. 133 784 Nachtdunkler Schuld göttervergeßne Frechheit,
Vorlage S. 133 785 Wieder dem Vater ähnlich!
Vorlage S. 133 786 Vierte Gegenstrophe
Vorlage S. 133 787 Doch Dike strahlt unter armselgem, rauchschwarzem Dach,
Vorlage S. 133 788 Ehret frommes Leben hoch;
Vorlage S. 133 789 Wer aber goldgewirkte Pracht mit schmutzger Hand sich webt,
Vorlage S. 133 790 Da flieht des Vaters hehre Tochter, den Blick abgewandt, des Reichtumes Gewalt,
Vorlage S. 133 791 Von feilem Lob falsch gemünzt, verachtend;
Vorlage S. 133 792 Jegliches probt am Ziel sie!
Vorlage S. 133 793 Auf hohem Siegeswagen tritt Agamemnon auf; neben ihm sitzend Kassandra. Etwas später tritt Klytaimestra aus dem Palast.
Vorlage S. 133 794 CHORFÜHRER.
Vorlage S. 133 795 Mein König und Herr,
Vorlage S. 133 796 Du des Atreus Sohn, der du Troja bezwangst,
Vorlage S. 133 797 Wie red ich dich an, wie ehr ich dich jetzt
Vorlage S. 133 798 Nicht überentzückt, nicht niedergedrückt
Vorlage S. 133 799 Von der Freude des Tags?
Vorlage S. 133 800 Wohl mancher versucht zu erheucheln den Schein,
Vorlage S. 133 801 Überschreitend das Maß des Gerechten!
Vorlage S. 133 802 Mit dem Unglückselgen zu klagen ist leicht
Vorlage S. 133 803 Alljeder bereit; doch die Nadel des Grams
Vorlage S. 133 804 Dringt dem niemals bis zum Herzen!
Vorlage S. 133 805 Und Fröhlichen wieder erscheinet er froh
Vorlage S. 133 806 Und zwingt nichtlachende Stirn, dass sie lacht.
Vorlage S. 133 807 Doch wer wie ein wackerer Hirte des Volks
Vorlage S. 134 808 Achtgibt, dem birgt solch Auge sich nicht,
Vorlage S. 134 809 Das, ein treues Gemüt zu bekunden bemüht,
Vorlage S. 134 810 Liebäugelt in wäßriger Freundschaft!
Vorlage S. 134 811 Du dünktest mich einst, da du fort in den Krieg
Vorlage S. 134 812 Um Helena zogst – nicht berg ich es dir –,
Vorlage S. 134 813 Sehr töricht zu sein, und es blieb mir im Geist,
Vorlage S. 134 814 Dass du nicht recht lenktest das Steuer des Sinns,
Vorlage S. 134 815 Unwilligen Mut
Vorlage S. 134 816 Für Kampf und Tod zu erzwingen.
Vorlage S. 134 817 Jetzt aber erfreut mich im tiefsten Gemüt
Vorlage S. 134 818 Die Gefahr, die glücklich vorbei euch zog;
Vorlage S. 134 819 Du wirst mit der Zeit, wenn du nachforschst, sehn,
Vorlage S. 134 820 Wer löblich und wer nicht, wie es sich ziemt,
Vorlage S. 134 821 Von den Bürgern die Stadt dir bewahrt hat.
Vorlage S. 134 822 AGAMEMNON.
Vorlage S. 134 823 Zuerst gebührt sich's, Argos und die heimischen
Vorlage S. 134 824 Gottheiten fromm zu grüßen, die zur Wiederkehr,
Vorlage S. 134 825 Zu meinem Recht mir halfen, das ich von Priams Stadt
Vorlage S. 134 826 Gefordert habe. Sie, des Streites Richter nicht
Vorlage S. 134 827 Nach Red und Gegenrede, warfen offenbar
Vorlage S. 134 828 In des Blutes Urne Trojas männermordende,
Vorlage S. 134 829 Des Todes Kugel; bei der andern, unberührt
Vorlage S. 134 830 Von aller Hand noch, saß die Hoffnung kummervoll.
Vorlage S. 134 831 Am Rauch erkennt man Trojas Trümmerstätte jetzt;
Vorlage S. 134 832 Die Todeswolke lebt und weht, und sterbend haucht
Vorlage S. 134 833 Des einstgen Reichtums schwülen Qualm die Asche noch.
Vorlage S. 134 834 Dafür gebührt den Göttern vielgedenker Dank,
Vorlage S. 134 835 Da auch die Tücke wutgeschürzter Schlingen wir
Vorlage S. 134 836 Vergolten haben und des Weibes wegen jetzt
Vorlage S. 134 837 Die Stadt in Staub trat das Argiver-Ungetüm,
Vorlage S. 134 838 Des Rosses Nestling, unser schildgewandtes Volk,
Vorlage S. 134 839 Das sich zum Fang hob um der Plejaden Untergang;
Vorlage S. 134 840 Da übersprang den Wall es, ein blutdurstger Leu,
Vorlage S. 134 841 Und leckte dürstend sich im Königsblute satt.
Vorlage S. 134 842 Den Göttern hab ich diesen ersten Gruß gesagt;
Vorlage S. 134 843 Zu deiner Meinung, der ich wohl gedenke, dies:
Vorlage S. 135 844 Dasselbe sag ich und vertrete, was du sprachst;
Vorlage S. 135 845 Denn wenig Menschen ist es angeborne Art,
Vorlage S. 135 846 Den hochbeglückten Freund zu ehren sonder Neid;
Vorlage S. 135 847 Denn in das Herz tief frisst sich ein des Neides Rost
Vorlage S. 135 848 Und kränkt mit zweifach bösem Gram den Krankenden;
Vorlage S. 135 849 Von eignem Leide nieder schon gedrückt, beseufzt
Vorlage S. 135 850 Er's doppelt bitter, dass er andre glücklich sieht.
Vorlage S. 135 851 Wohl nennen darf ich – denn ich hab es selbst erkannt
Vorlage S. 135 852 In meines Lebens Spiegel – eines Schattens Bild
Vorlage S. 135 853 Den Schein der Treue, den mir viele viel gezeigt;
Vorlage S. 135 854 Und nur Odysseus, welcher ungern mit uns zog,
Vorlage S. 135 855 Trug willig mit mir, unter gleiches Joch gebeugt! –
Vorlage S. 135 856 Ob er der Toten einer, ob am Leben noch,
Vorlage S. 135 857 Weiß Gott! – Das weitre für die Götter und die Stadt,
Vorlage S. 135 858 In der Volksversammlung wird es nach gewohnter Art
Vorlage S. 135 859 Erwogen werden; was sich gut und tüchtig zeigt,
Vorlage S. 135 860 Für dessen Aufrechthaltung wird zu sorgen sein;
Vorlage S. 135 861 Doch wo's des Arztes und der Arzenein bedarf,
Vorlage S. 135 862 Da auch mit Schnitt und Feuer, doch voll Liebe werd
Vorlage S. 135 863 Ich solchen Aussatz wegzutilgen mich bemühn.
Vorlage S. 135 864 Und nun zum Palast und zum Herde heimgekehrt,
Vorlage S. 135 865 Heb ich den Göttern betend meine Hand empor;
Vorlage S. 135 866 Die fern hinaus mich sandte, die mich heimgeführt,
Vorlage S. 135 867 Nike, die mir gefolget, sei mein immerdar!
Vorlage S. 135 868 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 135 869 Argiver, Bürger, unsrer Stadt ehrwürdger Stolz!
Vorlage S. 135 870 Nicht soll's mich schämen, wie ich liebe meinen Mann,
Vorlage S. 135 871 Vor euch zu sagen; sondern auslischt uns die Zeit
Vorlage S. 135 872 Die blöde Scheu vor Menschen. Eignen Grams belehrt,
Vorlage S. 135 873 Will ich erzählen, wie ich still und kummervoll
Vorlage S. 135 874 Fortlebte, während jener lag vor Ilion.
Vorlage S. 135 875 Schon dass so weit von ihrem Mann getrennt ein Weib
Vorlage S. 135 876 Einsam daheim sitzt, das ist unaussprechlich hart;
Vorlage S. 135 877 Gerüchte hört sie, viele, widersprechende;
Vorlage S. 135 878 Bald dass er komme, bald er bringe mit zurück,
Vorlage S. 135 879 Was schlimmer als das Schlimmste sei, so heißt's im Haus.
Vorlage S. 135 880 Und wenn ihm soviel Wunden dort geschlagen sind,
Vorlage S. 135 881 Wie das Gerücht uns fort und fort zu Ohren kam,
Vorlage S. 136 882 Sein Körper wäre wie ein vieldurchlöchert Netz;
Vorlage S. 136 883 Und wär er stets gefallen, wenn gesagt es ward,
Vorlage S. 136 884 Gleich einem zweiten dreigeleibten Geryon
Vorlage S. 136 885 Könnt er im Leben – denn vom Tode red ich nicht –
Vorlage S. 136 886 Gar manch ein dreifach Leichentuch zu haben schon
Vorlage S. 136 887 Sich rühmen, einmal sterbend mit jedwedem Leib.
Vorlage S. 136 888 Um solcher unglückselgen Kunde willen war's,
Vorlage S. 136 889 Dass mancher Schlinge, hochgeknüpft um meinen Hals,
Vorlage S. 136 890 Mich überrascht und wider Willen man entriss.
Vorlage S. 136 891 Zu Agamemnon.
Vorlage S. 136 892 Drum steht der Knabe nicht mir, wie es müsste sein,
Vorlage S. 136 893 Er mein und deiner Liebe liebes Unterpfand,
Vorlage S. 136 894 Orest mir nicht zur Seite; wundre drum dich nicht!
Vorlage S. 136 895 Dein treuer Gastfreund zieht ihn dir wohlwollend auf,
Vorlage S. 136 896 Der Phoker Strophios, der mir viel Bedenkliches
Vorlage S. 136 897 Vorausgesagt hat, wie in Gefahr vor Ilion
Vorlage S. 136 898 Du schwebtest, wie das herrscherlose Volk den Rat
Vorlage S. 136 899 Leicht in Empörung stürzte, wie es angeborn
Vorlage S. 136 900 Den Menschen sei, Gestürzten doppelt weh zu tun.
Vorlage S. 136 901 Glaub nicht, es berge dies Entschuldgen dir Betrug! –
Vorlage S. 136 902 Mir aber ist der Tränen ewig strömender
Vorlage S. 136 903 Brunnquell versieget; drinnen ist kein Tropfen mehr;
Vorlage S. 136 904 Mein spätentschlummernd Auge krankt und schmerzt mich sehr;
Vorlage S. 136 905 Um dich zu weinen, saß ich Mitternächte durch,
Vorlage S. 136 906 Von denen du nichts wusstest; wieder dann im Traum
Vorlage S. 136 907 Erweckte früh mit schwirrend leisem Flügelschlag
Vorlage S. 136 908 Mich eine Mücke, wann ich deiner Leiden mehr
Vorlage S. 136 909 Sah, denn die Zeit begreifen konnte, die ich schlief.
Vorlage S. 136 910 Nachdem ich alles das mit ungebeugtem Sinn
Vorlage S. 136 911 Ertragen, nun begrüß ich dich des Hauses Hort,
Vorlage S. 136 912 Ein allerrettend Ankertau, des hohen Dachs
Vorlage S. 136 913 Grundfester Pfeiler, eines Vaters einzig Kind,
Vorlage S. 136 914 Und Land, dem Schiffer wider Hoffnung aufgetaucht,
Vorlage S. 136 915 Ein schönster Frühlingsmorgen nach dem Wintersturm,
Vorlage S. 136 916 Dem müden, durstgen Wandersmann ein frischer Quell!
Vorlage S. 136 917 So selig ist es, aller Not entflohn zu sein,
Vorlage S. 136 918 Und solchen Grußes acht ich dich darum mir wert!
Vorlage S. 137 919 Fern bleibe Missgunst; haben wir doch Gram genug
Vorlage S. 137 920 Zuvor erduldet! – Nun, o du mein teures Haupt,
Vorlage S. 137 921 Steig mir von deinem Wagen; auf die Erde nicht
Vorlage S. 137 922 Setz deinen Fuß, Herr, den Zertreter Ilions!
Vorlage S. 137 923 Was säumt ihr, Mägde, da euch aufgetragen ist,
Vorlage S. 137 924 Die Decken hinzubreiten über seinen Weg!
Vorlage S. 137 925 So eilt, dass purpurüberdeckt ihm sei der Gang,
Vorlage S. 137 926 Den wider Hoffnung Dike leitet seinen Fuß;
Vorlage S. 137 927 Das andre wird mein Sorgen, das kein Schlaf bezwang,
Vorlage S. 137 928 Gerecht, so Gott will, bald erfüllen, wie es muss!
Vorlage S. 137 929 Die Sklavinnen breiten Purpurteppiche bis zum Palast.
Vorlage S. 137 930 AGAMEMNON.
Vorlage S. 137 931 Du Tochter Ledas, meines Hauses Hüterin,
Vorlage S. 137 932 Du sprachst der Zeit, die ich entfernt war, wohlgemäß
Vorlage S. 137 933 In gleicher langer Rede; doch ein echtes Lob –
Vorlage S. 137 Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von Aischylos — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · UnknownUnknown · Public domain Bildquelle ↗ 934 Aus fremdem Mund muss kommen uns ein solch Geschenk.
Vorlage S. 137 935 Auch wolle sonst nicht mit mir zärteln nach der Art
Vorlage S. 137 936 Der Weiber noch am Boden liegend tief herauf,
Vorlage S. 137 937 So wie's Barbaren tun, mir knechten deinen Gruß,
Vorlage S. 137 938 Noch mache gar mit deinem Purpur meinen Weg
Vorlage S. 137 939 Verhaßt: die Götter nur ist so zu ehren recht!
Vorlage S. 137 940 Dass ich, ein Mensch, auf bunten Prachtgewanden soll
Vorlage S. 137 941 Hinschreiten, mir ist's Grund zu mehr als eitler Furcht;
Vorlage S. 137 942 Ich will geehrt als Menschen, nicht als Gott mich sehn;
Vorlage S. 137 943 Auch ohne deiner Decken, deines Purpurs Stolz
Vorlage S. 137 944 Erhebt der Ruf mich, und es ist, nicht argen Sinns
Vorlage S. 137 945 Zu sein, der Götter größt Geschenk. Den mag beglückt
Vorlage S. 137 946 Man preisen, der sein Leben schließt im lieben Glück;
Vorlage S. 137 947 Wenn mir es stets so würde, hätt ich frohen Mut!
Vorlage S. 137 948 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 137 949 O sage du nicht mir das wider meinen Wunsch!
Vorlage S. 137 950 AGAMEMNON.
Vorlage S. 137 951 Den Wunsch bewahr ich, glaub mir, unveränderlich!
Vorlage S. 137 952 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 137 953 Hast du gelobt aus Furcht, es irgend je zu tun?
Vorlage S. 137 954 AGAMEMNON.
Vorlage S. 137 955 Wenn einer, hab ich meinen Entschluss wohl bedacht!
Vorlage S. 137 956 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 137 957 Was, meinst du, täte Priamos wohl an deiner Statt?
Vorlage S. 137 958 AGAMEMNON.
Vorlage S. 137 959 Ich glaube, der beträte deiner Decken Pracht!
Vorlage S. 137 960 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 138 961 So habe nicht mehr vor der Menschen Tadel Scheu!
Vorlage S. 138 962 AGAMEMNON.
Vorlage S. 138 963 Und doch gewichtig ist des Volkes Stimme stets!
Vorlage S. 138 964 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 138 965 Wer unbeneidet, ist des Neides nimmer wert!
Vorlage S. 138 966 AGAMEMNON.
Vorlage S. 138 967 Streit aufzusuchen ziemet für ein Weib sich nicht!
Vorlage S. 138 968 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 138 969 Jedoch besiegt zu werden dem, der glücklich ist!
Vorlage S. 138 970 AGAMEMNON.
Vorlage S. 138 971 So achte du auch meinen Sieg in diesem Streit!
Vorlage S. 138 972 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 138 973 Gib nach, gewähre willig mir die Oberhand!
Vorlage S. 138 974 AGAMEMNON.
Vorlage S. 138 975 Nun, wenn du gern willst, mag man schnell die Sohle mir
Vorlage S. 138 976 Abbinden, meines Fußes treue Dienerin,
Vorlage S. 138 977 Dass nicht mich fernher treffen mag, wenn ich in ihr
Vorlage S. 138 978 Auf Purpur wandle, eines Gottes neidscher Blick:
Vorlage S. 138 979 Denn ich fürchte sehr zu verderben meines Hauses Glück,
Vorlage S. 138 980 Wann solchen Reichtum, solch Geweb mein Fuß verdirbt!
Vorlage S. 138 981 Davon genug jetzt. Dieses fremde Mädchen führ
Vorlage S. 138 982 Ins Haus mir freundlich; wer als Herr sich mild erzeigt,
Vorlage S. 138 983 Auf den herab sieht mild und gnadenreich der Gott;
Vorlage S. 138 984 Mit frohem Herzen trägt ja niemand Sklavenjoch.
Vorlage S. 138 985 Aus vielen Beuten als die schönste Blume mir
Vorlage S. 138 986 Vom Heer erlesen und geschenkt mir, kam sie mit.
Vorlage S. 138 987 So will ich, da ich dir zu folgen über mich
Vorlage S. 138 988 Gewann, ins Haus gehn, tretend auf des Purpurs Glanz!
Vorlage S. 138 989 Geht in den Palast.
Vorlage S. 138 990 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 138 991 Es ist ein Meer noch – und das Meer, wer schöpft es leer? –,
Vorlage S. 138 992 Das vielen Purpurs silberaufgewägten Saft
Vorlage S. 138 993 Erzeugt, den immerneusten, prachtkleidfärbenden,
Vorlage S. 138 994 Davon, den Göttern dank es, Herr, dein Haus besitzt!
Vorlage S. 138 995 Zu haben, nicht zu darben hat dein Haus gelernt.
Vorlage S. 138 996 Und viele Decken hätt ich zum Zertreten gern
Vorlage S. 138 997 Gelobt, wenn das mir ein Orakel angezeigt,
Vorlage S. 138 998 Als Dank, dass heim dein Leben du mir hast gebracht.
Vorlage S. 138 999 Denn lebt die Wurzel, so umgrünet Laub das Dach
Vorlage S. 138 1000 Und breitet Schatten vor dem heißen Sirius;
Vorlage S. 138 1001 Du, heimgekehrt mir an den heimatlichen Herd,
Vorlage S. 138 1002 Mir kündest Frühlingswärme du in Winterszeit;
Vorlage S. 138 1003 Und wieder, wenn in herber Traube Zeus den Wein
Vorlage S. 138 1004 Lässt reifen, lieber Kühle gleich weht's dann im Haus,
Vorlage S. 139 1005 Weil du vollendend wieder heimgekommen bist! –
Vorlage S. 139 1006 Zeus, Zeus Vollender, endlich ende mein Gebet;
Vorlage S. 139 1007 In deine Hände leg ich, was du enden musst!
Vorlage S. 139 1008 Ab in den Palast.
Vorlage S. 139 1009 Erste Strophe
Vorlage S. 139 1011 Warum ist's, dass immerfort
Vorlage S. 139 1012 Jenes Zeichen meinem Blick,
Vorlage S. 139 1013 Meinem ahndungsvollen Geiste vorschwebt?
Vorlage S. 139 1014 Dass der Gesang ungelohnt, ungeboten mir weissagt?
Vorlage S. 139 1015 Warum nicht, vergessend sein,
Vorlage S. 139 1016 Sein wie eines dunklen Traums,
Vorlage S. 139 1017 Weilt auf meines Gemüts liebem Thron getroster Mut?
Vorlage S. 139 1018 Und doch: vorbei ist längst die Zeit, dass fern am Strand
Vorlage S. 139 1019 Heer und Schiffe man altern ließ, als zur See gen Ilion
Vorlage S. 139 1020 Unser Heer gezogen war!
Vorlage S. 139 1021 Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 139 1022 Eigner Zeuge, eignen Augs
Vorlage S. 139 1023 Sah ich ihre Wiederkehr;
Vorlage S. 139 1024 Dennoch singet drinnen harfenlos mir,
Vorlage S. 139 1025 Willenlos mir den Trauergesang der Erinnys
Vorlage S. 139 1026 Meine Seele, ruhig nicht
Vorlage S. 139 1027 Durch der Hoffnung frohen Mut!
Vorlage S. 139 1028 Und dies Bangen, erwägt's kalter Ernst, so täuscht sich nicht
Vorlage S. 139 1029 Mein Herz, vom Strudel nahnder Erfüllung miterfaßt!
Vorlage S. 139 1030 Möcht es anders, wie ich's geahnt, möcht es ewig unerfüllt
Vorlage S. 139 1031 Als ein Nichts in Nichts vergehn!
Vorlage S. 139 1032 Zweite Strophe
Vorlage S. 139 1033 Denn es verzehrt, heimlich zerstört alle blühnde Gesundheit selbst sich; ihr Nachbar,
Vorlage S. 139 1034 Wohnt, Mauer an Mauer ihr, lauerndes Siechtum!
Vorlage S. 139 1035 Mitten in glücklicher Fahrt
Vorlage S. 139 1036 Treibet des Menschen Verhängnis
Vorlage S. 139 1037 Auf verborgene Scheiterklippen;
Vorlage S. 139 1038 Wirft Besorgnis einen Teil
Vorlage S. 140 1039 Dann hinab vom reichen Gut,
Vorlage S. 140 1040 Einen vollgemeßnen Wurf,
Vorlage S. 140 1041 Nicht versinkt sein Haus dann ganz,
Vorlage S. 140 1042 Grambelastet allzusehr,
Vorlage S. 140 1043 Noch verschlingt die See den Kiel;
Vorlage S. 140 1044 Wahrlich, reifende, reichliche Gabe des Zeus in den jährlichen grünenden Fluren
Vorlage S. 140 1045 Sättigt leicht den Hungernden!
Vorlage S. 140 1046 Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 140 1047 Doch in den Staub wenn das dahinsterbend dunkele Blut einmal sich gemischt hat,
Vorlage S. 140 1048 Wer ruft es mit Zauber zurück in das Leben?
Vorlage S. 140 1049 Welcher vor allen verstand
Vorlage S. 140 1050 Tote zu wecken, es zwang den
Vorlage S. 140 1051 Zeus, nicht schonend, zur Ruh des Todes.
Vorlage S. 140 1052 Aber wenn es kein Geschick
Vorlage S. 140 1053 Gottbeschieden hinderte,
Vorlage S. 140 1054 Längren Lebens froh zu sein,
Vorlage S. 140 1055 Eilen würde da mein Herz,
Vorlage S. 140 1056 Auszuströmen diesen Wunsch;
Vorlage S. 140 1057 Doch im Dunkel kummervoll
Vorlage S. 140 1058 Pocht es zagend, im Tiefsten verzagend, das Knäuel der Gedanken zu lösen,
Vorlage S. 140 1059 Wild umtost von dunkler Angst! –
Vorlage S. 140 1060 Klytaimestra tritt eilig aus dem Palast.
Vorlage S. 140 1061 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 140 1062 So komm hinein doch! Du, Kassandra, bist gemeint;
Vorlage S. 140 1063 Nicht zürnte Zeus dir, dass er in unsrem Hause dich
Vorlage S. 140 1064 Am Opfer teil lässt nehmen, mit den übrigen
Vorlage S. 140 1065 Dienstboten hinzutreten an den heilgen Herd.
Vorlage S. 140 1066 So steig herab vom Wagen! Lass den eitlen Stolz!
Vorlage S. 140 1067 Denn auch Alkmenes Sohn, so sagt man, trug es einst,
Vorlage S. 140 1068 Verkauft zu leben und gezwungen Knecht zu sein.
Vorlage S. 140 1069 Wenn nun ein Schicksal dieser Art jemandem wird,
Vorlage S. 140 1070 So ist ein altbegütert Haus am leidlichsten;
Vorlage S. 140 1071 Doch die sich Reichtum unerwartet ernteten,
Vorlage S. 141 1072 Sind ihren Sklaven immer hart und ungerecht.
Vorlage S. 141 1073 So weißt du also, wie's bei uns gehalten wird.
Vorlage S. 141 1074 CHORFÜHRER.
Vorlage S. 141 1075 Sie hat zuletzt dir recht ein wahres Wort gesagt,
Vorlage S. 141 1076 Und bist du einmal im verhängten Netz, so folg,
Vorlage S. 141 1077 Da du ihr doch musst folgen; oder folgst du nicht?
Vorlage S. 141 1078 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 141 1079 Versteht sie nicht, gleich Schwalben, unverständliches
Vorlage S. 141 1080 Geschwätze der Barbaren nur, so rat ich ihr
Vorlage S. 141 1081 Mit klaren Worten, wohlverständlich, dass sie folgt!
Vorlage S. 141 1083 Geh mit! Sie rät das Beste, was dir übrig ist;
Vorlage S. 141 1084 Gehorche! Steig aus deinem Wagensitz herab!
Vorlage S. 141 1085 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 141 1086 Nicht hab ich Muße, lange vor den Türen hier
Vorlage S. 141 1087 Zu weilen; denn in Hauses Mitten am Altar
Vorlage S. 141 1088 Steht unser Opfer schon am Feuer uns bereit,
Vorlage S. 141 1089 Die wir uns niemals solche Lust erwarteten.
Vorlage S. 141 1090 Willst du dabeisein, nun, so zögre länger nicht,
Vorlage S. 141 1091 Und kannst du unvernehmlich nicht mein Wort verstehn,
Vorlage S. 141 1092 So sag's mir statt mit Worten mit der Barbarenhand!
Vorlage S. 141 1094 Ein klarer Dolmetsch scheint der Fremden not zu sein,
Vorlage S. 141 1095 Sie ist so schüchtern wie ein neugefangen Wild.
Vorlage S. 141 1096 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 141 1097 Nein, ist von Sinnen, hört nur ihrem argen Trotz,
Vorlage S. 141 1098 Dass sie entfernt von ihrer neugefangnen Stadt
Vorlage S. 141 1099 Herkam; dem Zügel sich zu fügen scheint ihr fremd,
Vorlage S. 141 1100 Eh nicht, gepeitscht, sie blutgen Schaum zu Boden trieft!
Vorlage S. 141 1101 Nicht weiter nutzlos sprech ich hier zur eignen Schmach!
Vorlage S. 141 1102 Eilig ab.
Vorlage S. 141 1104 Und ich – mich jammert deiner –, eifern will ich nicht!
Vorlage S. 141 1105 So komm, du Arme; deinen Wagen lass allein;
Vorlage S. 141 1106 Dem Zwange weichend, weih das neue Joch dir ein!
Vorlage S. 141 1107 Erste Strophe
Vorlage S. 141 1108 KASSANDRA.
Vorlage S. 141 1109 Ha, Götter! Oh!
Vorlage S. 141 1110 Apollon! Apollon!
Vorlage S. 141 1112 Was rufst du solch ein traurig Ach dem Loxias?
Vorlage S. 141 1113 Er ist der Gott nicht, dem des Grames Ruf gebührt!
Vorlage S. 141 1114 Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 141 1115 KASSANDRA.
Vorlage S. 142 1116 Ha, Götter! Oh!
Vorlage S. 142 1117 Apollon! Apollon!
Vorlage S. 142 1119 Von neuem rief sie mit entweihndem Schrei den Gott,
Vorlage S. 142 1120 Dem nie gerecht ist, solchem Jammer nah zu sein!
Vorlage S. 142 1121 Zweite Strophe
Vorlage S. 142 1122 KASSANDRA.
Vorlage S. 142 1123 Apollon! O Apollon!
Vorlage S. 142 1124 Du Wegführer! O Abholder mir!
Vorlage S. 142 1125 Abhold verdirbst du gar mich ganz zum zweitenmal!
Vorlage S. 142 1127 Ihr eignes Unheil will sie wohl verkündigen;
Vorlage S. 142 1128 Des Gottes Geist weilt auch im Sklavensinne noch!
Vorlage S. 142 1129 Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 142 1130 KASSANDRA.
Vorlage S. 142 1131 Apollon! O Apollon!
Vorlage S. 142 1132 Du Wegführer! O Abholder mir!
Vorlage S. 142 1133 Wohin geführt hast du mich, ach, in welches Haus?
Vorlage S. 142 1135 Zum Hause der Atriden, wenn du nicht es weißt;
Vorlage S. 142 1136 Ich sag es gern dir, falsch erfindest du es nicht!
Vorlage S. 142 1137 Dritte Strophe
Vorlage S. 142 1138 KASSANDRA.
Vorlage S. 142 1139 Ha! Götterverhaßtes Haus! Du von unzählger Schuld
Vorlage S. 142 1140 Zeuge, von Strick, von Wechselmord,
Vorlage S. 142 1141 Von Mannes Opferbecken, Boden blutbespritzt!
Vorlage S. 142 1143 Scharfspürend scheint die Fremde, wie ein Jägerhund,
Vorlage S. 142 1144 Zu wittern, wessen Todesblut sie spüren mag!
Vorlage S. 142 1145 Dritte Gegenstrophe
Vorlage S. 142 1146 KASSANDRA.
Vorlage S. 142 1147 Ha! Diese belehren mich, deutliche Zeugen sind's,
Vorlage S. 142 1148 Weinende Kindlein, jäher Mord,
Vorlage S. 142 1149 Ihr Fleisch gebraten und vom Vater aufgezehrt!
Vorlage S. 142 1151 Wir haben sonst schon viel von deinem Seherruf
Vorlage S. 142 1152 Erfahren alle, suchen jetzt Wahrsager nicht!
Vorlage S. 142 1153 Vierte Strophe
Vorlage S. 142 1154 KASSANDRA.
Vorlage S. 142 1155 O Götter ihr! Weh, was ersinnt sie jetzt?
Vorlage S. 142 1156 Welch unerhörtes, neues Weh,
Vorlage S. 142 1157 Welch gräßlich Unheil drinnen beginnt die Wilde jetzt –
Vorlage S. 142 1158 Unsagbar, unsühnbar, ein Fluch allen! Ach, und Hilfe von keiner Seite!
Vorlage S. 143 1160 Mir unbegreiflich sprachst du dies Orakel aus;
Vorlage S. 143 1161 Klar war mir jenes; denn die ganze Stadt erzählt's!
Vorlage S. 143 1162 Vierte Gegenstrophe
Vorlage S. 143 1163 KASSANDRA.
Vorlage S. 143 1164 Unselge du! Wehe, du führst's hinaus!
Vorlage S. 143 1165 Der an der Seite dir geruht,
Vorlage S. 143 1166 Den du ins Bad lockst, deinen Herrn – wie sag ich's ganz?
Vorlage S. 143 1167 Denn gleich ist's erfüllt – frech hervor recket, ach! schon hastig sich Arm um Arm!
Vorlage S. 143 1169 Ich faß es nimmer, unerklärlich Rätsel birgt
Vorlage S. 143 1170 Mir deiner zukunftschwangren Worte dunkler Sinn!
Vorlage S. 143 1171 Fünfte Strophe
Vorlage S. 143 1172 KASSANDRA.
Vorlage S. 143 1173 Ach! ach! o schau! o schau! Wieder, was seh ich da?
Vorlage S. 143 1174 Ist's gar ein Netz des Todes?
Vorlage S. 143 1175 Die Schlinge Bettgenossin, Blutgenossin
Vorlage S. 143 1176 Des Mordes ist's! Jauchze, du wilder Haß
Vorlage S. 143 1177 Dieses Geschlechtes, jetzt diesem Blutopfer zu!
Vorlage S. 143 1179 Weh! Welchen Dämon rufst du auf, in diesem Haus
Vorlage S. 143 1180 Wild aufzujubeln? Fröhlich macht dein Wort mich nicht!
Vorlage S. 143 1181 Nein, in das Herz zurück stürzt mir in dumpfer Angst
Vorlage S. 143 1182 Das Blut totenbleich, wie der Verwundeten
Vorlage S. 143 1183 Brechendes Auge der Tod tief in Nacht hüllt;
Vorlage S. 143 1184 Verderben eilt gar zu schnell!
Vorlage S. 143 1185 Fünfte Gegenstrophe
Vorlage S. 143 1186 KASSANDRA.
Vorlage S. 143 1187 Ach! ach! o sieh! o sieh! Halt von der Kuh doch fern
Vorlage S. 143 1188 Den Stier! Im weiten Mantel
Vorlage S. 143 1189 Fängt sie den schwarzgehörnten ein mit arger List!
Vorlage S. 143 1190 Sie trifft – er sinkt, sieh, in des Beckens Flut! –
Vorlage S. 143 1191 Von dem Geschick in mordlistgem Bad hörtest du!
Vorlage S. 143 1193 Nicht großer Kunde rühm ich mich im Deuten von
Vorlage S. 143 1194 Orakelsprüchen; doch ein Unglück ahnd ich hier!
Vorlage S. 143 1195 Wo ist ein freundlich Wort von den Orakeln je
Vorlage S. 143 1196 Den Sterblichen gesandt? Im Leid selber erst
Vorlage S. 143 1197 Lassen verstehn die vieldeutigen Sprüche
Vorlage S. 144 1198 Die gottgeweissagte Furcht!
Vorlage S. 144 1199 Sechste Strophe
Vorlage S. 144 1200 KASSANDRA.
Vorlage S. 144 1201 O mein, der Armen, gar zu betrübtes Los!
Vorlage S. 144 1202 Denn um mein eigen Leid sing ich die Klage mit drein!
Vorlage S. 144 1203 Warum denn hierher hast mich Arme du gebracht?
Vorlage S. 144 1204 Doch einzig, dass ich mit dir stürbe! Wozu sonst?
Vorlage S. 144 1206 Dich hat ein Gott verwirrt,
Vorlage S. 144 1207 Dir das Gemüt verstört, dass unselgen Sang
Vorlage S. 144 1208 Du von dir wie die Nachtigall wehklagst,
Vorlage S. 144 1209 Die im betrübten Sinn, ach! des Rufs nimmer satt,
Vorlage S. 144 1210 Itys, o Itys! seufzt; ewiger Gram umblüht
Vorlage S. 144 1211 Ihr Wehklageleben!
Vorlage S. 144 1212 Sechste Gegenstrophe
Vorlage S. 144 1213 KASSANDRA.
Vorlage S. 144 1214 O selig Schicksal singender Nachtigall!
Vorlage S. 144 1215 In den beschwingten Leib kleideten Götter sie
Vorlage S. 144 1216 Und gaben süße, tränenlose Tage ihr;
Vorlage S. 144 1217 Doch meiner harret Mord von doppelscharfer Axt!
Vorlage S. 144 1219 Aber von wannen kam,
Vorlage S. 144 1220 Kam dir vom Gott gestürmt der Angst eitler Wahn,
Vorlage S. 144 1221 Dass du dir die Gefahr so tief wehklagst,
Vorlage S. 144 1222 Wider sie jammerlaut, hellen Schmerz gellend schreist?
Vorlage S. 144 1223 Wer hat das Ziel der weissagenden Klage dir,
Vorlage S. 144 1224 Das Fluchziel, gesetzt?
Vorlage S. 144 1225 Siebente Strophe
Vorlage S. 144 1226 KASSANDRA.
Vorlage S. 144 1227 Du Ehe, Paris' Ehe, weh!
Vorlage S. 144 1228 Die du den Freunden Tod gebracht!
Vorlage S. 144 1229 O du Skamandros, meiner Väter Trank!
Vorlage S. 144 1230 An dem Gestade dein lebte ich Arme wohl glückliche Tage sonst!
Vorlage S. 144 1231 Nun glaub ich, am Kokytos, an des Acheron
Vorlage S. 144 1232 Felsufern werd ich singen meine Sprüche bald!
Vorlage S. 144 1234 Wie du es uns mit dem Wort gar zu verständlich sagst!
Vorlage S. 144 1235 Und auch ein Kind verstünde dich;
Vorlage S. 144 1236 Mich schlägt, blutig schlägt nagender Kummer mich,
Vorlage S. 144 1237 Wie dein bittres Los wissend umsonst du beweinst,
Vorlage S. 145 1238 Wunder zu hören mir!
Vorlage S. 145 1239 Siebente Gegenstrophe
Vorlage S. 145 1240 KASSANDRA.
Vorlage S. 145 1241 Du Gram, o Gram du meiner Stadt, die du zumal dem Tod erlagst,
Vorlage S. 145 1242 Oh, meines Vaters fromme Opfer ihr,
Vorlage S. 145 1243 Prangender Herden Blut, unserer Stadt zum Heil; aber es gab kein Heil,
Vorlage S. 145 1244 Dass unsre Stadt nicht litte, was ihr jetzt geschehn! –
Vorlage S. 145 1245 Ich aber sinke bald im heißen Todeskampf!
Vorlage S. 145 1247 Wie du vorher, so sprichst wieder du gar zu klar!
Vorlage S. 145 1248 Sag, welcher schwererzürnte Gott
Vorlage S. 145 1249 Erfasst überstark dich, stürmt wild dich empor,
Vorlage S. 145 1250 Dass Wehklage du, Jammer des Todes du singst?
Vorlage S. 145 1251 Wie wird das Ende sein?
Vorlage S. 145 1252 KASSANDRA.
Vorlage S. 145 1253 Es soll von nun an unter Schleiern nicht hervor
Vorlage S. 145 1254 Die Verheißung blicken gleich der neuvermählten Braut;
Vorlage S. 145 1255 Ein heller Frühwind, wird sie wach, dahinzuwehn
Vorlage S. 145 1256 Gen Sonnenaufgang, und es rauscht wie Meeresflut
Vorlage S. 145 1257 Bei dieser Blutschuld erstem Strahl gewaltiger
Vorlage S. 145 1258 Empor! Verkünden will ich nicht in Rätseln mehr!
Vorlage S. 145 1259 Und seid mir Zeuge, dass ich, jeder Spur gewiss,
Vorlage S. 145 1260 Des allverübten Frevels Fährte wittere.
Vorlage S. 145 1261 Denn dieses Haus lässt nimmermehr des Chors Gesang,
Vorlage S. 145 1262 Der, laut und doch mißlautig, Frohes nimmer singt.
Vorlage S. 145 1263 Denn, voll und trunken bis zum frechsten Übermut
Vorlage S. 145 1264 Vom Menschenblut, tobt durch das Haus ein Trinkgelag,
Vorlage S. 145 1265 Der Erinnyen schwergebannter, blutsverwandter Schwarm;
Vorlage S. 145 1266 Ihr gellend Trinklied singen sie, an den Herd geschart,
Vorlage S. 145 1267 Urerste Blutschuld, schmähen und verfluchen dann
Vorlage S. 145 1268 Des Bruders Ehbett, das den Schänder niederschlug!
Vorlage S. 145 1269 Verfehl ich's, treff ich's, wie die Jägerin ihr Wild?
Vorlage S. 145 1270 Und Lügenseherin, Bettelprophetin, sprich, bin ich's?
Vorlage S. 145 1271 So schwöre mir zu zeugen, dass ich klar gewusst
Vorlage S. 145 1272 Von dieses Hauses altgeerbter Frevelschuld!
Vorlage S. 145 1274 Wie mag des Schwures fromm geschlungen Band ein Heil
Vorlage S. 146 1275 Gewähren? Doch dich staun ich an, dass, über See
Vorlage S. 146 1276 Geboren, alles du uns Andersredenden
Vorlage S. 146 1277 Kannst nacherzählen, gleich als hättest du's gesehn!
Vorlage S. 146 1278 KASSANDRA.
Vorlage S. 146 1279 Es gab Apollon mir, der Seher, dieses Amt.
Vorlage S. 146 1281 Vielleicht, ein Gott er, dir in Liebe doch besiegt?
Vorlage S. 146 1282 KASSANDRA.
Vorlage S. 146 1283 Vor diesem hab ich mich geschämt, das zu gestehn.
Vorlage S. 146 1285 Zu zartgewöhnt sind freilich alle Glücklichen.
Vorlage S. 146 1286 KASSANDRA.
Vorlage S. 146 1287 Mein Buhle war er! Und er hat mich sehr geliebt!
Vorlage S. 146 1289 Und hat der Gott in seiner Liebe dich erkannt?
Vorlage S. 146 1290 KASSANDRA.
Vorlage S. 146 1291 Versprochen hatt ich's, und belog den Loxias!
Vorlage S. 146 1293 Da du der gotterfüllten Kunst schon mächtig warst?
Vorlage S. 146 1294 KASSANDRA.
Vorlage S. 146 1295 Ja; schon verhieß ich meinem Volke jedes Leid.
Vorlage S. 146 1297 Ließ ohne Strafe dich der Zorn des Loxias?
Vorlage S. 146 1298 KASSANDRA.
Vorlage S. 146 1299 Es glaubte niemand nichts mir, seit ich das getan!
Vorlage S. 146 1301 Uns wahrlich scheinst du gar zu wahr zu prophezein!
Vorlage S. 146 1302 KASSANDRA.
Vorlage S. 146 1303 O Gott! Weh! Qualen!
Vorlage S. 146 1304 Auf reißt mich wieder der Begeistrung wilder Schmerz!
Vorlage S. 146 1305 Im jähen Wirbel stürmen Sprüche wirr hervor!
Vorlage S. 146 1306 Ha! seht ihr die dort sitzen vor der Tür, so still,
Vorlage S. 146 1307 So jung, der Träume Truggestalten gleich zu schaun,
Vorlage S. 146 1308 Zween Knaben gleich, als hätten Freunde sie gewürgt,
Vorlage S. 146 1309 Die kleinen Hände mit des eignen Fleisches Kost,
Vorlage S. 146 1310 Der eignen Eingeweide jammervollem Mahl
Vorlage S. 146 1311 Gefüllt, davon der eigne Vater gessen hat?
Vorlage S. 146 1312 Um diese sinnt jetzt auf Vergeltung, sag ich dir,
Vorlage S. 146 1313 Ein Löwe Feigling, Hauses Hüter, seines Betts
Vorlage S. 146 1314 Nestling, Vergeltung. Wehe deinem teuren Herrn
Vorlage S. 146 1315 Und meinem – Sklavin bin ich ja und trag es auch!
Vorlage S. 146 1316 Der Schiffe König, Ilions Bewältiger,
Vorlage S. 146 1317 Nicht weiß er, wie ihr Willkommen ihm die Gleisnerin,
Vorlage S. 146 1318 Der scheußlichen Hündin Lippe, wie ein heimliches
Vorlage S. 146 1319 Verhängnis bald vollenden wird zum Gruß des Fluchs!
Vorlage S. 146 1320 Sie wagt's! Das Weib des eignen Mannes Mörderin!
Vorlage S. 146 1321 Welch scheußlich Untier leihet seinen Namen ihr,
Vorlage S. 146 1322 Der träfe? Nenne Drachen, nenne Skylla sie!
Vorlage S. 146 1323 In tiefer Klippenhöhle aller Schiffer Tod,
Vorlage S. 146 1324 Wahnwitzge Hadesmutter, die sühnlosen Fluch
Vorlage S. 146 1325 Den Lieben zustürmt! – Wie sie laut gejauchzet hat,
Vorlage S. 147 1326 Die Allverwegne, gleich als schlage sie den Feind,
Vorlage S. 147 1327 Sie nennt es Freude, dass er glücklich heimgekehrt! –
Vorlage S. 147 1328 Und ob es niemand glaube, nun gilt's gleich. Wie nicht?
Vorlage S. 147 1329 Es kommt die Zukunft; um ein kleines Zeuge selbst,
Vorlage S. 147 1330 Nennst du mich weinend allzuwahre Seherin!
Vorlage S. 147 1332 Das Mahl Thyestens von der eigenen Kinder Fleisch
Vorlage S. 147 1333 Erkannt ich, und mich schaudert; Furcht bewältigt mich,
Vorlage S. 147 1334 So wahr zu hören, was ich nicht mißdeuten kann;
Vorlage S. 147 1335 Doch für das andre, da verlier ich jede Bahn!
Vorlage S. 147 1336 KASSANDRA.
Vorlage S. 147 1337 Agamemnons Ende, sag ich, wirst du heute sehn!
Vorlage S. 147 1339 Kein böses Wort, Unselge, schweige deinen Mund!
Vorlage S. 147 1340 KASSANDRA.
Vorlage S. 147 1341 Und doch ersteht dir keiner, der dem Worte wehrt!
Vorlage S. 147 1343 Ja, wenn's geschehen ist; aber nimmermehr gescheh's!
Vorlage S. 147 1344 KASSANDRA.
Vorlage S. 147 1345 Du mögest beten! Jene sorgen für den Mord!
Vorlage S. 147 1347 Sprich, wessen Hand wird solche Freveltat begehn?
Vorlage S. 147 1348 KASSANDRA.
Vorlage S. 147 1349 Was ich geweissagt, überhört hast du es sehr!
Vorlage S. 147 1351 Nein, doch begreif ich des Vollbringers Ränke nicht!
Vorlage S. 147 1352 KASSANDRA.
Vorlage S. 147 1353 Und doch versteh ich der Hellenen Sprache wohl!
Vorlage S. 147 1355 So auch die Pythosprüche, dunkel sind sie doch!
Vorlage S. 147 1356 KASSANDRA.
Vorlage S. 147 1357 Ha! Welches Feuer! Brennend flammt's an mir empor!
Vorlage S. 147 1358 Ha, du, Lykeios Apollon! Wehe, weh mir! Ach!
Vorlage S. 147 1359 Da die, die Menschenlöwin, die geschlafen hat
Vorlage S. 147 1360 Beim Wolf, da fern der hochgeborne Löwe war,
Vorlage S. 147 1361 Mich Arme will sie töten, will zu ihrem Haß
Vorlage S. 147 1362 Ihm, ach! in den Gifttrank mischen auch den Lohn für mich;
Vorlage S. 147 1363 Sie wetzt das Messer ihrem Herrn, sie rühmt sich laut:
Vorlage S. 147 1364 Mord soll es rächen, dass er mich hat mitgebracht!
Vorlage S. 147 1365 Was hab ich länger mir zum Gespött den heilgen Schmuck,
Vorlage S. 147 1366 Den Zepter noch, den Seherkranz um meine Stirn?
Vorlage S. 147 1367 Fort! eh der Tod mich fasset, brech ich dich entzwei!
Vorlage S. 147 1368 Euch werf ich hin, verkommt ihr! So vergelt ich euch;
Vorlage S. 147 1369 Bringt einer andren eures Elends Bettelstolz!
Vorlage S. 147 1370 Sieh her, Apollon, der du mir mein Seherkleid
Vorlage S. 147 1371 Nun selber ausziehst, der auf mich du niedersahst,
Vorlage S. 147 1372 Als Freund und Feind mich auch in diesem deinen Schmuck
Vorlage S. 147 1373 Gar sehr verhöhnten, unverhohlen, wahnbetört!
Vorlage S. 147 1374 Gescholten Törin, Bettlerin, Lügenzauberweib,
Vorlage S. 148 1375 Wahnwitzig, elend, hungersüchtig – ich ertrug's!
Vorlage S. 148 1376 Nun hat der Seher mich, die Seherin, gestraft!
Vorlage S. 148 1377 Hat mich in dies Verhängnis, in den Tod geführt!
Vorlage S. 148 1378 Statt meiner Väter Altar harret mein der Block,
Vorlage S. 148 1379 Drauf blutig heißer, scharfer Mord bald mich erschlägt!
Vorlage S. 148 1380 Doch nein, ich sterbe nicht den Göttern ungerächt;
Vorlage S. 148 1381 Denn wieder wird einst unser Rächer nahe sein,
Vorlage S. 148 1382 Der Muttermörder, der des Vaters Mord vergilt;
Vorlage S. 148 1383 Ein irrer Flüchtling, kehrt er aus der Fremde heim
Vorlage S. 148 1384 Und setzt den Schlußstein aller Schuld der Seinigen.
Vorlage S. 148 1385 Geschworen also war den Göttern höchster Schwur,
Vorlage S. 148 1386 Sie nachzustürzen in des erschlagenen Vaters Sturz! –
Vorlage S. 148 1387 Warum erseufzet wieder mein, der Sklavin, Mund?
Vorlage S. 148 1388 Da ich zum ersten sah die Feste Ilion,
Vorlage S. 148 1389 Wie sie geendet, enden, meines Landes Volk
Vorlage S. 148 1390 Also hinweggetilget durch der Götter Spruch! –
Vorlage S. 148 1391 Ich geh, zu enden: leiden werd ich dort den Tod!
Vorlage S. 148 1392 Dich, Pforte, grüß ich, Pforte mir ins Schattenreich!
Vorlage S. 148 1393 Doch fleh ich eins, mich treffe gleich der Todesstreich,
Vorlage S. 148 1394 Auf dass, wenn mein sanftsterbend Blut zu Boden fließt,
Vorlage S. 148 1395 Sich ruhig ohne Todeskampf mein Auge schließt!
Vorlage S. 148 1397 O viel unselges, wieder auch viel weises Weib,
Vorlage S. 148 1398 Du sprachest reichlich. Aber wenn wahrhaftig du
Vorlage S. 148 1399 Dein eigen Schicksal weißest, warum gehst du, gleich
Vorlage S. 148 1400 Dem gottgetriebnen Stier, zum Altar festen Muts?
Vorlage S. 148 1401 KASSANDRA.
Vorlage S. 148 1402 Nicht gibt es Rettung, Freunde, nicht durch Zögern mehr!
Vorlage S. 148 1404 Doch wer der letzte zögernd bleibt, gewinnet schon.
Vorlage S. 148 1405 KASSANDRA.
Vorlage S. 148 1406 Nein, meine Stund ist kommen; Flucht frommt wenig mir!
Vorlage S. 148 1408 So wisse, leiden wirst du um so festen Mut!
Vorlage S. 148 1409 KASSANDRA.
Vorlage S. 148 1410 Begreifen kann das niemand von den Glücklichen!
Vorlage S. 148 1412 Ja, rühmlich sterben ist den Menschen süßer Trost.
Vorlage S. 148 1413 KASSANDRA.
Vorlage S. 148 1414 – Mein Vater! Über dich und deine Kinder, oh!
Vorlage S. 148 1416 Was ist dir? Welch Entsetzen schrecket dich hinweg?
Vorlage S. 148 1417 KASSANDRA.
Vorlage S. 148 1418 Weh, weh!
Vorlage S. 148 1420 Was will der Wehruf? Ist's ein Graun, das dich erfasst?
Vorlage S. 149 1421 KASSANDRA.
Vorlage S. 149 1422 Mord haucht das Haus mir, blutumtrieften Mord mir zu!
Vorlage S. 149 1424 Nicht doch; der Weihrauch auf dem Herde duftet so!
Vorlage S. 149 1425 KASSANDRA.
Vorlage S. 149 1426 Es wehet Dunst mir wie aus einem Grabe zu!
Vorlage S. 149 1428 Kein syrisch Duftgepränge, das du rühmst dem Haus!
Vorlage S. 149 1429 KASSANDRA.
Vorlage S. 149 1430 So geh ich, so bewein ich noch im Hause mein
Vorlage S. 149 1431 Und Agamemnons Ende. Sei's des Lebens gnug!
Vorlage S. 149 1432 O Freunde!
Vorlage S. 149 1433 Nicht klagen will ich, wie der Vogel im Gebüsch,
Vorlage S. 149 1434 Furchtsam, vergebens. Mir, der Toten, zeuget einst,
Vorlage S. 149 1435 Wie das Weib an mein, des Weibes, Statt erschlagen liegt,
Vorlage S. 149 1436 An des Mannes Statt der fluchgefreite Mann erliegt!
Vorlage S. 149 1437 Mit diesem Gastgruß tritt hinein die Sterbende.
Vorlage S. 149 1439 Du jammerst, Arme, um den Tod mich, den du ahnst!
Vorlage S. 149 1440 KASSANDRA.
Vorlage S. 149 1441 Einmal noch sagen will ich letzten Spruch und Gram,
Vorlage S. 149 1442 Den eignen, meinen: dich beschwör ich, Helios,
Vorlage S. 149 1443 Beim letzten Lichte, fordern müsse, wer mich rächt,
Vorlage S. 149 1444 Von meinen Feinden, meinen Mördern gleichen Tod,
Vorlage S. 149 1445 Wie mich, die Sklavin, ihre Hand behend erschlug!
Vorlage S. 149 1446 O dieses Menschenleben! – wenn es glücklich ist,
Vorlage S. 149 1447 Ein Schatten stört es; ist es kummervoll, so tilgt
Vorlage S. 149 1448 Ein feuchter Schwamm dies Bild, und alle Welt vergisst's;
Vorlage S. 149 1449 Und mehr denn jenes schmerzt mich dies: vergessen ist's! –
Vorlage S. 149 1450 Ab in den Palast.
Vorlage S. 149 1451 CHORFÜHRER.
Vorlage S. 149 1452 Ein beglücktes Geschick, unersättlich im Gram,
Vorlage S. 149 1453 Ist's jedem, der lebt, und niemand wehrt
Vorlage S. 149 1454 Vom fingergezeigten Palast es zurück,
Vorlage S. 149 1455 Wenn er spräche: du nahe dich nimmer!
Vorlage S. 149 1456 Und diesem gewährt von den Seligen ward,
Vorlage S. 149 1457 Dass er Ilion nahm,
Vorlage S. 149 1458 In die Heimat kam, von den Göttern geehrt;
Vorlage S. 149 1459 Und soll der jetzt abbüßen das Blut
Vorlage S. 149 1460 Der Erschlagenen, soll mit dem eigenen Tod
Vorlage S. 149 1461 Der Getöteten Tod er entgelten,
Vorlage S. 149 1462 Wer rühmte sich noch, ihm bleibe gewiss
Vorlage S. 149 1463 Gramloses Geschick, wenn er das hört?
Vorlage S. 149 1464 AGAMEMNON.
Vorlage S. 150 1465 Weh, bin verwundet! Todeswunde, die mich traf!
Vorlage S. 150 1467 Stille! Wer, zum Tod getroffen, ruft um seine Wunde laut?
Vorlage S. 150 1468 AGAMEMNON.
Vorlage S. 150 1469 Weh mir noch einmal! Bin geschlagen wiederum!
Vorlage S. 150 1470 CHORFÜHRER.
Vorlage S. 150 1471 Ausgeführt schon scheint die Untat nach des Königs Weheruf!
Vorlage S. 150 1472 Lasset schnell uns überlegen, was zu tun am sichersten!
Vorlage S. 150 1473 ERSTER CHOREUTE.
Vorlage S. 150 1474 So tu denn ich euch diese meine Meinung kund:
Vorlage S. 150 1475 Zum Palast her sogleich zu rufen alles Volk.
Vorlage S. 150 1476 ZWEITER.
Vorlage S. 150 1477 Mir scheint es besser, einzudringen jetzt und gleich,
Vorlage S. 150 1478 Und schnell zu richten mit dem schnellgezückten Schwert.
Vorlage S. 150 1479 DRITTER.
Vorlage S. 150 1480 Auch ich, derselben Meinung zugetan wie du,
Vorlage S. 150 1481 Will, dass man handle; nicht zu säumen drängt die Zeit.
Vorlage S. 150 1482 VIERTER.
Vorlage S. 150 1483 Das sieht sich leicht ein; denn ein Vorspiel ist's, als ob
Vorlage S. 150 1484 Der Tyrannei Anzeichen uns man zeigen will.
Vorlage S. 150 1485 FÜNFTER.
Vorlage S. 150 1486 Wir zögern fort noch; aber die des Zögerns Ruhm
Vorlage S. 150 1487 Zu Boden treten, lassen nicht die Hände ruhn.
Vorlage S. 150 1488 SECHSTER.
Vorlage S. 150 1489 Nicht weiß ich, welchen rechten Rat ich sagen soll,
Vorlage S. 150 1490 Doch um die Täter muss zuvor beraten sein.
Vorlage S. 150 1491 SIEBENTER.
Vorlage S. 150 1492 Derselben Meinung bin ich auch; nicht seh ich ein,
Vorlage S. 150 1493 Wie man mit Worten Tote wieder wecken will.
Vorlage S. 150 1494 ACHTER.
Vorlage S. 150 1495 Und sollten zur Gefahr des eignen Lebens wir
Vorlage S. 150 1496 Des Hauses Schändern weichen, künftig unsern Herrn?
Vorlage S. 150 1497 NEUNTER.
Vorlage S. 150 1498 Nein, ich ertrag's nicht; nein, der Tod ist vorzuziehn,
Vorlage S. 150 1499 Da jedes Schicksal süßer ist denn Tyrannei.
Vorlage S. 150 1500 ZEHNTER.
Vorlage S. 150 1501 Doch sollten auf des Wehgeschreis Anzeige wir
Vorlage S. 150 1502 Schon überzeugt sein, dass der Fürst erschlagen ist?
Vorlage S. 150 1503 ELFTER.
Vorlage S. 150 1504 Erst wenn's gewiss ist, sollte man zu Rate gehn;
Vorlage S. 150 1505 Ein andres ist vermuten, andres klarzusehn.
Vorlage S. 150 1506 ZWÖLFTER.
Vorlage S. 150 1507 Dem beizustimmen bin ich überall geneigt,
Vorlage S. 150 1508 Dass man genau forscht, wie es steht um Atreus' Sohn.
Vorlage S. 150 1509 Aus der königlichen Pforte tritt Klytaimestra, das Beil über der Schulter; hinter ihr unter roten Decken Agamemnons und Kassandras Leichen.
Vorlage S. 150 1510 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 150 1511 Wenn vieles sonst ich, wie die Zeit es heischte, sprach,
Vorlage S. 150 1512 So scheu ich jetzt das Gegenteil zu sagen nicht.
Vorlage S. 150 1513 Wie kann man anders, um den Feinden Feindliches,
Vorlage S. 150 1514 Die Freunde scheinen, anzutun, des Jammers Netz
Vorlage S. 150 1515 Klug stellen, höher, als ein leichter Sprung heraus?
Vorlage S. 150 1516 Mir brachte den Kampf, des ich lange schon gedacht,
Vorlage S. 150 1517 Der alte Hader; doch die Zeit erst reifte ihn.
Vorlage S. 151 1518 Hier steh ich nach dem Morde, wie ich ihn erschlug;
Vorlage S. 151 1519 Ich hab es so vollendet und bekenn es laut,
Vorlage S. 151 1520 Dass der dem Tod nicht wehren konnte noch entfliehn.
Vorlage S. 151 1521 Ich schlang ein endlos weit Geweb rings um ihn her,
Vorlage S. 151 1522 Gleich einem Fischnetz, falschen Glückes Prunkgewand;
Vorlage S. 151 1523 Ich schlag ihn zweimal, zweimal weherufend lässt
Vorlage S. 151 1524 Er matt die Glieder sinken; als er niederliegt,
Vorlage S. 151 1525 Geb ich den dritten Schlag ihm, für des Hades Zeus,
Vorlage S. 151 1526 Den Retter der Gestorbnen, frohgebotnen Dank.
Vorlage S. 151 1527 So fallend, hauchet er den Lebensatem aus
Vorlage S. 151 1528 Und trifft, des Blutes jähen Strahl ausröchelnd, mich
Vorlage S. 151 1529 Mit einem dunklen Tropfen feinen, blutgen Taus,
Vorlage S. 151 1530 Mir minder nicht zur Freude, als Zeus' Regenschaur
Vorlage S. 151 1531 Dem Acker, wenn in der Knospen Mutterschoß es schwillt.
Vorlage S. 151 1532 Um solchen Ausgang dürftet ihr, ehrwürdge Schar,
Vorlage S. 151 1533 Wohl freudig sein, wärt ihr es; ich frohlocke laut.
Vorlage S. 151 1534 Und war es Sitte, Spenden über Leichen auch
Vorlage S. 151 1535 Zu gießen, hier wär's wohl gerecht. Und ganz gerecht
Vorlage S. 151 1536 Hat er den Kelch so vieler fluchgemischten Schuld,
Vorlage S. 151 1537 Den er gefüllt, heimkehrend selber auch geleert.
Vorlage S. 151 1538 CHORFÜHRER.
Vorlage S. 151 1539 Wir staunen deiner Rede, wie du zungenfrech
Vorlage S. 151 1540 Noch solche Worte prahlest über dich und ihn!
Vorlage S. 151 1541 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 151 1542 Mich prüfen wollt ihr als ein unbesonnen Weib!
Vorlage S. 151 1543 Ich aber sag euch sonder Furcht, was jeder selbst
Vorlage S. 151 1544 Hier sieht – ob loben du, ob du mich tadeln willst,
Vorlage S. 151 1545 Mir gilt es gleich: hier liegt Agamemnon, mein Gemahl,
Vorlage S. 151 1546 Und zwar als Leichnam, dieser meiner rechten Hand,
Vorlage S. 151 1547 Des gerechten Schlächters, Meisterstück! So steht es jetzt.
Vorlage S. 151 1549 Was für ein Gift, o Weib,
Vorlage S. 151 1550 Kostetest du, das dir zu essen die Erd, das dir des grauen Meers
Vorlage S. 151 1551 Tiefe zu trinken bot,
Vorlage S. 151 1552 Dass du dir solche Wut wecktest und Volkes Fluch?
Vorlage S. 151 1553 Die du ihn fingst, die du ihn schlugst, ja, dich verjagt die Stadt,
Vorlage S. 151 1554 Dich, den Bürgern ein Scheusal!
Vorlage S. 151 1555 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 152 1556 Nun sagst du mir mein Urteil, aus der Stadt zu ziehn,
Vorlage S. 152 1557 Dem Volk ein Scheusal, von der Bürger Fluch verfolgt;
Vorlage S. 152 1558 Und hattest doch gar nichts zu sagen wider den,
Vorlage S. 152 1559 Der ohne weitres, gleich als wär es nur ein Lamm,
Vorlage S. 152 1560 Wie viele seiner reichen Herden Pracht ihm bot,
Vorlage S. 152 1561 Sein eigen Kind doch, meines Schoßes liebste Frucht,
Vorlage S. 152 1562 Ließ schlachten, thrakische Winde zu beschwichtigen.
Vorlage S. 152 1563 Und musstest den du nicht verjagen aus dem Land,
Vorlage S. 152 1564 Den ungestraften Frevler? Nun, da du vernimmst,
Vorlage S. 152 1565 Was ich getan, bist du ein harter Richter. Doch
Vorlage S. 152 1566 Ich sag dir, und gerüstet bin ich, so zu drohn:
Vorlage S. 152 1567 In gleicher Art magst du mich, wenn du mich besiegst,
Vorlage S. 152 1568 Beherrschen; aber wenn ein Gott es anders fügt,
Vorlage S. 152 1569 So sollst du spät mir lernen, was verständig ist.
Vorlage S. 152 1571 Stolze, wie hoch du prahlst!
Vorlage S. 152 1572 Dreisteste du, wie du mir dräust! So frech von dem vergoßnen Blut
Vorlage S. 152 1573 Rast dir der Geist noch nach.
Vorlage S. 152 1574 Über dem Auge glänzt fett dir der Tropfen Blut,
Vorlage S. 152 1575 Noch ungerächt, doch es geschieht, dass du, von Freunden bar,
Vorlage S. 152 1576 Mord mit Mord noch entgeltest!
Vorlage S. 152 1577 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 152 1578 Vernimm denn diesen meiner Schwüre heiligsten:
Vorlage S. 152 1579 So wahr mir Dike, meines Kindes Rächerin,
Vorlage S. 152 1580 Mir Ate und Erinnys, der ich ihn erschlug,
Vorlage S. 152 1581 Mag helfen, niemals hoff ich mich dem Haus der Furcht
Vorlage S. 152 1582 Zu nahn, solang auf meinem Herd das Feuer noch
Vorlage S. 152 1583 Aigisthos anschürt, wie bisher mir treugesinnt;
Vorlage S. 152 1584 Der wahrlich ist uns kein geringer Schild des Muts. –
Vorlage S. 152 1585 Da liegt er tot, der mein, des Weibes, Recht zertrat,
Vorlage S. 152 1586 Der Chryseiden Augenlust vor Ilion;
Vorlage S. 152 1587 Tot da die Lanzenbeute, Wunderseherin,
Vorlage S. 152 1588 Genossin seiner Nächte, Zukunftdeuterin,
Vorlage S. 152 1589 Die treue Buhle, die bei Ruderbank und Mast
Vorlage S. 152 1590 Mit ihm umherlag; trieben's doch nicht ungestraft!
Vorlage S. 152 1591 Da liegt er tot; und sie, die einem Schwane gleich
Vorlage S. 152 1592 Sich noch ein letztes Sterbelied gesungen hat,
Vorlage S. 152 1593 Tot neben ihrem Liebsten; meinen Nächten ist's
Vorlage S. 152 1594 Der süßen Wollust eine neue Würze mehr!
Vorlage S. 153 1595 Erste Strophe
Vorlage S. 153 1597 Ach, dass in Eile doch, ohne zu großen Schmerz,
Vorlage S. 153 1598 Ohne zögerndes Siechtum,
Vorlage S. 153 1599 Der Tod sich uns nahte, ewgen Schlaf,
Vorlage S. 153 1600 Nimmer geweckten, zu bringen. Tot liegt,
Vorlage S. 153 1601 Der uns der treuste Hüter war,
Vorlage S. 153 1602 Der vieles Weh um ein Weib duldete,
Vorlage S. 153 1603 Durch ein Weib nun des Lebens ward beraubt!
Vorlage S. 153 1604 Weh, Frevlerin dir, weh, Helena dir,
Vorlage S. 153 1605 Du allein hast viel, gar vielen entrafft
Vorlage S. 153 1606 Vor Ilion rüstiges Leben!
Vorlage S. 153 1607 Aber das Glorwürdigste, Rächerin, mörderisch tilgte sie es
Vorlage S. 153 1608 In wilder Blutschuld,
Vorlage S. 153 1609 Welche, haßempörter Haß,
Vorlage S. 153 1610 Mannes Mord, hier daheim im Haus blieb!
Vorlage S. 153 1611 Zweite Strophe
Vorlage S. 153 1612 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 153 1613 Nicht wünsche das Los dir des Todes herbei,
Vorlage S. 153 1614 Hierüber betrübt,
Vorlage S. 153 1615 Noch werfe den Zorn auf Helenas Haupt,
Vorlage S. 153 1616 Als sei sie schuld, als habe nur sie
Vorlage S. 153 1617 So vielen Argivern das Leben entrafft
Vorlage S. 153 1618 Und endlos Weh dir erzeuget.
Vorlage S. 153 1619 Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 153 1621 Dämon, der blitzesgleich du in des Tantalos
Vorlage S. 153 1622 Stamm und Doppelgezweig flammst,
Vorlage S. 153 1623 Gewalt, in gleich wilden Weibern rasend,
Vorlage S. 153 1624 Herz mir zerreißend, bewältigt hast du!
Vorlage S. 153 1625 Wie ein verhaßter Rabe steht
Vorlage S. 153 1626 Sie da an den Leichnamen, gedenkt widerlich
Vorlage S. 153 1627 Ihrem Haus herzujubeln ihren Sang!
Vorlage S. 153 1628 Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 153 1629 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 154 1630 Nun sprach dein Mund wahrhafteren Spruch,
Vorlage S. 154 1631 Da den mächtigen du,
Vorlage S. 154 1632 Du den Dämon genannt hast unsres Geschlechts;
Vorlage S. 154 1633 Der nähret der Frucht in dem hoffenden Schoß
Vorlage S. 154 1634 Blutlechzende Gier; eh das alternde Weh
Vorlage S. 154 1635 Noch endet, erneut sich der Mord schon.
Vorlage S. 154 1636 Dritte Strophe
Vorlage S. 154 1638 Fürchterlich rühmst du des Hauses mächtigen haderempörten Dämon,
Vorlage S. 154 1639 Ach, traurigen Ruhm des grausen, unersättlichen Elends.
Vorlage S. 154 1640 Ach weh, ach Zeus, durch deinen Rat,
Vorlage S. 154 1641 Der alles fügt, der alles schafft;
Vorlage S. 154 1642 Denn was geschäh den Menschen ohne dich, Zeus?
Vorlage S. 154 1643 Was nicht wäre der Götter Schickung?
Vorlage S. 154 1644 Wie soll ich, ach,
Vorlage S. 154 1645 Mein König und Herr, wie weinen um dich,
Vorlage S. 154 1646 In der Liebe zu dir wie sprechen?
Vorlage S. 154 1647 Da liegst du verstrickt in der Spinne Geweb,
Vorlage S. 154 1648 Tot da, gottlos du erschlagen!
Vorlage S. 154 1649 Ach weh! weh! so unwürdige Ruhe dir!
Vorlage S. 154 1650 Von der doppelscharfen Axt
Vorlage S. 154 1651 Du mit der Hand wie ein Knecht erschlagen!
Vorlage S. 154 1652 Vierte Strophe
Vorlage S. 154 1653 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 154 1654 Und rühmst du, dass dies mein Werk sei,
Vorlage S. 154 1655 So sage doch nicht,
Vorlage S. 154 1656 Ich sei Agamemnons Gattin auch;
Vorlage S. 154 1657 Denn dem Weibe des Leichnams dort an Gestalt
Vorlage S. 154 1658 Nur gleich, hat den des empörenden Mahls
Vorlage S. 154 1659 Alträchender, nimmer vergessener Fluch,
Vorlage S. 154 1660 Des Atreus wütender Rächer gestraft,
Vorlage S. 154 1661 Hinopfernd den Mann für die Knaben!
Vorlage S. 154 1662 Dritte Gegenstrophe
Vorlage S. 154 1664 Dass du an diesem Blut unschuldig, du Blutge, wer bezeugt's dir?
Vorlage S. 155 1665 Wer? Aber dir mochte beistehn seiner Väter Vergelter;
Vorlage S. 155 1666 In Strömen gleich entsprungnen Bluts
Vorlage S. 155 1667 Drängt fort und fort der öde Kampf;
Vorlage S. 155 1668 Er füllt, wohin er immer auch sich fortwälzt,
Vorlage S. 155 1669 Den Sumpf blutigen Kindermordes!
Vorlage S. 155 1670 Wie soll ich, ach,
Vorlage S. 155 1671 Mein König und Herr, wie weinen um dich,
Vorlage S. 155 1672 In der Liebe zu dir wie sprechen?
Vorlage S. 155 1673 Da liegst du verstrickt in der Spinne Geweb,
Vorlage S. 155 1674 Tot da, gottlos du erschlagen!
Vorlage S. 155 1675 Ach weh, weh! so unwürdige Ruhe dir!
Vorlage S. 155 1676 Von der doppelscharfen Axt
Vorlage S. 155 1677 Du mit der Hand wie ein Knecht erschlagen!
Vorlage S. 155 1678 Vierte Gegenstrophe
Vorlage S. 155 1679 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 155 1680 's ist nicht, glaub ich, unwürdiger Tod
Vorlage S. 155 1681 Dem worden zuteil;
Vorlage S. 155 1682 Hat denn er nicht blutige Tücke zuerst
Vorlage S. 155 1683 In das Haus mir gebracht? Nein, der mein Kind,
Vorlage S. 155 1684 Das von ihm ich empfing, das ich ewig bewein,
Vorlage S. 155 1685 Iphigenien mir unwürdig erschlug,
Vorlage S. 155 1686 Litt Würdiges jetzt; der beklage sich nicht
Vorlage S. 155 1687 In des Hades Reich, dass mordender Stahl
Vorlage S. 155 1688 Ihn strafte für das, was er anhub!
Vorlage S. 155 1689 Fünfte Strophe
Vorlage S. 155 1691 Ich sinn umsonst, jedes Rats entraten,
Vorlage S. 155 1692 Wie ich der Sorge Steuer
Vorlage S. 155 1693 Mir wenden soll, weil das Haus dahinstürzt;
Vorlage S. 155 1694 Ich fürcht des Unwetters wilden Schloßensturm,
Vorlage S. 155 1695 Den blutgen; aufhört's fortan zu tröpfeln!
Vorlage S. 155 1696 Es wetzt ein Recht zu andrer Buße sich
Vorlage S. 155 1697 Die Moira schon auf anderm Wetzstein.
Vorlage S. 155 1698 O Grab! o Nacht! o bedecktest du mich,
Vorlage S. 155 1699 Eh ihn ich geschaut, in den silbernen Sarg,
Vorlage S. 156 1700 In das Becken des Todes gebettet!
Vorlage S. 156 1701 Wer gräbt ihm ein Grab? Wer weinet ihm nach?
Vorlage S. 156 1702 Und willst denn noch du ihm, deinem Gemahl,
Vorlage S. 156 1703 Den du selber erschlugst, Grabfeier begehn?
Vorlage S. 156 1704 Für die Taten des Ruhms ihm ein schnödes Gepräng
Vorlage S. 156 1705 Lieblosester Liebe bereiten?
Vorlage S. 156 1706 Preisenden Feiergesang an dem Grabe, wer wird
Vorlage S. 156 1707 Den mit der Tränen Wahrheit
Vorlage S. 156 1708 Dem gottgleich hehren Helden singen?
Vorlage S. 156 1709 Sechste Strophe
Vorlage S. 156 1710 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 156 1711 Nicht ziemt es sich dir, ihm solchen Gesang
Vorlage S. 156 1712 Zu begehn; durch mich
Vorlage S. 156 1713 Sank er und starb er, ich will ihn beerdigen,
Vorlage S. 156 1714 Nicht unter Gewein im Palast und Gemach;
Vorlage S. 156 1715 Iphigenia kommt, sein Töchterlein hold,
Vorlage S. 156 1716 Liebreich, wie sie muss,
Vorlage S. 156 1717 Ihm entgegen, dem Vater, zur schweigenden Fahrt
Vorlage S. 156 1718 Auf dem ächzenden Strom,
Vorlage S. 156 1719 Umhalset ihn zärtlich und küsst ihn!
Vorlage S. 156 1720 Fünfte Gegenstrophe
Vorlage S. 156 1722 Vorwurf erhebt sich rasch gegen Vorwurf.
Vorlage S. 156 1723 Und zu entscheiden, schwer ist's!
Vorlage S. 156 1724 Wer fällte, fällt; wiederbüßt der Mörder!
Vorlage S. 156 1725 Das aber doch währt, solang sich Zeus bewährt:
Vorlage S. 156 1726 Was jeder tat, leidet er; denn wer reißt
Vorlage S. 156 1727 Aus seinem Stamm die Gerte voll gerechten Fluchs?
Vorlage S. 156 1728 Verzweigt hat solch Genist das Schicksal!
Vorlage S. 156 1729 Sechste Gegenstrophe
Vorlage S. 156 1730 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 156 1731 Eintraf auf den wahrhaftig der Spruch
Vorlage S. 156 1732 Der Orakel; doch ich,
Vorlage S. 156 1733 Bei dem Dämon im Pleistheniadengeschlecht
Vorlage S. 156 1734 Schwör ich's, selbst dies Unerträgliche bin
Vorlage S. 156 1735 Ich zu tragen bereit; nur möge fortan
Vorlage S. 156 1736 Er verlassen dies Haus und ein ander Geschlecht
Vorlage S. 157 1737 Heimsuchen mit wechselgemordetem Mord!
Vorlage S. 157 1738 Und hätt ich der Güter ein spärliches Teil,
Vorlage S. 157 1739 Ganz gnügte mir's doch, wenn des wechselnden Mords
Vorlage S. 157 1740 Wahnsinn aus dem Hause verschwände!
Vorlage S. 157 1741 Aigisthos kommt aus der Gastwohnung.
Vorlage S. 157 1742 AIGISTHOS.
Vorlage S. 157 1743 O frohes Licht des Tages, der Gericht gebracht!
Vorlage S. 157 1744 Nun sag ich freudig, Rächer schaun den Sterblichen
Vorlage S. 157 1745 Die Götter hochher auf der Erde Missetat,
Vorlage S. 157 1746 Da den in den prachtgewebten Purpurdecken ich
Vorlage S. 157 1747 Der Erinnys, recht zur Lust mir, tot da liegen seh,
Vorlage S. 157 1748 Untat zu büßen, die des Vaters Hand beging.
Vorlage S. 157 1749 Denn einst hat Atreus, dieses Landes Fürst und Herr,
Vorlage S. 157 1750 Sein Vater, meinen Vater Thyestes, hör mich recht,
Vorlage S. 157 1751 Den eignen Bruder, der um das Reich mit ihm sich stritt,
Vorlage S. 157 1752 Hinausgestoßen aus der Stadt, aus seinem Haus;
Vorlage S. 157 1753 Heimkehrend drauf, am Herde hilfesuchend, kam
Vorlage S. 157 1754 Gramvoll Thyestes und erflehte Sicherheit,
Vorlage S. 157 1755 Dass er der Heimat Boden nicht mit seinem Blut
Vorlage S. 157 1756 Gemordet tränkte; doch zum Gastgeschenk gereicht
Vorlage S. 157 1757 Hat sein verruchter Vater Atreus, liebend nicht,
Vorlage S. 157 1758 Nein, schändlich meinem Vater, Festgelag und Schmaus
Vorlage S. 157 1759 Scheinbar bereitend, Kost von der eignen Kinder Fleisch;
Vorlage S. 157 1760 Er ließ die Füßlein und der Hände Fingerkamm
Vorlage S. 157 1761 Zu Kohlen brennen (über seines Herdes Glut
Vorlage S. 157 1762 Und gab vom andren meinem Vater, dass er aß;)
Vorlage S. 157 1763 Der, ohne dass er wusste, was er nehme, nahm
Vorlage S. 157 1764 Und aß vom Mahl, du siehst's, dem Fluchmahl des Geschlechts.
Vorlage S. 157 1765 Drauf als ihm klar wird dieser Tat Entsetzlichkeit,
Vorlage S. 157 1766 Da seufzt er, sinkt er nieder, speiet aus den Mord,
Vorlage S. 157 1767 Flucht den Pelopiden ungemeßnen Untergang,
Vorlage S. 157 1768 Häuft Graunverwünschung auf die Schmach des schnöden Mahls:
Vorlage S. 157 1769 Dass so der ganze Pleisthenidenstamm vergeh!
Vorlage S. 157 1770 Nach solchem Fluch kannst dort du den erschlagen sehn!
Vorlage S. 157 1771 Ich aber heiße seines Mords gerechter Schmied;
Vorlage S. 157 1772 Denn mich, den dritten zu den zween, trieb er fort
Vorlage S. 157 1773 Mit dem armen Vater, da ich klein in Windeln lag.
Vorlage S. 158 1774 Erwachsen führte Dike wieder mich zurück;
Vorlage S. 158 1775 Auch da ich fern war, hatt an ihn ich mich geknüpft,
Vorlage S. 158 1776 Geknüpft die ganze sichre Kunst heimtückscher List.
Vorlage S. 158 1777 So wäre selbst zu sterben jetzt mir leicht und lieb,
Vorlage S. 158 1778 Nachdem ich diesen in die Schlingen Dikes trieb!
Vorlage S. 158 1779 CHORFÜHRER.
Vorlage S. 158 1780 Aigisthos, Frechheit noch zum Frevel hass ich ganz;
Vorlage S. 158 1781 Du sagest, gern ermordet habest du den Mann,
Vorlage S. 158 1782 Allein ihm diesen jammervollen Tod gebracht –
Vorlage S. 158 1783 Ich sag dir, nicht wird im Gericht dein schuldig Haupt
Vorlage S. 158 1784 Des Volkes Flüchen und der Steinigung entgehn!
Vorlage S. 158 1785 AIGISTHOS.
Vorlage S. 158 1786 Mir redest du das, der du der letzten Ruderbank
Vorlage S. 158 1787 Der Stadt gehörst, da unser noch das Steuer ist?
Vorlage S. 158 1788 So lern als Greis noch, wie in solchem Alter, Freund,
Vorlage S. 158 1789 Schwer ist zu lernen, dass man mäßge seinen Mund;
Vorlage S. 158 1790 Denn Ketten lehren und die Qual des Hungers selbst
Vorlage S. 158 1791 Das Alter, Wunderärzte, auserlesenste,
Vorlage S. 158 1792 Für jede Torheit. Bist du blind mit offnem Aug?
Vorlage S. 158 1793 Nicht wider den Stachel löcke, dass er nicht dich sticht!
Vorlage S. 158 1795 Weib, der du ins Haus schlichst, aufzulauern, wenn er heim
Vorlage S. 158 1796 Von Schlachten käme, und zugleich des Helden Bett
Vorlage S. 158 1797 Zu schänden, du sannst Tod dem Fürsten, meinem Herrn?
Vorlage S. 158 1798 AIGISTHOS.
Vorlage S. 158 1799 Auch dieses Wort scharrt bittrer Tränen Quell dir auf!
Vorlage S. 158 1800 Du hast von Orpheus' Lippen ganz das Widerspiel:
Vorlage S. 158 1801 Der riss mit seiner Stimme Zauber alles fort,
Vorlage S. 158 1802 Empörend du mit deinem Schmähn die Mildesten,
Vorlage S. 158 1803 Wirst fortgerissen. Zahmer macht die Zucht dich bald!
Vorlage S. 158 1805 Und also du willst König nur in Argos sein,
Vorlage S. 158 1806 Der, als du Mord sannst, nicht einmal mit eigner Hand
Vorlage S. 158 1807 Hinauszuführen du gewagt hast deine Tat!
Vorlage S. 158 1808 AIGISTHOS.
Vorlage S. 158 1809 Des Weibes war natürlich, ihn in List zu fahn;
Vorlage S. 158 1810 Ich aber schien verdächtig als ein alter Feind.
Vorlage S. 158 1811 Doch jetzt mit seinem reichen Schatz versuchen wir
Vorlage S. 158 1812 Das Volk zu knechten; wer mir nicht gehorchen wird,
Vorlage S. 158 1813 Ich will ihm schon aufpacken, bis ihn gutbejocht
Vorlage S. 158 1814 Der Hafer nicht mehr sticht; ihn wird des dunklen Lochs
Vorlage S. 158 1815 Langweilger Wirt, der Hunger, wohl noch ruhig sehn!
Vorlage S. 158 1817 Warum denn hast mit deiner feigen Seele du
Vorlage S. 159 1818 Nicht selber ihn ermordet, sondern ihn das Weib,
Vorlage S. 159 1819 Des Landes Abscheu und der Landesgötter Greul,
Vorlage S. 159 1820 Erwürgt? Orestes, lebte der noch irgendwo,
Vorlage S. 159 1821 Auf dass, zur Heimat einst in Tyches Schutz gekehrt,
Vorlage S. 159 1822 Er dieser zwei glorreicher Mörder möchte sein!
Vorlage S. 159 1823 AIGISTHOS.
Vorlage S. 159 1824 Dass du also wagst zu sprechen und zu tun, du büßt es gleich!
Vorlage S. 159 1826 Auf denn, liebe Kampfgenossen, ferne nicht mehr ist der Kampf!
Vorlage S. 159 1827 (AIGISTHOS.
Vorlage S. 159 1828 Rüstet euch und stellt euch zu mir, macht zuschanden solchen Hohn!)
Vorlage S. 159 1830 Auf denn! Hab zum Kampf ein jeder sein entblößtes Schwert bereit!
Vorlage S. 159 1831 AIGISTHOS.
Vorlage S. 159 1832 Mein entblößtes Schwert in Händen weigr ich mich dem Tode nicht!
Vorlage S. 159 1834 Was du vom Tod gesagt, es gelte! Mag das Glück denn Richter sein!
Vorlage S. 159 1835 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 159 1836 Nimmermehr! O teure Männer, häufet nicht noch neues Weh!
Vorlage S. 159 1837 Nein, auch das noch einzumähen, allzublutge Ernte wär's!
Vorlage S. 159 1838 Nein, genug schon ist des Jammers; Blutvergießen wollet nicht!
Vorlage S. 159 1839 Geht, o Greise, geht nach Hause, eh in Wunden ihr der Tat
Vorlage S. 159 1840 Straf und Reue leidet; nehmen müsst ihr dies, wie wir's getan!
Vorlage S. 159 1841 Ja, wenn einem Leid zuteil ward, haben wir des wohl genug,
Vorlage S. 159 1842 Die wir schwerste Wunden leiden durch des Dämons harten Zorn.
Vorlage S. 159 1843 Dies ist mein, des Weibes, Meinung, wenn mir einer folgen will!
Vorlage S. 159 1844 AIGISTHOS.
Vorlage S. 159 1845 Aber dass mit frecher Zunge diese mich verhöhneten,
Vorlage S. 159 1846 Dass sie solches Wort mir anspien, frech versuchten mit dem Gott,
Vorlage S. 159 1847 Jede Mäßigung vergaßen, sich empörten ihrem Herrn –
Vorlage S. 159 1849 Einem feigen Mann zu schmeicheln, nicht Argiver Sache wär's!
Vorlage S. 159 1850 AIGISTHOS.
Vorlage S. 159 1851 Doch ich denk, in künftgen Tagen bin ich auch noch unter euch!
Vorlage S. 159 1853 Nimmer, wenn es fügt der Dämon, dass Orest zurückgekehrt!
Vorlage S. 159 1854 AIGISTHOS.
Vorlage S. 159 1855 Ja, ich weiß, Vertriebne nähren sich mit solcher Hoffnung gern!
Vorlage S. 159 1857 Schalte, schwelge, mach zuschanden Fug und Recht, weil du es darfst!
Vorlage S. 160 1858 AIGISTHOS.
Vorlage S. 160 1859 Glaub mir, büßen deine Torheit sollst du mir aufs bitterste!
Vorlage S. 160 1861 Prahle keck und kühn dem Hahn gleich, wenn er bei der Henne steht!
Vorlage S. 160 1862 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 160 1863 Achte nicht ihr eitel Schwätzen weiter; ich und du, wir gehn,
Vorlage S. 160 1864 Machen alles uns im Hause, da wir Herr sind, wunderschön!
Vorlage S. 160 1865 Beide ab in den Palast, der Chor ab zur Stadt.
Vorlage S. 160