Zum Inhalt springen

Buch - Kratylos - Platon

Aus MOOCsWiki Staging
Version vom 14. Oktober 2026, 19:46 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (Bücher-Welt: freigegebene Buchausgabe create-only ergänzen [0f6a3d4e75e43939])
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

← Bücher-Welt

Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Kratylos

Platon

Sind Namen von Natur aus richtig oder durch menschliche Übereinkunft festgelegt? Sokrates untersucht im Gespräch mit Hermogenes und Kratylos die Möglichkeiten und Grenzen sprachlicher Erkenntnis.

Philosophischer DialogKlasse 11–135 Abschnitte
Platon – antike Büste
Platon – antike Büste — Antikes Bildnis zur Autorschaft; Fotografie von Osama Shukir Muhammed Amin. · Osama Shukir Muhammed Amin FRCP(Glasg) · CC BY-SA 4.0 Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Deuschle, Julius

Hinweise für den Unterricht
  • Historische philosophische, religiöse und naturkundliche Aussagen sowie zeitgebundene gesellschaftliche Wertungen kritisch einordnen. Diese Texte vermitteln keine heutigen wissenschaftlichen, medizinischen oder rechtlichen Handlungsempfehlungen. Klassenangaben sind eine redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 1 von 5

Kratylos · Leseabschnitt 1

Redaktioneller Leseabschnitt innerhalb von „Kratylos“. Die zusätzliche Gliederung verändert weder Wortlaut noch Reihenfolge.

1
Platon
Vorlage S. 541
2
Kratylos
Vorlage S. 541
3
(Kratylos)
Vorlage S. 541
4
Kratylos · Hermogenes · Sokrates
Vorlage S. 543
5
Hermogenes: Sollen wir auch dem Sokrates da die Sache mitteilen;
Vorlage S. 543
6
Kratylos: Wenn dir's beliebt.
Vorlage S. 543
7
Hermogenes: Dieser Kratylos behauptet, o Sokrates, es gebe von Natur einen richtigen Namen für jedes Ding, und nicht das sei ein Name, den einige nach Übereinkunft einem Dinge beilegten – dabei ließen sie nur ein Teilchen von ihrer Stimme über es laut werden –, sondern es gebe eine Richtigkeit der Namen von Natur, und zwar für Hellenen und Barbaren, für alle ein und dieselbe. Ich frage ihn nun, ob ihm in Wahrheit der Name Kratylos gebühre oder nicht? – Er bejahte es. – »Welcher Name aber gebührt dem Sokrates?« sagte ich. – »Sokrates«, sagt er. – »Gehört denn nicht auch jedem unter allen übrigen Menschen der Name, den wir ihm beilegen?« – Da sagt er: »Dir gewiss nicht der Name Hermogenes, auch wenn dich alle Menschen so nennen.« Wie ich nun weiter frage und wissen will, was er eigentlich meint, gibt er mir durchaus keine deutliche Antwort, sondern verstellt sich gegen mich und tut, als überlege er bei sich und wüsste etwas über die Sache, und wenn er es nur sagen wollte, könnte er auch mich zum Zugeständnis bringen und für seine eigene Meinung gewinnen. Wenn du nun etwa das Rätsel des Kratylos lösen kannst, so würde ich es gerne hören; noch lieber aber würde ich deine eigene Meinung über die Richtigkeit der Namen (Wörter) erfahren, wenn es dir genehm ist, sie mitzuteilen.
Vorlage S. 543
8
Sokrates: O Sohn des Hipponikos, Hermogenes, es gibt ein altes Sprichwort. Schwer ist das Verständnis des Schönen, und das Verständnis der Namen ist keine geringe Aufgabe. Wenn ich schon beim Prodikos den Vortrag für fünfzig Drachmen gehört hätte, durch den man, wie jener sagt, hierüber aufgeklärt wird, so könntest du leicht sofort die Wahrheit über die Richtigkeit der Namen erfahren. Nun aber habe ich ihn nicht gehört, sondern nur den Vortrag für eine Drachme: Daher kenne ich den wahren Sachverhalt in diesen Dingen nicht. Doch bin ich bereit, ihn mit dir und Kratylos gemeinsam zu untersuchen. Wenn er aber sagt, dir gebühre in Wahrheit nicht der Name Hermogenes, so spottet er, wie ich vermute. Denn er meint wohl, in all deinem Streben nach Geldbesitz hättest du doch jedesmal Unglück. Doch, wie gesagt, die Erkenntnis solcher Dinge ist schwer, aber man muss sie gemeinsam vornehmen und prüfen, ob du recht hast oder Kratylos.
Vorlage S. 543
9
Hermogenes: Ich habe zwar, o Sokrates, gar oft mit diesem hier und mit vielen anderen gesprochen, kann mich aber nicht überzeugen, dass es einen anderen Grund für die Richtigkeit eines Namens gebe als Verabredung und Übereinkunft. Denn mir scheint jeder Name, den man einem Dinge beilegt, der rechte zu sein, und wenn man ihn wieder mit einem anderen vertauscht und jenen nicht mehr gebraucht, so müsse man diesen späteren für nicht minder richtig halten als den früheren: wie z.B. wenn man den Sklaven andere Namen gibt, so sei der neue nicht minder richtig als der, den sie ursprünglich führten. Denn nicht von Natur komme jedem Dinge ein Name zu, nicht einem einzigen, sondern durch Gesetz und Gewohnheit, je nach der wechselnden Wahl der Benennung. Wenn sich aber die Sache anders verhält, so bin ich gern bereit zu lernen und zu hören, nicht bloß von Kratylos, sondern auch von jedem anderen sonst.
Vorlage S. 543
10
Sokrates: Vielleicht freilich hast du recht, Hermogenes; doch lass es uns überlegen: Der Name also gebührt jedem, den man ihm beilegt?
Vorlage S. 543
11
Hermogenes: Das ist meine Ansicht.
Vorlage S. 543
12
Sokrates: Und zwar gleichviel, ob ein Einzelner den Namen gibt oder der Staat;
Vorlage S. 543
13
Hermogenes: So meine ich.
Vorlage S. 543
14
Sokrates: Wie denn? Wenn ich irgend ein Ding benenne, z.B. was wir jetzt ›Mensch‹ nennen, wenn ich das ›Pferd‹ nennt, und was man jetzt ›Pferd‹ nennt, ›Mensch‹, wird ihm dann von Staats wegen der Name ›Mensch‹, von meinetwegen der Name ›Pferd‹ gebühren? Und von meinetwegen wieder der Name ›Mensch‹, von Staats wegen ›Pferd‹? Meinst du es so?
Vorlage S. 543
15
Hermogenes: Das ist meine Ansicht.
Vorlage S. 543
16
Sokrates: Wohlan denn, beantworte mir folgendes: Unterscheidest du ›Wahres reden‹ und ›Falsches reden‹?
Vorlage S. 543
17
Hermogenes: Gewiss.
Vorlage S. 544
18
Sokrates: Also gibt es doch eine wahre Rede und eine, die falsch ist?
Vorlage S. 544
19
Hermogenes: Freilich.
Vorlage S. 544
20
Sokrates: Nicht wahr, die, welche sagt, wie das Seiende wirklich ist, ist wahr, die aber sagt, wie es nicht ist, ist falsch?
Vorlage S. 544
21
Hermogenes: Jawohl.
Vorlage S. 544
22
Sokrates: Also ist es möglich, in der Rede zu sagen, was ist, und es auch nicht zu sagen?
Vorlage S. 544
23
Hermogenes: Freilich.
Vorlage S. 544
24
Sokrates: Ist aber die wahre Rede ganz wahr, ihre Teile aber nicht wahr?
Vorlage S. 544
25
Hermogenes: Nein, auch die Teile sind wahr.
Vorlage S. 544
26
Sokrates: Sind nun die großen Teile wahr, die kleinen aber nicht, oder sind alle wahr?
Vorlage S. 544
27
Hermogenes: Alle, meine ich.
Vorlage S. 544
28
Sokrates: Gibt es noch einen anderen kleineren Teil der Rede als das Wort?
Vorlage S. 544
29
Hermogenes: Nein, das ist der kleinste Teil.
Vorlage S. 544
30
Sokrates: Das Wort in der wahren Rede wird doch ausgesprochen?
Vorlage S. 544
31
Hermogenes: Jawohl.
Vorlage S. 544
32
Sokrates: Dann ist es wahr nach deiner Meinung.
Vorlage S. 544
33
Hermogenes: Jawohl.
Vorlage S. 544
34
Sokrates: Das Teilchen der falschen Rede aber ist falsch?
Vorlage S. 544
35
Hermogenes: So meine ich.
Vorlage S. 544
36
Sokrates: Demnach ist es möglich, ein Wort als falsches und wahres auszusprechen, wenn anders auch eine wahre und falsche Rede möglich ist?
Vorlage S. 544
37
Hermogenes: Warum denn nicht?
Vorlage S. 544
38
Sokrates: Der Name gebührt also jedem Dinge, den jeder ihm beilegt?
Vorlage S. 544
39
Hermogenes: Jawohl.
Vorlage S. 544
40
Sokrates: Gebühren jedem Dinge auch so viele Namen, als man ihm gibt, und dann, wenn man sie ihm gibt?
Vorlage S. 544
41
Hermogenes: Ich wenigstens, o Sokrates, kenne keine andere Richtigkeit eines Namens als diese, dass ich das Recht habe, jedes Ding mit einem anderen Namen zu benennen, den ich ihm gegeben habe, und du wieder mit einem anderen, den du ihm geben magst. So sehe ich auch, dass für eben dieselben Dinge in einzelnen Staaten besondere Namen bestehen, und zwar bei Hellenen im Gegensatz zu anderen Hellenen, und bei Hellenen im Gegensatz zu Barbaren.
Vorlage S. 544
42
Sokrates: Wohlan denn, lass uns zusehen, Hermogenes, ob es dir auch um die Dinge ebenso zu stehen scheint, dass jedes von ihnen für jeden ein besonderes Wesen habe, wie Protagoras behauptete, wenn er sagt, das Maß aller Dinge sei der Mensch, so dass also die Dinge für mich so sind, wie sie mir zu sein scheinen, und für dich wieder, wie sie dir erscheinen; oder scheinen sie dir in sich eine Wesensbestimmtheit zu besitzen?
Vorlage S. 545
43
Hermogenes: Ich war, o Sokrates, darüber schon einmal im Zweifel und fühlte mich zu der Meinung des Protagoras hingezogen. Doch scheint mir die Sache nicht ganz so richtig.
Vorlage S. 545
44
Sokrates: Wie? Warst du so weit schon gekommen, dass du nicht recht glauben konntest, es gebe einen schlechten Menschen?
Vorlage S. 545
45
Hermogenes: Nein, beim Zeus, sondern gar oft habe ich gerade diese Erfahrung gemacht und musste gewisse Leute für ganz schlecht halten, und zwar gar viele.
Vorlage S. 545
46
Sokrates: Wie weiter? Ganz brave Menschen hast du wohl noch nicht kennengelernt?
Vorlage S. 545
47
Hermogenes: Gar wenige.
Vorlage S. 545
48
Sokrates: Doch einige?
Vorlage S. 545
49
Hermogenes: Jawohl.
Vorlage S. 545
50
Sokrates: Wie erklärst du das? Etwa so: die ganz braven für ganz vernünftig, die ganz schlechten aber für ganz unvernünftig?
Vorlage S. 545
51
Hermogenes: So meine ich's.
Vorlage S. 545
52
Sokrates: Ist's nun möglich, wenn Protagoras recht hätte und das die Summe der »Wahrheit« ist, dass für jeden alles ist, wie es ihm zu sein scheint, – ist's dann möglich, dass die einen von uns vernünftig sind, die anderen unvernünftig?
Vorlage S. 545
53
Hermogenes: Sicherlich nicht.
Vorlage S. 545
54
Sokrates: So viel nimmst du also wenigstens, scheint mir, ganz sicher an: wenn es eine Vernunft gibt und Unvernunft, so könne Protagoras unmöglich recht haben. Denn es könnte doch wohl in Wahrheit keiner vernünftiger nein als der andere, wenn anders für jeden wahr sein soll, was ihm so scheint.
Vorlage S. 545
55
Hermogenes: So ist's.
Vorlage S. 546
56
Sokrates: Doch du nimmst gewiss auch nicht mit dem Euthydemos an, dass allen alles auf gleiche Weise zugleich und immer zukomme. Denn auch nicht einmal so wären die einen brav, andere schlecht, wenn auf gleiche Weise allen, und zwar immer, Tugend und Schlechtigkeit zukäme.
Vorlage S. 546
57
Hermogenes: Du hast recht.
Vorlage S. 546
58
Sokrates: Wenn daher weder allen alles gleicherweise zugleich und immer zukommt, noch für jeden jedes Ding verschieden ist, so haben die Dinge offenbar eine eigene, sich gleichbleibende Wesenheit, richten sich nicht nach uns und werden nicht durch uns bestimmt, als würden sie durch unsere Einbildung hin und her gezerrt, sondern sind selbständig in sich nach ihrer eigenen Wesenheit, so wie sie geartet sind.
Vorlage S. 546
59
Hermogenes: So ist's, meiner Meinung nach, o Sokrates.
Vorlage S. 546
60
Sokrates: Sind sie nur etwa selbst so beschaffen, ihre Tätigkeiten aber nicht auf dieselbe Weise? Oder sind sie nicht auch eine Art des Seienden?
Vorlage S. 546
61
Hermogenes: Allerdings.
Vorlage S. 546
62
Sokrates: Also nach ihrer eigenen Natur gehen auch die Tätigkeiten vor sich, nicht nach unserer Vorstellung; wenn wir z.B. ein Ding schneiden wollen, müssen wir dann jedes Ding schneiden, wie wir wollen und womit wir wollen, oder werden wir nur dann, wenn wir jedesmal nach der Natur des Schneidens (und Geschnittenwerdens) schneiden wollen und mit dem passenden Werkzeuge, in Wahrheit schneiden und Vorteil davon haben, wofern wir es aber wider die Natur tun, werden wir fehlgehen und nichts ausrichten?
Vorlage S. 546
63
Hermogenes: Das will ich meinen.
Vorlage S. 546
64
Sokrates: Und wenn wir also etwas zu brennen uns vornehmen, so darf man nicht nach jeder beliebigen Vorstellung brennen, sondern nach der rechten? Das heißt aber, es kommt auf die Natur der Sache an, die gebrannt werden und brennen soll, und auf die Natur des Mittels, womit es geschieht?
Vorlage S. 546
65
Hermogenes: So ist es.
Vorlage S. 546
66
Sokrates: Ist's nicht auch mit allem anderen ebenso?
Vorlage S. 546
67
Hermogenes: Gewiss.
Vorlage S. 546
68
Sokrates: Ist nun nicht auch das Reden eine unter den Tätigkeiten?
Vorlage S. 547
69
Hermogenes: Ja.
Vorlage S. 547
70
Sokrates: Wird man nun so recht reden, wie es einem gerade einfällt, oder wird man nur dann etwas ausrichten und wahrhaft reden, wenn man so redet und mit dem betreffenden Mittel, wie die Natur der Dinge im Reden es verlangt, wo aber nicht, fehlgehen und nichts ausrichten?
Vorlage S. 547
71
Hermogenes: So meine ich, wie du sagst.
Vorlage S. 547
72
Sokrates: Ein Teil des Redens ist aber auch das Benennen; denn nur mittels des Benennen; redet man ja.
Vorlage S. 547
73
Hermogenes: Gewiss.
Vorlage S. 547
74
Sokrates: Ist nicht auch das Benennen eine Tätigkeit, wenn anders das Reden eine war, die sich auf die Dinge bezieht?
Vorlage S. 547
75
Hermogenes: Ja.
Vorlage S. 547
76
Sokrates: Die Tätigkeiten aber waren nach unserer Ansicht nicht subjektiv, sondern hatten ihre eigentümliche Natur?
Vorlage S. 547
77
Hermogenes: So ist's.
Vorlage S. 547
78
Sokrates: So muss man auch benennen, wie die Natur der Dinge das Benennen fordert, und mit dem Mittel, das sie verlangt, nicht aber, wie wir wollen mögen, wenn dies ja mit dem Vorhergehenden übereinstimmen soll; Und nur so würden wir doch etwas ausrichten und benennen, anders aber nicht?
Vorlage S. 547
79
Hermogenes: Das gestehe ich zu.
Vorlage S. 547
80
Sokrates: Wohlan denn, was man schneiden musste, musste man doch, sagen wir, mit etwas schneiden;
Vorlage S. 547
81
Hermogenes: Ja.
Vorlage S. 547
82
Sokrates: Und was man weben musste, musste man mit etwas weben, und zum Bohren bedurfte man auch eines Mittels;
Vorlage S. 547
83
Hermogenes: Freilich.
Vorlage S. 547
84
Sokrates: Und was man danach benennen musste, musste man auch mit etwas benennen;
Vorlage S. 547
85
Hermogenes: So ist's.
Vorlage S. 547
86
Sokrates: Was aber war das, womit man bohren musste?
Vorlage S. 547
87
Hermogenes: Ein Bohrer.
Vorlage S. 547
88
Sokrates: Womit aber musste man weben?
Vorlage S. 547
89
Hermogenes: Mit einer Weberlade.
Vorlage S. 547
90
Sokrates: Womit benennen?
Vorlage S. 547
91
Hermogenes: Mit einem Namen (Worte).
Vorlage S. 548
92
Sokrates: Gut. Also ist auch das Wort ein Werkzeug.
Vorlage S. 548
93
Hermogenes: Freilich.
Vorlage S. 548
94
Sokrates: Wenn ich nun fragte, was für ein Werkzeug war die Weberlade? Nicht das, mit dem wir weben?
Vorlage S. 548
95
Hermogenes: Ja.
Vorlage S. 548
96
Sokrates: Was tut man aber, wenn man webt? Zerteilt man nicht den Einschlag und die in einander gewirrte Kette?
Vorlage S. 548
97
Hermogenes: Ja.
Vorlage S. 548
98
Sokrates: Wirst du es nicht auch von dem Bohrer ähnlich angeben können und von den anderen Werkzeugen?
Vorlage S. 548
99
Hermogenes: O ja.
Vorlage S. 548
100
Sokrates: Kannst du es dann auch von dem Wort? Was machen wir, wenn wir benennen, mit dem Worte, da es ja auch ein Werkzeug ist?
Vorlage S. 548
101
Hermogenes: Das kann ich nicht angeben.
Vorlage S. 548
102
Sokrates: Teilen wir vielleicht einander etwas mit und zerteilen die Dinge je nach ihrer Art?
Vorlage S. 548
103
Hermogenes: Freilich.
Vorlage S. 548
104
Sokrates: Das Wort ist also ein mitteilendes und das Wesen zerteilendes Werkzeug, wie die Weberlade für das Gewebe.
Vorlage S. 548
105
Hermogenes: Ja.
Vorlage S. 548
106
Sokrates: Die Weberlade aber gehört zur Webekunst?
Vorlage S. 548
107
Hermogenes: Wie anders?
Vorlage S. 548
108
Sokrates: Der Weberkünstler also wird die Weberlade recht gebrauchen, recht aber heißt hier: nach der Webekunst; der Mitteilende aber wird das Wort recht gebrauchen, recht heißt da: nach der Kunst des Mitteilens.
Vorlage S. 548
109
Hermogenes: Ja.
Vorlage S. 548
110
Sokrates: Wessen Werk wird nun der Weber recht gebrauchen, wenn er sich der Weberlade bedient?
Vorlage S. 548
111
Hermogenes: Das des Drechslers.
Vorlage S. 548
112
Sokrates: Ist jeder ein Drechsler, oder nur der, der die Kunst versteht?
Vorlage S. 548
113
Hermogenes: Nur ein solcher.
Vorlage S. 548
114
Sokrates: Wessen Werk wird der Bohrende recht gebrauchen, wenn er den Bohrer gebraucht?
Vorlage S. 548
115
Hermogenes: Das des Schmiedes.
Vorlage S. 548
116
Sokrates: Ist jeder ein Schmied, oder nur der, der die Kunst versteht?
Vorlage S. 548
117
Hermogenes: Nur dieser.
Vorlage S. 549
118
Sokrates: Gut. Wessen Werk aber wird der Mitteilende gebrauchen, wenn er sich des Wortes bedient?
Vorlage S. 549
Platon – antike Büste
Kontextbild zum Werk. Platon – antike Büste — Antikes Bildnis zur Autorschaft; Fotografie von Osama Shukir Muhammed Amin. · Osama Shukir Muhammed Amin FRCP(Glasg) · CC BY-SA 4.0 Bildquelle ↗
119
Hermogenes: Auch das weiß ich nicht.
Vorlage S. 549
120
Sokrates: Das weißt du auch nicht zu sagen, wer uns die Worte gibt, deren wir uns bedienen?
Vorlage S. 549
121
Hermogenes: Nein.
Vorlage S. 549
122
Sokrates: Scheint es dir nicht das Gesetz (die Sitte) zu sein, das sie uns überliefert?
Vorlage S. 549
123
Hermogenes: Wohl.
Vorlage S. 549
124
Sokrates: Also eines Gesetzgebers Werkes wird der Mitteilende sich bedienen, wenn er ein Wort braucht?
Vorlage S. 549
125
Hermogenes: Das meine ich.
Vorlage S. 549
126
Sokrates: Hältst du jeden für einen Gesetzgeber, oder nur den, der die Kunst versteht?
Vorlage S. 549
127
Hermogenes: Nur diesen.
Vorlage S. 549
128
Sokrates: Also nicht jedermanns Sache ist es, Hermogenes, ein Wort zu bilden, sondern das gebührt nur einem Wortbildner. Das ist aber, scheint es, der Gesetzgeber, der offenbar unter den Künstlern am allerseltensten unter den Menschen auftritt.
Vorlage S. 549
129
Hermogenes: So scheint es.
Vorlage S. 549
130
Sokrates: Wohlan denn, überlege: Wonach richtet sich der Gesetzgeber, wenn er die Worte festsetzt? Überdenke es aber gemäß dem Vorhergehenden: Wonach richtet sich der Drechsler, wenn er die Weberlade macht? Nicht etwa nach etwas, dessen Natur das Weben ist?
Vorlage S. 549
131
Hermogenes: Gewiss.
Vorlage S. 549
132
Sokrates: Wie dann? Wenn ihm bei der Arbeit die Weberlade zerbricht, wird er dann nach der zerbrochenen sich richten, wenn er wieder eine neue machen will, oder nach jenem Bilde (Begriff), nach dem er auch die zerbrochene machen wollte?
Vorlage S. 549
133
Hermogenes: Nach ihm, dünkt mir.
Vorlage S. 549
134
Sokrates: Können wir jenes nicht mit vollem Recht die an sich seiende Weberlade (die Idee der Weberlade) nennen?
Vorlage S. 549
135
Hermogenes: So scheint mir's.
Vorlage S. 549
136
Sokrates: Also alle Weberladen, ob er nun eine für dünnes Zeug oder für dickes, für Leinen oder Wolle oder was sonst machen soll, müssen den Begriff der Weberlade enthalten; die Beschaffenheit aber, durch die sie je für den Zweck am besten geeignet wird, muss er jedesmal in dem Werke wiedergeben?
Vorlage S. 549
137
Hermogenes: Jawohl.
Vorlage S. 550
138
Sokrates: Auch mit den anderen Werkzeugen hat es natürlich dieselbe Bewandtnis: Die naturgemäße Eigentümlichkeit je nach seinem Zweck muss man ausfindig machen und in jenem Stoffe wiedergeben, aus dem man das Werk bildet, nicht also eine willkürliche, sondern die natürliche. Denn man muss verstehen, die je nach dem Zweck naturgemäße Eigentümlichkeit des Bohrers in das Eisen hineinzulegen.
Vorlage S. 550
139
Hermogenes: Gewiss.
Vorlage S. 550
140
Sokrates: Und die naturgemäße Eigentümlichkeit der Weberlade je nach dem Zweck in das Holz.
Vorlage S. 550
141
Hermogenes: So ist's.
Vorlage S. 550
142
Sokrates: Denn von Natur gehört offenbar für jede Art von Gewebe eine besondere Weberlade, und in anderen Dingen ist es ebenso.
Vorlage S. 550
143
Hermogenes: Jawohl.
Vorlage S. 550
144
Sokrates: Muss demnach, mein Bester, nicht auch der Gesetzgeber die naturgemäße Eigentümlichkeit des Wortes in die Laute und Silben zu legen verstehen und sich richten nach eben jenem wahrhaft seienden Worte (der Idee des Wortes) und nach diesem alle Worte bilden und festsetzen, wenn einer ein tüchtiger Bildner von Worten sein will; Wenn aber nicht jeder Gesetzgeber in dieselben Silben einbildet, so darf uns das nicht befremden: denn auch nicht jeder Schmied bildet in dasselbe Eisen, obwohl doch jeder zu demselben Zwecke dasselbe Werkzeug fertigt. Vielmehr hat es gleichwohl seine Richtigkeit mit dem Werkzeug, wenn er nur dieselbe Idee einbildet, wenn auch in anderes Eisen, mag er hier oder unter den Barbaren es verfertigen. Nicht wahr?
Vorlage S. 550
145
Hermogenes: Gewiss.
Vorlage S. 550
146
Sokrates: So wirst du also auch über den hiesigen Gesetzgeber und einen unter den Barbaren urteilen, solange er nur den jedem Dinge zukommenden Begriff des Wortes wiedergibt, in welchen Silben auch immer, sei der hiesige Gesetzgeber nicht schlechter als einer irgendwo sonst?
Vorlage S. 550
147
Hermogenes: Allerdings.
Vorlage S. 551
148
Sokrates: Wer wird nun erkennen, ob der richtige Begriff der Weberlade in dem Holze liegt, welches es auch sein mag? Der Drechsler, der sie verfertigte, oder der Weber, der sie gebrauchen soll?
Vorlage S. 551
149
Hermogenes: Wahrscheinlicher, o Sokrates, der, der sie gebrauchen soll.
Vorlage S. 551
150
Sokrates: Wer ist es nun, der das Werk des Lyrabauers gebrauchen soll? Ist es nicht der, der bei der Verfertigung am besten zu leiten verstände und dann auch zu erkennen, ob das fertige Werk geraten sei oder nicht?
Vorlage S. 551
151
Hermogenes: Gewiss.
Vorlage S. 551
152
Sokrates: Wer ist es?
Vorlage S. 551
153
Hermogenes: Der Zitherspieler.
Vorlage S. 551
154
Sokrates: Wer soll aber von der Arbeit des Schiffbauers Gebrauch machen?
Vorlage S. 551
155
Hermogenes: Der Steuermann.
Vorlage S. 551
156
Sokrates: Wer aber würde am besten die Arbeit des Gesetzgebers leiten und nach der Vollendung beurteilen können, hier und unter den Barbaren? Nicht der, der davon Gebrauch machen soll?
Vorlage S. 551
157
Hermogenes: Jawohl.
Vorlage S. 551
158
Sokrates: Ist das nicht der, der zu fragen versteht?
Vorlage S. 551
159
Hermogenes: Gewiss.
Vorlage S. 551
160
Sokrates: Und zugleich auch zu antworten?
Vorlage S. 551
161
Hermogenes: Jawohl.
Vorlage S. 551
162
Sokrates: Nicht wahr, wer zu fragen und zu antworten versteht, den nennst du einen Dialektiker?
Vorlage S. 551
163
Hermogenes: Gerade so.
Vorlage S. 551
164
Sokrates: Die Aufgabe des Zimmermanns ist es also, ein Steuerruder zu fertigen unter Leitung des Steuermanns, wenn das Steuerruder tüchtig sein soll.
Vorlage S. 551
165
Hermogenes: Es scheint so.
Vorlage S. 551
166
Sokrates: Die Aufgabe des Gesetzgebers aber, scheint es, das Wort zu fertigen unter der Leitung des dialektischen Mannes, wenn er Worte richtig festsetzen soll.
Vorlage S. 551
167
Hermogenes: So ist's.
Vorlage S. 551
168
Sokrates: Demnach, o Hermogenes, muss doch deiner eigenen Meinung nach die Wortbildung keine gemeine und nicht gemeiner Leute und des ersten besten Aufgabe sein. Und Kratylos hat recht, wenn er behauptet, die Namen kämen von Natur den Dingen zu, und nicht jeder sei ein Meister der Worte, sondern der allein, der sich nach dem Worte richtet, das jedem Dinge von Natur zukommt, und seinen Begriff in die Buchstaben und Silben einzubilden versteht.
Vorlage S. 551
169
Hermogenes: Ich weiß, o Sokrates, nichts auf deine Worte zu erwidern. Freilich ist es nicht leicht, so augenblicklich überzeugt zu werden; aber ich glaube, am leichtesten würdest du mich überzeugen können, wenn du mir zeigen wolltest, was eigentlich naturgemäße Richtigkeit eines Wortes ist, die du behauptest.
Vorlage S. 552
170
Sokrates: Ich, mein trefflicher Hermogenes, behaupte sie nicht, sondern du vergaßest wohl, was ich kurz vorher sagte, dass ich darüber nichts wüsste und nur mit dir gemeinsam untersuchen wollte. Jetzt aber scheint uns, mir und dir, bei unserer Untersuchung so viel, abweichend von der früheren Meinung, festzustehen, dass das Wort von Natur seine Richtigkeit hat, und dass nicht jeder verstehe, es für jedes beliebige Ding richtig zu bilden. Nicht so?
Vorlage S. 552
171
Hermogenes: Freilich.
Vorlage S. 552
172
Sokrates: Wenn du also wissen willst, worin eigentlich wieder seine Richtigkeit besteht, so müssen wir unsere Untersuchung weiter fortsetzen.
Vorlage S. 552
173
Hermogenes: Allerdings möchte ich es wissen.
Vorlage S. 552
174
Sokrates: Überlege also!
Vorlage S. 552
175
Hermogenes: Wie soll ich überlegen?
Vorlage S. 552
176
Sokrates: Die beste Art der Betrachtung, mein Freund, wäre die in Gemeinschaft mit den Sachverständigen, denen du dafür Geld zahlen und deine Dankbarkeit beweisen solltest. Das sind aber die Sophisten, denen auch dein Bruder Kallias viel Geld gezahlt hat, damit er für weise gelte. Da du aber deines väterlichen Erbes nicht Herr bist, musst du in deinen Bruder dringen und ihn bitten, dir das Richtige über diese Dinge mitzuteilen, wie er es von Protagoras gelernt hat.
Vorlage S. 552
177
Hermogenes: Das wäre wahrlich, o Sokrates, eine wunderliche Bitte, wenn ich, obgleich ich die »Wahrheit« des Protagoras überhaupt verwerfe, Behauptungen, die sich auf eine solche »Wahrheit« stützen, noch einigen Wert beimessen wollte.
Vorlage S. 552
178
Sokrates: Wenn dir das wieder nicht gefällt, so musst du zum Homer in die Schule gehen und zu den übrigen Dichtern.
Vorlage S. 553
179
Hermogenes: Was sagt denn Homer über die Worte, lieber Sokrates, und wo?
Vorlage S. 553
180
Sokrates: An vielen Orten spricht er darüber; am wichtigsten und besten ist aber die Unterscheidung der Namen, die die Menschen und Götter denselben Dingen beilegen. Oder meinst du nicht, dass er darin eine wichtige und merkwürdige Bemerkung über die Richtigkeit der Worte mache? Denn offenbar nennen ja die Götter die Dinge mit den richtigen, naturgemäßen Namen. Oder glaubst du nicht?
Vorlage S. 553
181
Hermogenes: Wenn sie überhaupt Namen geben, bin ich überzeugt, dass sie es richtig tun. Aber was für Namen meinst du?
Vorlage S. 553
182
Sokrates: Weißt du nicht, dass er über den Fluss bei Troia, der mit Hephaistos den Einzelkampf aufnahm, sagt: welchen
Vorlage S. 553
183
Xanthos nennen die Götter, jedoch die Menschen Skamander –?
Vorlage S. 553
184
Hermogenes: Allerdings.
Vorlage S. 553
185
Sokrates: Wie nun? Hältst du es nicht für eine gar hochwichtige Sache, zu wissen, inwiefern man mit Recht jenen Fluss besser Xanthos nenne als Skamander? Oder, wenn dir das Beispiel lieber ist, wo er über den Vogel sagt:
Vorlage S. 553
186
Chalkis den Göttern er heißt, bei Menschen der ein Habicht, –
Vorlage S. 553
187
soll es eine unwichtige Erkenntnis sein, inwiefern derselbe Vogel richtiger Chalkis heiße als Habicht? Oder Batieia und Myrine und vieles andere bei diesem und anderen Dichtern? Doch übersteigt es vielleicht meine und deine Kräfte, dem auf den Grund zu kommen. Für Menschen mag es wohl eher und leichter zu durchschauen sein, was es mit Skamandrios und Astyanax für eine Bewandtnis habe, Namen, die der Sohn des Hektor trägt, und inwiefern der Dichter ihnen Richtigkeit zuschreibt. Denn du kennst doch wohl die Verse, in. denen das enthalten ist, was ich meine?
Vorlage S. 553
188
Hermogenes: Gewiss.
Vorlage S. 553
189
Sokrates: Welchen von beiden Namen trägt nun nach Homer der Knabe mit größerem Recht, Astyanax oder Skamandrios?
Vorlage S. 553
190
Hermogenes: Das kann ich nicht sagen.
Vorlage S. 553
191
Sokrates: Dann überlege es so: Wenn man dich fragte, ob die Vernünftigen oder die Unvernünftigen die Namen richtiger beilegten...
Vorlage S. 554
192
Hermogenes: So würde ich offenbar sagen: die Vernünftigen.
Vorlage S. 554
193
Sokrates: Sind nun wohl in den Staaten die Weiber vernünftiger oder die Männer, um von der Klasse im ganzen zu reden?
Vorlage S. 554
194
Hermogenes: Die Männer.
Vorlage S. 554
195
Sokrates: Weißt du nicht, dass Homer sagt, das Kind des Hektor werde von den Troern Astyanax genannt; Skamandrios hieß er also offenbar bei den Frauen, da ihn ja die Männer Astyanax nannten?
Vorlage S. 554
196
Hermogenes: Wahrscheinlich.
Vorlage S. 554
197
Sokrates: Hielt auch Homer die Troer für verständiger als ihre Frauen?
Vorlage S. 554
198
Hermogenes: Ich glaube wohl.
Vorlage S. 554
199
Sokrates: Also hielt er den Namen Astyanax für den richtigeren Namen des Knaben als Skamandrios?
Vorlage S. 554
200
Hermogenes: So scheint es.
Vorlage S. 554
201
Sokrates: Wie denn eigentlich? Ich selbst wenigstens verstehe es noch nicht. Du aber verstehst es?
Vorlage S. 554
202
Hermogenes: Nein, wahrlich ich auch nicht.
Vorlage S. 554
203
Sokrates: Lass uns denn überlegen, warum eigentlich! Oder gibt er uns selbst das Warum am besten an die Hand? Denn er sagt:
Vorlage S. 554
204
Denn er allein beschützte die Stadt und die Mauern
Vorlage S. 554
205
im Umkreis.
Vorlage S. 554
206
Deshalb heißt mit Recht der Sohn des Beschützers Astyanax oder Herrscher der Stadt, die sein Vater zu schützen wusste, wie Homer angibt.
Vorlage S. 554
207
Hermogenes: Das leuchtet mir ein.
Vorlage S. 554
208
Sokrates: Aber weiter, mein Guter: auch dem Hektor gab doch Homer selber diesen Namen?
Vorlage S. 554
209
Hermogenes: Woraus schließt du das?
Vorlage S. 554
210
Sokrates: Weil mit auch dieser Name dem Astyanax ziemlich ähnlich vorkommt und diese Namen hellenischen gleichen. Denn Anax (anax), der Herrscher, und Hektor (hektôr), der Herr, bedeuten so ziemlich ein und dasselbe [und beides sind königliche Namen]. Denn worüber einer Herrscher ist, darüber ist er doch wohl auch Herr: denn offenbar hat er Macht darüber, besitzt es und hat es zu eigen. Oder bin ich wohl im Unrecht und täusche gar mich selbst, wenn ich der Meinung des Homer über die Richtigkeit der Namen gleichsam auf der Spur zu sein glaube?
Vorlage S. 554
211
Hermogenes: Nein, wahrlich nicht, meines Bedünkens; vielmehr bist du wahrscheinlich auf der Spur.
Vorlage S. 555
212
Sokrates: Wenigstens ist es meiner Ansicht nach in der Ordnung, dass der Sprößling des Löwen ›Löwe‹ heiße und der des Pferdes ›Pferd‹. Ich meine nicht etwa, wenn, gleichsam ein Wunder, von einem Pferde etwas anderes als ein Pferd geboren wird, sondern das meine ich, was nach der Natur ein Sprößling der Gattung ist. Wenn widernatürlicherweise ein Pferd den naturgemäßen Sprößling einer Kuh geboren hätte, so soll man es nicht ›Füllen‹ nennen, sondern ›Kalb‹. Auch wenn von einem Menschen nicht ein menschlicher Sprößling geboren würde, sondern nur wenn der rechte Sprößling geboren wird, soll man ihn ›Mensch‹ nennen. Und eben das gilt von den Bäumen und allem übrigen; oder bist du nicht einverstanden?
Vorlage S. 555
213
Hermogenes: O ja.
Vorlage S. 555
214
Sokrates: Gut. Gib nur acht auf mich, dass ich dich nicht irgendwie in die Irre führe! Denn nach derselben Rede muss man auch einen Nachkommen eines Königs ›König‹ nennen. Ob aber der Name in anderen Silben dasselbe bedeutet, tut nichts zur Sache. Auch nicht, ob ein Buchstabe zutritt oder weggelassen wird, – das tut auch nichts, wenn nur das Wesen des Dinges in dem Namen sich kundzugeben imstande ist.
Vorlage S. 555
215
Hermogenes: Wie meinst du das?
Vorlage S. 555
216
Sokrates: Ich meine gar nichts Absonderliches; nur, weißt du, wie man auch für die Laute Namen angibt und nicht bloß die Laute selbst nennt, mit Ausnahme von vieren, nämlich e, y, o, ô. Den anderen Vokalen aber und den Konsonanten fügt man noch andere Buchstaben an und bildet so Namen für sie. Allein solange man nur die Eigentümlichkeit des Buchstabens hineinträgt, so dass sie sich kundgeben kann, nennt man ihn mit Recht mit diesem Namen, der ihn für uns bezeichnen soll; wie z.B. das b (beta). Du siehst, durch Zusetzung des e, i und a ist ihm nichts Schlimmes widerfahren, so dass nicht die Natur jenes Lautes in dem ganzen Namen doch deutlich hervorträte, wie es der Gesetzgeber wollte. So gut verstand er, den Buchstaben ihre Namen zu geben.
Vorlage S. 555
217
Hermogenes: Darin hast du wohl recht.
Vorlage S. 556
218
Sokrates: Gilt nun derselbe Satz auch über einen König? Denn es wird wohl von einem König ein König, und von einem Guten ein Guter, und von einem Schönen ein Schöner, und überhaupt in dieser Weise von jeder Gattung ein anderer Sprößling derselben Art stammen, wenn nicht ein Wunder geschieht. Daher sind sie mit demselben Namen zu benennen. Dagegen ist es erlaubt, in die Silben Mannigfaltigkeit zu bringen, so dass die Worte einem Laien verschieden erscheinen können, obwohl sie dieselben sind. Ähnlich erscheinen uns die Arzneien der Ärzte, weil in den Farben oder Gerüchen Mannigfaltigkeit herrscht, verschieden, wenn sie auch dieselben sind; aber der Arzt erkennt sie als gleich, weil er das Wesen der Arzneien betrachtet und sich von den Zusätzen nicht irren lässt. So betrachtet vielleicht auch der Wortverständige das Wesen der Worte und lässt sich nicht irren, ob ein Buchstabe zugesetzt oder versetzt oder ausgelassen ist, oder ob die Bedeutung des Wortes in durchaus anderen Buchstaben liegt. Wie in dem Beispiel, das wir oben hatten: Astanax und Hektor haben gar keine Buchstaben gemein als nur das t, und doch haben sie dieselbe Bedeutung. Und welche Gemeinschaft nach den Buchstaben hat Archepolis (Stadtherr) mit ihnen? Dennoch aber hat es denselben Sinn. So gibt es viele andere Namen, die nichts anderes als ›König‹ bedeuten. Andere bezeichnen dagegen einen Feldherrn, wie Agis (Führer), Polemarchos (Kriegsherr) und Eupolemos (Kriegsstark), andere den Beruf eines Arztes, wie Iatrokles (Heilberühmt) und Akesimbrotos (Heilmann). Überhaupt könnten wir leicht viele andere Worte finden, die nach den Silben und Buchstaben verschieden lauten, aber doch denselben Sinn ausdrücken. Glaubst du's, oder nicht?
Vorlage S. 556
219
Hermogenes: Allerdings.
Vorlage S. 556
220
Sokrates: Daher muss man den naturgemäßen Nachkommen auch denselben Namen zuteilen.
Vorlage S. 556
221
Hermogenes: Gewiss.
Vorlage S. 556
222
Sokrates: Was gebührt dagegen den widernatürlichen Nachkommen, die einem Wunder gleich entstanden sind? Wenn z.B. von einem braven und gottesfürchtigen Manne ein ruchloser abstammte, sollen wir den nicht behandeln, wie wir vorher angaben: wenn nämlich ein Pferd den Sprößling einer Kuh geboren hätte, so solle es nicht nach der Mutter benannt werden, sondern nach der Gattung, zu der es gehöre?
Vorlage S. 556
223
Hermogenes: Freilich.
Vorlage S. 557
224
Sokrates: So muss man dem gottlosen Nachkommen des Gottesfürchtigen den Namen seiner Gattung zuteilen.
Vorlage S. 557
225
Hermogenes: So ist's.
Vorlage S. 557
226
Sokrates: Nicht also Theophilos (Gottlieb), auch nicht Mnesitheos (Gotthold), noch einen ähnlichen Namen darf er führen, sondern einen, der den entgegengesetzten Sinn hat, wenn dem Namen Richtigkeit zukommen soll.
Vorlage S. 557
227
Hermogenes: Ganz sicher, o Sokrates.
Vorlage S. 557
228
Sokrates: So scheint auch Orestes, o Hermogenes, seinen Namen mit Recht zu tragen, mag ihn nun ein Zufall oder auch ein Dichter ihm gegeben haben, denn er drückt das Tierartige in seiner Natur und Wilde aus, wenn man ihn mit oreinon (bergig) zusammenstellt.
Vorlage S. 557
229
Hermogenes: So scheint es, o Sokrates.
Vorlage S. 557
230
Sokrates: Auch sein Vater scheint ja einen seiner Natur entsprechenden Namen zu führen.
Vorlage S. 557
231
Hermogenes: Vermutlich.
Vorlage S. 557
232
Sokrates: Denn Agamemnon ist ja ein Mann, der, was er einmal beschlossen hat, mit Ausdauer durchzuführen imstande ist, indem er mit tapferem Sinn seine Beschlüsse zum Ziele bringt. Ein Beweis dafür ist das mutige Ausharren des Heeres vor Troia. Dass dieser Mann bewundernswert (agastos) sei im Ausharren (epimonê), deutet daher der Name Agamemnon an. Vielleicht trifft es auch beim Atreus zu. Denn der Mord, den er an Chrysipos beging, und seine rohen Taten gegen Thyestes sind allesamt strafbar und unsittlich (atêra pros aretên). Die Bedeutsamkeit des Namens tritt allerdings ein wenig zurück und ist verhüllt, so dass er nicht allen das Wesen des Mannes offenbart. Denen aber, die sich auf Namen vergehen, gibt er deutlich genug zu erkennen, was es heißen will – Atreus! Denn man mag an ateires (unbeugsam) oder atreston (ohne Furcht und Zittern) oder atêron (unsittlich) denken, so hat er nach allen Seiten seinen Namen verdient. Auch Pelops hat, dünkt mir, seinen Namen mit Fug und Recht. Denn dieser Name bedeutet einen Mann, der auf das Nahe sieht (pelas und ops) [und wer das tut, verdient diesen Beinamen].
Vorlage S. 557
233
Hermogenes: Wieso?
Vorlage S. 558
234
Sokrates: Wird ja doch von jenem Manne erzählt, er sei bei der Ermordung des Myrtilos nicht imstande gewesen, die Folgen, die in der Ferne sein Geschlecht trafen und die Fülle des Unheils, das er auf es häufte, zu ahnen oder vorauszusehen, weil er nur das Naheliegende und das Augenblickliche sah – das heißt aber pelas (Nahe) – und auf jede Art die Vermählung mit der Hippodameia begehrte. Dass ferner Tantalos einen richtigen und treffenden Namen erhalten hat, wofern die Geschichten wahr sind, die man von ihm erzählt, kann jeder sehen.
Vorlage S. 558

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Denn mir scheint jeder Name, den man einem Dinge beilegt, der rechte …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Sokrates: Das […] der falschen Rede aber ist falsch?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Sokrates: Weil mit auch dieser Name dem Astyanax ziemlich ähnlich vorkommt und diese Namen hellenischen gleichen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich einen Grund oder eine daraus gezogene Folge? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Sokrates: Scheint es dir nicht das Gesetz (die Sitte) zu sein, das sie uns überliefert?« B: »Sokrates: Und zwar gleichviel, ob ein Einzelner den Namen gibt oder der Staat;« C: »Ich selbst wenigstens verstehe es noch nicht.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Oder meinst du nicht, dass er darin eine wichtige …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Sokrates: Hielt auch Homer die Troer für […] als ihre Frauen?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Sokrates: Wird ja doch von jenem Manne erzählt, er sei bei der Ermordung des Myrtilos nicht imstande gewesen, die Folgen, die in der Ferne sein Geschlecht trafen und die Fülle des Unheils, das er auf es häufte, zu ahnen oder vorauszusehen, weil er nur das«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Sokrates: Nicht also Theophilos (Gottlieb), auch nicht Mnesitheos (Gotthold), noch einen ähnlichen …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »sondern es gebe eine Richtigkeit der Namen von Natur, und zwar für«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »sondern es gebe eine Richtigkeit der Namen von Natur, und zwar für« und »Sokrates: Wird ja doch von jenem Manne erzählt, er sei bei der Ermordung des Myrtilos nicht imstande gewesen, die Folgen, die in der Ferne sein Geschlecht trafen und die Fülle des Unheils, das er auf es häufte, zu ahnen oder vorauszusehen, weil er nur das«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »der Gesetzgeber, wenn er die Worte festsetzt«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Hermogenes: Sollen wir auch dem Sokrates da die Sache mitteilen;«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Vielmehr hat es gleichwohl seine Richtigkeit mit dem Werkzeug, wenn er nur dieselbe Idee einbildet, wenn auch in anderes Eisen, mag er hier oder unter den Barbaren es verfertigen.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Dass ferner Tantalos einen richtigen und treffenden Namen erhalten hat, wofern die Geschichten wahr sind, die man von ihm erzählt, kann jeder sehen.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Kratylos – DTA DiBiPhil

Deutsches Textarchiv, BBAW, DiBiPhil-Korpus; Kuration Matthias Boenig, Susanne Haaf, Marius Hug und DTA-Team; ursprüngliche Digitalisierung Editura/Digitale Bibliothek. Historische Quellausgabe: Platon: Sämtliche Werke. Berlin: Lambert Schneider, [1940].

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY-SA 4.0 Lizenz

Originalsprache · Altgriechisch

Vollständiger altgriechischer Text der bezeichneten kritischen Edition. Quellschreibweise und editorische Zeichen bleiben erhalten; TEI-Struktur wird für die Anzeige umgesetzt. Abschnittsgrenzen folgen ausschließlich wirklichen Quellenunterteilungen. Historische deutsche Übersetzung und griechische Quellenedition haben eigenständige Gliederungen.

Platon; John Burnet (Quellenedition); Perseus Digital Library, Tufts University, CC BY-SA4.0.

Autorschaft und Ausgabe: Platon · John Burnet

Originaltext und Ausgabe ↗ · Perseus Digital Library, Tufts University · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.