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Buch - Der Unbedeutende - Nestroy, Johann

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Originalwerk · Lesefassung

Der Unbedeutende

Nestroy, Johann · 1801–1862

Der Unbedeutende von Nestroy, Johann. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–135 Abschnitte
Porträt von Nestroy, Johann; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Nestroy, Johann · Unknown photographer · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 5

1. Akt

1
Erste Szene
Vorlage S. 514
2
Fräulein Ottilie, dann Puffmann.
Vorlage S. 514
3
OTTILIE
Vorlage S. 514
4
rechts auftretend.
Vorlage S. 514
5
Nun wird es Zeit sein – alle Vorkehrungen sind getroffen. – Sich nochmals vorsichtig umsehend. Ich gebe ihm das Zeichen. Klatscht dreimal in die Hände.
Vorlage S. 514
6
PUFFMANN
Vorlage S. 514
7
kommt aus dem Gebüsche links.
Vorlage S. 514
8
Da bin ich, darf mein Schützling –
Vorlage S. 514
9
OTTILIE
Vorlage S. 514
10
mit Beklommenheit.
Vorlage S. 514
11
Sogleich –
Vorlage S. 514
12
PUFFMANN
Vorlage S. 514
13
hervoreilend.
Vorlage S. 514
14
Ist Ihnen etwas, meine Gnädige?
Vorlage S. 514
15
OTTILIE.
Vorlage S. 514
16
Ich fühle eine Bangigkeit –
Vorlage S. 514
17
PUFFMANN.
Vorlage S. 514
18
Warum? Ihnen betrifft es ja nicht.
Vorlage S. 514
19
OTTILIE.
Vorlage S. 514
20
Und doch klopft mir das Herz, als ob ich selbst entführt würde.
Vorlage S. 514
21
PUFFMANN.
Vorlage S. 514
22
Das sind übertriebene Phantasiebilder, die man mit Brausepulver und Krebsaugen –
Vorlage S. 514
23
OTTILIE.
Vorlage S. 514
24
Bringen Sie ihn! Geht Seite rechts ab.
Vorlage S. 514
25
Zweite Szene
Vorlage S. 514
26
Puffmann, dann von Gröning.
Vorlage S. 514
27
PUFFMANN
Vorlage S. 514
28
der abgegangenen Ottilie nachrufend.
Vorlage S. 514
29
Wird augenblicklich da sein. Ein Schnupftuch hervorziehend. Ein Schnupftüchelwinker, und alle Ersten-Mai-Läufer sind beschämt! Er winkt mit dem Tuche links in die Kulisse. Die Flagge der Liebe mag wehen.
Vorlage S. 514
30
VON GRÖNING
Vorlage S. 517
31
kommt eiligst aus links.
Vorlage S. 517
32
Hermine, Geliebte! –
Vorlage S. 517
33
PUFFMANN.
Vorlage S. 517
34
Aushalten! Nur einige Sekunden noch!
Vorlage S. 517
35
VON GRÖNING
Vorlage S. 517
36
ihm ein Papier gebend.
Vorlage S. 517
37
Hier, Freund, nehmen Sie eine Anweisung auf die doppelte Summe.
Vorlage S. 517
38
PUFFMANN
Vorlage S. 517
39
entzückt.
Vorlage S. 517
40
Also tausend Dukaten?? – Glänzender Belohner, jetzt freut's mich erst, dass ich das Dokumentwagstück unternommen hab'. Gibt ihm eine Schrift. Nehmen Sie!
Vorlage S. 517
41
VON GRÖNING.
Vorlage S. 517
42
Was ist das?
Vorlage S. 517
43
PUFFMANN.
Vorlage S. 517
44
Ein freier Paß ins Hymenäische, eine Geburtsscheinkopie mit improvisierter Majorennität der Fräulein Braut. – Rechts horchend. Still – ich glaub' –
Vorlage S. 517
45
VON GRÖNING.
Vorlage S. 517
46
Es rauscht im Gebüsch –
Vorlage S. 517
47
PUFFMANN.
Vorlage S. 517
48
Es schwebt über die Abendtauperlen –
Vorlage S. 517
49
VON GRÖNING.
Vorlage S. 517
50
Sie ist's! – Hermine –
Vorlage S. 517
51
Dritte Szene
Vorlage S. 517
52
Hermine; Vorige.
Vorlage S. 517
53
HERMINE
Vorlage S. 517
54
von Seite rechts auftretend.
Vorlage S. 517
55
Adolf! – Ach, ich zittre –
Vorlage S. 517
56
PUFFMANN
Vorlage S. 517
57
beiseite.
Vorlage S. 517
58
Das Zittern lass' ich mir gefallen, aber wenn die Alte zittert –
Vorlage S. 517
59
VON GRÖNING
Vorlage S. 517
60
zu Hermine.
Vorlage S. 517
61
Fasse Mut!
Vorlage S. 517
62
HERMINE.
Vorlage S. 517
63
Mir bangt vor dem Schritte –
Vorlage S. 517
64
PUFFMANN
Vorlage S. 517
65
zu Hermine.
Vorlage S. 517
66
Wär' nicht übel! Der Mond scheint, das Heimchen zirpt, die Rosse stampfen, der Kutscher schnauft – wenn Ihnen das Ensemble nicht reizt –
Vorlage S. 517
67
VON GRÖNING
Vorlage S. 517
68
drängend zu Hermine.
Vorlage S. 517
69
Noch in dieser Stunde werden wir über der Grenze getraut – oh, zögere nicht – komm, Geliebte! Führt sie Seite links ab.
Vorlage S. 517
70
PUFFMANN
Vorlage S. 518
71
den Abgehenden nachblickend.
Vorlage S. 518
72
Fahrt wohl, ihr glücklichen Konvenienzüberhupfer! – Ob denen der Moment jetzt feil wär' um ein paar Dutzend Paradies'? Glaub' nicht. – Wenn das mein Herr und Gebieter morgen erfährt, was heut' in Eschenau hier vorgegangen –
Vorlage S. 518
73
Vierte Szene
Vorlage S. 518
74
Ottilie, Puffmann.
Vorlage S. 518
75
OTTILIE
Vorlage S. 518
76
von rechts.
Vorlage S. 518
77
Sind sie fort?
Vorlage S. 518
78
PUFFMANN
Vorlage S. 518
79
nach links Vordergrund zeigend.
Vorlage S. 518
80
Dort fahren sie hin.
Vorlage S. 518
81
OTTILIE.
Vorlage S. 518
82
So hätte ich sie los, die Nebenbuhlerin!
Vorlage S. 518
83
PUFFMANN
Vorlage S. 518
84
mit Staunen.
Vorlage S. 518
85
Nebenbuhlerin? Die Gnädige entschuldigen einen leisen Starrkrampf der Verwund'rung.
Vorlage S. 518
86
OTTILIE.
Vorlage S. 518
87
Glauben Sie denn, dass mich, indem ich die Schwachheit des Mädchens protegierte, alberne Herzensgüte leitete oder gar schnöder Eigennutz wie Sie –
Vorlage S. 518
88
PUFFMANN.
Vorlage S. 518
89
Die Gnädige belieben in mir immer nur den habsüchtigen Schmutzian zu sehen. Mein Eigennutz hat etwas Respektables, seitdem er sich in den Salonfrack des Dominierens geknöpfelt.
Vorlage S. 518
90
OTTILIE.
Vorlage S. 518
91
Sie durchkreuzten also die Heiratsidee des Barons –?
Vorlage S. 518
92
PUFFMANN.
Vorlage S. 518
93
Weil ich ihn ledig haben will. Den verheirateten Baron würde die junge Frau beherrschen, den ledigen beherrsche ich.
Vorlage S. 518
94
OTTILIE.
Vorlage S. 518
95
Recht so, er verdient es, der Sklave seines Sklaven zu sein, weil er die Rosenfesseln drückend fand, mit welchen damals ein liebend Mädchen ihn umschlingen wollte.
Vorlage S. 518
96
PUFFMANN.
Vorlage S. 518
97
Ha! Aufklärung! Das is die Nebenbuhlerei! Sie selbst sind das damalige Mädchen mit den damaligen Rosenfesseln.
Vorlage S. 518
98
OTTILIE.
Vorlage S. 518
99
Die Liebe, die er damals herzlos mir versagte, wendet er nun vernunftlos seiner Mündel zu. Es ist eine Genugtuung, die ich mir selbst schuldig war, dass ich vereint mit Ihnen wirkte im Zerstörungsplan seiner Wünsche.
Vorlage S. 518
100
PUFFMANN.
Vorlage S. 519
101
Wir feiern einen stillen, aber schönen Triumph. Es versteht sich von selbst: zweckmäßiges Benehmen beim Bekanntwerden der Flucht! Die gnädige Fräul'n schreien Zeter, ich schrei' Mordio!
Vorlage S. 519
102
OTTILIE.
Vorlage S. 519
103
Wenn man nur ihrer Trauung keine Schwierigkeit macht!
Vorlage S. 519
104
PUFFMANN.
Vorlage S. 519
105
Dafür hab' ich gesorgt. Ich habe im Geburtsschein der Fräulein Hermine, den der Baron in Verwahrung hat, eine kleine Korrektur in der Jahreszahl unternommen, die Fräulein um drei Jahr' älter gemacht, folglich majorennisiert und hab' eine vidimierte Abschrift fabriziert, die sich fürs Ausland gültig genug präsentiert.
Vorlage S. 519
106
OTTILIE
Vorlage S. 519
107
erschrocken.
Vorlage S. 519
108
Himmel, was sagen Sie –!? Und mich wollen Sie zur Mitwisserin machen, zur Mitschuldigen einer Tat, wo die Gerichte –
Vorlage S. 519
109
PUFFMANN
Vorlage S. 519
110
sie unterbrechend.
Vorlage S. 519
111
Aber, Gnädige –
Vorlage S. 519
112
OTTILIE.
Vorlage S. 519
113
Still, kein Wort mehr! Ich habe nichts gehört ich weiß nichts – ich will nichts wissen – Gott, wenn die Gerichte – ich bin des Todes! Eilt nach rechts ab.
Vorlage S. 519
114
Fünfte Szene
Vorlage S. 519
115
Puffmann.
Vorlage S. 519
116
PUFFMANN
Vorlage S. 519
117
allein.
Vorlage S. 519
118
Schwache Geistin! – Und wer kann mir beweisen – wer kann mich nur anklagen? – Wenn ich aber jetzt den gewöhnlichen Weg nach der Stadt geh', wie leicht könnte da – am andern Ufer wär' es sicherer – da is ja sonst immer ein Fischerboot angehängt. Eilt zurück und sieht nach dem Ufer. Richtig – alles, wie ich's brauch' – ich spring' hinein. Will, als ob er einen Anlauf nähme, rechts in den Kahn, welcher jedoch nicht sichtbar ist, hinabspringen.
Vorlage S. 519
119
Sechste Szene
Vorlage S. 519
120
Thomas; Voriger.
Vorlage S. 520
121
THOMAS.
Vorlage S. 520
122
Halt! Packt, indem er hinter dem Gebüsch am Ufer, wo er gelegen, sich erhebt, Puffmann am Rockschoß.
Vorlage S. 520
123
PUFFMANN
Vorlage S. 520
124
erschrocken.
Vorlage S. 520
125
Ha – wer da –!? Sich schnell sammelnd. Wer untersteht sich, da zu sein?
Vorlage S. 520
126
THOMAS
Vorlage S. 520
127
freundlich, submiß und mit dummpfiffigem Lächeln.
Vorlage S. 520
128
Ein Zimmermann, ein ordinärer Zimmermann is da im Gebüsch g'legen.
Vorlage S. 520
129
PUFFMANN.
Vorlage S. 520
130
Geh' Er Seiner Weg'!
Vorlage S. 520
131
THOMAS.
Vorlage S. 520
132
Wo geht denn da der Weg in die Stadt?
Vorlage S. 520
133
PUFFMANN
Vorlage S. 520
134
nach links Hintergrund zeigend.
Vorlage S. 520
135
Dort steht die Wegsäul'n an der Straßen.
Vorlage S. 520
136
THOMAS.
Vorlage S. 520
137
Was nutzt mich so a steinerner Wegweiser, der da steht als wie ein Maulaff'; ich hätt' gern ein', der mit mir ging' – kommen S', bester Herr!
Vorlage S. 520
138
PUFFMANN.
Vorlage S. 520
139
Kann Er nicht allein gehn, alberner Mensch?
Vorlage S. 520
140
THOMAS.
Vorlage S. 520
141
Es ist immer besser, wenn zwei miteinander gehn.
Vorlage S. 520
142
PUFFMANN
Vorlage S. 520
143
der Thomas jetzt erst mehr ins Auge faßt.
Vorlage S. 520
144
Und was is denn das? Er kommt ja von der Arbeit? Indem er auf Thomas' Schurzfell und Axt deutet.
Vorlage S. 520
145
THOMAS.
Vorlage S. 520
146
Freilich – hab'n S' mich etwa für ein' Kapitalisten ang'schaut?
Vorlage S. 520
147
PUFFMANN
Vorlage S. 520
148
entrüstet.
Vorlage S. 520
149
Er is also kein reisender Handwerksbursch?
Vorlage S. 520
150
THOMAS.
Vorlage S. 520
151
Zu was reisen? Überall gut, zu Haus am besten!
Vorlage S. 520
152
PUFFMANN
Vorlage S. 520
153
wie oben.
Vorlage S. 520
154
Wie kann denn Er hernach um den Weg fragen?
Vorlage S. 520
155
THOMAS.
Vorlage S. 521
156
Lassen wir das! Puffmann freundlich, aber zudringlich am Arm nehmend. Sie gehn halt mit mir!
Vorlage S. 521
157
PUFFMANN
Vorlage S. 521
158
erschrocken, für sich.
Vorlage S. 521
159
Teufel! Der hat am End' gehört –! Zu Thomas. Liegt Er schon lang da?
Vorlage S. 521
160
THOMAS
Vorlage S. 521
161
wichtig und mit Beziehung.
Vorlage S. 521
162
Auf jeden Fall lang genug, um Abbrechend. – na, jetzt kommen S' nur mit, ich lass' Ihnen nit aus.
Vorlage S. 521
163
PUFFMANN
Vorlage S. 521
164
mit steigendem Befremden, für sich.
Vorlage S. 521
165
Er fangt mich solo!– Laut zu Thomas mit innerer Angst. Hat Er gehört, was dahier –
Vorlage S. 521
166
THOMAS.
Vorlage S. 521
167
Ich bin grad zurecht aufg'wacht.
Vorlage S. 521
168
PUFFMANN
Vorlage S. 521
169
für sich.
Vorlage S. 521
170
Himmel, er weiß die Geburtsscheinverfälschung, er weiß alles!
Vorlage S. 521
171
THOMAS
Vorlage S. 521
172
mit gutmütigem Ernst.
Vorlage S. 521
173
Schaun S', bester Herr, so eine Tat, wie Sie –
Vorlage S. 521
174
PUFFMANN
Vorlage S. 521
175
ihm mit ängstlicher Hast ins Wort fallend.
Vorlage S. 521
176
Still, Freund, still! Da hat Er zehn Gulden Gibt ihm aus einer Brieftasche eine Banknote. und geh' Er!
Vorlage S. 521
177
THOMAS
Vorlage S. 521
178
das Geld nehmend.
Vorlage S. 521
179
Dank' vielmals, 's Geld nehm' ich, aber auslassen tu' ich Ihnen nicht.
Vorlage S. 521
180
PUFFMANN.
Vorlage S. 521
181
Was wär' das?! Er Buschklepper, Räuber –
Vorlage S. 521
182
THOMAS
Vorlage S. 521
183
immer freundlich und gelassen.
Vorlage S. 521
184
Wenn S' glauben, so geben S' mich halt an bei der Torwacht, da werd' ich dann sagen –
Vorlage S. 521
185
PUFFMANN
Vorlage S. 521
186
gute Saiten aufziehend.
Vorlage S. 521
187
Herzensfreund, Zimmermann meiner Seele – bis in die Stadt gehn wir miteinander – aber dann –
Vorlage S. 521
188
THOMAS.
Vorlage S. 521
189
Geht einer rechts, der andere links, denn ich hoff', bis dahin –
Vorlage S. 521
190
PUFFMANN.
Vorlage S. 521
191
Aufrichtig, Freund, – kennt Er mich?
Vorlage S. 521
192
THOMAS.
Vorlage S. 521
193
Nein.
Vorlage S. 521
194
PUFFMANN
Vorlage S. 521
195
aufatmend.
Vorlage S. 521
196
Na, da nehm' Er diese Erkenntlichkeit, Gibt ihm eine Banknote. und wenn wir auseinandergehn, kriegt Er nochmals zehn Gulden.
Vorlage S. 521
197
THOMAS.
Vorlage S. 522
198
Ah! – Herzlich. Jetzt g'freut's mich erst recht, dass ich so ein' guten Herrn –
Vorlage S. 522
199
PUFFMANN.
Vorlage S. 522
200
Aber halt' Er Sein Mundwerk im Zaum, braver Handwerker!
Vorlage S. 522
201
THOMAS
Vorlage S. 522
202
treuherzig.
Vorlage S. 522
203
Na, das versteht sich – denn es machet Ihnen auf kein' Fall a Ehr' –
Vorlage S. 522
204
PUFFMANN.
Vorlage S. 522
205
Gewiss nicht.
Vorlage S. 522
206
THOMAS.
Vorlage S. 522
207
Also kommen S', Sie werden mir's noch danken.
Vorlage S. 522
208
PUFFMANN.
Vorlage S. 522
209
Wenn Er gehn wird, aufs herzlichste.
Vorlage S. 522
210
THOMAS.
Vorlage S. 522
211
Sie werden noch oft denken an mich!
Vorlage S. 522
212
PUFFMANN.
Vorlage S. 522
213
Wird mir stets eine wertvolle Erinnerung bleiben. Indem er Arm in Arm mit Thomas sich zum Abgehen wendet. Deutschland, du hast durchaus nichts voraus vor Ägypten, auch hier lauern Krokodile am Uferstrand.
Vorlage S. 522
214
THOMAS.
Vorlage S. 522
215
Von Ägypten woll'n S' reden? Das is das Land, welches nix als Nilpferde, Pyramiden und Traumbücheln erzeugt; gut, wir werden uns schön unterhalten unterwegs. Beide Seite links ab.
Vorlage S. 522
216
Verwandlung
Vorlage S. 522
217
Zimmer im Schlosse mit angezündetem Lüster, rückwärts führt ein Bogen rechts nach dem Speisesaal, rechts eine Seitentüre nach dem Appartement des Barons, links eine Seitentüre nach Puffmanns Zimmer.
Vorlage S. 522
218
Siebente Szene
Vorlage S. 522
219
Franz, Friedrich, dann Heinrich.
Vorlage S. 522
220
FRIEDRICH.
Vorlage S. 522
221
Das hab' ich in meinem Leben nicht g'sehn; es hat ihm gar kein Essen g'schmeckt.
Vorlage S. 522
222
FRANZ.
Vorlage S. 522
223
Weil er am Sekretär so ein' Narr'n g'fressen hat.
Vorlage S. 522
224
FRIEDRICH.
Vorlage S. 523
225
Während der ganzen Tafel –
Vorlage S. 523
226
FRANZ.
Vorlage S. 523
227
Kein anders Wort als. »Wo er denn bleibt?« – und: »Wo kann er denn sein?« – – Mich ennuyiert der Diskurs – soll s' bedienen wer will, ich geh' gar nicht mehr hinein.
Vorlage S. 523
228
HEINRICH
Vorlage S. 523
229
aus dem Speisesaal kommend.
Vorlage S. 523
230
Der gnädige Herr lasst fragen –
Vorlage S. 523
231
FRANZ
Vorlage S. 523
232
im nachspottenden Ton.
Vorlage S. 523
233
Ob der Herr Sekretär Puffmann noch nicht da is?
Vorlage S. 523
234
HEINRICH.
Vorlage S. 523
235
Na freilich.
Vorlage S. 523
236
FRANZ.
Vorlage S. 523
237
Eine Empfehlung, nein, aber wie er kommt, werden wir 'n auf ein' Teller stellen und hineintragen.
Vorlage S. 523
238
Heinrich geht lachend durch den Bogen rechts nach dem Speisesaal zurück.
Vorlage S. 523
239
FRIEDRICH.
Vorlage S. 523
240
Was zu arg is, is z' arg!
Vorlage S. 523
241
Achte Szene
Vorlage S. 523
242
Tupper; Vorige.
Vorlage S. 523
243
TUPPER
Vorlage S. 523
244
aus dem Speisesaal kommend, zu beiden.
Vorlage S. 523
245
Wenn der Herr Intendant und Sekretär Puffmann kommt, so sagt mir's zuerst – womöglich, noch eh' er zum Herrn hineingeht.
Vorlage S. 523
246
FRANZ.
Vorlage S. 523
247
Können Ihnen verlassen.
Vorlage S. 523
248
FRIEDRICH
Vorlage S. 523
249
leise zu Franz, mit einem Seitenblick auf Tupper.
Vorlage S. 523
250
Das is auch einer.
Vorlage S. 523
251
FRANZ
Vorlage S. 523
252
leise zu Friedrich.
Vorlage S. 523
253
Na, der und der Sekretär – aber nur Geduld!
Vorlage S. 523
254
TUPPER
Vorlage S. 523
255
welcher nach dem Speisesaal gesehen.
Vorlage S. 523
256
Die Herrschaften kommen.
Vorlage S. 523
257
FRANZ.
Vorlage S. 523
258
Aus 'n Speis'saal.
Vorlage S. 523
259
TUPPER.
Vorlage S. 523
260
Sie werden ins Spielzimmer gehn.
Vorlage S. 523
261
FRANZ.
Vorlage S. 523
262
Bewegung is a Hauptsach', is g'sund.
Vorlage S. 523
263
Neunte Szene
Vorlage S. 523
264
Baron Massengold, Herr von Packendorf, Herr von Lockerfeld, Herr von Seewald, Herr von Althof; Vorige.
Vorlage S. 524
265
Die benannten Herren treten durch den Bogen rechts aus dem Speisesaal auf. Die Bedienten entfernen sich, Tupper bleibt im Hintergrunde.
Vorlage S. 524
266
ALTHOF.
Vorlage S. 524
267
Packendorf ist immer der lebendige Widerspruch.
Vorlage S. 524
268
LOCKERFELD.
Vorlage S. 524
269
Wer hört sein Brummen, wenn unser »Hoch lebe der Bräutigam!« den Palast durchdonnert, wenn die holde Braut vom Schlößchen Eschenau als Herrin einzieht in diese Hallen?
Vorlage S. 524
270
MASSENGOLD.
Vorlage S. 524
271
Warum soll ich keine junge Mündel heiraten?
Vorlage S. 524
272
PACKENDORF.
Vorlage S. 524
273
Weil du ein alter Vormund bist.
Vorlage S. 524
274
LOCKERFELD.
Vorlage S. 524
275
Millionärs sind immer liebenswürdig.
Vorlage S. 524
276
MASSENGOLD.
Vorlage S. 524
277
Das sagt mein Sekretär auch.
Vorlage S. 524
278
PACKENDORF.
Vorlage S. 524
279
Ich aber sage: Sei vorsichtig, berücksichtige manches –
Vorlage S. 524
280
LOCKERFELD.
Vorlage S. 524
281
Was Vorsicht, was Rücksicht! Wer mitten in Millionen drinnen steht, der sieht vor sich und hinter sich nur Millionen und braucht weiter keine Vorsicht und keine Rücksicht.
Vorlage S. 524
282
MASSENGOLD.
Vorlage S. 524
283
Das sagt mein Sekretär auch.
Vorlage S. 524
284
PACKENDORF.
Vorlage S. 524
285
Lass mich mit deinem Sekretär –
Vorlage S. 524
286
MASSENGOLD.
Vorlage S. 524
287
Mein Sekretär sagt immer die Wahrheit.
Vorlage S. 524
288
PACKENDORF.
Vorlage S. 524
289
Du bist ein Hans-Narr.
Vorlage S. 524
290
MASSENGOLD.
Vorlage S. 524
291
Das sagt mein Sekretär auch, das heißt Sich korrigierend. er sagt, ich wäre ein Narr, wenn ich nicht tun würde, was mich freut.
Vorlage S. 524
292
SEEWALD.
Vorlage S. 524
293
Da hat er recht.
Vorlage S. 524
294
MASSENGOLD.
Vorlage S. 524
Porträt von Nestroy, Johann; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Nestroy, Johann · Unknown photographer · Public domain Bildquelle ↗
295
Puffmann hat immer recht – nur dass er heute nirgends zu finden ist, das ist unrecht von ihm.
Vorlage S. 524
296
ALTHOF.
Vorlage S. 525
297
Nirgends zu finden? Man hat ihn ja noch nirgends gesucht.
Vorlage S. 525
298
MASSENGOLD.
Vorlage S. 525
299
Es ist schwer, in einer Stadt wie Kobelstadt –
Vorlage S. 525
300
ALTHOF.
Vorlage S. 525
301
Die achthundert Einwohner –
Vorlage S. 525
302
PACKENDORF.
Vorlage S. 525
303
Und doch außer diesem Palais respektive nur drei Häuser zählt. –
Vorlage S. 525
304
MASSENGOLD.
Vorlage S. 525
305
Macht mir mein Kobelstadt nicht gar so klein!
Vorlage S. 525
306
SEEWALD.
Vorlage S. 525
307
Wo könnte er da sein?
Vorlage S. 525
308
ALTHOF.
Vorlage S. 525
309
Beim Kaufmann –
Vorlage S. 525
310
MASSENGOLD.
Vorlage S. 525
311
Der eine Cousine hat, die –
Vorlage S. 525
312
SEEWALD.
Vorlage S. 525
313
Oder beim Stadtrichter –
Vorlage S. 525
314
MASSENGOLD.
Vorlage S. 525
315
Der zwei Töchter hat –
Vorlage S. 525
316
LOCKERFELD.
Vorlage S. 525
317
Oder beim Revisor –
Vorlage S. 525
318
MASSENGOLD.
Vorlage S. 525
319
Der drei Frauen hat
Vorlage S. 525
320
PACKENDORF.
Vorlage S. 525
321
Drei Frauen?
Vorlage S. 525
322
MASSENGOLD.
Vorlage S. 525
323
Das heißt, zwei tote und eine lebendige.
Vorlage S. 525
324
LOCKERFELD.
Vorlage S. 525
325
Da kömmt er gerade wegen der lebendigen – ich gehe hin.
Vorlage S. 525
326
SEEWALD.
Vorlage S. 525
327
Und ich geh' zum Stadtrichter.
Vorlage S. 525
328
ALTHOF.
Vorlage S. 525
329
Und ich zum Kaufmann.
Vorlage S. 525
330
LOCKERFELD.
Vorlage S. 525
331
Einer von uns muss ihn finden.
Vorlage S. 525
332
MASSENGOLD.
Vorlage S. 525
333
Das wäre scharmant. Kann man aber so spät noch zu den Leuten –? Tupper, wieviel Uhr ist's? Zu den drei Herren, welche auf ihre Uhren sehen wollen. Plagt euch nicht!
Vorlage S. 525
334
TUPPER.
Vorlage S. 525
335
Halb neun.
Vorlage S. 525
336
MASSENGOLD.
Vorlage S. 525
337
Da ist's wohl schon etwas unschicksam.
Vorlage S. 525
338
LOCKERFELD.
Vorlage S. 525
339
Wir kommen als Abgesandte eines Millionärs, da wird nicht viel Federlesens gemacht.
Vorlage S. 525
340
MASSENGOLD.
Vorlage S. 525
341
's ist wahr.
Vorlage S. 525
342
LOCKERFELD.
Vorlage S. 525
343
Wir müssen dem Herrn Puffmann auf die Schliche kommen.
Vorlage S. 525
344
MASSENGOLD.
Vorlage S. 525
345
Dann wollen wir ihn tüchtig durchhecheln. Zu Packendorf. Und du, Brummbär, machst einstweilen mit mir eine Partie Pikett.
Vorlage S. 525
346
PACKENDORF
Vorlage S. 525
347
etwas mürrisch.
Vorlage S. 525
348
Meinethalben.
Vorlage S. 525
349
LOCKERFELD.
Vorlage S. 526
350
Also frisch ans Werk! Einer von uns muss den Fuchs im Taubenschlag erwischen.
Vorlage S. 526
351
Lockerfeld, Althof und Seewald gehen durch den Bogen zur Mitte ab. Massengold und Packendorf Seitentüre rechts ab.
Vorlage S. 526
352
Zehnte Szene
Vorlage S. 526
353
Tupper, dann Puffmann.
Vorlage S. 526
354
TUPPER
Vorlage S. 526
355
allein.
Vorlage S. 526
356
Fatal, er ist doch schon öfters von der Tafel weggeblieben, und nie war gar so ein Aufhebens und gerade heut' –! Wenn er nur –
Vorlage S. 526
357
PUFFMANN
Vorlage S. 526
358
aus der Seitentüre links kommend.
Vorlage S. 526
359
Ist g'fragt worden um mich?
Vorlage S. 526
360
TUPPER.
Vorlage S. 526
361
Wenigstens zwanzigmal.
Vorlage S. 526
362
PUFFMANN.
Vorlage S. 526
363
Na, ich sag', ich war beim Kaufmann.
Vorlage S. 526
364
TUPPER.
Vorlage S. 526
365
Da sucht Ihnen der Herr von Althof.
Vorlage S. 526
366
PUFFMANN.
Vorlage S. 526
367
So sag' ich, ich war beim Stadtrichter.
Vorlage S. 526
368
TUPPER.
Vorlage S. 526
369
Dort sucht Ihnen der Herr von Seewald.
Vorlage S. 526
370
PUFFMANN.
Vorlage S. 526
371
So sag' ich, ich war beim Revisor.
Vorlage S. 526
372
TUPPER.
Vorlage S. 526
373
Dort sucht Ihnen der Herr von Lockerfeld.
Vorlage S. 526
374
PUFFMANN
Vorlage S. 526
375
ärgerlich.
Vorlage S. 526
376
Ja, zum Teufel, wo war ich denn hernach?
Vorlage S. 526
377
TUPPER.
Vorlage S. 526
378
Ich rate Ihnen, Herr von Puffmann, präparieren Sie sich auf ein scharfes Examen!
Vorlage S. 526
379
PUFFMANN.
Vorlage S. 526
380
Freilich. Morgen wird die Flucht der Fräulein Hermine bekannt.
Vorlage S. 526
381
TUPPER.
Vorlage S. 526
382
Der alte Packendorf ist Ihnen nicht wohlgesinnt.
Vorlage S. 526
383
PUFFMANN.
Vorlage S. 526
384
Der schlechte Mensch könnt' den Verdacht auf mich –
Vorlage S. 526
385
TUPPER.
Vorlage S. 526
386
Sie müssten dann Beweise liefern, wo Sie heut' abend waren.
Vorlage S. 526
387
PUFFMANN.
Vorlage S. 526
388
Beweise – das Beweisfordern is eine wahre Malträtierung der Menschheit. Wie schön könnte man sich ausreden, wenn das nicht wäre!
Vorlage S. 526
389
TUPPER.
Vorlage S. 527
390
Hat Sie von der Dienerschaft wer gesehn?
Vorlage S. 527
391
PUFFMANN.
Vorlage S. 527
392
Keine Seel', ich bin über meine Stiegen herauf und durch mein Bureau herüber.
Vorlage S. 527
393
TUPPER.
Vorlage S. 527
394
Dann gehn Sie geschwind wieder fort, irgendwohin, wo Sie von Leuten gesehen werden, die Sie dann als Zeugen ausrufen können.
Vorlage S. 527
395
PUFFMANN
Vorlage S. 527
396
ängstlich.
Vorlage S. 527
397
Das is leicht g'sagt, aber wohin denn?
Vorlage S. 527
398
Man hört im Zimmer rechts lauten.
Vorlage S. 527
399
TUPPER.
Vorlage S. 527
400
Der Herr Baron – ohne Zweifel fragt er wieder nach Ihnen. Seitentüre rechts ab.
Vorlage S. 527
401
Elfte Szene
Vorlage S. 527
402
Puffmann allein.
Vorlage S. 527
403
PUFFMANN
Vorlage S. 527
404
tritt, während Tupper die Türe öffnet, einen Schritt zurück, um nicht gesehen zu werden.
Vorlage S. 527
405
Was tu' ich? – Was sag' ich? Eine Ausred' is einen Taler wert, ich zahlet mir hundert Gulden, wenn mir eine einfallet, und trotz diesem enormen Agio gänzliche Stockung, trostlose Vernaglung! – Kaffeehäuser gibt's hier nicht. – Fürs Wirtshaus bin ich eine zu imposante Erscheinung, da weiß man gleich, um die Minuten is er gekommen, um die Sekunden is er gegangen, der auffallende Herr. – Ich renn' grad blindlings in die Welt hinein. Will in ängstlicher Hast zur Seitentüre links ab.
Vorlage S. 527
406
Zwölfte Szene
Vorlage S. 527
407
Thomas; Voriger.
Vorlage S. 527
408
THOMAS
Vorlage S. 527
409
Seitentüre links eintretend.
Vorlage S. 527
410
Stockan!
Vorlage S. 527
411
PUFFMANN.
Vorlage S. 527
412
Höll' und Teufel!
Vorlage S. 527
413
THOMAS
Vorlage S. 527
414
dummpfiffig lächelnd.
Vorlage S. 527
415
Jetzt weiß ich, wo S' logieren.
Vorlage S. 527
416
PUFFMANN
Vorlage S. 527
417
böse.
Vorlage S. 527
418
Was is denn das, dass Er mir nachgeht?
Vorlage S. 527
419
THOMAS.
Vorlage S. 528
420
Meine Pflicht is's!
Vorlage S. 528
421
PUFFMANN.
Vorlage S. 528
422
Ich bin da nicht zu Haus, bin nur eingeladen hier in G'sellschaft.
Vorlage S. 528
423
THOMAS.
Vorlage S. 528
424
Und damit ich auch a G'sellschaft hätt', woll'n S' mir ein' Bär'n aufbinden?
Vorlage S. 528
425
PUFFMANN.
Vorlage S. 528
426
Nein, im Ernst!
Vorlage S. 528
427
THOMAS.
Vorlage S. 528
428
Ich weiß ja, wer Sie sein, lieber Herr.
Vorlage S. 528
429
PUFFMANN.
Vorlage S. 528
430
Welcher Satan hat Ihm –?
Vorlage S. 528
431
THOMAS.
Vorlage S. 528
432
Sie selber. Mit dem letzten Zehnguldenzettel haben S' mir z'gleich das Brieferl in d' Hand druckt. Zieht einen Brief aus der Tasche.
Vorlage S. 528
433
PUFFMANN
Vorlage S. 528
434
das Briefchen nehmend.
Vorlage S. 528
435
O, ich Quintessenz –!
Vorlage S. 528
436
THOMAS.
Vorlage S. 528
437
Ich hab' nur die Adress' g'lesen; natürlich, was gehn mich Ihre Geheimniss' an!
Vorlage S. 528
438
PUFFMANN
Vorlage S. 528
439
beiseite.
Vorlage S. 528
440
's größte weiß er so schon.
Vorlage S. 528
441
THOMAS
Vorlage S. 528
442
sich im Zimmer umschauend.
Vorlage S. 528
443
Aber Sie haben da ein Leben! Gutmütig drohend, da er in dem Wahn ist, Puffmann wollte sich in der früheren Szene, wie er in den Kahn springen wollte, in das Wasser stürzen. Ich begreif' nicht, wie Sie so was haben tentieren können.
Vorlage S. 528
444
PUFFMANN
Vorlage S. 528
445
ängstlich.
Vorlage S. 528
446
Schweig' Er, Freund – Verhältnisse –! Gibt ihm eine Banknote. Da hat Er was.
Vorlage S. 528
447
THOMAS.
Vorlage S. 528
448
Ich bitt' – das is zu viel. Das Geld nehmend. Wenn ich jemals in die Lag' kommen sollt' –
Vorlage S. 528
449
PUFFMANN.
Vorlage S. 528
450
Nein, nein, g'schenkt is g'schenkt.
Vorlage S. 528
451
THOMAS
Vorlage S. 528
452
in seiner Rede fortfahrend.
Vorlage S. 528
453
Dass ich anstünd' auf was, an kein' andern wend' ich mich als an Ihnen.
Vorlage S. 528
454
PUFFMANN.
Vorlage S. 528
455
Gott gib's, dass Er nie auf etwas ansteht.
Vorlage S. 528
456
THOMAS.
Vorlage S. 528
457
Sie sein ein seelenguter Herr.
Vorlage S. 528
458
PUFFMANN.
Vorlage S. 528
459
Aber jetzt, lieber Zimmermann, Er wird am besten wissen, wo der Zimmermann 's Loch g'macht hat.
Vorlage S. 528
460
THOMAS.
Vorlage S. 528
461
Ja, ja, es könnt' uns wer –
Vorlage S. 528
462
PUFFMANN
Vorlage S. 528
463
auf den Mittelbogen zeigend.
Vorlage S. 528
464
Geh' Er da hinaus, und wenn Ihn wer fragt, so hat Er mich aufgesucht und nicht getroffen! 's ist keine Zeit zu verlieren.
Vorlage S. 528
465
THOMAS.
Vorlage S. 529
466
Sie haben recht, ich muss da in der Nachbarschaft einen kranken Kameraden heimsuchen.
Vorlage S. 529
467
PUFFMANN
Vorlage S. 529
468
halb für sich.
Vorlage S. 529
469
Wenn die Krankheit nur epidemisch wär'!
Vorlage S. 529
470
THOMAS.
Vorlage S. 529
471
Etwas damisch is's. – Das is noch vom letzten Sonntag her, da waren wir –
Vorlage S. 529
472
PUFFMANN.
Vorlage S. 529
473
Lieber unerträglicher Freund, ich steh' auf Nadeln!
Vorlage S. 529
474
THOMAS.
Vorlage S. 529
475
Ich geh' schon, ich hab' Ihnen nur woll'n erzähl'n, wie mein Freund, trotz dem festesten Vorsatz, nur ein halbes Seitel –
Vorlage S. 529
476
PUFFMANN
Vorlage S. 529
477
immer ungeduldiger.
Vorlage S. 529
478
Ich kann jetzt unmöglich –
Vorlage S. 529
479
THOMAS.
Vorlage S. 529
480
Sie haben keine Zeit, is schad', denn es is sehr lehrreich, wenn man das hört, was aus ein' Vorsatz und was aus ein' halben Seiterl werden kann.
Vorlage S. 529
481
PUFFMANN.
Vorlage S. 529
482
Er mortifiziert mich –
Vorlage S. 529
483
THOMAS.
Vorlage S. 529
484
Ich weiß ja, was Art is; nur niemanden belästigen!
Vorlage S. 529
485
PUFFMANN
Vorlage S. 529
486
indem er ihn nach dem Hintergrunde drängt.
Vorlage S. 529
487
Na, das is schön.
Vorlage S. 529
488
THOMAS
Vorlage S. 529
489
im Abgehen.
Vorlage S. 529
490
Bin nur froh, dass ich weiß, wo S' logier'n.
Vorlage S. 529
491
PUFFMANN
Vorlage S. 529
492
ihn hinausschiebend.
Vorlage S. 529
493
Ich bin aber 's ganze Jahr nicht zu Haus. Zurückkehrend. Puffmann, was sagst du zu dem Mann? Jetzt heißt's laufen, dass ich das Aufdringlichkeits-Ungeheuer nicht nochmal begegn'. Stürzt in ängstlicher Verwirrung zur Seitentüre links ab.
Vorlage S. 529
494
Verwandlung
Vorlage S. 529
495
Gäßchen mit kleinen unansehnlichen Häusern. Im Prospekt links ein Haus mit beleuchteten Fenstern im ersten Stock. In der Mitte des Prospektes ein Haus mit breitem, offenem Tore, durch welches man in den Hof sieht. Weiter rechts ein Haus mit praktikablen Fenstern. An der Kulisse rechts ein Haus mit praktikablem Tor und Fenster im ersten Stock; an der Kulisse links ein Gasthaus mit praktikablem Eingang. Es ist später Abend, die Bühne vom Mond beleuchtet.
Vorlage S. 529
496
Dreizehnte Szene
Vorlage S. 529
497
Peter tritt während des Ritornells des folgenden Liedes Seite rechts auf.
Vorlage S. 530
498
PETER.
Vorlage S. 530
499
1.
Vorlage S. 530
500
Wann i als Zimmermann arbeit' hoch ob'n auf 'n Dach,
Vorlage S. 530
501
Da g'schicht's mir oft, dass ich Bemerkungen mach';
Vorlage S. 530
502
An der Aussicht auf d' Leut' herab tu' ich mich lab'n,
Vorlage S. 530
503
Seh' ich, was s' oft alls treib'n, ohne a Aussicht zu hab'n.
Vorlage S. 530
504
Da rennt einer mit so ein' Bünkel voll Kleider
Vorlage S. 530
505
Und hat gar keine Aussicht, a Geld z' kriegen, der Schneider –
Vorlage S. 530
506
Der schmacht't auf ein Mädl drob'n beim Blumentopf
Vorlage S. 530
507
Und hat gar keine Aussicht, kriegt 's Wasser au'm Kopf.
Vorlage S. 530
508
Der sucht Schwiegersöhn', wo sich ließ' Geld herausbradeln,
Vorlage S. 530
509
Und hat gar keine Aussicht, zu schiech sind die Madeln!
Vorlage S. 530
510
Der sucht für sein' Sohn a Stell', führt 'n üb'rall um
Vorlage S. 530
511
Und hat gar keine Aussicht, der Bub is zu dumm!
Vorlage S. 530
512
So Ideen bilden unter mein' Dachstuhl sich aus,
Vorlage S. 530
513
So oft ich ein' Dachstuhl wo setz' auf a Haus. –
Vorlage S. 530
514
2.
Vorlage S. 530
515
Doch wann so vom Dach sich mein Kopf herabbeugt,
Vorlage S. 530
516
Meine Aussicht auch Leute mit Aussicht mir zeigt;
Vorlage S. 530
517
Sein's aber Aussichten, wo der Mensch z'frieden sein kann?
Vorlage S. 530
518
D' meisten Leut' haben nur eine, und da is nix dran.
Vorlage S. 530
519
Der Alte kauft Schmuck, dass 'r a jungs Weiberl kriegt,
Vorlage S. 530
520
Und sein' einzige Aussicht is, dass s' ihn betrügt.
Vorlage S. 530
521
Da reit't einer, g'schwufisch in Quäcker gepresst,
Vorlage S. 530
522
Und sein' einzige Aussicht is Schuldenarrest.
Vorlage S. 530
523
Der steigt einer Frau nach auf heimlichem Weg,
Vorlage S. 530
524
Und sein' einzige Aussicht is a Buckel voll Schläg'.
Vorlage S. 530
525
Da putzt eine Schachtel sich jugendlich modern,
Vorlage S. 530
526
Und ihr' einzige Aussicht is, ausg'lacht zu wer'n.
Vorlage S. 530
527
So Ideen bilden unter mein' Dachstuhl sich aus,
Vorlage S. 530
528
So oft ich ein' Dachstuhl wo setz' auf a Haus. –
Vorlage S. 530
529
Das Schönste an ein' Zimmermann is, dass er kein Zimmermann is, dass er nicht im Zimmer arbeitet, sondern draußen auf 'm freien Platz, drum hat unsereins auch ganz ein' andern Geist als so viele andre Professionisten, für die die frische Luft nur ein Sonntagsschmaus is, für die es gar keine freie Natur gäbet, wenn einmal den Kalenderdruckern die rote Farb' ausging'. – Standeswahl bei einem Sprößling unterer Stände heißt wohl nichts anderes als: »Jetzt entschließ dich, ob du als Lehrjung' von dieser oder jener Zunft gebeutelt und malträtiert werden willst!« Diese Eröffnung is so reizend, dass: »Es is mir alles eins!« die gewöhnliche Antwort drauf is. Ich hab' aber auch damals schon mehr als andere drüber nachdenkt.
Vorlage S. 531
530
Ich hätt' sollen ein Schneider werden, da hab' ich mir aber denkt: Zugrund'gehn kann wohl jeder Mensch, gerade durch die zugrundegehn, die man kleidet, deren Blöße man bedeckt, dieser Undank muss zu schmerzlich sein, und ist doch das allgemeine Schneiderlos.
Vorlage S. 531
531
Ich hätt' sollen ein Schlosser werden, aber wer Sinn fürs Freie hat, hab' ich mir denkt, der kann kein Talent zu Schloß und Riegel haben.
Vorlage S. 531
532
Ich hätt' sollen ein Bäck werden, aber so ein schlaftrunkenes Mehlgespenst hat immer etwas Mitleiderregendes und Unheimliches für mich gehabt, denn wenn ein Bäck auch keinen Geist hat, so hat er doch viel von einem Geist: er is weiß, geht um bei der Nacht und sehnt sich nach Ruhe, die ihm nimmer wird – das sind offenbar die Haupteigenschaften von einem Geist. Ich war als Bub sehr gern auf der Welt und hab' mich fleißig mit Hund', Tauben, Katzen und Kinigelhasen g'spielt, und da wir dem Altmeister unserer Zunft, dem Archenzimmerer Noah, unser Dasein verdanken sowie auch das Glück, dass wir von Viechern umgeben sind, so hat mich eine Art Dankgefühl zum Zimmermannhandwerk getrieben. – Ich hab's aber auch in späterer Zeit nie bereut. Der Ursprung des Zimmermanns hat schon das vor viele andere Ursprünge voraus, dass er nur halben Teil gemein is, die andere Hälfte is erhaben und folglich das Ganze das, was die noblen Leut' eine Messalliance nennen. Der Holzhacker hat die Geometrie umarmt, und so is der Zimmermann entstanden. Unser Handwerkszeug bestätigt diese Abkunft. Die Hacken is unser simples väterliches Erbteil, wir haben aber auch Zollstab, Zirkel, Winkelmaß als Vermächtnis von unserer tiefsinnigen Mama, und das sind Gegen stände, die man nicht leicht, ohne zu denken, in die Hand nehmen kann. Der Zollstab gibt uns die wahrste Ansicht von Länge und Breite, von Größe überhaupt, und wann man die einmal hat, da fallen einem dann allerhand Mißverhältnisse auf – wie so mancher so groß herauskommt, und wenn man ihn genau abmeßt, so klein is, dass man ihm gern noch was aufmesset. Wie mancher ein Langes und Breites zusammenschreibt und nur eine schmale Kost damit erwirbt, wie oft kleinwinzige Frauen mit langmächtige Männer gar so kurz angebunden sind. Kurzum, der Zollstab hat nur drei Schuh Länge, kann aber die Ideen sehr ins Weite führen. So ist es auch beim Winkelmaß; man denkt dabei unwillkürlich an die vielen menschlichen Winkelzüge, die offenbar unter die Gattung der spitzigen Winkel gehören, an die Aufenthaltsorte des Unglücks und der Armut, die unter die stumpfen Winkel gehören. Die schwierige Genauigkeit, die der rechte Winkel erfordert, mahnt uns daran, dass das Rechte überhaupt nicht leicht in Winkeln zu finden, eine Behauptung, die sich auch bis auf Winkelagenten, Winkelsensalen, Winkelschreiber etc. etc. ausdehnen ließ'. – Ein noch weiteres Gedankenfeld liegt im Zirkel. Zirkel is die vollkommenste Rundung, drum fallt es auch in die Zirkel am meisten auf, wenn sich einer eckig benimmt. – Der gesellschaftliche Zirkel unterscheidet sich vom mathematischen wesentlich dadurch, dass der mathematische einen einzigen Mittelpunkt hat, der akkurat mitten im Zirkel liegt – der gesellschaftliche Zirkel jedoch hat in der Mitte nur den scheinbaren Mittelpunkt, den Kaffeetisch, währenddem der eigentliche Mittelpunkt, um den sich die Peripherie der Unterhaltung dreht, meistens außerhalb des Zirkels liegt, weil gewöhnlich nur die Abwesenden ausgericht't werden. Aber halt! Bis hieher und nicht weiter! Die Zirkelbetrachtungen führen einem zu leicht vom Runden auf das, was zu rund is, und in das mag ich jetzt nicht eingehen, ich geh' lieber in was Viereckiges ein, in meine Haustüre, und kugl' mich in mein längliches Bett.
Vorlage S. 531
533
Vierzehnte Szene
Vorlage S. 533
534
Thomas; Voriger.
Vorlage S. 533
535
THOMAS
Vorlage S. 533
536
von links auftretend und Peter erblickend.
Vorlage S. 533
537
Peter –!
Vorlage S. 533
538
PETER.
Vorlage S. 533
539
Oho! So spät noch?
Vorlage S. 533
540
THOMAS.
Vorlage S. 533
541
Weißt, ich möcht' deiner Schwester gern eine Überraschung machen, das heißt, morgen kauf' ich ihr eine prächtige Überraschung, und das hätt' ich ihr heut' gern g'sagt.
Vorlage S. 533
542
PETER.
Vorlage S. 533
543
Um die Zeit? Nein, das is kein G'schick!
Vorlage S. 533
544
THOMAS.
Vorlage S. 533
545
Hör' auf, sie is ja mein' künftige Schwiegertochter!
Vorlage S. 533
546
PETER.
Vorlage S. 533
547
Eben deswegen! A künftige Schwiegertochter is gegenwärtig noch gar keine, und die Nachbarschaft sieht nur, dass in der Dunkelheit ein Mann aus und ein geht. –
Vorlage S. 533
548
THOMAS.
Vorlage S. 533
549
So dunkel is gar keine Nacht, dass ich gefährlich ausschaun könnt'; und ein Madl, wo in vierzehn Täg'n d' Hochzeit is –
Vorlage S. 533
550
PETER.
Vorlage S. 533
551
Und wenn's in vierzehn Minuten wär', so wär's a g'wagte Sach'. Das Licht hat die größte Geschwindigkeit in der ganzen Natur, drum hat auch das üble Licht, was auf ein Wesen fallt, so eine schnelle Verbreitung. – Übrigens hab' ich dir schon g'sagt, wegen Brautgeschenk', du hast kein Geld zu verschwenden, du musst auch an deine Zukunft denken.
Vorlage S. 533
552
THOMAS.
Vorlage S. 534
553
Oh, das tu' ich so dann und wann.
Vorlage S. 534
554
PETER.
Vorlage S. 534
555
Dann und wann is z' wenig! Ich hab' einmal einen alten Isabellenschimmel an ein' Ziegelwagen g'sehn, seitdem bring' ich die Zukunft gar nicht mehr aus 'n Sinn.
Vorlage S. 534
556
THOMAS.
Vorlage S. 534
557
So was is wohl traurig; – bei ein' Schimmel is noch das Gute, dass er gar nicht denkt –
Vorlage S. 534
558
PETER.
Vorlage S. 534
559
Und beim Menschen is das Üble, dass er erst zum Denken anfängt, wenn er ein Schimmel wird.
Vorlage S. 534
560
THOMAS.
Vorlage S. 534
561
Du weißt ja noch gar nicht, ich hab' jetzt einen reichen Freund! Wenn mein Sohn ankommt, so führ' ich ihn bei ihm als Bräutigam auf, dass er auch –
Vorlage S. 534
562
PETER.
Vorlage S. 534
563
No, sei so gut, fang so was an!
Vorlage S. 534
564
THOMAS.
Vorlage S. 534
565
Warum? Sich Freunde sammeln und gar reiche Freunde, das is ja –
Vorlage S. 534
566
PETER.
Vorlage S. 534
567
Das Dümmste, was ein Bräutigam tun kann. Ich hab' eine Antipathie gegen die Freunde, die so gern Hochzeiten aushalten, Wirtschaftsbeiträge liefern, erste Bub'n aus der Tauf' heben, und ich weiß schon, warum.
Vorlage S. 534
568
THOMAS.
Vorlage S. 534
569
Jetzt mag der keine Freund'!
Vorlage S. 534
570
PETER.
Vorlage S. 534
571
Oh, ich hab' zwei, die ich schon mag, bewährte tüchtige Kerln, die plagen sich für mich, die Freund', dass mir nix abgeht, sind den ganzen Tag bei der Hand, für mich zu arbeiten, nehmen sich auch an um mich, schlagen den nieder, der mir was tun will –
Vorlage S. 534
572
THOMAS.
Vorlage S. 534
573
Und die zwei Freund', sind das keine Reichen?
Vorlage S. 534
574
PETER.
Vorlage S. 534
575
Nein, Arme sind's – Seine Arme weisend. die zwei. Mit denen hab' ich mich und mein' Schwester erhalten, mit denen hab' ich das, was ihr der Vater hinterlassen hat, vermehrt, dass sie ein anständiges Heiratsgut hat.
Vorlage S. 534
576
THOMAS
Vorlage S. 534
577
freudig gerührt.
Vorlage S. 534
578
Mit dem sie meinen Sohn vom Militär loskauft.
Vorlage S. 534
579
PETER.
Vorlage S. 534
580
Es ist eigentlich nur eine Transferierung, von seinem Regiment kommt er unter ihres.
Vorlage S. 534
581
THOMAS.
Vorlage S. 534
582
Dort nehmen s' einen Ersatzmann an.
Vorlage S. 534
583
PETER.
Vorlage S. 535
584
Ihr aber wär' kein Mann Ersatz, da muss es akkurat dein Josef sein.
Vorlage S. 535
585
THOMAS.
Vorlage S. 535
586
Mein Sohn kann von Glück reden, so einen Schwagern z' krieg'n und so a Braut.
Vorlage S. 535
587
PETER.
Vorlage S. 535
Iwan Schischkin und Konstantin Sawizki – Waldlandschaft mit Bären, 1889. Motivvergleich; keine Darstellung der Figuren dieses Buches.
Kontextbild zum Werk. Morgen im Kiefernwald · Ivan Shishkin / Konstantin Savitsky · Public domain Bildquelle ↗
588
's letzte lass' ich gelten.
Vorlage S. 535
589
THOMAS.
Vorlage S. 535
590
Geh, sollst auch heiraten, vielleicht machst auch so a Glück.
Vorlage S. 535
591
PETER.
Vorlage S. 535
592
Hm, das wird's nicht tun; – mir haben die Lehrer in der Schul' schon 's Glück abg'sprochen. »Das is a g'scheiter Bub!« – haben s' gesagt, und da is 's schon vorbei. Schau s' nur an beim Gipsmann, so a Fortuna; die hohle Kugel, über der sie schwebt, is das Sinnbild von ihre Favoritköpf'.
Vorlage S. 535
593
THOMAS.
Vorlage S. 535
594
Und wenn's auch just nicht ein Engel wie die Klara is; denn die is eigentlich zu gut, zu edel für unsereinen –
Vorlage S. 535
595
PETER.
Vorlage S. 535
596
Das is a dalkete Red'! Das wär' sehr traurig, wenn der Unbedeutende nicht auch Anspruch auf ein braves Mädl hätt'; und bei diesem Anspruch bescheiden sein, wär' eher eine Niederträchtigkeit als eine Tugend. In gar vielem kann und soll sich der Mensch behelfen, sich mit dem Minderen begnügen, wenn er 's Bessere nicht haben kann. Wer's auf kein' Paperl bringt, der spendiert sich zwei Laubfrösch' vors Fenster – wer kein'n Kammerdiener hat, kauft sich ein' Stiefelknecht um sechs Groschen – wer nicht als nobler Kridatar auf seine neugekaufte Villa in d' Schweiz kann fahren, der geht dem Schuster mit a paar Juchtene durch – wer eine Neapelreis' z'kostspielig find't, um den feuerspeienden Vesuv zu sehen, der schaut sich um a zornige Kräutlerin um – kurz, für alles hat der Geringere ein Surrogat und kann das Echte dem Höhern überlassen; – aber was den Punkt der Familienehre betrifft, da steht der Unbedeutende dem Größten gleich und hat ebensogut das Recht, das Makelloseste zu begehren. Jetzt komm auf a Glas Wein.
Vorlage S. 535
597
Beide gehen ins Wirtshaus ab.
Vorlage S. 535
598
Fünfzehnte Szene
Vorlage S. 535
599
Frau Hußbergerin, Hansi.
Vorlage S. 536
600
FRAU HUSSBERGERIN
Vorlage S. 536
601
mit einer leeren Flasche in der Hand, aus dem Haustore im Prospekt kommend, zu Hansi, welcher sich an ihrer Schürze festhält.
Vorlage S. 536
602
Der Bub kann nimmer schaun vor Schlaf und rennt mir bis auf d' Gassen nach.
Vorlage S. 536
603
HANSI.
Vorlage S. 536
604
Weil ich mich vor die G'spenster fürcht'.
Vorlage S. 536
605
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 536
606
Du sollst schon lang im Bett liegen.
Vorlage S. 536
607
HANSI.
Vorlage S. 536
608
Wie ich im Bett lieg', kommen die G'spenster.
Vorlage S. 536
609
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 536
610
Wennst mit 'n Fürchten nicht aufhörst, so schick' ich den Schwarzen über dich mit 'n großen Sack, da steckt er dich hinein und tragt dich in 'n Wald hinaus.
Vorlage S. 536
611
HANSI
Vorlage S. 536
612
halb weinend.
Vorlage S. 536
613
Uh mein!
Vorlage S. 536
614
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 536
615
Begreif' nicht, wie der Bub so furchtsam worden is. Da bleibst, bis ich herauskomm'! Geht in das Gasthaus.
Vorlage S. 536
616
Sechzehnte Szene
Vorlage S. 536
617
Hansi, dann Puffmann.
Vorlage S. 536
618
HANSI.
Vorlage S. 536
619
Wenn's nur keine Finsternis gäbet, da müssten s' alle hin werd'n, die G'spenster, Sich auf den Eckstein neben dem Gasthaus setzend. denn die G'spenster leben von der Finsternis. Gähnt. D' Augen recht zudrucken, das is das beste – da – da verschwinden s' – alle nacheinand' – Schläft ein.
Vorlage S. 536
620
PUFFMANN
Vorlage S. 536
621
von Seite rechts auftretend in großer Aufregung.
Vorlage S. 536
622
Ich find' nix, ich weiß nix, und es fallt mir nix ein! – Der ganze Plebs schlaft schon und denkt nicht, dass er mir eine Ausred' liefern soll –! Nach dem erleuchteten Fenster links im Prospekt im ersten Stockwerke sehend. Da is noch ein Licht – wahrscheinlich die Kreuzerkerzen eines alten Flickschneiders. – Es zeigt sich der Schatten eines Frauenzimmers am Vorhang des Fensters. Halt – der Schatten – diese Umrisse – bei keiner Beleuchtung kann ein Flickschneider so einen Schatten werfen. Da wohnt ein Geschöpf – Von einer Idee ergriffen. ha ich hab's! – Das Geschöpf mit die Umrisse reißt mich heraus! Ein paar Schritte auf und nieder gehend und so Hansi bemerkend. Was is denn das? Da schlaft ein kleiner Bub. – Kolossale Idee! – Der is mein Zeuge! Auf das Fenster zeigend. Dort die Ausrede, Auf Hansi zeigend. hier der Beweis! Rüttelt Hansi am Arm. He – Bursch! Was machst du da?!
Vorlage S. 536
623
HANSI
Vorlage S. 537
624
aufwachend und erschreckend.
Vorlage S. 537
625
Auweh! – Der Schwarze!!
Vorlage S. 537
626
PUFFMANN.
Vorlage S. 537
627
Wirst still sein!
Vorlage S. 537
628
HANSI
Vorlage S. 537
629
weinend.
Vorlage S. 537
630
Nur nicht in 'n Sack stecken und in 'n Wald hinaustragen.
Vorlage S. 537
631
PUFFMANN.
Vorlage S. 537
632
Du unterstehst dich, mir aufzupassen?
Vorlage S. 537
633
HANSI
Vorlage S. 537
634
ängstlich.
Vorlage S. 537
635
Ich hab' geschlafen.
Vorlage S. 537
636
PUFFMANN.
Vorlage S. 537
637
Nicht wahr is's! Du willst sehn, wer da oben – Ihn scharf anfahrend. wer logiert da oben? Auf das erleuchtete Fenster zeigend.
Vorlage S. 537
638
HANSI.
Vorlage S. 537
639
D' Mamsell Klara; dem Peter Span seine Schwester.
Vorlage S. 537
640
PUFFMANN.
Vorlage S. 537
641
Aha! Für sich. Bravissimo! Ich hab' alles, was ich brauch'! Zu Hansi. Und du, neugieriger Spitzbub', passt auf, wer bei ihr is?!
Vorlage S. 537
642
HANSI.
Vorlage S. 537
643
Ich pass' auf mein' Frau Mutter.
Vorlage S. 537
644
PUFFMANN
Vorlage S. 537
645
in barschem Ton.
Vorlage S. 537
646
Du hast es g'sehn, dass ich von der Mamsell Klara komm'!
Vorlage S. 537
647
HANSI.
Vorlage S. 537
648
Ich hab' g'schlafen.
Vorlage S. 537
649
PUFFMANN
Vorlage S. 537
650
heftig.
Vorlage S. 537
651
Du warst wach und hast mich von ihr herausgehn g'sehn – gesteh's oder ich dreh' dir's G'nack um.
Vorlage S. 537
652
HANSI.
Vorlage S. 537
653
Ja, ich hab's g'sehn.
Vorlage S. 537
654
PUFFMANN
Vorlage S. 538
655
plötzlich in freundlichem Ton.
Vorlage S. 538
656
Ach, jetzt lasst sich reden mit dir. Sehr freundlich. Weißt was, Buberl, du musst das nicht jedem auf die Nasen binden, dass ich bei der Mamsell Klara war! Und wenn du recht schön verschwiegen sein willst und nix sagst, dass du mich g'sehn hast von der Mamsell Klara herausgehn, so schenk' ich dir diese drei glänzenden funkelnagelneuen Silbertaler.
Vorlage S. 538
657
HANSI
Vorlage S. 538
658
voll Freude.
Vorlage S. 538
659
O mein! Die gehören mein?!
Vorlage S. 538
660
PUFFMANN.
Vorlage S. 538
661
Alle drei!
Vorlage S. 538
662
HANSI
Vorlage S. 538
663
jubelnd.
Vorlage S. 538
664
Jetzt kauf' ich der Frau Mutter a Haus.
Vorlage S. 538
665
PUFFMANN.
Vorlage S. 538
666
Aber nix sagen, woher du das Geld hast! Für sich. Seine Mutter kitzelt ihm's schon heraus. Der Alibi-Beweis steht juridisch fest. Triumph der praktisch-kasuistischen Genialität! Eilt nach links ab.
Vorlage S. 538
667
Siebzehnte Szene
Vorlage S. 538
668
Hansi, dann Frau Hußbergerin.
Vorlage S. 538
669
HANSI
Vorlage S. 538
670
allein.
Vorlage S. 538
671
Juchhe! Ich war ein armer Bub und jetzt bin ich ein reicher Mann! – Und ich hab' ihn richtig da herauskommen g'sehn, ich hab's nur im ersten Schlaf nicht recht g'merkt, dass ich munter bin. Springend. Juchhe!
Vorlage S. 538
672
FRAU HUSSBERGERIN
Vorlage S. 538
673
aus dem Gasthause mit der gefüllten Flasche.
Vorlage S. 538
674
Was treibt denn der Bub? Wirst still sein so spät auf d' Nacht! Ihn erschrecken wollend. Er wird gleich kommen!
Vorlage S. 538
675
HANSI.
Vorlage S. 538
676
Anpumpt! Er war schon da.
Vorlage S. 538
677
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 538
678
Wer?
Vorlage S. 538
679
HANSI.
Vorlage S. 538
680
Der Schwarze! Und da schau' d' Frau Mutter her! Ihr die Taler zeigend. Eintausend, zweitausend, dreitausend!
Vorlage S. 538
681
FRAU HUSSBERGERIN
Vorlage S. 538
682
das Geld nehmend.
Vorlage S. 538
683
Was is denn das?!
Vorlage S. 538
684
HANSI.
Vorlage S. 538
685
Achtgeb'n, da gilt jedes Stückl viele tausend Dukaten.
Vorlage S. 538
686
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 539
687
Wie kommst du denn zu dem Geld?
Vorlage S. 539
688
HANSI.
Vorlage S. 539
689
Der Schwarze hat mir's geben.
Vorlage S. 539
690
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 539
691
Bub, wennst nicht ordentlich red'st –
Vorlage S. 539
692
HANSI.
Vorlage S. 539
693
Wann ich aber schon sag', der Schwarze!
Vorlage S. 539
694
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 539
695
Willst du dein' Mutter für ein' Narren halten?!
Vorlage S. 539
696
HANSI.
Vorlage S. 539
697
Ich darf nix verraten!
Vorlage S. 539
698
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 539
699
Verraten? Von wem?
Vorlage S. 539
700
HANSI.
Vorlage S. 539
701
Vom Schwarzen.
Vorlage S. 539
702
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 539
703
Na, wart', der Scheckel wird gleich alles herausbringen aus dir!
Vorlage S. 539
704
HANSI.
Vorlage S. 539
705
Nein, nein, Frau Mutter, ich sag's schon so. Er is bei der Mamsell Klara g'wesen.
Vorlage S. 539
706
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 539
707
Wer?
Vorlage S. 539
708
HANSI.
Vorlage S. 539
709
Der Schwarze! Ich hab' ihn herausgehn g'sehn, und da hat er mir die Menge Geld gegeben, dass i nix verrat'.
Vorlage S. 539
710
FRAU HUSSBERGERIN
Vorlage S. 539
711
staunend.
Vorlage S. 539
712
Was? Beim Span seiner Schwester?
Vorlage S. 539
713
HANSI.
Vorlage S. 539
714
Still! –
Vorlage S. 539
715
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 539
716
Ah, da trifft mich der Schlag! Das wär' das Allerneueste! Ah, da muss ich gleich –! Eilt zu einem Fenster des Hauses rechts und klopft an. Frau Flachsin! Liegt d' Frau Flachsin schon im Bett? – Komm' d' Frau Flachsin a wenig heraus! – Zu Hansi. Geh her, Hansi! Wie hat er denn ausg'schaut?
Vorlage S. 539
717
HANSI.
Vorlage S. 539
718
Schwarz!
Vorlage S. 539
719
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 539
720
Als wie a Schlosser?
Vorlage S. 539
721
HANSI.
Vorlage S. 539
722
Nein.
Vorlage S. 539
723
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 539
724
Oder wie a Rauchfangkehrer?
Vorlage S. 539
725
HANSI.
Vorlage S. 539
726
Nein, als wie a nobler Herr.
Vorlage S. 539
727
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 539
728
Nobler Herr –?! – Ah, das is zum Fraiskriegen!
Vorlage S. 539
729
Achtzehnte Szene
Vorlage S. 539
730
Frau Flachsin; Vorige.
Vorlage S. 540
731
FRAU FLACHSIN
Vorlage S. 540
732
eilig aus dem Hause rechts kommend.
Vorlage S. 540
733
Na, was is's denn, Frau Hußbergerin?
Vorlage S. 540
734
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 540
735
Frau Flachsin – Nachbarin – was glaubt die Frau Flachsin?
Vorlage S. 540
736
FRAU FLACHSIN
Vorlage S. 540
737
neugierig.
Vorlage S. 540
738
Na?
Vorlage S. 540
739
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 540
740
A vornehmer Herr war bei der Jungfer Klara.
Vorlage S. 540
741
FRAU FLACHSIN
Vorlage S. 540
742
die Hände zusammenschlagend.
Vorlage S. 540
743
Was –?!
Vorlage S. 540
744
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 540
745
Meinem Buben hat er drei harte Taler geschenkt, dass er nix sagen soll.
Vorlage S. 540
746
FRAU FLACHSIN.
Vorlage S. 540
747
Jetzt sixt es, da hast es! – Die Klarl! Aber hab' ich's nicht allweil g'sagt –?! Na, wann das die Küblerischen hören! – Eilt zu einem Fenster im Prospekte rechts und ruft. Küblerin! Herr Kübler! – G'schwind, geschwind!! – Vorkommend zur Hußbergerin. Sie sitzen noch beim Essen, ich hör' Teller scheppern.
Vorlage S. 540
748
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 540
749
Die essen doch von fruh bis in die sinkende Nacht.
Vorlage S. 540
750
FRAU FLACHSIN.
Vorlage S. 540
751
Nein, wer hätt' sich das denkt! D' Mamsell Klarl!
Vorlage S. 540
752
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 540
753
So muss man den Leuten auf d' Schlich' kommen.
Vorlage S. 540
754
Neunzehnte Szene
Vorlage S. 540
755
Kübler und Frau Küblerin er im Schlafrock, eilig aus dem Hause kommend; Vorige.
Vorlage S. 540
756
KÜBLER.
Vorlage S. 540
757
Was ist's?
Vorlage S. 540
758
FRAU KÜBLERIN.
Vorlage S. 540
759
Was gibt's denn?
Vorlage S. 540
760
FRAU FLACHSIN.
Vorlage S. 540
761
Eine entlarvte Heuchlerin gibt's!
Vorlage S. 540
762
KÜBLER
Vorlage S. 541
763
äußerst neugierig.
Vorlage S. 541
764
Wie, was, wann, wo?
Vorlage S. 541
765
FRAU HUSSBERGERIN
Vorlage S. 541
766
auf Klaras Fenster zeigend.
Vorlage S. 541
767
Da droben!
Vorlage S. 541
768
FRAU FLACHSIN.
Vorlage S. 541
769
Grad is er heruntergekommen und hat den Hußbergerischen Hansi beschenkt.
Vorlage S. 541
770
KÜBLER UND FRAU KÜBLERIN.
Vorlage S. 541
771
Wer?
Vorlage S. 541
772
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 541
773
Ein fremder Baron.
Vorlage S. 541
774
Zwanzigste Szene
Vorlage S. 541
775
Frau Schmalzerin; Vorige.
Vorlage S. 541
776
FRAU SCHMALZERIN
Vorlage S. 541
777
erscheint mit Nachthaube am Fenster im Hause rechts vorne an der Kulisse im ersten Stock.
Vorlage S. 541
778
Küblerin, Flachsin, Hußbergerin, was habts denn da drunten?
Vorlage S. 541
779
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 541
780
Eine Neuigkeit!
Vorlage S. 541
781
FRAU SCHMALZERIN.
Vorlage S. 541
782
Ihr sagts ein' ja gar nix.
Vorlage S. 541
783
KÜBLER.
Vorlage S. 541
784
Bei der Mamsell Klara war ein junger Graf und hat dem Hußbergerischen Bub'n einen ganzen Hut voll Gold und Silber g'schenkt, dass er nichts verrat't.
Vorlage S. 541
785
FRAU SCHMALZERIN.
Vorlage S. 541
786
Mir verschlagt's die Red' –! Noch am Fenster. Ich komm' gleich! Zieht sich zurück und ruft von innen. He, Schmalzer! Steh auf!
Vorlage S. 541
787
Einundzwanzigste Szene
Vorlage S. 541
788
Die Vorigen ohne Frau Schmalzerin.
Vorlage S. 541
789
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 541
790
's kommt halt doch alles auf mein' Red' heraus.
Vorlage S. 541
791
FRAU KÜBLERIN.
Vorlage S. 541
792
Die stille Jungfrau Klara!
Vorlage S. 541
793
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 541
794
»In der Still und in der G'ham« – über das Sprichwort steht gar nix auf.
Vorlage S. 541
795
KÜBLER.
Vorlage S. 541
796
Diese Augenniederschlagerinnen, diese Nichtauffünfzählenkönnerinnen, das waren von jeher die Ärgsten.
Vorlage S. 541
797
Zweiundzwanzigste Szene
Vorlage S. 541
798
Frau Schmalzerin, Schmalzer; Vorige.
Vorlage S. 542
799
FRAU SCHMALZERIN.
Vorlage S. 542
800
Also, wie war der Hergang?
Vorlage S. 542
801
SCHMALZER.
Vorlage S. 542
802
Große Neuigkeiten muss man haarklein erzählen.
Vorlage S. 542
803
FRAU HUSSBERGERIN
Vorlage S. 542
804
nach der Gasthaustüre sehend.
Vorlage S. 542
805
Still – ich glaub', er kommt.
Vorlage S. 542
806
ALLE.
Vorlage S. 542
807
Wer?
Vorlage S. 542
808
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 542
809
Der Mussi Bruder, der allweil so achtgibt auf sie!
Vorlage S. 542
810
KÜBLER.
Vorlage S. 542
811
Dass kein Hauch der Verführung auf das Kleinod blast.
Vorlage S. 542
812
FRAU FLACHSIN.
Vorlage S. 542
813
Sehr gut gegeben!
Vorlage S. 542
814
FRAU HUSSBERGERIN.
Vorlage S. 542
815
Der künftige Schwiegervater ist auch dabei.
Vorlage S. 542
816
SCHMALZER.
Vorlage S. 542
817
Gehn wir da ins Haus hinein, dass wir sehen –
Vorlage S. 542
818
Alle ziehen sich in das offene Haustor in der Mitte des Prospektes.
Vorlage S. 542
819
Dreiundzwanzigste Szene
Vorlage S. 542
820
Peter, Thomas; Vorige im Hintergrunde.
Vorlage S. 542
821
PETER
Vorlage S. 542
822
mit Thomas aus dem Gasthause kommend.
Vorlage S. 542
823
's ist Zeit, meine Schwester wird eh' schon Ängsten haben.
Vorlage S. 542
824
THOMAS.
Vorlage S. 542
825
Dass du ja nicht vergisst, ich lass' ihr a gute Nacht wünschen.
Vorlage S. 542
826
PETER.
Vorlage S. 542
827
Die wird sie auf alle Fäll' haben. Arbeitsam, g'sund und a guts Gewissen, wo kommt da a schlechte Nacht her?
Vorlage S. 542
828
Alle, im Hintergrund innerhalb des Haustores, kichern und lachen.
Vorlage S. 542
829
THOMAS
Vorlage S. 542
830
sich umsehend.
Vorlage S. 542
831
Wegen was lachen denn die da?
Vorlage S. 542
832
PETER.
Vorlage S. 543
833
Was kümmert das uns? Unter andern, morgen holen wir dich zum Kirchtag ab.
Vorlage S. 543
834
THOMAS.
Vorlage S. 543
835
Nimmst deine Schwester mit?
Vorlage S. 543
836
PETER.
Vorlage S. 543
837
Freilich.
Vorlage S. 543
838
THOMAS.
Vorlage S. 543
839
Das is g'scheit; 's arme Madl hat eh' ka Freud'.
Vorlage S. 543
840
Alle lachen wie früher.
Vorlage S. 543
841
THOMAS
Vorlage S. 543
842
sich ärgerlich umsehend.
Vorlage S. 543
843
Was s' denn nur allweil z' lachen haben?
Vorlage S. 543
844
PETER.
Vorlage S. 543
845
Ist besser, sie lachen, als sie schneiden den Leuten die Ehr' ab.
Vorlage S. 543
846
THOMAS.
Vorlage S. 543
847
Da scheint sich aber beides zu vereinen.
Vorlage S. 543
848
PETER
Vorlage S. 543
849
das frühere Gespräch aufnehmend.
Vorlage S. 543
850
Viel Unterhaltung wird's wohl für mein' Schwester nicht sein ohne dein' Sohn, ihren einzigen Tänzer, ihr'n Josef.
Vorlage S. 543
851
THOMAS.
Vorlage S. 543
852
A paarmal umundum riskier' ich mit ihr.
Vorlage S. 543
853
PETER.
Vorlage S. 543
854
Ah, beim Schwiegervater, da wird sie a Ausnahm' machen, aber mit ein' Fremden tanzet sie um kein' Preis.
Vorlage S. 543
855
Alle lachen wie früher, doch lauter.
Vorlage S. 543
856
THOMAS.
Vorlage S. 543
857
Aber schon wiederum – jetzt werd' ich bald schiech werd'n. Fährt auf, als ob er nach dem Hintergrunde wollte.
Vorlage S. 543
858
PETER
Vorlage S. 543
859
ihn besänftigend.
Vorlage S. 543
860
Wir wissen, wir haben nichts Lächerliches an uns, also –
Vorlage S. 543
861
THOMAS.
Vorlage S. 543
862
Schau nach, vielleicht hat mir wer einen Esel auf 'n Buckel zeichnet.
Vorlage S. 543
863
PETER.
Vorlage S. 543
864
Ach, wer sollt' denn so was –?
Vorlage S. 543
865
THOMAS.
Vorlage S. 543
866
Ich red' aus Erfahrung, es gibt Witzköpfe –
Vorlage S. 543
867
PETER.
Vorlage S. 543
868
Nein, nein, 's is nix!
Vorlage S. 543
869
THOMAS.
Vorlage S. 543
870
Was haben s' denn nachher?
Vorlage S. 543
871
PETER.
Vorlage S. 543
872
Vielleicht wird jetzt die Walpurgisnacht im September zelebriert; wer kann in diese Verhältnis se dringen?
Vorlage S. 543
873
THOMAS.
Vorlage S. 543
874
's sein aber Männer auch dabei.
Vorlage S. 543
875
PETER.
Vorlage S. 544
876
Um so schauerlicher, denn das is a alte Wahrheit: über ein altes Weib geht nix als ein Mann, der ein altes Weib is! Gute Nacht!
Vorlage S. 544
877
THOMAS.
Vorlage S. 544
878
Gehn wir nach Haus!
Vorlage S. 544
879
Peter geht in die Haustüre links im Prospekt, Thomas rechts im Vordergrunde. Die übrigen Anwesenden kommen hervor, indem sie spöttisch auf Thomas und Peter zeigen und lachen. – Die Musik fällt ein.
Vorlage S. 544
880
Der Vorhang fällt.
Vorlage S. 544

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Wenn man nur ihrer …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Recht so, er verdient es, der Sklave seines Sklaven zu sein, weil er die Rosenfesseln drückend fand, mit welchen damals ein liebend Mädchen ihn umschlingen wollte.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Da rennt einer mit so ein' Bünkel voll Kleider Und hat gar keine Aussicht, a Geld z' kriegen, der Schneider –«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Und wenn's auch just nicht ein Engel wie die Klara is; denn die is eigentlich zu gut, zu edel für unsereinen –« B: »Aber jetzt, lieber Zimmermann, Er wird am besten wissen, wo der Zimmermann 's Loch g'macht hat.« C: »Es ist eine Genugtuung, die ich mir selbst schuldig war, dass ich vereint mit Ihnen wirkte im Zerstörungsplan seiner Wünsche.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Hm, das wird's nicht tun; – mir haben die …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Und wenn's auch just nicht ein Engel wie die Klara is; denn die is […] zu gut, zu edel für unsereinen –«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Weil er am Sekretär so ein' Narr'n g'fressen hat.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »»In der Still und in der G'ham« – …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Nun wird es Zeit sein – alle Vorkehrungen sind getroffen. – Sich nochmals vorsichtig umsehend. Ich gebe ihm das Zeichen. Klatscht dreimal in die Hände.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Still, kein Wort mehr! Ich habe nichts gehört ich weiß nichts – ich will nichts wissen – Gott, wenn die Gerichte – ich bin des Todes! Eilt nach rechts ab.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Um so schauerlicher, denn das is a alte Wahrheit: über ein altes Weib geht nix als ein Mann, der ein altes Weib is! Gute Nacht!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Er fangt mich solo!– Laut zu Thomas mit innerer Angst. Hat Er gehört, was dahier –«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Noch in dieser Stunde werden wir über der Grenze getraut – oh, zögere nicht – komm, Geliebte! Führt sie Seite links ab.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Was Vorsicht, was Rücksicht! Wer mitten in Millionen drinnen steht, der sieht vor sich und hinter sich nur Millionen und braucht […]« und »Es ist eigentlich nur eine Transferierung, von seinem Regiment kommt er unter ihres.«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Peter geht in die Haustüre links im Prospekt, Thomas rechts im Vordergrunde. Die übrigen Anwesenden kommen hervor, indem sie spöttisch auf Thomas und Peter zeigen und lachen. – Die Musik fällt ein.« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Nun wird es Zeit sein – alle Vorkehrungen sind getroffen. – Sich nochmals vorsichtig umsehend. Ich gebe ihm […]« / »Peter geht in die Haustüre links im Prospekt, Thomas rechts im Vordergrunde. Die übrigen Anwesenden kommen […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Nun wird es Zeit sein – alle Vorkehrungen sind getroffen. – Sich nochmals vorsichtig umsehend.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Doch wann so vom Dach sich mein Kopf herabbeugt,«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Um so schauerlicher, denn das is a alte Wahrheit: über ein altes Weib geht nix als ein Mann, der ein altes Weib is!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Der Unbedeutende von Nestroy, Johann ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Der Unbedeutende

Johann Nestroy: Gesammelte Werke. Ausgabe in sechs Bänden, Wien: Verlag von Anton Schroll & Co., 1962. Nestroy, Johann 514- Wien

Das Werk Der Unbedeutende von Nestroy, Johann ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.