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Buch - Der Talisman - Nestroy, Johann

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Originalwerk · Lesefassung

Der Talisman

Nestroy, Johann · 1840

Der Talisman von Nestroy, Johann. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–135 Abschnitte
Porträt von Nestroy, Johann; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Nestroy, Johann · Unknown photographer · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 5

1. Akt

1
Erster Auftritt
Vorlage S. 244
2
Bauernmädchen, darunter Hannerl, treten während dem Ritornell des folgenden Chores aus dem Hintergrunde links auf.
Vorlage S. 244
3
Chor.
Vorlage S. 244
4
DIE MÄDCHEN.
Vorlage S. 244
5
Au'm Nachkirtag tanzt man schon in aller Fruh',
Vorlage S. 244
6
Dort kommen die Burschen und holen uns dazu.
Vorlage S. 244
7
DIE BAUERNBURSCHE
Vorlage S. 244
8
darunter Christoph und Hanns von der Seite rechts auftretend.
Vorlage S. 244
9
Wo bleibt's denn? Lasst keine sich sehn, das ist schön,
Vorlage S. 244
10
Au'm Tanzboden tut's drüber und drunter schon gehn.
Vorlage S. 244
11
DIE MÄDCHEN.
Vorlage S. 244
12
Wir sind schon bereit.
Vorlage S. 244
13
DIE BURSCHE.
Vorlage S. 244
14
So kommt's, es ist Zeit.
Vorlage S. 244
15
ALLE.
Vorlage S. 244
16
Es hat jed's sein' Gegenteil, die Wahl ist nit schwer,
Vorlage S. 244
17
D' Musikanten soll'n aufspiel'n, heut geht's lustig her.
Vorlage S. 244
18
CHRISTOPH
Vorlage S. 244
19
zu einem Bauernmädchen.
Vorlage S. 244
20
Wir zwei tanzen miteinand'.
Vorlage S. 244
21
HANNS
Vorlage S. 244
22
zu einer anderen.
Vorlage S. 244
23
Wir zwei sind schon seit zehn Kirtäg ein Paar.
Vorlage S. 244
24
HANNERL
Vorlage S. 244
25
zu einem Burschen.
Vorlage S. 244
26
Ich tanz' auf der Welt mit kein'm andern, als mit dir.
Vorlage S. 244
27
CHRISTOPH
Vorlage S. 244
28
nach links, in den Hintergrund sehend.
Vorlage S. 244
29
Da schaut's, da kommt die Salome.
Vorlage S. 244
30
HANNERL.
Vorlage S. 245
31
Mit die baßgeig'nfarbnen Haar'.
Vorlage S. 245
32
CHRISTOPH.
Vorlage S. 245
33
Was will denn die auf'm Kirtag.
Vorlage S. 245
34
HANNERL.
Vorlage S. 245
35
Eure Herzen anbrandeln, das is doch klar.
Vorlage S. 245
36
Zweiter Auftritt
Vorlage S. 245
37
Vorige. Salome.
Vorlage S. 245
38
SALOME
Vorlage S. 245
39
in ärmlich ländlichem Anzug und rote Haare, kommt aus dem Hintergrunde links.
Vorlage S. 245
40
Da geht's ja gar lustig zu; wird schon au'm Tanzboden 'gangen, net wahr?
Vorlage S. 245
41
CHRISTOPH
Vorlage S. 245
42
kalt.
Vorlage S. 245
43
Is möglich.
Vorlage S. 245
44
SALOME.
Vorlage S. 245
45
Ös werdt's doch nix dagegen hab'n, wenn ich auch mitgeh'?
Vorlage S. 245
46
HANNS.
Vorlage S. 245
47
No ja, – warum net, – mitgehn kann jed's.
Vorlage S. 245
48
CHRISTOPH
Vorlage S. 245
49
mit Beziehung auf ihre Haare.
Vorlage S. 245
50
Aber's is weg'n der Feuersg'fahr.
Vorlage S. 245
51
HANNS
Vorlage S. 245
52
ebenso.
Vorlage S. 245
53
Es is der Wachter dort –
Vorlage S. 245
54
CHRISTOPH
Vorlage S. 245
55
wie oben.
Vorlage S. 245
56
Und der hat ein'n starken Verdacht auf dich; du hast deine Gäns' beim Stadl vorbeitrieben, der vorgestern abbrennt is.
Vorlage S. 245
57
HANNERL.
Vorlage S. 245
58
Und da glaubt man, du hast'n anzund'n mit deiner Frisur.
Vorlage S. 245
59
SALOME.
Vorlage S. 245
60
Das is recht abscheulich, was ihr immer habt's über mich; – aber freilich, ich bin die einzige im Ort, die solche Haare hat. Für die Schönste wollt's mich nicht gelten lassen, drum setzt's mich als die Wildeste herab.
Vorlage S. 245
61
DIE MÄDCHEN.
Vorlage S. 245
62
Ah, das is der Müh' wert, die wollt' die Schönste sein!
Vorlage S. 245
63
CHRISTOPH
Vorlage S. 245
64
zu Salome.
Vorlage S. 245
65
Schau halt, dass d' ein Tänzer find'st.
Vorlage S. 245
66
SEPPEL
Vorlage S. 245
67
ein sehr häßlicher Bursch.
Vorlage S. 245
68
Ich tanz' mit ihr, was kann mir denn g'schehn?
Vorlage S. 245
69
CHRISTOPH.
Vorlage S. 245
70
Was fallt dir denn ein? Ein Kerl wie du, wird doch eine andere krieg'n?
Vorlage S. 245
71
SEPPEL.
Vorlage S. 245
72
Is auch wahr, man muss sich nit wegwerfen.
Vorlage S. 245
73
HANNS.
Vorlage S. 245
74
Vorwärts! brodelt's nit so lang herum.
Vorlage S. 245
75
ALLE.
Vorlage S. 245
76
Au'm Tanzbod'n! Juhe! zum Tanz!
Vorlage S. 245
77
Alle rechts im Hintergrunde ab.
Vorlage S. 245
78
Dritter Auftritt
Vorlage S. 246
79
Salome allein.
Vorlage S. 246
80
SALOME.
Vorlage S. 246
81
Ich bleib' halt wieder allein z'ruck! Und warum? weil ich die rotkopfete Salome bin. Rot ist doch g'wiß ein' schöne Farb', die schönsten Blumen sein die Rosen, und die Rosen sein rot. Das Schönste auf der Welt ist der Morgen, und der kündigt sich an durch das prächtigste Rot. Die Wolken sind doch g'wiß keine schöne Erfindung, und sogar die Wolken sein schön, wann s' in der Abendsonn' brennrot dastehn am Himmel; drum sag' ich, wer geg'n die rote Farb' was hat, der weiß net, was schön is. Aber was nutzt mich das alles, ich hab' doch kein'n, der mich auf den Kirtag führt; – ich könnt' allein hingehn, – da spotten wieder die Madeln über mich, lachen und schnattern. Ich geh' zu meine Gäns', die schnattern doch nicht aus Bosheit, wann s' mich sehn, und wann ich ihnen's Futter bring', schaun s' mir auf d' Händ' und net auf'n Kopf. Sie geht rechts im Vordergrunde ab.
Vorlage S. 246
82
Vierter Auftritt
Vorlage S. 246
83
Flora und Plutzerkern kommen aus dem Hintergrunde links. Plutzerkern trägt einen bepackten Korb.
Vorlage S. 246
84
FLORA
Vorlage S. 246
85
ärgerlich.
Vorlage S. 246
86
Nein, das is wirklich arg! das bisserl Weg von der Stadt fünf Viertelstund herausfahren; schamen soll sich so ein Stellwagen.
Vorlage S. 246
87
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 246
88
Warum denn? Er heißt ja deßtwegen Stellwagen, weil er von der Stell' nicht weiterkommt.
Vorlage S. 246
89
FLORA.
Vorlage S. 246
90
Schad', dass du mit deiner Langsamkeit kein Stellwag'n worden bist.
Vorlage S. 246
91
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 246
92
Dazu fehlet mir die Pfiffigkeit. Ein Stellwagen is das pfiffigste Wesen auf der Welt, weil er ohne Unterschied des Standes jeden Menschen aufsitzen lasst.
Vorlage S. 246
93
FLORA.
Vorlage S. 246
94
Ich glaub', du hast wieder dein'n witzigen Tag, da bist du noch unerträglicher als gewöhnlich.
Vorlage S. 246
95
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 247
96
Schimpfen S' zu, lassen S' Ihre Gall aus an mir; lang wird's so net mehr dauern.
Vorlage S. 247
97
FLORA.
Vorlage S. 247
98
Willst du etwa aus dem Dienst der gnädigen Frau gehn? Das wär' g'scheit.
Vorlage S. 247
99
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 247
100
O nein; aber Sie werden gewiss bald heiraten, dann ist Ihrer Sekkatur ein neues Feld eröffnet, und ich bin nicht mehr der Spielraum Ihrer Z'widrigkeit.
Vorlage S. 247
101
FLORA.
Vorlage S. 247
102
Dummer Mensch! Ich werde mich nie mehr verheiraten, ich bleib' meinem Verstorbenen getreu.
Vorlage S. 247
103
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 247
104
Vielleicht erkennt er's nach sein'm Tod; bei Lebzeit'n hat er's nie recht glauben wollen.
Vorlage S. 247
105
FLORA.
Vorlage S. 247
106
Wenn ich die gnädige Frau wär', ich hätt' Ihn schon lang gejagt.
Vorlage S. 247
107
PLUTZERKERN
Vorlage S. 247
108
mit Beziehung.
Vorlage S. 247
109
Wenn ich die gnädige Frau wäre, blieb auch nicht alles im Haus.
Vorlage S. 247
110
FLORA.
Vorlage S. 247
111
Wer weiß, ob Er nicht bald springt. Ich hab' die Erlaubnis, einen flinken, rüstigen Burschen aufzunehmen.
Vorlage S. 247
112
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 247
113
Das is recht, dann is doch die Plag' nicht mehr so groß; ich gieß den Winterradi, mehr Einfluss verlang' ich mir net.
Vorlage S. 247
114
FLORA.
Vorlage S. 247
115
Geh' Er jetzt zum G'vatter Polz, der will mir einen Gartenknecht rekommandieren.
Vorlage S. 247
116
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 247
117
Gut; vielleicht wird aus dem Knecht Ihr künftiger Herr.
Vorlage S. 247
118
FLORA.
Vorlage S. 247
119
Warum nicht gar! Von mir bekommt jeder einen Korb.
Vorlage S. 247
120
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 247
121
Leider, das g'spür' ich; jetzt müssen Sie ihn aber wieder nehmen, wenn ich zum G'vattern soll.
Vorlage S. 247
122
Gibt ihr den bepackten Korb.
Vorlage S. 247
123
FLORA.
Vorlage S. 247
124
Mach' Er geschwind, langweiliger Mensch!
Vorlage S. 247
125
Ab in die Gartentüre.
Vorlage S. 247
126
PLUTZERKERN
Vorlage S. 247
127
allein.
Vorlage S. 247
128
Hm, hm! Der Garten ist doch nicht so verwahrlost, und wie's die treibt um einen flinken, rüstigen Gartenknecht. – Hm, hm! Geht rechts ab.
Vorlage S. 247
129
Fünfter Auftritt
Vorlage S. 248
130
Titus Feuerfuchs tritt während des Ritornells des folgenden Liedes erzürnt von rechts vorne auf.
Vorlage S. 248
131
Lied.
Vorlage S. 248
132
1
Vorlage S. 248
133
Der hat weiter net g'schaut,
Vorlage S. 248
134
Beinah' hätt' ich'n g'haut;
Vorlage S. 248
135
Der Spitzbub', 's is wahr,
Vorlage S. 248
136
Lacht mich aus, weg'n die Haar;
Vorlage S. 248
137
Wem geht's denn was an,
Vorlage S. 248
138
Ich hoff' doch, ich kann
Vorlage S. 248
139
Haar' hab'n, wie ich will.
Vorlage S. 248
140
Jetzt wird's mir schon z'viel.
Vorlage S. 248
141
Rote Haar' von ein'm falschen Gemüt zeig'n soll'n,
Vorlage S. 248
142
's is's Dümmste, wann d' Leut' nach die Haar' urteil'n woll'n,
Vorlage S. 248
143
's gibt G'schwufen g'nug mit ein'm kohlrab'nschwarzen Haupt,
Vorlage S. 248
144
Und jede is ang'schmiert, die ihnen was glaubt;
Vorlage S. 248
145
Manch blondg'lockter Jüngling is beim Tag so still
Vorlage S. 248
146
Und schmachtend – warum? bei der Nacht lumpt er z'viel,
Vorlage S. 248
147
Und mit eisgraue Haar schau'n die Herrn aus so g'scheit,
Vorlage S. 248
148
Und sein oft verruckter noch, als d' jungen Leut!
Vorlage S. 248
149
Drum auf d' Haar muss man gehn,
Vorlage S. 248
150
Nachher trifft man's schon schön.
Vorlage S. 248
151
2
Vorlage S. 248
152
Drohend in die Szene blickend, von woher er gekommen.
Vorlage S. 248
153
Mir soll einer trau'n,
Vorlage S. 248
154
Der wird sich verschau'n,
Vorlage S. 248
155
Auf Ehr', dem geht's schlecht,
Vorlage S. 248
156
Denn ich beutl'n recht;
Vorlage S. 248
157
Der Kakadu is verlor'n,
Vorlage S. 248
158
Wenn ich in mein'm Zorn;
Vorlage S. 248
159
Über d' Haar ein'm kumm,
Vorlage S. 248
160
Der geht glatzkopfet um.
Vorlage S. 248
161
Die rothaarig'n Madeln, heißt's, betrüg'n d' Männer sehr;
Vorlage S. 248
162
Wie dumm! Das tun d' Mad'ln von jeder Couleur.
Vorlage S. 249
163
Die schwarz'n, heißt's, sein feurig, das tut d' Männer locken,
Vorlage S. 249
164
Derweil is a Schwarze oft d' fadeste Nocken.
Vorlage S. 249
165
Die Blonden sein sanft. Oh! a Blonde is a Pracht!
Vorlage S. 249
166
Ich kenn' eine Blonde, die rauft Tag und Nacht;
Vorlage S. 249
167
Doch mit graue Haar' sein s' treu, na, da stund man dafur,
Vorlage S. 249
168
Net wahr is, die färb'n sich s', und geb'n auch ka Ruh –
Vorlage S. 249
169
Drum auf d' Haar' muss man gehn,
Vorlage S. 249
170
Nachher trifft man's schon schön.
Vorlage S. 249
171
So kopflos urteilt die Welt über die Köpf' und wann man sich auch den Kopf aufsetzt, es nutzt nix. Das Vorurteil is eine Mauer, von der sich noch alle Köpf', die gegen sie ang'rennt sind, mit blutige Köpf' zuruckgezogen haben. Ich hab' meinen Wohnsitz mit der weiten Welt vertauscht, und die weite Welt is viel näher als man glaubt. Aus dem Dorngebüsch z'widrer Erfahrungen einen Wanderstab geschnitzt, die chiappa-via-Stiefeln angezogen, und's Adje-Kappel in aller Still' geschwungen, so is man mit einem Schritt mitten drin in der weiten Welt. – Glück und Verstand gehen selten Hand in Hand; – ich wollt', dass mir jetzt recht ein dummer Kerl begegnet', ich sähet das für eine gute Vorbedeutung an.
Vorlage S. 249
172
Sechster Auftritt
Vorlage S. 249
173
Titus. Plutzerkern.
Vorlage S. 249
174
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 249
175
Der Weg war auch wieder umsonst. – Titus erblickend. Ein Fremder gestaltet sich vor meinem Blick!? –
Vorlage S. 249
176
TITUS
Vorlage S. 249
177
für sich.
Vorlage S. 249
178
Schicksal, ich glaub', du hast mich erhört.
Vorlage S. 249
179
PLUTZERKERN
Vorlage S. 249
180
Titus musternd.
Vorlage S. 249
181
Der B'schreibung nach, die mir der Herr Polz g'macht hat, könnt' das der sein, den er erwart't. Wuchs groß, Mund groß, Augen sehr groß, Ohren verhältnismäßig; – nur die Haar' – Zu Titus. sucht der Herr hier ein Brot?
Vorlage S. 249
182
TITUS.
Vorlage S. 250
183
Ich such' Geld, 's Brot wüßt' ich mir nacher schon z' finden.
Vorlage S. 250
184
PLUTZERKERN
Vorlage S. 250
185
für sich.
Vorlage S. 250
186
Er sucht Geld, und das verdächtige Aussehen; – auf d' Letzt is Er ein Schatzgraber?
Vorlage S. 250
187
TITUS.
Vorlage S. 250
188
Wenn mir der Herr ein'n Ort zeigt, wo einer liegt, so nimm ich gleich bei ein'm Maulwurf Lektion.
Vorlage S. 250
189
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 250
190
Oder is Er gar ein Rauber?
Vorlage S. 250
191
TITUS.
Vorlage S. 250
192
Bis jetzt noch nicht, mein Talent ist noch in einer unentwickelten Bildungsperiode begriffen.
Vorlage S. 250
193
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 250
194
Versteht Er die Gartnerei?
Vorlage S. 250
195
TITUS.
Vorlage S. 250
196
Ich qualifiziere mich zu allem.
Vorlage S. 250
197
PLUTZERKERN
Vorlage S. 250
198
für sich.
Vorlage S. 250
199
Er is es. Zu Titus. Er möcht' also bei unserer jungen, saubern Gartnerin- Witwe Gehülfe werden?
Vorlage S. 250
200
TITUS.
Vorlage S. 250
201
Gehülfe der Witwe? – Wie g'sagt, ich qualifizier' mich zu allem.
Vorlage S. 250
202
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 250
203
Mit so einem G'hülfen wär' ihr schon g'holfen; – wie die mich jaget, wann ich ihr das Florianiköpfel brächt'!
Vorlage S. 250
204
TITUS
Vorlage S. 250
205
erzürnt.
Vorlage S. 250
206
Herr, diese Äußerung empört mein Innerstes.
Vorlage S. 250
207
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 250
208
Fahrst ab, rote Rub'n? Geht stolz in die Gartentür ab.
Vorlage S. 250
209
Siebenter Auftritt
Vorlage S. 250
210
Titus allein, Plutzerkern mit stummem Ärger nachsehend.
Vorlage S. 250
211
TITUS.
Vorlage S. 250
212
Ich bin entwaffnet! Der Mensch hat so etwas Dezidiertes in seiner Grobheit, dass es einem rein die Red' verschlagt. Recht freundlich, recht liebreich kommt man mir entgegen. In mir organisiert sich aber auch schon Misanthropisches. – Ja, – ich hass' dich, du inhumane Menschheit, ich will dich fliehen, eine Einöde nehme mich auf, ganz eseliert will ich sein! – Halt, kühner Geist, solcher Entschluss ziemt den Gesättigten, der Hungrige führt ihn nicht aus. Nein, Menschheit, du sollst mich nicht verlieren. Appetit is das zarte Band, welches mich mit dir verkettet, welches mich alle Tag' drei – vier Mal mahnt, dass ich mich der Gesellschaft nicht entreißen darf. – Nach rechts sehend. Dort zeigt sich ein Individuum, und treibt andere Individuen in ein Stallerl hinein, Ganseln sind's! – Oh, Hüterin, warum treibst du diese Ganseln nicht also brat'ner vor dir her, ich hätt' mir eines als Zwangsdarlehen zug'eignet.
Vorlage S. 250
213
Achter Auftritt
Vorlage S. 251
214
Titus. Salome von rechts auftretend, ohne Titus zu bemerken, hat einen großen halben Laib Brot und ein Messer in der Hand.
Vorlage S. 251
215
SALOME.
Vorlage S. 251
216
Ich muss trinken, mi druckt's im Magen.
Vorlage S. 251
217
Sie geht zum Brunnen und trinkt.
Vorlage S. 251
218
TITUS
Vorlage S. 251
219
für sich.
Vorlage S. 251
220
Die druckt's im Magen! Oh, könnt' ich dieses selige Gefühl mit ihr teilen.
Vorlage S. 251
221
SALOME
Vorlage S. 251
222
ihn bemerkend, für sich.
Vorlage S. 251
223
Ein fremder, junger Mensch – und die schönen Haar', grad wie ich.
Vorlage S. 251
224
TITUS
Vorlage S. 251
225
für sich.
Vorlage S. 251
226
Bin neugierig, ob die auch »rote Rub'n« sagt. Laut. Grüß dich Gott, wahlverwandtes Wesen!
Vorlage S. 251
227
SALOME.
Vorlage S. 251
228
Gehorsamste Dienerin, schöner Herr.
Vorlage S. 251
229
TITUS
Vorlage S. 251
230
halb für sich.
Vorlage S. 251
231
Die find't, dass ich schön bin, dass ist die erste unter allen –
Vorlage S. 251
232
SALOME.
Vorlage S. 251
233
Oh, hören S' auf, ich bin die Letzte hier im Ort, ich bin die Ganselhüterin, die arme Salome.
Vorlage S. 251
234
TITUS.
Vorlage S. 251
235
Arm? Ich bedaure dich, sorgsame Erzieherin junger Gänse; deine Kolleginnen in der Stadt sind viel besser daran, und doch erteilen sie häufig ihren Zöglingen in einer Reihe von Jahren eine nur mangelhafte Bildung, während du die deinigen alle Martini vollkommen ausgebildet für ihren schönen Beruf der Menschheit überlieferst.
Vorlage S. 251
236
SALOME.
Vorlage S. 251
237
Ich versteh' Ihnen net, aber Sie reden so schön daher – Wer is denn Ihr Vater?
Vorlage S. 251
238
TITUS.
Vorlage S. 251
239
Er ist gegenwärtig ein verstorbener Schulmeister.
Vorlage S. 251
240
SALOME.
Vorlage S. 251
241
Das ist schön. Und ihre Frau Mutter? –
Vorlage S. 251
242
TITUS.
Vorlage S. 251
243
War vor ihr'm Tod längere Zeit seine Gemahlin.
Vorlage S. 251
244
SALOME.
Vorlage S. 251
245
Ah, das ist schön.
Vorlage S. 251
246
TITUS
Vorlage S. 251
247
für sich.
Vorlage S. 251
248
Die find't alles schön, ich kann so dumm daherreden, als ich will.
Vorlage S. 251
249
SALOME.
Vorlage S. 252
250
Und darf man Ihren Namen wissen? – nämlich den Taufnamen?
Vorlage S. 252
251
TITUS.
Vorlage S. 252
252
Ich heiß' Titus.
Vorlage S. 252
253
SALOME.
Vorlage S. 252
254
Das ist ein schöner Nam'.
Vorlage S. 252
255
TITUS.
Vorlage S. 252
256
Passt nur für einen Mann von Kopf.
Vorlage S. 252
257
SALOME.
Vorlage S. 252
258
Aber so selten is der Nam'.
Vorlage S. 252
259
TITUS.
Vorlage S. 252
260
Ja, und ich hör', er wird fast gänzlich abkommen. Die Eltern fürchten alle sich in Zukunft zu blamieren, wenn sie die Kinder so taufen lassen.
Vorlage S. 252
261
SALOME.
Vorlage S. 252
262
Und lebendige Verwandte haben Sie gar keine?
Vorlage S. 252
263
TITUS.
Vorlage S. 252
264
O ja. Außer den erwähnten Verstorbenen zeigen sich an meinem Stammbaum noch deutliche Spuren eines Herrn Vetters, aber der tut nix für mich.
Vorlage S. 252
265
SALOME.
Vorlage S. 252
266
Vielleicht hat er nix.
Vorlage S. 252
267
TITUS.
Vorlage S. 252
268
Kind, frevele nicht, er ist Bierversilberer, die haben alle was; das sein gar fleißige Leut; die versilbern nicht nur das Bier, sie vergolden auch ihre Kassa.
Vorlage S. 252
269
SALOME.
Vorlage S. 252
270
Haben Sie ihm vielleicht was getan, dass er Ihnen net mag?
Vorlage S. 252
271
TITUS.
Vorlage S. 252
272
Sehr viel, ich hab' ihn auf der empfindlichsten Seite angegriffen; das Aug' ist der heiklichste Teil am Menschen, und ich beleidige sein Aug', sooft er mich anschaut, denn er kann die roten Haar net leiden.
Vorlage S. 252
273
SALOME.
Vorlage S. 252
274
Der garstige Ding!
Vorlage S. 252
275
TITUS.
Vorlage S. 252
276
Er schließt von meiner Frisur auf einen falschen, heimtückischen Charakter, und wegen diesen Schluss verschließt er mir sein Herz und seine Kassa.
Vorlage S. 252
277
SALOME.
Vorlage S. 252
278
Das ist abscheulich!
Vorlage S. 252
279
TITUS.
Vorlage S. 252
280
Mehr dumm als abscheulich. Die Natur gibt uns hierüber die zarteste Andeutung. Werfen wir einen Blick auf das liebe Tierreich, so werden wir finden, dass die Ochsen einen Abscheu vor der roten Farb' haben, und unter diesen wieder zeigen die totalen Büffeln die heftigste Antipathie; – welch ungeheuere Blöße also gibt sich der Mensch, wenn er rote Vorurteile zeigt.
Vorlage S. 252
281
SALOME.
Vorlage S. 252
282
Nein, wie Sie g'scheit daherreden; das sähet man Ihnen gar nit an.
Vorlage S. 252
283
TITUS.
Vorlage S. 253
Porträt von Nestroy, Johann; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Nestroy, Johann · Unknown photographer · Public domain Bildquelle ↗
284
Schmeichlerin! Dass ich dir also weiter erzähl' über mein Schicksal. Die Zurückstoßung meines Herrn Vetters war nicht das einzige Bittere, was ich hab' dulden müssen; ich hab' in dem Heiligtum der Lieb' mein Glück suchen wollen, aber die Grazien haben mich für geschmackswidrig erklärt; ich hab' in den Tempel der Freundschaft geguckt, aber die Freund' sind alle so witzig, da hat's Bonmots g'regnet auf mein'n Kopf, bis ich ihn auf ewige Zeiten zurückgezogen hab'. So ist mir ohne Geld, ohne Lieb', ohne Freundschaft meine Umgebung unerträglich word'n; da hab' ich alle Verhältnisse abg'streift, wie man einen wattierten Kaput auszieht in der Hitz', und jetzt steh' ich in den Hemdärmeln der Freiheit da.
Vorlage S. 253
285
SALOME.
Vorlage S. 253
286
Und g'fallt's Ihnen jetzt?
Vorlage S. 253
287
TITUS.
Vorlage S. 253
288
Wenn ich einen Versorgungsmantel hätt', der mich vor dem Sturm des Nahrungsmangels schütztet –
Vorlage S. 253
289
SALOME.
Vorlage S. 253
290
Also handelt es sich um ein Brot? Na, wenn der Herr arbeiten will, da lasst sich Rat schaffen. Mein Bruder is Jodel hier, sein Herr, der Bäck, hat eine große Wirtschaft, und da brauchen s' ein'n Knecht –
Vorlage S. 253
291
TITUS.
Vorlage S. 253
292
Was? Ich soll Knecht werden? ich? der ich bereits Subjekt gewesen bin?
Vorlage S. 253
293
SALOME.
Vorlage S. 253
294
Subjekt? Da hab'n wir auch ein'n g'habt, der das war, der is aber auf'm Schub fortkommen.
Vorlage S. 253
295
TITUS.
Vorlage S. 253
296
Warum?
Vorlage S. 253
297
SALOME.
Vorlage S. 253
298
Weil er ein schlechtes Subjekt war, hat der Richter g'sagt.
Vorlage S. 253
299
TITUS.
Vorlage S. 253
300
Ah, das is ja net so; um aber wieder auf deinen Brudern zu kommen – Auf den Brotlaib, den Salome trägt, deutend. Hat er dieses Brot verfasst?
Vorlage S. 253
301
SALOME.
Vorlage S. 253
302
G'wiß war er auch dabei, wie der Laib – natürlich als Jodel.
Vorlage S. 253
303
TITUS.
Vorlage S. 253
304
Ich möcht' doch sehen, wie weit es dein Bruder in dem Studium der Brotwissenschaft gebracht hat.
Vorlage S. 253
305
SALOME.
Vorlage S. 253
306
Na, kosten Sie's; es wird Ihnen aber nicht behagen.
Vorlage S. 253
307
Sie schneidet ein sehr kleines Stück Brot ab und gibt es ihm.
Vorlage S. 253
308
TITUS
Vorlage S. 253
309
essend.
Vorlage S. 253
310
Hm! – es ist –
Vorlage S. 253
311
SALOME.
Vorlage S. 254
312
Mein'n Ganseln schmeckt's wohl, natürlich, 's Vieh hat keine Vernunft.
Vorlage S. 254
313
TITUS
Vorlage S. 254
314
für sich.
Vorlage S. 254
315
Der Stich tut weh; mir schmeckt's auch.
Vorlage S. 254
316
SALOME.
Vorlage S. 254
317
Na, was sagen S'? net wahr, 's is schlecht?
Vorlage S. 254
318
TITUS.
Vorlage S. 254
319
Hm! ich will deinen Brudern nicht zu voreilig verdammen; um ein Werk zu beurteilen, muss man tiefer eindringen. Nimmt den Brotlaib und schneidet ein sehr großes Stück ab. Ich werde prüfen und dir gelegentlich meine Ansichten mitteilen. Steckt das Stück Brot in die Tasche.
Vorlage S. 254
320
SALOME.
Vorlage S. 254
321
Also bleiben S' noch ein' Zeit da bei uns? das is recht; den Stolz muss man ablegen, wenn man nix hat! und's wird Ihnen recht gut gehn da, wenn Ihnen nur der Bäck aufnimmt.
Vorlage S. 254
322
TITUS.
Vorlage S. 254
323
Ich hoffe alles vom Jodel seiner Protektion.
Vorlage S. 254
324
SALOME.
Vorlage S. 254
325
Es wird schon gehn. Nach links in den Hintergrund sehend und erschreckend. Sie, da schau'n S' hin!
Vorlage S. 254
326
TITUS
Vorlage S. 254
327
hinsehend.
Vorlage S. 254
328
Das Pirutsch? – 's Roß lauft dem Wasser zu – Million, alles is hin! Rennt im Hintergrund links ab.
Vorlage S. 254
329
Neunter Auftritt
Vorlage S. 254
330
Salome allein. Nachsehend.
Vorlage S. 254
331
SALOME.
Vorlage S. 254
332
Er wird doch nicht gar? – er rennt hin; – wenn ihm nur nichts g'schieht – er packt's Pferd – 's reißt ihn nieder! – Aufschreiend. Ah!! 's Pferd steht still – er hat's aufg'halten. – Das ist ein Teuxelsmensch. Ein Herr steigt aus'm Wagen; – er kommt daher mit ihm. Ah, das muss ich gleich den Bäcken erzähl'n; wenn er das hört, nimmt er den Menschen g'wiß. Läuft rechts ab.
Vorlage S. 254
333
Zehnter Auftritt
Vorlage S. 254
334
Monsieur Marquis. Titus.
Vorlage S. 254
335
MARQUIS.
Vorlage S. 254
336
Ah! der Schreck steckt mir noch in allen Gliedern.
Vorlage S. 254
337
TITUS.
Vorlage S. 254
338
Belieben sich da ein wenig niederzusetzen.
Vorlage S. 254
339
MARQUIS
Vorlage S. 254
340
sich auf eine Steinbank setzend.
Vorlage S. 254
341
Verdammter Gaul, ist vielleicht in seinem Leben noch nicht durchgegangen.
Vorlage S. 254
342
TITUS.
Vorlage S. 255
343
Belieben vielleicht eine Verrenkung zu empfinden?
Vorlage S. 255
344
MARQUIS.
Vorlage S. 255
345
Nein, mein Freund.
Vorlage S. 255
346
TITUS.
Vorlage S. 255
347
Oder belieben vielleicht sich einen Arm gebrochen zu haben?
Vorlage S. 255
348
MARQUIS.
Vorlage S. 255
349
Gott sei Dank, nein!
Vorlage S. 255
350
TITUS.
Vorlage S. 255
351
Oder belieben vielleicht eine kleine Zerschmetterung der Hirnschale?
Vorlage S. 255
352
MARQUIS.
Vorlage S. 255
353
Nicht im geringsten. – Auch hab' ich mich bereits erholt, und nichts bleibt mir übrig, als Ihnen Beweise meines Dankes –
Vorlage S. 255
354
TITUS.
Vorlage S. 255
355
Oh, ich bitte! –
Vorlage S. 255
356
MARQUIS.
Vorlage S. 255
357
Drei junge Leute standen da, die mich kennen, die schrieen aus vollem Halse Monsieur Marquis! Monsieur Marquis! Der Wagen stürzt ins Wasser! –
Vorlage S. 255
358
TITUS.
Vorlage S. 255
359
Was? – Ein'n Marquis hab' ich gerettet? – Das is was Großes.
Vorlage S. 255
360
MARQUIS
Vorlage S. 255
361
in seiner Rede fortfahrend.
Vorlage S. 255
362
Aber hülfreiche Hand leistete keiner; da kamen Sie als Retter herbeigeflogen –
Vorlage S. 255
363
TITUS.
Vorlage S. 255
364
Allgemeine Menschenpflicht.
Vorlage S. 255
365
MARQUIS.
Vorlage S. 255
366
Und gerade im entscheidenden Moment –
Vorlage S. 255
367
TITUS.
Vorlage S. 255
368
Besonderer Zufall.
Vorlage S. 255
369
MARQUIS
Vorlage S. 255
370
aufstehend.
Vorlage S. 255
371
Ihr Edelmut setzt mich in Verlegenheit; ich weiß nicht, wie ich meinen Dank, – mit Geld lässt sich so eine Tat nicht lohnen –
Vorlage S. 255
372
TITUS.
Vorlage S. 255
373
Oh, ich bitt', Geld ist eine Sache, die –
Vorlage S. 255
374
MARQUIS.
Vorlage S. 255
375
Die einen Mann von solcher Denkungsart nur beleidigen würde.
Vorlage S. 255
376
TITUS.
Vorlage S. 255
377
Na, jetzt sehen Sie, – das heißt –
Vorlage S. 255
378
MARQUIS.
Vorlage S. 255
379
Das heißt den Wert Ihrer Tat verkennen, wenn man sie durch eine Summe aufwiegen wollte.
Vorlage S. 255
380
TITUS.
Vorlage S. 255
381
Es kommt halt drauf an –
Vorlage S. 255
382
MARQUIS.
Vorlage S. 255
383
Wer eine solche Tat vollführt. Es hat einmal einer – ich weiß nicht, wie er geheißen hat, – einem Prinzen, – ich weiß nicht, wie er geheißen hat, – das Leben gerettet, der wollte ihn mit Diamanten lohnen; da entgegnete der Retter: »Ich finde in meinem Bewusstsein den schönsten Lohn«; – ich bin überzeugt, dass Sie nicht weniger edel denken, als der, wo ich nicht weiß, wie er geheißen hat.
Vorlage S. 255
384
TITUS.
Vorlage S. 256
385
Es gibt Umstände, wo der Edelmut –
Vorlage S. 256
386
MARQUIS.
Vorlage S. 256
387
Auch durch zu viele Worte unangenehm affiziert wird, wollten Sie sagen? Ganz recht; der wahre Dank ist ohnedies stumm; drum gänzliches Stillschweigen über die Geschichte.
Vorlage S. 256
388
TITUS
Vorlage S. 256
389
für sich.
Vorlage S. 256
390
Der Marquis hat ein Zartgefühl; – wenn er ein schundiger Kerl wär', hätt' ich grad's nämliche davon.
Vorlage S. 256
391
MARQUIS
Vorlage S. 256
392
Titus Haare scharf betrachtend.
Vorlage S. 256
393
Aber, Freund, ich mache da eine Bemerkung – hm! hm! – das kann Ihnen in vielem hinderlich sein.
Vorlage S. 256
394
TITUS.
Vorlage S. 256
395
Mir scheint, Euer Gnaden is mein Kopf nicht recht; – ich hab' kein'n andern und kann mir kein'n andern kaufen.
Vorlage S. 256
396
MARQUIS.
Vorlage S. 256
397
Vielleicht doch; – ich werde – ein kleines Andenken müssen Sie doch von mir – warten Sie einen Augenblick. – Läuft im Hintergrunde links ab.
Vorlage S. 256
398
Eilfter Auftritt
Vorlage S. 256
399
Titus allein.
Vorlage S. 256
400
TITUS.
Vorlage S. 256
401
Es hat nix g'fehlt, als dass er aus Dankbarkeit »rote Rub'n« g'sagt hätt'. Das is ein lieber Marquis; was tut er denn? In die Szene sehend. Er rennt zum Pirutsch, – er sucht drin herum, – Andenken hat er g'sagt; auf d' Letzt macht er mir doch ein wertvolles Präsent. – Was is denn das? – A Hutschachtel hat er herausg'nommen, – er läuft her damit; er wird mir doch nicht für das, dass ich sein junges Leben gerettet hab', ein'n alten Hut schenken?
Vorlage S. 256
402
Zwölfter Auftritt
Vorlage S. 256
403
Titus. Marquis.
Vorlage S. 256
404
MARQUIS
Vorlage S. 256
405
mit einer Schachtel.
Vorlage S. 256
406
So, Freund, nehmen Sie das, Sie werden's brauchen; die gefällige äußere Form macht viel – beinahe alles; es wird Ihnen nicht fehlen. Hier ist ein Talisman, Gibt ihm die Schachtel. und mich wird's freuen, wenn ich der Gründer Ihres Glückes war. Adieu, Freund! Adieu! Eilt in den Hintergrund links ab.
Vorlage S. 256
407
Dreizehnter Auftritt
Vorlage S. 257
408
Titus allein, etwas verblüfft die Schachtel in der Hand haltend.
Vorlage S. 257
409
TITUS.
Vorlage S. 257
410
Glück gründen? – Talisman? – Da bin ich doch neugierig, was da drin steckt. Öffnet die Schachtel und zieht eine schwarze Perücke heraus. A Perücken! – nix als eine kohlrabenschwarze Perücken! Ich glaub' gar, der will sich lustig machen über mich. – Ihm nachrufend. Wart, du lebendiger Perückenstock, ich verbitte mir alle Witzboldungen und Zielscheibereien! – Aber halt! – war denn das net schon längst mein Wunsch? – haben mich nicht immer nur die unerschwinglichen fünfzig Gulden, die eine täuschende Tour kost't, abgehalten? – Talisman hat er g'sagt; – er hat recht! – Wenn ich diese Tour aufsetz', so sinkt der Adonis zum Gottschebabub'n herab und der Narziß wird ausg'strichen aus der Mythologie. Meine Karriere geht an, die Glückspforte öffnet sich – Auf die offene Gartentür blickend. Schau, die Tür steht grad offen da; wer weiß? – ich reskier's; ein'm schönen Kerl schlagt's nirgends fehl. Geht in die Gartentür ab.
Vorlage S. 257
411
Vierzehnter Auftritt
Vorlage S. 257
412
Titus. Salome aus rechts vorne.
Vorlage S. 257
413
SALOME
Vorlage S. 257
414
kommend.
Vorlage S. 257
415
Ach, mein liebster Mussi Titus, das is ein Unglück!
Vorlage S. 257
416
TITUS
Vorlage S. 257
417
sich umsehend.
Vorlage S. 257
418
Die Salome. – Was is denn g'schehn?
Vorlage S. 257
419
SALOME.
Vorlage S. 257
420
Der Bäck nimmt Ihnen nicht. Ich kann nicht helfen, 's druckt mich völlig zum Weinen.
Vorlage S. 257
421
TITUS.
Vorlage S. 257
422
Und mich kitzelt's zum Lachen. Also is das gar so schwer, bei euch da ein Knecht zu wer'n?
Vorlage S. 257
423
SALOME.
Vorlage S. 257
424
Der Bäck hat g'sagt: er hat erstens Ihre Zeugnisse nicht g'sehn, und dann sind ihm so viele anempfohlen, er ist bei Vergebung dieser Stelle an Rücksichten gebunden. –
Vorlage S. 257
425
TITUS.
Vorlage S. 258
426
Schad', dass er keinen Konkurs ausschreiben lasst. Meine liebe Salome, mir sind andere Aussichten eröffnet; ich bin aufs Schloß berufen.
Vorlage S. 258
427
SALOME.
Vorlage S. 258
428
Aufs Schloß? Das kann ja net sein. Oh, wann Ihnen die gnädige Frau sieht, jagt sie Ihnen augenblicklich davon; Mit Beziehung auf ihre Haare. darf ja ich mich auch fast gar nicht blicken lassen vor ihr.
Vorlage S. 258
429
TITUS.
Vorlage S. 258
430
Die Antipathien der Gnädigen sind Nebensache, seitdem sich bei mir die Hauptsachen verändert haben. Ich geh' mit kecker Zuversicht meinem Glück entgegen.
Vorlage S. 258
431
SALOME.
Vorlage S. 258
432
Na, ich wünsch' Ihnen viel Glück zu Ihrem Glück; 's is völlig net recht, aber's schmerzt mich halt doch, dass mir wieder a Hoffnung in'n Brunn'n g'fallen is.
Vorlage S. 258
433
TITUS.
Vorlage S. 258
434
Was denn für a Hoffnung?
Vorlage S. 258
435
SALOME.
Vorlage S. 258
436
Wenn Sie als meinesgleichen dablieben wär'n, hätt's g'heißen, das sind die zwei Wildesten im Ort, das is der rote Titus, das is die rote Salome; den Titus hätt' kein Madel ang'schaut, so wie die Salome keiner von die Burschen.
Vorlage S. 258
437
TITUS.
Vorlage S. 258
438
Der auf einen einzigen Gegenstand reduzierte Titus hätt' müssen eine Nolens-vo lens-Leidenschaft fassen.
Vorlage S. 258
439
SALOME.
Vorlage S. 258
440
Es wär' zwischen uns gewiss die innigste Freundschaft –
Vorlage S. 258
441
TITUS.
Vorlage S. 258
442
Und der Weg von Freundschaft bis zur Liebe is eine blumenreiche Bahn.
Vorlage S. 258
443
SALOME.
Vorlage S. 258
444
Na, jetzt so weit hab' ich no gar net denkt.
Vorlage S. 258
445
TITUS.
Vorlage S. 258
446
Warum? Gedanken sind zollfrei.
Vorlage S. 258
447
SALOME.
Vorlage S. 258
448
Ah nein; es gibt Gedanken, für die man den Zoll mit der Herzensruh' bezahlt. Meine Plan' gehn mir nie aus.
Vorlage S. 258
449
TITUS.
Vorlage S. 258
450
Ja, der Mensch denkt, und – Beiseite. die Parucken lenkt, so heißt's bei mir. Also, ades, Salome! Will ab.
Vorlage S. 258
451
SALOME.
Vorlage S. 258
452
Nur nit gar so stolz, Mussi Titus, Sie könnten ein'm schon ein bißl freundlich bei der Hand nehmen und sagen: pfürt dich Gott, liebe Salome!
Vorlage S. 258
453
TITUS.
Vorlage S. 259
454
Freilich! Reicht ihr die Hand. Wir scheiden ja als die besten Freund.
Vorlage S. 259
455
SALOME
Vorlage S. 259
456
kopfschüttelnd.
Vorlage S. 259
457
Leben S' wohl; vielleicht seh' ich Ihnen bald wieder.
Vorlage S. 259
458
TITUS.
Vorlage S. 259
459
Das is sehr eine ungewisse Sach'.
Vorlage S. 259
460
SALOME.
Vorlage S. 259
461
Wer weiß; Sie gehn so stolz bei der Tür hinein, dass ich immer glaub', ich werd's noch sehn, wie s' Ihnen bei der nämlichen Tür herauswerfen wer'n.
Vorlage S. 259
462
TITUS.
Vorlage S. 259
463
Du prophezeist eine günstige Katastrophe.
Vorlage S. 259
464
SALOME
Vorlage S. 259
465
auf die Steinbank zeigend.
Vorlage S. 259
466
Da werd' ich mich hersetzen alle Tag, auf die Tür hinschau'n –
Vorlage S. 259
467
TITUS.
Vorlage S. 259
468
Und drauf warten, bis man mich in deine Arme schleudert. Gut, mach dir diese Privatunterhaltung, pfürt dich Gott! Mein Schicksal ruft: »Schön, herein da!« Ich folge diesem Ruf und bringe mich selbst als Apportel. Geht in die Gartentür ab.
Vorlage S. 259
469
Fünfzehnter Auftritt
Vorlage S. 259
470
Salome allein.
Vorlage S. 259
471
SALOME.
Vorlage S. 259
472
Da geht er, und ich weiß nicht, – ich hab' eh' kein Glück g'habt, und mir kommt jetzt vor, als wenn er noch was mitgenommen hätt' davon. Wenn ich mir's nur aus'm Sinn schlagen könnt', aber wie denn? mit was denn? Wär' ich a Mannsbild, wußt' ich mir schon z' helfen; aber so. – Die Mannsbilder haben's halt doch in allen Stücken gut gegen uns.
Vorlage S. 259
473
Lied.
Vorlage S. 259
474
Wenn uns einer g'fallt und versteht uns nit glei,
Vorlage S. 259
475
Was soll man da machen, 's is hart, meiner Treu;
Vorlage S. 259
476
A Mann, der hat's leicht, ja, der rennt einer nach,
Vorlage S. 259
477
Und merkt sie's nit heut', so merkt sie's in vierzehn Tag'.
Vorlage S. 259
478
Er tut desperat, fahrt mit'n Kopf geg'n die Wand,
Vorlage S. 259
479
Aber dass er's nit g'spürt, macht er's so mit der Hand;
Vorlage S. 259
480
Und's Madel gibt nach, dass er sich nur nix tut.
Vorlage S. 259
481
Ja die Männer hab'n's gut, hab'n's gut, hab'n's gut. Lalala –
Vorlage S. 259
482
Wenn uns einer kränkt, das is weiter kein Jammer,
Vorlage S. 259
483
Was können wir tun? nix, als wanna in der Kammer,
Vorlage S. 260
484
Kränken wir einen Mann, tut's ihn nit stark ergreifen,
Vorlage S. 260
485
Er setzt sich ins Wirtshaus und stopft sich a Pfeifen;
Vorlage S. 260
486
Wir glaub'n, er verzweifelt, derweil isst er ein'n Kas,
Vorlage S. 260
487
Trinkt an Heurigen und macht mit der Kellnerin G'spaß,
Vorlage S. 260
488
Schaut im Hamgehn einer andern keck unter'n Hut;
Vorlage S. 260
489
Ja, die Männer hab'n's gut, hab'n's gut, hab'n's gut!
Vorlage S. 260
490
Hat a Madel die zweite oder dritte Amour,
Vorlage S. 260
491
Is ihr Ruf schon verschandelt, und nachher is zur.
Vorlage S. 260
492
In dem Punkt is a Mann gegen uns rein a Köni,
Vorlage S. 260
493
Wann er fünfzig Madeln anschmiert, verschlagt ihm das weni;
Vorlage S. 260
494
Auf so ein Halodri hab'n d' Madeln erst a Schneid,
Vorlage S. 260
495
Und g'schieht es aus Lieb nit, so geschieht es aus Neid,
Vorlage S. 260
496
Dass man sich um ein'n solchen erst recht reißen tut.
Vorlage S. 260
497
Ja, die Männer hab'n's gut, hab'n's gut, hab'n's gut.
Vorlage S. 260
498
Geht ab.
Vorlage S. 260
499
Verwandlung.
Vorlage S. 260
500
Zimmer in der Wohnung der Gärtnerin, mit Mitteltür, rechts eine Seitentür, links ein Fenster.
Vorlage S. 260
501
Sechzehnter Auftritt
Vorlage S. 260
502
Flora allein. Zur Mitte auftretend.
Vorlage S. 260
503
FLORA.
Vorlage S. 260
504
Das Unkraut, Gall und Verdruss, wachst mir jetzt schon zu dick auf mein'm Geschäftsacker, ich kann's nicht mehr allein ausjäten. Mein seliger Mann hat kurz vorher, als er selig word'n ist, gesagt, ich soll Wittib bleiben; wie kann ein seliger Mann so eine unglückliche Idee haben. Die Knecht' haben keine Furcht, kein'n Respekt, ich muss ihnen einen Herrn geben, dessen Frau ich bin. Mein Seliger wird den Kopf beuteln in die Wolken, wann er mir etwa gar als Geist erscheinet, wann's auf einmal so klopfet bei der Nacht – Es wird an die Tür geklopft – ängstlich aufschreiend. Ah! Hält sich wankend am Tische.
Vorlage S. 260
505
Siebenzehnter Auftritt
Vorlage S. 261
506
Flora. Titus mit schwarzer Haartour zur Mitte hereinstürzend.
Vorlage S. 261
507
TITUS.
Vorlage S. 261
508
Is ein Unglück g'schehn? Oder kirrn Sie vielleicht jedesmal so, statt'm Hereinsagen?
Vorlage S. 261
509
FLORA
Vorlage S. 261
510
sich mühsam fassend.
Vorlage S. 261
511
Nein, bin ich erschrocken!
Vorlage S. 261
512
TITUS
Vorlage S. 261
513
für sich.
Vorlage S. 261
514
Seltenes Geschöpf, sie erschrickt, wenn einer anklopft, sonst ist den Frauenzimmern nur das schrecklich, wann keiner mehr anklopft.
Vorlage S. 261
515
FLORA.
Vorlage S. 261
516
Der Herr wird sich drüber wundern, dass ich so schwache Nerven hab'?
Vorlage S. 261
517
TITUS.
Vorlage S. 261
518
Wundern über das Allgemeine? Oh, nein! Die Nerven von Spinnengeweb', d' Herzen von Wachs und die Köpferl von Eisen, das is ja der Grundriß der weiblichen Struktur.
Vorlage S. 261
519
FLORA
Vorlage S. 261
520
beiseite.
Vorlage S. 261
521
Recht ein angenehmer Mensch, und die rabenschwarzen Haar'; – ich muss aber doch – Laut und in etwas strengem Ton. Wer is der Herr, und was will der Herr?
Vorlage S. 261
522
TITUS.
Vorlage S. 261
523
Ich bitt', die Ehr' is meinerseits. Ich bin Ihr untertänigster Knecht und empfehl' mich.
Vorlage S. 261
524
FLORA
Vorlage S. 261
525
nickt ihm erstaunt ein kurzes Adieu zu, weil sie glaubt, er will fort; als er stehen bleibt, sagt sie nach einer Pause.
Vorlage S. 261
526
Na? – Diese Rede sagt man, wenn man fortgehn will.
Vorlage S. 261
527
TITUS.
Vorlage S. 261
528
Ich aber sag' sie, weil ich dableib'n will. Sie brauchen ein'n Knecht, und als solchen empfehl' ich mich.
Vorlage S. 261
529
FLORA.
Vorlage S. 261
530
Was? Der Herr is ein Knecht?
Vorlage S. 261
531
TITUS.
Vorlage S. 261
532
Zur Gärtnerei verwendbar.
Vorlage S. 261
533
FLORA.
Vorlage S. 261
534
Als Gehülfe?
Vorlage S. 261
535
TITUS.
Vorlage S. 261
536
Ob Sie mich Gehülfe nennen, oder Gärtner – das is alles eins; selbst – ich setz' nur den Fall – wenn es mir als Gärtner gelingen sollte, Gefühle in Ihr Herz zu pflanzen – ich setz' nur den Fall – und Sie mich zum unbeschränkten Besitzer dieser Plantage ernennen sollten – ich setz' nur den Fall – selbst dann würde ich immer nur Ihr Knecht sein.
Vorlage S. 261
537
FLORA
Vorlage S. 261
538
beiseite.
Vorlage S. 261
539
Artig is der Mensch – aber – Laut. Seine Reden sind etwas kühn, etwas vorlaut.
Vorlage S. 261
540
TITUS.
Vorlage S. 262
541
Bitt' untertänig; wenn man sagt: »ich setz' nur den Fall«, da darf man alles sagen.
Vorlage S. 262
542
FLORA.
Vorlage S. 262
543
Er ist also –?
Vorlage S. 262
544
TITUS.
Vorlage S. 262
545
Ein exotisches Gewächs, nicht auf diesen Boden gepflanzt, durch die Umstände ausgerissen, und durch den Zufall in das freundliche Gartengeschirr Ihres Hauses versetzt, und hier, von der Sonne Ihrer Huld beschienen, hofft die zarte Pflanze Nahrung zu finden.
Vorlage S. 262
546
FLORA.
Vorlage S. 262
547
Da fragt es sich aber vor allem, ob Er die Gärtnerei versteht?
Vorlage S. 262
548
TITUS.
Vorlage S. 262
549
Ich habe Menschenkenntnis, folglich auch Pflanzenkenntnis.
Vorlage S. 262
550
FLORA.
Vorlage S. 262
551
Wie geht denn das zusammen? –
Vorlage S. 262
552
TITUS.
Vorlage S. 262
553
Sehr gut; wer Menschen kennt, der kennt auch die Vegetabilien, weil nur sehr wenig Menschen leben, und viele unzählige aber nur vegetieren. Wer in der Fruh aufsteht, in die Kanzlei geht, nachher essen geht, nachher präferanzeln geht, und nachher schlafen geht, der vegetiert; wer in der Fruh ins G'wölb' geht und nachher auf die Maut geht, und nachher essen geht, und nachher wieder ins G'wölb' geht, der vegetiert; wer in der Fruh aufsteht, nachher a Roll' durchgeht, nachher in die Prob' geht, nachher essen geht, nachher ins Kaffeehaus geht, nachher Komödie spiel'n geht, und wenn das alle Tag' so fortgeht, der vegetiert. Zum Leben gehört sich, billig berechnet, eine Million, und das is nicht genug; auch ein geistiger Aufschwung g'hört dazu, und das find't man höchst selten beisammen; wenigstens, was ich von die Millionär weiß, so führen fast alle aus millionär'scher Gewinn- und Vermehrungspassion ein so fades, trockenes Geschäftsleben, was kaum den blühenden Namen »Vegetation« verdient.
Vorlage S. 262
554
FLORA
Vorlage S. 262
555
beiseite.
Vorlage S. 262
556
Der Mensch muss die höhere Gärtnerei studiert haben; Laut. so dunkel sein Kopf auswendig is, so hell scheint er inwendig zu sein.
Vorlage S. 262
557
TITUS.
Vorlage S. 262
558
Sind Ihnen vielleicht die schwarzen Haar' zuwider?
Vorlage S. 262
559
FLORA.
Vorlage S. 262
560
Zuwider? Er Schelm wird nur zu gut wissen, dass ein schwarzer Lockenkopf einem Mann am besten lasst.
Vorlage S. 262
561
TITUS
Vorlage S. 263
562
für sich.
Vorlage S. 263
563
Die Peruck'n wirkt.
Vorlage S. 263
564
FLORA.
Vorlage S. 263
565
Er will also hier einen Dienst? Gut, Er is aufgenommen; aber nicht als Knecht; Er zeigt Kenntnisse, Eigenschaften, besitzt ein vorteilhaftes Äußeres –
Vorlage S. 263
Max Liebermann – Garten des Waisenhauses in Amsterdam. Vergleichsbild zu Garten, Alltag und Gemeinschaft; keine Buchillustration.
Kontextbild zum Werk. Garten eines Amsterdamer Waisenhauses · Max Liebermann · Public domain Bildquelle ↗
566
TITUS
Vorlage S. 263
567
für sich.
Vorlage S. 263
568
Die Peruckenkraft wirkt heftiger.
Vorlage S. 263
569
FLORA.
Vorlage S. 263
570
Er soll die Aufsicht über das Gartenpersonale haben, Er soll den übrigen Befehle erteilen; Er soll nach mir im Garten der Erste sein.
Vorlage S. 263
571
TITUS
Vorlage S. 263
572
beiseite.
Vorlage S. 263
573
Die Peruck'n hat gesiegt. Laut. Ich weiß so wenig, wie ich mich bedanken soll, als ich weiß, wie ich zu solchem Glück komme.
Vorlage S. 263
574
FLORA
Vorlage S. 263
575
seine Haare betrachtend.
Vorlage S. 263
576
Nein, diese Schwärze, ganz italienisch!
Vorlage S. 263
577
TITUS.
Vorlage S. 263
578
Ja, es geht schon beinahe ins Sizilianische hinüber. Meine Mutter war eine südliche Gärtnerin.
Vorlage S. 263
579
FLORA.
Vorlage S. 263
580
Weiß Er aber, dass Er ein sehr eitler Mensch ist? Mir scheint, Er brennt sich die Locken.
Vorlage S. 263
581
Will mit der Hand nach den Locken fahren.
Vorlage S. 263
582
TITUS
Vorlage S. 263
583
zurückprallend.
Vorlage S. 263
584
Oh, nur net anrühren! ich bin sehr kitzlich auf'm Kopf.
Vorlage S. 263
585
FLORA.
Vorlage S. 263
586
Närrischer Mensch! – Unter anderm aber, in diesem Anzug kann ich Ihn der gnädigen Frau nicht vorstellen.
Vorlage S. 263
587
TITUS.
Vorlage S. 263
588
Also gilt bei Ihnen das Sprichwort: »Das Kleid macht den Mann«, das Sprichwort, durch welches wir uns selbst so sehr vor die Schneider herabsetzen, und welches doch so unwahr ist; denn wie viele ganze Kerls gehn mit zerrissene Röck' herum.
Vorlage S. 263
589
FLORA.
Vorlage S. 263
590
Aber der Anzug hat so gar nix, was einem Gartner –
Vorlage S. 263
591
TITUS.
Vorlage S. 263
592
Oh, der Anzug hat nur zu viel Gärtnerartiges, er is übersä't mit Fleck, er is aufgegangen bei die Ellbögen und an verschiedenen Orten; weil ich nie ein Paraplü trag', wird er auch häufig begos sen, und wie er noch in der Blüte war, hab' ich ihn oft wie eine Pflanze versetzt.
Vorlage S. 263
593
FLORA.
Vorlage S. 263
594
Das ist dummes Zeug. Nach der Tür rechts deutend. Geh' Er durch das Zimmer in die Kammer hinein: in der Truhen, wo der Zwiefel liegt, find't Er den Hochzeitanzug von mein'm seligen Mann.
Vorlage S. 263
595
TITUS.
Vorlage S. 264
596
Das Hochzeitkleid des Verblichenen soll ich anziehen? – Hören Sie – Fährt sich kokett mit der Hand durch die Locken. Da kann ich nichts davor, wenn Gefühle erwachen, die – Sieht sie bedeutungsvoll an, und geht zur Seitentür rechts ab.
Vorlage S. 264
597
Achtzehnter Auftritt
Vorlage S. 264
598
Flora allein. Hernach Plutzerkern.
Vorlage S. 264
599
FLORA.
Vorlage S. 264
600
Wirklich ein charmanter Mensch! – Na, man kann nicht wissen, was geschieht. Ein Spaß wär's, wenn ich früher zur zweiten Heirat käm', als unsere Kammerfrau, die so spöttisch auf mich herabsieht, weil sie den Herrn Friseur zum Liebhaber hat. Mit der Hochzeit lasst er sich aber hübsch Zeit; bei mir könnt' es rascher gehn, das wär' ein Triumph! – Vor allem muss ich aber die Leut' zusammenrufen. Geht zum Fenster. Ah, der Plutzerkern! Hinausrufend. Hol geschwind die Leut' alle zusamm, ein neuer Gärtner is aufgenommen, der in Zukunft anstatt meiner über sie befehlen wird.
Vorlage S. 264
601
PLUTZERKERN
Vorlage S. 264
602
inner der Szene.
Vorlage S. 264
603
Das is g'scheit.
Vorlage S. 264
604
FLORA.
Vorlage S. 264
605
Was is das? – Die Kammerfrau? – Zum Fenster hinaus grüßend. Gehorsamste Dienerin! – Vom Fenster weggehend. Sie kommt zu mir; was hat das zu bedeuten? G'wiß wieder ein Verdruss; die Leut' hab'n was versäumt, und ich kann's Bad ausgießen.
Vorlage S. 264
606
Neunzehnter Auftritt
Vorlage S. 264
607
Flora. Constantia.
Vorlage S. 264
608
CONSTANTIA
Vorlage S. 264
609
zur Mitte eintretend.
Vorlage S. 264
610
Frau Gärtnerin –
Vorlage S. 264
611
FLORA
Vorlage S. 264
612
mit einem Knix.
Vorlage S. 264
613
Untertänigste! – Was steht zu Befehl?
Vorlage S. 264
614
CONSTANTIA.
Vorlage S. 264
615
Die gnädige Frau erwartet heute nachmittags Besuch aus der Stadt und wünscht, dass nicht wieder so schlechtes Obst, wie das letztemal, ins Schloß geschickt werde.
Vorlage S. 264
616
FLORA.
Vorlage S. 264
617
Ich hab' das allerschönste –
Vorlage S. 264
618
CONSTANTIA.
Vorlage S. 264
619
Die gnädige Frau ist überhaupt mit der ganzen Pflege des Gartens höchst unzufrieden.
Vorlage S. 264
620
FLORA.
Vorlage S. 265
621
Is nicht meine Schuld; die Leut' – aber das wird jetzt alles anders wer'n. Die gnädige Frau hat mir den Auftrag erteilt, einen geschickten Menschen aufzunehmen; na, und da hat sich's so geschickt, dass ein sehr geschickter Mensch –
Vorlage S. 265
622
CONSTANTIA.
Vorlage S. 265
623
Gut, ich werd' es der gnädigen Frau zu wissen machen.
Vorlage S. 265
624
FLORA.
Vorlage S. 265
625
Ich werde mir die Freiheit nehmen, ihn selbst der gnädigen Frau vorzustellen.
Vorlage S. 265
626
CONSTANTIA.
Vorlage S. 265
627
Was fällt Ihr ein? Der gnädigen Frau vorstellen! – so ein Bengel!
Vorlage S. 265
628
FLORA.
Vorlage S. 265
629
Oh, ich bitte, Madam, diesen Menschen mit keinem gewöhnlichen Gartenknecht zu verwechseln; er ist – es ist sogar möglich – beinahe schon gewiss, dass ich ihn heirat'.
Vorlage S. 265
630
CONSTANTIA.
Vorlage S. 265
631
So? Diese Vermählung wird der gnädigen Frau so uninteressant sein, wie der ganze Mensch; ich finde es daher, wie schon gesagt, ganz unstatthaft, ihn der gnädigen Frau vorzustellen.
Vorlage S. 265
632
Zwanzigster Auftritt
Vorlage S. 265
633
Vorige. Titus.
Vorlage S. 265
634
TITUS
Vorlage S. 265
635
tritt in etwas altmodischem Gärtneranzuge, einen Bündel in der Hand tragend, ohne Constantia zu bemerken, aus der Seitentür rechts.
Vorlage S. 265
636
So! Da wär'n wir; meine Sachen hab' ich in dem Bünkel z'sammgebunden.
Vorlage S. 265
637
FLORA.
Vorlage S. 265
638
Er hätt's gleich drinnen lassen können.
Vorlage S. 265
639
TITUS.
Vorlage S. 265
640
Gelingt es mir, in diesem Anzug das verblichene Bild ganz vor Ihre Seele zu zaubern?
Vorlage S. 265
641
CONSTANTIA
Vorlage S. 265
642
für sich.
Vorlage S. 265
643
So ein schöner, schwarzer Krauskopf ist mir so bald nicht vorgekommen.
Vorlage S. 265
644
TITUS
Vorlage S. 265
645
zu Flora, auf den Bündel zeigend.
Vorlage S. 265
646
Und diese Sachen da legen wir – wohin?
Vorlage S. 265
647
FLORA
Vorlage S. 265
648
nach einem links stehenden Kasten zeigend.
Vorlage S. 265
649
Meintwegen in den Kasten dort.
Vorlage S. 265
650
TITUS
Vorlage S. 265
651
sich umwendend.
Vorlage S. 265
652
Gut. – Constantia erblickend. Ah! – Jetzt gebet ich kein'n Tropfen Blut, wann man mir eine Ader lasset. Sich tief vor Constantia verneigend. Ich bitte untertänig – Zu Flora. Warum haben Sie mir nicht gesagt – Zu Constantia mit tiefer Verbeugung. mir nicht zu zürnen, dass ich – Zu Flora. dass die gnädige Frau da ist – Zu Constantia mit tiefer Verbeugung. nicht gleich die pflichtschuldigste Referenz – Zu Flora. – 's is wirklich schrecklich, in was Sie ein'm für eine Lag' bringen.
Vorlage S. 265
653
CONSTANTIA.
Vorlage S. 266
654
Ich bin ja nicht die gnädige Frau.
Vorlage S. 266
655
FLORA
Vorlage S. 266
656
zu Titus.
Vorlage S. 266
657
Was fallt Ihm denn ein?
Vorlage S. 266
658
CONSTANTIA.
Vorlage S. 266
659
Ich bin ja nur –
Vorlage S. 266
660
TITUS.
Vorlage S. 266
661
Nein, Euer Gnaden sind es, und wollen mir nur die Verlegenheit ersparen.
Vorlage S. 266
662
FLORA.
Vorlage S. 266
663
Es ist die Kammerfrau der Gnädigen.
Vorlage S. 266
664
TITUS.
Vorlage S. 266
665
Hör'n Sie auf! – Diese Hoheit in der Stirnhaltung, diese herablassende Blickflimmerung, dieser edle Ellbogenschwung –
Vorlage S. 266
666
CONSTANTIA
Vorlage S. 266
667
sich geschmeichelt fühlend.
Vorlage S. 266
668
Hm, ich bin doch nur die Kammerfrau der Frau von Cypressenburg.
Vorlage S. 266
669
TITUS.
Vorlage S. 266
670
Wirklich? – Ich glaub' es nur, weil ich es aus Ihrem eigenen Munde hör'. Also, Kammerfrau? Meine Mutter war auch Kammerfrau.
Vorlage S. 266
671
FLORA.
Vorlage S. 266
672
Er hat ja gesagt, Seine Mutter war Gärtnerin?
Vorlage S. 266
673
TITUS.
Vorlage S. 266
674
Zuerst war sie Gärtnerin, dann ist sie Kammerfrau geworden.
Vorlage S. 266
675
CONSTANTIA
Vorlage S. 266
676
beiseite.
Vorlage S. 266
677
Wirklich ein interessanter, gebildeter Mensch!
Vorlage S. 266
678
FLORA
Vorlage S. 266
679
zu Titus, welcher Constantia fixiert.
Vorlage S. 266
680
So leg' Er nur die Sachen da hinein.
Vorlage S. 266
681
TITUS
Vorlage S. 266
682
immer auf Constantia sehend.
Vorlage S. 266
683
's Schicksal weiß wirklich nicht, was's tut, so eine Gestalt in die Antichambre zu postieren.
Vorlage S. 266
684
FLORA.
Vorlage S. 266
685
Hört Er denn nicht? Da in den Kasten.
Vorlage S. 266
686
TITUS.
Vorlage S. 266
687
Ja, gleich. – Mit Bewunderung auf Constantia sehend. Klassische Salonfigur. Er geht, auf Constantia sehend, zum Kasten, welcher neben der Tür steht.
Vorlage S. 266
688
FLORA
Vorlage S. 266
689
für sich.
Vorlage S. 266
690
Wie sie kokettiert auf ihn, die aufdringliche Person!
Vorlage S. 266
691
Einundzwanzigster Auftritt
Vorlage S. 267
692
Vorige. Plutzerkern.
Vorlage S. 267
693
PLUTZERKERN
Vorlage S. 267
694
zur Mitte eintretend.
Vorlage S. 267
695
Die Leut' werden gleich alle da sein.
Vorlage S. 267
696
TITUS
Vorlage S. 267
697
Plutzerkern erblickend, kehrt rasch um.
Vorlage S. 267
698
Verdammt! wann der mich kennt! Wendet sich gegen Constantia, um Plutzerkern den Rücken zu kehren.
Vorlage S. 267
699
PLUTZERKERN
Vorlage S. 267
700
zu Flora.
Vorlage S. 267
701
Das is also der neue Gartner? Da muss man sich ja zu Gnaden rekommandier'n. Tritt zwischen Titus und Constantia.
Vorlage S. 267
702
TITUS
Vorlage S. 267
703
wendet sich gegen Flora, um wieder Plutzerkern den Rücken zu kehren.
Vorlage S. 267
704
Schicken S' den Kerl fort; ich bin kein Freund von solchen Zeremonien.
Vorlage S. 267
705
FLORA.
Vorlage S. 267
706
Tu' Er nicht so schüchtern.
Vorlage S. 267
707
PLUTZERKERN
Vorlage S. 267
708
indem er versucht, Titus die Vorderseite abzugewinnen.
Vorlage S. 267
709
Herr Gartner, der wohlverdienteste Mann im ganzen Personal –
Vorlage S. 267
710
TITUS
Vorlage S. 267
711
in großer Verlegenheit in die Tasche fahrend.
Vorlage S. 267
712
Ich muss mir nur g'schwind ein Schnupftüchel vors G'sicht – Zieht statt eines Schnupftuches eine graue Perücke mit Zopf aus der Tasche und hält sie eiligst vors Gesicht.
Vorlage S. 267
713
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 267
714
Aber Sie hab'n kuriose Schnupftücheln.
Vorlage S. 267
715
TITUS.
Vorlage S. 267
716
Was ist denn das?
Vorlage S. 267
717
FLORA
Vorlage S. 267
718
lachend.
Vorlage S. 267
719
Das is die Perücke von meinem ehemaligen Gemahl.
Vorlage S. 267
720
TITUS.
Vorlage S. 267
721
Schaut sehr eh'malig aus.
Vorlage S. 267
722
Steckt die Perücke in den Bündel, welchen er noch in der Hand hält.
Vorlage S. 267
723
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 267
724
Was Teuxel, der Gartner kommt mir so bekannt vor. – Zu Titus. Hab'n Sie net an'n Brudern mit rote Haar?
Vorlage S. 267
725
CONSTANTIA.
Vorlage S. 267
726
Was fällt Ihm ein?
Vorlage S. 267
727
TITUS.
Vorlage S. 267
728
Ich hab' gar kein'n Brudern.
Vorlage S. 267
729
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 267
730
So? nachher wird das der Bruder von wem andern sein.
Vorlage S. 267
731
FLORA.
Vorlage S. 267
732
Was will denn der Dummkopf?
Vorlage S. 267
733
PLUTZERKERN.
Vorlage S. 267
734
Na, ich hab' halt ein'n g'sehn mit rote Haar, das is ja nix Unrechts.
Vorlage S. 267
735
Zweiundzwanzigster Auftritt
Vorlage S. 268
736
Vorige. Zwei Gartenknechte. Die Gartenknechte treten zur Mitte ein, jeder zwei Körbe mit Obst tragend.
Vorlage S. 268
737
ERSTER KNECHT.
Vorlage S. 268
738
Da is das Obst.
Vorlage S. 268
739
FLORA.
Vorlage S. 268
740
Das hätt' gleich soll'n ins Schloß getrag'n werden.
Vorlage S. 268
741
CONSTANTIA.
Vorlage S. 268
742
Das wäre eine saubere Manier, dass man das Obst nur so durch die Knechte hinaufschickt.
Vorlage S. 268
743
FLORA.
Vorlage S. 268
744
's war ja immer so.
Vorlage S. 268
745
CONSTANTIA
Vorlage S. 268
746
auf Titus zeigend.
Vorlage S. 268
747
Der Herr Gärtner wird die Früchte überbringen, dies ist zugleich die schicklichste Gelegenheit, ihn der gnädigen Frau vorzustellen.
Vorlage S. 268
748
FLORA
Vorlage S. 268
749
zu Constantia.
Vorlage S. 268
750
Vorstellen? Wie finden Sie es denn auf einmal nötig, ihn der Gnädigen vorzustellen? Sie hab'n ja grad vorher g'sagt, es is ganz unstatthaft, so einen Bengel der gnädigen Frau vor Augen zu bringen.
Vorlage S. 268
751
CONSTANTIA
Vorlage S. 268
752
verlegen.
Vorlage S. 268
753
Das war – das heißt –
Vorlage S. 268
754
TITUS.
Vorlage S. 268
755
Bengel?
Vorlage S. 268
756
FLORA
Vorlage S. 268
757
mit boshaften Triumph über Constantias Verlegenheit.
Vorlage S. 268
758
Ja, ja!
Vorlage S. 268
759
TITUS.
Vorlage S. 268
760
Das ist arg.
Vorlage S. 268
761
CONSTANTIA
Vorlage S. 268
762
sehr verlegen.
Vorlage S. 268
763
Ich habe –
Vorlage S. 268
764
TITUS.
Vorlage S. 268
765
Das is enorm –
Vorlage S. 268
766
FLORA.
Vorlage S. 268
767
Na, ich glaub's – es is ja –
Vorlage S. 268
768
TITUS.
Vorlage S. 268
769
Mir unbegreiflich, Zu Flora. wie Sie das Wort »Bengel« auf mich beziehen können.
Vorlage S. 268
770
FLORA.
Vorlage S. 268
771
's waren die eigenen Worte der Madam.
Vorlage S. 268
772
TITUS
Vorlage S. 268
773
zu Flora.
Vorlage S. 268
774
Erlauben Sie mir, es gibt außer mir noch Bengeln genug, und ich bin kein solcher Egoist, dass ich alles gleich auf mich beziehe.
Vorlage S. 268
775
CONSTANTIA
Vorlage S. 268
776
sich von ihrer Verlegenheit erholend.
Vorlage S. 268
777
Ich wollte –
Vorlage S. 268
778
TITUS
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779
auf Constantia deutend.
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780
Wenn diese Dame wirklich ihre Lippen zu dem Wort »Bengel« hergegeben, so hat sie wahrscheinlich einen Knecht, vielleicht einen von diesen beiden Herren Auf die Gartenknechte zeigend. gemeint, denn mich hat sie ja noch gar nicht gekannt, und kennt mich selbst jetzt noch viel zu wenig, um über meine Bengelhaftigkeit das gehörige Urteil zu fällen. Zu Constantia. Hab' ich nicht recht?
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781
CONSTANTIA.
Vorlage S. 269
782
Vollkommen!
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783
FLORA
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784
sehr aufgeregt und ärgerlich.
Vorlage S. 269
785
Also will man mich zur Lügnerin machen?
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786
TITUS.
Vorlage S. 269
787
Nein, nur zur Verleumderin.
Vorlage S. 269
788
CONSTANTIA
Vorlage S. 269
789
zu Titus.
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790
Also kommen Sie jetzt.
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791
FLORA.
Vorlage S. 269
792
Er soll aufs Schloß kommen? Und warum denn gar so eilig? Die gnädige Frau is ausg'fahr'n.
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793
CONSTANTIA.
Vorlage S. 269
794
Nun, und da wird es doch schicklicher sein, dass der Herr Gärtner auf die gnädige Frau wartet, als sie auf ihn?
Vorlage S. 269
795
TITUS.
Vorlage S. 269
796
Das is klar. Zu Constantia. Sie weiß nichts von Etikette. Das Schicklichste auf jeden Fall is, dass ich bei Ihnen wart', bis der günstige Moment erscheint.
Vorlage S. 269
797
FLORA
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798
sehr ärgerlich, beiseite.
Vorlage S. 269
799
Zerreißen könnt' ich s', die Person, die! –
Vorlage S. 269
800
TITUS.
Vorlage S. 269
801
Als Gärtner muss ich aber doch mit dem gehörigen Anstand – Ah, da is ja, was ich brauch'.
Vorlage S. 269
802
Eilt zum Fenster und reißt die Blumen aus den Töpfen.
Vorlage S. 269
803
FLORA.
Vorlage S. 269
804
Was is denn das? Meine Blumen! –
Vorlage S. 269
805
TITUS.
Vorlage S. 269
806
Müssen zu einem Strauß herhalten. Ein Band brauchen wir auch. Zum Tisch eilend. Da liegt ja eines. Nimmt ein breites Atlasband und wickelt es um die Blumen.
Vorlage S. 269
807
FLORA.
Vorlage S. 269
808
Was treibt Er denn? Das neue Band, was ich erst aus der Stadt –
Vorlage S. 269
809
TITUS.
Vorlage S. 269
810
Zu so einer Feierlichkeit ist das Beste noch zu schlecht. Zu Constantia, auf Flora deutend. Die Gute, sie weiß nichts von Etikette.
Vorlage S. 269
811
Dreiundzwanzigster Auftritt
Vorlage S. 269
812
Vorige. Mehrere Gartenknechte.
Vorlage S. 269
813
DIE KNECHTE
Vorlage S. 269
814
zur Mitte eintretend.
Vorlage S. 269
815
Wir machen alle unser Kompliment.
Vorlage S. 269
816
TITUS.
Vorlage S. 269
817
Aha, meine Untergebenen! Ihr tragt mir's Obst nach.
Vorlage S. 269
818
DIE KNECHTE.
Vorlage S. 269
819
Zu Befehl.
Vorlage S. 269
820
CONSTANTIA
Vorlage S. 269
821
zu Titus.
Vorlage S. 269
822
Bei dieser Gelegenheit müssen Sie sich bei den Leuten in Respekt setzen, etwas zum besten geben; ich finde es wenigstens am Platz.
Vorlage S. 269
823
TITUS.
Vorlage S. 270
824
Ich find' es auch am Platz – aber – In der Westentasche suchend. es is ein anderer Platz, wo ich nichts find'.
Vorlage S. 270
825
CONSTANTIA.
Vorlage S. 270
826
Ich mache mir ein Vergnügen daraus, nehmen Sie hier –
Vorlage S. 270
827
Will ihm eine Börse geben.
Vorlage S. 270
828
FLORA
Vorlage S. 270
829
es verhindernd.
Vorlage S. 270
830
Erlauben Sie, das geht mich an. Zu Titus. Hier nimm der Herr.
Vorlage S. 270
831
Will ihm Geld geben.
Vorlage S. 270
832
CONSTANTIA
Vorlage S. 270
833
es verhindernd.
Vorlage S. 270
834
Halt! Das duld' ich nicht; es ist eine Sache, die die Ehre des Hauses betrifft und folglich die gnädige Frau durch mich bestreitet.
Vorlage S. 270
835
FLORA.
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836
Ich kann's auch der Gnädigen in Rechnung bringen; aber mir kommt es zu –
Vorlage S. 270
837
TITUS.
Vorlage S. 270
838
Erlauben Sie, diese Sache kann man rangieren, ohne dass jemand dabei vor den Kopf gestoßen wird. Ich bin so frei – Nimmt das Geld von Constantia. geben S' nur her – Nimmt das Geld von Flora. So! – Nur in solchen Fällen niemanden beleidigen. Zu den Gartenknechten. Heut' werdt's alle traktiert von mir.
Vorlage S. 270
839
DIE KNECHTE.
Vorlage S. 270
840
Juhe!
Vorlage S. 270
841
TITUS.
Vorlage S. 270
842
Jetzt vorwärts aufs Schloß!
Vorlage S. 270
843
CHOR.
Vorlage S. 270
844
Der neue Herr Gartner lasst sich recht gut an;
Vorlage S. 270
845
Sein' G'sundheit wird 'trunken, das is halt ein Mann!
Vorlage S. 270
846
Titus geht während dem Chore mit Constanzen voran, die Knechte folgen mit den Obstkörben, Flora sieht ärgerlich nach, Plutzerkern betrachtet sie mit bedeutungsvollem Lächeln; unter dem Jubel des Gartenpersonales fällt der Vorhang.
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847
Ende des ersten Aufzuges.
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Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ein Stellwagen is das pfiffigste Wesen auf der Welt, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Wirklich? – Ich glaub' es nur, weil ich es aus Ihrem eigenen Munde hör'.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Also is das gar so schwer, bei euch da ein Knecht zu wer'n?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Geh' Er jetzt zum G'vatter Polz, der will mir einen Gartenknecht rekommandieren.« B: »Ich glaub' gar, der will sich lustig machen über mich. – Ihm nachrufend.« C: »Weiß Er aber, dass Er ein sehr eitler Mensch ist?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Laut. so dunkel sein Kopf […] is, so hell scheint er inwendig zu sein.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Da wär'n wir; meine Sachen hab' ich in dem Bünkel z'sammgebunden.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Der Herr Gärtner wird die Früchte überbringen, dies ist …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Bauernmädchen, darunter Hannerl, treten während dem Ritornell des folgenden Chores aus dem Hintergrunde links auf.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Weil er ein schlechtes Subjekt war, hat der Richter g'sagt.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] ein seliger Mann so eine unglückliche Idee haben. Die Knecht' haben keine Furcht, kein'n Respekt, ich muss ihnen einen Herrn geben, dessen Frau ich bin. Mein Seliger wird den Kopf beuteln in die Wolken, wann er mir etwa gar als Geist […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Und der Weg von Freundschaft bis zur Liebe is eine blumenreiche Bahn.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Geld oder Besitz geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Kopf, bis ich ihn auf ewige Zeiten zurückgezogen hab'. So ist mir ohne Geld, ohne Lieb', ohne Freundschaft meine Umgebung unerträglich word'n; da hab' ich alle Verhältnisse abg'streift, wie man einen wattierten Kaput auszieht in der Hitz', […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Haben Sie ihm vielleicht was getan, dass er Ihnen net mag?« und »Da fragt es sich aber vor allem, ob Er die Gärtnerei versteht?«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Titus geht während dem Chore mit Constanzen voran, die Knechte folgen mit den Obstkörben, Flora sieht ärgerlich nach, Plutzerkern betrachtet sie mit bedeutungsvollem Lächeln; unter dem Jubel des […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Bauernmädchen, darunter Hannerl, treten während dem Ritornell des folgenden Chores aus dem Hintergrunde links […]« / »Titus geht während dem Chore mit Constanzen voran, die Knechte folgen mit den Obstkörben, Flora sieht […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Au'm Nachkirtag tanzt man schon in aller Fruh',«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Na, ich wünsch' Ihnen viel Glück zu Ihrem Glück; 's is völlig net recht, aber's schmerzt mich halt doch, dass mir wieder a Hoffnung in'n Brunn'n g'fallen is.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Sein' G'sundheit wird 'trunken, das is halt ein Mann!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Der Talisman von Nestroy, Johann ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Der Talisman

Johann Nestroy: Werke. Ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Oskar Maurus Fontana, München: Winkler, 1962. Nestroy, Johann 244- München

Das Werk Der Talisman von Nestroy, Johann ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.