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Buch - Clementine - Lewald, Fanny

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Originalwerk · Lesefassung

Clementine

Lewald, Fanny · 1811–1872

Clementine von Lewald, Fanny. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

RomanKlasse 9–10 · 11–1316 Abschnitte
Porträt von Lewald, Fanny; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Lewald, Fanny · Eurhinosaurus · CC BY-SA 4.0 Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 2 von 16

1. Capitel

1
Erstes Capitel
Vorlage S. 3
2
Also weil der Herr Geheimrath mich gestern geistreich gefunden hat, soll und muss ich ihn heirathen? fragte Clementine und sah dabei lachend ihre jüngere Schwester, die Frau des Professors Reich, an, die ganz erhitzt auf dem Sopha ihres Wohnzimmers saß.
Vorlage S. 3
3
Darum allein nicht, entgegnete diese, aber Du darfst diese Verbindung nicht ausschlagen, wie alle andern, die sich Dir boten. Der Geheimrath von Meining ist ein sehr geachteter, gebildeter und reicher Mann; er ist freilich fünfzig Jahre alt, Du bist aber schon siebenundzwanzig, was kann denn passender sein? Du hast mir selbst gesagt, dass Du an Dein früheres Verhältnis zu Robert Thalberg mit vollkommener Ruhe dächtest; warum also wieder ein Glück, ein wahrhaftes Glück von Dir weisen, das sich Dir vielleicht nie wieder bietet? Mein Mann wünscht diese Verbindung, die Tante, Deine letzte Instanz, dringt darauf, Meining erwartet das Glück seines Lebens davon und Du selbst hältst Meining nicht nur für einen liebenswürdigen, sondern auch für einen ehrenwerthen Mann; was willst Du denn eigentlich, Clementine?
Vorlage S. 3
4
Ich will nicht lügen, Marie! Ich will, ich kann es nicht, und je achtungswerther mir der Geheimrath er scheint, um so weniger möchte ich ihn täuschen; ich kann nicht heirathen, quäle mich nicht.
Vorlage S. 3
5
Beide Damen gingen fast erzürnt von einander; die kleine, rosige Professorin in die Arbeitsstube ihres Mannes, um ihm das vermuthliche Mislingen ihres Planes mitzutheilen; die ernste, schlanke Clementine auf ihr Zimmer, um den Sturm, den diese Unterhaltung in ihr erregt hatte, ruhig austoben zu lassen.
Vorlage S. 3
6
Clementine und Marie Frei waren die Töchter eines hochgestellten preußischen Beamten. Sie hatten früh ihre Mutter verloren und eine Tante, Frau von Alven, eine kluge, feinfühlende Frau, die Witwe, und deren einziges Kind früh gestorben war, hatte die Erziehung der beiden Mädchen im Frei'schen Hause übernommen. Nichts konnte aber verschiedener sein, als der Charakter dieser beiden Schwestern: Clementine, heftig, geistreich und zu tiefem Fühlen geneigt, wurde schnell von plötzlichen Eindrücken gefesselt, die sich dauernd ihrer Seele einprägten; was sie einmal ergriffen hatte, was ihr lieb geworden war, das konnte keine Macht ihr entreißen, das hielt sie fest für's Leben. Aus diesem Gefühl entsprangen die treue Anhänglichkeit für Frau von Alven, die innige Liebe für ihren Vater und die fast mütterliche Zärtlichkeit für die um sechs Jahre jüngere Marie; aber zugleich auch eine leidenschaftliche, unwandelbare Liebe für Robert Thalberg, einen jungen Mann, mit dem sie in ihrer ersten Jugend in allen befreundeten Familien zusammengetroffen war.
Vorlage S. 3
7
Thalberg hatte in tausend Dingen die auffallendste Charakterähnlichkeit mit Clementinen. Auch auf ihn wirkten in seiner Jugend die Eindrücke des Moments, und obgleich mit dem schärfsten Verstande und ungewöhnlichem Geiste begabt, hatte sein leidenschaftliches Herz ihn häufig fortgerissen und er sich oft dadurch in eigenthümlich verwickelte Verhältnisse gebracht, die bald störend, bald fördernd auf ihn gewirkt. Ein ungebändigter Freiheitssinn, ein an Tollkühnheit grenzender Muth, eigensinniges Beharren auf seinem Willen und doch eine fast kindliche Weichheit gegen die Personen, die er liebte, machten ihn für die Frauen unwiderstehlich; besonders da ein gebietendes, männlich schönes Aeußere gleich anfangs für ihn einnahm. Thalberg hatte Clementinen, wie alle jungen Leute ihres Kreises, seine Huldigungen dargebracht, weil sie hübsch und in der Mode war; bei näherer Bekanntschaft entdeckten Beide aber eine solche Aehnlichkeit in ihren Neigungen und Gesinnungen, sie begegneten sich so oft in ihrem Enthusiasmus für das Schöne, dass das gewöhnliche Wohlgefallen sich in eine wirkliche, ernste Neigung verwandelte und sie sich gegenseitig, ohne durch bestimmtes Versprechen an einander gebunden zu sein, als zu einander gehörend betrachteten. Clementinens Verwandte sahen ein Verhältnis, das für die Zukunft so viel Glück zu versprechen schien, ruhig wachsen, und als Thalberg den Ort verließ, nahm man allgemein an, dass das junge Paar längst einig und verlobt sei.
Vorlage S. 3
8
Clementine selbst lebte von da ab nur in der Erinnerung an Robert; Alles, was ihr begegnete, was sie that, wurde im Geiste Robert's Urteil unterworfen, der, um mehrere Jahre älter als sie, einen wesentlichen Einfluss auch auf ihre geistige Richtung ausgeübt hatte. Sie liebte Alles, was seinem Willen angemessen schien, verwarf Alles, was gegen seine Ansichten sein konnte, und lebte getrennt von ihm, mitten in der Gesellschaft, doch ganz allein mit dem fernen Geliebten; wie jene Nonnen, die, sich beständig unter den Augen ihres himmlischen Bräutigams wähnend, nur seinem Willen leben und kein anderes Gesetz kennen als das seine. Die Liebe zu dem Abwesenden war ein religiöser Cultus in ihrer Brust, und selbst der Gedanke, es könne ihr jemals möglich sein, den dringenden Bewerbungen anderer Männer die geringste Aufmerksamkeit zu gönnen, fiel ihr nie ein. Sie war den Ihrigen ergeben, half der Tante treulich die schöne Marie erziehen und bildete rastlos an sich fort, damit Robert, wenn er einst wiederkäme, sie nicht unter seinen Erwartungen fände.
Vorlage S. 4
9
So waren ein paar Jahre vergangen, die kleine Marie war zu einem reizenden Mädchen herangewachsen und das harmloseste, unbefangenste Kind geblieben. Ihre Familie, ihre Toilette, die Bälle, ihre kleinen Abenteuer von gestern, das war die Welt, die sie kannte; man liebte sie allgemein und was konnte sie noch wünschen? Sie war das verzogene Kind des Hauses. Bald nach ihrem sechszehnten Geburtstage hatte Professor Reich um ihre Hand geworben, hatte die Zustimmung des Vaters erhalten und die kleine Braut war mit der Myrthenkrone und dem weißen Schleier zum Altare mit demselben Gefühle gegangen, mit dem sie ein Jahr vorher, am Tage ihrer Confirmation, die Kirche betreten hatte. Sie hatte das Bewusstsein eines wichtigen Schrittes, ohne sich die Folgen desselben klar zu machen; und nachdem der schwere Abschied von Vater, Schwester und Tante vorüber war, folgte sie ihrem Manne, froh und sorglos wie ein Kind, nach Heidelberg, wo er angestellt war.
Vorlage S. 5
10
Clementine blieb nun allein zurück. Sie war stiller und ernster geworden, von Robert hatte sie nur selten gehört, die Zeit seiner Rückkehr wurde von den Seinen immer weiter hinausgeschoben und sie konnte es sich nicht verhehlen, dass Robert's Wunsch, sie wiederzusehen, lange nicht mehr so lebhaft sein müsse, als in jener Stunde, wo sie unter den heißesten Thränen mit dem ersten Kusse von einander Abschied genommen hatten.
Vorlage S. 6
11
In dieser Zeit erkrankte Clementinens Vater und nach wenig Wochen standen sie und die Tante an seinem Sarge. Ihr ganzes Leben war nur ein Schrei des Schmerzes, der Robert herbeirief, um alles Leid an seinem Herzen auszuweinen, um alle Liebe, die der theure Vater besessen hatte, auf den geliebten Freund zu vererben – aber Robert, obgleich ihm der Todesfall angezeigt worden, kam nicht zurück; und seine Mutter äußerte gegen Frau von Alven, dass ihr Sohn wol so bald nicht heimkehren würde, da Berufsverhältnisse und, wie sie glaube, auch eine Herzens-Neigung ihn an seinen jetzigen Aufenthalt fesselten. Frau von Alven erschrak, hielt es aber für ihre Pflicht, endlich einmal mit Clementinen offen über deren Zukunft zu sprechen. Sie war durch den Tod ihres Vaters unumschränkte Herrin ihrer Handlungen geworden; die Tante sehnte sich in ihre Vaterstadt zurück, und so trat sie eines Tages ganz plötzlich mit der Frage vor die Nichte hin, welche Plane sie nun für die nächste Zeit gemacht habe? Sie verhehlte ihr dabei nicht, dass sie Berlin zu verlassen wünsche, verschwieg ihr nicht, was Roberts Mutter ihr gesagt hatte, und war nicht wenig überrascht, Clementine bei der Nachricht, die für sie ein Todesstoß sein musste, anscheinend ruhig zu finden.
Vorlage S. 6
12
»Ich weiß es längst, gute Tante!« sagte sie, »dass Robert mich nicht liebt, sehr lange schon; und dass er jetzt für mich kein Wort des Trostes, der Teilnahme hat, keinen Gruß durch die Seinen, das nimmt mir mit dem letzten Zweifel die letzte Hoffnung; aber es ändert in meinen Gefühlen für ihn Nichts. Wir waren Beide durch keinen Eid an einander gebunden, Robert liebt mich nicht mehr, hat mich vielleicht nie geliebt, und ich habe sein Wohlwollen für Liebe gehalten – so glaubt er sich frei und ist es auch; denn nicht der Eid, sondern die Liebe bindet. Ich aber liebe ihn mehr als je, er ist Alles, Alles, was ich liebe, und darum bin ich sein, auch wenn wir uns nie wieder sehen sollten. Entgegne mir darauf Nichts,« fuhr sie fort, als ihre Tante eine Einwendung machen wollte, »ich weiß, wie gut Du es mit mir meinst; darum lass mich mir selbst. Dich aber länger von den Freunden und der Heimat zu trennen, wohin es Dich zieht, dazu habe ich kein Recht. Marie verlangt nach mir, ich werde nach Heidelberg gehen, werde ihr nützlich sein und in dem Kreise ihres Hauses meine Zukunft finden. Versprich mir aber, dass Du mir nie fehlen wirst, wenn ich Dein bedarf.«
Vorlage S. 7
Porträt von Lewald, Fanny; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Lewald, Fanny · Eurhinosaurus · CC BY-SA 4.0 Bildquelle ↗
13
Frau von Alven weinte still; Clementine kniete vor ihr nieder, küsste ihre Hände und bat: »und nun noch Eins! Ich habe seit Jahren mehr gelitten, als ich zu leiden für möglich hielt; ich fürchte jede Berührung meiner tiefen Wunde mehr als den Tod; versprich mir, dass Robert's Name nicht mehr zwischen uns genannt wird und dass wir uns trennen ohne Abschied; wir bleiben ja doch im Innern stets beisammen.«
Vorlage S. 7
14
Die Tante gelobte Alles und wenig Wochen darauf rollte der Postwagen, welcher Frau von Alven in ihre Heimat führte, an Clementinens Wohnung vorüber, in der sie mit ihrem Schwager am Fenster stand, der gekommen war, sie nach Heidelberg abzuholen.
Vorlage S. 8
15
Nach den schmerzlichen Aufregungen der letzten Zeit, dem wehmüthigen Gefühl, von den Räumen zu scheiden, die so lange die stillen Zeugen ihres Lebens waren, that die Ruhe im Hause ihrer Schwester Clementinen anfänglich sehr wohl. Sie hatte die junge Frau fast unverändert gefunden. Marie liebte ihren Reich von Herzen, betete ihre beiden Kinder an, sorgte treulich für ihr Haus und war eine Frau, wie die Mehrzahl der Männer sie wünscht. Der Professor hielt regelmäßig seine Vorlesungen, arbeitete den Rest der Zeit emsig in seiner Studirstube und ließ sich während der Mahlzeiten mit der größten Teilnahme Alles erzählen, was in der Zwischenzeit von der Frau, den Kindern und den Dienstboten irgend zu erzählen war. Beide Eheleute waren durchaus zufrieden mit einander und wünschten nichts Besseres, als dass es immer so bliebe. Ohne bestimmten Blick in die Zukunft, ohne lebhaftes Gedenken einer Vergangenheit, ging ein Tag nach dem andern hin, und alle Abwechselung in Marien's Leben machte der Besuch gleichgestimmter Frauen und ein Spaziergang in der nächsten Umgebung. – Es dauerte auch nicht lange, bis Clementine sich äußerlich in diese Lebensart gefunden hatte, und bald war sie Allen unentbehrlich geworden. Ihr beweglicher Geist hatte tausend neue Spiele für die Kinder, manche Erleichterung für Marie, manche Bequemlichkeit für den Professor hervorgerufen; es machte ihr Vergnügen, die Ihrigen zu erfreuen – aber sie selbst fühlte sich einsamer als vorher. Getrennt von ihren gewohnten Umgebungen, von der Tante, der ihr ganzes Herz offen lag, in der gleichförmigen Lebensart im Reichschen Hause, fühlte sie eine solche geistige Leere, dass nur die schöne Natur Heidelbergs sie aus ihrer Apathie zu reißen vermochte. Um sich zu zerstreuen, suchte sie eifrig längst vernachlässigte Studien wieder hervor, sie schmückte ihr kleines Stübchen, das nach dem Neckar sah, auf das freundlichste; aber vergebens. Stundenlang saß sie mit dem Buche in der Hand, sah den schönen Strom vorüberfließen, blickte ernsthaft die kleinen Häuser von Weinheim an und sah doch Nichts, als Robert's Bild, wie er zuletzt vor ihr gestanden, dachte Nichts, als die tiefe Demüthigung, verschmäht zu sein.
Vorlage S. 8
16
In einem kleinen Orte wie Heidelberg konnte eine Erscheinung wie Clementine, nicht unbemerkt bleiben; ihre ganze Persönlichkeit flößte lebhaftes Interesse ein, während ihr nach Außen abgeschlossenes Wesen für Kälte und Stolz galt. Man hatte sie bei ihrer Ankunft in alle Zirkel eingeführt, und überall hatte sie einen neuen Reiz in die Gesellschaft gebracht; besonders waren es die jüngeren Mädchen und die älteren Männer, die sich ihr anschlossen. Die Mädchen, weil sie von ihr keine Beeinträchtigung zu fürchten hatten, da sie jede Annäherung und Bewerbung eben so fein als bestimmt zurückwies; die älteren Männer, weil in ihrer Unterhaltung so viel Belebendes und Anregendes lag, dass sie sich die glücklichen Bemerkungen, die Clementine sie machen ließ, unbedingt als ihr eigenstes Eigenthum zuschrieben.
Vorlage S. 9
17
Unter diesen Männern war unstreitig der Geheimrath von Meining der bedeutendste. Er galt für einen der ersten Aerzte Deutschlands, war ein stattlicher Mann von fünfzig Jahren und so wohl erhalten, dass er den Ansprüchen, auch durch sein Aeußeres zu gefallen, nicht ganz entsagt hatte. Man sah, dass er in der Jugend ein schöner Mann gewesen sein musste, und mit einer bei älteren Männern nicht seltenen Eitelkeit ließ er bisweilen errathen, dass ihm das Glück bei den Frauen hold gewesen sei. Auch stand er noch jetzt in großer Gunst bei den Damen und wurde gern gesehen in jeder Gesellschaft. Manche Mutter hätte ihn, der ihr selbst früher den Hof gemacht, recht gern zum Schwiegersohne angenommen, und allerdings war er, vermöge seiner Stellung, Das, was man gewöhnlich eine gute Partie zu nennen pflegt. In seiner Jugend hatte er die Frauen zu sehr geliebt, um sich an Eine dauernd binden zu mögen; dann hatte diese Leidenschaft ernsten Studien Platz gemacht. Er hatte Reichthum, Ehre und einen großen Ruf erworben, und der Gedanke, sich zu verheirathen, war allmälig ganz in den Hintergrund getreten, je mehr Reiz die materiellen Genüsse des Daseins für ihn gewannen und je mehr sich die eigenthümliche Selbstsucht aller Hagestolzen in ihm ausgebildet hatte. Doch war sein Gefühl für das Schöne und Gute niemals erloschen; er war in einzelnen Momenten einer Lebhaftigkeit und Hingebung fähig, die einem jüngeren Manne anzugehören schienen, und in dieser Stimmung konnte er die bedeutendsten Opfer bringen; dann fühlte er die Möglichkeit und den Wunsch, Andere an seinem Glücke Theil nehmen zu lassen, und hätte vielleicht daran gedacht, eine Frau zu nehmen, wenn es ihm nicht unbequem gewesen wäre, danach zu suchen. Doch ließ er sich die Neckereien über diesen Punkt recht gern gefallen und lächelte wohlgefällig, wenn man behauptete, an einem schönen Morgen werde er einst ganz plötzlich mit einer Braut angefahren kommen, die ein Phönix an Schönheit und Liebenswürdigkeit sein und ihm wie ein Ideal erscheinen werde; sowie sein Haus ihm das schönste, sein Rock der beste und überhaupt Alles, was sein eigen, ihm als das Vollkommenste vorkomme.
Vorlage S. 10
18
Als Freund des Professors Reich und als Arzt der Familie hatte er Clementine in deren Häuslichkeit kennen und schätzen gelernt. Er hatte durch Marien, noch vor Clementinens Ankunft, erfahren, dass diese dem Grame über eine unglückliche Liebe fast erlegen sei, und nun sah er sie selbst: noch schön, obgleich lange über die erste Jugend hinaus, und liebenswürdiger und geistreicher als irgend eine Frau, die er kannte. Er sah das Mädchen, das der Mittelpunkt der Gesellschaft geworden, eben so liebenswürdig im Hause; sie hatte Rath für den Bedrängten und die zärtlichste Sorgfalt für den Leidenden; unermüdlich besorgt für Andere, schien sie zufrieden, ohne gerade froh zu sein, und ihre Ruhe wurde durch jene kleinen Veranlassungen, welche die meisten Frauen außer Fassung bringen, niemals erschüttert. Ihre äußeren Vorzüge zogen ihn an, und wenn er manchmal auf ihrem ausdrucksvollen Gesicht die Spuren eines tiefen Leidens, oder gar ihre Augen noch trübe von vergossenen Thränen sah, flößte sie ihm eine lebhafte Teilnahme ein. Er hatte einmal mit Reich über Clementine gesprochen, und diese hatte geäußert, seine Schwägerin sei allerdings ein vortreffliches Mädchen, nur leider zu überspannt, und er wünsche nichts sehnlicher, als dass sie bald einen vernünftigen Mann bekäme, den sie liebe; denn sonst würde sie zu Grunde gehen durch ihren selbstgenährten Gram.
Vorlage S. 11
19
Ob Reich diese Bemerkung absichtlich gemacht, ob eine Absicht in des Geheimraths Frage gelegen, lassen wir dahingestellt sein; nur das steht fest, dass von jenem Tage an in Meining der Gedanke an eine Verbindung mit Clementinen erwachte. Dieses Mädchen in seinem Hause walten zu sehen, von ihrem Geiste seine Mußestunden verschönen zu lassen, ihrer milden Pflege in kranken Tagen zu genießen und sie, der er von Herzen zugethan war, ihren Kummer vergessen zu machen, war bald sein Lieblingswunsch geworden. Er hielt sich für den Mann, der sie über den verlorenen Geliebten zu trösten vermöchte, und je mehr und je länger er seine Bewerbungen um sie fortsetzte, je werther wurde sie ihm, je gewisser, dass er ihr nicht gleichgültig bleiben könne. So trat er denn, nachdem sie einen Abend vorher sich freundlich in Gesellschaft begegnet waren, am nächsten Morgen mit seiner Werbung um Clementinens Hand vor den Professor hin.
Vorlage S. 12
20
Reich war sehr erfreut, Marie entzückt über das Glück, das sich ihrer Schwester bot; Clementine allein sagte, wie so oft schon: »ich kann und werde nicht heirathen.«
Vorlage S. 12
21
Man schrieb der Tante, Frau von Alven bestürmte die Arme mit den dringendsten Vorstellungen, Meining wollte ihr Zeit lassen, sich zu entschließen, und unterdessen nahmen die Ermahnungen und das Zureden des Professors und Mariens kein Ende; die Unterhaltungen, mochten sie mit dem Fernliegendsten beginnen, endeten zu Clementinens Qual doch immer wieder mit dem Geheimrath von Meining.
Vorlage S. 12
22
Bei einer solchen Scene fanden wir die Schwestern, am Anfang unserer Erzählung, und es war nötig so weit zurückzugehen, um den Leser mit den handelnden Personen bekannt zu machen, wobei wir uns zugleich das Recht vorbehalten, den Faden der Ereignisse, so oft es uns geeignet scheint, in den eigenhändigen Papieren und Briefen derselben zu verfolgen.
Vorlage S. 13

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Clementine und Marie Frei waren …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Ein ungebändigter Freiheitssinn, ein an Tollkühnheit grenzender Muth, eigensinniges Beharren auf seinem Willen und doch eine fast kindliche Weichheit gegen die Personen, die er liebte, machten ihn für die Frauen […]; besonders da ein gebietendes, männlich schönes Aeußere gleich anfangs für ihn einnahm.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Thalberg hatte Clementinen, wie alle jungen Leute ihres Kreises, seine Huldigungen dargebracht, weil sie hübsch und in der Mode war; bei näherer Bekanntschaft entdeckten Beide aber eine solche Aehnlichkeit in ihren Neigungen und Gesinnungen, sie begegneten sich so oft in ihrem Enthusiasmus für das Schöne«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »was sein eigen, ihm als das Vollkommenste vorkomme« B: »Versprich mir aber, dass Du mir nie fehlen wirst, wenn ich Dein bedarf.«« C: »ohne durch bestimmtes Versprechen an einander gebunden zu sein, als zu einander gehörend betrachteten«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Man hatte sie bei ihrer Ankunft in alle Zirkel eingeführt, und überall …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Auch stand er noch jetzt in großer Gunst bei den Damen und wurde gern […] in jeder Gesellschaft.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »obgleich« in diesem Textausschnitt? »Er hatte durch Marien, noch vor Clementinens Ankunft, erfahren, dass diese dem Grame über eine unglückliche Liebe fast erlegen sei, und nun sah er sie selbst: noch schön, obgleich lange über die erste Jugend hinaus, und liebenswürdiger und geistreicher als irgend eine Frau, die er kannte.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Er hielt sich für den Mann, der sie über den verlorenen Geliebten …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Also weil der Herr Geheimrath mich gestern geistreich gefunden hat, soll und muss ich ihn heirathen? fragte Clementine und sah dabei lachend ihre jüngere Schwester, die Frau des Professors Reich, an, die ganz […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Fasse diese Textstelle in eigenen Worten zusammen: »So waren ein paar Jahre vergangen, die kleine Marie war zu einem reizenden Mädchen herangewachsen und das harmloseste, unbefangenste Kind geblieben. Ihre Familie, ihre Toilette, die Bälle, ihre kleinen […]« Was ist für ihr Verständnis besonders wichtig?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Gib die zentrale Aussage oder Situation wieder, ohne etwas hinzuzuerfinden.
  • Nenne eine Einzelheit aus der Passage, auf die sich deine Zusammenfassung stützt.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] mit den handelnden Personen bekannt zu machen, wobei wir uns zugleich das Recht vorbehalten, den Faden der Ereignisse, so oft es uns geeignet scheint, in den eigenhändigen Papieren und Briefen derselben zu verfolgen.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Ich will nicht lügen, Marie! Ich will, ich kann es nicht, und je achtungswerther mir der Geheimrath er scheint, um so weniger möchte ich ihn täuschen; ich kann nicht heirathen, quäle mich nicht.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] habe seit Jahren mehr gelitten, als ich zu leiden für möglich hielt; ich fürchte jede Berührung meiner tiefen Wunde mehr als den Tod; versprich mir, dass Robert's Name nicht mehr zwischen uns genannt wird und dass wir uns trennen ohne […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] mehr, hat mich vielleicht nie geliebt, und ich habe sein Wohlwollen für Liebe gehalten – so glaubt er sich frei und ist es auch; denn nicht der Eid, sondern die Liebe bindet. Ich aber liebe ihn mehr als je, er ist Alles, Alles, was ich […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

7. Vergleiche diese beiden Stellen: »So waren ein paar Jahre vergangen, die kleine Marie war zu einem reizenden Mädchen herangewachsen und das harmloseste, […]« und »In einem kleinen Orte wie Heidelberg konnte eine Erscheinung wie Clementine, nicht unbemerkt bleiben; ihre ganze Persönlichkeit […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

8. Am Abschnittsende steht: »Bei einer solchen Scene fanden wir die Schwestern, am Anfang unserer Erzählung, und es war nötig so weit zurückzugehen, um den Leser mit den handelnden Personen bekannt zu machen, wobei wir uns zugleich das […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

9. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Also weil der Herr Geheimrath mich gestern geistreich gefunden hat, soll und muss ich ihn heirathen? fragte […]« / »Bei einer solchen Scene fanden wir die Schwestern, am Anfang unserer Erzählung, und es war nötig so weit […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Also weil der Herr Geheimrath mich gestern geistreich gefunden hat, soll und muss ich ihn heirathen? fragte Clementine und sah dabei lachend ihre jüngere Schwester, die Frau des Professors Reich, an, die ganz erhitzt auf dem Sopha ihres Wohnzimmers saß.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Marie verlangt nach mir, ich werde nach Heidelberg gehen, werde ihr nützlich sein und in dem Kreise ihres Hauses meine Zukunft finden.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Bei einer solchen Scene fanden wir die Schwestern, am Anfang unserer Erzählung, und es war nötig so weit zurückzugehen, um den Leser mit den handelnden Personen bekannt zu machen, wobei wir uns zugleich das Recht vorbehalten, den Faden der Ereignisse, so oft es uns geeignet scheint, in den eigenhändigen Papieren und Briefen derselben zu verfolgen.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Clementine von Lewald, Fanny ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

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Clementine

Fanny Lewald: Gesammelte Werke. Neue revidierte Ausgabe, Band 8, Berlin: Verlag von Otto Janke, 1872. Lewald, Fanny 3- Berlin

Das Werk Clementine von Lewald, Fanny ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

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