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Was tust du denn so lange da draußen auf dem Balkon? – Nun, Kadidja, warum antwortest du denn nicht? Er erhebt sich. Sie ist doch vorhin auf den Balkon hinausgegangen! Er ruft. Kadidja! Er eilt auf den Balkon hinaus. Gott sei Dank! Kadidja ins Zimmer zurückführend. Kadidja, wie kannst du mich so entsetzlich erschrecken!
Ich mache dir einen Vorschlag, Kadidja, und bitte dich, meinen Vorschlag ruhig zu überlegen. Wir sind jetzt achtzehn Monate beisammen, ohne während der ganzen Zeit mehr als fünf Tage voneinander getrennt gewesen zu sein. Ich weiß, dass ich nicht mehr der Mensch bin, der ich früher war. Ich bin häufig verstimmt, weil es mir an der nötigen Spannkraft fehlt. Diese Spannkraft kann ich aber nur in mir selbst wiederfinden ...
Was bin denn ich dir noch wert? Ich war von Kindheit auf immer die Freude meiner ganzen Umgebung. Dir bin ich längst keine Freude mehr, obschon ich alles tue, wovon ich denken kann, dass es dir angenehm ist. Aber daran liegt es eben. Ich bin durch meine Nachgiebigkeit und meine Selbstlosigkeit ein ganz anderes Geschöpf geworden, als ich damals war, als du mich zu dir nahmst.
Ich glaube nicht, dass du durch dein Zusammensein mit mir irgend etwas von deinem Zauber verloren hast. Aber du lässt mir ja keine Zeit, um meine Genußfähigkeit wiederzufinden.
Ich bin das Alleinsein nun einmal nicht gewohnt. Wir waren unsere acht Geschwister in meinem Elternhaus. Als ich dann zum Theater kam, gab es eine Unmenge von Kollegen und Kolleginnen, Regisseure, Theaterarbeiter und Dramaturgen, die in jeder Stadt wieder andere waren. Allerdings hat man mir ja auch schon öfter gesagt, dass ich der Kunst wegen überhaupt nicht zur Bühne gegangen sei, sondern nur um meine Unterhaltung dabei zu finden.
Glaubst du denn, ich schreibe meine Theaterstücke aus einem anderen Grunde, als nur um während des Schreibens meine Unterhaltung dabei zu finden? – Ich habe mich sogar auch schon gefragt, ob ich denn wirklich so viel trinke, um Theaterstücke schreiben zu können, oder ob ich nur Theaterstücke schreibe, um während des Schreibens so viel dazu trinken zu können. – Aber das alles macht dich nicht glücklicher.
Als du vorgestern abend fortgegangen warst, da ließ ich von den beiden Mädchen die Körbe, in denen meine Kostüme liegen, vom Hängeboden herunterholen. Ich packte die Kostüme hier aus und zeigte sie den Mädchen. Das ganze Zimmer, der Schreibtisch, der Diwan, der Sessel, alles lag voll von Kostümen. Dann zog ich eins nach dem anderen an, ging darin über den Teppich und besah mich im Spiegel. Sie tut es. – Die Mädchen müssen geglaubt haben, ich hätte den Verstand verloren.
Ich erniedrigte mich ja doch so gerne, wenn ich wenigstens sähe, dass ich dir damit irgend etwas nützen würde! Aber je mehr ich mich in allem nach deinen Wünschen ändere, um so weniger bedeute ich für dich. Manchmal siehst du mich schon gar nicht mehr, wenn ich dicht vor dir stehe.
Von solchen Momenten kannst du natürlich nichts wissen. Als der Winter begann, hast du mir wenigstens noch manchmal deine Lieder einstudiert. Das hast du wohl ganz vergessen? Du hast sie mir mit der Reitpeitsche einstudiert, damit ich, sobald ich auf dem Podium erscheine, das Publikum durch meine Leidenschaftlichkeit überwältige. Dort an dem Büchergestell hängt noch der Zettel angeheftet, auf den du die Lieder, die ich singen konnte, notiert hattest. Du hast den Zettel seit mindestens sechs Monaten nicht mehr angesehen. Der Winter ist zu Ende, und das Singen deiner Lieder ist ein Erlebnis aus meiner Vergangenheit. Die Reitpeitsche gebraucht der Hausknecht, um unten im Hof die Teppiche auszuklopfen.
Du hast wilder getanzt, als ich es je von dir gesehen habe. – Wolltest du mir doch nur das bisschen Zeit lassen, das ich zu meiner geistigen Sammlung brauche, um mich solcher Augenblicke wieder aus vollem Herzen freuen zu können!
Wer bürgt mir denn aber dafür, dass du dich mit deinen geistigen Fragen und Aufgaben beschäftigst, wenn du mich den ganzen Tag und den ganzen Abend allein lässt und dann, wenn du endlich gegen Morgen nach Hause kommst, nur Mißvergnügen und Teilnahmslosigkeit für mich übrig hast! Auf und nieder gehend. Ich glaube jeden Abend zwei volle Stunden daran, dass du dich auswärts mit deinen geistigen Aufgaben beschäftigst. Ich glaube auch noch eine dritte Stunde daran. In der vierten Stunde frage ich mich dann aber endlich, wer ich denn nun eigentlich bin! Dir haben hundert und hundert Frauen nur dadurch die Zeit vertrieben, dass sie dir all ihr Liebesabenteuer erzählten. Bin ich vielleicht so armselig, dass ich nichts zu erzählen fände, wenn ich die Möglichkeit hätte, etwas zu erleben? Ich soll mit gebundenen Gliedern mit allen erdenklichen Frauen um dich kämpfen, die sich vollkommen frei bewegen können?
Im Gegenteil! In deine Vergangenheit hatte ich mich längst verliebt gehabt, als wir uns zum erstenmal begegneten. Aber dafür müsste mein Wert für dich nun auch meine Gegenwart sein! Danke schon! Zu Hause soll ich mich dadurch verdient machen, dass ich nicht vorhanden bin, und gehen wir zusammen aus, dann bedrückt dich meine Erscheinung. Sieht mich jemand an, weil ich ihm gefalle, dann tönt ein Fluch von deinen Lippen. Das ist dem keine Freude, das ist mir keine Freude, und dir kann es auch keine Freude sein. Bin ich dazu von Gott geschaffen?
Als wir uns kennenlernten, geliebtes Herz, da warst du dir deines Sieges so sicher wie ein Götterkind! Du erblicktest nicht die geringste Schwierigkeit in unserem Zusammensein, während mich die Furcht vor dem Unheil, in das sich auch das größte Glück verwandeln kann, sehr ernst stimmte. Jetzt entmutigt es dich, dass auch bei der größten Liebe das gemeinsame Glück mühevoll erobert werden muss. Und ich sage mir jeden Tag, dass ich mir diese Eroberung tausend und tausendmal schwerer vorgestellt hatte.
Dazu hast du auch allen Grund! Jede Widerwärtigkeit räume ich dir ängstlich aus dem Wege. Die Absätze an meinen Schnürstiefeln sind mit Gummi beschlagen, damit du meine Schritte in der Wohnung nicht hörst. Oder koste ich zuviel? – Wenn ich in einem Schaufenster einen Schmuck liegen sehe, den ich gerne haben möchte und für den ich das Geld nicht ausgeben will, dann gehe ich jeden Tag an dem Schaufenster vorüber und sehe mir den Schmuck an und sehe ihn mir täglich so lange an, bis er mir vollständig verleidet ist. Dann habe ich das Geld gespart.
Wenn mir ein künstlerischer Entwurf einfällt, den ich liebend gerne ausarbeiten möchte, zu dessen Ausarbeitung ich aber die nötige Zeit nicht finde, dann sehe ich mir den Entwurf jeden Tag von allen Seiten an, und sehe ihn mir täglich so lange an, bis er mir vollständig verleidet ist. Dann habe ich die Zeit, die ich für die Ausarbeitung des Entwurf es nötig gehabt hätte, gespart!
Aber könntest du denn deine Schriftstellerei nicht für die nächsten zehn Jahre aufgeben? Du hast ja, bevor wir uns kannten, so unendlich viel geschrieben, dass es für die nächsten zehn Jahre vollauf ausreichen wird. Außerdem hast du doch jetzt deine Schauspielerei. Du hast dein öffentliches Auftreten mit mir zusammen. Und dann hast du deine Musik, deine Lieder, die du mir mit der Reitpeitsche einstudierst! Und schließlich hast du doch auch noch deine Kinderspielzeuge, die du erfunden hast! Die hätte ich beinahe vergessen. Der deutsche Diskus, die Fahrradschaukel, das Kinderdrahtseil, die Lauftrommel. Könntest du denn, wenn du dich nach geistiger Betätigung sehnst, nicht wieder einmal ein Kinderspielzeug erfinden? Das nimmt dir erstens weniger Zeit weg, und zweitens macht es doch uns beiden ganz unvergleichlich mehr Vergnügen als deine Schriftstellerei! – Soll ich nicht wieder einmal auf deiner Lauftrommel durchs Zimmer gehen? Sich erhebend. Wo ist denn die Lauftrommel? Sie holt die Lauftrommel hinter dem Wandschirm vor und schiebt sie in den Stützen ins Zimmer. Da ist sie. Ich kann schon ziemlich gut ohne die Stützen darauf durchs Zimmer gehen. Soll ich es versuchen?
Ich habe kein Publikum. Schlimm genug! – Gelte ich dir denn noch etwas, wenn ich kein Publikum habe, dem ich gefalle? – Bin ich deshalb eine Exhibitionistin?
Liebe Kadidja, wir müssen unser Beieinandersein etwas vornehmer, etwas vertrauensvoller gestalten! Ein Glück ist unmöglich, wenn beide ununterbrochen davor zittern müssen, einander zu verlieren. Wir müssen aneinander glauben können! Wir haben ein geistiges Band zwischen uns nötig, das uns zusammenhält, auch wenn wir einmal vierzehn Tage lang nicht miteinander unter ein und demselben Dache wohnen!
Du beschäftigst dich doch wahrhaftig zur Genüge mit geistigen Dingen! Aber soll ich mich nun deshalb auch mit Philosophie und dergleichen abgeben? Ich tue das schon aus dem einfachen Grunde nicht, weil es mich nicht kleidet. Außerdem – wenn ich einmal damit begonnen habe, dir blauen Dunst vorzumachen, was bewahrt mich dann davor, dass ich es nicht auch in wichtigeren Dingen tun werde?
Deine Worte sind ungerecht! Auf deinen Kreuz- und Querfahrten durch alle fünf Weltteile hattest du jedes Gefühl für Natürlichkeit verloren. Bin ich deshalb »nüchterne Wirklichkeit«, weil du es bei mir wiederfandest? – Im Gegenteil, wenn ich, ohne die geringste Ahnung davon zu haben, das große Wort über Kunst und Literatur führen wollte, wie das die Frauen zu Hunderten tun, dann wäre ich nüchterne Wirklichkeit für dich! Das erlebst du nicht an mir. Ehe ich die herrlichsten Gaben, die mir der Himmel verliehen hat, so kindisch entwürdige, biete ich mich lieber so, wie ich nun einmal geschaffen bin, auf offnem Markte aus.
Fändest du das so ungeheuerlich? – Dann wärst du über meine Bedeutung im klaren. – Sich ihm nähernd. Ich möchte doch nur die echte Perle, die ich hier an dieser Hand Ihre Hand küssend. an dieser entzückenden Hand trage, nicht deshalb, weil uns die Perle langweilig geworden ist, gegen einen falschen Diamanten vertauschen.
Es gelingt mir nicht für eine Minute mehr, mich selber wiederzufinden! Seitdem du mir den Beweis gegeben hast, dass du ein Geschöpf von unbegrenzten Mög lichkeiten bist, fühle ich bei jedem Atemzug den Schreck in den Gliedern, dich zu verlieren!
Ich bedanke mich für derartige Anregung! Ich habe nicht zwanzig Jahre um meine persönliche Freiheit gekämpft, um mein Dasein in Angst und Entsetzen zu verbringen!
Wenn dich die natürlichsten Dinge mit Entsetzen erfüllen, dann gehörst du doch selbst zu der furchtsamen Menge, deren blinde Furcht du immer verspottest.
Ich kann von diesen Dingen nichts hören, weil ich todmüde bin! Lass mir vierzehn Tage Zeit, dann blicke ich der Wirklichkeit wieder mit der größten Unerschrockenheit in die Augen!
Damals hatte ich dich doch auch nur ganz schlicht und sachlich gebeten, du möchtest es einmal auf eine Probe ankommen lassen, um zu erfahren, wie geartet ich bin.
Als du aber an jenem Abend deinem Freunde das Spottgedicht von der Wetterfahne vorlasest, da glaubte ich natürlich, das sei nun die Probe, auf die du mich stellen wolltest. Ich fürchtete dabei nur, dass ich durch deine Verspottung nicht Mut genug finden würde, die Probe zu bestehen, weil mir das Gedicht im übrigen ganz gut gefiel. Als du mich dann aber mit mir allein ließest, da erhob sich ein Sturmgeheul in meinem Kopf, das mich hinderte, noch irgend etwas zu sehen oder zu hören. Rings um mich her flammten die Gedanken wie Blitze nach allen Richtungen hin. Sie zuckten so rasch durcheinander, dass ich nicht über einen einzigen Gedanken einen Augenblick nachdenken konnte. Nach einer Stunde kamst du zurück. Ich kannte mich selbst nicht mehr vor Wut darüber, dass du ein so klägliches Jammergeschöpf aus mir gemacht hattest. Ich biss dich in die Wange, dass du aufstöhntest. Aber als du dann plötzlich, ohne ein Wort zu sprechen, nach meinen Bildern langtest, die in deinem Zimmer auf dem Kamin und auf dem Schreibtisch standen, und als du ein Bild um das andere in Stücke zerrissest und die Stücke unter deine Füße tratst, da fasste mich ein Gefühl, wie ich es bis dahin nie gekannt hatte. Von einer Probe, die dir meine Liebe beweisen sollte, wusste ich nichts mehr, als ich die drei Treppen hinunterrannte. Lächelnd. Was mich über das Geländer ins Wasser trieb, war einzig die Empfindung, dass gerade das, was mir von frühester Kindheit auf am liebsten an mir war, dass das in Fetzen zerrissen unter deinen Füßen lag.
Ich wurde unversehens an dir zum Bilderstürmer, weil ich mich auf deine Angriffe hin nicht an dir selbst vergreifen wollte! Nur um dich in deiner Raserei durch ein völlig unschädliches Mittel zur Besinnung zu bringen, vergriff ich mich an deinen Bildern!
Du brauchst mir deine Liebe nicht zu beteuern. Ich weiß ganz bestimmt, dass mich kein Mann in dieser Welt höher schätzen würde, als du mich schätzest. Deshalb gibt es für mich auch keine Wahl zwischen dir und einem anderen Mann. Für mich gibt es nur die Wahl zwischen dir und einem freien, durch nichts beschränkten Freudenleben.
Kadidja, gib mir vierzehn Tage Urlaub! Nur vierzehn Tage gib mir, ohne dass ich derweil um deinen Besitz zu zittern brauche, dann habe ich wieder Genußfähigkeit im Überfluss!
Ich glaube dir, dass du dich danach sehnst! Wenn du vierzehn Tage ohne mich gelebt hast, dann habe ich dich verloren. Ich überschätze meine Anziehungskraft nicht.
Kadidja! Ich habe große Gedanken in meinem Kopf! Es war sonst nie meine Gewohnheit, mit meinen Plänen und Projekten zu prahlen. Dir gegenüber muss ich es tun, damit du Mitleid mit ihnen fühlst. Ich arbeite schon viel länger, als wir uns kennen, an einem Werk, durch das die Widersprüche, in denen ich mich seit meiner Kindheit befinde, endlich aufgehoben werden sollen. Ich sehe seit Jahren nicht ein, warum die Verehrung, die wir für die ewigen Weltgesetze hegen, und die Verehrung, die wir schönen Farben, schönen Körpern, der ganzen Schöpfungspracht entgegenbringen, warum sich diese Gefühle ewig in den Haaren liegen sollen! Das war früher anders, als sich die Anbetung des Geistes mit der Verehrung menschlicher Schönheit unter demselben Tempeldach zusammenfanden. Warum soll das nicht wieder anders werden! Der Streit kommt nur daher, dass wir die erhabene Schönheit geistiger Gesetzmäßigkeit so wenig würdigen, wie wir die unerbittliche Gesetzmäßigkeit körperlicher Schönheit einsehen. Der Geist ist uns ein strenger Zuchtmeister, die Erscheinungswelt ist uns ein loser Possenreißer. Die Freude am Geist, die Ehrerbietung vor der Erscheinungswelt, das sind die beiden Elemente, die ich, bevor ich sterbe, noch miteinander aussöhnen möchte ... Da es klopft. Herein!
Gut, dann gehe ich und ziehe es an. Sie nimmt den Karton, legt Buridan die Arme um den Hals und küsst ihn. Sei mir nicht böse, dass ich dich so gequält habe.
Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.
Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.
Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.
1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Dir bin ich längst keine Freude mehr, obschon ich alles …«
2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Dann zog ich eins nach dem […] an, ging darin über den Teppich und besah mich im Spiegel.«
4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.
6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse.
A: »Damals hatte ich dich doch auch nur ganz schlicht und sachlich gebeten, du möchtest es einmal auf eine Probe ankommen lassen, um zu erfahren, wie geartet ich bin.«
B: »Bin ich vielleicht so armselig, dass ich nichts zu erzählen fände, wenn ich die Möglichkeit hätte, etwas zu erleben?«
C: »Ich war von Kindheit auf immer die Freude meiner ganzen Umgebung.«
7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ehe ich die herrlichsten Gaben, die mir der Himmel verliehen hat, so …«
8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Oder ich hatte ihn nicht zu […] gelesen.«
9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Ich fürchtete dabei nur, dass ich durch deine Verspottung nicht Mut genug finden würde, die Probe zu bestehen, weil mir das Gedicht im übrigen ganz gut gefiel.«
10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Der Streit kommt nur daher, dass wir die erhabene Schönheit geistiger …«
2Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte
1. Lies den Abschnittsbeginn: »Kadidja unsichtbar. Walter Buridan sitzt hinter dem Schreibtisch.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Wenn dich die natürlichsten Dinge mit Entsetzen erfüllen, dann gehörst du doch selbst zu der furchtsamen Menge, deren blinde Furcht du immer verspottest.«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Liebe Kadidja, wir müssen unser Beieinandersein etwas vornehmer, etwas vertrauensvoller gestalten! Ein Glück ist unmöglich, wenn beide ununterbrochen davor zittern müssen, einander zu verlieren. Wir müssen aneinander glauben können! Wir […]«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Geld oder Besitz geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] einen Schmuck liegen sehe, den ich gerne haben möchte und für den ich das Geld nicht ausgeben will, dann gehe ich jeden Tag an dem Schaufenster vorüber und sehe mir den Schmuck an und sehe ihn mir täglich so lange an, bis er mir […]«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Beziehungen zwischen Figuren geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] trieb, war einzig die Empfindung, dass gerade das, was mir von frühester Kindheit auf am liebsten an mir war, dass das in Fetzen zerrissen unter deinen Füßen lag.«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Und jetzt gleich noch der Tanz »Junges Blut«. Er singt, sich auf der Laute begleitend, während Kadidja dazu tanzt.« und »Und dabei beklagst du dich noch, dass es dir an geistiger Anregung fehlt!«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
7. Am Abschnittsende steht: »Kadidja mit dem Karton ab. – Buridan setzt sich hinter den Schreibtisch, schlägt ein Manuskript auf und schreibt.« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Kadidja unsichtbar. Walter Buridan sitzt hinter dem Schreibtisch.« / »Kadidja mit dem Karton ab. – Buridan setzt sich hinter den Schreibtisch, schlägt ein Manuskript auf und […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
3Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte
Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.
Niveau 1 · Einstieg
1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Was tust du denn so lange da draußen auf dem Balkon? – Nun, Kadidja, warum antwortest du denn nicht?«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Dann habe ich die Zeit, die ich für die Ausarbeitung des Entwurf es nötig gehabt hätte, gespart!«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Ich bin gespannt, wie du darin aussiehst.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Die Zensur von Wedekind, Frank ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).
Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.
Die Zensur
Frank Wedekind: Werke in drei Bänden. Herausgegeben und eingeleitet von Manfred Hahn, Berlin und Weimar: Aufbau, 1969. Wedekind, Frank 60- Berlin und Weimar
Das Werk Die Zensur von Wedekind, Frank ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.
Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.