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Buch - Jedermann - Hofmannsthal, Hugo von

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Originalwerk · Lesefassung

Jedermann

Hofmannsthal, Hugo von · 1903–1911

Jedermann von Hofmannsthal, Hugo von. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–133 Abschnitte
Porträt von Hofmannsthal, Hugo von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Hofmannsthal, Hugo von · Urheber auf der Commons-Dateiseite nicht angegeben · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Tod und christliche Moralvorstellungen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 3

[Stücktext]

1
[Stücktext]
Vorlage S. 10
2
SPIELANSAGER
Vorlage S. 10
3
tritt vor und sagt das Spiel an.
Vorlage S. 10
4
Jetzt habet allsamt Achtung, Leut!
Vorlage S. 10
5
Und hört was wir vorstellen heut!
Vorlage S. 10
6
Ist als ein geistlich Spiel bewandt,
Vorlage S. 10
7
Vorladung Jedermanns ist es zubenannt.
Vorlage S. 10
8
Darin euch wird gewiesen werden,
Vorlage S. 10
9
Wie unsere Tag und Werk auf Erden
Vorlage S. 10
10
Vergänglich sind und hinfällig gar.
Vorlage S. 10
11
Der Hergang ist recht schön und klar,
Vorlage S. 10
12
der Stoff ist kostbar von dem Spiel,
Vorlage S. 10
13
Dahinter aber liegt noch viel,
Vorlage S. 10
14
Das müsst ihr zu Gemüt führen
Vorlage S. 10
15
Und aus dem Inhalt die Lehr ausspüren.
Vorlage S. 10
16
GOTT DER HERR
Vorlage S. 10
17
wird sichtbar auf seinem Thron und spricht.
Vorlage S. 10
18
Fürwahr mag länger das nit ertragen,
Vorlage S. 10
19
Dass alle Kreatur gegen mich
Vorlage S. 10
20
Ihr Herz verhärtet böslich,
Vorlage S. 10
21
Dass sie ohn einige Furcht vor mir
Vorlage S. 10
22
Schmählicher hinleben als das Getier.
Vorlage S. 10
23
Des geistlichen Auges sind sie erblindt,
Vorlage S. 10
24
In Sünd ersoffen, das ist was sie sind,
Vorlage S. 10
25
Und kennen mich nit für ihren Gott,
Vorlage S. 10
26
Ihr Trachten geht auf irdisch Gut allein,
Vorlage S. 10
27
Und was darüber, das ist ihr Spott,
Vorlage S. 10
28
Und wie ich sie mir anschau zur Stund,
Vorlage S. 10
29
So han sie rein vergessen den Bund,
Vorlage S. 10
30
Den ich mit ihnen aufgericht hab,
Vorlage S. 10
31
Da ich am Holz mein Blut hingab.
Vorlage S. 10
32
Auf dass sie sollten das Leben erlangen,
Vorlage S. 10
33
Bin ich am Marterholz gehangen.
Vorlage S. 10
34
Hab ihnen die Dörn aus dem Fuß getan
Vorlage S. 10
35
Und auf meinem Haupt sie getragen als Kron.
Vorlage S. 10
36
So viel ich vermocht, hab ich vollbracht,
Vorlage S. 10
37
Und nun wird meiner schlecht geacht.
Vorlage S. 10
38
Darum will ich in rechter Eil
Vorlage S. 11
39
Gerichtstag halten über sie
Vorlage S. 11
40
Und Jedermann richten nach seinem Teil.
Vorlage S. 11
41
Wo bist du Tod, mein starker Bot? Tritt vor mich hin.
Vorlage S. 11
42
TOD.
Vorlage S. 11
43
Allmächtiger Gott, hier sieh mich stehn,
Vorlage S. 11
44
Nach deinem Befehl werd ich botengehn.
Vorlage S. 11
45
GOTT.
Vorlage S. 11
46
Geh du zu Jedermann und zeig in meinem Namen ihm an:
Vorlage S. 11
47
Er muss eine Pilgerschaft antreten
Vorlage S. 11
48
Mit dieser Stund und heutigem Tag,
Vorlage S. 11
49
Der er sich nicht entziehen mag.
Vorlage S. 11
50
Und heiß ihn mitbringen sein Rechenbuch
Vorlage S. 11
51
Und dass er nicht Aufschub, noch Zögerung such.
Vorlage S. 11
52
TOD.
Vorlage S. 11
53
Herr, ich will die ganze Welt abrennen
Vorlage S. 11
54
Und sie heimsuchen Groß und Klein,
Vorlage S. 11
55
Die Gotts Gesetze nit erkennen
Vorlage S. 11
56
Und unter das Vieh gefallen sein.
Vorlage S. 11
57
Der sein Herz hat auf irdisch Gut geworfen,
Vorlage S. 11
58
Den will ich mit einem Streich treffen,
Vorlage S. 11
59
Dass seine Augen brechen
Vorlage S. 11
60
Und er nit findet die Himmelspforten,
Vorlage S. 11
61
Es sei denn, dass Almosen und Mildtätigkeit
Vorlage S. 11
62
Befreundt ihm wären und hilfsbereit.
Vorlage S. 11
63
JEDERMANN
Vorlage S. 11
64
tritt aus seinem Haus hervor, ein Knecht hinter ihm.
Vorlage S. 11
65
Spring du um meinen Hausvogt schnell,
Vorlage S. 11
66
Muss ihm aufgeben einen Befehl.
Vorlage S. 11
67
Der Knecht geht hinein.
Vorlage S. 11
68
Mein Haus hat ein gut Ansehn, das ist wahr,
Vorlage S. 11
69
Steht stattlich da, vornehm und reich,
Vorlage S. 11
70
Kommt in der Stadt kein andres gleich.
Vorlage S. 11
71
Hab drin köstlichen Hausrat die Meng,
Vorlage S. 11
72
Viele Truhen, viele Spind,
Vorlage S. 11
73
Dazu ein großes Hausgesind,
Vorlage S. 11
74
Einen schönen Schatz von gutem Geld
Vorlage S. 11
75
Und vor den Toren manch Stück Feld,
Vorlage S. 11
76
Auch Landsitz, Meierhöf voll Vieh,
Vorlage S. 11
77
Von denen ich Zins und Renten zieh,
Vorlage S. 12
78
Dass ich mir wahrlich machen mag
Vorlage S. 12
79
So heut wie morgen fröhliche Tag.
Vorlage S. 12
80
Hausvogt tritt auf.
Vorlage S. 12
81
JEDERMANN.
Vorlage S. 12
82
Vogt, bring einen Säckel Geldes straff,
Vorlage S. 12
83
Den hab ich vergessen in Gürtel zu tun,
Vorlage S. 12
84
Und merk, was ich dir noch anschaff:
Vorlage S. 12
85
Für morgen wird ein Frühmahl gericht,
Vorlage S. 12
86
Das muss bereit't sein aufs allerbest.
Vorlage S. 12
87
Kommen Verwandte und fremde Gäst.
Vorlage S. 12
88
Der Tisch muss prächtig sein bestellt,
Vorlage S. 12
89
Schick her den Koch, du geh ums Geld.
Vorlage S. 12
90
Vogt geht hinein.
Vorlage S. 12
91
Koch tritt sogleich auf.
Vorlage S. 12
92
JEDERMANN.
Vorlage S. 12
93
Ein köstlich Frühmahl befehl ich an
Vorlage S. 12
94
Für morgen.
Vorlage S. 12
95
KOCH.
Vorlage S. 12
96
Ja, und soll ich dann
Vorlage S. 12
97
Einen jeden Gang bereiten frisch?
Vorlage S. 12
98
JEDERMANN.
Vorlage S. 12
99
Dass dich das Fieber rüttel, frisch!
Vorlage S. 12
100
Kein Überbleibsel auf meinen Tisch.
Vorlage S. 12
101
KOCH.
Vorlage S. 12
102
Es wär von gestern geblieben die Meng
Vorlage S. 12
103
Zumindest für zwei kalte Gäng.
Vorlage S. 12
104
JEDERMANN.
Vorlage S. 12
105
Du Esels-Koch bist so vermessen,
Vorlage S. 12
106
Soll ich eine Bettlermahlzeit essen?
Vorlage S. 12
107
Der Koch geht ab.
Vorlage S. 12
108
Der Vogt ist herausgekommen mit einem Beutel.
Vorlage S. 12
109
JEDERMANN
Vorlage S. 12
110
nimmt den Beutel.
Vorlage S. 12
111
Acht du auf meine Mägd und Knecht,
Vorlage S. 12
112
Gefallen mir allermaßen nit recht.
Vorlage S. 12
113
Der arme Nachbar wird in der Ferne sichtbar, nähert sich ängstlich.
Vorlage S. 12
114
Jedermanns Geselle kommt zugleich raschen Schrittes die Straße hergegangen.
Vorlage S. 12
115
JEDERMANN
Vorlage S. 13
116
zum Hausvogt.
Vorlage S. 13
117
Dafür stehst du an der obersten Stell,
Vorlage S. 13
118
Dass du auf sie – Da kommt mein Gesell.
Vorlage S. 13
119
Hausvogt geht ins Haus.
Vorlage S. 13
120
JEDERMANN.
Vorlage S. 13
121
Hätt beinah müssen auf dich warten,
Vorlage S. 13
122
Wir wollen jetzt vors Stadttor gehen
Vorlage S. 13
123
Und uns dort das Grundstück ansehen,
Vorlage S. 13
124
Obs tauglich ist für einen Lustgarten.
Vorlage S. 13
125
GESELL.
Vorlage S. 13
126
Hast Fortunati Säckel in der Hand,
Vorlage S. 13
127
Dann ist die Sach schon recht bewandt.
Vorlage S. 13
128
Ja, bei dir gilts: gewünscht ist schon getan,
Vorlage S. 13
129
Du hasts danach, drum steht dirs an.
Vorlage S. 13
130
ARMER NACHBAR.
Vorlage S. 13
131
Das ist des reichen Jedermanns Haus.
Vorlage S. 13
132
Oh, Herr, dich bitt ich überaus,
Vorlage S. 13
133
Wolltest dich hilfreich meiner erbarmen,
Vorlage S. 13
134
Mildtätig beistehn einem Armen.
Vorlage S. 13
135
GESELL
Vorlage S. 13
136
zu Jedermann.
Vorlage S. 13
137
Ja, wie gesprochen, wir müssen eilen,
Vorlage S. 13
138
Dürfen uns gar nit länger verweilen.
Vorlage S. 13
139
ARMER NACHBAR
Vorlage S. 13
140
hebt bittend die Hände.
Vorlage S. 13
141
Oh, Jedermann, erbarm dich mein.
Vorlage S. 13
142
GESELL.
Vorlage S. 13
143
Kennst du leicht das Gesicht?
Vorlage S. 13
144
JEDERMANN.
Vorlage S. 13
145
Ich? Wer solls sein?
Vorlage S. 13
146
ARMER NACHBAR.
Vorlage S. 13
147
Oh, Jedermann, zu dir heb ich die Hand,
Vorlage S. 13
148
Hab auch einst bessre Tag gekannt.
Vorlage S. 13
149
War einst dein Nachbar, Haus bei Haus,
Vorlage S. 13
150
Dann hab ich müssen weichen draus.
Vorlage S. 13
151
JEDERMANN
Vorlage S. 13
152
gibt ihm eine Münze aus dem Gürtel.
Vorlage S. 13
153
Schon gut!
Vorlage S. 13
154
ARMER NACHBAR
Vorlage S. 13
155
nimmts nicht.
Vorlage S. 13
156
Das ist eine Gabe gering.
Vorlage S. 13
157
JEDERMANN.
Vorlage S. 14
158
Meinst du? Gottsblut! So reut mich doch das Ding.
Vorlage S. 14
159
ARMER NACHBAR
Vorlage S. 14
160
weist auf den Beutel.
Vorlage S. 14
161
Davon mein nachbarlich Bruderteil,
Vorlage S. 14
162
So wär ich wieder gesund und heil.
Vorlage S. 14
163
JEDERMANN.
Vorlage S. 14
164
Davon?
Vorlage S. 14
165
ARMER NACHBAR.
Vorlage S. 14
166
Es ist an dem, ich knie vor dir,
Vorlage S. 14
167
Nur diesen Beutel teil mit mir.
Vorlage S. 14
168
JEDERMANN
Vorlage S. 14
169
lacht.
Vorlage S. 14
170
Nur?
Vorlage S. 14
171
GESELL.
Vorlage S. 14
172
Selbig ist besessen alls!
Vorlage S. 14
173
Hältst tausend Bettler auf dem Hals.
Vorlage S. 14
174
Was tausend, hunderttausend gleich!
Vorlage S. 14
175
ARMER NACHBAR.
Vorlage S. 14
176
Bist allermaßen mächtig reich.
Vorlage S. 14
177
Teilst du den Beutel auf gleich und gleich,
Vorlage S. 14
178
Dir bleiben die Truhen voll im Haus,
Vorlage S. 14
179
Dir fließen Zins und Renten zu.
Vorlage S. 14
180
JEDERMANN.
Vorlage S. 14
181
Mann, wer heißt dich, mein Schrank und Truh,
Vorlage S. 14
182
Mein Zins und Rent in Mund nehmen?
Vorlage S. 14
183
GESELL.
Vorlage S. 14
184
Ich tät mich allerwegen schämen.
Vorlage S. 14
185
JEDERMANN.
Vorlage S. 14
186
Lass! – Mann, da bist du in der Irr,
Vorlage S. 14
187
Wenn du meinst, ich könnt ohnweilen
Vorlage S. 14
188
Den Beutel Geld da mit dir teilen.
Vorlage S. 14
189
Das Geld ist gar nit länger mein,
Vorlage S. 14
190
Muss heut noch abgeliefert sein
Vorlage S. 14
191
Als Kaufschilling für einen Lustgarten.
Vorlage S. 14
192
Ich steh dem Verkäufer dafür im Wort,
Vorlage S. 14
193
Er will aufs Geld nit länger warten.
Vorlage S. 14
194
ARMER NACHBAR.
Vorlage S. 14
195
Wenn dieses Geld für den Garten ist,
Vorlage S. 14
196
So brauchts für dich nur einen Wink,
Vorlage S. 14
197
Für einen Beutel hast du zehn,
Vorlage S. 14
198
Heiß einen andern bringen flink,
Vorlage S. 14
199
Den teil mit mir, bist du ein Christ.
Vorlage S. 15
200
JEDERMANN.
Vorlage S. 15
201
Der nächste, brächt man ihn herbei,
Vorlage S. 15
202
Der Beutel, der wär auch nit frei.
Vorlage S. 15
203
Mein Geld muss für mich werken und laufen,
Vorlage S. 15
204
Mit Tod und Teufel hart sich raufen,
Vorlage S. 15
205
Weit reisen und auf Zins ausliegen,
Vorlage S. 15
206
Damit ich soll, was mir zusteht, kriegen.
Vorlage S. 15
207
Auch kosten mich meine Häuser gar viel,
Vorlage S. 15
208
Pferd halten, Hund und Hausgesind
Vorlage S. 15
209
Und was die andern Dinge sind,
Vorlage S. 15
210
Die alleweil zu der Sach gehören,
Vorlage S. 15
211
Lustgärten, Fischteich, Jagdgeheg,
Vorlage S. 15
212
Das braucht mehr Pflege als ein klein Kind,
Vorlage S. 15
213
Muss stets daran gebessert sein,
Vorlage S. 15
214
Kost' alls viel Geld, muss noch viel Geld hinein.
Vorlage S. 15
215
»Ein reicher Mann« ist schnell gesagt,
Vorlage S. 15
216
Doch unsereins ist hart geplagt
Vorlage S. 15
217
Und allerwegen hergenommen,
Vorlage S. 15
218
Das ist dir nicht zu Sinn kommen!
Vorlage S. 15
219
Da läufts einher von weit und breit
Vorlage S. 15
220
Mit Anspruch und Bedürftigkeit.
Vorlage S. 15
221
Tat unsereins nit der Schritte drei
Vorlage S. 15
222
Von hier bis an die nächste Wand
Vorlage S. 15
223
Ohn eine allzeit offne Hand.
Vorlage S. 15
224
Ist alls schon recht, muss nur dafür
Vorlage S. 15
225
Ein Fug und ein Gesetz auch walten
Vorlage S. 15
226
Und jeglich Teil daran sich halten.
Vorlage S. 15
227
Und achten gnau was ihm gebühr:
Vorlage S. 15
228
Dawider hast du dich verfehlt,
Vorlage S. 15
229
Wär all mein Geld und Gut gezählt
Vorlage S. 15
230
Und ausgeteilt auf jeglichen Christ,
Vorlage S. 15
231
Der Almosen bedürftig ist,
Vorlage S. 15
232
Es käm mein Seel nit mehr auf dich
Vorlage S. 15
233
Als dieser Schilling sicherlich,
Vorlage S. 15
234
Drum empfang ihn unverweil,
Vorlage S. 15
235
Ist dein gebührend richtig Teil.
Vorlage S. 15
236
Nachbar nimmt den Schilling und geht.
Vorlage S. 15
237
GESELL.
Vorlage S. 16
238
Dem hast dus geben recht mit Fug,
Vorlage S. 16
239
Ja, das weiß Gott, viel Geld macht klug.
Vorlage S. 16
240
JEDERMANN.
Vorlage S. 16
241
Nun wollen wir gehen, es dustert schon.
Vorlage S. 16
242
Schuldknecht kommt, von zwei Bütteln geführt, hinter ihm sein Weib und seine Kinder in Lumpen.
Vorlage S. 16
243
GESELL.
Vorlage S. 16
244
Was ist das für einer Mutter Sohn,
Vorlage S. 16
245
Den sie da bringen hergeführt,
Vorlage S. 16
246
Die Arme kreuzweise aufgeschnürt?
Vorlage S. 16
247
Mich dünkt, das geht an ein Schuldturmwerfen,
Vorlage S. 16
248
Hätt sich auch mehr in acht nehmen derfen.
Vorlage S. 16
249
Jetzt muss er's bei Wasser und Brot bedenken
Vorlage S. 16
250
Oder sich an einen Nagel henken.
Vorlage S. 16
251
Ja, Mann, du hast halt ein Reimspiel trieben
Vorlage S. 16
252
Und Schulden auf Gulden, die reimen gar gut.
Vorlage S. 16
253
SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 16
254
Hat mancher sein Schuldbuch nit in der Hut
Vorlage S. 16
255
Und ist drin vieles in Übel geschrieben.
Vorlage S. 16
256
JEDERMANN.
Vorlage S. 16
257
Auf wen geht das?
Vorlage S. 16
258
SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 16
259
Auf den, der fragt allweil.
Vorlage S. 16
260
JEDERMANN.
Vorlage S. 16
261
Bins nit bewusst für meinen Teil,
Vorlage S. 16
262
Weiß nit, für wen du mich willst nehmen.
Vorlage S. 16
263
SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 16
264
In deiner Haut wollt ich mich schämen.
Vorlage S. 16
265
JEDERMANN.
Vorlage S. 16
266
Gibst harte Wort mir ohn Gebühr.
Vorlage S. 16
267
Dir gehts nit wohl, was kann ich dafür?
Vorlage S. 16
268
SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 16
269
Für harte Stöß sind sanft meine Wort.
Vorlage S. 16
270
JEDERMANN.
Vorlage S. 16
271
Wer stößt dich?
Vorlage S. 16
272
SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 16
273
Du, an einen harten Ort.
Vorlage S. 16
274
JEDERMANN.
Vorlage S. 17
275
Ich kenn dich auch vom Ansehen nit.
Vorlage S. 17
276
SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 17
277
Ist doch dein Fuß, der auf mich tritt.
Vorlage S. 17
278
JEDERMANN.
Vorlage S. 17
279
Das wär mir seltsam, dass ich so tät
Vorlage S. 17
280
Und nichts davon in Wissen hätt.
Vorlage S. 17
281
SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 17
282
Dein Nam steht auf einem Schuldschein,
Vorlage S. 17
283
Der bringt mich in diesen Kerker hinein.
Vorlage S. 17
284
JEDERMANN.
Vorlage S. 17
285
Bei meinem Patron, was geht's mich an?
Vorlage S. 17
286
SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 17
287
Bist doch der selbige Jedermann,
Vorlage S. 17
288
In dessen Namen und Antrag
Vorlage S. 17
289
Beschehn ist wider mich die Klag!
Vorlage S. 17
290
Dass ich in einen Turm werd bracht,
Vorlage S. 17
291
Geschieht allein durch deine Vollmacht.
Vorlage S. 17
292
JEDERMANN
Vorlage S. 17
293
tritt hinter sich.
Vorlage S. 17
294
Ich wasch in Unschuld meine Hand
Vorlage S. 17
295
Als einer, der diese Sach nit kennt.
Vorlage S. 17
296
SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 17
297
Deine Helfers-Helfer und Werkzeug halt,
Vorlage S. 17
298
Die tun mir Leibes- und Lebensgewalt.
Vorlage S. 17
299
Der Hintermann bist du von der Sach,
Vorlage S. 17
300
Das bring dir zeitlich und ewig Schmach.
Vorlage S. 17
301
In Grund und Boden sollst dich schämen.
Vorlage S. 17
302
JEDERMANN.
Vorlage S. 17
303
Wer hieß dich Geld auf Zinsen nehmen?
Vorlage S. 17
304
Nun hast du den gerechten Lohn.
Vorlage S. 17
305
Mein Geld weiß nit von dir noch mir
Vorlage S. 17
306
Und kennt kein Ansehen der Person.
Vorlage S. 17
307
Verstrichne Zeit, verfallner Tag,
Vorlage S. 17
308
Gegen die bring deine Klag.
Vorlage S. 17
309
SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 17
310
Er höhnt und spottet meiner Not!
Vorlage S. 17
311
Da seht ihr einen reichen Mann.
Vorlage S. 17
312
Sein Herz weiß nichts von Gotts Gebot,
Vorlage S. 17
313
Hat tausend Schuldbrief in seinem Schrein
Vorlage S. 17
314
Und lässt uns Arme in Not und Pein.
Vorlage S. 18
315
SCHULDKNECHTS WEIB.
Vorlage S. 18
316
Kannst du dich nicht erbarmen hier,
Vorlage S. 18
317
Zerreißen ein verflucht Papier,
Vorlage S. 18
318
Anstatt dass meinen Kindern da
Vorlage S. 18
319
Der Vater wird in Turm geschmissen,
Vorlage S. 18
320
Von dem dir nie kein Leid geschah!
Vorlage S. 18
321
Hast du kein Ehr und kein Gewissen,
Vorlage S. 18
322
Trägst du mit Ruh der Waisen Fluch
Vorlage S. 18
323
Und denkst nit an dein eigen Schuldbuch,
Vorlage S. 18
324
Das du musst vor den Richter bringen,
Vorlage S. 18
325
Wenns kommt zu den vier letzten Dingen?
Vorlage S. 18
326
JEDERMANN.
Vorlage S. 18
327
Weib, du sprichst, was du schlecht verstehst,
Vorlage S. 18
328
Es ist aus Bosheit nit gewest,
Vorlage S. 18
329
Man hat sich voll und recht bedacht,
Vorlage S. 18
330
Eh man die scharfe Klag einbracht.
Vorlage S. 18
331
Geld ist wie eine andere War.
Vorlage S. 18
332
Da sind Verträg und Rechte klar.
Vorlage S. 18
333
GESELL.
Vorlage S. 18
334
Wär schimpflich um die Welt bestellt,
Vorlage S. 18
335
Wenns anders herging in der Welt.
Vorlage S. 18
336
SCHULDKNECHTS WEIB.
Vorlage S. 18
337
Geld ist ein Pfennig, den eins leiht
Vorlage S. 18
338
Dem Nächsten um Gottes Barmherzigkeit.
Vorlage S. 18
339
SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 18
340
Geld ist nicht so wie andre War,
Vorlage S. 18
341
Ist ein verflucht und zaubrisch Wesen,
Vorlage S. 18
342
Wer seine Hand ausreckt darnach,
Vorlage S. 18
343
Nimmt an der Seele Schaden und Schmach,
Vorlage S. 18
344
Davon er nimmer wird genesen.
Vorlage S. 18
345
Des Satans Fangnetz in der Welt
Vorlage S. 18
346
Hat keinen andern Namen als Geld.
Vorlage S. 18
347
JEDERMANN.
Vorlage S. 18
348
Du lästerst als ein rechter Narr,
Vorlage S. 18
349
Weiß nicht, wozu ich hier verharr,
Vorlage S. 18
350
Gibst vor, du achtest das Geld gering,
Vorlage S. 18
351
Und war dir schier ein göttlich Ding!
Vorlage S. 18
352
Nun möchtest ihm sein Ansehen rauben,
Vorlage S. 19
353
Bist wie der Fuchs mit sauren Trauben,
Vorlage S. 19
354
Doch wer so hinterm Rücken schmäht,
Vorlage S. 19
355
Der findt keinen Glauben für seine Red.
Vorlage S. 19
356
SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 19
357
Aus meinen Leiden hab ich Gewinn,
Vorlage S. 19
358
Dass ich vermag in meinem Sinn
Vorlage S. 19
359
Des Teufels Fallstrick zu erkennen
Vorlage S. 19
360
Und meine Seel vom Geld abtrennen.
Vorlage S. 19
361
GESELL.
Vorlage S. 19
362
Geld ist längst abgetrennt von dir,
Vorlage S. 19
363
Drum hast dort im Turm Quartier.
Vorlage S. 19
364
JEDERMANN.
Vorlage S. 19
365
Nimm die Belehrung von mir an:
Vorlage S. 19
366
Das war ein weiser und hoher Mann,
Vorlage S. 19
367
Der uns das Geld ersonnen hat
Vorlage S. 19
368
An niederen Tauschens und Kramens statt.
Vorlage S. 19
369
Dadurch ist unsere ganze Welt
Vorlage S. 19
370
In einer höher Ansehen gestellt
Vorlage S. 19
371
Und jeder Mensch in seinem Bereich
Vorlage S. 19
372
Schier einer kleinen Gottheit gleich,
Vorlage S. 19
373
Dass er in seinem Machtbezirk
Vorlage S. 19
374
Gar viel hervorbring und bewirk.
Vorlage S. 19
375
Gar vieles zieht er sich herbei
Vorlage S. 19
376
Und ohn viel Aufsehen und Geschrei,
Vorlage S. 19
377
Beherrscht er abertausend Händ,
Vorlage S. 19
378
Ist allerwegen ein Regent.
Vorlage S. 19
379
Da ist kein Ding zu hoch noch fest,
Vorlage S. 19
380
Das sich um Geld nicht kaufen lässt.
Vorlage S. 19
381
Du kaufst das Land mitsamt dem Knecht,
Vorlage S. 19
382
Ja, von des Kaisers verbrieftem Recht,
Vorlage S. 19
383
Das alle Zeit unschätzbar ist
Vorlage S. 19
384
Und eingesetzt von Jesu Christ,
Vorlage S. 19
385
Davon ist ein gerechtsam Teil
Vorlage S. 19
386
Für Geld halt allerwegen feil,
Vorlage S. 19
387
Darüber weiß ich keine Gewalt,
Vorlage S. 19
388
Vor der muss jeglicher sich neigen
Vorlage S. 19
389
Und muss die Reverenz bezeigen
Vorlage S. 19
390
Dem, was ich da in Händen halt.
Vorlage S. 20
391
SCHULDKNECHTS WEIB.
Vorlage S. 20
392
Du bist in Teufels Lob nit faul,
Vorlage S. 20
393
Wie zu der Predigt geht dein Maul.
Vorlage S. 20
394
Gibst da dem Mammonsbeutel Ehr,
Vorlage S. 20
395
Als obs das Tabernakel wär.
Vorlage S. 20
396
JEDERMANN.
Vorlage S. 20
397
Ich gebe Ehr, wem Ehr gebühr,
Vorlage S. 20
398
Und läster nicht wo ich die Macht verspür.
Vorlage S. 20
399
SCHULDKNECHT
Vorlage S. 20
400
indem ihn die Büttel fortschleppen.
Vorlage S. 20
401
Was hilft dein Weinen, liebe Frau,
Vorlage S. 20
402
Der Mammon hat mich in der Klau.
Vorlage S. 20
403
Warum hab ich mich ihm ergeben?
Vorlage S. 20
404
Nun ists vorbei mit diesem Leben.
Vorlage S. 20
405
Sie führen ihn ab.
Vorlage S. 20
406
SCHULDKNECHTS WEIB.
Vorlage S. 20
407
Kannst du das sehn und stehst wie Stein?
Vorlage S. 20
408
Wo bett ich heut die Kinder mein?
Vorlage S. 20
409
Geht ihm nach.
Vorlage S. 20
410
JEDERMANN
Vorlage S. 20
411
zum Gesellen.
Vorlage S. 20
412
Tu mirs zulieb, geh da hint nach
Vorlage S. 20
413
Und sieh im stillen zu der Sach.
Vorlage S. 20
414
Der Mann kommt in Turm, da mag nichts frommen,
Vorlage S. 20
415
Dem Weib gewährt ich ein Unterkommen,
Vorlage S. 20
416
Und was sie nötig hat zum Leben
Vorlage S. 20
417
Zusamt den Kindern, das will ich ihr geben.
Vorlage S. 20
418
Mein Hausvogt soll mir darnach sehn
Vorlage S. 20
419
Und ihr freimachen eine Kammer.
Vorlage S. 20
420
Doch will ich Plärrens ledig gehn,
Vorlage S. 20
421
Ihre Not nicht wissen, noch Gejammer.
Vorlage S. 20
422
Das ist ein erzverdrießlich Sach,
Vorlage S. 20
423
Man lebt geruhig vor sich hin,
Vorlage S. 20
424
Hat wahrlich Böses nit im Sinn
Vorlage S. 20
425
Und wird am allerschönsten Tag
Vorlage S. 20
426
Hineingezogen und weiß nit wie
Vorlage S. 20
427
In Hader, Bitternis und Klag
Vorlage S. 20
428
Und aufgescheucht aus seiner Ruh.
Vorlage S. 20
429
Ich frag dich, wie komm ich dazu:
Vorlage S. 20
430
Was geht mich an dem Kerl sein Taglauf?
Vorlage S. 21
431
Er hats halt angelegt darauf,
Vorlage S. 21
432
Nun steckt er drin, schreit ach und weh!
Vorlage S. 21
433
Das folgt halt wie aufs A das B.
Vorlage S. 21
434
Ein Häusel baun mit fremdem Geld,
Vorlage S. 21
435
Wer also haust, um den ists so bestellt.
Vorlage S. 21
436
Das ist seit Adams Zeit der Lauf,
Vorlage S. 21
437
Ist nit erst kürzlich kommen auf.
Vorlage S. 21
438
Zum Schluss aber tät ers in d' Schuh schieben
Vorlage S. 21
439
Dem, so er Haufen Geldes schuldig blieben.
Vorlage S. 21
440
Des Langmut und Geduld arg viel
Vorlage S. 21
441
Hat müssen herhalten zu dem Spiel,
Vorlage S. 21
442
Der selbig erbarmungsvolle Mann,
Vorlage S. 21
443
Der wär ihm gar ein Teufel dann.
Vorlage S. 21
444
Jetzt aber, dass ich es ehrlich sag,
Vorlage S. 21
445
Steht mir der Sinn nit mehr darnach,
Vorlage S. 21
446
Dass ich einen Lustgarten anschau,
Vorlage S. 21
447
Auch wird es duster schon und grau.
Vorlage S. 21
448
Tu mir die Lieb, mein guter Gesell,
Vorlage S. 21
449
Wenn du das andre besorgt hast schnell,
Vorlage S. 21
450
Trag den Kaufschilling da zurecht,
Vorlage S. 21
451
Weil die Versäumnis mir Ärger brächt.
Vorlage S. 21
452
Der Garten zusamt dem Lusthaus drein
Vorlage S. 21
453
Soll alls für meine Freundin sein
Vorlage S. 21
454
Auf einen Jahrtag ein Angebind.
Vorlage S. 21
455
GESELL.
Vorlage S. 21
456
Bei der ich dich doch heut abend find?
Vorlage S. 21
457
Ich bring dir den Kaufbrief gleich dahin,
Vorlage S. 21
458
Ausgefertigt nach deinem Sinn.
Vorlage S. 21
459
JEDERMANN.
Vorlage S. 21
460
Hab vielen Dank, du guter Gesell,
Vorlage S. 21
461
Mich drängts, dass ich dort hinkomm schnell.
Vorlage S. 21
462
Ist doch der einzige Ort in der Welt,
Vorlage S. 21
463
Wo nichts mir meine Lust vergällt.
Vorlage S. 21
464
Ist recht ein paradiesisch Gut,
Vorlage S. 21
465
Was ihre Lieb mir bereiten tut.
Vorlage S. 21
466
Darum hab ich im Willen dies Ding;
Vorlage S. 21
467
Dass ich ein Angebind ihr bring,
Vorlage S. 21
468
Darin ich wie in einem Gleichnis und Spiegel
Vorlage S. 22
469
Ihr meine Dankbarkeit besiegel.
Vorlage S. 22
470
GESELL.
Vorlage S. 22
471
Wie willst das tun, in welcher Weis?
Vorlage S. 22
472
JEDERMANN.
Vorlage S. 22
473
Dazu richt ich den Garten mit Fleiß
Vorlage S. 22
474
Und stell inmitten ein Lusthaus hin,
Vorlage S. 22
475
Das bau ich recht nach meinem Sinn
Vorlage S. 22
476
Als einen offenen Altan
Vorlage S. 22
477
Mit schönen steinernen Säulen daran,
Vorlage S. 22
478
Auch springende Wasser und erzene Bild,
Vorlage S. 22
479
Die sollen nicht fehlen zur vollen Zier,
Vorlage S. 22
480
Und dann ich die Anlag also führ,
Vorlage S. 22
481
Dass unter dem Morgen- und Abendwind
Vorlage S. 22
482
Ein Ruch von Blumen mancher Art
Vorlage S. 22
483
Daherstreich allezeit gelind
Vorlage S. 22
484
Von Lilien, Rosen und Nelken zart.
Vorlage S. 22
485
Auch führ ich jederseits Gäng und Bogen
Vorlage S. 22
486
Von Buschwerk, alls so dicht gezogen,
Vorlage S. 22
487
Dass eines noch zu hellem Mittag
Vorlage S. 22
488
Sich Kühl und Frieden finden mag
Vorlage S. 22
489
Und einen ungequälten Ort,
Vorlage S. 22
490
Der von der Sonne niemals dorrt.
Vorlage S. 22
491
Desgleichen an einer verborgenen Stätte
Vorlage S. 22
492
Recht wie der Nymphe quillend Bette
Vorlage S. 22
493
Lass ich aus kühlem glatten Stein
Vorlage S. 22
494
Eine fließende Badstub errichtet sein.
Vorlage S. 22
495
GESELL.
Vorlage S. 22
496
Das wird ein köstlich Gärtlein, fürwahr,
Vorlage S. 22
497
Und seinesgleichen nit leicht zu finden.
Vorlage S. 22
498
JEDERMANN.
Vorlage S. 22
499
Das will ich meiner Liebsten einbinden
Vorlage S. 22
500
Und nehm sie dann an beide Händ
Vorlage S. 22
501
Und führ sie hinein, damit sie erkennt
Vorlage S. 22
502
In diesem Gärtlein köstlich und mild
Vorlage S. 22
503
Ihr eigen abgespiegelt Bild.
Vorlage S. 22
504
Die allzeit liebreich mich ergetzt,
Vorlage S. 22
505
Mit Hitz und Schattenkühl mich letzt
Vorlage S. 22
506
Und einem verschlossenen Gärtlein gleich
Vorlage S. 23
507
Den Gärtner selig macht und reich.
Vorlage S. 23
508
GESELL.
Vorlage S. 23
509
Da seh ich deine Frau Mutter kommen,
Vorlage S. 23
510
Wird dir jetzt die Begegnung frommen?
Vorlage S. 23
511
JEDERMANN.
Vorlage S. 23
512
Drück mich nit gern vor ihr beiseit,
Vorlage S. 23
513
Hab aber wahrlich nit viel Zeit.
Vorlage S. 23
514
Geh du, bring mir zurecht die Ding,
Vorlage S. 23
515
Indessen ich meinen Gruß darbring.
Vorlage S. 23
516
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 23
517
Bin froh, mein Sohn, dass ich dich seh.
Vorlage S. 23
518
Geschieht mir so im Herzen weh,
Vorlage S. 23
519
Dass über weltlich Geschäftigkeit
Vorlage S. 23
520
Dir bleibt für mich geringe Zeit.
Vorlage S. 23
521
JEDERMANN.
Vorlage S. 23
522
Die Abendluft ist übler Art
Vorlage S. 23
523
Und deine Gesundheit gebrechlich und zart,
Vorlage S. 23
524
Kann dich mit Sorgen nur hier sehn.
Vorlage S. 23
525
Möchtest nit ins Haus eingehn?
Vorlage S. 23
526
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 23
527
Gehst du dann mit und bleibst daheim?
Vorlage S. 23
528
JEDERMANN.
Vorlage S. 23
529
Für den Abend kanns nit wohl sein.
Vorlage S. 23
530
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 23
531
So darfst dich nit verdrießen lassen,
Vorlage S. 23
532
Dass ich dich halt hier auf der Gassen.
Vorlage S. 23
533
JEDERMANN.
Vorlage S. 23
534
Ist mir gar sehr um deine Gesund.
Vorlage S. 23
535
Vielleicht wir könnten zu anderer Stund –
Vorlage S. 23
536
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 23
537
Um meine Gesundheit kein Sorg nit hab,
Vorlage S. 23
538
Ich steh mit einem Fuß im Grab.
Vorlage S. 23
539
Mir gehts nit um mein zeitlich Teil.
Vorlage S. 23
540
Doch dester mehr ums ewig Heil.
Vorlage S. 23
541
Verziehst du dein Gesicht, mein Sohn,
Vorlage S. 23
542
Wenn ich die Red anheb davon?
Vorlage S. 23
543
Und wird die Frag dich recht beschweren,
Vorlage S. 23
544
Wenn ich dich mahn, ob deine Seel
Vorlage S. 24
545
Zu Gott gekehrt ist, ihrem Herrn?
Vorlage S. 24
546
Trittst hinter dich vor Ungeduld
Vorlage S. 24
547
Und mehrest lieber Sündenschuld,
Vorlage S. 24
548
Als in dich gehen ohne Spott
Vorlage S. 24
549
Und recht betrachten deinen Gott?
Vorlage S. 24
550
Da doch von heut auf morgen leicht
Vorlage S. 24
551
Eine Botschaft dich von ihm erreicht,
Vorlage S. 24
552
Du solltest vor seinen Gerichtstuhl gehen
Vorlage S. 24
553
Und von deinem ganzen Erdenleben
Vorlage S. 24
554
Eine klare Rechnung vor ihm geben.
Vorlage S. 24
555
JEDERMANN.
Vorlage S. 24
556
Frau Mutter, spotten ist mir fern,
Vorlage S. 24
557
Doch weiß ich, die Pfaffen drohen halt gern.
Vorlage S. 24
558
Das ist nun einmal ihr Sach in der Welt,
Vorlage S. 24
559
Ist abgesehen auf unser Geld.
Vorlage S. 24
560
Damit sies bringen auf ihre Seit,
Vorlage S. 24
561
Sie wissens zu fädeln gar gescheit.
Vorlage S. 24
562
Doch kränkts mich, wie sie Alten und Kranken
Vorlage S. 24
563
In Kopf nichts bringen als finstre Gedanken.
Vorlage S. 24
564
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 24
565
Die Finsternis ist wo anders dicht,
Vorlage S. 24
566
Doch solche Gedanken sind hell und licht.
Vorlage S. 24
567
Wer recht in seinem Leben tut,
Vorlage S. 24
568
Den überkommt ein starker Mut
Vorlage S. 24
569
Und ihn erfreut des Todes Stund,
Vorlage S. 24
570
Darin ihm Seligkeit wird kund.
Vorlage S. 24
571
Oh, wem die Stunde des Tods allweg
Vorlage S. 24
572
Recht wohl betrachtet am Herzen läg,
Vorlage S. 24
573
Um den braucht einer Mutter Herz
Vorlage S. 24
574
Nit Sorgen tragen und üblen Schmerz.
Vorlage S. 24
575
JEDERMANN.
Vorlage S. 24
576
Wir sind gute Christen und hören Predig,
Vorlage S. 24
577
Geben Almosen und sind ledig.
Vorlage S. 24
578
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 24
579
Wie aber, wenn beim Posaunenschall
Vorlage S. 24
580
Du von deinen Reichtümern all
Vorlage S. 24
581
Ihm sollst eine klare Rechnung geben
Vorlage S. 24
582
Um ewigen Tod oder ewiges Leben?
Vorlage S. 25
583
Mein Sohn, es ist ein arg Ding zu sterben,
Vorlage S. 25
584
Doch ärger noch auf ewig verderben.
Vorlage S. 25
585
JEDERMANN.
Vorlage S. 25
586
Auf vierzig Jahre bin ich kaum alt,
Vorlage S. 25
587
Mich wird eins halt nit mit Gewalt
Vorlage S. 25
588
Von meinen irdischen Freuden schrecken.
Vorlage S. 25
589
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 25
590
Willst du den Kopf in den Sand stecken
Vorlage S. 25
591
Und siehst den Tod nit, Jedermann,
Vorlage S. 25
592
Der mag allstund dich treten an?
Vorlage S. 25
593
JEDERMANN.
Vorlage S. 25
594
Bin jung im Herzen und wohl gesund
Vorlage S. 25
595
Und will mich freuen meine Stund,
Vorlage S. 25
596
Es wird die andere Zeit schon kommen,
Vorlage S. 25
597
Wo Buß und Einkehr mir wird frommen.
Vorlage S. 25
598
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 25
599
Das Leben flieht wie Sand dahin.
Vorlage S. 25
600
Doch schwer umkehret sich der Sinn.
Vorlage S. 25
601
JEDERMANN.
Vorlage S. 25
602
Frau Mutter, mir ist das Reden leid,
Vorlage S. 25
603
Hab schon gesagt, hab heut nit Zeit.
Vorlage S. 25
604
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 25
605
Mein lieber Sohn!
Vorlage S. 25
606
JEDERMANN.
Vorlage S. 25
607
Bin sonst allzeit
Vorlage S. 25
608
Gehorsam gern und dienstbereit.
Vorlage S. 25
609
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 25
610
Meine Red ist dir verdrießlich sehr,
Vorlage S. 25
611
Das macht mich doppelt kummerschwer.
Vorlage S. 25
612
Mein guter Sohn, ich hab ein Ahnen,
Vorlage S. 25
613
Ich werd dich nimmer lang ermahnen.
Vorlage S. 25
614
Fall dir zur Last noch kurze Zeit,
Vorlage S. 25
615
Weil ich von hier mich bald abscheid.
Vorlage S. 25
616
Doch du bleibst dann allein dahint
Vorlage S. 25
617
Und bist mein unberaten Kind.
Vorlage S. 25
618
So sag ich dir halt nur ein Wort,
Vorlage S. 25
619
Das dich mit langer Red nit kränk:
Vorlage S. 25
620
Sei deines Herrn Gotts eingedenk.
Vorlage S. 25
621
Und auch seiner großen Gnadenspend,
Vorlage S. 26
622
Der sieben heiligen Sakrament,
Vorlage S. 26
623
Davon ein jegliches uns frommt
Vorlage S. 26
624
Und unserer Schwäch zu Hilfe kommt,
Vorlage S. 26
625
Ein jegliches in besonderer Weis
Vorlage S. 26
626
Uns stärket auf dieser Lebensreis.
Vorlage S. 26
627
JEDERMANN.
Vorlage S. 26
628
Was soll –
Vorlage S. 26
629
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 26
630
Du bist ein stattlicher Mann
Vorlage S. 26
631
Und Frauenlieb steht dir wohl an.
Vorlage S. 26
632
Und hat denn unser Erlöser nicht,
Vorlage S. 26
633
Der weiß, woran es uns gebricht,
Vorlage S. 26
634
Und alles auf dieser Erden kennt
Vorlage S. 26
635
Und alls zu unserem Segen wendt,
Vorlage S. 26
636
Ein Sakrament nit eingesetzt,
Vorlage S. 26
637
Wodurch, was also dich ergetzt,
Vorlage S. 26
638
Verwandelt wird und kehret sich um
Vorlage S. 26
639
Aus Wollust in ein Heiligtum!
Vorlage S. 26
640
Willst stets in arger Zucht umtreiben
Vorlage S. 26
641
Und fremd die heilige Eh dir bleiben?
Vorlage S. 26
642
JEDERMANN.
Vorlage S. 26
643
Frau Mutter, die Red ist mir bekannt.
Vorlage S. 26
644
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 26
645
Hat doch dein Herz nit umgewandt.
Vorlage S. 26
646
JEDERMANN.
Vorlage S. 26
647
Ist halt noch allweil die Zeit nit da.
Vorlage S. 26
648
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 26
649
Und doch der Tod schon gar so nah.
Vorlage S. 26
650
JEDERMANN.
Vorlage S. 26
651
Ich sag nit ja, ich sag nit nein.
Vorlage S. 26
652
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 26
653
So muss ich allweg in Ängsten sein.
Vorlage S. 26
654
JEDERMANN.
Vorlage S. 26
655
Auch morgen ist halt noch ein Tag.
Vorlage S. 26
656
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 26
657
Wer weiß, wer den noch sehen mag.
Vorlage S. 26
658
JEDERMANN.
Vorlage S. 27
659
Macht euch nit unnütze Beschwerden,
Vorlage S. 27
660
Ihr seht mich sicher noch ehlich werden.
Vorlage S. 27
661
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 27
662
Mein guter Sohn, für dieses Wort
Vorlage S. 27
663
Will ich dich segnen immerfort,
Vorlage S. 27
664
Sei viel bedankt, dass mir dein Mund
Vorlage S. 27
665
So schönen Vorsatz machet kund.
Vorlage S. 27
666
JEDERMANN.
Vorlage S. 27
667
Hab nit von heut noch morgen geredt.
Vorlage S. 27
668
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 27
669
Wenn nur dein Wille dagegen nit steht ...
Vorlage S. 27
670
Einer Mutter Herz ist wohl gestellt,
Vorlage S. 27
671
Wo nur ein gutes Wörtlein hinfällt.
Vorlage S. 27
672
Dein Vorsatz ist noch klein und schwach,
Vorlage S. 27
673
Zielt doch auf eine heilige Sach,
Vorlage S. 27
674
Und dass du so geantwort' hast,
Vorlage S. 27
675
Nimmt von der Brust mir schwere Last.
Vorlage S. 27
676
JEDERMANN.
Vorlage S. 27
677
Viel gute Nacht, Frau Mutter, nun
Vorlage S. 27
678
Ich wünsch, du mögest sänftlich ruhn.
Vorlage S. 27
679
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 27
680
So will ich, mein lieber guter Sohn,
Vorlage S. 27
681
Und ist mir doch als ob ein Ton
Vorlage S. 27
682
Gar schön wie Flöten und Schalmein
Vorlage S. 27
683
In deine Worte tön herein!
Vorlage S. 27
684
An solchen Zeichen und Gesicht
Vorlage S. 27
685
Mirs dieser Tage nit gebricht.
Vorlage S. 27
686
Ich nehm sie als eine Vermahnung hin,
Vorlage S. 27
687
Dass bald ich eine Sterbende bin.
Vorlage S. 27
688
Geht.
Vorlage S. 27
689
JEDERMANN.
Vorlage S. 27
690
Nun hör ich auch ein solch Getön,
Vorlage S. 27
691
Sollt also seltsam dies zugehn?
Vorlage S. 27
692
O, nein, das geschieht natürlicher Weis,
Vorlage S. 27
693
Wie wohl ichs noch nit zu deuten weiß.
Vorlage S. 27
694
Nun aber gehts nit bloß ins Ohr.
Vorlage S. 27
695
Tritt auch den Augen was hervor. –
Vorlage S. 27
696
Buhlschaft kommt heran, von Spielleuten und Buben, die Windlichter tragen, begleitet.
Vorlage S. 28
697
JEDERMANN.
Vorlage S. 28
698
Das ist ja meine Buhle wert,
Vorlage S. 28
699
Nach der mein Herz schon hart begehrt.
Vorlage S. 28
700
Hat Spielleut mit eine ganze Schar
Vorlage S. 28
701
Und kommt mich abzuholen gar.
Vorlage S. 28
702
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 28
703
Wer alls lang auf sich warten lässt
Vorlage S. 28
704
Und ist der wertest aller Gäst,
Vorlage S. 28
705
Den muss man mit Zimbeln und Windlicht
Vorlage S. 28
706
Abholen und führen zu seiner Pflicht.
Vorlage S. 28
707
JEDERMANN.
Vorlage S. 28
708
Du schlägst die Lichter mit eigenem Schein,
Vorlage S. 28
709
Deine Red ist süßer als Schalmein.
Vorlage S. 28
710
Ist alls für mich zu dieser Stund
Vorlage S. 28
711
Wie Balsam für die offne Wund.
Vorlage S. 28
712
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 28
713
Was mir doch, eh ich zu dir trat,
Vorlage S. 28
714
Als ob dir jemand nahe tat
Vorlage S. 28
715
Und wär dein helle Stirn und Wangen
Vorlage S. 28
716
Von einer Trübnis überhangen.
Vorlage S. 28
717
JEDERMANN.
Vorlage S. 28
718
Wie, gelt ich also viel vor dir,
Vorlage S. 28
719
Dass du solch Ding erspähst an mir?
Vorlage S. 28
720
So bin ich dir wahrhaftig dann
Vorlage S. 28
721
Kein ältlich, unbequemer Mann?
Vorlage S. 28
722
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 28
723
Mit dieser Red geschieht mir weh,
Vorlage S. 28
724
Des ich zu dir mich nit verseh.
Vorlage S. 28
725
Steh nit auf grüne Buben an,
Vorlage S. 28
726
Du bist mein Buhl und lieber Mann.
Vorlage S. 28
727
JEDERMANN.
Vorlage S. 28
728
Fühl mich wahrhaftig herzensjung
Vorlage S. 28
729
Und selber bubenhaft genung,
Vorlage S. 28
730
Und wenn ich alls kein Bub mehr bin,
Vorlage S. 28
731
So zärtlicher ist drum mein Sinn.
Vorlage S. 28
732
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 29
733
Ein Bub liebt frech und ohne Art,
Vorlage S. 29
734
Ein Mann ist großmütig und zart.
Vorlage S. 29
735
Hat milde Händ und steten Sinn,
Vorlage S. 29
736
Das zieht zu ihm die Frauen hin.
Vorlage S. 29
737
JEDERMANN.
Vorlage S. 29
738
Wenn eins gemahnt wär an den Tod
Vorlage S. 29
739
Und hätt Melancholie und Not,
Vorlage S. 29
740
Und säh auf deine Lieblichkeit,
Vorlage S. 29
741
Dem tät sein trübes Denken leid.
Vorlage S. 29
742
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 29
743
Das Wort allein macht mir schon bang,
Vorlage S. 29
744
Der Tod ist wie die böse Schlang,
Vorlage S. 29
745
Die unter Blumen liegt verdeckt,
Vorlage S. 29
746
Darf niemals werden aufgeweckt.
Vorlage S. 29
747
JEDERMANN.
Vorlage S. 29
748
Du Süße, schaff ich dir noch Sorgen?
Vorlage S. 29
749
Wir lassen sie unter Blumen verborgen
Vorlage S. 29
750
Und wissen nirgend nichts von Schlangen,
Vorlage S. 29
751
Als zweien, die gar hold umfangen.
Vorlage S. 29
752
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 29
753
Wie, wären die mir auch bekannt,
Vorlage S. 29
754
Wie werden diese denn genannt?
Vorlage S. 29
755
JEDERMANN.
Vorlage S. 29
756
Das sind die lieben Arme dein,
Vorlage S. 29
757
In diese sehn ich mich hinein.
Vorlage S. 29
758
Sie küßt ihn und setzt ihm einen bunten Blumenkranz auf, den ein Bub darreicht.
Vorlage S. 29
759
Ein Teil der Buben läuft hinauf, streuen Blumen und wohlriechende Kräuter. Ein Tisch kommt aus dem Boden empor, reich gedeckt und mit Lichtern.
Vorlage S. 29
760
Jedermann und Buhlschaft treten jedes an eine Seite der Treppe, die zum obern Gerüst emporführt.
Vorlage S. 29
761
Die Gäste, zehn Junggesellen und zehn Fräulein, kommen hinein von beiden Seiten, tanzend und singend.
Vorlage S. 29
762
VORSÄNGER.
Vorlage S. 29
763
Ein Freund hat uns beschieden,
Vorlage S. 29
764
Er heißet Jedermann,
Vorlage S. 29
765
Der Mann ist guter Art,
Vorlage S. 29
766
Hat eine Freundin zart,
Vorlage S. 30
767
Drum blieb er ungemieden,
Vorlage S. 30
768
Und hat er uns beschieden,
Vorlage S. 30
769
So treten wir heran.
Vorlage S. 30
770
ALLE.
Vorlage S. 30
771
Wohlauf, antreten
Vorlage S. 30
772
In fröhlichem Tanz,
Vorlage S. 30
773
Schalmeien, Drommeten,
Vorlage S. 30
774
Wir sein hier gebeten
Vorlage S. 30
775
Zu Fackeln und Glanz
Vorlage S. 30
776
Und kommen mit Tanz.
Vorlage S. 30
777
Wir waren mit Blicken
Vorlage S. 30
778
Nit zaghaft und bang.
Vorlage S. 30
779
Nun gehts an ein Drücken.
Vorlage S. 30
780
Recht nah und gedrang,
Vorlage S. 30
781
Wir wollen uns verstricken
Vorlage S. 30
782
Und schlingen den Kranz.
Vorlage S. 30
783
So wollen wir vorrücken,
Vorlage S. 30
784
Das ehret den Tanz.
Vorlage S. 30
785
Ein jeder erwähle
Vorlage S. 30
786
Mit liebendem Sinn
Vorlage S. 30
787
Und keiner verhehle
Vorlage S. 30
788
Seiner Freuden Gewinn.
Vorlage S. 30
789
Wir wollen uns umstricken,
Vorlage S. 30
790
Das wärmet das Blut,
Vorlage S. 30
791
So wollen wir vorrücken
Vorlage S. 30
792
Mit fröhlichem Mut.
Vorlage S. 30
793
JEDERMANN.
Vorlage S. 30
794
Seid allesamt willkommen sehr,
Vorlage S. 30
795
Erweist mir heut die letzte Ehr.
Vorlage S. 30
796
EIN FRÄULEIN.
Vorlage S. 30
797
Das ist ein sonderlicher Gruß.
Vorlage S. 30
798
DICKER VETTER.
Vorlage S. 30
799
Potz Maus, mein Vetter Jedermann,
Vorlage S. 30
800
Wie grüßt Ihr uns, was ficht Euch an?
Vorlage S. 30
801
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 31
802
Was ist dir, was schafft dir Verdruss?
Vorlage S. 31
803
JEDERMANN.
Vorlage S. 31
Porträt von Hofmannsthal, Hugo von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Hofmannsthal, Hugo von · Urheber auf der Commons-Dateiseite nicht angegeben · Public domain Bildquelle ↗
804
Ist unversehens zu Mund so kommen,
Vorlage S. 31
805
Ich heiß euch alle recht schön willkommen!
Vorlage S. 31
806
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 31
807
Nehmt, wie der Sinn euch steht, die Plätz!
Vorlage S. 31
808
Ihr Buben, reicht Handwasser jetzt!
Vorlage S. 31
809
Was stehst du da und siehst so fremd?
Vorlage S. 31
810
Sie setzen sich.
Vorlage S. 31
811
JEDERMANN.
Vorlage S. 31
812
Sie sitzen ja alle im Totenhemd!
Vorlage S. 31
813
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 31
814
Was ficht dich an, bist du mir krank?
Vorlage S. 31
815
JEDERMANN.
Vorlage S. 31
816
Haha! ein ungereimter Gedank!
Vorlage S. 31
817
Ich trink jetzt einen Becher Wein,
Vorlage S. 31
818
Der macht das Hirn von Dämpfen rein.
Vorlage S. 31
819
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 31
820
Sitz! red zu ihnen ein freundlich Wort!
Vorlage S. 31
821
JEDERMANN.
Vorlage S. 31
822
Ihr Leute, seid ihr auch recht am Ort?
Vorlage S. 31
823
Ihr sehet mächtig fremd mir aus.
Vorlage S. 31
824
Ein Schweigen.
Vorlage S. 31
825
MAGERER VETTER.
Vorlage S. 31
826
Potz Velten, Vetter Jedermann,
Vorlage S. 31
827
Wollt Ihr uns wiedrum treiben fort?
Vorlage S. 31
828
DICKER VETTER.
Vorlage S. 31
829
Das schafft Ihr nicht so leicht, Potz Maus,
Vorlage S. 31
830
Dazu ist Euer Koch zu gut,
Vorlage S. 31
831
Auch geht der Wein recht warm ins Blut,
Vorlage S. 31
832
Freu mich, dass ich hier seßhaft bin.
Vorlage S. 31
833
JEDERMANN.
Vorlage S. 31
834
Jawohl ... nur bloß ... mir steht zu Sinn,
Vorlage S. 31
835
Wie ihr da seid hereingelaufen,
Vorlage S. 31
836
So könnte ich euch alle kaufen
Vorlage S. 31
837
Und wiederum verkaufen auch,
Vorlage S. 31
838
Dass es mir nit so nahe ging
Vorlage S. 31
839
Als eines Fingernagels Bruch.
Vorlage S. 31
840
EIN GAST.
Vorlage S. 32
841
Was soll uns dieser grobe Spruch?
Vorlage S. 32
842
EIN FRÄULEIN.
Vorlage S. 32
843
Was meint er nur mit diesem Ding?
Vorlage S. 32
844
DICKER VETTER.
Vorlage S. 32
845
Die Reden sind sonst nit sein Brauch.
Vorlage S. 32
846
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 32
847
Geht die Red gleicherweis auf mich?
Vorlage S. 32
848
Jedermann sieht sie an.
Vorlage S. 32
849
EIN GAST.
Vorlage S. 32
850
Ist recht eines reichen Manns Red,
Vorlage S. 32
851
Gar überfrech und aufgebläht.
Vorlage S. 32
852
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 32
853
Dein Blick ist starr und fürchterlich,
Vorlage S. 32
854
Für was willst du mich strafen, sprich
Vorlage S. 32
855
JEDERMANN.
Vorlage S. 32
856
Dich strafen, Süße, ist mir fern,
Vorlage S. 32
857
Lieb dich gleich meinem Augenstern,
Vorlage S. 32
858
Hab müssen denken von ungefähr,
Vorlage S. 32
859
Wie deine Miene beschaffen wär,
Vorlage S. 32
860
Wenn dir auf eins zukäm die Kund,
Vorlage S. 32
861
Dass ich müsst sterben zu dieser Stund.
Vorlage S. 32
862
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 32
863
Um Christi Willen, was ficht dich an,
Vorlage S. 32
864
Mein Buhle traut, mein lieber Mann,
Vorlage S. 32
865
Ich bin bei dir, sieh doch auf mich,
Vorlage S. 32
866
Dein bin ich heut und ewiglich.
Vorlage S. 32
867
JEDERMANN.
Vorlage S. 32
868
Wenn ich dann spräch: Bleibst du bei mir?
Vorlage S. 32
869
Willst dort bei mir sein so wie hier?
Vorlage S. 32
870
Willst mich geleiten nach der Stätte
Vorlage S. 32
871
Und teilen mein eiskaltes Bette?
Vorlage S. 32
872
Fielest ohnmächtig mir zu Füßen,
Vorlage S. 32
873
So hätte ich meine Frag zu büßen!
Vorlage S. 32
874
Wollt ich trotzdem des Wegs dich locken,
Vorlage S. 32
875
Tät dir das Blut in Adern stocken,
Vorlage S. 32
876
Wäre mir gedoppelt Marterqual
Vorlage S. 32
877
Und Gall und Essig allzumal,
Vorlage S. 32
878
Wenn ich müsst sehen mit eigenen Augen,
Vorlage S. 32
879
Wie deine süßen Schwür nit taugen
Vorlage S. 33
880
Und wie du lösest deine Händ
Vorlage S. 33
881
Aus meinen Händen gar am End
Vorlage S. 33
882
Und deinen Mund von meinem Mund
Vorlage S. 33
883
Abtrennest in der letzten Stund.
Vorlage S. 33
884
O weh.
Vorlage S. 33
885
Er seufzt.
Vorlage S. 33
886
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 33
887
Ihr lieben Vettern und Leut,
Vorlage S. 33
888
Mein Liebster ist besonders heut,
Vorlage S. 33
889
Weiß nit, wes ich mich soll versehn,
Vorlage S. 33
890
Könnt ihr mit Rat mir nit beistehn?
Vorlage S. 33
891
Jedermann starrt vor sich und tut den Kranz aus dem Haar.
Vorlage S. 33
892
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 33
893
Er sitzt nit fröhlich und gepaart
Vorlage S. 33
894
Und redt von Dingen aus der Art,
Vorlage S. 33
895
Hab nie zuvor ihn so gesehn,
Vorlage S. 33
896
Weiß nit, was ihm mag sein beschehen!
Vorlage S. 33
897
MAGERER VETTER.
Vorlage S. 33
898
Potz Velten, Vetter Jedermann,
Vorlage S. 33
899
Habt Ihr leicht die Melancholie?
Vorlage S. 33
900
Wenn nit, was sonsten ficht euch an?
Vorlage S. 33
901
DICKER VETTER.
Vorlage S. 33
902
Kenn das, sitzt hinterwärts der Stirn,
Vorlage S. 33
903
Ist eine Trockenheit im Hirn,
Vorlage S. 33
904
Ist mir von meinem Herrn Vater bekannt,
Vorlage S. 33
905
Mit ihm wars öfter so bewandt.
Vorlage S. 33
906
Musst brav eines trinken, mit Vergunst,
Vorlage S. 33
907
Dass dir der Wein das Hirn aufdunst.
Vorlage S. 33
908
EIN FRÄULEIN.
Vorlage S. 33
909
Gehört ein Absud in den Wein
Vorlage S. 33
910
Von Nieswurz, Veilchen oder Hanf.
Vorlage S. 33
911
DICKER VETTER.
Vorlage S. 33
912
Hier, Buben, machet heißt den Wein,
Vorlage S. 33
913
Dass er fast glühender aufdampf,
Vorlage S. 33
914
Und tut ein Zimmet und Ingwer ein.
Vorlage S. 33
915
Sie machen hinten den Wein glühend auf einer Pfanne.
Vorlage S. 33
916
EIN ANDERES FRÄULEIN.
Vorlage S. 34
917
Hab sagen hören, es gibt einen Stein,
Vorlage S. 34
918
Den trägt die Schwalbe in ihrem Bauch,
Vorlage S. 34
919
Den haben die großen Ärzt im Brauch,
Vorlage S. 34
920
Heißt Chelidonius.
Vorlage S. 34
921
MAGERER VETTER.
Vorlage S. 34
922
Nein, Calcedon!
Vorlage S. 34
923
Hab öfter reden hören davon!
Vorlage S. 34
924
Ist mächtig gegen die Melancholie.
Vorlage S. 34
925
EIN DRITTES FRÄULEIN.
Vorlage S. 34
926
Ich mein, er müsst mit der Sympathie
Vorlage S. 34
927
Kuriert sein. Ist giftiger Hauch
Vorlage S. 34
928
Im Spiel hier oder böser Blick.
Vorlage S. 34
929
Wär mir mein Liebster also krank,
Vorlage S. 34
930
Ich täts probieren ohne Wank.
Vorlage S. 34
931
DIE ZWEITE.
Vorlage S. 34
932
Was tätst probieren?
Vorlage S. 34
933
DIE DRITTE.
Vorlage S. 34
934
Ist geheim!
Vorlage S. 34
935
Darf in gemeinem Mund nit sein,
Vorlage S. 34
936
Verliert sonst seine verborgene Kraft.
Vorlage S. 34
937
DIE ZWEITE.
Vorlage S. 34
938
Von wo hast du die Wissenschaft?
Vorlage S. 34
939
DIE DRITTE.
Vorlage S. 34
940
Habs halt einmal und gebs nit preis.
Vorlage S. 34
941
Sags aber ihr ins Ohren leis.
Vorlage S. 34
942
Steht auf, flüstert Buhlschaft ins Ohr. Gleichzeitig reden mehrere unten am Tisch das Folgende.
Vorlage S. 34
943
EIN GAST.
Vorlage S. 34
944
Wenn eins halt allzeit lebt zu gut,
Vorlage S. 34
945
Das schafft ihm ein verdicktes Blut,
Vorlage S. 34
946
Einem armen und beschwerten Mann
Vorlage S. 34
947
Käm die Melancholie nit an.
Vorlage S. 34
948
EIN FRÄULEIN.
Vorlage S. 34
949
Was heißen sie denn die Spielleut nit
Vorlage S. 34
950
Anheben mit Blasen und Geigenstreichen,
Vorlage S. 34
951
Davor muss immer der Trübsinn weichen.
Vorlage S. 34
952
EIN ANDERES FRÄULEIN.
Vorlage S. 34
953
Wir wollen anheben zu singen was,
Vorlage S. 34
954
Davon schon öfter einer genas.
Vorlage S. 34
955
EIN GAST.
Vorlage S. 35
956
Darf aber ein züchtig Lied nur sein.
Vorlage S. 35
957
EIN ANDERER.
Vorlage S. 35
958
Sie singt nit anders als zart und fein.
Vorlage S. 35
959
DER EINE GAST.
Vorlage S. 35
960
Kennt ihr das Lied, das anhebt so:
Vorlage S. 35
961
»In süßen Freuden geht die Zeit«?
Vorlage S. 35
962
Davon, so dünkt mich, müsst einer zur Stund,
Vorlage S. 35
963
Wenn er es anhört, werden gesund.
Vorlage S. 35
964
DAS EINE FRÄULEIN.
Vorlage S. 35
965
Nein, lasset doch, sind wir denn Pfaffen?
Vorlage S. 35
966
Was soll ein geistlich Lied uns schaffen?
Vorlage S. 35
967
EIN GAST.
Vorlage S. 35
968
Ist nie und nimmer kein Pfaffenlied.
Vorlage S. 35
969
Der Türmer singt's, wenn die Sonn aufzieht.
Vorlage S. 35
970
DAS EINE FRÄULEIN.
Vorlage S. 35
971
Ich weiß ein anderes, singen wir das.
Vorlage S. 35
972
DAS ANDERE FRÄULEIN.
Vorlage S. 35
973
Ei was?
Vorlage S. 35
974
DER EINE GAST
Vorlage S. 35
975
indem er sie küßt.
Vorlage S. 35
976
Ei was, wenns regnet, ist's nass.
Vorlage S. 35
977
DAS ANDERE FRÄULEIN.
Vorlage S. 35
978
»Floret silva undique.
Vorlage S. 35
979
Um meinen Gesellen ist mir weh.«
Vorlage S. 35
980
DER EINE GAST
Vorlage S. 35
981
spottet ihr nach.
Vorlage S. 35
982
»Floret silva undique.
Vorlage S. 35
983
Um ihren Gesellen ist ihr weh.«
Vorlage S. 35
984
DAS GLEICHE FRÄULEIN.
Vorlage S. 35
985
»Er ist geritten von hinnen.
Vorlage S. 35
986
O weh, wer soll mich minnen!«
Vorlage S. 35
987
EIN ANDERER GAST
Vorlage S. 35
988
fällt ein.
Vorlage S. 35
989
»Steht auch der Wald voll grünen Schoß,
Vorlage S. 35
990
Wohin doch ist mein Traugenoß?«
Vorlage S. 35
991
JEDERMANN
Vorlage S. 35
992
hat indes den Becher Glühwein ausgetrunken und sieht mit fröhlicher Miene umher.
Vorlage S. 35
993
Seid fröhlich, Vettern und liebe Gäst,
Vorlage S. 35
994
Mir ist nit just recht wohl gewest,
Vorlage S. 35
995
Ein Trunk hat mich gemacht gesund,
Vorlage S. 35
996
Nun grüß ich erst meine Tafelrund.
Vorlage S. 35
997
War mir, als läg was auf der Brust,
Vorlage S. 36
998
Nun hab ich doppelt Lebenslust.
Vorlage S. 36
999
Bin froh, dass wir beisammen sein,
Vorlage S. 36
1000
Ist mir ein rechter Freudenwein.
Vorlage S. 36
1001
Schwillt mir das Herz so übervoll,
Vorlage S. 36
1002
Weiß gar nit, wie ichs sagen soll.
Vorlage S. 36
1003
Sind köstlich Ding doch auf der Welt,
Vorlage S. 36
1004
Ist herrlich gar um uns bestellt.
Vorlage S. 36
1005
Ja Lieb und Freundschaft, die zwei sind viel wert.
Vorlage S. 36
1006
Wer die hat, des Herz nit mehr begehrt.
Vorlage S. 36
1007
Kommt Wein dazu und Saitenspiel,
Vorlage S. 36
1008
So ist's schon über Maßen viel.
Vorlage S. 36
1009
Ich hab euch recht lieb, ihr lieben Gäst,
Vorlage S. 36
1010
Ich bitt euch, nützt die Stund aufs best.
Vorlage S. 36
1011
Lasst eure Kehl nit untätig sein,
Vorlage S. 36
1012
Ein Lied geht aus, wo eingeht der Wein.
Vorlage S. 36
1013
Verschränket eure Stimmen aufs best
Vorlage S. 36
1014
Und haltet sänftlich die Liebste fest.
Vorlage S. 36
1015
Genützt sei eine schöne Stund
Vorlage S. 36
1016
Mit Hand und Aug und Herz und Mund!
Vorlage S. 36
1017
Ja, lasst Euch nit lang gebeten sein,
Vorlage S. 36
1018
Und singt uns eins, lieber Vetter mein.
Vorlage S. 36
1019
DER DICKE VETTER.
Vorlage S. 36
1020
Mein dünner Vetter, o weh, o weh!
Vorlage S. 36
1021
Nun kommt sein Lied vom kalten Schnee.
Vorlage S. 36
1022
Sie singen lachend.
Vorlage S. 36
1023
DER DÜNNE VETTER
Vorlage S. 36
1024
singt.
Vorlage S. 36
1025
O weh, o weh, Frau Minne, mir ist weh,
Vorlage S. 36
1026
Frau Minne!
Vorlage S. 36
1027
Greif her, wie sehr ich brinne,
Vorlage S. 36
1028
O weh!
Vorlage S. 36
1029
Ein kalter, kalter Schnee,
Vorlage S. 36
1030
Er müsst vor Glut zerrinnen,
Vorlage S. 36
1031
Darin das Herz erstickt!
Vorlage S. 36
1032
Wollt helfen mir, Frau Minnen,
Vorlage S. 36
1033
Des wär ich hochbeglückt.
Vorlage S. 36
1034
Alle singen mit. Man hört darein ein dumpfes Glockenläuten.
Vorlage S. 36
1035
JEDERMANN
Vorlage S. 37
1036
stößt sein Glas von sich.
Vorlage S. 37
1037
Was ist das für ein Glockenläuten!
Vorlage S. 37
1038
Mich dünkt, es kann nichts Guts bedeuten,
Vorlage S. 37
1039
Der Schall ist laut und todesbang,
Vorlage S. 37
1040
Schafft mir im Herzen Qual und Drang.
Vorlage S. 37
1041
Was läuten Glocken zu dieser Zeit?
Vorlage S. 37
1042
EIN GAST.
Vorlage S. 37
1043
Ist nichts zu hören weit und breit.
Vorlage S. 37
1044
EIN ANDERER.
Vorlage S. 37
1045
Hat einer läuten hören Glocken?
Vorlage S. 37
1046
EIN FRÄULEIN.
Vorlage S. 37
1047
Was Glocken, was wird von Glocken geredt?
Vorlage S. 37
1048
EIN ANDERER.
Vorlage S. 37
1049
Wär eins zu früh zur Morgenmett!
Vorlage S. 37
1050
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 37
1051
Ich bitt euch, lasst das Singen nit stocken.
Vorlage S. 37
1052
EIN GAST.
Vorlage S. 37
1053
Hat einer von euch was läuten hören?
Vorlage S. 37
1054
EIN ANDERER
Vorlage S. 37
1055
lachend.
Vorlage S. 37
1056
Nit läuten, meiner Seel, noch schlagen.
Vorlage S. 37
1057
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 37
1058
Lasst euch im Singen doch nit stören.
Vorlage S. 37
1059
JEDERMANN.
Vorlage S. 37
1060
Ich bitt euch, hat alls nichts zu sagen,
Vorlage S. 37
1061
Jetzt hör ichs nimmer, ist alls schon gut.
Vorlage S. 37
1062
DICKER VETTER.
Vorlage S. 37
1063
Kommt alls von einem trägen Blut.
Vorlage S. 37
1064
Ich lass Euch wärmen ein Becherlein.
Vorlage S. 37
1065
JEDERMANN.
Vorlage S. 37
1066
Viel Dank, guter Vetter, lasst nur sein.
Vorlage S. 37
1067
Er setzt sich wieder, Buhlschaft schmiegt sich an ihn. Die am untern Ende des Tisches singen »Floret silva undique« und so fort als Kanon.
Vorlage S. 37
1068
Indes sie singen, kommt Jedermanns guter Gesell und nimmt den leeren Platz am Tische ein.
Vorlage S. 37
1069
Indem der Gesang leiser wird, hört man viele Stimmen rufen.
Vorlage S. 37
1070
STIMMEN.
Vorlage S. 38
1071
Jedermann! Jedermann! Jedermann!
Vorlage S. 38
1072
JEDERMANN
Vorlage S. 38
1073
springt angstvoll auf.
Vorlage S. 38
1074
Mein Gott, wer ruft da so nach mir?
Vorlage S. 38
1075
Von wo werd ich gerufen so?
Vorlage S. 38
1076
Des werd ich im Leben nimmer froh.
Vorlage S. 38
1077
GESELL.
Vorlage S. 38
1078
Ei, Jedermann, ich bin zur Stell.
Vorlage S. 38
1079
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 38
1080
Sieh, Jedermann, doch, dein lieber Gesell.
Vorlage S. 38
1081
JEDERMANN.
Vorlage S. 38
1082
Ihr liebe Freundschaft, sagt mir an,
Vorlage S. 38
1083
Wer ruft so gräßlich »Jedermann«?
Vorlage S. 38
1084
DÜNNER VETTER.
Vorlage S. 38
1085
Hat müssen grad ins Ohr dir dringen
Vorlage S. 38
1086
Ein Widerhall von ihrem Singen.
Vorlage S. 38
1087
JEDERMANN.
Vorlage S. 38
1088
Nein, nein! in fürchterlicher Weis
Vorlage S. 38
1089
Und laut und mächtiglich, nit leis.
Vorlage S. 38
1090
So: »Jedermann!« und »Jedermann!«
Vorlage S. 38
1091
Doch anderster als ich es schaffen kann
Vorlage S. 38
1092
Gar fremd und doch bekannt zugleich.
Vorlage S. 38
1093
Aus welchem höllischen Bereich
Vorlage S. 38
1094
Hats müssen also nach mir schreien.
Vorlage S. 38
1095
Des kann ich mich nimmer getrösten, nein!
Vorlage S. 38
1096
Jetzt, jetzt! aufs neu, so hört doch an,
Vorlage S. 38
1097
Wie streng sie rufen »Jedermann«!
Vorlage S. 38
1098
Man hört das gleiche Rufen wie vordem.
Vorlage S. 38
1099
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 38
1100
Ich hör keinen Laut.
Vorlage S. 38
1101
DER DICKE VETTER.
Vorlage S. 38
1102
Ich hör keinen Schall.
Vorlage S. 38
1103
DER DÜNNE VETTER.
Vorlage S. 38
1104
Auch nit einen leisen Widerhall.
Vorlage S. 38
1105
GESELL
Vorlage S. 38
1106
tritt zu Jedermann.
Vorlage S. 38
1107
Ist Ohrentrug, siehst nit wohl aus,
Vorlage S. 38
1108
Soll ich geleiten dich nach Haus?
Vorlage S. 38
1109
JEDERMANN.
Vorlage S. 38
1110
Wie ich auf euch die Augen heft,
Vorlage S. 38
1111
So kommen mir zurück die Kräft.
Vorlage S. 38
1112
Ich mein, es könnt ein solches Schrein
Vorlage S. 39
1113
Kein zweites Mal sich hier anheben.
Vorlage S. 39
1114
Tut mir recht wohl der Lichterschein.
Vorlage S. 39
1115
Sitz nieder, mein Gesell, hierneben,
Vorlage S. 39
1116
Und mögen alle lieben Gast
Vorlage S. 39
1117
Zulangen und sich ergetzen aufs best.
Vorlage S. 39
1118
Will morgen zu gelegner Zeit
Vorlage S. 39
1119
Mit einem Arzten Beratung pflegen,
Vorlage S. 39
1120
Dass solche Zufäll allerwegen
Vorlage S. 39
1121
Er wohlbedacht mir hält hintan.
Vorlage S. 39
1122
BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 39
1123
Musst mirs versprechen, lieber Mann!
Vorlage S. 39
1124
Müsst ja vor Angst und Sorg vergehn,
Vorlage S. 39
1125
Sollt ich dich öftern also sehn.
Vorlage S. 39
1126
Sie essen alle weiter und sind zärtlich miteinander.
Vorlage S. 39
1127
JEDERMANN
Vorlage S. 39
1128
hebt sich angstvoll.
Vorlage S. 39
1129
Nun aber sag um Gott, mein Lieb,
Vorlage S. 39
1130
Was brennen die Lichter also trüb?
Vorlage S. 39
1131
Und wer kommt hinter mir heran?
Vorlage S. 39
1132
Auf Erden schreitet so kein Mann.
Vorlage S. 39
1133
Der Tod steht da in einiger Entfernung.
Vorlage S. 39
1134
Alle Gäste auf.
Vorlage S. 39
1135
TOD.
Vorlage S. 39
1136
Ei Jedermann! ist so fröhlich dein Mut?
Vorlage S. 39
1137
Hast deinen Schöpfer ganz vergessen?
Vorlage S. 39
1138
JEDERMANN.
Vorlage S. 39
1139
Was fragst um das zu dieser Stund?
Vorlage S. 39
1140
Bekümmerts dich? wer bist? was solls?
Vorlage S. 39
1141
TOD.
Vorlage S. 39
1142
Von deines Schöpfers Majestät
Vorlage S. 39
1143
Bin ich nach dir ausgesandt,
Vorlage S. 39
1144
Und das in Eil: drum steh ich da.
Vorlage S. 39
1145
JEDERMANN.
Vorlage S. 39
1146
Wie, ausgesandt nach mir?
Vorlage S. 39
1147
Greift nach seinem Herzen.
Vorlage S. 39
1148
Dem möchte wohl so sein. Ei ja.
Vorlage S. 39
1149
TOD.
Vorlage S. 40
1150
Denn ob du ihm gibst wenig Ehr,
Vorlage S. 40
1151
In der himmlischen Sphär denkt er dein.
Vorlage S. 40
1152
In welcher Weis, das soll dir gleich gemeldet sein.
Vorlage S. 40
1153
JEDERMANN
Vorlage S. 40
1154
die Augen gesenkt, tritt hinter sich.
Vorlage S. 40
1155
Was will mein Gott von mir?
Vorlage S. 40
1156
TOD.
Vorlage S. 40
1157
Das will ich dich weisen.
Vorlage S. 40
1158
Abrechnung will er halten mit dir. Unverweilt!
Vorlage S. 40
1159
JEDERMANN.
Vorlage S. 40
1160
Ganz und gar bin ich unbereit
Vorlage S. 40
1161
Für solch ein Rechnung legen.
Vorlage S. 40
1162
Müsst ich das tun, da käm ich in Not.
Vorlage S. 40
1163
Auch kenn ich dich nit, was bist du für ein Bot?
Vorlage S. 40
1164
TOD.
Vorlage S. 40
1165
Ich bin der Tod, ich scheu keinen Mann,
Vorlage S. 40
1166
Tret jeglichen an und verschone keinen.
Vorlage S. 40
1167
Es flüchten viele.
Vorlage S. 40
1168
JEDERMANN.
Vorlage S. 40
1169
Was? keine Frist willst du mir geben,
Vorlage S. 40
1170
Und überfällst eins ungewarnt
Vorlage S. 40
1171
Gar mitten drin im besten Leben,
Vorlage S. 40
1172
Gotts Blut! das ist kein ehrlich Spiel,
Vorlage S. 40
1173
Damit erwirbst dir Ruhm nit viel,
Vorlage S. 40
1174
Denn dass ichs nur sag, bin nit bereit,
Vorlage S. 40
1175
Mein Schuldbuch auch ist nit so weit.
Vorlage S. 40
1176
Hätt ich für mich so zehn, zwölf Jahr,
Vorlage S. 40
1177
Ich wollt es in der Ordnung han,
Vorlage S. 40
1178
Dass keine Furcht mich ginget an.
Vorlage S. 40
1179
Das wollt ich, so steh Gott mir bei.
Vorlage S. 40
1180
Drum aus Gotts Gnaden lass mich hier
Vorlage S. 40
1181
Dass ich das Ding zur Ordnung führ.
Vorlage S. 40
1182
TOD.
Vorlage S. 40
1183
Hie hilft kein Weinen und kein Beten.
Vorlage S. 40
1184
Die Reis musst alsbald antreten.
Vorlage S. 40
1185
JEDERMANN.
Vorlage S. 40
1186
O Gott der Gnaden auf himmlischem Thron,
Vorlage S. 40
1187
Erbarm dich meiner schweren Not.
Vorlage S. 40
1188
Wird mir zum Gefährten für diesen Weg
Vorlage S. 40
1189
Kein anderer als du bestellt?
Vorlage S. 41
1190
Soll ich aus dieser Erdenwelt
Vorlage S. 41
1191
Hinaus, und kein Geleite haben?
Vorlage S. 41
1192
Und war doch hier niemals allein,
Vorlage S. 41
1193
Musst allerwegen gesellig sein.
Vorlage S. 41
1194
TOD.
Vorlage S. 41
1195
Nun ist Geselligkeit am End.
Vorlage S. 41
1196
Ring nit vergebner Weis die Händ,
Vorlage S. 41
1197
Schleun dich, jetzt gehst vor Gottes Thron.
Vorlage S. 41
1198
Dort empfängest deinen Lohn.
Vorlage S. 41
1199
Wie, hat dich Narren wollen bedünken,
Vorlage S. 41
1200
Das Erdengut und dies dein Leben
Vorlage S. 41
1201
Wär dir alles zu Eigen gegeben?
Vorlage S. 41
1202
JEDERMANN.
Vorlage S. 41
1203
So war ich vermeinend, wahrhaftig und ja.
Vorlage S. 41
1204
TOD.
Vorlage S. 41
1205
Nichts da, war alls dir nur geliehen.
Vorlage S. 41
1206
Bist du dahin, erbts einen andern,
Vorlage S. 41
1207
Und über eine Weil schlägt dem seine Stund
Vorlage S. 41
1208
Und er muss alles hier lassen und wandern.
Vorlage S. 41
1209
Ich komm halt schnell.
Vorlage S. 41
1210
JEDERMANN.
Vorlage S. 41
1211
Nur einen Tag!
Vorlage S. 41
1212
Nur diese Nacht bis Sonnaufgehn,
Vorlage S. 41
1213
Dass ich mit Reu mög in mich gehn
Vorlage S. 41
1214
Und hören auf des Priesters Lehr
Vorlage S. 41
1215
Und bessern mich nach deinem Begehr.
Vorlage S. 41
1216
TOD.
Vorlage S. 41
1217
Dergleichen wird von mir nit erbeten.
Vorlage S. 41
1218
Wo ich einen Mann tu antreten,
Vorlage S. 41
1219
Den schlag ich auf sein Herz mit Macht.
Vorlage S. 41
1220
Wird vorher kein Anzeig beigebracht.
Vorlage S. 41
1221
JEDERMANN.
Vorlage S. 41
1222
O weh! Nun ist wohl Weinens Zeit!
Vorlage S. 41
1223
TOD.
Vorlage S. 41
1224
Mit Weinen wird nur Zeit vertan.
Vorlage S. 41
1225
JEDERMANN.
Vorlage S. 41
1226
Weh über mich, was heb ich an?
Vorlage S. 41
1227
Hätt ich ein ledig Stündlein Zeit,
Vorlage S. 41
1228
Mir zu gewinnen ein Geleit.
Vorlage S. 42
1229
Dass ich nicht mutterkindallein
Vorlage S. 42
1230
Vor meinem Richter müsste sein.
Vorlage S. 42
1231
TOD.
Vorlage S. 42
1232
Meinst du, dass solches dir gewinnst?
Vorlage S. 42
1233
Ich sag, sie weigern dir den Dienst.
Vorlage S. 42
1234
JEDERMANN.
Vorlage S. 42
1235
Nur nit allein vor das Gericht!
Vorlage S. 42
1236
Nur Redens und Ratens ein Stündlein Zeit
Vorlage S. 42
1237
Um Christi Gotts Barmherzigkeit!
Vorlage S. 42
1238
TOD.
Vorlage S. 42
1239
Meinshalb, ich tret dir aus dem Gesicht,
Vorlage S. 42
1240
Nur merk, vertu nit diese Frist
Vorlage S. 42
1241
Und nütz sie klüglich als ein Christ.
Vorlage S. 42
1242
Geht hinauf, wird unsichtbar.
Vorlage S. 42
1243
JEDERMANN
Vorlage S. 42
1244
tritt zu seinem Gesellen.
Vorlage S. 42
1245
Mein guter Gesell, du weißts –
Vorlage S. 42
1246
GESELL.
Vorlage S. 42
1247
Ich weiß.
Vorlage S. 42
1248
War nit fünf Schritt weit, Jedermann,
Vorlage S. 42
1249
Wie dich der Tod hat treten an!
Vorlage S. 42
1250
Und hab euch reden hören alls.
Vorlage S. 42
1251
Schlägt mir das Herz bis an den Hals!
Vorlage S. 42
1252
Ein froher Mann und kerngesund,
Vorlage S. 42
1253
Das warst du bis zu dieser Stund.
Vorlage S. 42
1254
Nun kommt mich schier das Weinen an,
Vorlage S. 42
1255
Wenn ich dich anschau, Jedermann.
Vorlage S. 42
1256
JEDERMANN.
Vorlage S. 42
1257
Hab vielen Dank, mein guter Gesell.
Vorlage S. 42
1258
GESELL.
Vorlage S. 42
1259
Was dir noch Not tut, sag du schnell.
Vorlage S. 42
1260
JEDERMANN.
Vorlage S. 42
1261
Du bist mir wahrhaft ein guter Freund.
Vorlage S. 42
1262
Dich hab ich allzeit treu befunden.
Vorlage S. 42
1263
GESELL.
Vorlage S. 42
1264
Und sollst mich finden zu allen Stunden.
Vorlage S. 42
1265
Denn glaub du mir, ging deine Reis
Vorlage S. 42
1266
Geradewegs hinab zur Höll,
Vorlage S. 42
1267
Hie fändest du den Gefährten zur Stell.
Vorlage S. 42
1268
JEDERMANN.
Vorlage S. 43
1269
Gott steh mir bei, du lieber Mann,
Vorlage S. 43
1270
Dass ichs um dich verdienen kann.
Vorlage S. 43
1271
GESELL.
Vorlage S. 43
1272
Ist von Verdienen nit die Sprach,
Vorlage S. 43
1273
Wär mir die allergrößte Schmach,
Vorlage S. 43
1274
Wollt ichs mit dem Mund mich unterwinden
Vorlage S. 43
1275
Und sollt man in Taten mich lässig finden.
Vorlage S. 43
1276
JEDERMANN.
Vorlage S. 43
1277
Mein Freund!
Vorlage S. 43
1278
GESELL.
Vorlage S. 43
1279
Sprich frei, tu auf den Mund,
Vorlage S. 43
1280
Muss alls mir werden offenbart.
Vorlage S. 43
1281
Ich steh bei dir bis zur letzten Stund
Vorlage S. 43
1282
Recht nach guter Gesellen Art.
Vorlage S. 43
1283
Jedermann will den Mund auftun.
Vorlage S. 43
1284
GESELL.
Vorlage S. 43
1285
Dein Jammer geht mir mächtig nah,
Vorlage S. 43
1286
Soll alles, was aufs Herz dir druckt,
Vorlage S. 43
1287
Von diesem ganzen Erdenwesen
Vorlage S. 43
1288
Von mir getreulich sein verwesen.
Vorlage S. 43
1289
Sag, ist dir von etlichen Leids getan?
Vorlage S. 43
1290
Sie sollen ihre Strafen han
Vorlage S. 43
1291
Von meiner Hand mit scharfem Eisen,
Vorlage S. 43
1292
Und müsst ich darüber ins Gras beißen!
Vorlage S. 43
1293
JEDERMANN.
Vorlage S. 43
1294
Ist nit um dies mir, bei Gotts Blut!
Vorlage S. 43
1295
GESELL.
Vorlage S. 43
1296
Es geht dir um dein Geld und Gut.
Vorlage S. 43
1297
Das schafft dir große Sorgenlast,
Vorlage S. 43
1298
Dass keine Leibeserben hast.
Vorlage S. 43
1299
JEDERMANN.
Vorlage S. 43
1300
Nein, Lieber, nein!
Vorlage S. 43
1301
GESELL.
Vorlage S. 43
1302
Braucht nit viel Wort,
Vorlage S. 43
1303
Bei mir ist dein Vertraun am Ort.
Vorlage S. 43
1304
Der Kaufbrief da ist wohl verwahrt.
Vorlage S. 43
1305
Dir ist um deine Freundin zart,
Vorlage S. 43
1306
Dass deines Reichtums auf sie komm
Vorlage S. 43
1307
Soviel, als ihr auf immer fromm'.
Vorlage S. 43
1308
JEDERMANN.
Vorlage S. 44
1309
Nein, Lieber, Guter, hör mich an.
Vorlage S. 44
1310
GESELL.
Vorlage S. 44
1311
Spar dir die Reden, Jedermann.
Vorlage S. 44
1312
Bist ohne viel von mir verstanden.
Vorlage S. 44
1313
JEDERMANN.
Vorlage S. 44
1314
Ach! ganz was anders schafft mir Qual,
Vorlage S. 44
1315
Viel näheres, mein guter Gesell!
Vorlage S. 44
1316
GESELL.
Vorlage S. 44
1317
Heraus damit, lass hören schnell.
Vorlage S. 44
1318
Merk, Freundes Mund tröst allemal.
Vorlage S. 44
1319
JEDERMANN.
Vorlage S. 44
1320
Ja du mein Freund!
Vorlage S. 44
1321
GESELL.
Vorlage S. 44
1322
Willst mich nit weisen?
Vorlage S. 44
1323
Könnt sein, dir blieb sonst nit die Zeit.
Vorlage S. 44
1324
JEDERMANN.
Vorlage S. 44
1325
O weh, das wär mir bitter leid.
Vorlage S. 44
1326
GESELL.
Vorlage S. 44
1327
Sag dein Sach! Frisch, Jedermann!
Vorlage S. 44
1328
Wo bliebe unsere Freundschaft dann?
Vorlage S. 44
1329
JEDERMANN.
Vorlage S. 44
1330
Wenn ich dir tät mein Herz aufschließen
Vorlage S. 44
1331
Und du, du kehrtest den Rücken mir
Vorlage S. 44
1332
Und ließest dich meine Red verdrießen,
Vorlage S. 44
1333
Des hätte ich wohl zehnfach Gram und Weh!
Vorlage S. 44
1334
GESELL.
Vorlage S. 44
1335
Herr, wie ich zu Euch gesprochen eh,
Vorlage S. 44
1336
So will ich tun.
Vorlage S. 44
1337
JEDERMANN.
Vorlage S. 44
1338
So dank dir Gott.
Vorlage S. 44
1339
Mir ist befohlen, mich fortzuheben.
Vorlage S. 44
1340
Der Weg ist weit und voll Beschwer,
Vorlage S. 44
1341
Und was dann kommt, noch weit mehr,
Vorlage S. 44
1342
Denn ich soll eine Rechnung geben
Vorlage S. 44
1343
Von meinem Reichtum und all meinem Leben
Vorlage S. 44
1344
Vor meinem Schöpfer und höchsten Richter!
Vorlage S. 44
1345
Drum also komm mit, mein guter Gesell,
Vorlage S. 44
1346
Wie dus versprochen hast zur Stell.
Vorlage S. 44
1347
GESELL.
Vorlage S. 45
1348
Ei ja, das ist schon eine Sach.
Vorlage S. 45
1349
Versprechen und brechen, das wär mir Schmach.
Vorlage S. 45
1350
Daran nur denken macht mir heiß.
Vorlage S. 45
1351
JEDERMANN.
Vorlage S. 45
1352
O du!
Vorlage S. 45
1353
GESELL.
Vorlage S. 45
1354
Doch sollt ich antreten die Reis,
Vorlage S. 45
1355
Da heißt es sich beraten und gut.
Vorlage S. 45
1356
JEDERMANN.
Vorlage S. 45
1357
Was? sprachest doch, auf jeglicher Straßen
Vorlage S. 45
1358
Wolltest nicht lebend noch tot mich verlassen.
Vorlage S. 45
1359
Und wär es geraden Wegs zur Höll.
Vorlage S. 45
1360
GESELL.
Vorlage S. 45
1361
Richtig, so war meine Red, Hand aufs Herz!
Vorlage S. 45
1362
Aber die Wahrheit zu vermelden,
Vorlage S. 45
1363
Ist jetzo nicht Zeit für dergleichen Scherz.
Vorlage S. 45
1364
Ist fast bereits ernsthaft die Sachlag.
Vorlage S. 45
1365
Und dann, wenn wir die Reis wollten antreten,
Vorlage S. 45
1366
Wann kämen wir wiederum hierher?
Vorlage S. 45
1367
Ei, gib doch Antwort.
Vorlage S. 45
1368
JEDERMANN.
Vorlage S. 45
1369
Nimmermehr.
Vorlage S. 45
1370
Nimmermehr bis an den Jüngsten Tag.
Vorlage S. 45
1371
GESELL.
Vorlage S. 45
1372
Dann, bei Gotts Tod, bleib ich hintan.
Vorlage S. 45
1373
Wenn in dem Sinn die Meldung beschah.
Vorlage S. 45
1374
Dann stehts, dass ich die Reis nit tu.
Vorlage S. 45
1375
JEDERMANN.
Vorlage S. 45
1376
Nit tust?
Vorlage S. 45
1377
GESELL.
Vorlage S. 45
1378
Nein, alsdann bleib ich am Ort.
Vorlage S. 45
1379
Ich sag dir, wie mir ist zu Sinn,
Vorlage S. 45
1380
Du weißt, dass ich freimütig bin.
Vorlage S. 45
1381
Itzt stehts, dass ich die Reis nit tu,
Vorlage S. 45
1382
Um keiner lebenden Seel fürwahr,
Vorlage S. 45
1383
Auch nit um meines Herrn Vaters Lieb,
Vorlage S. 45
1384
Gott schenk ihm ansonsten die ewige Ruh.
Vorlage S. 45
1385
JEDERMANN.
Vorlage S. 45
1386
Um Gott! Hast mir was anders versprochen!
Vorlage S. 45
1387
GESELL.
Vorlage S. 46
1388
Weiß wohl. Und ist recht in Treuen beschehn.
Vorlage S. 46
1389
Und so du wolltest was anders begehn,
Vorlage S. 46
1390
Mit Frauen was Gutes in Kumpanei
Vorlage S. 46
1391
Oder was es sonsten sei,
Vorlage S. 46
1392
Solltest an deiner Seiten mich sehn,
Vorlage S. 46
1393
Solange Gott lässt einen hellen Tag sein
Vorlage S. 46
1394
Und auch des Nachts bei Fackelschein.
Vorlage S. 46
1395
Das sag ich in Treuen!
Vorlage S. 46
1396
Schickt sich an zu gehen.
Vorlage S. 46
1397
JEDERMANN.
Vorlage S. 46
1398
O deiner bedarf ich jetzt gar sehr.
Vorlage S. 46
1399
Jetzt heißt es: Gesell, gedenke mein.
Vorlage S. 46
1400
GESELL.
Vorlage S. 46
1401
Ob wir Genossen waren, ob nit,
Vorlage S. 46
1402
Hinfort tu ich mit dir keinen Schritt.
Vorlage S. 46
1403
JEDERMANN.
Vorlage S. 46
1404
So bitt ich dich, nimm soviel auf dich
Vorlage S. 46
1405
Um Christi Gotts Barmherzigkeit,
Vorlage S. 46
1406
Und gib mir tröstliches Geleit
Vorlage S. 46
1407
Bis vor die Stadt.
Vorlage S. 46
1408
GESELL
Vorlage S. 46
1409
reißt sich los.
Vorlage S. 46
1410
Ich tu dirs nit,
Vorlage S. 46
1411
Setz einen Fuß nit vor den andern,
Vorlage S. 46
1412
Nit um ein neues Feierkleid.
Vorlage S. 46
1413
Ließest du dir ein wenig Zeit,
Vorlage S. 46
1414
So wollt ich dich nit allein lassen stehn.
Vorlage S. 46
1415
Nun aber kann ich nit harren bei dir.
Vorlage S. 46
1416
Über die Schulter zurück.
Vorlage S. 46
1417
So geb dir Gott eine schleunige Fahrt
Vorlage S. 46
1418
Dahin recht sänftlich in guter Art.
Vorlage S. 46
1419
Muss eilends jetzt meines Weges gehn.
Vorlage S. 46
1420
JEDERMANN
Vorlage S. 46
1421
einen Schritt ihm nach.
Vorlage S. 46
1422
Wohin, Gesell? Willst mich verlassen ganz und gar?
Vorlage S. 46
1423
GESELL.
Vorlage S. 46
1424
Wohl, wohl. Gott nehm deiner Seelen wahr.
Vorlage S. 46
1425
JEDERMANN.
Vorlage S. 46
1426
Leb wohl, mein Freund, um dich wird mir mein Herz arg schwer,
Vorlage S. 46
1427
Leb immer wohl, dich seh ich nun auch nimmermehr.
Vorlage S. 46
1428
GESELL.
Vorlage S. 47
1429
Leb wohl auch, Jedermann, leb wohl am End, gib mir die Hand,
Vorlage S. 47
1430
Ja, Scheiden tut recht weh, das hab ich jetzt erkannt.
Vorlage S. 47
1431
Er geht.
Vorlage S. 47
1432
JEDERMANN.
Vorlage S. 47
1433
O weh, wohin soll ich nun um Hilf in der Welt.
Vorlage S. 47
1434
War mein Gesell, solang ich fröhlich war.
Vorlage S. 47
1435
Nun trägt er wenig Leid um mich ganz unverstellt.
Vorlage S. 47
1436
Hab eh und immer was reden hören,
Vorlage S. 47
1437
Das ging mir aber gar nit nah
Vorlage S. 47
1438
Bis heute, da mir das geschah.
Vorlage S. 47
1439
Es hieß: Solang einer im Glück ist,
Vorlage S. 47
1440
Der hat Freunde die Menge,
Vorlage S. 47
1441
Doch wenn ihm das Glück den Rücken kehrt,
Vorlage S. 47
1442
Dann verläuft sich das Gedränge.
Vorlage S. 47
1443
O weh, so siehet das nun aus,
Vorlage S. 47
1444
Schnürt mir die Kehl vor Angst und Graus.
Vorlage S. 47
1445
Er wird die Vettern gewahr, die noch beiseite stehen, und sein Gesicht hellt sich auf.
Vorlage S. 47
1446
Da stehen meine Blutsfreunde ja,
Vorlage S. 47
1447
Vielliebe Vettern, bleibt mir nah.
Vorlage S. 47
1448
Ihr seid wahrhaftig recht am Ort,
Vorlage S. 47
1449
Weiß auf der Welt kein schöner Wort
Vorlage S. 47
1450
Als dieses: Art lässt nicht von Art,
Vorlage S. 47
1451
Das wird von euch heut recht gewahrt,
Vorlage S. 47
1452
Da ihr in dieser schweren Stund
Vorlage S. 47
1453
Mein Beiständ seid mit Hand und Mund.
Vorlage S. 47
1454
DICKER VETTER.
Vorlage S. 47
1455
Geruhig Blut, mein Vetter Jedermann,
Vorlage S. 47
1456
Nur ruhig Blut, das ist alls, was ich sagen kann.
Vorlage S. 47
1457
JEDERMANN.
Vorlage S. 47
1458
Ihr lasset mich auch nit –
Vorlage S. 47
1459
DICKER VETTER.
Vorlage S. 47
1460
Nur ruhig Blut.
Vorlage S. 47
1461
Ist gar von Lassen nit die Sprach,
Vorlage S. 47
1462
In Stich Euch lassen, das wär uns Schmach.
Vorlage S. 47
1463
DÜNNER VETTER.
Vorlage S. 47
1464
Euch widerfahr so Liebes wie Leides,
Vorlage S. 47
1465
Mit Euch zu teilen begehren wir beides.
Vorlage S. 47
1466
DICKER VETTER.
Vorlage S. 48
1467
Ja, wie gesagt – – ei freilich ja!
Vorlage S. 48
1468
Ihr seht, wir stehn Euch treulich nah.
Vorlage S. 48
1469
JEDERMANN.
Vorlage S. 48
1470
O vielen Dank, ihr Blutsfreunde mein.
Vorlage S. 48
1471
DICKER VETTER.
Vorlage S. 48
1472
Da wir doch Anverwandte sein!
Vorlage S. 48
1473
JEDERMANN.
Vorlage S. 48
1474
Ihr habt gesehn, es kam ein Bot,
Vorlage S. 48
1475
Der kam auf hohen Königs Gebot.
Vorlage S. 48
1476
DICKER VETTER.
Vorlage S. 48
1477
Ja, – – ich weiß, Vetter Jedermann – –
Vorlage S. 48
1478
Die Sach ist eben so bewandt,
Vorlage S. 48
1479
Dass ich in der nichts machen kann.
Vorlage S. 48
1480
JEDERMANN.
Vorlage S. 48
1481
Er hieß einer Fahrt mich unterwinden.
Vorlage S. 48
1482
DICKER VETTER.
Vorlage S. 48
1483
Ja, wie gesagt –
Vorlage S. 48
1484
JEDERMANN.
Vorlage S. 48
1485
Von dieser Fahrt – –
Vorlage S. 48
1486
DICKER VETTER.
Vorlage S. 48
1487
Nun, wie gesprochen, Art lässt nicht von Art!
Vorlage S. 48
1488
JEDERMANN.
Vorlage S. 48
1489
Von dieser Fahrt, das weiß ich wohl,
Vorlage S. 48
1490
Werd ich nimmer zurücke finden.
Vorlage S. 48
1491
DICKER VETTER.
Vorlage S. 48
1492
Ei nimmer! Ja, wo halt nichts ist,
Vorlage S. 48
1493
Da hat der Kaiser 's Recht verloren!
Vorlage S. 48
1494
JEDERMANN.
Vorlage S. 48
1495
Mein Vetter, höret Ihr, was ich sprach?
Vorlage S. 48
1496
DICKER VETTER.
Vorlage S. 48
1497
Ihr redet nit zu tauben Ohren.
Vorlage S. 48
1498
DÜNNER VETTER.
Vorlage S. 48
1499
Ei, nein, wahrhaftig nit, Gotts Not.
Vorlage S. 48
1500
JEDERMANN.
Vorlage S. 48
1501
Ich werd da nimmer zurücke finden.
Vorlage S. 48
1502
DICKER VETTER.
Vorlage S. 48
1503
Habt Ihr auch richtig verstanden den Bot?
Vorlage S. 48
1504
JEDERMANN.
Vorlage S. 49
1505
Ich ihn?
Vorlage S. 49
1506
DICKER VETTER.
Vorlage S. 49
1507
Die Red und den Verstand,
Vorlage S. 49
1508
Habt Ihr das richtig wohl gefasst?
Vorlage S. 49
1509
JEDERMANN.
Vorlage S. 49
1510
Ob ich –?
Vorlage S. 49
1511
DICKER VETTER.
Vorlage S. 49
1512
Das war schon, dass ich sag –
Vorlage S. 49
1513
Ein recht ungebetner Gast.
Vorlage S. 49
1514
Hm, Vetter.
Vorlage S. 49
1515
DÜNNER VETTER.
Vorlage S. 49
1516
Ja, ich mein, Gott seis geklagt –
Vorlage S. 49
1517
DICKER VETTER.
Vorlage S. 49
1518
So meint Ihr auch wie ich? Ja, wie gesagt,
Vorlage S. 49
1519
Ja, Gott befohlen, Vetter Jedermann,
Vorlage S. 49
1520
Da habt Ihr alles, was ich sagen kann.
Vorlage S. 49
1521
JEDERMANN.
Vorlage S. 49
1522
Ihr Vettern, bleibet, hört mich an!
Vorlage S. 49
1523
DÜNNER VETTER.
Vorlage S. 49
1524
Hast du vielleicht noch ein Begehr?
Vorlage S. 49
1525
Sprich kühnlich, Vetter Jedermann.
Vorlage S. 49
1526
JEDERMANN.
Vorlage S. 49
1527
Ich muss dort eine Rechnung legen
Vorlage S. 49
1528
Und hab einen Feind, der allerwegen
Vorlage S. 49
1529
Mir will in meinen Weg treten,
Vorlage S. 49
1530
O hört mich an! mit großer Stärken.
Vorlage S. 49
1531
DICKER VETTER.
Vorlage S. 49
1532
Was denn für Rechnung, sagt doch an.
Vorlage S. 49
1533
JEDERMANN.
Vorlage S. 49
1534
Von all meinen irdischen Werken:
Vorlage S. 49
1535
Wie ich meine Tag hab hinbracht,
Vorlage S. 49
1536
Und was ich Arges hab getan
Vorlage S. 49
1537
Die Jahr all bei Tag und Nacht.
Vorlage S. 49
1538
Drum seid um Christi willen gebeten
Vorlage S. 49
1539
Und helft mir meine Sach vertreten.
Vorlage S. 49
1540
DÜNNER VETTER.
Vorlage S. 49
1541
Was, dorthin? Geht es Euch auf das!
Vorlage S. 49
1542
Nein, Jedermann, da geh ich nit.
Vorlage S. 49
1543
Kannst mich nit zum Geleiter kriegen!
Vorlage S. 50
1544
Wollt lieber in einm finstern Gelaß
Vorlage S. 50
1545
Bei Wasser und Brot zehn Jahre liegen.
Vorlage S. 50
1546
JEDERMANN.
Vorlage S. 50
1547
Oh, dass ich nit geboren wär.
Vorlage S. 50
1548
Nun werd ich fröhlich nimmermehr,
Vorlage S. 50
1549
Wenn ihr mich da verlasset dann.
Vorlage S. 50
1550
DICKER VETTER.
Vorlage S. 50
1551
Ei Mann! Was denn! Sei du fröhlich, Mann!
Vorlage S. 50
1552
Nimm dich und fang nit Jammerns an!
Vorlage S. 50
1553
Nur eins musst dir gesagt sein lassen:
Vorlage S. 50
1554
Mich bringst einmal nit in die Gassen.
Vorlage S. 50
1555
Er geht.
Vorlage S. 50
1556
JEDERMANN
Vorlage S. 50
1557
zum dünnen Vetter.
Vorlage S. 50
1558
Mein Vetter, willst nit mit mir gehn?
Vorlage S. 50
1559
DÜNNER VETTER.
Vorlage S. 50
1560
Hab jetzt, Gotts Tod, Krampf in den Zehen.
Vorlage S. 50
1561
Ist ein arg Übel, Jedermann,
Vorlage S. 50
1562
Das fällt mich unversehens an.
Vorlage S. 50
1563
DICKER VETTER
Vorlage S. 50
1564
bleibt nochmal stehen und spricht über die Schulter zurück.
Vorlage S. 50
1565
Uns wirst nit verführen, das lass nur sein.
Vorlage S. 50
1566
Doch hab ich ein schön gut Kind daheim,
Vorlage S. 50
1567
Die mächtig gern auf Reisen geht.
Vorlage S. 50
1568
Wenn die dir zu Gesichte steht,
Vorlage S. 50
1569
Die geb ich dir in guter Art,
Vorlage S. 50
1570
Leicht, dass sie mit dir geht auf deine Fahrt.
Vorlage S. 50
1571
JEDERMANN.
Vorlage S. 50
1572
Nein, zeig mir an, wes Sinnes du bist.
Vorlage S. 50
1573
Ob ich in meiner ärgsten Pein
Vorlage S. 50
1574
Von dir soll drangegeben sein,
Vorlage S. 50
1575
Ob du willst mit mir gehn oder dahinten bleiben.
Vorlage S. 50
1576
Das ist alles was ich wissen muss.
Vorlage S. 50
1577
DICKER VETTER.
Vorlage S. 50
1578
Dahinten bleiben und ein'n schönen Gruß.
Vorlage S. 50
1579
Auf Wiedersehen ein andermal.
Vorlage S. 50
1580
Sie gehen.
Vorlage S. 50
1581
JEDERMANN.
Vorlage S. 51
1582
Ach Jesus, ist das aller Dinge End,
Vorlage S. 51
1583
Versprochen haben sie mir gar viel.
Vorlage S. 51
1584
Vom Halten lassen sie ihre Händ.
Vorlage S. 51
1585
DÜNNER VETTER
Vorlage S. 51
1586
wendet sich und tritt nochmals an Jedermann heran.
Vorlage S. 51
1587
Es ist nicht üblich, in solcher Weis
Vorlage S. 51
1588
Die Leut zu beschicken zu einer Reis,
Vorlage S. 51
1589
Dergleichen Anmutung ist nit zart
Vorlage S. 51
1590
Und hat mir keine rechte Art.
Vorlage S. 51
1591
Hast deiner leibeignen Knecht genug.
Vorlage S. 51
1592
Die magst dazu aufbieten mit Fug.
Vorlage S. 51
1593
Aber die lieben Verwandten dein
Vorlage S. 51
1594
Sollten da zu wert dir sein.
Vorlage S. 51
1595
Geht.
Vorlage S. 51
1596
JEDERMANN.
Vorlage S. 51
1597
Leibeigene Knecht, was sollen mir die,
Vorlage S. 51
1598
Wenn ich die mitnähm, das wär ein Ding,
Vorlage S. 51
1599
Davon ich Hilfe hätt gering.
Vorlage S. 51
1600
Er sieht sich um.
Vorlage S. 51
1601
Ist alls zu End das Freudenmahl,
Vorlage S. 51
1602
Und alle fort aus meinem Saal?
Vorlage S. 51
1603
Er geht hinauf zu dem Tisch. Etliche, die dort noch saßen und tranken, werden ihn gewahr, springen auf und flüchten. Der Tisch versinkt.
Vorlage S. 51
1604
Bleibt mir keine andere Hilfe dann,
Vorlage S. 51
1605
Bin ich denn ein verlorner Mann
Vorlage S. 51
1606
Und ganz alleinig auf der Welt?
Vorlage S. 51
Max Liebermann – Garten des Waisenhauses in Amsterdam. Vergleichsbild zu Garten, Alltag und Gemeinschaft; keine Buchillustration.
Kontextbild zum Werk. Garten eines Amsterdamer Waisenhauses · Max Liebermann · Public domain Bildquelle ↗
1607
Ist es schon so um mich bestellt,
Vorlage S. 51
1608
Hat mich Der schon dazu gemacht,
Vorlage S. 51
1609
Ganz nackend und ohn alle Macht,
Vorlage S. 51
1610
Als läg ich schon in meinem Grab,
Vorlage S. 51
1611
Wo ich doch mein warm Blut noch hab
Vorlage S. 51
1612
Und Knecht mir noch gehorsam sein
Vorlage S. 51
1613
Und Häuser viel und Schätze mein.
Vorlage S. 51
1614
Auf! schlagt die Feuerglocken drein!
Vorlage S. 51
1615
Ihr Knecht, nit lungert in dem Haus,
Vorlage S. 51
1616
Kommt allesamt zu mir heraus.
Vorlage S. 51
1617
Hausvogt mit etlichen Knechten kommen eilig.
Vorlage S. 51
1618
JEDERMANN.
Vorlage S. 52
1619
Ich muss schnell eine Reise tun
Vorlage S. 52
1620
Und das zu Fuß und nit zu Wagen,
Vorlage S. 52
1621
Gesamte Knecht, die sollen mit
Vorlage S. 52
1622
Und meine große Geldtruhen,
Vorlage S. 52
1623
Die sollen sie herbeitragen.
Vorlage S. 52
1624
Die Reis wird wie ein Kriegszug scharf,
Vorlage S. 52
1625
Dass ich der Schätze sehr bedarf.
Vorlage S. 52
1626
HAUSVOGT.
Vorlage S. 52
1627
Die schwere Truhn, die drinnen steht?
Vorlage S. 52
1628
JEDERMANN.
Vorlage S. 52
1629
Ja, eilig, ohne viel Gered.
Vorlage S. 52
1630
Mehrere Knechte sammeln sich, ihrer acht bringen die schwere Truhe getragen.
Vorlage S. 52
1631
JEDERMANN.
Vorlage S. 52
1632
Hab euch berufen für eine Reis,
Vorlage S. 52
1633
Dass jeder mir Gehorsam erweis.
Vorlage S. 52
1634
Die Reis ist seltsam und recht weit
Vorlage S. 52
1635
Und fordert zuverlässige Leut,
Vorlage S. 52
1636
Dass sie in aller Still gescheh,
Vorlage S. 52
1637
Des ich zu euch mich wohl verseh.
Vorlage S. 52
1638
KNECHT.
Vorlage S. 52
1639
Die Truhen, die ist marterschwer.
Vorlage S. 52
1640
HAUSVOGT.
Vorlage S. 52
1641
Ihr tut, was anbefiehlt der Herr.
Vorlage S. 52
1642
JEDERMANN.
Vorlage S. 52
1643
Nun wollen wir die Reis angehen,
Vorlage S. 52
1644
Ganz in der Still, heimlicher Weis.
Vorlage S. 52
1645
Tod tritt in etlicher Entfernung hervor.
Vorlage S. 52
1646
ERSTER KNECHT.
Vorlage S. 52
1647
Dort steht ein Teufel und winkt uns Halt.
Vorlage S. 52
1648
HAUSVOGT.
Vorlage S. 52
1649
Nein, ist der Tod grausamer Gstalt,
Vorlage S. 52
1650
Er kommt auf uns zu mit Gewalt.
Vorlage S. 52
1651
Knechte lassen die Truhen stehen und fliehen.
Vorlage S. 52
1652
Hausvogt desgleichen.
Vorlage S. 52
1653
TOD.
Vorlage S. 52
1654
Du Narr, bald ist die Stund vertan,
Vorlage S. 52
1655
Nimmst immer noch Vernunft nit an.
Vorlage S. 52
1656
Weißt nit ein recht Geleit zu suchen,
Vorlage S. 53
1657
Bald wirst verzweifeln und dir Suchen.
Vorlage S. 53
1658
Verschwindet.
Vorlage S. 53
1659
JEDERMANN.
Vorlage S. 53
1660
Ach Gott, wie graust mir vor dem Tod,
Vorlage S. 53
1661
Der Angstschweiß bricht mir aus vor Not
Vorlage S. 53
1662
Kann der die Seel im Leib uns morden?
Vorlage S. 53
1663
Was ist denn gählings aus mir worden?
Vorlage S. 53
1664
Hab immer doch in bösen Stunden
Vorlage S. 53
1665
Mir irgend einen Trost ausgfunden.
Vorlage S. 53
1666
War nie verlassen ganz und gar,
Vorlage S. 53
1667
Nie kein erbärmlich armer Narr.
Vorlage S. 53
1668
War immer wo doch noch ein Halt
Vorlage S. 53
1669
Und habs gewendet mit Gewalt.
Vorlage S. 53
1670
Sind all denn meine Kräft dahin,
Vorlage S. 53
1671
Und alls verworren schon mein Sinn,
Vorlage S. 53
1672
Dass mich kaum mehr besinnen kann,
Vorlage S. 53
1673
Wer bin ich denn: der Jedermann,
Vorlage S. 53
1674
Der reiche Jedermann allzeit.
Vorlage S. 53
1675
Das ist mein Hand, das ist mein Kleid,
Vorlage S. 53
1676
Und was da steht auf diesem Platz,
Vorlage S. 53
1677
Das ist mein Geld, das ist mein Schatz,
Vorlage S. 53
1678
Durch den ich jederzeit mit Macht
Vorlage S. 53
1679
Hab alles spielend vor mich bracht.
Vorlage S. 53
1680
Nun wird mir wohl, dass ich den seh
Vorlage S. 53
1681
Recht bei der Hand in meiner Näh.
Vorlage S. 53
1682
Wenn ich bei dem verharren kann,
Vorlage S. 53
1683
Geht mich kein Graus und Ängsten an.
Vorlage S. 53
1684
Weh aber, ich muss ja dorthin,
Vorlage S. 53
1685
Das kommt mir jählings in den Sinn.
Vorlage S. 53
1686
Der Bot war da, die Ladung ist beschehn,
Vorlage S. 53
1687
Nun heißt es auf und dorthin gehn.
Vorlage S. 53
1688
Wirft sich auf die Truhe.
Vorlage S. 53
1689
Nit ohne dich, du musst mit mir,
Vorlage S. 53
1690
Lass dich um alles nit hinter mir.
Vorlage S. 53
1691
Du musst jetzt in ein andres Haus,
Vorlage S. 53
1692
Drum auf mit dir und schnell heraus.
Vorlage S. 53
1693
Die Truhe springt auf.
Vorlage S. 53
1694
MAMMON
Vorlage S. 54
1695
richtet sich auf.
Vorlage S. 54
1696
Groß.
Vorlage S. 54
1697
Ei Jedermann, was ist mit dir?
Vorlage S. 54
1698
Du bist ja grausamlich in Eil
Vorlage S. 54
1699
Und bleich wie Kreiden all die Weil.
Vorlage S. 54
1700
JEDERMANN.
Vorlage S. 54
1701
Wer bist denn du?
Vorlage S. 54
1702
MAMMON.
Vorlage S. 54
1703
Kennst vom Gesicht mich nit
Vorlage S. 54
1704
Und willst mich dorthin zerren mit?
Vorlage S. 54
1705
Dein Reichtum bin ich halt, dein Geld,
Vorlage S. 54
1706
Dein eins und alles auf der Welt.
Vorlage S. 54
1707
JEDERMANN
Vorlage S. 54
1708
sieht ihn an.
Vorlage S. 54
1709
Dein Antlitz dünkt mir nit so gut,
Vorlage S. 54
1710
Gib mir nit rechten Freudenmut.
Vorlage S. 54
1711
Das ist gleichviel, du musst mitgehen.
Vorlage S. 54
1712
MAMMON.
Vorlage S. 54
1713
Was solls, kann alls von hier geschehen,
Vorlage S. 54
1714
Weißt wohl, was ich in Mächten hab,
Vorlage S. 54
1715
Sag was dich drückt, dem helf ich ab.
Vorlage S. 54
1716
JEDERMANN.
Vorlage S. 54
1717
Die Sach ist anderster bewandt.
Vorlage S. 54
1718
Es ist von wo um mich gesandt.
Vorlage S. 54
1719
MAMMON.
Vorlage S. 54
1720
Von –
Vorlage S. 54
1721
JEDERMANN
Vorlage S. 54
1722
schlägt die Augen nieder.
Vorlage S. 54
1723
Ja, es war ein Bot bei mir.
Vorlage S. 54
1724
MAMMON.
Vorlage S. 54
1725
Ist es an dem, du musst von hier?
Vorlage S. 54
1726
Ei was, na ja, gehab dich wohl.
Vorlage S. 54
1727
Ein Bot war da, dass er ihn hol
Vorlage S. 54
1728
Dorthin, da ist ja schleunig kommen.
Vorlage S. 54
1729
Hab vordem nichts derart vernommen.
Vorlage S. 54
1730
JEDERMANN.
Vorlage S. 54
1731
Und du gehst mit, es ist an dem.
Vorlage S. 54
1732
MAMMON.
Vorlage S. 54
1733
Nit einen Schritt, bin hier bequem.
Vorlage S. 54
1734
JEDERMANN.
Vorlage S. 54
1735
Bist mein, mein Eigentum, mein Sach.
Vorlage S. 54
1736
MAMMON.
Vorlage S. 54
1737
Dein Eigen, ha, dass ich nit lach.
Vorlage S. 54
1738
JEDERMANN.
Vorlage S. 55
1739
Willst aufrebellen, du Verflucht! du Ding!
Vorlage S. 55
1740
MAMMON
Vorlage S. 55
1741
stößt ihn weg.
Vorlage S. 55
1742
Du, trau mir nit, dein Wut acht ich gering,
Vorlage S. 55
1743
Wird umkehrt wohl beschaffen sein.
Vorlage S. 55
1744
Ich steh gar groß, du zwergisch klein.
Vorlage S. 55
1745
Du Kleiner wirst wohl sein der Knecht.
Vorlage S. 55
1746
Und dünkts dich, anders wärs gewesen,
Vorlage S. 55
1747
Das war ein Trug und Narrenwesen.
Vorlage S. 55
1748
JEDERMANN.
Vorlage S. 55
1749
Hab dich gehabt zu meim Befehl.
Vorlage S. 55
1750
MAMMON.
Vorlage S. 55
1751
Und ich regiert in deiner Seel.
Vorlage S. 55
1752
JEDERMANN.
Vorlage S. 55
1753
Warst mir zu Diensten in Haus und Gassen.
Vorlage S. 55
1754
MAMMON.
Vorlage S. 55
1755
Ja, dich am Schnürl tanzen lassen.
Vorlage S. 55
1756
JEDERMANN.
Vorlage S. 55
1757
Warst mein leibeigner Knecht und Sklav.
Vorlage S. 55
1758
MAMMON.
Vorlage S. 55
1759
Nein, du mein Hampelmann recht brav.
Vorlage S. 55
1760
JEDERMANN.
Vorlage S. 55
1761
Hab dich allein gedurft anrühren.
Vorlage S. 55
1762
MAMMON.
Vorlage S. 55
1763
Und ich alleinig dich nasführen.
Vorlage S. 55
1764
Du Laff, du ungebrannter Narr,
Vorlage S. 55
1765
Erznarr du. Jedermann, sieh zu.
Vorlage S. 55
1766
Ich bleib dahier und wo bleibst du?
Vorlage S. 55
1767
Was ich in dich hab eingelegt,
Vorlage S. 55
1768
Darnach hast du dich halt geregt.
Vorlage S. 55
1769
Das war ein Pracht und ein Ansehen,
Vorlage S. 55
1770
Ein Hoffart und ein Aufblähen
Vorlage S. 55
1771
Und ein verflucht wollüstig Rasen,
Vorlage S. 55
1772
War alls durch mich ihm eingeblasen,
Vorlage S. 55
1773
Und was ihn itzt noch aufrecht hält,
Vorlage S. 55
1774
Dass er nit platt an' Boden fällt
Vorlage S. 55
1775
Und alle Viere von sich reckt,
Vorlage S. 55
1776
Und hält ihn noch emporgestreckt,
Vorlage S. 55
1777
Das ist allein sein Geld und Gut.
Vorlage S. 55
1778
Da hier springt all dein Lebensmut.
Vorlage S. 56
1779
Hebt eine Handvoll Geld aus der Truhe und läßt es wieder fallen.
Vorlage S. 56
1780
Fällt aber in die Truhen zurück
Vorlage S. 56
1781
Und damit ist zu End dein Glück.
Vorlage S. 56
1782
Bald werden dir die Sinn vergehen
Vorlage S. 56
1783
Und mich wirst nimmer wiedersehen.
Vorlage S. 56
1784
War dir geliehen für irdische Täg
Vorlage S. 56
1785
Und geh nit mit auf deinen Weg,
Vorlage S. 56
1786
Geh nit, bleib hier, lass dich allein
Vorlage S. 56
1787
Ganz bloß und nackt in Not und Pein.
Vorlage S. 56
1788
Ist alls um nichts dein Handausrecken
Vorlage S. 56
1789
Und hilft kein Knirschen und Zähneblecken,
Vorlage S. 56
1790
Fährst in die Gruben nackt und bloß,
Vorlage S. 56
1791
So wie du kamst aus Mutter Schoß.
Vorlage S. 56
1792
Bückt sich, die Truhe springt zu.
Vorlage S. 56
1793
Jedermann ohne Sprache, eine lange Stille.
Vorlage S. 56
1794
WERKE
Vorlage S. 56
1795
wird sichtbar, einer Kranken gleich, auf einem elenden Lager gebettet, richtet sich halb auf und ruft mit schwacher Stimme.
Vorlage S. 56
1796
Jedermann!
Vorlage S. 56
1797
Jedermann hört nicht.
Vorlage S. 56
1798
WERKE.
Vorlage S. 56
1799
Jedermann, hörst mich nicht?
Vorlage S. 56
1800
JEDERMANN
Vorlage S. 56
1801
vor sich.
Vorlage S. 56
1802
Ist, als wenn eins gerufen hätt,
Vorlage S. 56
1803
Die Stimme war schwach und doch recht klar,
Vorlage S. 56
1804
Hilf Gott, dass es nit meine Mutter war.
Vorlage S. 56
1805
Ist gar ein alt, gebrechlich Weib,
Vorlage S. 56
1806
Möcht, dass der Anblick erspart ihr bleib.
Vorlage S. 56
1807
O nur so viel erbarm dich mein,
Vorlage S. 56
1808
Lass das nit meine Mutter sein!
Vorlage S. 56
1809
WERKE.
Vorlage S. 56
1810
Jedermann!
Vorlage S. 56
1811
JEDERMANN.
Vorlage S. 56
1812
Seis wer da will, hab itzt nit Muss
Vorlage S. 56
1813
Für irdisch Händel und Verdruss.
Vorlage S. 56
1814
WERKE.
Vorlage S. 56
1815
Hörst mich nit, Jedermann?
Vorlage S. 56
1816
JEDERMANN.
Vorlage S. 57
1817
Ist ein krank Weib,
Vorlage S. 57
1818
Was kümmerts mich, soll sehen wo sie bleib.
Vorlage S. 57
1819
WERKE.
Vorlage S. 57
1820
Mein Jedermann, ich gehör zu dir,
Vorlage S. 57
1821
Um deinetwillen lieg ich hier.
Vorlage S. 57
1822
JEDERMANN.
Vorlage S. 57
1823
Wie soll denn das bewendet sein?
Vorlage S. 57
1824
WERKE
Vorlage S. 57
1825
richtet sich halb auf.
Vorlage S. 57
1826
Sieh, ich bin all die Werke dein.
Vorlage S. 57
1827
JEDERMANN.
Vorlage S. 57
1828
Ich will kein Spott, ich sterb allweg.
Vorlage S. 57
1829
WERKE.
Vorlage S. 57
1830
Komm doch zu mir den kleinen Weg.
Vorlage S. 57
1831
Sinkt zurück.
Vorlage S. 57
1832
JEDERMANN.
Vorlage S. 57
1833
Das wird mit Willen nit geschehen,
Vorlage S. 57
1834
Meine Werke will ich jetzt nit sehen.
Vorlage S. 57
1835
Ist nit der Anblick, nach dem mich verlangt.
Vorlage S. 57
1836
WERKE.
Vorlage S. 57
1837
Bin schmählich schwach, muss liegen hier,
Vorlage S. 57
1838
Wär ichs imstand, ich lief zu dir.
Vorlage S. 57
1839
JEDERMANN.
Vorlage S. 57
1840
Braucht nit ein fremd Gebrest dahier,
Vorlage S. 57
1841
Liegt Angst und Marter gnug auf mir.
Vorlage S. 57
1842
WERKE.
Vorlage S. 57
1843
Mich brauchst, der Weg ist schreckbar weit,
Vorlage S. 57
1844
Bist annoch ohne ein Geleit.
Vorlage S. 57
1845
JEDERMANN.
Vorlage S. 57
1846
Des Weges muss ich jetzt allein –
Vorlage S. 57
1847
WERKE.
Vorlage S. 57
1848
Nein, ich will mit, denn ich bin dein.
Vorlage S. 57
1849
Jedermann sieht hin.
Vorlage S. 57
1850
WERKE.
Vorlage S. 57
1851
Auf mir liegt viel Gebrest und Last,
Vorlage S. 57
1852
Indem du mein gedacht nit hast.
Vorlage S. 57
1853
Ohn dich könnt ich mich flink bewegen,
Vorlage S. 57
1854
Lief dir zu Seit auf allen Wegen.
Vorlage S. 57
1855
JEDERMANN
Vorlage S. 58
1856
geht zu ihr.
Vorlage S. 58
1857
O Werke mein, mit mir stehts schlecht.
Vorlage S. 58
1858
Ist mir gar sehr um guten Rat
Vorlage S. 58
1859
Und dass mir eines Hilfe brächt!
Vorlage S. 58
1860
WERKE
Vorlage S. 58
1861
richtet sich mühselig an ihren Krücken auf.
Vorlage S. 58
1862
Jedermann, ich hab wohl vernommen,
Vorlage S. 58
1863
Du bist entboten zu deinem Erlöser,
Vorlage S. 58
1864
Vor ein höchst Gericht zu kommen!
Vorlage S. 58
1865
Willst du nit gehen verloren, Mann,
Vorlage S. 58
1866
Tritt nit allein die Wanderung an,
Vorlage S. 58
1867
Das sag ich dir!
Vorlage S. 58
1868
JEDERMANN.
Vorlage S. 58
1869
Willst du mit mir?
Vorlage S. 58
1870
WERKE.
Vorlage S. 58
1871
Ob ich mit dir den Weg will gehn?
Vorlage S. 58
1872
Fragst du mich das, mein Jedermann?
Vorlage S. 58
1873
JEDERMANN
Vorlage S. 58
1874
sieht ihr in die Augen.
Vorlage S. 58
1875
Wie du mich sehnlich siehest an,
Vorlage S. 58
1876
Ist mir, als hätt in meinem Leben
Vorlage S. 58
1877
Nit Freund, noch Liebste, nit Weib noch Mann
Vorlage S. 58
1878
Mir keinen solchen Blick gegeben!
Vorlage S. 58
1879
WERKE.
Vorlage S. 58
1880
O Jedermann, dass du so später Stund
Vorlage S. 58
1881
Dich kehrest zu meinem Aug' und Mund!
Vorlage S. 58
1882
JEDERMANN.
Vorlage S. 58
1883
Hast ein Gesicht verhärmt und bleich
Vorlage S. 58
1884
Und dünkt mich doch an Schönheit reich.
Vorlage S. 58
1885
Mir ist, je mehr ich dich anseh,
Vorlage S. 58
1886
So mehr wird mir im Herzen weh,
Vorlage S. 58
1887
Und sänftlich auch, vermischter Weis,
Vorlage S. 58
1888
Dass ich mich nit zu nehmen weiß.
Vorlage S. 58
1889
Mir ist, könnt deiner Augen Schein
Vorlage S. 58
1890
Durch meine Augen dringen ein,
Vorlage S. 58
1891
Ein großes Heil und Segen dann
Vorlage S. 58
1892
Geschäh an einem armen Mann.
Vorlage S. 58
1893
Doch weiß ich, dies ist nun versäumt,
Vorlage S. 58
1894
Und jetzt ist alls nur wie geträumt!
Vorlage S. 58
1895
WERKE.
Vorlage S. 58
1896
Hättest erkannt in deinem Sinn,
Vorlage S. 58
1897
Dass ich nit völlig hässlich bin,
Vorlage S. 58
1898
Wärest bei mir verblieben viel
Vorlage S. 59
1899
Und fern der Welt und bösem Spiel!
Vorlage S. 59
1900
Komm näher, meine Stimm ist leis –:
Vorlage S. 59
1901
Bei Armen wärest eingegangen
Vorlage S. 59
1902
Recht als ihr Bruder, heiliger Weis,
Vorlage S. 59
1903
Und göttlich Leid und irdischem Schmerz,
Vorlage S. 59
1904
Die hättest zu lieben angefangen
Vorlage S. 59
1905
Und aufgegangen wäre dein Herz.
Vorlage S. 59
1906
Und ich, wie ich gebrechlich bin,
Vorlage S. 59
1907
Ich wär, verklärt vor deinem Sinn,
Vorlage S. 59
1908
Dir worden ein göttliches Gefäß,
Vorlage S. 59
1909
Ein Kelch der überströmenden Gnaden,
Vorlage S. 59
1910
Dazu deine Lippen waren geladen.
Vorlage S. 59
1911
JEDERMANN.
Vorlage S. 59
1912
Und dich hab ich mögen erkennen nicht!
Vorlage S. 59
1913
War so verblendet mein Gesicht!
Vorlage S. 59
1914
O weh, was sind wir für Wesen dann,
Vorlage S. 59
1915
Wenn solches uns geschehen kann!
Vorlage S. 59
1916
WERKE.
Vorlage S. 59
1917
Ich war ein Kelch, der vor dir stand,
Vorlage S. 59
1918
Gefüllt vom Himmel bis an den Rand,
Vorlage S. 59
1919
Von Irdischem war darin kein Ding,
Vorlage S. 59
1920
Drum schien ich deinen Augen gering.
Vorlage S. 59
1921
JEDERMANN.
Vorlage S. 59
1922
O könnt ich sie ausreißen beid,
Vorlage S. 59
1923
Mir wär im Dunklen nit so bang,
Vorlage S. 59
1924
Als da sie mich zu bittrem Leid
Vorlage S. 59
1925
Falsch han gerührt mein Leben lang!
Vorlage S. 59
1926
WERKE.
Vorlage S. 59
1927
O weh, nun müssen die Lippen dein
Vorlage S. 59
1928
Auf ewig ungetränket sein!
Vorlage S. 59
1929
Hast wollen dich tränken an der Welt,
Vorlage S. 59
1930
Da ward der Kelch dir weggestellt!
Vorlage S. 59
1931
JEDERMANN.
Vorlage S. 59
1932
Des fühl ich ein wütendes Dürsten schon
Vorlage S. 59
1933
Durch alle meine Adern rinnen
Vorlage S. 59
1934
Und Raserei in allen Sinnen!
Vorlage S. 59
1935
Da hab ich meines Lebens Lohn!
Vorlage S. 59
1936
WERKE.
Vorlage S. 60
1937
Das ist die bitter brennend Reu,
Vorlage S. 60
1938
Das sind deine ungelittenen Leiden!
Vorlage S. 60
1939
O könnte dein Herz sie schaffen neu,
Vorlage S. 60
1940
Wie selig wäre das uns beiden!
Vorlage S. 60
1941
JEDERMANN
Vorlage S. 60
1942
wirft sich auf den Boden.
Vorlage S. 60
1943
So wollt ich ganz zernichtet sein,
Vorlage S. 60
1944
Wie an dem ganzen Wesen mein
Vorlage S. 60
1945
Nit eine Fiber jetzt nit schreit
Vorlage S. 60
1946
Vor tiefer Reu und wildem Leid!
Vorlage S. 60
1947
Zurück! und kann nit! Noch einmal!
Vorlage S. 60
1948
Und kommt nit wieder! Graus und Qual!
Vorlage S. 60
1949
Hie wird kein zweites Mal gelebt!
Vorlage S. 60
1950
Nun weiß die aufgerißne Brust,
Vorlage S. 60
1951
Als sie es nie zuvor gewusst,
Vorlage S. 60
1952
Was dieses Wort bedeuten mag:
Vorlage S. 60
1953
Lieg hin und stirb, hie ist dein Tag!
Vorlage S. 60
1954
WERKE
Vorlage S. 60
1955
auf ihren Knien.
Vorlage S. 60
1956
Mag diese Reu, so brennend groß,
Vorlage S. 60
1957
Mich nit vom Boden winden los,
Vorlage S. 60
1958
Weh, mag ich nit auf Füßen stehn!
Vorlage S. 60
1959
Und ihm die Stund zur Seiten gehn!
Vorlage S. 60
1960
Sie sinkt an den Boden.
Vorlage S. 60
1961
Bin ich so elend schwach und krank!
Vorlage S. 60
1962
JEDERMANN.
Vorlage S. 60
1963
Für jedes Ding kommt halt der Dank!
Vorlage S. 60
1964
Werke, um alles! lass mich nit im Stich!
Vorlage S. 60
1965
Bin sonst verloren sicherlich!
Vorlage S. 60
1966
Hilf du mir, Rechenschaft zu geben
Vorlage S. 60
1967
Vor dem, der ist Herr über Tod und Leben
Vorlage S. 60
1968
Und König in der Ewigkeit,
Vorlage S. 60
1969
Sonst bin ich verloren für alle Zeit!
Vorlage S. 60
1970
WERKE.
Vorlage S. 60
1971
O Jedermann!
Vorlage S. 60
1972
JEDERMANN.
Vorlage S. 60
1973
Lass mich nit ohne Rat!
Vorlage S. 60
1974
WERKE.
Vorlage S. 60
1975
Ich hab eine Schwester, Glaube genannt,
Vorlage S. 60
1976
Wenn die wollt sich erbitten lassen,
Vorlage S. 60
1977
Dass sie mit dir zöge deine Straßen
Vorlage S. 60
1978
Und trät mit dir vor Gotts Gericht!
Vorlage S. 61
1979
JEDERMANN.
Vorlage S. 61
1980
Ruf die um alls! die Zeit entfliecht!
Vorlage S. 61
1981
WERKE.
Vorlage S. 61
1982
Mag sein, sie kehrt von dir sich ab,
Vorlage S. 61
1983
Dann musst du ungetröst ins Grab.
Vorlage S. 61
1984
Wirst du recht mit ihr reden können,
Vorlage S. 61
1985
Wird sie dir ihre Hilf vergönnen.
Vorlage S. 61
1986
JEDERMANN.
Vorlage S. 61
1987
Wenn einer keine Zungen hätt,
Vorlage S. 61
1988
Die Angst und Not macht ihn beredt!
Vorlage S. 61
1989
Glaube kommt gegangen.
Vorlage S. 61
1990
WERKE.
Vorlage S. 61
1991
War nit von Nöten laut Geschrei,
Vorlage S. 61
1992
Ich fühl, die Schwester kommt herbei!
Vorlage S. 61
1993
Lieb Schwester, der Mann ist schwer in Not
Vorlage S. 61
1994
Willst ihm beistehn bei seinem Tod?
Vorlage S. 61
1995
Mir fehlt die Kraft, bin allzu schwach,
Vorlage S. 61
1996
Kann nit vertreten seine Sach.
Vorlage S. 61
1997
Sinkt hin.
Vorlage S. 61
1998
GLAUBE
Vorlage S. 61
1999
zu Jedermann.
Vorlage S. 61
2000
Hast mich dein Leben lang verlacht
Vorlage S. 61
2001
Und Gottes Wort für nichts geacht,
Vorlage S. 61
2002
Geht nun in deiner Todesstund
Vorlage S. 61
2003
Ein ander Red' aus deinem Mund?
Vorlage S. 61
2004
JEDERMANN.
Vorlage S. 61
2005
Ich glaub – ich glaub –
Vorlage S. 61
2006
GLAUBE.
Vorlage S. 61
2007
Die Red' ist arm!
Vorlage S. 61
2008
JEDERMANN.
Vorlage S. 61
2009
Oh, dass sich meiner Gott erbarm!
Vorlage S. 61
2010
Ich glaub die zwölf Artikel mit Fleiß,
Vorlage S. 61
2011
Die ich von Kindschulzeiten weiß:
Vorlage S. 61
2012
Was sie vorstellen ganz und gar,
Vorlage S. 61
2013
Nehm ich für heilig hin und wahr.
Vorlage S. 61
2014
GLAUBE.
Vorlage S. 61
2015
Das ist des Glaubens ein ärmlich Teil.
Vorlage S. 61
2016
Baut dir hinüber keine Brück.
Vorlage S. 61
2017
Weißt du nit besseres unverweil?
Vorlage S. 61
2018
JEDERMANN.
Vorlage S. 62
2019
Ich glaub – an Gottes Langmut,
Vorlage S. 62
2020
Wenn einer bei Zeiten Büß tut.
Vorlage S. 62
2021
Aber ich bin in Sünden zu weit,
Vorlage S. 62
2022
Dahin reicht keine Barmherzigkeit.
Vorlage S. 62
2023
GLAUBE
Vorlage S. 62
2024
tut einen Schritt auf ihn zu.
Vorlage S. 62
2025
Bist ganz in Wollust denn ertrunken,
Vorlage S. 62
2026
In Lastern völlig gar versunken,
Vorlage S. 62
2027
Dass dir nit auf die Lippen kommt,
Vorlage S. 62
2028
Was ewig deiner Seelen frommt?
Vorlage S. 62
2029
Neigt sich zu ihm.
Vorlage S. 62
2030
JEDERMANN.
Vorlage S. 62
2031
Ich glaub –
Vorlage S. 62
2032
GLAUBE.
Vorlage S. 62
2033
Glaubst du an Jesu Christ,
Vorlage S. 62
2034
Der von dem Vater kommen ist,
Vorlage S. 62
2035
Ein Mensch und unsersgleichen worden,
Vorlage S. 62
2036
Von einem irdischen Weibe geboren,
Vorlage S. 62
2037
Und hat in Marterqual sein Leben
Vorlage S. 62
2038
Um deinetwillen hingegeben,
Vorlage S. 62
2039
Und ist erstanden von dem Tod,
Vorlage S. 62
2040
Dass du versöhnest seist mit Gott?
Vorlage S. 62
2041
JEDERMANN.
Vorlage S. 62
2042
Ja! Ich glaub: Solches hat er vollbracht,
Vorlage S. 62
2043
Des Vaters Zorn zunicht gemacht,
Vorlage S. 62
2044
Der Menschheit ewig Heil erworben
Vorlage S. 62
2045
Und ist dafür am Kreuz verstorben.
Vorlage S. 62
2046
Doch weiß ich, solches kommt zugut
Vorlage S. 62
2047
Nur dem, der heilig ist und gut:
Vorlage S. 62
2048
Durch gute Werk und Frommheit eben
Vorlage S. 62
2049
Erkauft er sich ein ewig Leben.
Vorlage S. 62
2050
Da sieh, so stehts um meine Werk:
Vorlage S. 62
2051
Von Sünden hab ich einen Berg
Vorlage S. 62
2052
So überschwer auf mich geladen,
Vorlage S. 62
2053
Dass mich Gott gar nit kann begnaden,
Vorlage S. 62
2054
Als er der Höchstgerechte ist.
Vorlage S. 62
2055
GLAUBE.
Vorlage S. 62
2056
Bist du ein solcher Zweifelchrist
Vorlage S. 62
2057
Und weißt nit Gotts Barmherzigkeit?
Vorlage S. 62
2058
JEDERMANN.
Vorlage S. 63
2059
Gott straft erschrecklich!
Vorlage S. 63
2060
GLAUBE.
Vorlage S. 63
2061
Gott verzeiht!
Vorlage S. 63
2062
Ohn Maßen!
Vorlage S. 63
2063
JEDERMANN.
Vorlage S. 63
2064
Schlug den Pharao,
Vorlage S. 63
2065
Schlug Sodom und Gomorra, schlug,
Vorlage S. 63
2066
Schlug!
Vorlage S. 63
2067
GLAUBE.
Vorlage S. 63
2068
Nein, gab hin den eignen Sohn
Vorlage S. 63
2069
In Erdenqual vom Strahlenthron,
Vorlage S. 63
2070
Dass als ein Mensch er werd geboren
Vorlage S. 63
2071
Und keiner ginge mehr verloren,
Vorlage S. 63
2072
Nit einer, nit der letzte, nein,
Vorlage S. 63
2073
Er finde denn das ewige Leben.
Vorlage S. 63
2074
»Um der Sünder willen bin ich kommen,
Vorlage S. 63
2075
Der Gsund bedarf keines Arztes dann«,
Vorlage S. 63
2076
Die Red ist aus dem Munde kommen,
Vorlage S. 63
2077
Der keine Lügen reden kann.
Vorlage S. 63
2078
Glaubst du daran in diesem Leben,
Vorlage S. 63
2079
So ist dir deine Sund vergeben
Vorlage S. 63
2080
Und ist gestillet Gottes Zorn.
Vorlage S. 63
2081
JEDERMANN.
Vorlage S. 63
2082
Oh, deine Worte sind gelind,
Vorlage S. 63
2083
Mir ist, als wär ich neugeboren.
Vorlage S. 63
2084
Ich glaube: So lang ich atme auf Erden,
Vorlage S. 63
2085
Mag ich durch Christum gerettet werden.
Vorlage S. 63
2086
GLAUBE.
Vorlage S. 63
2087
Es ist an dem, nun geh hinein,
Vorlage S. 63
2088
Von deinen Sünden wasch dich rein.
Vorlage S. 63
2089
JEDERMANN.
Vorlage S. 63
2090
Wo wär ein solcher heiliger Quell,
Vorlage S. 63
2091
Dass ich zu ihm mich hintrüg schnell?
Vorlage S. 63
2092
Mönch wird oben sichtbar.
Vorlage S. 63
2093
GLAUBE.
Vorlage S. 63
2094
Ein guter Helfer wartet dein,
Vorlage S. 63
2095
Bei ihm wird deine Seele rein.
Vorlage S. 63
2096
Kehr wieder in einem weißen Gewand,
Vorlage S. 63
2097
Dann ziehest hin an meiner Hand,
Vorlage S. 63
2098
Und mitzugehen deine Werk
Vorlage S. 63
2099
Gewinnen mächtig Kraft und Stärk.
Vorlage S. 63
2100
JEDERMANN
Vorlage S. 64
2101
auf den Knien.
Vorlage S. 64
2102
O ewiger Gott! O göttliches Gesicht!
Vorlage S. 64
2103
O rechter Weg! O himmlisches Licht!
Vorlage S. 64
2104
Hier schrei ich zu dir in letzter Stund,
Vorlage S. 64
2105
Ein Klageruf geht aus meinem Mund.
Vorlage S. 64
2106
O mein Erlöser, den Schöpfer erbitt,
Vorlage S. 64
2107
Dass er beim Ende mir gnädig sei,
Vorlage S. 64
2108
Wenn der höllische Feind sich drängt herbei
Vorlage S. 64
2109
Und der Tod mir grausam die Kehle zuschnürt,
Vorlage S. 64
2110
Dass er meine Seel dann hinaufführt.
Vorlage S. 64
2111
Und, Heiland, mach durch deine Fürbitt,
Vorlage S. 64
2112
Dass ich zu seiner Rechten hintritt,
Vorlage S. 64
2113
In seine Glorie mit ihm zu gehn.
Vorlage S. 64
2114
Lass dir dies mein Gebet anstehn,
Vorlage S. 64
2115
Um willen, dass du am Kreuz bist gestorben
Vorlage S. 64
2116
Und hast all unsre Seelen erworben.
Vorlage S. 64
2117
Er liegt im tiefen Gebet auf seinem Angesicht. Die Orgel tönt stärker.
Vorlage S. 64
2118
Indessen geht unten, im Dunkeln.
Vorlage S. 64
2119
Jedermanns Mutter querüber, als wie auf dem Weg zur Frühmette, vor ihr ein Knecht, der die Leuchte trägt.
Vorlage S. 64
2120
KNECHT.
Vorlage S. 64
2121
Was bleibt Ihr stehen, Frau, zur Stund?
Vorlage S. 64
2122
Wie ist Euch? seid Ihr nit gesund?
Vorlage S. 64
2123
Wollt Ihr leicht heim in Euer Bett
Vorlage S. 64
2124
Statt nächtlings zu der Morgenmett?
Vorlage S. 64
2125
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 64
2126
Sind wir denn so verspät's alsdann
Vorlage S. 64
2127
Und hebt sich schon die Frühmett an?
Vorlage S. 64
2128
Ich hör ein also herrlich Klingen,
Vorlage S. 64
2129
Als täten alle Engel singen!
Vorlage S. 64
2130
KNECHT.
Vorlage S. 64
2131
Verspätet sind wir keinerweis,
Vorlage S. 64
2132
Auch hör ich nichts, nit laut noch leis.
Vorlage S. 64
2133
JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 64
2134
Ich hörs und weiß im Herzen mein,
Vorlage S. 64
2135
Das sind die himmlischen Schalmein.
Vorlage S. 64
2136
So singen sie vor Gottes Thron:
Vorlage S. 64
2137
Das geht auf meinen lieben Sohn.
Vorlage S. 64
2138
Ich spür, zu dieser nächtigen Stund
Vorlage S. 65
2139
Ist seine Seele worden gesund.
Vorlage S. 65
2140
Er ist versöhnet Gott dem Herrn,
Vorlage S. 65
2141
Des sterb ich freudiglich und gern.
Vorlage S. 65
2142
Erhört ist meine große Bitt,
Vorlage S. 65
2143
Und weiß, dass ich einmal hintritt
Vorlage S. 65
2144
Vor Gottes meines Schöpfers Thron
Vorlage S. 65
2145
Und find dort meinen lieben Sohn.
Vorlage S. 65
2146
Bald lässest deine Dienerin
Vorlage S. 65
2147
In deinen Frieden fahren hin.
Vorlage S. 65
2148
Amen.
Vorlage S. 65
2149
KNECHT.
Vorlage S. 65
2150
Wollt Ihr nit kommen, Frau?
Vorlage S. 65
2151
Die Zeit vergeht, es wird schon grau.
Vorlage S. 65
2152
Sie gehen vorbei.
Vorlage S. 65
2153
GLAUBE.
Vorlage S. 65
2154
Jedermann, so sei Gott mit dir,
Vorlage S. 65
2155
Als wie ich dich nun und hier
Vorlage S. 65
2156
In deines Erlösers Hand befehl,
Vorlage S. 65
2157
So sei deine Rechenschaft ohn Fehl.
Vorlage S. 65
2158
Werke hat ihre Krücken von sich geworfen und tritt zu ihnen.
Vorlage S. 65
2159
GLAUBE.
Vorlage S. 65
2160
Nun faß dir einen fröhlichen Mut,
Vorlage S. 65
2161
Nun kommen deine Werke gut,
Vorlage S. 65
2162
Sind ledig all ihrer Beschwer
Vorlage S. 65
2163
Und treten starken Schrittes einher.
Vorlage S. 65
2164
WERKE.
Vorlage S. 65
2165
Jedermann, ich bins, deine Freundin,
Vorlage S. 65
2166
Ich segne dich in meinem Sinn,
Vorlage S. 65
2167
Du hast mich geschaffen von Schmerzen frei,
Vorlage S. 65
2168
Nun geh ich mit dir, wohin es auch sei.
Vorlage S. 65
2169
JEDERMANN.
Vorlage S. 65
2170
O, meine Werke, wie ich eure Stimme hör,
Vorlage S. 65
2171
Muss ich vor Freuden weinen sehr.
Vorlage S. 65
2172
GLAUBE.
Vorlage S. 65
2173
Nun sollst du weinen und trauern nimmermehr,
Vorlage S. 65
2174
Nein, freuen dich und fassen einen frohen Mut,
Vorlage S. 65
2175
Gott sieht dich von seinem Thron recht gut!
Vorlage S. 65
2176
JEDERMANN.
Vorlage S. 66
2177
Dann ich nit Zögerung noch Aufschub such.
Vorlage S. 66
2178
Ihr Freunde, ich mein, wir gehen selbdritt,
Vorlage S. 66
2179
Von euch will ich mich scheiden nit.
Vorlage S. 66
2180
Er geht hinauf und folgt dem Mönche nach.
Vorlage S. 66
2181
Werke und Glaube verharren betend.
Vorlage S. 66
2182
TEUFEL
Vorlage S. 66
2183
kommt angesprungen, schreit und winkt von weitem.
Vorlage S. 66
2184
Halt, Jedermann! Aufhalten, Jedermann!
Vorlage S. 66
2185
Aufhalten! He! Hieher, Gesell!
Vorlage S. 66
2186
Ich komm dich holen, bin zur Stell!
Vorlage S. 66
2187
He Jedermann, er ist hinein!
Vorlage S. 66
2188
Muss taub auf beiden Ohren sein!
Vorlage S. 66
2189
Was geht er denn in dieses Haus?
Vorlage S. 66
2190
Da hol ihn dieser und jener heraus!
Vorlage S. 66
2191
Ich warte derweilen an der Tür,
Vorlage S. 66
2192
Faß ihn, und meines Wegs ihn führ.
Vorlage S. 66
2193
Kann sein, er lässt mich warten lang,
Vorlage S. 66
2194
Mag er, ist mir um ihn nit bang.
Vorlage S. 66
2195
Ist mir verfallen mit Haut und Haar
Vorlage S. 66
2196
Und sicher, wie lang schon keiner war.
Vorlage S. 66
2197
GLAUBE.
Vorlage S. 66
2198
Halt da!
Vorlage S. 66
2199
TEUFEL
Vorlage S. 66
2200
hat nichts gehört.
Vorlage S. 66
2201
Muss hier vorbei.
Vorlage S. 66
2202
GLAUBE.
Vorlage S. 66
2203
Hie nit!
Vorlage S. 66
2204
TEUFEL.
Vorlage S. 66
2205
Ganz unbedingt, hab dort zu tun.
Vorlage S. 66
2206
GLAUBE.
Vorlage S. 66
2207
Hie ist kein Weg für deinesgleichen.
Vorlage S. 66
2208
TEUFEL.
Vorlage S. 66
2209
Ein zänkisch Weib. Ich kann ausweichen.
Vorlage S. 66
2210
Will rings herum.
Vorlage S. 66
2211
GLAUBE
Vorlage S. 66
2212
tritt ihm aufs neu in seinen Weg und sagt.
Vorlage S. 66
2213
Hie ist kein Weg!
Vorlage S. 66
2214
TEUFEL.
Vorlage S. 66
2215
Ich hab zu warten dort an der Tür
Vorlage S. 66
2216
In Amtsgeschäften, damit ich einen,
Vorlage S. 66
2217
Der dort herauskommt, dann mit mir
Vorlage S. 66
2218
Eines gewissen Weges führ.
Vorlage S. 66
2219
GLAUBE.
Vorlage S. 67
2220
Ich führe Zwiesprach nit mit dir.
Vorlage S. 67
2221
TEUFEL.
Vorlage S. 67
2222
Ich auch nit, geh halt da vorbei.
Vorlage S. 67
2223
WERKE.
Vorlage S. 67
2224
Hie ist kein Weg für dich.
Vorlage S. 67
2225
TEUFEL
Vorlage S. 67
2226
hält sich die Ohren zu.
Vorlage S. 67
2227
Geschrei! Gespiel! Belästigung!
Vorlage S. 67
2228
WERKE
Vorlage S. 67
2229
tritt ihm aufs neue in den Weg.
Vorlage S. 67
2230
Kein Weg!
Vorlage S. 67
2231
TEUFEL.
Vorlage S. 67
2232
Kein Weg! Kein Weg! Ist hier kein Weg?
Vorlage S. 67
2233
Kein Boden? Nichts worauf mein Fuß
Vorlage S. 67
2234
Mag stehen, hüpfen, springen! Nein?
Vorlage S. 67
2235
Hier wird sogleich ein Weg mir sein!
Vorlage S. 67
2236
Will durch mit Gewalt.
Vorlage S. 67
2237
GLAUBE
Vorlage S. 67
2238
hinzutretend.
Vorlage S. 67
2239
Willst dus mit deinen Fäusten richten
Vorlage S. 67
2240
Und stören unser fromm Gebet?
Vorlage S. 67
2241
Sieh, wer zu unsrer Hilf dasteht!
Vorlage S. 67
2242
Engel treten oben hervor.
Vorlage S. 67
2243
TEUFEL.
Vorlage S. 67
2244
Sind die Gesellen auch im Spiel
Vorlage S. 67
2245
Und wissen bessres nit zu schaffen
Vorlage S. 67
2246
Als hier zu lümmeln und zu gaffen
Vorlage S. 67
2247
So abends spät wie morgens früh,
Vorlage S. 67
2248
Wenn andre Leut mit saurer Müh
Vorlage S. 67
2249
Nachgehen ihren Amtsgeschäften
Vorlage S. 67
2250
Mit schuldigem Eifer und besten Kräften!
Vorlage S. 67
2251
Werke und Glaube achten seiner nicht und beten mit gefalteten Händen.
Vorlage S. 67
2252
TEUFEL
Vorlage S. 67
2253
setzt sich auf den Boden.
Vorlage S. 67
2254
Ich frage, sind hier Zweifel im Spiel,
Vorlage S. 67
2255
Ist hier ein Handel in der Schweb?
Vorlage S. 67
2256
Nichts davon, nichts, so wahr ich leb.
Vorlage S. 67
2257
Sitzt einer hier unter euch allen,
Vorlage S. 67
2258
Der ins Gesicht mir tät bestreiten,
Vorlage S. 67
2259
Dass dieser Mensch mir ist verfallen!
Vorlage S. 67
2260
Ein prächtig Schwelger und Weinzecher,
Vorlage S. 68
2261
Ein Buhl, Verführer und Ehebrecher,
Vorlage S. 68
2262
Ungläubig als ein finstrer Heide,
Vorlage S. 68
2263
In Wort und Taten frech vermessen
Vorlage S. 68
2264
Und seines Gottes so vergessen
Vorlage S. 68
2265
Wie nicht das Tier auf seiner Weide,
Vorlage S. 68
2266
Witwen und Waisen Gutsverprasser,
Vorlage S. 68
2267
Ein Unterdrücker, Neider, Hasser!
Vorlage S. 68
2268
Er springt auf.
Vorlage S. 68
2269
Mir fehlen, ihn zu malen, die Wort!
Vorlage S. 68
2270
Und diesen will man mir verwehren,
Vorlage S. 68
2271
Dass ich ihm auf die Kappen geh,
Vorlage S. 68
2272
Ihm jählings das Genick umdreh,
Vorlage S. 68
2273
Ihm zuschrei: Duck dich, Fleisch, und stirb!
Vorlage S. 68
2274
Und seine Seel für uns erwirb.
Vorlage S. 68
2275
Verharrt ihr drauf mit kaltem Blut
Vorlage S. 68
2276
Und bangt euch nit von meiner Wut
Vorlage S. 68
2277
Und Zähn gefletscht und Fäust geballt?
Vorlage S. 68
2278
Und, dass Recht und Gerechtigkeit
Vorlage S. 68
2279
Gewappnet stehen auf meiner Seit?
Vorlage S. 68
2280
GLAUBE.
Vorlage S. 68
2281
Auf deiner Seiten steht nit viel,
Vorlage S. 68
2282
Hast schon verloren in dem Spiel.
Vorlage S. 68
2283
Gott hat geworfen in die Schal
Vorlage S. 68
2284
Sein Opfertod und Marterqual
Vorlage S. 68
2285
Und Jedermannes Schuldigkeit
Vorlage S. 68
2286
Vorausbezahlt in Ewigkeit.
Vorlage S. 68
2287
TEUFEL.
Vorlage S. 68
2288
Seit wann? seit wo? wie geht das zu?
Vorlage S. 68
2289
Geschiehet das in einem Nu?
Vorlage S. 68
2290
Wenn eins sein Leben brav sich regt
Vorlage S. 68
2291
Und nur auf uns sein Tun anlegt,
Vorlage S. 68
2292
Recht weislich, fest und wohlbedacht,
Vorlage S. 68
2293
Recht Stein auf Stein und Tag auf Nacht,
Vorlage S. 68
2294
Wird solch ein wohlbeständig Ding
Vorlage S. 68
2295
In einem Augenzwinkern neu?
Vorlage S. 68
2296
Schmeißt ihr das um mit einem Wink?
Vorlage S. 68
2297
GLAUBE.
Vorlage S. 69
2298
Ja, solches wirkt die tiefe Reu,
Vorlage S. 69
2299
Die hat eine lohende Feuerskraft,
Vorlage S. 69
2300
Da sie von Grund die Seel umschafft.
Vorlage S. 69
2301
TEUFEL.
Vorlage S. 69
2302
Ha! Weiberred und Gaukelei!
Vorlage S. 69
2303
Wasch mir den Pelz und mach ihn nit nass!
Vorlage S. 69
2304
Ein Wischiwasch! Salbaderei!
Vorlage S. 69
2305
Zum Speien ich dergleichen hass!
Vorlage S. 69
2306
Beweis! Gib eine einzige Red,
Vorlage S. 69
2307
Die vor Gericht zu Recht besteht!
Vorlage S. 69
2308
GLAUBE.
Vorlage S. 69
2309
Vor dem Gericht, vor das er tritt,
Vorlage S. 69
2310
Bestehen deine Rechte nit,
Vorlage S. 69
2311
Die sind auf Schein und Trug gestellt,
Vorlage S. 69
2312
Auf Hie und Nun und diese Welt,
Vorlage S. 69
2313
Die ist gefangen in der Zeit
Vorlage S. 69
2314
Und bleibt in solchen Schranken stocken,
Vorlage S. 69
2315
Wo aber tönet diese Glocken,
Vorlage S. 69
2316
Man hört von innen das Sterbeglöcklein.
Vorlage S. 69
2317
Glaube und Werke fallen auf die Knie.
Vorlage S. 69
2318
GLAUBE.
Vorlage S. 69
2319
Hat angehoben Ewigkeit.
Vorlage S. 69
2320
TEUFEL
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2321
hält sich die Ohren zu.
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2322
Ich geb es auf, ich kehr mich um,
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2323
Ich lass ihn, füttert ihn euch aus,
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2324
Mich ekelts hier, ich geh nach Haus.
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2325
Glaube und Werke haben sich erhoben.
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2326
TEUFEL.
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2327
Ein schöner Fall, ganz sonnenklar,
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2328
Und in der Suppe doch ein Haar!
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2329
Tret arglos her, vergnügt im Sinn,
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2330
Und mein, zu melden mich als Erben.
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2331
Ja, Vetter, ja, da liegen die Scherben!
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2332
»Hie ist kein Weg, hie ist kein Weg!«
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2333
Ah! Weiber! Fastensupp und Schläg,
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2334
Das ist, wie ich sie halten tät!
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2335
Ein Ausspruch, der zu Recht besteht
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2336
Vor Türken, Mohren und Chinesen,
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2337
Ff! Da ist Anspruch und Recht gewesen!
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2338
Bläst mir ihn weg! »Hie führt kein Weg!«
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2339
Ich wollt, dass er im Feuer läg.
Vorlage S. 70
2340
Und kommt in einem weißen Hemd
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2341
Erzheuchlerisch und ganz verschämt.
Vorlage S. 70
2342
Die Welt ist dumm, gemein und schlecht,
Vorlage S. 70
2343
Und geht Gewalt allzeit vor Recht,
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2344
Ist einer redlich treu und klug,
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2345
Ihn meistern Arglist und Betrug.
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2346
Geht ab.
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2347
Jedermann tritt oben hervor in einem weißen langen Hemd, einen Pilgerstab in der Hand, sein Angesicht ist totenbleich aber verklärt, er geht auf die beiden zu.
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2348
WERKE.
Vorlage S. 70
2349
Fühl ich nit kommen Jedermann?
Vorlage S. 70
2350
Er ist es, ja, und tritt herbei,
Vorlage S. 70
2351
Mir ahnte wohl, dass er es sei.
Vorlage S. 70
2352
Er hat seinem Herrn getan genug.
Vorlage S. 70
2353
Des fühl ich an meinen Gliedern all,
Vorlage S. 70
2354
Die Kraft zu einem hohen Flug!
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2355
JEDERMANN.
Vorlage S. 70
2356
Nun gebet mir treulich eure Händ,
Vorlage S. 70
2357
Ich hab empfangen das Sakrament.
Vorlage S. 70
2358
Gesegnet sei, der mich das hieß tun
Vorlage S. 70
2359
Und also guten Rat mir sprach.
Vorlage S. 70
2360
Nun seid bedankt, dass ihr auf mich
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2361
Geharret habet sorglich
Vorlage S. 70
2362
Mit andächtigem Beten.
Vorlage S. 70
2363
Und nun lass uns die Reis antreten.
Vorlage S. 70
2364
Leg jeder die Hand an diesen Stab
Vorlage S. 70
2365
Und folge mir zu meinem Grab.
Vorlage S. 70
2366
WERKE.
Vorlage S. 70
2367
Ich heb vom Stab nit meine Hand,
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2368
Zuvor die Reis kam an ihr End.
Vorlage S. 70
2369
GLAUBE.
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2370
Ich steh dir bei, so wie ich eh
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2371
Stand hielt bei Judas Makkabee!
Vorlage S. 70
2372
Sie gehen hinauf.
Vorlage S. 70
2373
Der Tod ist hervorgetreten und geht hinter ihnen einher.
Vorlage S. 70
2374
Sie stehen beim Grab.
Vorlage S. 71
2375
JEDERMANN
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2376
schließt die Augen.
Vorlage S. 71
2377
Nun muss ich ins Grab, das ist schwarz wie die Nacht,
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2378
Erbarm dich meiner in deiner Allmacht.
Vorlage S. 71
2379
GLAUBE.
Vorlage S. 71
2380
Ich steh dir nah und seh dich an.
Vorlage S. 71
2381
WERKE.
Vorlage S. 71
2382
Und ich geh mit, mein Jedermann.
Vorlage S. 71
2383
JEDERMANN.
Vorlage S. 71
2384
O Herr und Heiland, steh mir bei.
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2385
Zu Gott ich um Erbarmen schrei.
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2386
WERKE
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2387
hilft ihm ins Grab, steigt dann zu ihm hinein.
Vorlage S. 71
2388
Herr, lass das Ende sanft uns sein,
Vorlage S. 71
2389
Wir gehen in deine Freuden ein.
Vorlage S. 71
2390
JEDERMANN
Vorlage S. 71
2391
im Grab, nur Haupt und Schultern sind noch sichtbar.
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2392
Wie du mich hast zurückgekauft,
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2393
So wahre jetzt der Seele mein,
Vorlage S. 71
2394
Dass sie nit mög verloren sein
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2395
Und dass sie am Jüngsten Tag auffahr
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2396
Zu dir mit der geretteten Schar.
Vorlage S. 71
2397
Er sinkt.
Vorlage S. 71
2398
GLAUBE.
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2399
Nun hat er vollendet das Menschenlos,
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2400
Tritt vor den Richter nackt und bloß,
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2401
Und seine Werke allein,
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2402
Die werden ihm Beistand und Fürsprech sein.
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2403
Heil ihm, mich dünkt, es ist an dem,
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2404
Dass ich der Engel Stimmen vernehm,
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2405
Wie sie in ihren himmlischen Reihen
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2406
Die arme Seele lassen ein.
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2407
Engel singen.
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2408
Ende.
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Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Was bedeutet »Nimmermehr« in diesem Ausschnitt? »Nimmermehr bis an den Jüngsten Tag.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Was bedeutet »selbdritt« in diesem Ausschnitt? »Ihr Freunde, ich mein, wir gehen selbdritt,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »O weh, o weh, Frau Minne, mir ist weh,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Das war ein Pracht und ein Ansehen, Ein Hoffart und ein Aufblähen Und ein verflucht wollüstig Rasen,« B: »Wie, wären die mir auch bekannt, Wie werden diese denn genannt?« C: »Ein köstlich Frühmahl befehl ich an Für morgen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ihr seid wahrhaftig recht am Ort, Weiß auf der Welt kein schöner …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗

9. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Komm näher, meine Stimm ist leis –:«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Jetzt habet allsamt Achtung, Leut! Und hört was wir vorstellen heut! Ist als ein geistlich Spiel bewandt, Vorladung Jedermanns ist es zubenannt. Darin euch wird gewiesen werden, Wie unsere Tag und Werk auf […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Nur nit allein vor das Gericht! Nur Redens und Ratens ein Stündlein Zeit Um Christi Gotts Barmherzigkeit!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Richtig, so war meine Red, Hand aufs Herz! Aber die Wahrheit zu vermelden, Ist jetzo nicht Zeit für dergleichen Scherz. Ist fast bereits ernsthaft die Sachlag. Und dann, wenn wir die Reis wollten antreten, Wann kämen wir wiederum hierher? […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] für mich so zehn, zwölf Jahr, Ich wollt es in der Ordnung han, Dass keine Furcht mich ginget an. Das wollt ich, so steh Gott mir bei. Drum aus Gotts Gnaden lass mich hier Dass ich das Ding zur Ordnung führ.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »O weh, o weh, Frau Minne, mir ist weh, Frau Minne! Greif her, wie sehr ich brinne, O weh! Ein kalter, kalter Schnee, Er müsst vor Glut zerrinnen, Darin das Herz erstickt! Wollt helfen mir, Frau Minnen, Des wär ich hochbeglückt.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Potz Velten, Vetter Jedermann, Wollt Ihr uns wiedrum treiben fort?« und »Oh, dass ich nit geboren wär. Nun werd ich fröhlich nimmermehr, Wenn ihr mich da verlasset dann.«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Nun hat er vollendet das Menschenlos, Tritt vor den Richter nackt und bloß, Und seine Werke allein, Die werden ihm Beistand und Fürsprech sein. Heil ihm, mich dünkt, es ist an dem, Dass ich der Engel Stimmen […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Jetzt habet allsamt Achtung, Leut! Und hört was wir vorstellen heut! Ist als ein geistlich Spiel bewandt, […]« / »Nun hat er vollendet das Menschenlos, Tritt vor den Richter nackt und bloß, Und seine Werke allein, Die […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗ Textstelle 17 ↗ Textstelle 18 ↗ Textstelle 19 ↗ Textstelle 20 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Ist als ein geistlich Spiel bewandt, Vorladung Jedermanns ist es zubenannt.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Ich bin der Tod, ich scheu keinen Mann,«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Wie sie in ihren himmlischen Reihen«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Jedermann von Hofmannsthal, Hugo von ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Jedermann

Hugo von Hofmannsthal: Gesammelte Werke in zehn Einzelbänden. Band 1: Gedichte, Dramen, Band 2–5: Dramen, Herausgegeben von Bernd Schoeller in Beratung mit Rudolf Hirsch, Frankfurt a.M.: S. Fischer, 1979. Hofmannsthal, Hugo von 10- Frankfurt a.M.

Das Werk Jedermann von Hofmannsthal, Hugo von ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.