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Buch - Hastenbeck - Raabe, Wilhelm

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Originalwerk · Lesefassung

Hastenbeck

Raabe, Wilhelm · 1831–1910

Hastenbeck von Raabe, Wilhelm. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

ErzählungKlasse 9–10 · 11–1327 Abschnitte
Porträt von Raabe, Wilhelm; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Raabe, Wilhelm · Wilhelm Immenkamp (1870–1931) · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 27

1. Kapitel

1
Erstes Kapitel.
Vorlage S. 1
2
»Es ist mein Sohn, der mich zu Grunde gerichtet und sich selbst beschimpft hat.«
Vorlage S. 1
3
Der dies Wort sprach, war der alte, nahezu siebzigjährige Kurfürst von Hannover und König von Großbritannien und Irland, Georg der Zweite, der Sieger von Dettingen, und sein Aufschrei fand einen zustimmenden Widerhall durch ganz Europa, vom Felsen Kalpe bis nach Asien hinein, und jenseits des Atlantischen Ozeans bis tief in die amerikanischen Urwälder.
Vorlage S. 1
4
Wieder einmal war ein unbekannter Ort zu einem Namen in der Weltgeschichte gekommen, diesmal zu einem übelberüchtigten. Dieser Ort hieß Kloster Zeven in der Landdrostei Stade, der aber, welcher hier seinen Lorbeeren von Fontenoy, Lawfeld und Hastenbeck die Schleife anflocht und dadurch dem greisen Vater das gramvolle Gesicht in die Hände niederdrückte, hieß William Augustus, Duke of Cumberland, der Metzger Cumberland – butcher Cumberland, wie ihn die Schotten nach seinem einzigen Siegesfelde bei Culloden nannten. Und wie Schottland ihm nachsang:
Vorlage S. 1
5
»Mourn, hapless Caledonia, mourn!« so klang ihm jetzt ein anderer Jammerruf nach. Der aber lautete:
Vorlage S. 1
6
»Weh, Niedersachsen, weh!«
Vorlage S. 1
7
Aber es war doch ein anderes: das Schlächtermesser-Wetzen auf dem Feld bei Culloden und der Ritt, Degen in der Scheide und die Faust auf dem Federhute, vom Felde bei Hastenbeck.
Vorlage S. 1
8
Niemals war ein ob seines Erfolges verblüffterer Sieger hinter dem Besiegten drein gewesen, als an dem sechsundzwanzigsten Juli des Jahres Siebzehnhundertsiebenundfünfzig der Franzos hinter dem Engländer, Herr Louis César, Herzog von Estrées, Marschall von Frankreich, hinter seinem alten Bekannten von Fontenoy. So leicht hatte er sich die Sache doch nicht vorgestellt, obgleich er wirklich recht vertrauensvoll in Paris dem König Ludwig dem Fünfzehnten vor dem Ausmarsch versichert hatte:
Vorlage S. 1
9
»Anfangs Juli werde ich den Feind jenseits der Weser treffen und gehe sofort nach Hannover.« –
Vorlage S. 1
10
Natürlich hatte er dies auf französisch gesagt, aber zu derselben Zeit, wo in der Stadt Braunschweig eine Frau gleichfalls in französischer Sprache zu ihrem erstgeborenen Sohne sagte:
Vorlage S. 1
Porträt von Raabe, Wilhelm; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Raabe, Wilhelm · Wilhelm Immenkamp (1870–1931) · Public domain Bildquelle ↗
11
»Ich verbiete Euch, mir wieder unter die Augen zu kommen, wenn Ihr nicht Taten getan habt, Eurer Geburt und Eurer Verwandtschaft würdig.«
Vorlage S. 1
12
Diese Dame war die Herzogin Philippine Charlotte, geborene Prinzessin von Preußen, und der junge Mensch, den sie mit diesem stolzen Wort in seine erste Schlacht, ihrem Bruder, dem König Friedrich zu Hilfe in seinem siebenjährigen Kriege schickte, war Karl Wilhelm Ferdinand, der Erbprinz von Braunschweig. Er bekam sofort Grund, das Nunquam retrorsum seines Geschlechts bei geballten Fäusten unter verschluckten Tränen in sich hineinzufressen.
Vorlage S. 1
13
Auf dem linken Flügel hatte er seinen Ahnen, seiner Mutter und seinem Onkel Fritz Ehre gemacht, dem Feinde Fahnen und Geschütze genommen und die französischen Trommeln und Trompeten zum Rückzuge rufen hören, als auf dem rechten der Onkel aus England mit fliegenden Rockschößen sich auf die Flucht begab, nachdem er die eroberten Kanonen wenigstens hatte vernageln oder in die Weser werfen lassen. Als der hannoversche Oberst von Breitenbach auch seine gewonnenen Fahnen in später Nacht dem Helden von Culloden überreichte, soll dieser doch geweint haben. Wir lassen das dahingestellt sein. Der Marschall d'Estrées hatte recht behalten: über Nienburg und Verden ist der jämmerliche Rückzug weiter gegangen, und ist das flüchtige Heer erst bei Stade zum Stillstehen gekommen. Das welfische Allod – die Lande Braunschweig und Lüneburg und das Hannoversche lagen der Frau Marquise von Pompadour und dem König Louis dem Fünfzehnten zu freiester Verfügung. –
Vorlage S. 1
14
Weh, Niedersachsen, weh!
Vorlage S. 2
15
»Im Juli werde ich jenseits der Weser sein und nachher sobald als möglich in Hannover!« Den ersten Teil dieses Versprechens hatte der französische Marschall sogar gegen sein Verhoffen glänzend erfüllt. Dass er den zweiten nicht hielt, daran war nicht er, sondern Madame Jeanne Antoinette Poisson schuld, die für ihre Tochter, Mademoiselle d'Etioles, einen Schwiegersohn brauchte und denselben an dem Sohne eines gewissen Louis François Armand Duplessis, Herzogs von Richelieu, Marschalls von Frankreich, Mitglieds der französischen Akademie, der Akademie der Wissenschaften und so weiter und so weiter, gefunden zu haben glaubte. Schon am siebenten August traf der Sieger von Port Mahon in Münden ein und fand sich der Sieger von Hastenbeck auf der Rückreise nach Paris. Die Stadt Braunschweig besetzte der Herzog von Ayen, die Festung Wolfenbüttel nahm der Marquis le Voyer d'Argenson, nach den Schlüsseln von Bremen griff Monsieur d'Armentières, die Stadt Hannover behielt sich nicht ohne seine Gründe der Herr Marschall von Richelieu selber vor: der Bau seines Pavillon d'Hanovre in der Stadt Paris konnte beginnen, die nötigen Gelder lagen bereit in dem Lande zwischen der Weser und der Elbe, und einen erklecklichen Beitrag lieferte sofort Serenissimus Herzog Karl von Braunschweig-Lüneburg für gnädigst bewilligte »Neutralisierung« seiner Grafschaft Blankenburg. Man hat eine schöne weite Aussicht von dem Harzschloß, aber für den erlauchten Herrn mit Familie und Hofstaat in dieser seiner persönlichen betrüblichen Sicherheit ist es doch ein großer Segen gewesen, dass das Ohr nicht so weit reicht wie das Auge. Wo Tränen fließen, jammert der Mensch meistens mehr oder weniger laut dabei, und es sind viel Tränen mit in den Pavillon d'Hanovre des Herzogs Armand Duplessis de Richelieu zu Paris vermauert worden:
Vorlage S. 2
16
»Weh, Niedersachsen, weh!«
Vorlage S. 3
17
Wir können nichts dafür, wenn dieser Klageruf noch öfter in diese Geschichte hineinklingt. Diese unsere Geschichte handelt eben davon, wie niedersächsisch Blut an dem Bau des hannoverschen Pavillons beteiligt wurde. Unser Immeken von Boffzen und der Blumenmaler Pold Wille von der Wendenstraße wurden ja mit in den gloriosen Rückzug der Vierzigtausend unter dem Herzog von Cumberland gerissen. Sie konnten auch nichts dafür.
Vorlage S. 3
18
Ganz vierzigtausend waren es wohl nicht mehr. Zwölfhundert Mann fehlten seit Hastenbeck an der Zahl der Hannoveraner, Bückeburger, Braunschweiger, Hessen-Kasseler und Sachsen-Gothaer, welche den Heerbann bildeten, der diesmal den deutschen Westen gegen den Einbruch der Gallier hatte schützen sollen; aber der Fürstenberger Blumenmaler Pold Wille war gottlob nicht unter den Fehlenden. Er war zwar etwas außer Atem vom eiligen Laufen, aber doch mit unverletzten Gliedmaßen nur mit hineingefallen in des Herrn Herzogs von Cumberland Konvention von Kloster Zeven. Sein Landesherr von seinem »Asyl« auf Schloß Blankenburg aus konnte immer noch auch auf diesen seinen Untertan unter dem Kontingent, welches der Herr Vetter von Hannover, König Georg der Zweite von England, zu dem glorwürdigen Rückzug gestellt hatte, für die Weltgeschichte rechnen. Was würde aber aus unserer Geschichte geworden sein, wenn der junge Held gleich auf dem ersten Blatt unserer Niederschrift seiner Schicksale vor dem Feind totgeschlagen, begraben und von der Braut betrauert worden wäre?
Vorlage S. 3

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Dieser Ort hieß Kloster Zeven in der Landdrostei Stade, der aber, welcher …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Aber es war doch ein anderes: das […] auf dem Feld bei Culloden und der Ritt, Degen in der Scheide und die Faust auf dem Federhute, vom Felde bei Hastenbeck.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »obgleich« in diesem Textausschnitt? »So leicht hatte er sich die Sache doch nicht vorgestellt, obgleich er wirklich recht vertrauensvoll in Paris dem König Ludwig dem Fünfzehnten vor dem Ausmarsch versichert hatte:«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »nachdem« in diesem Textausschnitt? »rufen hören, als auf dem rechten der Onkel aus England mit fliegenden Rockschößen sich auf die Flucht begab, nachdem er die eroberten Kanonen wenigstens hatte vernageln oder in die Weser werfen lassen«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

5. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Das welfische Allod – die Lande […] und Lüneburg und das Hannoversche lagen der Frau Marquise von Pompadour und dem König Louis dem Fünfzehnten zu freiester Verfügung. –«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Wo Tränen fließen, jammert der Mensch meistens mehr oder weniger laut dabei, und es sind viel Tränen mit in den Pavillon d'Hanovre des Herzogs Armand Duplessis de Richelieu zu Paris vermauert worden:« B: »rufen hören, als auf dem rechten der Onkel aus England mit fliegenden Rockschößen sich auf die Flucht begab, nachdem er die eroberten Kanonen wenigstens hatte vernageln oder in die Weser werfen lassen« C: »Gesicht in die Hände niederdrückte, hieß William Augustus, Duke of Cumberland, der Metzger Cumberland – butcher Cumberland, wie ihn die Schotten nach seinem einzigen Siegesfelde bei Culloden nannten«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »sich nicht ohne seine Gründe der Herr Marschall von Richelieu selber vor: …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Wo Tränen fließen, jammert der Mensch meistens mehr oder weniger laut dabei, und es sind viel Tränen mit in den Pavillon d'Hanovre des Herzogs Armand […] de Richelieu zu Paris vermauert worden:«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

9. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Diese unsere Geschichte handelt eben davon, wie niedersächsisch …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

10. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich etwas, das trotz eines Gegengrunds gilt? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »»Es ist mein Sohn, der mich zu Grunde gerichtet und sich selbst beschimpft hat.«« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Fasse diese Textstelle in eigenen Worten zusammen: »Aber es war doch ein anderes: das Schlächtermesser-Wetzen auf dem Feld bei Culloden und der Ritt, Degen in der Scheide und die Faust auf dem Federhute, vom Felde bei Hastenbeck.« Was ist für ihr Verständnis besonders wichtig?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Gib die zentrale Aussage oder Situation wieder, ohne etwas hinzuzuerfinden.
  • Nenne eine Einzelheit aus der Passage, auf die sich deine Zusammenfassung stützt.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] nicht hielt, daran war nicht er, sondern Madame Jeanne Antoinette Poisson schuld, die für ihre Tochter, Mademoiselle d'Etioles, einen Schwiegersohn brauchte und denselben an dem Sohne eines gewissen Louis François Armand Duplessis, Herzogs […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Macht oder Abhängigkeit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] sie mit diesem stolzen Wort in seine erste Schlacht, ihrem Bruder, dem König Friedrich zu Hilfe in seinem siebenjährigen Kriege schickte, war Karl Wilhelm Ferdinand, der Erbprinz von Braunschweig. Er bekam sofort Grund, das Nunquam […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Beziehungen zwischen Figuren geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Natürlich hatte er dies auf französisch gesagt, aber zu derselben Zeit, wo in der Stadt Braunschweig eine Frau gleichfalls in französischer Sprache zu ihrem erstgeborenen Sohne sagte:«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Prüfe, ob es in dieser Passage um Regeln oder Erwartungen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] gewonnenen Fahnen in später Nacht dem Helden von Culloden überreichte, soll dieser doch geweint haben. Wir lassen das dahingestellt sein. Der Marschall d'Estrées hatte recht behalten: über Nienburg und Verden ist der jämmerliche Rückzug […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

7. Vergleiche diese beiden Stellen: »Aber es war doch ein anderes: das Schlächtermesser-Wetzen auf dem Feld bei Culloden und der Ritt, Degen in der Scheide und die […]« und »Diese Dame war die Herzogin Philippine Charlotte, geborene Prinzessin von Preußen, und der junge Mensch, den sie mit diesem […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

8. Am Abschnittsende steht: »Ganz vierzigtausend waren es wohl nicht mehr. Zwölfhundert Mann fehlten seit Hastenbeck an der Zahl der Hannoveraner, Bückeburger, Braunschweiger, Hessen-Kasseler und Sachsen-Gothaer, welche den Heerbann […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

9. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »»Es ist mein Sohn, der mich zu Grunde gerichtet und sich selbst beschimpft hat.«« / »Ganz vierzigtausend waren es wohl nicht mehr. Zwölfhundert Mann fehlten seit Hastenbeck an der Zahl der […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »»Es ist mein Sohn, der mich zu Grunde gerichtet und sich selbst beschimpft hat.««. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Das welfische Allod – die Lande Braunschweig und Lüneburg und das Hannoversche lagen der Frau Marquise von Pompadour und dem König Louis dem Fünfzehnten zu freiester Verfügung. –«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Was würde aber aus unserer Geschichte geworden sein, wenn der junge Held gleich auf dem ersten Blatt unserer Niederschrift seiner Schicksale vor dem Feind totgeschlagen, begraben und von der Braut betrauert worden wäre?«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Hastenbeck von Raabe, Wilhelm ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Hastenbeck

Wilhelm Raabe: Sämtliche Werke, 3 Serien, 18 Bände, Berlin: Hermann Klemm, o. J. [1916]. Raabe, Wilhelm 1- Berlin

Das Werk Hastenbeck von Raabe, Wilhelm ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.