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Buch - Frau Salome - Raabe, Wilhelm

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Originalwerk · Lesefassung

Frau Salome

Raabe, Wilhelm · 1874–1875

Frau Salome von Raabe, Wilhelm. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

ErzählungKlasse 9–10 · 11–1313 Abschnitte
Porträt von Raabe, Wilhelm; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Raabe, Wilhelm · Wilhelm Immenkamp (1870–1931) · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 2 von 13

Erstes Kapitel

1
Erstes Kapitel
Vorlage S. 291
2
Johannes Falk in seinem Buche über Goethe schildert sehr hübsch einen Besuch, den er an einem Sommernachmittage im Jahre 1809 dem Dichter abstattete, Er fand ihn bei milder Witterung vor einem kleinen Tische in seinem Garten sitzend und eine kleine Schlange in einem langgehalsten Zuckerglase mit einem Federkiele fütternd.
Vorlage S. 291
3
»Die herrlich verständigen Augen!« sagte Goethe. »Mit diesen Augen ist freilich manches unterwegs, aber, weil es das unbeholfene Ringeln des Körpers nun einmal nicht zuläßt, wenig genug angekommen. Hände und Füße ist die Natur diesem länglich ineinandergeschobenen Organismus schuldig geblieben, wiewohl dieser Kopf und diese Augen beides wohl verdient hätten; wie sie denn überhaupt manches schuldig bleibt, was sie für den Augenblick fallenläßt, aber späterhin doch wieder unter günstigeren Umständen aufnimmt.«
Vorlage S. 291
4
Nun erscheint auch Frau von Goethe im Garten, ruft schon von weitem, wie herrlich der Feigenbaum in Blüten und Laub stehe, erkundigt sich nach dem Namen der ausländischen Pflanze, »die uns neulich ein Mann aus Jena herüberbrachte« – nämlich nach der großen Nieswurz, und fragt, ob die schönen Schmetterlinge aus den Kokons von eingesponnenen Raupen, die in einer Schachtel neben dem Zuckerglase liegen, noch immer nicht erscheinen wollen. Dann sagt sie mit einem Seitenblicke auf die Schlange:
Vorlage S. 291
5
»Aber wie können Sie nur ein so garstiges Ding wie dieses um sich leiden oder es gar mit eigenen Händen großfüttern? Es ist ein so unangenehmes Tier. Mir graut jedesmal, wenn ich es nur ansehe.«
Vorlage S. 291
6
»Schweig du!« meint der Geheimerat und fügt, gegen den Besucher gewendet, hinzu: »Ja, wenn die Schlange ihr nur den Gefallen erzeigte, sich einzuspinnen und ein schöner Sommervogel zu werden, da würde von dem greulichen Wesen gleich nicht weiter die Rede sein. Aber, liebes Kind, wir können nicht alle Sommervögel und nicht alle mit Blüten und Früchten geschmückte Feigenbäume sein. Arme Schlange! Sie vernachlässigen dich! Sie sollten sich deiner besser annehmen! Wie sie mich ansieht! Wie sie den Kopf emporstreckt! Ist es nicht, als ob sie merkte, dass ich Gutes von ihr mit euch spreche! Armes Ding! Wie das drinnen steckt und nicht heraus kann, so gern es auch wollte! Ich meine zwiefach, einmal im Zuckerglas und sodann in dem Hauptfutteral, das ihr die Natur gab.«
Vorlage S. 291
7
Das ist ein sonderbarer Anfang für eine Geschichte, die mit dem seligen Legationsrat Falk in seinem Buche: »Goethe aus näherm persönlichen Umgange dargestellt«, sonst nichts zu schaffen hat! Doch hören wir weiter.
Vorlage S. 291
Porträt von Raabe, Wilhelm; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Raabe, Wilhelm · Wilhelm Immenkamp (1870–1931) · Public domain Bildquelle ↗
8
An einem der Wege, die zum Brocken hinaufführen, liegt ein Wirtshaus mit seinen Nebengebäuden und einem kleinen Garten, in dem aber, der Höhe wegen, wenig wächst und welchem man seinen Namen und Titel nur aus Höflichkeit oder Bequemlichkeit gibt wie so manchem andern Dinge in dieser Welt.
Vorlage S. 291
9
Das Haus wie die Stallungen sind niedrige, langgestreckte Bauwerke, das Mauerwerk ist von einer in der Ebene unbekannten Dicke, die Schiebefenster sind klein und tief in die Mauer eingelassen; kurz, alles ist auf Sturmwind, Regenstöße, Schneewehen, lange Winter und kurze Sommer so fürsorglich als möglich eingerichtet: der Wirt, die Wirtin und das Dienstvolk desgleichen. Eine moderne Hotelbesitzerfamilie, die auf einer Tour in das Gebirge hier vorspricht, mag wohl ihre Betrachtungen über den Gegensatz zwischen ihr und den Leuten und Zuständen dieses Berghauses anstellen. Nun, es kann nicht jeder seine »bougies« unter den Linden, den Rhein entlang oder am Jungfernstiege in Rechnung stellen.
Vorlage S. 291
10
Das Berghaus liegt schon in einer Gegend, wo die Tannen und Birken anfangen zu verkrüppeln. Das Wasser sickert moorig zwischen dem Gestein, den Heidelbeeren und der Heide, und der Wind hört selten auf zu singen; aber gewöhnlich heult er. Nur noch ein wenig höher hinauf erscheint das Isländische Moos auf den Felsblöcken, und wer den Wind singen hört und das Plaid fester um Hals und Ohren zieht, begreift die Fürsorge der Vorsehung; recht sorgliche Charaktere denken auch wohl an ihren Hausarzt und senden ihm einen stillen Gruß.
Vorlage S. 291
11
Dessenungeachtet ist der Weg viel betreten, beritten und befahren, vorzüglich im Sommer. Vielgestaltig und vielgeschäftig geht's und kommt's, geht vorbei oder kehrt ein, und Langeweile hat weder der Wirt noch seine robuste Ehehälfte und sein Dienstpersonal – im Winter nur soviel davon als der Hamster, das Murmeltier, und wie sonst die behaglichen Geschöpfe heißen, welche die unangenehme Zeit des Jahres ruhig verschlafen.
Vorlage S. 292
12
Nun war es im Sommer, in den Tagen, wo die Erdbeeren rot und die Heidelbeeren schwarz werden, wo der Fingerhut seine roten Kerzen anzündet und das Harz duftiger und reichlicher den Tannen und Fichten entquillt. Die Sonne lag auf dem Gebirge, die Quellen rauschten zur Tiefe hinab; und aus der Tiefe her, aus der Ebene der Kultur hatte die gewöhnliche Völkerwanderung ihre Züge in die schöne Wildnis aufgenommen. Alle Reitesel und Maultiere in den Ortschaften der Ausgangstäler hatten ihre trüben Erinnerungen vom vorigen Jahre aufgefrischt und bekräftigten sich von neuem in der Meinung, dass der besser gekleidete Teil der Menschheit abermals verrückt geworden sei; und abermals hatten sie ihre Last auf sich zu nehmen und wie die verlorengegangene Königstochter von Antiochien im »Perikles, Prinz von Tyrus« alle möglichen Temperamente kennenzulernen.
Vorlage S. 292
13
Es war am Nachmittage gegen drei Uhr, und augenblicklich hatte ein einziger Gast alles, was das Bergwirtshaus an Genüssen und Bequemlichkeiten zu bieten hatte, zu seiner Verfügung Er sah aber aus, als ob er sich zu bescheiden wisse und wahrscheinlich seinen Grund dafür habe.
Vorlage S. 292
14
Neben der niederen Eingangstür der Wirtschaft ist ein Steinwall zum Schutz gegen den Wind aufgeschichtet, im Halbrund um eine roh auf Pfählen befestigte Tischplatte und eine gleichfalls im Boden befestigte Bank.
Vorlage S. 292
Caspar David Friedrich – Wanderer über dem Nebelmeer, um 1818. Künstlerische Landschaft als Vergleichsmotiv, keine konkrete Buchszene.
Kontextbild zum Werk. Der Wanderer über dem Nebelmeer · Caspar David Friedrich · Public domain Bildquelle ↗
15
»Da setzen wir uns nicht hin«, pflegten gewöhnlich die einkehrenden Touristen zu sagen; aber es war dessenungeachtet oder gerade darum kein übler Platz. Man vernahm von hier aus das leise Geläut der Kuhglocken in den Tälern und hatte einen vollen Blick auf das bergan sich dehnende Felsenmeer. Auch die Straße, wie sie von der Höhe kam, übersah man bis zur nächsten Wendung, und das war zu keiner Zeit des Jahres, und um diese am wenigsten, ohne Interesse.
Vorlage S. 293
16
Der einsame Gast hatte sich dahingesetzt, und er sah auch wahrlich nicht aus, als ob er sich sehr vor Zugluft in acht zu nehmen habe. Er war ein verwitterter und, wie der größere Teil der Touristenscharen sagen würde, ein verwahrloster alter Gesell, der denn auch sein Gläschen Nordhäuser vor sich hatte und eben im Begriff war, eine abgenutzte, abgesogene, abgekaute kurze Pfeife aus einer Schweinsblase von neuem zu füllen. Er saß in einem graubraunschwarzen abgetragenen Rocke, Gamaschen über den derben, bestaubten Nägelschuhen und eine alte schwarze Mütze mit breitem Schirm auf dem grauen Schädel. Er trug eine Brille, doch durch die Gläser derselben leuchteten Augen von einem so sonderbar klaren bläulichten Glanz, dass es schwer hielt, an eine irgend bedeutende Kurzsichtigkeit des Alten zu glauben. Ein tüchtiger Knittel lehnte neben ihm an der Bank. Auf seinen Visitenkarten (er führte dergleichen und legte sie unter Umständen auf den Tisch oder gab sie an der Tür ab) stand:
Vorlage S. 293
17
Justizrat Scholten.
Vorlage S. 293
18
»Sie wundern sich?« pflegte er zu sagen, wenn sich jemand darüber wunderte.
Vorlage S. 293
19
Es kann auch nicht jedermann aus Quakenbrück im Fürstentum Osnabrück sein; doch des Justizrats Wiege hatte wirklich daselbst gestanden, und seine Eltern waren aus Haselünne an der Hase gewesen, einer Ortschaft, die schon ganz bedenklich der niederländischen Grenze nahe liegt, und zwar im Herzogtum Arenberg-Meppen.
Vorlage S. 293
20
Das sind eigentümliche Erdstriche, die eigentümliche Kreaturen hervorbringen. Der Justizrat Scholten stammte, und sein bester Freund ebenfalls, dorther; aber sein allerbester Freund saß zu Pilsum, einem Dorfe an der Emsmündung, und las Jakob Böhmen mit der Aussicht aufs Pilsumer Watt. Der Justizrat las Voltaire in einem Harzdorfe unter dem Blocksberge.
Vorlage S. 293

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Nun erscheint auch Frau von Goethe im Garten, ruft schon von weitem, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »»Aber wie können Sie nur ein so […] Ding wie dieses um sich leiden oder es gar mit eigenen Händen großfüttern?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »»Mit diesen Augen ist freilich manches unterwegs, aber, weil es das unbeholfene Ringeln des Körpers nun einmal nicht zuläßt, wenig genug angekommen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »alles ist auf Sturmwind, Regenstöße, Schneewehen, lange Winter und kurze Sommer so fürsorglich als möglich […]: der Wirt, die Wirtin und das Dienstvolk desgleichen«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Dessenungeachtet ist der Weg viel betreten, beritten und befahren, […] im Sommer.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Dessenungeachtet ist der Weg viel betreten, beritten und befahren, vorzüglich im Sommer.« B: »Aber, liebes Kind, wir können nicht alle Sommervögel und nicht alle mit Blüten und Früchten geschmückte Feigenbäume sein.« C: »Er trug eine Brille, doch durch die Gläser derselben leuchteten Augen von einem so sonderbar klaren bläulichten Glanz, dass es schwer hielt, an eine irgend bedeutende Kurzsichtigkeit des Alten zu glauben.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »»Da setzen wir uns nicht hin«, pflegten gewöhnlich die einkehrenden Touristen …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

8. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Der einsame Gast hatte sich dahingesetzt, und er sah auch wahrlich nicht …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich einen Grund oder eine daraus gezogene Folge? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

10. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Johannes Falk in seinem Buche über Goethe schildert sehr hübsch einen Besuch, den er an einem […] im Jahre 1809 dem Dichter abstattete, Er fand ihn bei milder Witterung vor einem kleinen Tische in seinem Garten sitzend und eine kleine Schlange in einem langgehalsten Zuckerglase mit einem Federkiele fütternd.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Johannes Falk in seinem Buche über Goethe schildert sehr hübsch einen Besuch, den er an einem Sommernachmittage im Jahre 1809 dem Dichter abstattete, Er fand ihn bei milder Witterung vor einem kleinen Tische […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Fasse diese Textstelle in eigenen Worten zusammen: »An einem der Wege, die zum Brocken hinaufführen, liegt ein Wirtshaus mit seinen Nebengebäuden und einem kleinen Garten, in dem aber, der Höhe wegen, wenig wächst und welchem man seinen Namen und Titel nur aus […]« Was ist für ihr Verständnis besonders wichtig?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Gib die zentrale Aussage oder Situation wieder, ohne etwas hinzuzuerfinden.
  • Nenne eine Einzelheit aus der Passage, auf die sich deine Zusammenfassung stützt.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] und Füße ist die Natur diesem länglich ineinandergeschobenen Organismus schuldig geblieben, wiewohl dieser Kopf und diese Augen beides wohl verdient hätten; wie sie denn überhaupt manches schuldig bleibt, was sie für den Augenblick […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Macht oder Abhängigkeit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Es kann auch nicht jedermann aus Quakenbrück im Fürstentum Osnabrück sein; doch des Justizrats Wiege hatte wirklich daselbst gestanden, und seine Eltern waren aus Haselünne an der Hase gewesen, einer Ortschaft, die schon ganz bedenklich […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Beziehungen zwischen Figuren geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] von dem greulichen Wesen gleich nicht weiter die Rede sein. Aber, liebes Kind, wir können nicht alle Sommervögel und nicht alle mit Blüten und Früchten geschmückte Feigenbäume sein. Arme Schlange! Sie vernachlässigen dich! Sie sollten sich […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Prüfe, ob es in dieser Passage um die Umgebung oder die Natur geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] gegen drei Uhr, und augenblicklich hatte ein einziger Gast alles, was das Bergwirtshaus an Genüssen und Bequemlichkeiten zu bieten hatte, zu seiner Verfügung Er sah aber aus, als ob er sich zu bescheiden wisse und wahrscheinlich seinen […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

7. Vergleiche diese beiden Stellen: »An einem der Wege, die zum Brocken hinaufführen, liegt ein Wirtshaus mit seinen Nebengebäuden und einem kleinen Garten, in dem […]« und »Neben der niederen Eingangstür der Wirtschaft ist ein Steinwall zum Schutz gegen den Wind aufgeschichtet, im Halbrund um eine roh […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

8. Am Abschnittsende steht: »Das sind eigentümliche Erdstriche, die eigentümliche Kreaturen hervorbringen. Der Justizrat Scholten stammte, und sein bester Freund ebenfalls, dorther; aber sein allerbester Freund saß zu Pilsum, einem Dorfe […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

9. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Johannes Falk in seinem Buche über Goethe schildert sehr hübsch einen Besuch, den er an einem […]« / »Das sind eigentümliche Erdstriche, die eigentümliche Kreaturen hervorbringen. Der Justizrat Scholten stammte, […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Johannes Falk in seinem Buche über Goethe schildert sehr hübsch einen Besuch, den er an einem Sommernachmittage im Jahre 1809 dem Dichter abstattete, Er fand ihn bei milder Witterung vor einem kleinen Tische in seinem Garten sitzend und eine kleine Schlange in einem langgehalsten Zuckerglase mit einem Federkiele fütternd.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Nur noch ein wenig höher hinauf erscheint das Isländische Moos auf den Felsblöcken, und wer den Wind singen hört und das Plaid fester um Hals und Ohren zieht, begreift die Fürsorge der Vorsehung; recht sorgliche Charaktere denken auch wohl an ihren Hausarzt und senden ihm einen stillen Gruß.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Der Justizrat las Voltaire in einem Harzdorfe unter dem Blocksberge.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Frau Salome von Raabe, Wilhelm ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Frau Salome

Wilhelm Raabe: Ausgewählte Werke in sechs Bänden. Herausgegeben von Peter Goldammer und Helmut Richter, Berlin und Weimar: Aufbau, 1964–1966. Raabe, Wilhelm 291- Berlin und Weimar

Das Werk Frau Salome von Raabe, Wilhelm ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.