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Buch - Der Schüdderump - Raabe, Wilhelm

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Originalwerk · Lesefassung

Der Schüdderump

Raabe, Wilhelm · 1867–1869

Der Schüdderump von Raabe, Wilhelm. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

RomanKlasse 9–10 · 11–1338 Abschnitte
Porträt von Raabe, Wilhelm; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Raabe, Wilhelm · Wilhelm Immenkamp (1870–1931) · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 38

Erstes Kapitel

1
Erstes Kapitel
Vorlage S. 374
2
Ich eröffne dieses Buch recht passend mit einer kleinen Reiseerinnerung und durch dieselbe mit einer Erklärung und Rechtfertigung des Titels, um nicht späterhin, d.h. im Laufe der Erzählung, allzuoft über diesen Titel zu stolpern oder mit Vergleichen, Folgerungen und Nutzanwendungen an demselben hängenzubleiben. Einige Male wird das letztere freilich doch wohl geschehen.
Vorlage S. 374
3
Ich war mit dem Postwagen in einem hellen, lustigen norddeutschen Städtchen, dessen Namen ich deshalb verschweige, um nicht den Neid und die Eifersucht anderer Gemeinwesen zu erregen, angekommen, hatte zu Mittag gegessen und zwei bis drei Stunden zur vollkommen freien Verfügung, ehe der frische Schwager die frischen Gäule zur Weiterfahrt aus dem Stalle zog. In solchen Fällen widmet sich jeder, der nicht ein Geschäftsreisender ist, einer ganz behaglichen innerlichen Beschaulichkeit, die jedoch bald in eine sonderbare Ruhelosigkeit überzugehen pflegt. Man dehnt sich, man gähnt eine Weile auf der Bank unter der Laube vor dem Gasthofe, man erhebt sich, schlendert die nächste Gasse bis zur nächsten Ecke hinauf, guckt träumerisch auf die verstaubten toten Fliegen hinter dem Ladenfenster eines Krämers und kehrt zurück zu seinem Tische und seiner Bank vor der Tür, um von neuem einen muntern Kampf mit den lebendigen Fliegen des Ortes aufzunehmen. Die meisten Reisenden verfallen nunmehr in ein etwas stupides Hindämmern und ermuntern sich erst wieder, wenn die Pferde angeschirrt werden; ich dagegen, der von vielem Gebrauch macht, was andere Leute verachten, ich erkundige mich nach den nächstgelegenen Merkwürdigkeiten des Munizipiums; natürlich reservatis reservandis, d.h. unter Vorbehalt alles dessen, was der verständige Mann sich eben vorbehält, nämlich ob er die Kuriositäten besichtigen will oder nicht. Ich stellte eine ähnliche Erkundigung also auch diesmal an und kann gerade nicht sagen, dass es mich tief bekümmerte, als der Wirt, ein behaglicher Mann, sich hinter den Ohren kratzte und Merkwürdigkeiten, sei es der Natur oder der Kunst, in seiner Umgebung nicht vorzuführen wusste.
Vorlage S. 374
4
Schon lehnte ich mich mit einem unwillkürlichen Seufzer der Befriedigung zurück in den Lindenschatten, als ein kleines schwarzes Männlein, welches auf der Bank an der andern Seite der Tür saß, eine kleine, kurze schwarze Pfeife rauchte und deshalb von den Fliegen mit hohem Widerwillen vermieden wurde, mich melancholisch ansah und leise und scheu sagte: »Wir haben noch einen Schüdderump. Wenn der Herr den sehen will, so ist er willkommen dazu; und die Zeit langt auch, und ich will, mit Respekt zu sagen, den Herrn hinführen.«
Vorlage S. 375
5
»Ein Schüdderump? Was ist ein Schüdderump?« fragte ich, von dem Wort ungemein angezogen.
Vorlage S. 375
6
»Gehe der Herr nur mit mir«, sprach der Melancholische noch schwermütiger als zuvor. »Es kostet nichts, als was dem Herrn zu geben beliebt. Ich bin der Totengräber der Stadt, und da des Herrn Forstschreibers Grab fertig und parat steht und der Herr Forstschreiber erst um vier Uhr bei mir arrivieren wird, so langt, wie gesagt, die Zeit für den Postwagen und item für des Herrn Forstschreibers Leichenkondukt.«
Vorlage S. 375
7
Ich rückte auf der Bank. Dieser kleine Schwarze, der diese beiden Fahr- und Reisegelegenheiten so gleichgültig und mit so trübsinniger Verständigkeit zusammenbrachte, wurde mir ganz unbehaglich; allein der Grundstoff unseres Gespräches gewann dadurch an Interesse. In welcher Verbindung stand der Schüdderump mit dem Herrn Forstschreiber? Stand der Herr Forstschreiber in irgendeiner Verbindung mit dem Schüdderump? Ich brachte eine ganze Reihe ähnlicher Fragen dadurch zum Abschluss, dass ich aufsprang, den Hut ergriff und meine Meinung dahin aussprach: ich sei fertig und parat für den Schüdderump. Da aber sah mich der Melancholische bedenklich von der Seite an, schüttelte das Haupt und flüsterte, während er Feuer für seine Pfeife schlug: solches wolle er nicht verhoffen; aber er sei bereit für mich. – Damit gingen wir quer durch einen Teil des Ortes der Kirche zu.
Vorlage S. 375
8
Hinter der Kirche befand sich der Kirchhof; dicht am Kirchhofe lag meines Begleiters Amtswohnung, und dicht neben meines Begleiters Amtswohnung war ein uraltes steinernes Gewölbe, abgesperrt durch eine rostige, schwarze eiserne Gittertür. Diese Tür schloss der Traurige auf, deutete in den dunkeln Raum und sprach unheimlich hohl:
Vorlage S. 376
9
»Da steht er!«
Vorlage S. 376
10
Und mit unheimlichstem Behagen fügte er hinzu:
Vorlage S. 376
Porträt von Raabe, Wilhelm; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Raabe, Wilhelm · Wilhelm Immenkamp (1870–1931) · Public domain Bildquelle ↗
11
»Und jedermann muss sagen, dass er eine große Merkwürdigkeit ist und für jedes Mausoleum eine große Ehre wäre!«
Vorlage S. 376
12
Da stand er wirklich – ein hoher, schwarzer Karren auf zwei Rädern, mit einem halb erloschenen weißen Kreuz auf der Vorderwand und der Jahreszahl 1615 auf der Rückwand. Mein Begleiter legte zärtlich die Hand darauf und sprach:
Vorlage S. 376
13
»Trete der Herr nur näher; man sagt, und es steht auch davon geschrieben, er sei der einzige in der ganzen Welt. Anno 1665 ist er zum letzten Male gebraucht worden – sieht der Herr – so!«
Vorlage S. 376
14
Und der heitere Bursche zog den Karren herum, schlug einen Riegel weg, und die abscheuliche Maschine tat einen Ruck und kippte über und schüttete eine imaginäre Last von Pestleichen in die Grube.
Vorlage S. 376
15
»He, he«, kicherte der Alte. »Was sagt der Herr dazu? Das war bequem und ersparte unsereinem manche Arbeit – was? Ei freilich, vor zwei Jahren in der Cholerazeit, da hätten wir ihn beinahe wieder hervorgeholt und zu Ehren gebracht; aber der löbliche Magistrat und der Kirchenrat und am allermeisten die hochlöbliche Bürgerschaft fürchteten sich allzusehr vor ihm, und so blieb's, wie's war, und unsereiner hatte die Plackerei davon. Ein gut Stück Arbeit hätt er uns gespart. Will der Herr vielleicht einmal die Maschinerie selber probieren? Ich versichere den Herrn, es ist bequem für beide Parteien.«
Vorlage S. 376
16
Ich dankte herzlich, aber mit unverhohlenem Schauder für das Vergnügen und gab ein reichliches Trinkgeld, um alle ferneren Anmutungen dadurch abzuschneiden; allein es freute mich doch, dass ich von nun an ganz genau wusste, was ein Schüdderump sei, und ich hielt ihn in der Tat für eine große Merkwürdigkeit. Jetzt sah ich noch einen Augenblick in die Grobe des Herrn Forstschreibers, die neben dem Hügel seiner seligen Frau gegraben war; dann blies vor der Posthalterei der Schwager, ich eilte zurück, stieg ein und fuhr ab und weiter durch Wiesengrün und Sonnenschein der Goldenen Au entgegen, aber den Schüdderump behielt ich für immer im Gedächtnis. Ja für immer, und trotzdem dass auch ich in meinem Leben mancherlei sah, hörte und bedachte, was dem uralten Gespenst durch lebendigen Schrecken und Schmerz wohl ein Paroli bot!
Vorlage S. 377
17
In mancherlei Glanz und Licht sah ich seinen Schatten fallen, in allerlei Flöten- und Geigenklang vernahm ich sein dumpfes Gepolter, und manch einen herzerfrischenden braven Wunsch, aber auch verschiedenes andere wurde ich von der Seele los, indem ich wie jener kleine schwarze Mann die Kette aushob, den Karren überkippte und die Last hinabrutschen ließ in die große, schwarze, kalte Grube, in der kein Unterschied der Personen und Sachen mehr gilt. So ist mir der Schüdderump allmählich zum Angelpunkt eines ganzen, tief und weit ausgebildeten philosophischen Systemes geworden, und es würde mich recht freuen, wenn ich im Laufe dieses Buches einige Anhänger, Schüler und Apostel für mein System heranbildete.
Vorlage S. 377
18
Wo das Harzgebirge seine Vorberge gleich lustig grünen Vorwachten hinausschiebt in die norddeutsche Ebene, da spürt man's in jedem Wasser und Wässerlein, das hervorsprudelt aus den Tannenwäldern und Buchenwäldern und dem Laufe der Täler folgt, wie eine Ahnung in jeder Welle, dass der gewaltige ewige Reigentanz dieses Elementes, das Meer, nicht allzu fern und nun kein Fels und Abhang mehr zu überspringen sei, um die Heimat, den lustigen Festplatz, zu erreichen. Mit verhaltenem Jauchzen und einem allerliebsten, lachenden Leichtsinn, wie vierzehnjährige Mädchen aus der Schule, hüpfen die Bäche und kleinen Flüsse hervor: die Ilse und die Bode, die Oker und die Radau, die Selke und die Holzemme, und keine der ausgelassenen Dirnen weiß ihrer Lust genugzutun bis mitten in das flache Land. Hier beginnt dann freilich ein etwas altjüngferliches, fast matronenhaftes Schlurfen und Schleichen, bis die beiden alten Muhmen, die Weser und die Elbe, den gesamten Schwarm einfangen und ihn richtig der wackeren und munteren Großmutter, der Nordsee, abliefern, welche bei Bremerhaven und Kuxhaven ihre Türen weit genug offenhält. –
Vorlage S. 377
19
An einem dieser Wasserläufe, inmitten der letzten Hügelreihen des berühmten Gebirges, liegt das Dorf Krodebeck und dicht daneben das adlige Gut, der Lauenhof, auf welchem die Herren von Lauen sitzen und seit geraumer Zeit saßen. Die Gegend ist angenehm und ziemlich fruchtbar, die Bauern sind fett, wenn auch gerade nicht fromm; an Ackerfeldern, Wiesen und Wald ist kein Mangel, und der alte Brocken sieht sowohl den Bauern wie den Rittern ganz gemütlich über den Zaun und steht als Wetterprophet seit des Götzen Krodos Zeiten in dem größesten Ansehen. Krodo – Krodebeck, Bach des Krodo – etymologisiert ein nicht unbekannter und nicht unrühmlich bekannter antiquarischer Gelehrter der Umgegend, und wir wissen dadurch nunmehr sicher, auf welchem uralten und urheiligen germanischen Kulturboden die Männer des Ortes den Pflug zu Felde führen. Ein Bach plätschert freilich durch das Dorf und ergießt sich in das schon erwähnte Flüßchen, allein das Wässerchen heißt heute nur der »Bach« oder vielmehr die »Beke« an und für sich und trägt auf den ältesten Flurkarten und in dem Gedächtnis der ältesten Leute keine andere Bezeichnung.
Vorlage S. 378
Albert Anker – Die Dorfschule von 1848, gemalt 1896. Historisches Vergleichsbild für Schule und Bildung, keine Illustration der Buchfiguren.
Kontextbild zum Werk. Die Dorfschule von 1848 · Albert Anker · Public domain Bildquelle ↗
20
Auch von dem Lauenhofe und den Herren von Lauen weiß der antiquarische Gelehrte einiges zu sagen: es hat sich das Geschlecht aber auch in frühern Zeiten von Goslar bis Quedlinburg der Pfaffheit und der Reichsbürgerschaft so bekannt gemacht, dass da – wie man heute in der Reichshauptstadt zu reden pflegt – alles aufhörte. Damals saß das Geschlecht jedoch weiter oben im Gebirge auf einer Burg, deren Trümmer der Liebhaber heute noch findet, wenn er vom Stubenberg bei Gernrode seinen Weg durch das wilde Hasseltal dem Hexentanzplatz zu nimmt. Leider hab ich vergessen, welcher Dynast, Bischof oder welche Stadt sich einst das Verdienst erwarb, mit dem Nest eine ganze Brut bis auf das jüngste Nestküchlein auszuräuchern; was aber dieses jüngste Nestküchlein anbetrifft, so habe ich eine dunkle Ahnung, dass es wie gewöhnlich durch einen treuen Diener gerettet wurde und sich unter den Schutz einer frommen Tante, einer Domina zu Gandersheim, flüchtete. Hier, unter der frommen Obhut und geistlichen Fürsorge wuchs der Knabe zu einem biderben Jüngling heran, sammelte später einen Haufen ihm an Flegelhaftigkeit und Frommheit nichts nachgebenden Gesindels, bemächtigte sich des Dorfes Krodebeck, richtete den Lauenhof auf, schlug sich weidlich herum mit Askaniern und Welfen, mit Stolbergern und Halberstädtischen und verschied seliglich als der Stifter einer neuen Linie, welche auch heute noch den Lauenhof festhält und wohl festhalten wird, obgleich sie auf zwei Augen und zwei Beinen steht, aber auf ganz muntern und soliden.
Vorlage S. 378
21
Von dem Lauenhof aus plagten die Ritter das Land bei weitem weniger als von der Lauenburg. Dagegen erzeugten sie mehr Korn, auch Obst aller Arten und vorzüglich viele Kirschen, die heutzutage in guten Jahren gern von Berliner Händlern auf den Bäumen gekauft werden. Sie brauten und brauen ein nicht zu verachtendes Bier, und ihre Viehzucht erhielt sich stets auf der Höhe der Zeit. Ihre Kinderzucht war weniger zu loben, denn das Geschlecht lernte erst gegen den Anfang des achtzehnten Jahrhunderts das Lesen und Schreiben; allein jeweilig fand sich ein biederer Junker, der gern und aufmerksam zuhorchte, wenn berufene Leute, Kleriker oder Laien, die Rede auf ästhetische oder wissenschaftliche Dinge brachten. Glaubwürdige Zeugen dafür könnten wir vorführen, wenn es uns gestattet wäre, diesen oder jenen Stein auf den Gräbern der Mönche zu Walkenried, Michaelstein, Schlanstedt und so weiter umzuwenden und die ehrwürdigen Schatten der gelehrten geistlichen Herren heraufzubeschwören.
Vorlage S. 379
22
Sie saßen gern nieder an dem Herd der Lauen, die Mönche, die fahrenden Schüler, und manch einer der letzteren, welchen der harte Winter auf den Lauenhof trieb, blieb auch den lustigen Sommer über drauf hängen, zog mit auf die Falken- und Schweinsjagd und setzte, falls sich Dinte, Pergament und späterhin Papier fand, zum Dank für gut Futter und Losament die Familienchronik fort.
Vorlage S. 380
23
Welcher Art aber diese Aufzeichnungen waren, das will ich zum Lobe des guten Geschlechtes kurz, jedoch nicht unvergnüglich mit einer Probe belegen.
Vorlage S. 380
24
»Anno domini 1578 war Hilmar Juncker zu Krodbke und auf dem Lawenhofe, mit dem hat sich ein Sonderliches zugetragen und hat es eine merkwürdige Ehr und weitruchbar Gloriam auf ihme gebracht. Das lief folgendermaßen: Als in bemeldtem Jahr Herr Friedrich des Namens der Viert von Liegnitz mit Dem von Schweinichen zu Herzogen Julium kamen, daselbsten einen Zehrpfennig zu holen, hat sich die Fama, dass die beiden Herrn im Land seien, gar balde verbreitert, und ist ein mächtig Aufsehen auf jeglichem festen Haus geworden; sintemalen es kein Kleines war, wann der Herr von Schweinichen mit seinem Liegnitzer Herzogen in ein Thor einritt. Und ist ein Kehlenräuspern und Greifen nach denen Gurgeln gewesen, und wurde manch gut Rößlein aus dem Stalle gezogen zum Ritte nach Wolfenbüttel für des hochlöblichen Kreises Ritterehre und Ruhm.
Vorlage S. 380
25
Und ist der Ruf auch auf den Lawenhof gekommen zum Juncker Hilmar, und nach dreyen verdrießlichen Tagen voll Kopfreibens und unnöthlichen Bedenklichkeiten hat auch er gesattelt zum großen Turney und ist mit denen anderen Herren und seinem Knecht Zwiebrecht Affen gen Mitternacht gezogen zu des Herzogen Julii Hoflager. Nun haben Fürstliche Gnaden wohl zu solchem Zusammenfluß ein wenig scheel gesehen, denn Sie waren ein gar genauer Herr und den Conviviis und Poculationes wenig ergeben, und mit der Ritterschaft hatte es auch sonsten einen Haken, von wegen der verpfändeten Schlösser aus der Erbschaft des Herzogen Erich, so Sie einlösten, und welche die Juncker nicht in Güte räumen wollten. Haben aber doch Schanden halber ein gut Auge zum bösen Spiel und Dem von Schweinichen und der Liegnitzer Liebden sammt der Ritterschaft des niedersächsischen Kreises machen müssen. So ist das Saufen angegangen auf dem Schlosse in dem Saale, so man den burgundischen nennt, und hat zum guten Anfang gewähret drei Tage und drei Nächte in Einem fort. Am vierten und fünften Tag hat man den guten Rausch verschlafen, und am sechsten Tag hat man unter Fürstlicher Gnaden Fürtritt des Ortes Merkwürdigkeiten visitiret, und ist allda des Herrn von Lawn Ehr mit Gottes gnädiger Zulassung auf dem Tisch gehoben. Nämlich nachdem dem Liegnitzer und Dem von Schweinichen Pulver und Geschütz, Bley und Kostbarkeiten aller Art gezeiget worden sind, hat ihnen Herr Julius den Mund zum Beschluß am wässerigsten machen wollen; da sie doch ja nur auf einer Bettelfahrt da waren. Hat man ihnen nämlich im Provianthaus die große gerauchte Bratwurst, so ein viertel Meyl Weges lang gewesen ist, gezeiget! Sind dem Schweinichen freilich die Augen übergegangen, und der Herzog Julius hat sich des baß ergötzet; aber nicht lange; denn auf die Frag, wie viel Zeit ein Mann zu tun hätt mit dem Wunderstück, ist mein Juncker Hilmar von Lawen vorgetreten und hat gesprochen, mit Gott's gnädigem Beystand verhoff er's fertig zu bringen in vieren Tägen; allein es müsse der Trunck nicht darzu fehlen.
Vorlage S. 380
26
Da hat man laut aufgeschrien vor Wunder, und Jeder hat seine Meinung gehabt und der Herzog Julius die seinige, nämlich er hätt seine Wurst nicht gern an die Probe gesetzet. Allein wiederumb der Schanden halber, und weilen die Ritterschaft mit Heimtücke zugestachelt hat, musste er den Liebling dranrücken, und am sechsten Tag der Festlichkeit ist dem Juncker von Lawen der Zipfel in den Mund gegeben und haben die Anderen im Kreise das Bacchanalium mit großer Lust aufgenommen. Ist nun freilich des Herzogen Gesicht um so länger geworden, je kürzer die Wurst wurd; aber die Juncker haben mit heimlicher böser Lust dem zugesehen und den Herrn von Lawen mit gutem Trost und Zuspruch ermuntert.
Vorlage S. 381
27
Es war die Wurst um eine Säule gelegt, und vier Tage lang hat sich der Herr Hilmar um gemeldte Säule fort und fort herumgefressen, und am dritten Tag schon ist ein Eilbot an den ehrbaren Rath zu Braunschweig um einen Schilderer abgesendet, dass er den Juncker mit dem letzten Zipfel der Wurst zum ewigen Gedächtnuß abconterfeie. Am vierten Tag musste der Herzog richtig mit saurer Miene alle Drommeter und Heerpauker dem Herrn Hilmar zu Ehren posaunen und pauken lassen, und die Ritterschaft hat den Juncker mit Triumph auf den Schultern in sein Quartier getragen und ihn auf das Stroh gelegt zum Verdauen. Der Liegnitzer und Der von Schweinichen sind am folgenden Tage abgezogen, nachdem sie den Wirt kahl genug gemacht; allein Der von Lawen lag acht Tage und grunzte im Schlaf, und sein Knecht Zwiebrecht Affen pflegte ihn lieblich. Der Liegnitzer und Der von Schweinichen ritten zu Herzogen Heinz von Dannenberg auf das nämbliche Spiel, aber mein gnädiger Juncker Hilmar kam auf einem bekränzten Leiterwagen mit Geschnarrch und im tiefsten Schlaf auf dem Lawenhofe an, und hätt der getreue Knecht Zwiebrecht der Frauen nicht verzählet, was der Gestrenge ausgeführet und zu ewigem Ruhm des Hauses Lawen ausgefressen, mein gestrenger Juncker selber hätt wenig darvon sagen können.«
Vorlage S. 382

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »verachten, ich erkundige mich nach den nächstgelegenen Merkwürdigkeiten des Munizipiums; natürlich reservatis …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Ich bin der Totengräber der Stadt, und da des Herrn Forstschreibers Grab fertig und parat steht und der Herr […] erst um vier Uhr bei mir arrivieren wird, so langt, wie gesagt, die Zeit für den Postwagen und item für des Herrn Forstschreibers Leichenkondukt.««

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »deshalb« in diesem Textausschnitt? »eine kleine, kurze schwarze Pfeife rauchte und deshalb von den Fliegen mit hohem Widerwillen vermieden wurde, mich melancholisch ansah und leise und scheu sagte: »Wir haben noch einen Schüdderump«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

5. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »lustigen Sommer über drauf hängen, zog mit auf die Falken- und Schweinsjagd und setzte, falls sich Dinte, Pergament und späterhin Papier fand, zum Dank für gut Futter und Losament die Familienchronik fort« B: »Und der heitere Bursche zog den Karren herum, schlug einen Riegel weg, und die abscheuliche Maschine tat einen Ruck und kippte über und schüttete eine imaginäre Last von Pestleichen in die Grube.« C: »Wenn der Herr den sehen will, so ist er willkommen dazu; und die Zeit langt auch, und ich will, mit Respekt zu sagen, den Herrn hinführen.««

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Sie brauten und brauen ein nicht zu verachtendes Bier, und …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »»Anno domini 1578 war Hilmar Juncker zu Krodbke und auf dem Lawenhofe, mit dem hat sich ein […] zugetragen und hat es eine merkwürdige Ehr und weitruchbar Gloriam auf ihme gebracht.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »nachdem« in diesem Textausschnitt? »Nämlich nachdem dem Liegnitzer und Dem von Schweinichen Pulver und Geschütz, Bley und Kostbarkeiten aller Art gezeiget worden sind, hat ihnen Herr Julius den Mund zum Beschluß am wässerigsten machen wollen; da sie doch ja nur auf einer Bettelfahrt da waren.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Allein wiederumb der Schanden halber, und weilen die Ritterschaft mit Heimtücke zugestachelt …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Ich eröffne dieses Buch recht passend mit einer kleinen Reiseerinnerung und durch dieselbe mit einer Erklärung und Rechtfertigung des Titels, um nicht späterhin, d.h. im Laufe der Erzählung, allzuoft über […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Fasse diese Textstelle in eigenen Worten zusammen: »»Und jedermann muss sagen, dass er eine große Merkwürdigkeit ist und für jedes Mausoleum eine große Ehre wäre!«« Was ist für ihr Verständnis besonders wichtig?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Gib die zentrale Aussage oder Situation wieder, ohne etwas hinzuzuerfinden.
  • Nenne eine Einzelheit aus der Passage, auf die sich deine Zusammenfassung stützt.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] einem hellen, lustigen norddeutschen Städtchen, dessen Namen ich deshalb verschweige, um nicht den Neid und die Eifersucht anderer Gemeinwesen zu erregen, angekommen, hatte zu Mittag gegessen und zwei bis drei Stunden zur vollkommen freien […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] und der Kirchenrat und am allermeisten die hochlöbliche Bürgerschaft fürchteten sich allzusehr vor ihm, und so blieb's, wie's war, und unsereiner hatte die Plackerei davon. Ein gut Stück Arbeit hätt er uns gespart. Will der Herr vielleicht […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Macht oder Abhängigkeit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Affen gen Mitternacht gezogen zu des Herzogen Julii Hoflager. Nun haben Fürstliche Gnaden wohl zu solchem Zusammenfluß ein wenig scheel gesehen, denn Sie waren ein gar genauer Herr und den Conviviis und Poculationes wenig ergeben, und mit […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Prüfe, ob es in dieser Passage um Beziehungen zwischen Figuren geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] und späterhin Papier fand, zum Dank für gut Futter und Losament die Familienchronik fort.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

7. Vergleiche diese beiden Stellen: »»Und jedermann muss sagen, dass er eine große Merkwürdigkeit ist und für jedes Mausoleum eine große Ehre wäre!«« und »An einem dieser Wasserläufe, inmitten der letzten Hügelreihen des berühmten Gebirges, liegt das Dorf Krodebeck und dicht daneben […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

8. Am Abschnittsende steht: »Es war die Wurst um eine Säule gelegt, und vier Tage lang hat sich der Herr Hilmar um gemeldte Säule fort und fort herumgefressen, und am dritten Tag schon ist ein Eilbot an den ehrbaren Rath zu Braunschweig […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

9. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Ich eröffne dieses Buch recht passend mit einer kleinen Reiseerinnerung und durch dieselbe mit einer […]« / »Es war die Wurst um eine Säule gelegt, und vier Tage lang hat sich der Herr Hilmar um gemeldte Säule fort und […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Ich eröffne dieses Buch recht passend mit einer kleinen Reiseerinnerung und durch dieselbe mit einer Erklärung und Rechtfertigung des Titels, um nicht späterhin, d.h. im Laufe der Erzählung, allzuoft über diesen Titel zu stolpern oder mit Vergleichen, Folgerungen und Nutzanwendungen an demselben hängenzubleiben.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
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Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »zu überspringen sei, um die Heimat, den lustigen Festplatz, zu erreichen«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
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Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »tiefsten Schlaf auf dem Lawenhofe an, und hätt der getreue Knecht Zwiebrecht der Frauen nicht verzählet, was der Gestrenge ausgeführet und zu ewigem Ruhm des Hauses Lawen ausgefressen, mein gestrenger Juncker selber hätt wenig darvon sagen können«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Der Schüdderump von Raabe, Wilhelm ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Der Schüdderump

Wilhelm Raabe: Ausgewählte Werke in sechs Bänden. Herausgegeben von Peter Goldammer und Helmut Richter, Berlin und Weimar: Aufbau, 1964–1966. Raabe, Wilhelm 374- Berlin und Weimar

Das Werk Der Schüdderump von Raabe, Wilhelm ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

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Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.