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Toleranzen Passungen und Geometrie – Eine Passungsentscheidung begründen

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Toleranzen Passungen und Geometrie – Eine Passungsentscheidung begründen

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Toleranzen Passungen und Geometrie – Eine Passungsentscheidung begründen


Einleitung

Du arbeitest an einem Ausbildungsfall aus der Metalltechnik: Eine Wechselnabe soll auf einer Welle mit Nennmaß Ø20 mm sicher zentriert werden, sich ohne Presse oder Erwärmen montieren lassen und bei Wartung wieder zerstörungsfrei abnehmbar sein. Das Drehmoment wird im Fallbeispiel über eine separate Passfeder übertragen. Deine Aufgabe ist nicht nur, eine Passung zu nennen, sondern sie mit Funktion, Montage, Demontage, Geometrie, Prüfbarkeit und Kosten zu begründen.

Sicherheitsgrenze: Dieser Lernkurs erteilt keine Arbeitsfreigabe. Praktische Werkstattarbeiten dürfen nur nach arbeitsplatz- und maschinenspezifischer Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, geltender Betriebsanweisung und mit zuständiger Aufsicht durchgeführt werden.

Zielgruppe Lernziel Lernweg
Ausbildung in Metalltechnik, Zerspanung, Mechatronik oder Konstruktion Eine Passungsentscheidung fachlich begründen und Messwerte bewerten kurze Lerneinheiten → Ausbildungsfall → gestufte Hilfen → Basis, Anwendung, Transfer

Diagramm: Nennmaß, Grenzabmaße und Toleranzfelder. Die Datei ist gemeinfrei; Rechtecheck siehe unten.

Videoimpuls von Andreas Höfler: Grundlagen der Tolerierung, Abmaße und Passungen. Einbettung über YouTube; keine OER-Lizenz wird behauptet.


Ausbildungsfall: Wechselnabe auf Ø20-Welle

Anforderung Entscheidungskriterium
Funktion Nabe zentrieren; Drehmomentübertragung erfolgt separat über die Passfeder.
Montage ohne Pressen oder Erwärmen; reproduzierbar fügbar.
Demontage bei Wartung zerstörungsfrei lösbar.
Geometrie ein gutes Durchmessermaß allein darf Rundlauf- oder Achsfehler nicht verdecken.
Kosten nur so genau fertigen und prüfen, wie die Funktion es verlangt.

Leitfrage: Welche Passung erfüllt die Anforderungen mit ausreichender Reserve, ohne unnötigen Fertigungs- und Prüfaufwand?


Kurzeinheit 1: Toleranz lesen

Eine Toleranz beschreibt den zulässigen Bereich eines Merkmals. Für Maße gilt: Toleranz = Höchstmaß − Mindestmaß. Beim ISO-System kennzeichnet der Buchstabe die Lage des Toleranzfeldes; die Zahl kennzeichnet den Toleranzgrad.

Für den Nennmaßbereich über 18 bis 30 mm liefert das Fallbeispiel:

Merkmal Grenzmaße Toleranzbreite
Ø20 H7 Bohrung 20,000 bis 20,021 mm 0,021 mm
Ø20 g6 Welle 19,980 bis 19,993 mm 0,013 mm

Merksatz: Nicht ein einzelnes Sollmaß entscheidet, sondern der gesamte zulässige Bereich.


Kurzeinheit 2: Drei Passungsarten

Passung beschreibt die maßliche Beziehung zweier zu fügender Teile.

Passungsart Kennzeichen Typische Folge
Spielpassung Bohrung ist im ungünstigsten Fall noch größer als die Welle Fügen und Lösen werden erleichtert
Übergangspassung je nach Istmaßen entsteht Spiel oder Übermaß Montageverhalten ist nicht allein aus dem Nennmaß sicher
Übermaßpassung Welle ist im ungünstigsten Fall größer als die Bohrung Füge- und Demontagekräfte steigen


Kurzeinheit 3: Ø20-Passung rechnen und begründen

Für Ø20 H7/g6:

Mindestspiel = 20,000 mm − 19,993 mm = 0,007 mm

Höchstspiel = 20,021 mm − 19,980 mm = 0,041 mm

Damit bleibt im gesamten zulässigen Maßbereich ein positives diametrales Spiel von 7 bis 41 µm.

Kandidat bei Ø20 Grenzfall Bewertung für den Ausbildungsfall
H7/g6 Spiel 0,007 bis 0,041 mm passt: positive Fügereserve und geringe Spielspanne
H7/h6 Spiel 0 bis 0,034 mm möglich, aber ohne garantierte positive Spielreserve im Grenzfall
H7/k6 bis 0,019 mm Spiel oder bis 0,015 mm Übermaß nicht passend, wenn Handmontage sicher verlangt ist
H7/p6 Übermaß 0,001 bis 0,035 mm widerspricht der geforderten einfachen Demontage

Entscheidung im Lernfall: Ø20 H7/g6. Die Begründung gilt für genau die genannten Randbedingungen. Reale Konstruktionen müssen zusätzlich Belastung, Drehzahl, Werkstoff, Temperatur, Beschichtung, Schmierung, Passungslänge, Oberfläche und Prozessfähigkeit berücksichtigen.


Kurzeinheit 4: Geometrie mitdenken

Eine Maßpassung begrenzt den Durchmesser, aber nicht automatisch alle Form-, Richtungs-, Orts- oder Lauffehler. Geometrische Tolerierung wird funktionsbezogen ergänzt, wenn sie erforderlich ist.

Messuhr als Beispiel für eine Laufprüfung; CC BY-SA 4.0.

Anwendung von Form- und Lagetoleranzen, ausdrücklich mit Ausbildungsbezug für Zerspanungsmechanik.

Merkmal Frage an die Funktion Mögliche Prüfung
Durchmesser Passt die Nabe maßlich auf die Welle? geeignetes Längenmessgerät
Rundheit Ist ein Querschnitt hinreichend rund? geeignetes Formmessverfahren
Zylindrizität Ist die gesamte Mantelfläche hinreichend zylindrisch? Formmessgerät oder geeignete Koordinatenmessung
Rundlauf Läuft eine Fläche bezogen auf eine Achse ausreichend ruhig? geeigneter Aufbau mit Messuhr

Didaktische Projektvorgabe, keine allgemeine Normvorgabe: Für den Lernfall wird zusätzlich ein zulässiger Rundlauf von 0,030 mm zur Bezugsachse A festgelegt. Damit kannst Du erkennen: Ein maßlich gutes Teil kann geometrisch trotzdem NIO sein.

Oberflächenprofil als Lernbild; CC0. Rauheit, Grat, Beschichtung und Verschmutzung können das reale Fügeverhalten beeinflussen.


Kurzeinheit 5: Messen statt raten

Nonius-Messschieber; CC BY-SA 3.0 / CC BY 2.5 / GFDL. Das Bild zeigt 0,05-mm-Ableseschritte und macht den Unterschied zur 0,013-mm-Wellentoleranz sichtbar.

Bügelmessschraube; CC BY-SA 4.0.

Messwertansicht in Werkstattumgebung; CC BY 2.0.

Koordinatenmessmaschine als Beispiel für komplexere Geometrieprüfung; CC BY-SA 3.0.

Prüfaufgabe Auswahlprinzip
g6-Wellenmaß mit 0,013 mm Toleranzbreite kalibriertes, ausreichend messfähiges Außenmesssystem; eine geeignete Bügelmessschraube ist ein typisches Beispiel
H7-Bohrung geeignetes Innenmesssystem mit nachgewiesener Messfähigkeit
Rundlauf Bezug korrekt herstellen und geeignetes Laufmessverfahren verwenden
komplexe Geometrie bei Bedarf Form- oder Koordinatenmesssystem

Wichtig: Anzeigeauflösung ist nicht gleich Messunsicherheit. Das Prüfmittel muss zur Toleranz, zum Messbereich, zum Werkstück und zum betrieblichen Prüfplan passen. Für geometrische Produktspezifikation und Verifikation gilt nach ISO 1 die Standardreferenztemperatur 20 °C.


Messwertansicht: OK oder NIO?

Die folgenden Werte sind didaktische Beispieldaten, keine realen Produktionsmessungen.

ID Merkmal Messwert Grenze Bewertung
B1 Bohrung H7 20,006 mm 20,000 bis 20,021 mm OK
B2 Bohrung H7 20,018 mm 20,000 bis 20,021 mm OK
B3 Bohrung H7 19,998 mm 20,000 bis 20,021 mm NIO
W1 Welle g6 19,991 mm 19,980 bis 19,993 mm OK
W2 Welle g6 19,984 mm 19,980 bis 19,993 mm OK
W3 Welle g6 19,994 mm 19,980 bis 19,993 mm NIO
R1 Rundlauf 0,018 mm maximal 0,030 mm OK
R2 Rundlauf 0,034 mm maximal 0,030 mm NIO

Paar B2/W1: 20,018 − 19,991 = 0,027 mm Istspiel. Beide Maße sind OK und das Paar liegt im erwarteten Spielbereich.


Kurzeinheit 6: Werkstoff, Oberfläche und Fertigung

Stahlstangen als Werkstoffbild; CC BY-SA 3.0.

Ferritisch-perlitisches Gefüge eines unlegierten Stahls mit 0,35 % Kohlenstoff; CC BY-SA 4.0. Das Bild dient nur der Werkstoffeinordnung und ist kein Werkstoffzeugnis für den Ausbildungsfall.

Reibahle als schematisches Beispiel eines Feinbearbeitungswerkzeugs; Public Domain. Der Kurs gibt keine Bearbeitungsanweisung.

Die Passung ist nur ein Teil der Funktionskette. Werkstoffzustand, Wärmeausdehnung, Oberfläche, Beschichtung, Grat und Fertigungsprozess können Montage und Messung beeinflussen. Deshalb wird eine Passungsentscheidung nicht isoliert aus einer Tabelle übernommen.


Kurzeinheit 7: Kosten mitbegründen

Enge Toleranzen können präzisere Prozesse, mehr Prüfung, Nacharbeit oder Ausschuss verursachen. Zu große Toleranzen können dagegen Funktion, Austauschbarkeit und Montage gefährden. Die wirtschaftliche Regel lautet deshalb: so eng wie funktional nötig, nicht so eng wie technisch möglich.

Entscheidung Mögliche Kostenwirkung
unnötig enge Maßtoleranz höherer Fertigungs- und Prüfaufwand
unnötig stramme Passung mehr Montage- und Demontageaufwand
zu großes Spiel Funktionsrisiko, Geräusch, Verschleiß oder unzureichende Zentrierung möglich
gezielte Geometrietoleranz Funktionsmerkmal direkt begrenzen, statt jedes Maß pauschal enger zu machen

Für den Lernfall ist H7/g6 eine plausible Balance: garantierte positive Fügereserve, kleine Spielspanne und keine absichtlich erzeugte Presswirkung. Eine reale Freigabe verlangt jedoch die konkrete Funktions- und Kostenrechnung des Betriebs.


Gestufte Hilfen zur Passungsentscheidung

Stufe Hilfe
Hilfe 1 Formuliere zuerst die Funktion: zentrieren, von Hand fügen, später lösen.
Hilfe 2 Übersetze Montage und Demontage in eine Forderung an das Spiel: positive Fügereserve ist erwünscht.
Hilfe 3 Vergleiche nicht nur Passungsnamen, sondern Mindest- und Höchstspiel bzw. Übermaß.
Hilfe 4 Prüfe danach Geometrie und Oberfläche getrennt vom Durchmesser.
Hilfe 5 Begründe zuletzt die Kosten: Welche Genauigkeit ist nötig, welche nur „nice to have“?


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback

Basisaufgabe: Begründe in einem Satz, warum Ø20 H7/g6 im Lernfall eine Spielpassung ist.

Begründetes Feedback: Richtig ist eine Begründung über die Grenzmaße: Selbst die kleinste zulässige Bohrung 20,000 mm ist größer als die größte zulässige Welle 19,993 mm. Deshalb bleiben mindestens 0,007 mm Spiel.

Anwendungsaufgabe: Berechne das Istspiel für B2 = 20,018 mm und W1 = 19,991 mm und entscheide, ob beide Einzelmaße zulässig sind.

Begründetes Feedback: 20,018 − 19,991 = 0,027 mm. B2 und W1 liegen jeweils in ihren Grenzmaßen; auch das resultierende Spiel liegt zwischen 0,007 und 0,041 mm.

Transferaufgabe: Eine Nabe und eine Welle sind maßlich OK, aber der gemessene Rundlauf beträgt 0,034 mm. Darf das Paar nach der didaktischen Projektvorgabe freigegeben werden?

Begründetes Feedback: Nein. Die Maßpassung ist nicht die Rundlauftoleranz. 0,034 mm überschreitet die Projektgrenze von 0,030 mm. Eine strammere Passung ersetzt keine geometrische Prüfung.


Sicherheit: Werkstattgrenze

Der Kurs erklärt technische Entscheidungen, aber keine Maschine, keinen Messplatz und keinen Fertigungsauftrag frei. Vor praktischen Arbeiten müssen die betrieblichen Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören insbesondere Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, Unterweisung vor Tätigkeitsaufnahme und zuständige Aufsicht. Bei Drehmaschinen nennt die BGHM unter anderem Einzug, wegfliegende Teile, Späne, Lärm und Kühlschmierstoffe als Gefährdungen.


Fachliche Quellen und Medienrechte

Stand des Quellen- und Rechtechecks: 04.10.2026. Normtexte sind urheberrechtlich geschützt. Dieser Kurs paraphrasiert Grundlagen und nutzt nur ein enges Rechenbeispiel; er ersetzt keine Normenbeschaffung und keine betriebliche Konstruktionsfreigabe.

Fachquelle Geprüfter Bezug
ISO 286-1:2010 ISO-Toleranzsystem, Grundbegriffe, Abmaße und Passungen; 2026 als aktuell bestätigt
ISO 286-2:2010 Grenzabmaße für Toleranzklassen von Bohrungen und Wellen
DIN EN ISO 286-1:2019-09 deutsche aktuelle Ausgabe zu Grundlagen von Toleranzen, Abmaßen und Passungen
DIN EN ISO 1101:2017-09 geometrische Tolerierung von Form, Richtung, Ort und Lauf
DIN EN ISO 1:2022-10 Standardreferenztemperatur 20 °C
BGHM Arbeitsschutz Kompakt 078 Gefährdungen, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Unterweisung an Drehmaschinen
TU Darmstadt: Auswahl und Berechnung von Passungen funktionsbezogene Passungsauswahl; H7/g6 als enger Laufsitz mit geringem Spiel
Wikipedia: Passung Überblick zu Spiel-, Übergangs- und Übermaßpassungen
Wikipedia: Form- und Lagetoleranz Überblick zu geometrischen Toleranzen
FAU University Press: Tolerance-Cost Optimization Zielkonflikt zwischen Funktion, Variation und Fertigungskosten
Verwendetes Medium Rechteangabe laut Quellseite Quelle
Mechanical Tolerance Definitions.svg Public Domain Wikimedia Commons
Vernier caliper.svg CC BY-SA 3.0 / CC BY 2.5 / GFDL Wikimedia Commons
Micrometer screw gauge.jpg CC BY-SA 4.0 Wikimedia Commons
Dial Indicator in Use.jpg CC BY-SA 4.0 Wikimedia Commons
Surface roughness.svg CC0 1.0 Wikimedia Commons
C35 ferrit perlit.jpg CC BY-SA 4.0 Wikimedia Commons
StahlstangenW.jpg CC BY-SA 3.0 Wikimedia Commons
Reamer 3 (PSF).png Public Domain Wikimedia Commons
9.12.17 Coordinate measuring machine.png CC BY-SA 3.0 Wikimedia Commons
Digital display shows measurement tools in a workshop setting.jpg CC BY 2.0 Wikimedia Commons

YouTube-Hinweis: Die eingebetteten Videos bleiben bei YouTube und den jeweiligen Rechteinhabern. Es wird keine freie Lizenz behauptet. Als frei lizenzierte Alternative steht das TIB-AV-Video „Toleranzen und Passungen leicht – Form- und Lagetoleranzen 3“ der TU Dortmund / ORCA.nrw unter CC BY 4.0 bereit.

Vertiefung: Form- und Lagetoleranzen – Grundlagen, CreoDeutsch.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Passungsart liegt beim Lernfall Ø20 H7/g6 vor? (Spielpassung) (!Übergangspassung) (!Übermaßpassung) (!Formtoleranz)




Wie groß ist das Mindestmaß der Ø20-H7-Bohrung im Lernfall? (20,000 mm) (!19,980 mm) (!19,993 mm) (!20,041 mm)




Wie groß ist das Höchstmaß der Ø20-g6-Welle im Lernfall? (19,993 mm) (!20,021 mm) (!20,000 mm) (!19,980 µm)




Wie groß ist das Mindestspiel von Ø20 H7/g6? (0,007 mm) (!0,013 mm) (!0,021 mm) (!0,041 mm)




Wie groß ist das Höchstspiel von Ø20 H7/g6? (0,041 mm) (!0,007 mm) (!0,021 mm) (!0,013 mm)




Warum ist H7/k6 ungeeignet, wenn sichere Handmontage ohne Presswirkung gefordert ist? (Weil je nach Istmaß ein Übermaß entstehen kann) (!Weil H7/k6 immer mindestens 0,041 mm Spiel hat) (!Weil k6 eine Bohrungstoleranz ist) (!Weil H7/k6 keine geometrischen Maße enthält)




Was garantiert eine korrekte Durchmesserpassung allein nicht? (Einen zulässigen Rundlauf) (!Ein Nennmaß) (!Grenzmaße für Bohrung und Welle) (!Die Zuordnung von Innen- und Außenmaß)




Welches Prüfprinzip ist für eine g6-Welle mit nur 0,013 mm Toleranzbreite sinnvoll? (Ein kalibriertes ausreichend messfähiges Außenmesssystem) (!Ein beliebiger Messschieber unabhängig von seiner Messunsicherheit) (!Eine reine Sichtprüfung) (!Eine Schätzung durch Probemontage)




Welche Standardreferenztemperatur gilt für geometrische Produktspezifikation und Verifikation nach ISO 1? (20 °C) (!0 °C) (!25 °C) (!100 °C)




Welche Aussage trifft die wirtschaftliche Toleranzwahl am besten? (So eng wie funktional nötig und nicht enger) (!Immer die kleinste technisch herstellbare Toleranz wählen) (!Nur den Werkzeugpreis betrachten) (!Geometrie nie getrennt vom Durchmesser prüfen)





Memory

H7 Toleranzfeld einer Bohrung
g6 Toleranzfeld einer Welle
Spielpassung stets positive Fügereserve im Lernfall
Übergangspassung Spiel oder Übermaß je nach Istmaßen
Rundlauf geometrische Abweichung bei Drehbezug
Messschraube präzise Außenmessung
Referenztemperatur zwanzig Grad Celsius





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Funktion Zentrierung
Montage positive Fügereserve
Demontage lösbare Verbindung
Geometrie Rundlaufprüfung
Kosten funktionsgerechte Genauigkeit





Kreuzworträtsel

Toleranz Wie heißt der zulässige Bereich zwischen Grenzwerten?
Passung Wie heißt die maßliche Beziehung zweier zu fügender Teile?
Spiel Was bleibt bei H7/g6 im gesamten zulässigen Bereich positiv?
Bohrung Welches Innenmerkmal trägt im Lernfall das Toleranzfeld H7?
Messschraube Welches typische Präzisionsmessgerät eignet sich für Außenmaße?
Rundlauf Welche geometrische Größe wird im Lernfall zusätzlich zum Durchmesser geprüft?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bei einer sicheren Spielpassung bleibt das Fügespiel im gesamten zulässigen Maßbereich

.
Die Ø20-H7-Bohrung beginnt im Lernfall bei

.
Die Ø20-g6-Welle endet im Lernfall bei höchstens

.
Das Mindestspiel von H7/g6 beträgt

.
Das Höchstspiel von H7/g6 beträgt

.
Eine Maßpassung begrenzt nicht automatisch den

.
Für die geometrische Produktspezifikation gilt als Standardreferenztemperatur

.
Eine reine Anzeigeauflösung ersetzt nicht die Bewertung der

.
Unnötig enge Toleranzen können die

erhöhen.
Praktische Werkstattarbeit erfordert vor Tätigkeitsaufnahme eine passende

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Toleranzfeld markieren: Zeichne für Ø20 H7 und g6 zwei vereinfachte Toleranzfelder und markiere Mindest- und Höchstmaß.
  2. Passungsarten sortieren: Erstelle drei Karten zu Spiel-, Übergangs- und Übermaßpassung und ergänze jeweils eine Montagefolge.
  3. Messwerte prüfen: Bewerte B1, B2, B3, W1, W2 und W3 aus der Messwertansicht und begründe jede NIO-Entscheidung mit dem Grenzwert.
  4. Medienrechte prüfen: Wähle zwei eingebettete Commons-Dateien und kontrolliere auf der Dateiseite Urheber, Lizenz und Namensnennung.


Standard

  1. Passungsrechnung: Leite Mindest- und Höchstspiel von Ø20 H7/g6 vollständig aus den Grenzmaßen her.
  2. Prüfplan erstellen: Plane für Durchmesser und Rundlauf je ein geeignetes Prüfprinzip und begründe, warum Auflösung allein nicht genügt.
  3. Alternativen vergleichen: Vergleiche H7/g6 und H7/h6 hinsichtlich Montage, Demontage, Zentrierung und möglicher Kostenfolgen.
  4. Werkstattgrenze dokumentieren: Formuliere gemeinsam mit der zuständigen Fachkraft eine Checkliste, welche Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Aufsicht vor einer praktischen Übung nachzuweisen sind. Führe keine Werkstattarbeit ohne Freigabe aus.


Schwer

  1. Anforderung ändern: Die Nabe soll künftig dauerhaft sitzen und nur selten demontiert werden. Entwickle eine neue Passungsstrategie und benenne die zusätzlichen Nachweise, ohne eigenständig eine Werkstattfreigabe abzuleiten.
  2. Kostenmatrix entwickeln: Stelle für drei Passungsalternativen qualitative Kostenrisiken aus Fertigung, Prüfung, Montage, Wartung und Ausschuss gegenüber.
  3. Geometriefehler analysieren: Erkläre, warum eine maßlich einwandfreie H7/g6-Paarung bei 0,034 mm Rundlauf trotzdem NIO sein kann, und entwirf eine geeignete Prüfentscheidung.
  4. Mini-Audit planen: Entwickle für den Ausbildungsfall einen Freigabe-Entscheidungsbaum aus Maß, Geometrie, Oberfläche, Messfähigkeit und Sicherheitsstatus. Lass ihn von einer zuständigen Fachkraft prüfen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Funktionskette: Eine Nabe ist leicht montierbar, läuft aber sichtbar unrund. Erkläre, welche Anforderungen die Maßpassung erfüllt und welche zusätzliche geometrische Anforderung verletzt sein könnte.
  2. Alternativenentscheidung: Ein Konstrukteur schlägt H7/k6 statt H7/g6 vor. Beurteile die Änderung ausschließlich aus der Forderung „sichere Handmontage und zerstörungsfreie Demontage“ und begründe mit Grenzfällen.
  3. Messstrategie: Ein Messgerät zeigt 0,001 mm Schritte an. Begründe, warum diese Anzeige allein noch keine Eignung für die g6-Prüfung beweist.
  4. Temperatureinfluss: Zwei Bauteile werden deutlich außerhalb der Referenztemperatur gemessen. Erkläre, warum die Temperatur für eine Passungsentscheidung relevant werden kann und welche Information vor einer Bewertung fehlt.
  5. Wirtschaftlichkeit: Ein Betrieb möchte alle Maße „zur Sicherheit“ enger tolerieren. Zeige zwei mögliche Mehrkosten und erkläre, warum funktionsbezogene Geometrietoleranzen eine bessere Lösung sein können.
  6. Freigabeentscheidung: Entwirf eine kurze Reihenfolge für die Entscheidung „OK/NIO“, die Maß, Geometrie, Messfähigkeit und Sicherheitsfreigabe logisch trennt.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. Grenzmaße und Toleranzbreite aus einer Passungsangabe korrekt interpretierst.
  2. Mindestspiel und Höchstspiel berechnest und daraus die Passungsart ableitest.
  3. eine Passungsentscheidung mit Funktion, Montage, Demontage und Kosten begründest.
  4. Maß- und Geometrieanforderungen voneinander unterscheidest.
  5. ein Messprinzip passend zur Toleranz und Messaufgabe auswählst und die Messunsicherheit mitdenkst.
  6. die Werkstattgrenze beachtest und keine praktische Tätigkeit ohne Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht als freigegeben ansiehst.




OERs zum Thema

TIB AV-Portal: „Toleranzen und Passungen mittel – ISO-Toleranzen und Passungen 2“ – TU Dortmund / ORCA.nrw, CC BY 4.0.

TIB AV-Portal: „Toleranzen und Passungen leicht – Form- und Lagetoleranzen 3“ – TU Dortmund / ORCA.nrw, CC BY 4.0.

Wikipedia: Toleranz (Technik) und Wikipedia: Form- und Lagetoleranz ergänzen die Grundlagen.



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