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AES - Entscheidungskriterien transparent gewichten

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AES - Entscheidungskriterien transparent gewichten

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AES – Entscheidungskriterien transparent gewichten

Eine ausgeglichene Balkenwaage als Symbol dafür, verschiedene Entscheidungskriterien bewusst gegeneinander abzuwägen.

Mediennachweis: „Balance scale.svg“, Autor Phlsph7, 23.01.2024, Wikimedia Commons, Lizenz CC0 1.0. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Balance_scale.svg. Alternativtext steht direkt am Bild. Die Waage ist hier nur ein Symbol für Abwägung; sie stellt keine bestimmte Bewertungsmethode dar.


Einleitung

Im Fach Alltagskultur, Ernährung, Soziales (AES) triffst Du viele Entscheidungen: Welches Produkt passt zu meinem Bedarf? Ist ein niedriger Preis wichtiger als lange Nutzbarkeit? Wie wichtig ist es, dass etwas repariert werden kann? Solche Fragen haben nicht immer nur eine einzige „richtige“ Antwort. Eine Entscheidung kann aber nachvollziehbar, überprüfbar und begründet sein.

In diesem Lernkurs lernst Du eine einfache Form der gewichteten Entscheidungstabelle kennen. Dabei trennst Du drei Schritte:

Schritt Leitfrage Beispiel
Beobachtung Was steht im Material oder lässt sich unmittelbar feststellen? „Produkt B kostet 42 Euro.“
Regelanwendung Welche vorher festgelegte Regel übersetzt die Beobachtung in Punkte? „36 bis 50 Euro ergeben 3 Punkte.“
Bewertung Welches Kriterium ist mir oder der Gruppe wie wichtig, und welche Wahl folgt daraus? „Nutzbarkeit zählt 50 Prozent, deshalb gewinnt Produkt A.“

Diese Trennung ist wichtig: Ein Preis ist zunächst eine Beobachtung. Ob Du ihn als „günstig“ bewertest, hängt von einer vorher festgelegten Regel oder von Deinem Budget ab. Auch die Gewichtung ist keine Naturtatsache, sondern eine offengelegte Priorität.

Der Bildungsplan Baden-Württemberg für AES betont verantwortungsbewusstes Entscheiden im Alltag, Verbraucherbildung, Qualitätsorientierung und die Reflexion von Konsumentscheidungen. Die hier verwendete Punktetabelle ist jedoch ein didaktisches Modell dieses Kurses und keine amtlich vorgeschriebene Bewertungsform.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du Beobachtungen von Bewertungen unterscheiden, Kriterien verständlich beschreiben, Gewichte so festlegen, dass ihre Summe 100 Prozent ergibt, Punkte nach einer bekannten Regel vergeben, einen gewichteten Gesamtwert berechnen und erklären, warum andere Prioritäten zu einer anderen begründbaren Wahl führen können. Du kannst außerdem die Grenzen einer solchen Tabelle benennen.


Drei Entscheidungskriterien

In diesem Kurs arbeiten wir zunächst mit Nutzbarkeit, Kosten und Reparatur. Diese drei Kriterien reichen nicht für jede reale Kaufentscheidung aus. Je nach Produkt können zum Beispiel Sicherheit, Haltbarkeit, Umweltwirkungen, soziale Bedingungen oder Barrierefreiheit zusätzlich wichtig sein.

Nutzbarkeit fragt: Erfüllt ein Gegenstand die Anforderungen, für die Du ihn brauchst? Bei einem Schulrucksack könnten passende Fächer, Tragekomfort und Wetterschutz dazugehören.

Kosten fragen: Wie hoch ist der Preis im Verhältnis zum verfügbaren Budget? Ein niedriger Preis ist nicht automatisch die beste Wahl, aber ein begrenztes Budget kann das Kriterium sehr wichtig machen.

Reparatur fragt: Wie gut lässt sich ein Gegenstand erhalten oder wieder nutzbar machen? Hinweise können austauschbare Teile, zugängliche Verbindungen, verfügbare Ersatzteile oder Reparaturinformationen sein. Das Umweltbundesamt empfiehlt bei Neuanschaffungen, auf Langlebigkeit und Reparierbarkeit zu achten. Für bestimmte Elektrogeräte existieren außerdem gesetzliche Reparierbarkeitsanforderungen. Diese gesetzlichen Regeln gelten aber nicht automatisch für jedes Produkt.

Sechs kleine Präzisionsschraubendreher in einer Halterung als Beispiel für Werkzeuge, die bei manchen Reparaturen eingesetzt werden.

Mediennachweis: „Jeweler's-screwdriver-set-bright.jpg“, Bearbeitung durch Iainf, 30.07.2006, Wikimedia Commons, gemeinfrei. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jeweler%27s-screwdriver-set-bright.jpg. Das Bild zeigt nur Werkzeuge und beweist nicht, dass ein bestimmtes Produkt damit sicher repariert werden kann.

Sicherheit: In diesem Kurs werden keine gefährlichen Reparaturversuche durchgeführt. Öffne keine Netzspannungsgeräte, Akkus oder andere Gegenstände, bei denen Verletzungs-, Brand- oder Stromschlaggefahr bestehen kann. Für die Aufgaben reichen Datenblätter, Bilder und Modellangaben.


Ein einfaches Bewertungsmodell

Wir verwenden eine Punkteskala von 1, 3 oder 5 Punkten.

Kriterium 5 Punkte 3 Punkte 1 Punkt
Nutzbarkeit drei von drei Anforderungen erfüllt zwei von drei Anforderungen erfüllt höchstens eine von drei Anforderungen erfüllt
Kosten höchstens 35 Euro 36 bis 50 Euro mehr als 50 Euro
Reparatur drei von drei Reparaturmerkmalen erfüllt zwei von drei Reparaturmerkmalen erfüllt höchstens ein Reparaturmerkmal erfüllt

Wichtig: Die Schwellenwerte sind für das folgende Unterrichtsbeispiel erfunden. In einer realen Entscheidung musst Du passende Regeln für das jeweilige Produkt und das vorhandene Budget festlegen.

Die Gewichte müssen zusammen 100 Prozent ergeben. Für eine erste Entscheidung setzen wir:

Kriterium Gewicht Begründung der Priorität
Nutzbarkeit 50 Prozent Der Gegenstand soll im Schulalltag zuverlässig passen.
Kosten 20 Prozent Der Preis ist wichtig, aber nicht das wichtigste Kriterium.
Reparatur 30 Prozent Der Gegenstand soll möglichst lange nutzbar bleiben.

Die Rechenregel lautet:

Gewichtete Punkte = Punktwert × Gewicht

Gesamtwert = Summe aller gewichteten Punkte

Da der höchste Punktwert 5 beträgt und alle Gewichte zusammen 100 ergeben, sind höchstens 500 gewichtete Punkte möglich. Für eine Darstellung von 0 bis 100 kannst Du den Gesamtwert durch 5 teilen.


Durchgerechnetes Modellbeispiel: Drei Schulrucksäcke

Die folgenden Produktdaten sind vollständig erfundene Unterrichtsdaten. Es werden keine Marken bewertet.

Merkmal Rucksack A Rucksack B Rucksack C
Preis 58 Euro 42 Euro 28 Euro
passende Fächer ja ja ja
gepolsterte Träger ja ja nein
Wetterschutz ja nein ja
austauschbare Schnallen ja ja nein
Reißverschluss zugänglich eingenäht ja ja nein
Ersatzteile oder passende Standardteile angegeben ja nein ja


Schritt 1: Beobachtung

Bei Rucksack A sehen wir: 58 Euro, drei von drei Nutzbarkeitsmerkmalen und drei von drei Reparaturmerkmalen.

Bei Rucksack B sehen wir: 42 Euro, zwei von drei Nutzbarkeitsmerkmalen und zwei von drei Reparaturmerkmalen.

Bei Rucksack C sehen wir: 28 Euro, zwei von drei Nutzbarkeitsmerkmalen und eines von drei Reparaturmerkmalen.

Noch wurde nicht entschieden, welcher Rucksack „gut“ oder „schlecht“ ist.


Schritt 2: Regelanwendung

Mit der vorher festgelegten Punktetabelle ergeben sich:

Produkt Nutzbarkeit Kosten Reparatur
A 5 Punkte 1 Punkt 5 Punkte
B 3 Punkte 3 Punkte 3 Punkte
C 3 Punkte 5 Punkte 1 Punkt


Schritt 3: Bewertung mit der ersten Priorität

Gewichte: Nutzbarkeit 50, Kosten 20, Reparatur 30.

Produkt Rechnung Nutzbarkeit Rechnung Kosten Rechnung Reparatur Gesamt Wert von 100
A 5 × 50 = 250 1 × 20 = 20 5 × 30 = 150 420 84
B 3 × 50 = 150 3 × 20 = 60 3 × 30 = 90 300 60
C 3 × 50 = 150 5 × 20 = 100 1 × 30 = 30 280 56

Modellentscheidung 1: Unter diesen Regeln und Prioritäten ist Rucksack A die begründete Wahl. Er ist am teuersten, gewinnt aber, weil Nutzbarkeit und Reparatur zusammen 80 Prozent des Gewichts ausmachen.

Das bedeutet nicht, dass Rucksack A „allgemein der beste“ ist. Es bedeutet nur: Mit genau diesen Daten, Regeln und Gewichten erreicht A den höchsten Modellwert.


Andere Priorität – andere begründbare Wahl

Nun ändert sich die Situation. Das Budget ist sehr knapp. Die neue Priorität lautet:

Kriterium Neues Gewicht
Nutzbarkeit 25 Prozent
Kosten 60 Prozent
Reparatur 15 Prozent

Die Punktwerte aus der Beobachtung ändern sich nicht. Nur die Prioritäten ändern sich.

Produkt Nutzbarkeit Kosten Reparatur Gesamt Wert von 100
A 5 × 25 = 125 1 × 60 = 60 5 × 15 = 75 260 52
B 3 × 25 = 75 3 × 60 = 180 3 × 15 = 45 300 60
C 3 × 25 = 75 5 × 60 = 300 1 × 15 = 15 390 78

Modellentscheidung 2: Mit der deutlich höheren Priorität für Kosten gewinnt Rucksack C. Diese Wahl ist ebenfalls begründbar, solange die Priorität vorher offengelegt wird und die gleichen Regeln für alle Produkte gelten.

Damit wird sichtbar: Eine transparente Entscheidungstabelle macht nicht alle Menschen gleich. Sie macht sichtbar, warum unterschiedliche Personen oder Gruppen zu unterschiedlichen Entscheidungen kommen können.


Klar gekennzeichnete Vertiefung: Sensitivität und Aussagegrenzen

Diese Vertiefung geht über die Grundlagen hinaus.

Sensitivität bedeutet: Wie empfindlich reagiert das Ergebnis auf Änderungen der Gewichte oder Punktwerte? Wenn zwei Produkte fast gleichauf liegen, kann schon eine kleine Änderung der Gewichtung die Reihenfolge ändern. Dann sollte die Entscheidung besonders vorsichtig begründet werden.

Eine gewichtete Tabelle kann außerdem nur berücksichtigen, was vorher als Kriterium aufgenommen wurde. Fehlt zum Beispiel ein wichtiges Sicherheitsmerkmal, kann ein hoher Gesamtwert trotzdem irreführend sein. Deshalb gilt:

Prüffrage Warum sie wichtig ist
Sind alle notwendigen Mindestanforderungen erfüllt? Ein Produkt, das eine zwingende Anforderung nicht erfüllt, sollte nicht durch andere Pluspunkte „gerettet“ werden.
Sind die Beobachtungen überprüfbar? Werbeversprechen ohne Beleg sollten nicht wie gesicherte Daten behandelt werden.
Sind die Punktregeln vor der Bewertung festgelegt? Sonst könnten Regeln nachträglich so verändert werden, dass ein Wunschprodukt gewinnt.
Sind die Gewichte sichtbar und ergeben sie 100 Prozent? Nur dann ist erkennbar, welche Prioritäten das Ergebnis treiben.
Würde eine kleine Gewichtsänderung das Ergebnis umdrehen? Dann ist die Entscheidung weniger robust.

Bei Smartphones und Tablets gibt es seit dem 20.06.2025 auf dem EU-Energielabel unter anderem eine Reparierbarkeitsklasse. Das ist ein Beispiel dafür, dass Reparierbarkeit durch festgelegte Merkmale systematischer beschrieben werden kann. Diese Regelung gilt jedoch nur für bestimmte Produktgruppen und darf nicht einfach auf Rucksäcke, Kleidung oder andere Waren übertragen werden.


Reparatur als beobachtbares Kriterium

Bei der Reparierbarkeit helfen möglichst konkrete Fragen: Sind Teile austauschbar? Sind Verbindungen zugänglich? Gibt es Ersatzteile? Sind Reparaturinformationen verfügbar? Das Umweltbundesamt nennt unter anderem Ersatzteile, Reparaturinformationen und die Möglichkeit des Austauschs von Bauteilen als wichtige Rahmenbedingungen.

Mediennachweis: „Repair Café Nijmegen-Oost bestaat vijf jaar“, N1, veröffentlicht am 24.01.2017. Das Video wurde von Wikimedia Commons aus YouTube übernommen; Commons dokumentiert für die ursprüngliche Veröffentlichung die Lizenz CC BY 3.0 und eine Lizenzprüfung vom 07.02.2017. Quelle und Lizenznachweis: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Repair_Caf%C3%A9_Nijmegen-Oost_bestaat_vijf_jaar.webm. Alternativtext/Kurzfassung: Das Video zeigt ein Repair-Café in Nijmegen und Menschen, die versuchen, defekte Alltagsgeräte länger nutzbar zu machen. Der niederländische Ton ist für diesen Kurs nicht notwendig; beobachte vor allem die Idee gemeinschaftlicher Reparatur. Keine gezeigte Reparatur soll ohne Fachkenntnis nachgemacht werden.

Mediennachweis: „Op bezoek bij het Repair Café in Almelo“, AAVISIE, veröffentlicht am 12.04.2018. Wikimedia Commons dokumentiert die ursprüngliche YouTube-Veröffentlichung unter CC BY 3.0 und eine Lizenzprüfung vom 03.06.2018. Quelle und Lizenznachweis: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Op_bezoek_bij_het_Repair_Caf%C3%A9_in_Almelo.webm. Alternativtext/Kurzfassung: Das Video zeigt einen Besuch in einem Repair-Café in Almelo. Menschen bringen defekte Gegenstände mit und prüfen Reparaturmöglichkeiten. Der niederländische Ton ist nicht Voraussetzung für die Aufgabe. Keine elektrische Reparatur wird im Kurs praktisch durchgeführt.


Vier Kernaufgaben mit gestuften Hinweisen und Lösungen

Diese vier Aufgaben haben jeweils eine eindeutig prüfbare Lösung. Sie dienen der Selbstkontrolle und erzeugen keine automatische Note.


Kernaufgabe 1: Beobachtung oder Bewertung?

Material: „Rucksack B kostet 42 Euro.“

Welche Aussage ist eine reine Beobachtung?

A: Rucksack B ist günstig. B: Rucksack B kostet 42 Euro. C: Rucksack B ist die beste Wahl. D: Rucksack B ist sein Geld wert.

Hinweis 1: Suche die Aussage, die ohne persönliche Priorität direkt aus dem Material übernommen werden kann.

Hinweis 2: Wörter wie „günstig“, „beste“ oder „sein Geld wert“ enthalten bereits eine Bewertung.

Lösung: B. Der Preis von 42 Euro ist eine beobachtete Angabe. Ob dieser Preis günstig ist, hängt von einer Regel oder einem Budget ab.


Kernaufgabe 2: Regel anwenden

Material: Die Kostenregel lautet: bis 35 Euro = 5 Punkte, 36 bis 50 Euro = 3 Punkte, mehr als 50 Euro = 1 Punkt. Rucksack B kostet 42 Euro.

Wie viele Kostenpunkte erhält B?

A: 1 Punkt B: 2 Punkte C: 3 Punkte D: 5 Punkte

Hinweis 1: Ordne 42 Euro zuerst einem Preisbereich zu.

Hinweis 2: 42 liegt zwischen 36 und 50.

Lösung: C, 3 Punkte.


Kernaufgabe 3: Gewichteten Wert berechnen

Material: Produkt B erhält Nutzbarkeit 3 Punkte, Kosten 3 Punkte und Reparatur 3 Punkte. Gewichte: Nutzbarkeit 50, Kosten 20, Reparatur 30.

Welcher Gesamtwert entsteht?

A: 90 B: 180 C: 300 D: 500

Hinweis 1: Rechne für jedes Kriterium Punktwert × Gewicht.

Hinweis 2: 3×50 + 3×20 + 3×30.

Lösung: C, 300. Rechnung: 150 + 60 + 90 = 300. Das entspricht 60 von 100, wenn durch 5 geteilt wird.


Kernaufgabe 4: Priorität verändern

Material: Bei den Gewichten Nutzbarkeit 25, Kosten 60, Reparatur 15 ergeben sich die Gesamtwerte A = 260, B = 300, C = 390.

Welche Wahl folgt aus genau diesem Modell?

A: Produkt A B: Produkt B C: Produkt C D: Alle drei sind gleich

Hinweis 1: Suche den höchsten Gesamtwert.

Hinweis 2: Das Modell bevorzugt hier stark das Kostenkriterium.

Lösung: C, Produkt C. Es hat mit 390 den höchsten gewichteten Wert. Daraus folgt keine allgemeine Aussage, dass C immer besser ist.


Transferwerkstatt

Wähle für diese offene Werkstatt einen ungefährlichen Alltagsgegenstand, zum Beispiel Mäppchen, Trinkflasche, Brotdose, Rucksack oder Ordner. Nutze keine privaten Kaufdaten und keine persönlichen Konten. Ein externer KI-Dienst ist für die Aufgabe weder nötig noch vorgesehen.


Modell für Deine eigene Entscheidung

Arbeitsschritt Dein Eintrag
1. Bedarf Was muss der Gegenstand mindestens können?
2. Drei bis fünf Kriterien Welche Merkmale sind für die Entscheidung relevant?
3. Beobachtungsdaten Welche Daten lassen sich aus einem bereitgestellten Material oder einer Verpackungsangabe sicher entnehmen?
4. Punktregeln Wann gibt es 1, 3 oder 5 Punkte?
5. Gewichte Wie wichtig ist jedes Kriterium? Summe = 100 Prozent.
6. Rechnung Punktwert × Gewicht, danach Gesamtwerte vergleichen.
7. Begründung Welche Option gewinnt und warum?
8. Gegenprobe Ändert sich die Wahl bei einer plausiblen anderen Priorität?


Selbstprüfkriterien für die Transferwerkstatt

  1. Beobachtung: Ich habe Tatsachen aus dem Material von eigenen Wertungen getrennt.
  2. Bewertungsregel: Meine Punkte folgen vorher genannten und für alle Optionen gleichen Regeln.
  3. Gewichtung: Meine Gewichte sind begründet, sichtbar und ergeben zusammen 100 Prozent.
  4. Aussagegrenze: Ich formuliere mein Ergebnis als Modellentscheidung und nicht als allgemeingültige Wahrheit.
  5. Gegenprobe: Ich prüfe mindestens eine andere plausible Gewichtung und erkläre, ob sich die Wahl ändert.


Quellenprotokoll: Herkunft, Datum und Aussagegrenzen

Alle folgenden Quellen sind öffentlich zugänglich. Abrufdatum dieses Kurses: 04.10.2026.

Quelle Datum/Stand Für diesen Kurs verwendete Aussage Aussagegrenze
Bildungsplan Baden-Württemberg, AES V3.0, https://www.bildungsplaene-bw.de/%2CLde/DE_BW_BILDUNGSPLAENE_GEN2X_BPBW_ALLG_SEK1_AES%28V3.0%29 Fassung vom 21.05.2026 AES fördert verantwortungsbewusstes Entscheiden, Verbraucherbildung, Reflexion von Konsumentscheidungen und Qualitätsorientierung. Der Bildungsplan schreibt die hier verwendete 1-3-5-Punktetabelle oder konkrete Gewichte nicht vor. Diese sind kursinterne Lernmodelle.
Umweltbundesamt, „Produkte länger nutzen: sachgerechter Gebrauch, Gewährleistung und Neukauf“, https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/produkte-laenger-nutzen-sachgerechter-gebrauch zuletzt aktualisiert 27.07.2026 Beim Neukauf können Langlebigkeit und Reparierbarkeit berücksichtigt werden; lange Nutzung kann Ressourcen schonen. Allgemeine Umwelt- und Verbraucherinformation. Keine individuelle Rechtsberatung und keine Aussage über jedes einzelne Produkt.
Umweltbundesamt, „Ökodesign-Anforderungen an die Reparierbarkeit von Produkten“, https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/produkte/oekodesign/oekodesign-richtlinie/oekodesign-anforderungen-an-die-reparierbarkeit-von zuletzt aktualisiert 29.07.2026 Ersatzteile, Reparaturinformationen und Austauschbarkeit spielen bei der Reparierbarkeit bestimmter Produktgruppen eine Rolle. Produktgruppen und Pflichten unterscheiden sich. Die Angaben dürfen nicht pauschal auf alle Waren übertragen werden.
Europäische Kommission, „Smartphones and Tablets“, https://energy-efficient-products.ec.europa.eu/product-list/smartphones-and-tablets_en Regeln anwendbar seit 20.06.2025, Seite 2026 abgerufen Für Smartphones und Tablets gibt es unter anderem Anforderungen zu Reparatur, Ersatzteilen und eine Reparierbarkeitsklasse auf dem Energielabel. Gilt für die dort genannten Produktgruppen und ersetzt keine eigene Prüfung anderer Produkte.
EUR-Lex, Richtlinie EU 2024/1799 zur Förderung der Reparatur von Waren, https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2024/1799/2026-07-31 Rechtsakt vom 13.06.2024, konsolidierte Fassung 31.07.2026 Die EU regelt für bestimmte Waren Rahmenbedingungen zur Förderung von Reparaturen. Der Kurs gibt nur einen sachlichen Überblick. Er ist keine individuelle Rechtsberatung; verbindlich sind die amtlichen Rechtstexte und ihre nationale Umsetzung.
Wikimedia Commons, „Balance scale.svg“, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Balance_scale.svg Werk vom 23.01.2024 Symbolbild für Abwägung. CC0 1.0; Bild beweist keine fachliche Aussage über Bewertungsverfahren.
Wikimedia Commons, „Jeweler's-screwdriver-set-bright.jpg“, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jeweler%27s-screwdriver-set-bright.jpg Werk vom 30.07.2006 Veranschaulicht Reparaturwerkzeug. Gemeinfrei; aus dem Bild folgt nicht, dass eine Reparatur sicher oder sinnvoll ist.
Wikimedia Commons, „Repair Café Nijmegen-Oost bestaat vijf jaar.webm“, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Repair_Caf%C3%A9_Nijmegen-Oost_bestaat_vijf_jaar.webm Video vom 24.01.2017; Lizenzprüfung 07.02.2017 Veranschaulicht gemeinschaftliche Reparatur. CC BY 3.0; niederländischer Beitrag, keine Reparaturanleitung dieses Kurses.
Wikimedia Commons, „Op bezoek bij het Repair Café in Almelo.webm“, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Op_bezoek_bij_het_Repair_Caf%C3%A9_in_Almelo.webm Video vom 12.04.2018; Lizenzprüfung 03.06.2018 Veranschaulicht ein Repair-Café. CC BY 3.0; niederländischer Beitrag, keine Reparaturanleitung dieses Kurses.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist in einer transparenten Entscheidung zuerst eine Beobachtung? (Ein Produkt kostet 42 Euro) (!Ein Produkt ist günstig) (!Ein Produkt ist die beste Wahl) (!Ein Produkt hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis)




Was müssen die Gewichte in unserem Modell zusammen ergeben? (100 Prozent) (!50 Prozent) (!200 Prozent) (!500 Prozent)




Welche Rechnung liefert die gewichteten Punkte eines Kriteriums? (Punktwert mal Gewicht) (!Punktwert plus Gewicht) (!Gewicht minus Punktwert) (!Punktwert geteilt durch alle Produkte)




Rucksack B kostet 42 Euro. Wie viele Kostenpunkte erhält er nach der Kursregel? (3 Punkte) (!1 Punkt) (!4 Punkte) (!5 Punkte)




Welches Produkt gewinnt im ersten Modell mit 50 Prozent Nutzbarkeit, 20 Prozent Kosten und 30 Prozent Reparatur? (Rucksack A) (!Rucksack B) (!Rucksack C) (!Alle drei gleichzeitig)




Warum gewinnt bei der zweiten Gewichtung Rucksack C? (Weil die Kosten mit 60 Prozent besonders stark gewichtet werden) (!Weil sich sein Preis im Material verändert) (!Weil seine Reparaturpunkte nachträglich erhöht werden) (!Weil Gewichte keine Rolle spielen)




Welche Aussage beschreibt eine faire Regelanwendung? (Die gleiche Punktregel gilt für alle verglichenen Produkte) (!Für das Lieblingsprodukt gilt eine bessere Punktregel) (!Die Regeln werden erst nach dem Ergebnis festgelegt) (!Unpassende Daten werden weggelassen)




Was zeigt eine Sensitivitätsprüfung? (Ob kleine Änderungen der Annahmen oder Gewichte das Ergebnis verändern) (!Ob ein Produkt automatisch eine Schulnote erhält) (!Ob ein Produkt besonders schön aussieht) (!Ob alle Menschen dieselbe Priorität haben)




Welche Formulierung beachtet die Aussagegrenze einer Entscheidungstabelle? (Unter diesen Daten Regeln und Gewichten erreicht Produkt B den höchsten Wert) (!Produkt B ist für alle Menschen immer das beste Produkt) (!Die Tabelle beweist die Qualität jedes Produkts vollständig) (!Das Ergebnis darf nie hinterfragt werden)




Welche Information kann Reparierbarkeit sachlich beschreiben? (Ob Ersatzteile oder austauschbare Teile verfügbar sind) (!Ob die Verpackung besonders bunt ist) (!Ob ein Werbespruch lustig ist) (!Ob die Marke gerade beliebt ist)





Memory

Beobachtung direkt feststellbare Angabe
Gewichtung festgelegte Bedeutung eines Kriteriums
Nutzbarkeit Eignung für den vorgesehenen Bedarf
Kostenregel Zuordnung eines Preises zu Punkten
Reparierbarkeit Möglichkeit Teile zu erhalten oder auszutauschen
Sensitivität Empfindlichkeit des Ergebnisses gegenüber Änderungen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Preisangabe Beobachtung
Punktschwelle Regelanwendung
Prozentanteil Gewichtung
Gesamtwert Rechenergebnis
begründete Wahl Bewertung






Kreuzworträtsel

Beobachtung Wie heißt eine direkt aus dem Material entnommene Angabe?
Gewichtung Wie heißt das Festlegen der Bedeutung eines Kriteriums?
Nutzbarkeit Welches Kriterium beschreibt die Eignung für den vorgesehenen Bedarf?
Reparatur Wie heißt das Wiederherstellen der Nutzbarkeit eines defekten Gegenstands?
Kosten Welches Kriterium beschreibt den Preis oder finanziellen Aufwand?
Prioritaet Wie heißt die bewusst festgelegte Wichtigkeit eines Ziels?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine direkt aus einem Material entnommene Angabe heißt

. Erst eine vorher festgelegte

ordnet einer Beobachtung Punkte zu. Die Wichtigkeit eines Kriteriums wird durch seine

sichtbar. In unserem Modell ergeben alle Gewichte zusammen

. Eine andere Priorität kann zu einer anderen begründbaren

führen. Eine Entscheidungstabelle liefert deshalb keine allgemeingültige Wahrheit, sondern eine nachvollziehbare

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Kriterien finden: Nenne für ein Mäppchen drei mögliche Entscheidungskriterien und erkläre in je einem Satz, warum sie wichtig sein könnten.
  2. Beobachtung und Bewertung: Schreibe zu einem ungefährlichen Alltagsgegenstand zwei Beobachtungen und zwei Bewertungen. Markiere deutlich, was was ist.
  3. Gewichte verteilen: Verteile 100 Prozent auf Nutzbarkeit, Kosten und Reparatur und begründe Deine wichtigste Priorität.
  4. Punktregel erfinden: Entwickle für ein selbst gewähltes Preisspektrum eine faire 1-3-5-Punktregel.


Standard

  1. Entscheidungstabelle: Erstelle für drei erfundene Produkte eine kleine Tabelle mit Nutzbarkeit, Kosten und Reparatur und berechne die Gesamtwerte.
  2. Prioritäten vergleichen: Lass zwei fiktive Personen unterschiedliche Gewichte wählen und zeige, ob sich ihre Modellentscheidung unterscheidet.
  3. Werbeaussagen prüfen: Formuliere drei Werbeaussagen zu einem Produkt und schreibe dazu, welche zusätzlichen Daten nötig wären, um sie als Beobachtung zu prüfen.
  4. Reparierbarkeit untersuchen: Untersuche nur anhand öffentlich bereitgestellter Produktinformationen, welche Hinweise auf Ersatzteile, austauschbare Komponenten oder Reparaturinformationen zu finden sind. Führe keine Reparatur durch.


Schwer

  1. Sensitivitätsanalyse: Verändere in einer vorhandenen Entscheidungstabelle ein Gewicht schrittweise und bestimme, ab wann ein anderes Produkt gewinnt.
  2. Mindestanforderungen: Ergänze Dein Modell um eine Muss-Bedingung und erkläre, warum sie nicht durch hohe Werte anderer Kriterien ausgeglichen werden darf.
  3. Quellenkritik: Vergleiche eine Herstellerangabe mit einer unabhängigen öffentlichen Quelle und trenne gesicherte Information, offene Frage und Bewertung.
  4. Transferprojekt: Entwickle ein eigenes Materialblatt mit drei Produktoptionen, Regeln, Gewichten, Musterlösung und einer zweiten plausiblen Gewichtung. Verwende keine echten privaten Kaufdaten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Begründete Entscheidung: Zwei Produkte liegen bei 72 und 74 Punkten. Erkläre, warum Du vor einer endgültigen Wahl eine Sensitivitätsprüfung durchführen solltest.
  2. Regeln und Werte: Erkläre an einem eigenen Beispiel den Unterschied zwischen einer Punktregel und einer Gewichtung.
  3. Fehlendes Kriterium: Eine Tabelle berücksichtigt nur Preis und Aussehen. Beurteile, warum sie für die Wahl eines langlebigen Alltagsgegenstands unvollständig sein kann.
  4. Prioritätenkonflikt: Eine Person gewichtet Kosten mit 60 Prozent, eine andere Reparatur mit 60 Prozent. Zeige, warum beide bei denselben Beobachtungsdaten zu unterschiedlichen, dennoch nachvollziehbaren Ergebnissen kommen können.
  5. Manipulation erkennen: Beschreibe zwei Möglichkeiten, wie eine Entscheidungstabelle unfair gestaltet werden könnte, und nenne jeweils eine Gegenmaßnahme.
  6. Transfer: Erhalte ein neues Material mit drei Optionen und berechne nach vorgegebenen Regeln eine Entscheidung. Begründe anschließend in zwei Sätzen, welche Aussage das Ergebnis erlaubt und welche nicht.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du Beobachtung, Regelanwendung und Bewertung sauber trennen kannst. Du solltest Kriterien erläutern, Gewichte begründen, die Summe von 100 Prozent prüfen, Punktwerte regelgerecht vergeben, gewichtete Werte korrekt berechnen, eine Wahl aus dem Ergebnis ableiten und mindestens eine Aussagegrenze nennen können. Besonders aussagekräftig ist außerdem eine Gegenprobe mit veränderter Priorität.

Ein Lernnachweis kann aus einer bearbeiteten Entscheidungstabelle, kurzen Begründungen und einer Transferaufgabe bestehen. Die Übungen dieses Kurses vergeben keine automatische Schulnote. Eine schulische Bewertung erfordert transparente, von der Lehrkraft festgelegte Kriterien.




OERs zum Thema

Als begriffliche Vertiefung zur Methode kann der Wikipedia-Artikel zur Nutzwertanalyse genutzt werden:

Die dort dargestellte Methode ist umfangreicher als das vereinfachte 1-3-5-Modell dieses Kurses. Für die Aufgaben hier gelten ausschließlich die jeweils angegebenen Regeln.



Verknüpfte Lernbereiche


Abschlussanwendung auf ein neues Material

Zum Schluss wendest Du das Verfahren auf ein neues, vollständig eigenes Unterrichtsmaterial an. Es geht um drei Brotdosen. Es werden keine realen Marken beschrieben.

Regeln: Nutzbarkeit: drei Anforderungen erfüllt = 5 Punkte, zwei = 3 Punkte, höchstens eine = 1 Punkt. Kosten: bis 12 Euro = 5 Punkte, 13 bis 20 Euro = 3 Punkte, mehr als 20 Euro = 1 Punkt. Reparatur: drei Merkmale = 5 Punkte, zwei = 3 Punkte, höchstens eins = 1 Punkt.

Gewichte: Nutzbarkeit 40 Prozent, Kosten 25 Prozent, Reparatur 35 Prozent.

Merkmal Dose X Dose Y Dose Z
Preis 24 Euro 16 Euro 10 Euro
dicht schließender Deckel ja ja ja
passende Größe ja ja ja
spülmaschinengeeignet laut Material ja nein nein
Deckel einzeln erhältlich ja ja nein
Dichtung austauschbar ja ja nein
Scharnier oder Verschluss als Ersatzteil erhältlich nein ja ja

Dein überprüfbarer Auftrag: Bestimme für X, Y und Z zunächst die drei Punktwerte. Berechne danach die gewichteten Gesamtwerte. Nenne die Option mit dem höchsten Wert und formuliere einen Satz, der die Aussagegrenze korrekt wiedergibt.

Kontrolllösung: X erhält 5 Punkte für Nutzbarkeit, 1 Punkt für Kosten und 3 Punkte für Reparatur: 5×40 + 1×25 + 3×35 = 330. Y erhält 3, 3 und 5 Punkte: 3×40 + 3×25 + 5×35 = 370. Z erhält 3, 5 und 1 Punkt: 3×40 + 5×25 + 1×35 = 280. Unter genau diesen Daten, Regeln und Gewichten ist Dose Y die begründete Modellwahl. Das Ergebnis beweist nicht, dass Dose Y für jede Person und jede Situation die beste Brotdose ist.


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