Zum Inhalt springen

D10 E - Kommunikation theoriegestützt reflektieren

Aus MOOCsWiki Staging
Version vom 23. September 2026, 23:44 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (aiMOOC über GPT aiMOOC Action erstellt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
aiMOOC-Siegel

D10 E - Kommunikation theoriegestützt reflektieren



D10 E - Kommunikation theoriegestützt reflektieren

Mini-Beschreibung: Vergleiche verschiedene kommunikative Erklärungen einer Situation und prüfe, welches Modell welchen Aspekt sichtbar macht. Du arbeitest auf E-Niveau mit komplexen, mehrdeutigen Gesprächssituationen und begründest Deine Deutungen am Material.


Einleitung

Kommunikation ist mehr als der Inhalt einzelner Sätze. Tonfall, Pause, Blick, Rollen, Erwartungen, Medium und Vorgeschichte verändern, wie eine Äußerung verstanden wird. Kommunikationsmodelle sind deshalb Werkzeuge: Sie machen bestimmte Aspekte sichtbar, aber nie die ganze Situation.

In diesem aiMOOC untersuchst Du vor allem Bühlers Organon-Modell, Watzlawicks Kommunikationsaxiome und das Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun. Das Sender-Empfänger-Modell dient als Kontrast für Übertragung, Kanal und Störung.

Leitfrage: Welches Modell erklärt welchen Teil einer Kommunikationssituation – und wo liegen seine Grenzen?

Stand-Hinweis Baden-Württemberg: Der Kurs orientiert sich an Deutsch, Sekundarstufe I, Klasse 10, E-Niveau, besonders am Bereich „Funktion von Äußerungen“. Dort wird theoriegestützte Analyse gelingender und misslingender Kommunikation sowie die Nutzung grundlegender Kommunikationsmodelle verlangt. Verbindliche Vorgaben für ein konkretes Prüfungsjahr und einen bestimmten Schulabschluss sind davon zu unterscheiden und aktuell bei Deiner Schule sowie beim Kultusministerium Baden-Württemberg zu prüfen.


Lernziele

Nach diesem Kurs kannst Du:

  1. Kommunikationsanalyse: komplexe Gesprächssituationen materialnah untersuchen.
  2. Kommunikationsmodell: Bühler, Watzlawick und Schulz von Thun korrekt erläutern und anwenden.
  3. Modellvergleich: zeigen, welcher Erklärungsansatz welchen Aspekt sichtbar macht und was er ausblendet.
  4. Nonverbale Kommunikation: Sprache, Stimme, Mimik, Gestik, Pause und Medium zusammendenken.
  5. Belegen: Deutungen mit konkreten Text-, Audio-, Bild- oder Videobelegen absichern.
  6. Mehrdeutigkeit: plausible Alternativen gegeneinander abwägen, statt vorschnell eine Absicht zu behaupten.
  7. KI-Kompetenz: KI gezielt nutzen, Ergebnisse unabhängig prüfen und KI-Hilfe transparent machen.


Vorwissen

Du solltest bereits zwischen Beobachtung und Deutung unterscheiden können. Hilfreich sind außerdem Grundkenntnisse zu Gesprächssituation, Sprecherabsicht, verbalem und nonverbalem Ausdruck sowie zum Belegen am Material.

Kurzcheck: Formuliere zu „A schweigt fünf Sekunden und schaut zur Tür“ erst eine Beobachtung und dann zwei verschiedene Deutungen. Nur die Beobachtung ist direkt belegt; die Deutungen müssen begründet werden.


Einstieg: Eine Situation, mehrere Erklärungen

Eigener Falltext: Eine Projektgruppe probt eine Präsentation. Person A sagt langsam: „Dann übernimmst du wohl wieder den Schluss.“ Person B schaut kurz weg und antwortet: „Wie du meinst.“ Im Gruppenchat folgt später: „Super, dass wir uns so schnell einigen konnten 🙂“. Zuvor war unklar, wer beim letzten Vortrag zu viel Redezeit hatte. Während der Probe kommt außerdem die Lehrkraft hinzu und fragt: „Ihr seid noch nicht fertig?“

Arbeitsauftrag: Erkläre die Situation zunächst ohne Modell. Markiere anschließend, welche Informationen sicher beobachtbar sind und welche nur erschlossen werden.

Erste Hypothesen:

  1. Der Satz von Person A kann sachlich, ironisch, vorwurfsvoll oder entlastend gemeint sein.
  2. Das Wegschauen von Person B kann Ablehnung, Unsicherheit, Nachdenken oder etwas Situatives bedeuten.
  3. Die Nachricht mit Emoji ist ohne Tonfall und Kontext besonders mehrdeutig.
  4. Die Frage der Lehrkraft verändert die Rollen- und Machtsituation.

Merksatz: Ein Modell liefert eine Perspektive, keinen Gedankenleser.


Vier Modelle als Analysewerkzeuge


Sender-Empfänger-Modell: Übertragung sichtbar machen

Das Sender-Empfänger-Modell fragt: Wer sendet was über welchen Kanal an wen, und wo entstehen Störungen? Es ist nützlich für Medienwechsel, schlechte Verbindung, undeutliche Formulierungen oder fehlenden Kontext. Für Beziehung, Macht und Mehrdeutigkeit ist es allein zu grob.

Auf die Einstiegssituation angewandt: Im Chat fehlen Stimme, Lautstärke und unmittelbare Rückfragen. Das Modell macht den Kanalverlust sichtbar, erklärt aber Ironie oder Beziehung nur unzureichend.


Bühler: Sprachfunktionen sichtbar machen

Im Organon-Modell hat ein sprachliches Zeichen drei Funktionen: Darstellung eines Sachverhalts, Ausdruck der sprechenden Person und Appell an die angesprochene Person.

Bei „Dann übernimmst du wohl wieder den Schluss“ könnte die Darstellung die Aufgabenverteilung betreffen, der Ausdruck eine Haltung von Person A zeigen und der Appell auf eine Rollenentscheidung zielen.

Stärke: Funktionen einer Äußerung werden systematisch getrennt. Grenze: Gesprächsverlauf, wechselseitige Eskalation und Beziehungsgeschichte stehen weniger im Zentrum.


Watzlawick: Beziehung und Wechselwirkung sichtbar machen

Watzlawicks Ansatz betrachtet Kommunikation als wechselseitigen Prozess. Für die Analyse sind besonders wichtig: Inhalts- und Beziehungsaspekt, unterschiedliche „Interpunktion“ von Gesprächsabläufen, digitale und analoge Modalitäten sowie symmetrische und komplementäre Beziehungen.

In der Einstiegssituation kann Person A denken: „Ich reagiere nur, weil B sich nie festlegt.“ Person B kann denken: „Ich ziehe mich zurück, weil A mich ständig festlegt.“ Beide setzen Ursache und Wirkung anders.

Stärke: Wechselwirkung, Beziehung und nonverbale Signale werden sichtbar. Grenze: Das Modell legt nicht automatisch fest, welche konkrete Deutung einer einzelnen Äußerung richtig ist.


Schulz von Thun: Mehrschichtigkeit einer Nachricht sichtbar machen

Das Kommunikationsquadrat unterscheidet Sachinhalt, Selbstkundgabe, Beziehung und Appell. Eine Nachricht kann auf jeder Seite anders gesendet und mit einem anderen „Ohr“ gehört werden.

„Ihr seid noch nicht fertig?“ kann sachlich nach dem Stand fragen, Sorge oder Ungeduld der Lehrkraft zeigen, eine Beziehungsaussage transportieren und zugleich zum Beschleunigen auffordern.

Stärke: Mehrdeutigkeit einzelner Nachrichten lässt sich differenziert entfalten. Grenze: Ohne Kontextbelege kann man leicht zu viele mögliche Botschaften hineinlesen.


Modellvergleich auf einen Blick

Modell Besonders sichtbar Typische Leitfrage Blinder Fleck
Sender-Empfänger Kanal, Codierung, Störung Was geht bei der Übertragung verloren? Beziehung und Dynamik bleiben grob.
Bühler Darstellung, Ausdruck, Appell Welche Funktion erfüllt das Zeichen? Verlauf und Macht werden wenig erklärt.
Watzlawick Beziehung, Wechselwirkung, nonverbale Signale Wie beeinflussen sich die Beteiligten gegenseitig? Einzelne Botschaften bleiben mehrdeutig.
Schulz von Thun Vier Seiten einer Nachricht Was kann gesendet und gehört werden? Kontext kann durch schematische Zuordnung verkürzt werden.

E-Niveau-Regel: Gute Analyse bedeutet nicht, möglichst viele Fachbegriffe zu nennen. Entscheidend ist, Modell + Beleg + Deutung + Grenze logisch zu verbinden.


Medien aktiv untersuchen


Audio: Was hört man, was ein Transkript nicht zeigt?

Das frei lizenzierte kurze Gespräch eignet sich zum Vergleich von Wortlaut und Höreindruck. Achte auf Sprechtempo, Pausen, Betonung und Sprecherwechsel.

Aufgabe: Schreibe ein knappes Transkript. Ergänze anschließend in einer zweiten Spalte nur Beobachtungen zur Stimme. Formuliere erst danach Deutungen.

Vergleichsauftrag: Welche Aspekte lassen sich mit Sender-Empfänger, welche mit Watzlawick besser erfassen? Begründe mit mindestens zwei Hörbelegen.


Bild und Visualisierung: Modelle kritisch lesen

Eine Visualisierung reduziert Wirklichkeit. Prüfe bei jedem Diagramm:

  1. Welche Elemente werden gezeigt?
  2. Welche Beziehungen werden durch Pfeile, Flächen oder Positionen behauptet?
  3. Was fehlt?
  4. Welche Ergänzung würdest Du für digitale Kommunikation einzeichnen?

Gestaltungsauftrag: Entwirf eine eigene Visualisierung für die Einstiegssituation. Kennzeichne Beobachtung, Deutung und Modellbegriff unterschiedlich.


Komplexe Analyse: derselbe Fall in vier Perspektiven

Fall B – Praktikumsfeedback: Eine Praktikantin stellt einen Entwurf vor. Die betreuende Person sagt vor zwei Kolleginnen: „Interessant, dass du dich für diese Lösung entschieden hast.“ Dabei blättert sie weiter, macht eine kurze Pause und ergänzt: „Wir schauen nachher noch einmal gemeinsam darauf.“ Die Praktikantin sagt: „Okay“, lächelt kurz und schreibt später einer Freundin: „War wohl nicht gut.“

Perspektive Mögliche Analyse
Sender-Empfänger Öffentliche Situation und späterer privater Chat sind verschiedene Kanäle mit unterschiedlichem Kontext.
Bühler „Wir schauen nachher noch einmal“ stellt einen Plan dar, drückt eine Haltung aus und appelliert an weitere Bearbeitung.
Watzlawick Das Verhältnis Betreuung–Praktikum ist eher komplementär; Pause, Blättern und Lächeln wirken analog mit.
Schulz von Thun Die Praktikantin könnte besonders mit dem Beziehungsohr hören, obwohl der Wortlaut auch sachlich lesbar ist.

Bewertung: Keine Zeile beweist die Absicht der betreuenden Person. Eine belastbare Deutung nennt alternative Erklärungen und prüft sie am Material.


KI-Spirale

KI ersetzt keine eigene Textarbeit. Nutze sie erst, nachdem Du Material selbst erschlossen und einen eigenen Ansatz entwickelt hast.

Schritt Deine Handlung
Aufgabe verstehen Operatoren, Material und Ziel klären.
Selbst erschließen Text, Audio, Bild oder Video markieren und Belege sichern.
Eigenen Ansatz entwickeln Erste These und Modellwahl selbst formulieren.
KI gezielt befragen Eine konkrete Gegenfrage stellen, zum Beispiel nach einer alternativen Deutung.
Unabhängig prüfen Texttreue, Fakten, Logik und Quellen am Original kontrollieren.
Eigene Lösung verbessern Nur nachvollziehbare Hinweise übernehmen und begründen.
KI-Hilfe transparent machen Kurz angeben, wofür KI genutzt wurde.

Beispiel für transparente Angabe: „KI wurde genutzt, um eine alternative Deutung zu finden. Alle Belege und Modellbegriffe wurden anschließend am Unterrichtsmaterial und an den Quellen geprüft.“


Trainingsstrecke mit Feedback, Hilfestufen und Lösungen


Training 1: Mehrdeutige Chatnachricht

Material: „Danke für die schnelle Rückmeldung 🙃“

Aufgabe: Formuliere zwei plausible Deutungen und prüfe mit Schulz von Thun, wie dieselbe Nachricht verschieden gehört werden kann.

Hilfestufe 1: Trenne Sachinhalt, Selbstkundgabe, Beziehung und Appell.

Hilfestufe 2: Frage bei jeder Seite: Welche Kontextinformation bräuchte ich, um die Deutung zu stützen?

Musterlösung / Feedback: Sachlich kann Dank ausgedrückt werden. Das Emoji kann freundliche Lockerheit, Ironie oder Frustration anzeigen. Eine starke Lösung behauptet nicht, das Emoji „beweise“ Ironie, sondern benennt die Mehrdeutigkeit und fordert Kontextbelege.


Training 2: Konfliktschleife

Material: A: „Du hörst nie zu.“ – B: „Wie soll ich zuhören, wenn du mich ständig unterbrichst?“ – A: „Ich unterbreche nur, weil du ausweichst.“

Aufgabe: Erkläre die Dynamik mit Watzlawicks Idee der Interpunktion.

Hilfestufe 1: Markiere, was A als Ursache und was B als Ursache setzt.

Hilfestufe 2: Formuliere die Schleife als „A reagiert auf B, B reagiert auf A“.

Musterlösung / Feedback: A erklärt das Unterbrechen mit Bs Ausweichen; B erklärt mangelndes Zuhören mit As Unterbrechen. Das Modell macht die kreisförmige Ursachenzuschreibung sichtbar. Eine gute Analyse entscheidet nicht vorschnell, wer „angefangen“ hat.


Training 3: Drei Funktionen

Material: „Hier zieht es.“

Aufgabe: Analysiere die Äußerung mit Bühler.

Hilfestufe 1: Frage nach Sachverhalt, Ausdruck und gewünschter Reaktion.

Hilfestufe 2: Formuliere zu jeder Funktion einen möglichen Paraphrasensatz.

Musterlösung / Feedback: Darstellung: Es gibt Zugluft. Ausdruck: Mir ist unangenehm kalt. Appell: Schließe bitte das Fenster. Die Gewichtung ist kontextabhängig.


Training 4: Modellwahl begründen

Material: In einer Videokonferenz antwortet eine Person verzögert, schaut häufig zur Seite und sagt mehrmals „Ja, ja“, während die Verbindung stockt.

Aufgabe: Wähle zwei Modelle, die verschiedene Aspekte gut erklären, und begründe die Auswahl.

Hilfestufe 1: Trenne technische Störung und Beziehungsdeutung.

Hilfestufe 2: Ein Modell sollte den Kanal, das andere nonverbale oder relationale Signale erfassen.

Musterlösung / Feedback: Das Sender-Empfänger-Modell hilft bei Latenz und Verbindungsstörung. Watzlawick hilft bei der Frage, wie Blick, Tonfall und „Ja, ja“ relationale Bedeutung erhalten können. Wegen der Technik dürfen nonverbale Signale nicht überinterpretiert werden.


Selbstkontrolle

Prüffrage Ja Noch üben
Trenne ich Beobachtung und Deutung?
Nenne ich einen konkreten Materialbeleg?
Verwende ich den Modellbegriff korrekt?
Formuliere ich mindestens eine plausible Alternative?
Benenne ich eine Grenze des verwendeten Modells?
Prüfe ich KI-Aussagen unabhängig?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was zeigt ein theoriegestützter Modellvergleich besonders gut? (Verschiedene Modelle machen unterschiedliche Aspekte derselben Situation sichtbar) (!Ein Modell liefert immer die einzig richtige Deutung) (!Jede Äußerung hat nur eine Bedeutung) (!Nonverbale Signale sind immer eindeutig)




Welche drei Funktionen unterscheidet Bühlers Organon-Modell? (Darstellung Ausdruck Appell) (!Sache Beziehung Macht) (!Sender Kanal Empfänger) (!These Beleg Schluss)




Wofür ist Watzlawicks Idee der Interpunktion besonders hilfreich? (Unterschiedliche Deutungen von Ursache und Wirkung in Gesprächsabläufen zu erklären) (!Die Rechtschreibung eines Dialogs zu prüfen) (!Die Lautstärke technisch zu messen) (!Den Wortschatz einer Person zu zählen)




Welche vier Seiten unterscheidet Schulz von Thun? (Sachinhalt Selbstkundgabe Beziehung Appell) (!Darstellung Ausdruck Appell Kanal) (!Inhalt Stimme Pause Blick) (!Sender Nachricht Empfänger Störung)




Welche Aussage ist eine reine Beobachtung? (Person B schweigt fünf Sekunden und schaut zur Tür) (!Person B ist beleidigt) (!Person B will das Gespräch beenden) (!Person B findet die Aussage respektlos)




Wann ist das Sender-Empfänger-Modell besonders nützlich? (Wenn Kanal Codierung Übertragung oder Störung untersucht werden) (!Wenn die genaue Absicht einer Person bewiesen werden soll) (!Wenn nur Beziehungsmacht erklärt werden soll) (!Wenn jede Mehrdeutigkeit ausgeschlossen werden soll)




Was kennzeichnet eine starke E-Niveau-Analyse? (Modell Beleg Deutung und Grenze werden logisch verbunden) (!Möglichst viele Fachwörter werden ohne Beleg genannt) (!Nur eine Deutung wird zugelassen) (!Das Modell ersetzt die genaue Materialanalyse)




Wie sollte ein Emoji in einer mehrdeutigen Chatnachricht analysiert werden? (Als kontextabhängiges Signal mit mehreren möglichen Deutungen) (!Als sicherer Beweis für Ironie) (!Als bedeutungsloses Zeichen) (!Als eindeutiger Sachinhalt)




Was gehört zur KI-Spirale nach einem ersten eigenen Ansatz? (KI gezielt befragen und Antworten unabhängig an Material Fakten Logik und Quellen prüfen) (!Die eigene Analyse verwerfen und nur KI übernehmen) (!Quellenprüfung an die KI delegieren) (!Nur die längste KI-Antwort verwenden)




Warum sollte die Grenze eines Kommunikationsmodells genannt werden? (Weil jedes Modell Wirklichkeit selektiv vereinfacht) (!Weil Modelle grundsätzlich falsch sind) (!Weil Belege dann unnötig werden) (!Weil Kommunikation nie analysiert werden kann)





Memory

Sachinhalt Information über einen Gegenstand oder Sachverhalt
Selbstkundgabe Information über die sprechende Person
Beziehungsseite Hinweis auf das Verhältnis der Beteiligten
Appell gewünschte Reaktion des Gegenübers
Interpunktion Deutung von Ursache und Wirkung im Gesprächsablauf
Analog beziehungsnahe oder nonverbale Ausdrucksweise
Kanalstörung Verlust oder Verzerrung bei der Übertragung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Sender-Empfänger-Modell Übertragung und Störung
Organon-Modell Sprachfunktionen
Watzlawick Wechselwirkung und Beziehung
Kommunikationsquadrat vier Seiten einer Nachricht
Modellkritik Grenzen und blinde Flecken




...


Kreuzworträtsel

Appell Welche Funktion zielt auf eine Reaktion des Gegenübers?
Ausdruck Wie heißt bei Bühler die Funktion, die etwas über die sprechende Person zeigt?
Beziehung Welcher Aspekt prägt nach Watzlawick auch den Inhalt einer Mitteilung?
Interpunktion Welcher Begriff bezeichnet unterschiedliche Ursachensetzungen im Gesprächsverlauf?
Organon Wie heißt Bühlers Modell mit Darstellung, Ausdruck und Appell?
Selbstkundgabe Welche Seite zeigt bei Schulz von Thun etwas über die sendende Person?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Kommunikationsanalyse beginnt mit einer genauen

und trennt diese von der Deutung. Das Sender-Empfänger-Modell richtet den Blick besonders auf den

. Bühlers Organon-Modell unterscheidet Darstellung, Ausdruck und

. Watzlawick macht besonders die Wechselwirkung und die

sichtbar. Schulz von Thun unterscheidet vier Seiten einer

. Eine plausible Analyse braucht mindestens einen konkreten

. Auf E-Niveau solltest Du außerdem eine alternative Deutung und eine

benennen. KI-Antworten müssen unabhängig auf Texttreue, Fakten, Logik und

geprüft werden.




Transfer


Transferfall 1: Klassenchat und Ironie

In einem Klassenchat schreibt Person C nach einer verspäteten Datei: „Pünktlichkeit ist wirklich unsere Stärke.“ Untersuche die Nachricht zunächst mit Schulz von Thun und anschließend mit Watzlawick. Zeige, was der Modellwechsel zusätzlich sichtbar macht.


Transferfall 2: Öffentliche Rückmeldung

Eine Schülerin erhält nach einem Vortrag vor der Klasse den Satz: „Du hast dir auf jeden Fall viele Gedanken gemacht.“ Analysiere mindestens zwei plausible Lesarten. Beziehe Wortlaut, Situation, Beziehung und mögliche Betonung ein.


Transferfall 3: Bild-Text-Widerspruch

Gestalte selbst ein Standbild oder eine Zeichnung, in der der gesprochene Satz freundlich klingt, die Körpersprache aber Distanz signalisiert. Analysiere anschließend mit Watzlawick, warum die Signale widersprüchlich wirken können.


Transferfall 4: Digitale Störung

Nimm einen kurzen eigenen Audio-Dialog auf, in dem eine Pause oder ein Verbindungsproblem absichtlich eingebaut ist. Erstelle ein Transkript und zeige, welche Deutung nur durch das Audio und welche bereits durch den Wortlaut möglich ist. Verwende keine unnötigen personenbezogenen Daten.


Kompetenzcheck

Bewerte jede Aussage mit „sicher“, „teilweise“ oder „noch üben“ und notiere jeweils einen Beleg aus Deiner eigenen Arbeit:

  1. Ich kann Kommunikationsmodelle nicht nur erklären, sondern passend auswählen.
  2. Ich kann dieselbe Gesprächssituation mit mindestens zwei Modellen vergleichen.
  3. Ich kann Beobachtung, Deutung und Bewertung sauber trennen.
  4. Ich kann Mehrdeutigkeit begründet offenhalten.
  5. Ich kann Audio, Bild, Video und Text als eigenständige Informationsträger untersuchen.
  6. Ich kann Grenzen eines Modells benennen.
  7. Ich kann KI-Hilfe gezielt einsetzen, prüfen und transparent machen.


Reflexion

  1. Modellwahl: Welches Modell hat Dir bei der Einstiegssituation den größten Erkenntnisgewinn gebracht – und für welchen konkreten Aspekt?
  2. Mehrdeutigkeit: Wo musstest Du eine erste Deutung korrigieren oder relativieren?
  3. Belege: Welcher Materialbeleg war besonders aussagekräftig?
  4. Medienvergleich: Was konnte ein Audio oder Video zeigen, das im Transkript fehlte?
  5. KI-Reflexion: Welche KI-Anregung war hilfreich, welche musstest Du verwerfen, und warum?


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Vier-Seiten-Protokoll: Analysiere eine selbst erfundene kurze Alltagsszene mit dem Kommunikationsquadrat und markiere zwei alternative Lesarten.
  2. Audiovergleich: Nimm denselben Satz in drei verschiedenen Betonungen auf und beschreibe, welche Deutungen sich verändern.
  3. Modellkarte: Gestalte eine kompakte Lernkarte zu einem Modell mit Stärke, Grenze und Leitfrage.
  4. Beobachtung oder Deutung: Erstelle zehn kurze Aussagen zu einer erfundenen Szene und lass eine Partnerperson entscheiden, was beobachtbar und was gedeutet ist.


Standard

  1. Doppelanalyse: Untersuche einen selbst gewählten Filmausschnitt oder ein frei verfügbares Video mit Watzlawick und Schulz von Thun. Belege Unterschiede.
  2. Dialogrevision: Schreibe einen misslingenden Dialog so um, dass dieselben Interessen klarer und respektvoller verhandelt werden. Begründe drei Änderungen.
  3. Medienwechsel: Übertrage denselben Konflikt in Chat, Telefonat und persönliches Gespräch. Analysiere, wie sich Kanal und Deutungsmöglichkeiten verändern.
  4. Visualisierung: Entwickle eine eigene Grafik, die zeigt, welche Aspekte die drei Hauptmodelle überlappen und welche jeweils besonders hervorheben.


Schwer

  1. Modellkritik: Prüfe an einem komplexen Gespräch, wo zwei Kommunikationsmodelle zu unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen führen. Formuliere ein begründetes Urteil über ihre Reichweite, ohne eines pauschal zum „besten“ zu erklären.
  2. Interviewprojekt: Führe ein anonymisiertes Kurzinterview darüber, wodurch Missverständnisse in Gruppenarbeit entstehen. Ordne Aussagen Modellen zu und reflektiere Grenzen der Zuordnung.
  3. Multimodale Fallstudie: Produziere einen kurzen eigenen Video- oder Audiofall mit Wortlaut, Stimme und nonverbalem Signal. Erstelle dazu eine theoriegestützte Analyse mit Gegenhypothese.
  4. KI-Prüfprotokoll: Lass eine KI nach Deiner eigenen Voranalyse eine alternative Deutung vorschlagen. Prüfe Texttreue, Fakten, Logik und Quellen; dokumentiere, was Du übernimmst, veränderst oder verwirfst.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Modelltransfer: Analysiere eine neue mehrdeutige Gesprächsszene mit zwei Modellen. Zeige, welche zusätzliche Erkenntnis das zweite Modell liefert.
  2. Begründete Modellwahl: Entscheide für eine Videochat-Situation, welches Modell für technische Störungen und welches für Beziehungsdynamik geeigneter ist. Begründe jeweils mit Materialmerkmalen.
  3. Gegenhypothese: Entwickle zu einer zunächst überzeugenden Deutung eine plausible Alternative und nenne den Beleg, der zwischen beiden unterscheiden könnte.
  4. Medienvergleich: Vergleiche Transkript und Audio derselben Äußerung. Erläutere, welche Informationen beim Verschriftlichen verloren gehen und wie das die Analyse verändert.
  5. Modellgrenze: Zeige an einem konkreten Beispiel, wo ein verwendetes Modell zu stark vereinfacht.
  6. Kommunikationsgestaltung: Überarbeite eine konfliktträchtige Äußerung so, dass Sachinhalt, Beziehung und Appell klarer werden. Begründe die Wirkung Deiner Änderungen.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis sind wichtig:

  1. eine genaue, materialnahe Beschreibung der Kommunikationssituation,
  2. die korrekte Anwendung von mindestens zwei passenden Kommunikationsmodellen,
  3. konkrete Belege aus Wortlaut, Audio, Bild oder Video,
  4. eine begründete alternative Deutung,
  5. ein Vergleich der Erklärungskraft der Modelle,
  6. eine benannte Grenze der verwendeten Modelle,
  7. eine nachvollziehbare Schlussfolgerung,
  8. bei KI-Nutzung eine transparente Angabe und unabhängige Prüfung.




Prüfungsorientierung ohne Verwechslung

Dieser Kurs trainiert Kompetenzen des E-Niveaus. Er ist kein verbindlicher Prüfungsplan. Ein Prüfungsjahr bezeichnet den konkreten Jahrgang einer Prüfung; ein Schulabschluss bezeichnet den angestrebten Abschluss. Aufgabenformate, zugelassene Hilfsmittel und Schwerpunkte können sich unterscheiden. Prüfe deshalb die für Dich verbindlichen Angaben aktuell bei Deiner Schule und beim Kultusministerium Baden-Württemberg.


OERs zum Thema


Freie Medien und Quellen

  1. Bildungsplan Baden-Württemberg: Deutsch Klasse 10 – Funktion von Äußerungen
  2. Ministerium für Kultus Baden-Württemberg
  3. Wikimedia Commons: Communication models
  4. Wikimedia Commons: Communicative people, CC BY 2.0
  5. Wikimedia Commons: Speech bubbles, CC BY-SA 3.0
  6. Wikimedia Commons: Sender-Empfänger-Modell, CC BY-SA 3.0
  7. Wikimedia Commons: Organon-Modell, CC BY-SA 3.0
  8. Wikimedia Commons: Watzlawick-Modell, CC BY-SA 3.0
  9. Wikimedia Commons: Kommunikationsquadrat, CC BY-SA 3.0
  10. Wikimedia Commons: GesprächVorstellung.ogg, freie Lizenz
  11. Wikimedia Commons: German Dialogue – Directory Assistance, gemeinfrei
  12. Wikipedia: Organon-Modell
  13. Wikipedia: Vier-Seiten-Modell
  14. Wikipedia: Paul Watzlawick
  15. Die im Kurs verwendeten Falltexte und Arbeitsaufträge sind eigens für diesen aiMOOC formuliert. Geschützte Ganzschriften werden nicht wiedergegeben.


Verknüpfte Lernbereiche


Folgekurs-Empfehlung

Als nächster Schritt eignet sich ein Kurs zu Gesprächsstrategien, Macht, Rollen und Gesprächssteuerung. Dort kannst Du die hier geübte Modellkritik mit Argumentation, Gesprächsführung und medialen Gesprächsformen verbinden.


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...