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D8 E - Wirklichkeit, Fiktion und Virtualität reflektieren

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D8 E - Wirklichkeit, Fiktion und Virtualität reflektieren



D8 E - Wirklichkeit, Fiktion und Virtualität reflektieren


Einleitung

Mini-Beschreibung: Untersuche, wie Medien Wirklichkeit auswählen, gestalten, simulieren oder fiktionalisieren.

Zielgruppe: Deutsch Klasse 8, Baden-Württemberg, E-Niveau.

Medien zeigen Wirklichkeit nie vollständig. Ein Bildausschnitt, eine Erzählperspektive, ein Schnitt, ein Filter, ein Ton oder eine virtuelle Umgebung lenken Deine Wahrnehmung. Gleichzeitig können fiktionale Welten etwas über reale Erfahrungen, Konflikte und Wünsche sichtbar machen.

Merksatz
Medien bilden nicht einfach ab. Sie wählen aus, ordnen, gestalten und erzeugen Wirkung.


Motivierender Einstieg: Zwei Posts, eine Wirklichkeit?

Stell Dir vor, bei einem Schulfest werden zwei Fotos aufgenommen. Foto A zeigt nur drei leere Stühle. Die Bildunterschrift lautet: „Niemand kam.“ Foto B zeigt eine dicht besetzte Ecke vor der Bühne. Die Bildunterschrift lautet: „Volles Haus.“

Dein Schnellauftrag: Entscheide noch nicht, welcher Post „wahr“ ist. Notiere zuerst, welche Informationen fehlen. Formuliere danach zwei Fragen, mit denen Du die Situation überprüfen würdest.

Lösungshinweis
Beide Fotos können echte Ausschnitte desselben Ereignisses zeigen. Für eine begründete Einschätzung brauchst Du Kontext: Zeitpunkt, Ort im Raum, Aufnahmewinkel, weitere Aufnahmen, Quelle und Absicht der Veröffentlichung.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du ... E-Niveau
zwischen Wirklichkeitsbezug, Fiktionalität, Inszenierung, Simulation und Virtualität unterscheiden Begriffe präzise verwenden und Grenzfälle begründen
Film, Social Media, virtuelle Darstellungen und literarische Texte untersuchen Gestaltungsmittel analysieren und ihre Wirkung belegen
konkurrierende Darstellungen vergleichen Auswahl, Perspektive, Auslassungen und Geltungsansprüche reflektieren
Quellen prüfen Aussagen mit verlässlichen Belegen absichern
eigene Medien gestalten Gestaltungsentscheidungen erklären und deren Wirkung reflektieren
KI kritisch nutzen Fehler, Unsicherheiten und erfundene Angaben erkennen und transparent mit KI-Unterstützung umgehen


Curricularer Bezug Baden-Württemberg

Der Bildungsplan Deutsch fordert beim Lesen unter anderem, das Verhältnis von Wirklichkeit, Fiktionalität und Virtualität zu reflektieren. Für die Klassen 7/8 werden außerdem Medienanalyse, gezielte Mediennutzung, Informationsbewertung und eigene Mediengestaltung miteinander verbunden.

Bildungsplan Deutsch – Prozessbezogene Kompetenz Lesen

Bildungsplan Deutsch Klassen 7/8 – Medien


Vorwissen aktivieren

  1. Fakt oder Fiktion: Schreibe zu je einem Beispiel aus Deinem Medienalltag, woran Du einen faktualen und einen fiktionalen Beitrag erkennst.
  2. Perspektive: Erkläre an einem Foto, warum ein Bildausschnitt immer auch etwas weglässt.
  3. Virtualität: Nenne eine digitale Umgebung, in der Du Dich bewegen oder umsehen kannst, und beschreibe, was daran virtuell ist.
Selbstkontrolle
Gute Antworten nennen nicht nur ein Beispiel, sondern ein Kriterium: Quellenbezug, Geltungsanspruch, erfundene Welt, digitale Modellierung, Auswahl oder Perspektive.


Grundbegriffe: Nicht alles passt auf eine Wahr-Falsch-Linie

Begriff Kurz erklärt Prüffrage
Wirklichkeitsbezug Eine Darstellung bezieht sich auf reale Ereignisse, Personen, Orte oder Sachverhalte. Was soll als tatsächlich geschehen oder vorhanden gelten?
Fiktionalität Ein Text oder Film entwirft eine erfundene Welt und erhebt nicht denselben Wahrheitsanspruch wie ein Bericht. Welche Welt wird gestaltet?
Inszenierung Etwas wird bewusst arrangiert, ausgewählt oder für eine Wirkung dargestellt. Was wurde für die Darstellung gestaltet?
Virtualität Eine mögliche oder digital erzeugte Wirklichkeit wird erfahrbar gemacht. Was kann ich sehen, erleben oder tun, obwohl es nicht in derselben Form physisch vor mir liegt?
Simulation Ein Modell bildet ausgewählte Eigenschaften oder Abläufe eines Systems nach. Welche Aspekte werden nachgebildet und welche fehlen?
Wichtig
Fiktion ist nicht automatisch Lüge. Ein Roman kann offen erfunden sein. Eine Falschmeldung dagegen gibt eine unzutreffende Behauptung als verlässliche Information aus.
Virtuell ist nicht automatisch falsch. Eine virtuelle Darstellung kann auf sorgfältig erhobenen realen Daten beruhen, frei erfunden sein oder beides verbinden.


Visualisierung: Von der Wirklichkeit zur Wirkung

Wirklichkeit / Material Auswahl Gestaltung Darstellung Wirkung
Ereignis, Text, Bild, Daten Ausschnitt, Quelle Sprache, Kamera, Schnitt, Ton, Filter Post, Film, Text, VR Eindruck, Deutung, Emotion

Merke: Auch eine sehr realistisch wirkende Darstellung bleibt eine Darstellung.


Analyse-Werkzeug: Die fünf Wirklichkeitsfragen

Frage Dein Analyseauftrag
1. Wer zeigt? Quelle, Urheber oder herausgebende Stelle bestimmen.
2. Was wird ausgewählt? Sichtbares, Hörbares, Hervorgehobenes und Ausgelassenes markieren.
3. Wie wird gestaltet? Sprache, Perspektive, Bild, Ton, Schnitt, Filter, Reihenfolge und Interaktion untersuchen.
4. Welcher Geltungsanspruch besteht? Prüfen, ob informiert, erzählt, geworben, inszeniert, simuliert oder fiktionalisiert wird.
5. Womit lässt es sich belegen? Originalmaterial, Quellen, Kontext und unabhängige Belege heranziehen.


Medienlabor 1: Film – Wirklichkeit im Bildrahmen

Ein Film legt fest, wo die Kamera steht, wann eine Aufnahme beginnt und endet und welche Bilder aufeinanderfolgen. Ton und Musik können dieselbe Szene zusätzlich verändern.


Experiment: Derselbe Film, andere Wirkung

Sieh Dir den kurzen historischen Film an. Beobachte zunächst nur Kamera, Bewegung und Bildausschnitt.

Datei:L'Arrivée d'un train en gare de La Ciotat (1897).webm

Höre danach nacheinander zwei Tonspuren. Stell Dir vor, sie würden unter dieselben Filmbilder gelegt.

Ton A: Regen

Ton B: Applaus

Arbeitsauftrag: Formuliere für jede Tonspur zwei Sätze zur veränderten Wirkung. Belege Deine Deutung mit mindestens einem konkreten Bild- oder Tonmerkmal.

Lösungskern
Der Bildinhalt bleibt gleich, doch der Ton kann Stimmung und Erwartung verändern. Entscheidend ist, dass Du Wirkung nicht nur behauptest, sondern an wahrnehmbaren Merkmalen belegst.


Filmisches Erzählen

Mittel Wirkung, die Du prüfen kannst
Bildausschnitt lenkt Aufmerksamkeit und blendet Umgebung aus
Kameraperspektive verändert Nähe, Distanz und Wirkung einer Figur oder Situation
Schnitt verbindet getrennte Aufnahmen zu einem Zusammenhang
Montage erzeugt durch die Reihenfolge von Bildern neue Bedeutungen
Ton und Musik beeinflussen Atmosphäre, Tempo und Erwartung

Vergleichsimpuls: Der Zugfilm nutzt eine reale Situation als Aufnahmegegenstand. Das Motiv aus Le Voyage dans la Lune zeigt dagegen sichtbar eine fantastische Filmwelt. Beide sind gestaltet.


Medienlabor 2: Social Media – auswählen, zuspitzen, verbreiten

Ein Social-Media-Post verbindet oft Bild, Text, Ton, Kommentar, Hashtag und Reaktionen. Schon die Auswahl eines einzelnen Moments kann eine Situation stark zuspitzen. Zusätzlich bestimmt die Plattform, welche Beiträge Dir in welcher Reihenfolge angezeigt werden.

Prüfe deshalb nicht nur: „Ist das Bild echt?“

Prüfe auch: „Passt die Behauptung zum Bild, zum Kontext und zu verlässlichen Quellen?“

Videoauftrag: Notiere drei Prüfschritte aus dem klicksafe-Video. Wende sie anschließend auf einen neutralen Beispielpost an, ohne personenbezogene Daten zu verwenden.

Vergleichsauftrag: Erkläre, warum häufiges Teilen keine Aussage automatisch wahr macht. Unterscheide Reichweite und Belegqualität.


Mini-Fall: Ein Post behauptet zu viel

Beispielpost, Eigenmaterial: „Auf diesem Foto ist die ganze Innenstadt menschenleer. Also will heute niemand einkaufen.“

Markiere: Welche Aussage ist direkt am Bild überprüfbar? Welche Schlussfolgerung geht über das Bild hinaus? Welche Zusatzinformation wäre nötig?

Lösungshinweis
Ein einzelnes Foto kann einen Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt zeigen. Die Aussage über „die ganze Innenstadt“ und über die Motive aller Menschen lässt sich daraus nicht sicher ableiten. Nötig wären unter anderem Ort, Zeitpunkt, weiterer Kontext und zusätzliche Beobachtungen oder Daten.


Medienlabor 3: Virtualität und Simulation

In einer virtuellen Umgebung kann ein Raum so dargestellt werden, dass Du Dich scheinbar darin befindest oder Deine Blickrichtung verändern kannst. Das kann Immersion erzeugen: den Eindruck, in eine dargestellte Umgebung einzutauchen.

Eine virtuelle Darstellung kann reale Orte rekonstruieren, zukünftige Möglichkeiten simulieren oder vollständig fiktionale Räume erzeugen. Deshalb musst Du auch hier nach Quelle, Auswahl und Modellierung fragen.

360-Grad-Auftrag: Untersuche das WDR-Video zum Kölner Dom. Vergleiche es mit einem gewöhnlichen Film: Was darfst Du selbst auswählen? Was wurde trotzdem bereits von den Produzierenden festgelegt?

Lösungskern
In einer 360-Grad-Aufnahme kannst Du die Blickrichtung stärker selbst wählen. Aufnahmeort, Aufnahmezeit, technische Perspektive, Ton, Dauer und das überhaupt Aufgenommene sind dennoch vorgegeben. Mehr Interaktivität bedeutet daher nicht automatisch vollständige Wirklichkeit.


Simulation prüfen

Eine Simulation ... Frage auf E-Niveau
vereinfacht Welche Faktoren wurden weggelassen?
modelliert Welche Annahmen liegen dem Modell zugrunde?
reagiert Welche Eingaben verändern das Ergebnis?
erzeugt plausible Szenarien Welche Ergebnisse sind möglich, aber nicht sicher vorhergesagt?


Medienlabor 4: Literarische Texte – erfundene Welten ernst nehmen

Literarische Texte können erfundene Figuren, Orte und Ereignisse entwerfen. Entscheidend ist nicht nur, ob etwas „wirklich passiert“ ist, sondern wie die fiktionale Welt gestaltet ist und welche Deutungen der Text ermöglicht.

Kurzes gemeinfreies Textsignal:

„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich ... zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“

Quelle: Franz Kafka, Die Verwandlung, 1915, kurzer Ausschnitt aus dem Anfang.

Markierauftrag: Markiere sprachliche Elemente, die alltäglich wirken, und das Element, das die erzählte Welt radikal verändert. Formuliere danach eine Deutungshypothese zur Wirkung dieses Gegensatzes.

Lösungshinweis
Alltagssignale wie Erwachen, Morgen und Bett treffen auf die unmögliche Verwandlung. Gerade die sachliche Verbindung von Alltäglichem und Ungeheuerlichem kann Irritation erzeugen. Eine überzeugende Deutung nennt Textmerkmale und erklärt ihre Wirkung.


Eigenmaterial: Mikrotext „Der zweite Himmel“

Text: Im virtuellen Museum öffnet Lio ein Fenster. Dahinter liegt ein blauer Himmel. Er geht näher. Das Fenster zeigt keine Straße, sondern ein zweites Museum, in dem eine Figur mit seinem Namen gerade dasselbe Fenster öffnet.

Analyseauftrag: Entwickle zwei unterschiedliche Deutungen. Belege jede Deutung mit mindestens zwei Textdetails. Entscheide anschließend, welche Deutung Du überzeugender findest, und begründe Deine Entscheidung.

Merkkasten Mehrdeutigkeit
Auf E-Niveau reicht es nicht, eine Deutung zu nennen. Du prüfst konkurrierende Lesarten am Text und erklärst, warum bestimmte Belege eine Lesart stärker stützen als eine andere.


KI-Spirale: KI nutzen, ohne die eigene Textarbeit abzugeben

Arbeitsweg
Aufgabe verstehen → selbst denken → eigenen Lösungsansatz entwickeln → konkrete KI-Frage stellen → Ausgabe kritisch mit Originaltext, Regel, Wörterbuch oder verlässlicher Quelle vergleichen → Fehler, Unsicherheiten und erfundene Angaben erkennen → eigene Lösung verbessern → KI-Unterstützung transparent kennzeichnen.

KI ersetzt keine eigene Textarbeit.


KI-Prüfauftrag

Lass Dir von einer KI zu einem von Dir untersuchten Medienbeispiel eine Analysehypothese formulieren. Übernimm sie nicht sofort.

  1. Originalbeleg: Prüfe jede konkrete Behauptung am Originalmaterial.
  2. Quellenprüfung: Kontrolliere überprüfbare Sachangaben mit mindestens einer verlässlichen Quelle.
  3. Unsicherheit: Markiere Aussagen, für die die KI keinen Beleg liefert.
  4. Überarbeitung: Formuliere Deine eigene, belegte Fassung.
  5. Transparenz: Kennzeichne knapp, wobei KI geholfen hat.


Übungsatelier: untersuchen statt nur konsumieren

Station Tätigkeit Produkt
Markieren Behauptung, Beobachtung, Wertung und Deutung in einem Post unterscheiden farbig markierter Text
Ordnen Medienbeispiele nach Wirklichkeitsbezug, Fiktion, Inszenierung, Simulation und Virtualität sortieren begründete Zuordnung
Vergleichen dieselbe Situation in Film, Post und Text gegenüberstellen Vergleichstabelle
Kommentieren Wirkung eines Bild-, Ton- oder Sprachmittels erklären Fachkommentar
Recherchieren Quelle, Kontext und Gegenbelege suchen Kurz-Dossier
Belegen Aussagen mit Textstellen, Bilddetails oder Quellen absichern belegte Analyse
Gestalten dieselbe Ausgangssituation bewusst unterschiedlich darstellen zwei Medienversionen plus Reflexion


Hilfestufen

Hilfe Wenn Du festhängst ...
Hilfe 1 – beobachten Schreibe nur auf, was Du tatsächlich siehst, hörst oder liest. Noch keine Deutung.
Hilfe 2 – analysieren Suche Auswahl, Perspektive, Sprache, Ton, Schnitt, Filter, Reihenfolge oder Interaktion.
Hilfe 3 – formulieren Nutze: „Die Darstellung wirkt ... , weil ... . Das lässt sich an ... belegen. Gleichzeitig bleibt offen ... .“


Differenziertes Feedback

Dein Stand Rückmeldung Nächster Schritt
Beobachtung vorhanden Du benennst konkrete Merkmale. Erkläre jetzt ihre Wirkung.
Analyse vorhanden Du verknüpfst Merkmal und Wirkung. Prüfe Auslassungen, Alternativen und Geltungsanspruch.
Reflexion vorhanden Du vergleichst Deutungen und belegst Deine Entscheidung. Übertrage das Verfahren auf ein anderes Medium.


Lösungsmuster für Analysen

Eine starke Antwort folgt häufig diesem Muster:

Schritt Beispielstruktur
Beobachtung „Der Beitrag zeigt nur einen engen Ausschnitt.“
Analyse „Dadurch fehlen Informationen über die Umgebung.“
Wirkung „Die Situation kann leerer oder dramatischer wirken.“
Prüfung „Für die Behauptung brauche ich weitere Aufnahmen oder eine unabhängige Quelle.“
Urteil „Die Darstellung ist daher als Ausschnitt brauchbar, reicht allein aber nicht für die weitreichende Schlussfolgerung.“


Wiederholung und Transfer


Kompetenzcheck

Bewerte Dich nach der Bearbeitung selbst.

Ich kann ... noch unsicher meistens sicher und mit Beleg
Wirklichkeitsbezug und Fiktionalität unterscheiden
Inszenierung und Auswahl erkennen
virtuelle Darstellungen kritisch analysieren
Filmgestaltung fachsprachlich beschreiben
Quellen und KI-Ausgaben prüfen
konkurrierende Deutungen begründet vergleichen


Transfer: Ein fotorealistisches Bild ist noch kein Beleg

Du erhältst ein fotorealistisches Bild eines angeblichen neuen Freizeitparks. Die Quelle ist unbekannt.

Auftrag: Entwickle einen Prüfplan mit fünf Schritten. Berücksichtige Bildquelle, Veröffentlichungsort, Rückwärtssuche oder Vergleichssuche, unabhängige Quellen und mögliche KI-Erzeugung. Formuliere am Ende eine vorsichtige Aussage, die nur das behauptet, was tatsächlich belegt ist.


Reflexion

Frage Deine Notiz
Welche Darstellung wirkte auf Dich besonders „echt“ und warum?
Wann hast Du Wirkung mit Wahrheit verwechselt?
Welches Gestaltungsmittel beeinflusst Deine Wahrnehmung am stärksten?
Wo bleibt trotz Recherche Unsicherheit?
Wie hat sich Deine Nutzung von KI durch die KI-Spirale verändert?


Folgekurs-Empfehlung

Als nächste Lernschritte eignen sich Filmanalyse, Quellenkritik, Desinformation, Erzählperspektive, Medienwirkung und Künstliche Intelligenz und Medienkompetenz.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet einen fiktionalen Text am besten? (Er entwirft eine erzählte Welt ohne denselben Wahrheitsanspruch wie ein Bericht) (!Er enthält grundsätzlich keine realen Orte) (!Er ist immer eine bewusste Lüge) (!Er darf keine überprüfbaren Informationen enthalten)




Warum ist ein Foto immer auch eine Auswahl? (Es zeigt nur einen bestimmten Ausschnitt zu einem bestimmten Zeitpunkt) (!Es kann grundsätzlich nichts Reales zeigen) (!Es besteht immer vollständig aus künstlich erzeugten Pixeln) (!Es hat niemals eine Quelle)




Was solltest Du bei einem weitreichenden Social Media Post zuerst prüfen? (Ob Behauptung, Kontext und verlässliche Quellen zusammenpassen) (!Wie viele Emojis verwendet werden) (!Ob der Beitrag besonders kurz ist) (!Ob viele Personen denselben Beitrag mögen)




Was beschreibt Montage im Film? (Das bedeutungsbildende Verbinden und Anordnen von Aufnahmen) (!Das Drucken eines Romans) (!Das Erstellen eines Benutzerkontos) (!Das Messen einer Bildschirmgröße)




Was ist ein wichtiges Merkmal virtueller Darstellungen? (Sie können eine digital erfahrbare mögliche oder modellierte Umgebung erzeugen) (!Sie sind immer vollständig frei erfunden) (!Sie bilden grundsätzlich alles aus der Wirklichkeit ab) (!Sie besitzen niemals einen Wirklichkeitsbezug)




Was kann bei einem 360 Grad Video stärker von Dir selbst gesteuert werden? (Die Blickrichtung innerhalb der aufgenommenen Umgebung) (!Der ursprüngliche Aufnahmezeitpunkt) (!Der reale Ort der Aufnahme) (!Die Auswahl dessen was überhaupt aufgenommen wurde)




Wozu dient eine Simulation? (Sie bildet ausgewählte Eigenschaften oder Abläufe eines Systems modellhaft nach) (!Sie beweist automatisch ein zukünftiges Ereignis) (!Sie zeigt immer eine vollständige Wirklichkeit) (!Sie ersetzt jede Quellenprüfung)




Was macht eine Deutung auf E Niveau überzeugend? (Sie wird an konkreten Text oder Medienmerkmalen belegt und mit Alternativen verglichen) (!Sie ist möglichst lang) (!Sie enthält ausschließlich persönliche Gefühle) (!Sie verzichtet auf Belege)




Welcher Schritt gehört zur KI Spirale? (KI Aussagen mit Originaltext und verlässlichen Quellen vergleichen) (!Die erste KI Antwort ungeprüft übernehmen) (!Eigene Gedanken vor der KI Nutzung vermeiden) (!KI Unterstützung grundsätzlich verschweigen)




Warum ist große Reichweite kein Wahrheitsbeleg? (Häufiges Teilen sagt nichts Sicheres über die Qualität der Belege aus) (!Reichweite entsteht nur durch gedruckte Texte) (!Geteilte Beiträge können nicht kommentiert werden) (!Wahre Informationen werden nie geteilt)





Memory

Wirklichkeitsbezug Bezug auf reale Ereignisse oder Sachverhalte
Fiktion Entwurf einer erfundenen Welt
Virtualität erfahrbare mögliche oder digital erzeugte Wirklichkeit
Inszenierung bewusst gestaltete Darstellung
Montage bedeutungsbildende Verbindung von Aufnahmen
Quelle Ursprung einer Information
Immersion Eindruck des Eintauchens in eine mediale Umgebung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Funktion
Bildausschnitt Auswahl eines sichtbaren Bereichs
Filter Veränderung der visuellen Gestaltung
360-Grad-Ansicht steuerbare Rundumsicht in einer Aufnahme
Erzählfigur Teil einer fiktionalen Welt
Quellenbeleg Grundlage für die Überprüfung einer Behauptung






Kreuzworträtsel

Ausschnitt Welcher Begriff bezeichnet den ausgewählten sichtbaren Teil eines Bildes?
Montage Wie heißt das bedeutungsbildende Verbinden von Filmaufnahmen?
Fiktion Wie heißt eine bewusst entworfene erzählte Welt?
Virtualität Welcher Begriff bezeichnet eine mögliche oder digital erfahrbare Wirklichkeit?
Quelle Wie heißt der Ursprung einer Information?
Immersion Wie nennt man den Eindruck des Eintauchens in eine virtuelle Umgebung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Medien bilden Wirklichkeit nicht vollständig ab, sondern treffen eine

. Ein enger Bildbereich wird als

bezeichnet. Ein erfundener literarischer Weltentwurf gehört zur

. Eine digital erfahrbare mögliche Wirklichkeit kann als

beschrieben werden. Im Film verbindet die

einzelne Aufnahmen zu Bedeutungszusammenhängen. Der Eindruck des Eintauchens in eine virtuelle Umgebung heißt

. Eine Behauptung sollte mit einer verlässlichen

überprüft werden. Bei KI-Unterstützung musst Du die Ausgabe kritisch

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bildausschnitt: Fotografiere einen neutralen Gegenstand oder Ort zweimal so, dass die beiden Ausschnitte unterschiedliche Eindrücke erzeugen. Schreibe zu jedem Bild einen sachlichen Kommentar und erkläre die Wirkung des Ausschnitts.
  2. Hörwirkung: Höre die Regen- und Applausaufnahme aus dem Kurs. Schreibe zu jeder Tonspur eine kurze Szene und markiere, welche Erwartungen allein durch den Ton entstehen.
  3. Fiktionalität: Markiere im Mikrotext „Der zweite Himmel“ drei Signale für eine fiktionale oder virtuelle Welt und erkläre eines davon.
  4. Quellenfrage: Erstelle zu einem neutralen Beispielpost fünf Fragen, die Du vor dem Teilen klären würdest.


Standard

  1. Filmanalyse: Untersuche den historischen Zugfilm nach Bildausschnitt, Kamerastandpunkt, Bewegung und möglicher Wirkung. Belege jede Aussage an einem beobachtbaren Detail.
  2. 360-Grad-Video: Vergleiche das WDR-360-Grad-Video mit einem linearen Video. Formuliere mindestens drei Unterschiede zwischen Nutzerwahl und Produktionsentscheidung.
  3. Social Media: Erstelle zwei unterschiedlich gerahmte Posts über dieselbe erfundene Veranstaltung. Zeige anschließend, wie Überschrift, Bildauswahl und Auslassung die Wirkung verändern.
  4. KI-Spirale: Entwickle zuerst selbst eine Analyse eines Medienbeispiels. Stelle danach einer KI eine präzise Frage, prüfe die Ausgabe an Deinem Original und dokumentiere mindestens eine Verbesserung.


Schwer

  1. Medienvergleich: Stelle dasselbe Thema als kurzen Bericht, fiktionale Miniatur und Social-Media-Post dar. Vergleiche Geltungsanspruch, Auswahl und Wirkung.
  2. Storyboard: Verwandle einen kurzen gemeinfreien oder eigenen literarischen Text in ein sechsteiliges Storyboard. Begründe Perspektive, Bildausschnitt, Reihenfolge und Tonidee.
  3. Recherche: Untersuche eine öffentlich zugängliche, unproblematische Medienbehauptung. Dokumentiere Quelle, Gegenprüfung, Unsicherheiten und Dein begründetes Ergebnis, ohne unnötige personenbezogene Daten zu sammeln.
  4. Virtualität und Wirklichkeit: Entwirf ein Konzept für eine virtuelle Darstellung Deiner Schule oder eines erfundenen Lernortes. Entscheide bewusst, was realitätsnah modelliert, vereinfacht oder fiktional ergänzt wird, und reflektiere die Folgen dieser Entscheidungen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Film: Zwei Videos zeigen dieselbe Demonstration eines naturwissenschaftlichen Experiments, aber aus unterschiedlichen Kamerapositionen und mit unterschiedlicher Musik. Entwickle Kriterien, mit denen Du die Wirkung beider Videos vergleichst, ohne vorschnell über ihre sachliche Richtigkeit zu urteilen.
  2. Transfer Social Media: Ein Beitrag nutzt ein echtes Foto, verbindet es aber mit einer unbelegten Behauptung. Erkläre, warum „echtes Bild“ und „wahre Aussage“ nicht dasselbe sind, und entwirf einen Prüfweg.
  3. Transfer Literatur: Ein Roman verwendet reale Ortsnamen und historische Daten, erzählt aber erfundene Figurenhandlungen. Erkläre, wie Wirklichkeitsbezug und Fiktionalität gleichzeitig vorhanden sein können.
  4. Transfer Virtualität: Eine virtuelle Stadtansicht wirkt fotorealistisch. Begründe, welche Fragen Du stellen musst, bevor Du sie als verlässliche Darstellung eines realen Ortes nutzt.
  5. Transfer Simulation: Zwei Simulationen liefern unterschiedliche Ergebnisse. Entwickle drei mögliche Gründe dafür und erkläre, welche Informationen Du über die Modelle brauchst.
  6. Transfer KI: Eine KI behauptet in einer Textanalyse, eine Figur habe an einer bestimmten Stelle Angst, obwohl der Originaltext das nicht ausdrücklich sagt. Zeige, wie Du zwischen Textbeleg, plausibler Deutung und erfundener Angabe unterscheidest.


Erwartungshorizont zur Lernkontrolle

Eine starke Leistung ... Erkennbar an ...
analysiert konkreten Medien- oder Textmerkmalen
belegt überprüfbaren Textstellen, Bilddetails oder Quellen
differenziert der Trennung von Beobachtung, Deutung und Behauptung
vergleicht klaren gemeinsamen Kriterien
reflektiert Grenzen, Auslassungen, Alternativen und Unsicherheiten
transferiert der Anwendung des Werkzeugs auf neue Medienformen


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. Fachbegriffe: Wirklichkeitsbezug, Fiktionalität, Virtualität, Inszenierung, Simulation, Montage, Perspektive und Immersion korrekt verwenden.
  2. Analyse: konkrete Gestaltungsmerkmale erkennen und ihre Wirkung erklären.
  3. Belege: Aussagen an Textstellen, Bilddetails oder überprüfbaren Quellen absichern.
  4. Vergleich: unterschiedliche Medien nach denselben Kriterien untersuchen.
  5. Mehrdeutigkeit: alternative Deutungen berücksichtigen und begründet gegeneinander abwägen.
  6. Quellenkritik: Geltungsanspruch, Kontext, Quelle und Unsicherheiten prüfen.
  7. Transfer: das Analyseverfahren auf unbekannte Beispiele anwenden.
  8. KI-Kompetenz: KI-Ausgaben prüfen, Fehler erkennen, die eigene Lösung verbessern und KI-Unterstützung transparent kennzeichnen.




OERs zum Thema

Wikipedia: Fiktion

Wikipedia: Virtualität

Freie Mediensuche: Nutze für eigene Projekte bevorzugt Wikimedia Commons und prüfe jeweils die Lizenzangaben auf der Dateiseite.


Medien und Rechte

Material Rechtehinweis
Wikimedia-Commons-Bilder, Audios und historische Filmdateien dieses Kurses Lizenz beziehungsweise Gemeinfreiheit auf der jeweiligen Commons-Dateiseite prüfen und bei eigener Weiterverwendung korrekt angeben
Kafka-Kurzzitat funktionaler kurzer Ausschnitt aus einem gemeinfreien Werk
Mikrotexte und Aufgaben dieses aiMOOC neu erstelltes Lernmaterial
eingebettete YouTube-Videos nur als externe Lernmedien eingebettet; bei eigener Weiterveröffentlichung gelten die Rechte der jeweiligen Anbieter


Weiterführende geprüfte Lernmedien

Planet Schule: Medien – Realität und Fiktion im Film

klicksafe: Falschmeldungen erkennen und Quellen kritisch prüfen


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