Der Holocaust - Deutschland (Völkermord, Verantwortung und Erinnerung; Schule 9–13; Geschichte; viele Medien; Sprache an

Der Holocaust - Deutschland (Völkermord, Verantwortung und Erinnerung; Schule 9–13; Geschichte; viele Medien; Sprache an
Der Holocaust - Deutschland (Völkermord, Verantwortung und Erinnerung; Schule 9–13; Geschichte; viele Medien; Sprache angepasst; mittellanger Text; exakt diesen Titel übernehmen)
Einleitung
Der Holocaust – auch Shoah genannt – war die systematische Verfolgung und Ermordung von etwa sechs Millionen europäischen Jüdinnen und Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Verbündeten und Helfer. Der Völkermord entwickelte sich nicht plötzlich. Zwischen 1933 und 1945 radikalisierte sich die nationalsozialistische Politik Schritt für Schritt: von antisemitischer Propaganda, gesellschaftlicher Ausgrenzung und gesetzlichen Verboten über Enteignung, Gewalt und Deportationen bis zum systematischen Massenmord.
In diesem aiMOOC untersuchst Du besonders die Rolle Deutschlands. Du lernst, wie der NS-Staat Verfolgung organisierte, welche Institutionen und Menschen daran beteiligt waren, wie sich Handlungsspielräume unterschieden und wie nach 1945 mit Schuld, Verantwortung und Erinnerung umgegangen wurde. Dabei ist eine wichtige Unterscheidung nötig: Nachgeborene tragen keine persönliche Schuld an Verbrechen, die sie nicht begangen haben. Historische und gesellschaftliche Verantwortung bedeutet jedoch, die Verbrechen zu kennen, die Opfer zu würdigen, Täterstrukturen aufzuklären, Quellen kritisch zu prüfen und Menschenfeindlichkeit sowie Antisemitismus entgegenzutreten.

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin ist eine zentrale deutsche Gedenkstätte für die jüdischen Opfer des Holocaust. Es wurde 2005 eröffnet. Sein Stelenfeld und der unterirdische „Ort der Information“ verbinden öffentliches Gedenken mit historischer Dokumentation.
Was bedeutet Holocaust?
Der Begriff Holocaust bezeichnet im historischen Fachgebrauch vor allem die von NS-Deutschland betriebene systematische Verfolgung und Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden. Der hebräische Begriff Shoah bedeutet ungefähr „Katastrophe“ oder „Vernichtung“ und wird ebenfalls häufig verwendet. Etwa sechs Millionen jüdische Menschen wurden ermordet – Frauen, Männer und Kinder.
Der nationalsozialistische Staat verfolgte, entrechtete, deportierte und ermordete außerdem Millionen weitere Menschen. Dazu gehörten unter anderem Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, polnische und sowjetische Zivilpersonen, sowjetische Kriegsgefangene, politische Gegnerinnen und Gegner, homosexuelle Männer, Zeuginnen und Zeugen Jehovas sowie Menschen, die von den Nationalsozialisten rassistisch oder als „gemeinschaftsfremd“ stigmatisiert wurden. Die verschiedenen Verfolgungsgeschichten hatten unterschiedliche Ziele, Abläufe und Dimensionen. Deshalb ist es wichtig, sie jeweils genau zu benennen und nicht unterschiedslos gleichzusetzen.
Antisemitismus und nationalsozialistische Ideologie
Antisemitismus bezeichnet Feindschaft, Vorurteile und Verschwörungsbilder gegenüber jüdischen Menschen oder dem Judentum. Antisemitische Vorstellungen gab es lange vor dem Nationalsozialismus. Die Nationalsozialisten radikalisierten sie zu einer rassistischen Weltanschauung. Jüdinnen und Juden wurden unabhängig von ihrer eigenen Religion aufgrund zugeschriebener „Abstammung“ ausgegrenzt. Diese Einteilung beruhte nicht auf Wissenschaft, sondern auf rassistischer Ideologie und Pseudowissenschaft.
Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 begann der NS-Staat, politische Gegner auszuschalten und eine Diktatur zu errichten. Gleichzeitig wurden jüdische Menschen zunehmend aus Berufen, Schulen, Vereinen, Kultur und öffentlichem Leben verdrängt. Propaganda stellte sie als angebliche Gefahr dar. Gesetze, Verwaltungsvorschriften, wirtschaftlicher Druck und Gewalt griffen ineinander.
Von der Ausgrenzung zur Entrechtung
1935 schufen die Nürnberger Gesetze eine zentrale rechtliche Grundlage der antisemitischen Ausgrenzung. Jüdischen Menschen wurden grundlegende Bürgerrechte entzogen. Eheschließungen und Beziehungen zwischen als „jüdisch“ und als „deutschblütig“ definierten Menschen wurden verboten. Der Staat machte rassistische Kategorien damit zum Bestandteil des Rechts.

Die abgebildete historische Tafel zeigt, wie die Nationalsozialisten Menschen anhand ihrer Großeltern in rassistische Kategorien einteilten. Als Quelle ist sie nur mit kritischer Distanz zu lesen: Sie dokumentiert nicht biologische Tatsachen, sondern die menschenverachtende Rassenideologie und Verwaltungspraxis des NS-Staates.
Am 9. und 10. November 1938 erreichte die Gewalt im Deutschen Reich mit den Novemberpogromen eine neue Stufe. Synagogen wurden angezündet, Geschäfte zerstört, Wohnungen verwüstet und jüdische Menschen misshandelt und ermordet. Etwa 30.000 jüdische Männer wurden in Konzentrationslager verschleppt. Staatliche Stellen und Parteiorganisationen steuerten oder ermöglichten die Gewalt.
Krieg, Deportation und Massenmord
Mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg in Europa. Durch die Eroberung großer Gebiete gerieten Millionen weitere jüdische Menschen unter deutsche Herrschaft. In besetzten Gebieten wurden Ghettos eingerichtet, Eigentum geraubt und Menschen zu Zwangsarbeit gezwungen.
Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 eskalierte der Massenmord. Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD sowie weitere deutsche Einheiten und lokale Helfer erschossen hunderttausende jüdische Männer, Frauen und Kinder. Auch Teile von Polizei und Wehrmacht waren an Verbrechen beteiligt oder unterstützten sie.
Ab September 1941 mussten viele jüdische Menschen im Deutschen Reich einen gelben Stern mit der Aufschrift „Jude“ sichtbar an ihrer Kleidung tragen. Das Zeichen diente der öffentlichen Kennzeichnung, Kontrolle und weiteren Ausgrenzung.

Im Herbst 1941 begannen systematische Deportationen aus dem Deutschen Reich in Ghettos, Konzentrationslager und später unmittelbar in Vernichtungslager. Die Verschleppungen fanden nicht irgendwo im Verborgenen statt: Menschen wurden aus Wohnungen geholt, an Sammelstellen gebracht, registriert und mit Zügen abtransportiert.

Das heutige Mahnmal Gleis 17 am Bahnhof Berlin-Grunewald erinnert an Tausende Jüdinnen und Juden, die von dort deportiert wurden. Solche Orte zeigen, dass der Holocaust auf ein Netzwerk aus Behörden, Polizei, Verkehrswegen, Verwaltung und vielen einzelnen Entscheidungen angewiesen war.
Die Wannsee-Konferenz
Am 20. Januar 1942 trafen sich in einer Villa am Berliner Wannsee fünfzehn hochrangige Vertreter von SS, Ministerien und Parteidienststellen. Die Wannseekonferenz war nicht der Moment, in dem der Holocaust „beschlossen“ wurde. Der Massenmord hatte bereits begonnen. Die Konferenz diente vor allem dazu, die bereits laufende sogenannte „Endlösung der Judenfrage“ zwischen verschiedenen Behörden zu koordinieren.

Die Wannsee-Konferenz macht sichtbar, welche Bedeutung Verwaltung und Bürokratie für die Durchführung eines Völkermords haben können. Hinter scheinbar sachlicher Amtssprache standen Deportation, Zwangsarbeit und Mord. Für die historische Quellenarbeit ist deshalb entscheidend, nationalsozialistische Begriffe nicht unkritisch zu übernehmen, sondern ihre verschleiernde Funktion zu erklären.
Vernichtungslager und Auschwitz-Birkenau
Im besetzten Polen errichtete NS-Deutschland Vernichtungslager, in denen Menschen gezielt und massenhaft ermordet wurden. Dazu gehörten unter anderem Kulmhof, Bełżec, Sobibór, Treblinka, Majdanek und Auschwitz-Birkenau. In mehreren dieser Lager wurden Gaskammern eingesetzt.
Auschwitz-Birkenau war Konzentrations- und Vernichtungslager zugleich und ist heute zu einem zentralen Symbol des Holocaust geworden. Dorthin wurden Menschen aus vielen Ländern Europas deportiert. Die meisten jüdischen Deportierten, die bei der Ankunft als nicht arbeitsfähig eingestuft wurden, wurden unmittelbar ermordet. Andere wurden zu Zwangsarbeit gezwungen und waren Hunger, Krankheiten, Misshandlungen und willkürlichem Terror ausgesetzt.

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee Auschwitz. Dieser Tag ist in Deutschland seit 1996 der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und seit 2005 auch internationaler Holocaust-Gedenktag der Vereinten Nationen.
Täter, Mitwirkende, Zuschauende, Helfende und Widerstand
Der Holocaust wurde von der Führung des NS-Staates geplant und vorangetrieben, aber seine Durchführung erforderte zahlreiche Institutionen. Beteiligt waren unter anderem SS, Polizei, Ministerien, Finanz- und Kommunalverwaltungen, Teile der Wehrmacht, die Reichsbahn und weitere staatliche sowie wirtschaftliche Akteure. In den besetzten und verbündeten Ländern wirkten außerdem unterschiedliche Kollaborateure mit.
Nicht alle Menschen in Deutschland handelten gleich. Es gab überzeugte Täter, Profiteure, Mitwirkende, Wegsehende, Angepasste, Helferinnen und Helfer sowie Menschen im Widerstand. Manche versteckten Verfolgte, beschafften Papiere oder unterstützten Fluchten. Solche Hilfen konnten lebensgefährlich sein. Sie dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Verfolgte häufig isoliert waren und die Möglichkeiten zur Rettung begrenzt blieben.
Eine historische Analyse fragt deshalb nicht nur: „Wer war schuld?“, sondern genauer: Wer entschied? Wer organisierte? Wer führte Befehle aus? Wer profitierte? Wer wusste etwas? Wer hatte Handlungsspielräume? Wer widersetzte sich – und unter welchen Bedingungen?
Verantwortung nach 1945
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 begann die juristische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen. Die Nürnberger Prozesse von 1945 und 1946 sowie weitere Verfahren machten erstmals führende Vertreter des NS-Regimes vor internationalen Gerichten verantwortlich. Dennoch wurden viele Täter nie verurteilt. In beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften verlief die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit widersprüchlich und über Jahrzehnte hinweg.
In der Bundesrepublik Deutschland gab es zunächst neben Strafverfolgung und Entschädigungsregelungen auch Verdrängung, personelle Kontinuitäten und gesellschaftliches Schweigen. Prozesse wie der Frankfurter Auschwitzprozess von 1963 bis 1965 verstärkten die öffentliche Auseinandersetzung. In der DDR stand das staatliche Selbstbild eines „antifaschistischen“ Staates im Mittelpunkt. Der kommunistische Widerstand wurde stark betont, während die spezifische Verfolgung und Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden lange weniger Raum erhielt. In beiden deutschen Staaten veränderte sich Erinnerung im Laufe der Zeit.
Verantwortung ist nicht dasselbe wie persönliche Schuld. Menschen, die nach 1945 geboren wurden, sind nicht persönlich schuldig an den Verbrechen des NS-Staates. Eine demokratische Gesellschaft kann dennoch Verantwortung dafür übernehmen, Wissen weiterzugeben, Opfer und ihre Familien ernst zu nehmen, Tätergeschichte zu erforschen, geraubtes Eigentum und Unrecht aufzuarbeiten und Antisemitismus, Rassismus und autoritären Ideologien entgegenzutreten.
Erinnerungskultur in Deutschland
Erinnerungskultur umfasst die Formen, in denen eine Gesellschaft an Vergangenheit erinnert: Gedenktage, Denkmäler, Museen, Gedenkstätten, Schulunterricht, Bücher, Filme, Familiengeschichten, digitale Projekte und öffentliche Debatten. Erinnerung ist nicht statisch. Sie verändert sich mit neuen Generationen, Forschungsergebnissen, Medien und gesellschaftlichen Fragen.
Das Berliner Denkmal für die ermordeten Juden Europas, KZ-Gedenkstätten, ehemalige Synagogen, Deportationsorte und lokale Initiativen machen unterschiedliche Ebenen der Erinnerung sichtbar. Einen besonders dezentralen Ansatz verfolgt das Kunstprojekt Stolpersteine. Kleine Messingtafeln vor früheren Wohnorten erinnern an einzelne Menschen, die verfolgt, vertrieben, deportiert oder ermordet wurden.

Erinnerungskultur soll historische Menschen nicht nur als anonyme Opferzahlen darstellen. Biografien können zeigen, dass die Ermordeten Familien, Berufe, Interessen, Beziehungen und Zukunftspläne hatten. Zugleich braucht biografisches Lernen Respekt: Fotos, Briefe und Zeugnisse sollen nicht sensationsorientiert verwendet werden.
Quellen kritisch prüfen
Beim Thema Holocaust begegnen Dir sehr unterschiedliche Quellen: Gesetze, Täterdokumente, Verwaltungsakten, Fotos, Tagebücher, Briefe, Gerichtsakten, Interviews mit Überlebenden und spätere Erinnerungen. Jede Quelle hat eine Entstehungssituation und eine Perspektive.
Bei NS-Dokumenten ist besondere Vorsicht nötig. Begriffe wie „Endlösung“, „Evakuierung“ oder „Sonderbehandlung“ konnten Verbrechen verschleiern. Historische Fotos können von Propagandastellen aufgenommen worden sein und zeigen nur einen Ausschnitt. Erinnerungsberichte von Überlebenden sind unverzichtbare persönliche Zeugnisse, müssen aber wie alle Quellen nach Entstehungszeit, Kontext und Fragestellung untersucht werden.
Auch im Internet ist Quellenkritik entscheidend. Holocaustleugnung und Holocaustverzerrung arbeiten häufig mit aus dem Zusammenhang gerissenen Dokumenten, erfundenen Behauptungen oder scheinbar wissenschaftlicher Sprache. Verlässliche Informationen findest Du besonders bei wissenschaftlichen Einrichtungen, Gedenkstätten, Archiven und anerkannten Bildungsinstitutionen.
Erinnerung und Gegenwart
Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust kann helfen zu verstehen, wie demokratische Rechte zerstört, Minderheiten ausgegrenzt und staatliche Institutionen für Verbrechen eingesetzt werden können. Geschichte liefert dabei keine einfachen Gleichsetzungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Historische Situationen müssen in ihrem jeweiligen Kontext untersucht werden.
Für die Gegenwart folgt daraus eine Aufgabe: Menschenrechte und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Antisemitische Verschwörungserzählungen, rassistische Abwertung und die Entmenschlichung von Gruppen können früh erkannt und zurückgewiesen werden. Historisches Lernen verbindet deshalb Wissen über konkrete Ereignisse mit der Fähigkeit, Quellen zu prüfen, Verantwortung zu diskutieren und die Würde jedes Menschen zu achten.
Zentrale Begriffe
- Holocaust: Systematische Verfolgung und Ermordung von etwa sechs Millionen europäischen Jüdinnen und Juden durch NS-Deutschland und seine Verbündeten und Helfer.
- Shoah: Hebräischer Begriff für die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden.
- Antisemitismus: Feindschaft, Vorurteile oder Verschwörungsbilder gegenüber jüdischen Menschen oder dem Judentum.
- Nürnberger Gesetze: Antisemitische und rassistische Gesetze von 1935, die jüdische Menschen entrechteten.
- Deportation: Gewaltsame Verschleppung von Menschen an einen anderen Ort.
- Wannseekonferenz: Treffen hoher NS-Funktionäre und Beamter am 20. Januar 1942 zur Koordination der bereits laufenden systematischen Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden.
- Vernichtungslager: Lager, die von NS-Deutschland vor allem zum systematischen Massenmord eingerichtet wurden.
- Erinnerungskultur: Gesellschaftliche Formen des Erinnerns, Gedenkens und historischen Auseinandersetzens.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bezeichnet der Holocaust im engeren historischen Sinn? (Die systematische Verfolgung und Ermordung von etwa sechs Millionen europäischen Jüdinnen und Juden) (!Den gesamten Zweiten Weltkrieg) (!Nur die Novemberpogrome von 1938) (!Nur die Verfolgung politischer Gegner)
Welche Funktion hatten die Nürnberger Gesetze von 1935? (Sie machten antisemitische und rassistische Ausgrenzung zu staatlichem Recht) (!Sie stellten die Demokratie in Deutschland wieder her) (!Sie beendeten die Verfolgung jüdischer Menschen) (!Sie regelten die Befreiung der Konzentrationslager)
Was geschah bei den Novemberpogromen 1938? (Synagogen und Geschäfte wurden zerstört und jüdische Menschen verfolgt und verschleppt) (!Deutschland kapitulierte im Zweiten Weltkrieg) (!Auschwitz wurde befreit) (!Die Nürnberger Prozesse begannen)
Was änderte sich nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941 besonders deutlich? (Der Massenmord an jüdischen Menschen wurde stark ausgeweitet) (!Die nationalsozialistische Judenverfolgung wurde beendet) (!Alle Konzentrationslager wurden geschlossen) (!Deutschland führte freie Wahlen ein)
Welche Aussage zur Wannsee-Konferenz ist richtig? (Sie koordinierte die bereits laufende systematische Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden) (!Dort begann erstmals Antisemitismus in Europa) (!Dort wurde Deutschland 1945 geteilt) (!Dort wurden die Nürnberger Prozesse eröffnet)
Welche Bedeutung hatten Deportationen im Holocaust? (Sie dienten der gewaltsamen Verschleppung von Verfolgten in Ghettos und Lager) (!Sie ermöglichten Verfolgten eine freiwillige Urlaubsreise) (!Sie waren Teil demokratischer Wahlen) (!Sie bezeichneten den Wiederaufbau zerstörter Städte)
Warum ist Auschwitz-Birkenau ein zentraler Erinnerungsort? (Dort wurden sehr viele Menschen in einem Konzentrations- und Vernichtungslager verfolgt und ermordet) (!Dort wurde das Grundgesetz beschlossen) (!Dort fand die Wannsee-Konferenz statt) (!Dort begann 1933 der Reichstagsbrand)
Was bedeutet historische Verantwortung für nach 1945 geborene Menschen am treffendsten? (Sie sollen Geschichte kennen und Menschenrechte sowie demokratische Werte schützen) (!Sie tragen automatisch persönliche Schuld an den NS-Verbrechen) (!Sie dürfen sich mit der Vergangenheit nicht beschäftigen) (!Sie müssen alle historischen Entscheidungen rechtfertigen)
Warum müssen nationalsozialistische Quellen kritisch gelesen werden? (Ihre Sprache kann Ideologie und Verbrechen verschleiern) (!Sie enthalten grundsätzlich keine Wörter) (!Sie wurden immer erst nach 1945 geschrieben) (!Sie berichten ausschließlich aus der Sicht der Opfer)
Was gehört zur Erinnerungskultur? (Gedenkstätten Denkmäler Bildungsarbeit und öffentliche Auseinandersetzung) (!Nur private Familienfotos ohne historischen Bezug) (!Nur militärische Siegesfeiern) (!Nur Schulnoten im Fach Geschichte)
Memory
| Holocaust | Völkermord an etwa sechs Millionen europäischen Jüdinnen und Juden |
| Nürnberger Gesetze | Staatliche rassistische Entrechtung ab 1935 |
| Novemberpogrome | Reichsweite antijüdische Gewalt im November 1938 |
| Wannseekonferenz | Koordination der systematischen Ermordung |
| Deportation | Gewaltsame Verschleppung |
| Auschwitz-Birkenau | Konzentrations- und Vernichtungslager |
| Stolpersteine | Dezentrale Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum |
| Erinnerungskultur | Gesellschaftliche Formen des Gedenkens |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Ausgrenzung | Boykotte und Ausschluss aus Berufen |
| Entrechtung | Nürnberger Gesetze |
| Gewalteskalation | Novemberpogrome |
| Deportation | Verschleppung in Ghettos und Lager |
| Massenmord | Massenerschießungen und Vernichtungslager |
...
Kreuzworträtsel
| Shoah | Welcher hebräische Begriff wird häufig für den Holocaust verwendet? |
| Wannsee | An welchem Berliner See fand 1942 eine wichtige Koordinationskonferenz statt? |
| Auschwitz | Welcher Lagerkomplex wurde zu einem zentralen Symbol des Holocaust? |
| Deportation | Wie heißt die gewaltsame Verschleppung von Menschen an einen anderen Ort? |
| Stolperstein | Wie heißt ein dezentrales Erinnerungszeichen aus Messing im Straßenraum? |
| Erinnerung | Welcher Begriff bezeichnet das bewusste Gedenken an Vergangenes? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffslexikon Holocaust: Gestalte ein einseitiges Glossar mit acht wichtigen Begriffen aus dem Lerntext und erkläre sie in eigenen Worten.
- Zeitleiste Holocaust: Erstelle eine Zeitleiste von 1933 bis 1945 mit mindestens sechs Wendepunkten und einem kurzen Erklärungssatz zu jedem Ereignis.
- Bildanalyse Nürnberger Gesetze: Untersuche die historische Tafel zu den Nürnberger Gesetzen. Beschreibe zuerst nur, was Du siehst, und erkläre anschließend, welche rassistische Ideologie darin sichtbar wird.
- Erinnerungsort vor Ort: Suche in Deiner Umgebung nach einem Stolperstein, einer Gedenktafel oder einem anderen Erinnerungsort und dokumentiere, an wen oder was dort erinnert wird.
Standard
- Quellenkritik Nationalsozialismus: Wähle eine historische Quelle aus einem seriösen Archiv und untersuche Urheber, Zeitpunkt, Adressaten, Sprache, Zweck und Aussagegrenzen.
- Biografie eines Verfolgten: Recherchiere respektvoll die Lebensgeschichte einer vom NS-Regime verfolgten Person und gestalte eine kurze biografische Präsentation, die das Leben nicht auf die Verfolgung reduziert.
- Gedenkstätten vergleichen: Vergleiche das Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit einem lokalen Erinnerungsort. Untersuche Gestaltung, Zielgruppe, Informationsangebot und Wirkung.
- Podcast Erinnerungskultur: Produziere einen fünf- bis achtminütigen Podcast darüber, warum sich Formen des Erinnerns zwischen 1945 und heute verändert haben.
Schwer
- Schuld und Verantwortung: Verfasse einen argumentativen Text zur Frage, wie persönliche Schuld und historische Verantwortung voneinander unterschieden werden können.
- BRD und DDR Erinnerungskultur: Untersuche Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Umgang mit NS-Verbrechen in Bundesrepublik und DDR. Arbeite mit mindestens drei seriösen Quellen.
- Digitales Erinnerungsprojekt: Entwickle ein Konzept für ein digitales Erinnerungsangebot für Jugendliche. Begründe, wie Du Quellen prüfst, Opfer würdig darstellst und Holocaustverzerrung vermeidest.
- Wannseekonferenz historisch beurteilen: Prüfe die verbreitete Aussage, auf der Wannsee-Konferenz sei der Holocaust „beschlossen“ worden. Formuliere anschließend ein quellenbasiertes historisches Urteil.


Lernkontrolle
- Radikalisierungsprozess erklären: Entwickle ein Schaubild, das zeigt, wie Propaganda, Gesetze, Gewalt, Krieg, Deportation und Massenmord miteinander verbunden waren. Erkläre mindestens drei Ursache-Wirkungs-Beziehungen.
- Institutionen und Verantwortung: Erläutere an einem selbst gewählten Beispiel, warum ein Völkermord nicht allein durch einzelne Führungspersonen durchgeführt werden kann. Beziehe Verwaltung, Infrastruktur und individuelle Entscheidungen ein.
- Erinnerungsformen bewerten: Vergleiche Stolpersteine mit einer zentralen Gedenkstätte. Beurteile, welche Stärken und Grenzen beide Formen für historisches Lernen besitzen.
- Umgang mit Holocaustverzerrung: Stell Dir vor, in einem sozialen Netzwerk wird eine irreführende Behauptung über den Holocaust verbreitet. Entwickle ein Vorgehen, mit dem Du die Behauptung überprüfst und sachlich widerlegst.
- Historische Sprache untersuchen: Erkläre, warum verschleiernde Begriffe in Täterdokumenten problematisch sind, und zeige an einem Beispiel, wie historische Quellen kritisch kontextualisiert werden können.
- Gegenwartsbezug reflektieren: Formuliere, welche Bedeutung das Wissen über den Holocaust für den Schutz von Menschenwürde und Demokratie haben kann, ohne Vergangenheit und Gegenwart vorschnell gleichzusetzen.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du historische Fakten nicht nur wiedergeben, sondern Zusammenhänge erklären und Quellen kritisch beurteilen kannst.
- Begriffssicherheit: Du kannst Holocaust, Shoah, Antisemitismus, Deportation, Vernichtungslager und Erinnerungskultur fachlich angemessen erklären.
- Chronologie: Du kannst zentrale Schritte der Verfolgung von 1933 bis 1945 zeitlich einordnen und ihre Radikalisierung erklären.
- Völkermord: Du kannst darstellen, wie aus Ausgrenzung und Entrechtung ein systematisch organisierter Massenmord wurde.
- Akteure und Institutionen: Du kannst unterschiedliche Rollen von Führung, Behörden, Polizei, Infrastruktur, Mitwirkenden, Zuschauenden, Helfenden und Widerstand unterscheiden.
- Quellenkompetenz: Du kannst Entstehung, Sprache, Perspektive und Aussagegrenzen historischer Quellen untersuchen.
- Verantwortung: Du kannst persönliche Schuld von historischer und gesellschaftlicher Verantwortung unterscheiden.
- Erinnerungskultur: Du kannst verschiedene Formen des Gedenkens beschreiben, vergleichen und begründet bewerten.
- Transfer: Du kannst erklären, warum historische Bildung über den Holocaust für Menschenrechte, Demokratie und den Umgang mit Antisemitismus bedeutsam ist.
OERs zum Thema
Weiterführende freie und seriöse Angebote
- Holocaust-Enzyklopädie des United States Holocaust Memorial Museum: Artikel, Karten, Fotos, Dokumente und Zeitzeugenmaterial.
- Bundeszentrale für politische Bildung: Dossiers zu Nationalsozialismus, Holocaust und Erinnerungskultur.
- Haus der Wannsee-Konferenz: Quellen, Bildungsangebote und Informationen zur Wannsee-Konferenz.
- Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas: Informationen zu zentralen Gedenkorten in Berlin.
- Yad Vashem: Forschung, Dokumentation, Biografien und Bildungsangebote zum Holocaust.
Verknüpfte Lernbereiche
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