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Citizen Science für Artenvielfalt - Baden-Württemberg

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Citizen Science für Artenvielfalt - Baden-Württemberg




Citizen Science für Artenvielfalt - Baden-Württemberg


Einleitung

Citizen Science bedeutet, dass Menschen außerhalb professioneller Forschung aktiv an wissenschaftlichen Projekten mitarbeiten. Auf Deutsch wird dafür häufig der Begriff Bürgerwissenschaft verwendet. Du kannst zum Beispiel Tiere, Pflanzen oder Pilze beobachten, Arten bestimmen, Funde fotografieren, Ort und Datum notieren und Deine Beobachtungen an geeignete Forschungs- oder Meldeplattformen übermitteln.

Gerade für die Artenvielfalt ist diese Mitarbeit wertvoll: Fachleute können nicht gleichzeitig an jedem Waldrand, Bach, Schulgarten oder auf jeder Streuobstwiese beobachten. Viele Menschen an vielen Orten können deshalb zusätzliche Daten liefern. Werden Beobachtungen nach nachvollziehbaren Regeln dokumentiert, geprüft und über längere Zeit gesammelt, entstehen wichtige Informationen über Vorkommen und Veränderungen von Arten.

In Baden-Württemberg gibt es mehr als 50.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Um ihren Zustand und ihre Entwicklung beurteilen zu können, werden Arten und Lebensräume beobachtet und wiederholt erfasst. Auch ehrenamtlich Aktive wirken an solchen Erfassungen mit.

Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende ab Klasse 5 bis zur Oberstufe sowie an alle Menschen, die lebenslang Natur beobachten und dabei wissenschaftlich arbeiten möchten. Jüngere Lernende können zunächst gut erkennbare Arten dokumentieren. Fortgeschrittene können standardisierte Untersuchungen planen, Datensätze auswerten und die Aussagekraft von Beobachtungen kritisch beurteilen.


Was hat Citizen Science mit Biologie zu tun?

In der Biologie untersuchen Forschende Lebewesen, ihre Merkmale, ihre Verwandtschaft, ihre Lebensräume und ihre Wechselwirkungen. Wer Arten beobachtet, arbeitet deshalb an grundlegenden biologischen Fragen:

  1. Taxonomie: Welche Art wurde beobachtet?
  2. Ökologie: In welchem Lebensraum kommt die Art vor?
  3. Phänologie: Zu welcher Jahreszeit tritt sie auf oder zeigt bestimmte Entwicklungsstadien?
  4. Populationsbiologie: Wie häufig wird eine Art an einem Ort beobachtet?
  5. Naturschutzbiologie: Welche Veränderungen können für Schutzmaßnahmen bedeutsam sein?

Für gute Citizen-Science-Daten reicht es nicht, nur ein schönes Foto aufzunehmen. Wichtig ist eine nachvollziehbare Dokumentation. Dazu gehören je nach Projekt beispielsweise Art oder Artengruppe, Datum, Fundort, Anzahl der beobachteten Individuen, Lebensraum, Foto oder Tonaufnahme und die verwendete Beobachtungsmethode.


Artenvielfalt in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg besitzt sehr unterschiedliche Landschaften: den Schwarzwald, die Schwäbische Alb, die Oberrheinebene, den Bodenseeraum, Flüsse, Wälder, Wiesen, Weinberge, Moore, Städte und zahlreiche Kulturlandschaften. Diese Vielfalt an Lebensräumen ermöglicht das Vorkommen vieler verschiedener Arten.

Eine besonders typische Kulturlandschaft sind Streuobstwiesen. Alte Obstbäume, Wiesenpflanzen, Höhlen, Totholz und unterschiedliche Kleinstrukturen können dort zahlreichen Organismen Lebensraum bieten. Solche Orte eignen sich gut für schulische Beobachtungsprojekte, solange Tiere, Pflanzen und Lebensräume nicht beeinträchtigt werden.


Von der Beobachtung zum wissenschaftlich nutzbaren Datensatz

Eine zufällige Sichtung kann interessant sein. Für Forschung wird sie besonders wertvoll, wenn andere Menschen später nachvollziehen können, was, wo, wann und möglichst auch wie beobachtet wurde.

Ein sinnvoller Ablauf besteht aus fünf Schritten:

  1. Beobachtung: Schau genau hin und vermeide unnötige Störungen.
  2. Dokumentation: Notiere Datum, Uhrzeit, Ort, Lebensraum und weitere relevante Angaben.
  3. Bestimmung: Bestimme die Art so genau, wie Du es sicher kannst.
  4. Beleg: Fertige nach Möglichkeit ein Foto, eine Tonaufnahme oder eine andere geeignete Dokumentation an.
  5. Datenmeldung: Übermittle den Fund nur an eine für das Projekt geeignete Plattform und beachte deren Regeln.

Wenn Du eine Art nicht sicher bestimmen kannst, ist das kein Grund zu raten. Eine korrekte Angabe wie „unbestimmte Libelle“ kann wissenschaftlich sinnvoller sein als ein falscher Artname. Fachleute können gute Fotos oder Tonaufnahmen oft später überprüfen.


Beobachten, ohne zu stören

Citizen Science soll Naturwissen vergrößern und Naturschutz unterstützen. Deshalb gilt: Die Beobachtung darf nicht wichtiger werden als das Wohlergehen eines Tieres oder der Schutz eines Lebensraums.

Du solltest Tiere nicht für ein Foto anfassen, Nester nicht öffnen, Amphibien nicht unnötig aus Gewässern nehmen und geschützte Pflanzen nicht pflücken. Bleibe auf Wegen, wenn Schutzgebietsregeln dies verlangen. Bei seltenen oder störungsempfindlichen Arten können genaue Fundorte sensibel sein. Folge deshalb immer den Vorgaben des jeweiligen Projekts oder der zuständigen Naturschutzstelle.

Auch die eigene Sicherheit ist wichtig: Beobachtungen an Straßen, steilen Hängen, Gewässern oder in der Dunkelheit benötigen besondere Vorsicht. Schulprojekte sollten vorab durch Lehrkräfte geplant und an Alter, Ort und Wetter angepasst werden.


LUBW: Arten melden in Baden-Württemberg

Die LUBW betreibt Meldeangebote, über die ausgewählte Tierbeobachtungen aus Baden-Württemberg gemeldet werden können. Dazu gehören unter anderem Feuersalamander, Europäische Gottesanbeterin, Hirschkäfer, Laubfrosch und Weinbergschnecke. Nach aktuellem Stand verlangt die Online-Meldeplattform für diese Meldungen ein Foto als Dateianhang.

Der abgebildete Feuersalamander wurde bei Murrhardt in Baden-Württemberg fotografiert. Gerade bei auffälligen Arten kann ein Foto helfen, eine Beobachtung zu überprüfen.

Auch der Hirschkäfer gehört zu den Arten, für die Beobachtungen in Baden-Württemberg von besonderem Interesse sein können. Das gezeigte Weibchen wurde bei Nürtingen aufgenommen.

Für die Asiatische Hornisse gibt es bei der LUBW einen gesonderten Meldeweg. Da Meldeangebote verändert oder erweitert werden können, solltest Du vor einer echten Meldung immer die aktuellen Hinweise der LUBW prüfen.


Landesweite Artenkartierung

Citizen Science kann weit über einzelne Zufallsbeobachtungen hinausgehen. Ein Beispiel ist die Landesweite Artenkartierung Amphibien und Reptilien in Baden-Württemberg. Sie wird gemeinsam von der LUBW und dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart koordiniert und durch ehrenamtliche Kartierende unterstützt.

Bei einer systematischen Kartierung wird nicht nur dort geschaut, wo zufällig gerade ein Tier auftaucht. Beobachtungen folgen einem festgelegten räumlichen und methodischen Vorgehen. Dadurch werden Daten besser vergleichbar.

Ein wichtiger Unterschied lautet deshalb:

Zufallsfund: „Heute habe ich an einem Teich einen Frosch gesehen.“

Standardisierte Erfassung: „In einem festgelegten Gebiet wurde zu einer bestimmten Zeit nach einer vereinbarten Methode nach Amphibien gesucht und das Ergebnis dokumentiert.“

Beides kann wertvoll sein, beantwortet aber unterschiedliche wissenschaftliche Fragen.


Beispiel Laubfrosch

Der Europäische Laubfrosch ist durch seine grüne Färbung und seine Haftscheiben auffällig. Besonders in der Fortpflanzungszeit können die Rufe der Männchen wichtige Hinweise auf Vorkommen geben.

Eine Tonaufnahme kann bei manchen Tiergruppen ebenso wertvoll sein wie ein Foto. Vogelstimmen, Froschrufe oder Heuschreckengesänge lassen sich mit Übung unterscheiden. Für wissenschaftliche Meldungen sollte jedoch nur eine Bestimmung angegeben werden, die ausreichend sicher ist.


Beispiel Gottesanbeterin

Die Europäische Gottesanbeterin ist ein auffälliges Insekt mit zu Fangbeinen umgebildeten Vorderbeinen. Beobachtungen können helfen, ihre Verbreitung zu dokumentieren.

Bei mobilen Arten ist eine genaue Orts- und Zeitangabe besonders wichtig. Ein einzelnes Tier beweist nicht automatisch, dass sich an diesem Ort eine dauerhaft bestehende Population befindet. Für solche Aussagen braucht man meist mehrere Beobachtungen oder gezielte Untersuchungen.


Beispiel Fließgewässer

Citizen Science ist nicht auf einzelne auffällige Arten beschränkt. Auch ganze Lebensräume können untersucht werden. Beim Citizen-Science-Projekt FLOW wurden kleine Fließgewässer unter anderem anhand ihrer Struktur, ausgewählter chemischer Messwerte und wirbelloser Gewässerorganismen untersucht. Auch Gruppen aus Baden-Württemberg beteiligten sich daran.

Solche Projekte zeigen, dass biologische Daten häufig mit Umweltfaktoren verbunden werden. Die Beobachtung einer Art kann beispielsweise mit Wassertemperatur, Gewässerstruktur, Vegetation oder Landnutzung in Beziehung gesetzt werden.

Libellen sind eng an Gewässer gebunden, weil ihre Larven im Wasser leben. Eine Libellenbeobachtung kann deshalb ein Ausgangspunkt sein, um über Lebenszyklen, Gewässerökologie und Habitatansprüche zu forschen.


Datenqualität: Warum gute Notizen entscheidend sind

Ein großer Datensatz ist nicht automatisch ein guter Datensatz. Wissenschaftlich nützliche Beobachtungen brauchen möglichst klare Angaben und nachvollziehbare Methoden.

Beispiel für eine schwache Dokumentation:

„Großer Käfer im Wald gesehen.“

Beispiel für eine bessere Dokumentation:

„18. Juni, 20:15 Uhr; Waldrand nahe einer Streuobstwiese; ein großer Käfer auf einem liegenden Eichenast; zwei Fotos; genaue Artbestimmung noch unsicher.“

Die zweite Notiz enthält mehr Informationen und macht Unsicherheit sichtbar. Das ist wissenschaftlich wichtig. Gute Forschung versucht nicht, Unsicherheiten zu verstecken, sondern sie zu beschreiben.


Beobachtungsfehler und Verzerrungen

Citizen-Science-Daten können typische Verzerrungen enthalten. Besonders leicht zugängliche Orte werden häufiger besucht als abgelegene Gebiete. Auffällige und beliebte Arten werden häufiger gemeldet als unscheinbare. Bei gutem Wetter gehen mehr Menschen nach draußen als bei Dauerregen. Außerdem unterscheiden sich Beobachtende in ihrer Artenkenntnis.

Solche Effekte nennt man in der Forschung unter anderem Verzerrungen der Stichprobe. Deshalb dürfen aus Citizen-Science-Daten nicht automatisch einfache Aussagen wie „doppelt so viele Meldungen bedeuten doppelt so viele Tiere“ abgeleitet werden.

Fortgeschrittene Lernende können deshalb fragen:

  1. Wurde in beiden Vergleichsjahren gleich intensiv gesucht?
  2. Wurde dieselbe Methode verwendet?
  3. Waren dieselben Flächen zugänglich?
  4. Haben sich Zahl und Erfahrung der Beobachtenden verändert?
  5. Können Wetter oder Jahreszeit die Zahl der Funde beeinflusst haben?


Was kann eine Schule untersuchen?

Ein schulisches Projekt muss nicht mit seltenen Arten beginnen. Häufige Arten und gut erreichbare Lebensräume eignen sich oft besser. Eine Klasse kann beispielsweise auf dem Schulgelände, im Schulgarten oder in einem benachbarten Park wiederholt beobachten.

Mögliche Untersuchungsfragen sind:

  1. Welche blühenden Pflanzen werden in einem festgelegten Beet von Insekten besucht?
  2. Welche Vogelarten lassen sich zu unterschiedlichen Tageszeiten beobachten?
  3. Wann erscheinen im Jahresverlauf die ersten Blüten ausgewählter Pflanzen?
  4. Wie unterscheiden sich eine kurz gemähte Rasenfläche und eine seltener gemähte Wiese hinsichtlich beobachtbarer Arten?
  5. Welche Tiere werden an einem naturnahen Teich beobachtet?

Wichtig ist, die Methode schon vor Beginn festzulegen. Wenn eine Gruppe zehn Minuten beobachtet und eine andere eine Stunde, sind die Ergebnisse nur eingeschränkt vergleichbar.


Ein einfaches Beobachtungsprotokoll

Für ein erstes Schulprojekt kann eine Tabelle mit folgenden Feldern genügen:

Feld Beispiel
Datum 14. Mai
Uhrzeit 10:30 Uhr
Ort Schulgarten, Blühfläche
Art oder Artengruppe Hummel
Anzahl 3 gleichzeitig beobachtete Tiere
Verhalten Blütenbesuch
Wetter sonnig, schwacher Wind
Beleg Foto vorhanden
Bestimmungssicherheit Art nicht sicher bestimmt

Für anspruchsvollere Projekte können Koordinaten, Beobachtungsdauer, Flächengröße, Methode, Temperatur oder Habitatmerkmale ergänzt werden.


Vom einzelnen Fund zur langfristigen Beobachtung

Besonders aussagekräftig wird Naturbeobachtung, wenn sie wiederholt wird. Wird jedes Jahr in derselben Woche, am selben Ort und nach derselben Methode beobachtet, entsteht eine Zeitreihe.

Eine Zeitreihe kann Veränderungen sichtbar machen. Trotzdem ist Vorsicht nötig: Ein Rückgang der beobachteten Tiere kann verschiedene Ursachen haben. Vielleicht hat sich tatsächlich die Population verändert. Vielleicht war das Wetter ungeeignet. Vielleicht begann die Aktivitätsphase der Art in diesem Jahr früher. Wissenschaft bedeutet deshalb nicht nur Daten sammeln, sondern auch alternative Erklärungen prüfen.


Digitale Werkzeuge und Datenschutz

Smartphones können Fotos, Tonaufnahmen, Uhrzeit und Standortdaten erfassen. Das erleichtert Citizen Science, bringt aber auch Verantwortung mit sich.

Prüfe vor dem Hochladen:

  1. Welche personenbezogenen Daten werden gespeichert?
  2. Werden genaue Koordinaten öffentlich angezeigt?
  3. Enthält ein Foto erkennbare Personen?
  4. Darfst Du die Aufnahme veröffentlichen?
  5. Welche Nutzungsbedingungen gelten für die Plattform?

Bei Schulprojekten müssen zusätzlich schulische Datenschutzregeln und Altersvorgaben digitaler Dienste beachtet werden. Eine Lehrkraft kann Beobachtungen auch zunächst offline sammeln und später über einen geeigneten Zugang melden.


Citizen Science und lebenslanges Lernen

Artenkenntnis wächst durch wiederholte Begegnung mit der Natur. Ein Kind kann zunächst lernen, Käfer, Schmetterlinge und Libellen zu unterscheiden. Später können Familien, Jugendliche, Studierende oder Erwachsene einzelne Arten sicher bestimmen, Kartiermethoden erlernen oder sich langfristig an Monitoringprogrammen beteiligen.

In Baden-Württemberg gibt es außerdem Angebote zur Qualifizierung in Artenkenntnis. Damit verbindet Citizen Science Naturerfahrung, wissenschaftliches Denken und gesellschaftliches Engagement.


Quellen und weiterführende Informationen

  1. Citizen Science: Überblick zum Begriff und zu Formen der Bürgerwissenschaft.
  2. Biodiversität: Grundlagen zur biologischen Vielfalt.
  3. LUBW: Informationen zu Artenmeldungen und Artenerfassung in Baden-Württemberg.
  4. LUBW – Artenfunde melden
  5. LUBW – Arten erfassen
  6. Umweltportal Baden-Württemberg – Artenvielfalt-Monitoring
  7. Umweltportal Baden-Württemberg – Ehrenamtliche Artenkartierung


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was beschreibt Citizen Science am besten? (Bürgerinnen und Bürger wirken an wissenschaftlichen Projekten mit) (!Nur Universitäten dürfen Daten sammeln) (!Naturbeobachtung findet nur im Labor statt) (!Citizen Science bezeichnet ausschließlich Computersimulationen)




Welche Angabe gehört zu einer gut dokumentierten Artenbeobachtung? (Datum und Fundort) (!Lieblingsfarbe der beobachtenden Person) (!Name der nächsten Großstadt ohne Fundort) (!Nur eine Vermutung ohne Beobachtung)




Warum ist ein Foto bei einer Artenmeldung hilfreich? (Es kann die Überprüfung einer Bestimmung unterstützen) (!Es beweist immer die Größe einer Population) (!Es ersetzt automatisch Datum und Fundort) (!Es macht jede Artbestimmung unfehlbar)




Was ist bei einer unsicheren Artbestimmung sinnvoll? (Die Unsicherheit offen angeben) (!Eine Art zufällig auswählen) (!Den Fundort erfinden) (!Mehr Tiere eintragen als beobachtet wurden)




Warum sind standardisierte Methoden wichtig? (Sie machen Beobachtungen besser vergleichbar) (!Sie garantieren immer dieselbe Artenzahl) (!Sie verhindern jede Unsicherheit) (!Sie machen Fotos grundsätzlich überflüssig)




Welche Einrichtung betreibt in Baden-Württemberg Angebote zum Melden ausgewählter Arten? (LUBW) (!Bundestag) (!Deutsche Bahn) (!Europäische Zentralbank)




Welche der folgenden Arten gehört zu den von der LUBW genannten Meldearten? (Feuersalamander) (!Eisbär) (!Koala) (!Kaiserpinguin)




Was sollte beim Beobachten wildlebender Tiere Vorrang haben? (Das Vermeiden unnötiger Störungen) (!Ein möglichst nahes Selfie) (!Das Einfangen jedes Tieres) (!Das Entfernen von Pflanzen am Fundort)




Was ist eine Zeitreihe in einem Beobachtungsprojekt? (Wiederholte Datenerhebung über einen längeren Zeitraum) (!Eine einmalige Beobachtung ohne Datum) (!Eine Liste erfundener Arten) (!Eine Sammlung ohne festgelegten Ort)




Warum bedeuten doppelt so viele Meldungen nicht automatisch doppelt so viele Tiere? (Die Beobachtungsintensität kann sich verändert haben) (!Weil Arten nie gezählt werden können) (!Weil Wetter keinen Einfluss auf Beobachtungen hat) (!Weil alle Citizen Science Daten gleich sind)





Memory

Citizen Science Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an Forschung
Biodiversität Vielfalt von Genen Arten und Ökosystemen
Fundort Ort einer Beobachtung
Monitoring Wiederholte systematische Erfassung
Belegfoto Dokumentation zur Überprüfung eines Fundes
Taxonomie Wissenschaftliche Einordnung von Lebewesen
Zeitreihe Wiederholte Messungen über längere Zeit





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Beobachten Lebewesen aufmerksam wahrnehmen
Dokumentieren Datum Ort und weitere Angaben festhalten
Bestimmen Beobachtung einer Art oder Artengruppe zuordnen
Prüfen Unsicherheiten und mögliche Fehler kontrollieren
Melden Daten an eine geeignete Plattform übermitteln





Kreuzworträtsel

Monitoring Wie heißt eine wiederholte systematische Erfassung?
Fundort Wie nennt man den Ort einer Beobachtung?
Salamander Welcher auffällige Schwanzlurch kann über die LUBW gemeldet werden?
Hirschkäfer Welcher große Käfer gehört zu den genannten Meldearten?
Laubfrosch Welcher grüne Frosch kann durch seine Rufe auffallen?
Taxonomie Wie heißt die biologische Wissenschaft der Einordnung und Benennung von Organismen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Bei

beteiligen sich Bürgerinnen und Bürger an wissenschaftlichen Projekten. Eine Artenbeobachtung wird besonders wertvoll, wenn der

nachvollziehbar dokumentiert ist. Neben dem Ort sollte auch das

einer Beobachtung festgehalten werden. Ein

kann Fachleuten helfen, eine Bestimmung zu überprüfen. Wiederholte systematische Erfassungen werden als

bezeichnet. In Baden-Württemberg betreibt die

Angebote zur Meldung ausgewählter Tierarten. Wer eine Art nicht sicher kennt, sollte seine

offen angeben. Bei Naturbeobachtungen muss der Schutz des

Vorrang vor einem spektakulären Foto haben. Für wissenschaftliche Vergleiche sollte die verwendete

möglichst gleich bleiben. Mehr Meldungen bedeuten nicht automatisch mehr Tiere, weil sich auch die

verändern kann.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Artenbeobachtung: Beobachte 15 Minuten lang einen sicheren Ort auf dem Schulgelände oder in Deiner Wohnumgebung und notiere alle erkennbaren Tiergruppen.
  2. Naturtagebuch: Gestalte eine Seite mit Datum, Wetter, Ort, Skizze und Beschreibung einer Naturbeobachtung.
  3. Belegfoto: Fotografiere eine häufige Pflanze oder ein ungefährliches Tier, ohne es zu berühren, und beschreibe, welche Merkmale auf dem Foto für eine Bestimmung hilfreich sind.
  4. Lebensraum: Suche drei unterschiedliche Kleinlebensräume in Deiner Umgebung und erkläre, welche Arten Du dort erwarten würdest.


Standard

  1. Beobachtungsprotokoll: Entwickle für Deine Klasse ein einheitliches Formular für Artenbeobachtungen und begründe jedes Datenfeld.
  2. Vergleichsuntersuchung: Vergleiche zwei Flächen mit derselben Beobachtungsdauer und derselben Methode hinsichtlich der beobachteten Arten oder Artengruppen.
  3. Phänologie: Beobachte über mehrere Wochen eine ausgewählte Pflanze und dokumentiere Knospen, Blüten, Früchte oder Blattveränderungen.
  4. Datenqualität: Tausche Beobachtungsprotokolle in einer Gruppe und prüfe, ob eine andere Person den Fund nachvollziehen könnte.


Schwer

  1. Citizen-Science-Projekt: Recherchiere ein aktuelles Citizen-Science-Projekt in Baden-Württemberg, analysiere dessen Methode und erkläre, wie die Daten wissenschaftlich genutzt werden können.
  2. Stichprobenverzerrung: Entwickle ein Beispiel, in dem mehr Meldungen fälschlicherweise als Zunahme einer Art interpretiert werden könnten, und zeige eine bessere Auswertungsstrategie.
  3. Schulmonitoring: Plane eine Untersuchung, die mindestens ein Schulhalbjahr wiederholt werden kann. Lege Forschungsfrage, Fläche, Beobachtungsdauer, Methode und Auswertung fest.
  4. Wissenschaftskommunikation: Produziere ein kurzes Erklärvideo oder einen Podcast darüber, wie man Arten beobachtet, dokumentiert und meldet, ohne Tiere oder Lebensräume zu stören.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Dateninterpretation: Zwei Klassen beobachten dieselbe Wiese. Klasse A sucht 10 Minuten und findet fünf Arten, Klasse B sucht 45 Minuten und findet zwölf Arten. Erkläre, warum ein direkter Vergleich problematisch ist und wie Du die Untersuchung verbessern würdest.
  2. Methodenkritik: Eine Gruppe dokumentiert nur besonders schöne Schmetterlinge. Beurteile, welche Verzerrung dadurch entstehen kann und wie ein systematischeres Vorgehen aussehen könnte.
  3. Transfer auf den Naturschutz: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie viele einzelne Beobachtungen gemeinsam eine Grundlage für Naturschutzentscheidungen bilden können.
  4. Unsicherheit: Du hast ein unscharfes Foto und vermutest eine seltene Art. Entwickle ein wissenschaftlich verantwortungsvolles Vorgehen vom Fund bis zu einer möglichen Meldung.
  5. Langzeitbeobachtung: Eine Art wird in einem Jahr deutlich seltener beobachtet als im Vorjahr. Nenne mindestens drei mögliche Erklärungen und beschreibe, welche zusätzlichen Daten helfen würden, zwischen ihnen zu unterscheiden.
  6. Projektplanung: Entwirf eine Citizen-Science-Untersuchung für Schulhof, Park, Bach oder Streuobstwiese und begründe, wie Du Vergleichbarkeit, Sicherheit und Naturschutz berücksichtigst.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur einzelne Arten kennst, sondern den gesamten Weg von einer Beobachtung zu wissenschaftlich nutzbaren Daten erklären und anwenden kannst.

  1. Du kannst Citizen Science in eigenen Worten erklären.
  2. Du kannst die Bedeutung von Biodiversität für biologische Forschung und Naturschutz erläutern.
  3. Du kannst eine Artenbeobachtung mit Datum, Ort, Art oder Artengruppe und weiteren sinnvollen Angaben dokumentieren.
  4. Du kannst zwischen einem Zufallsfund und einer standardisierten Erfassung unterscheiden.
  5. Du kannst erklären, warum Fotos, Tonaufnahmen oder andere Belege die Datenqualität verbessern können.
  6. Du kannst Unsicherheiten bei einer Artbestimmung transparent angeben.
  7. Du kannst typische Verzerrungen in Beobachtungsdaten erkennen.
  8. Du kannst begründen, warum gleiche Methoden für zeitliche und räumliche Vergleiche wichtig sind.
  9. Du kannst Regeln zum störungsarmen Beobachten und zum Schutz sensibler Arten anwenden.
  10. Du kannst einen kleinen Datensatz auswerten und vorsichtige Schlussfolgerungen formulieren.
  11. Du kannst ein eigenes altersgerechtes Citizen-Science-Projekt planen.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche

Citizen Science zur Artenvielfalt verbindet biologische Artenkenntnis mit Ökologie, wissenschaftlicher Datenerhebung, digitaler Dokumentation, Statistik und Naturschutz. Besonders wichtig ist die Verbindung zwischen genauem Beobachten und kritischem Denken: Gute Daten entstehen nicht nur durch viele Meldungen, sondern durch nachvollziehbare Methoden, sorgfältige Dokumentation und eine realistische Einschätzung von Unsicherheiten.


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