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Das duale Ausbildungssystem im Metallbauerhandwerk - Schmied 1

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Das duale Ausbildungssystem im Metallbauerhandwerk - Schmied 1




Das duale Ausbildungssystem im Metallbauerhandwerk - Schmied


Einleitung

Das traditionelle Wort Schmied bezeichnet eine Person, die Metalle vor allem durch Schmieden formt. Im heutigen deutschen Ausbildungssystem ist „Schmied“ im hier behandelten Bereich jedoch nicht die offizielle Bezeichnung eines eigenständigen Ausbildungsberufs. Die passende anerkannte Berufsbezeichnung lautet Metallbauer beziehungsweise Metallbauerin – Fachrichtung Metallgestaltung. Diese Fachrichtung verbindet handwerkliches Schmieden mit moderner Metalltechnik, Gestaltung, Konstruktion, Fügetechnik, Oberflächenbehandlung, Montage und Restaurierung.[1]

In diesem aiMOOC lernst Du, wie die duale Ausbildung aufgebaut ist, welche Aufgaben Betrieb, Berufsschule und Handwerkskammer übernehmen und welche beruflichen Handlungskompetenzen Du entwickelst. Der Schwerpunkt liegt auf der Fachrichtung Metallgestaltung und damit auf Tätigkeiten, die häufig mit dem Schmiedehandwerk verbunden werden.

Sicherheitshinweis: Praktische Schmiedearbeiten, Schweißarbeiten und Arbeiten an Maschinen dürfen nur an geeigneten Arbeitsplätzen, nach Unterweisung und unter fachkundiger Aufsicht durchgeführt werden. Dieser Lernkurs ersetzt keine betriebliche Sicherheitsunterweisung.


Berufsbild und richtige Fachbegriffe


Metallbauerhandwerk und Schmiedehandwerk

Metallbauerinnen und Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung fertigen unter anderem Gitter, Geländer, Tore, Beschläge, Leuchten, Einfassungen, Zierelemente und Gebrauchsgegenstände. Häufig entstehen Einzelstücke nach Kundenwunsch, nach technischen Zeichnungen oder nach eigenen Entwürfen. Auch das Instandsetzen und Restaurieren historischer Metallarbeiten kann zum Beruf gehören.[2]

Die Fachsprache unterscheidet mehrere Tätigkeitsbereiche:

  1. Warmumformen: Ein Werkstück wird auf eine geeignete Temperatur erwärmt und durch Druck oder Schläge dauerhaft geformt.
  2. Kaltumformen: Ein Werkstück wird ohne vorheriges Erwärmen umgeformt, soweit Werkstoff, Abmessung und Verfahren dies zulassen.
  3. Fügen: Bauteile werden lösbar oder unlösbar verbunden, beispielsweise durch Schrauben, Nieten, Löten oder Schweißen.
  4. Trennen: Werkstoffe werden beispielsweise gesägt, geschert, gebohrt, gemeißelt oder thermisch getrennt.
  5. Oberflächenbehandlung: Oberflächen werden gestaltet und gegen Korrosion geschützt.
  6. Restaurierung: Historische Bauteile werden dokumentiert, untersucht, erhalten, ergänzt oder fachgerecht rekonstruiert.

Der umgangssprachliche Ausdruck Schmiedeeisen wird oft für dekorative geschmiedete Metallarbeiten verwendet. Werkstofftechnisch bestehen heutige Bauteile jedoch häufig aus schmiedbaren Stählen. Deshalb sind Werkstoffbezeichnung, Werkstoffnummer, Lieferzustand und Verwendungszweck genauer als eine rein umgangssprachliche Bezeichnung.


Die drei Fachrichtungen

Der anerkannte Ausbildungsberuf Metallbauer beziehungsweise Metallbauerin wird in drei Fachrichtungen ausgebildet:

  1. Konstruktionstechnik: Herstellen und Montieren von Stahl- und Metallbaukonstruktionen, Türen, Toren, Fassaden, Treppen und Geländern.
  2. Metallgestaltung: Entwerfen und Herstellen gestalteter Bauteile, Schmiedeteile und Gebrauchsgegenstände sowie Restaurieren historischer Metallarbeiten.
  3. Nutzfahrzeugbau: Herstellen, Umbauen und Instandhalten von Fahrzeugrahmen, Aufbauten, Karosserien und fahrzeugtechnischen Systemen.

Dieser Lernkurs konzentriert sich auf die Fachrichtung Metallgestaltung. Viele Grundlagen wie Messen, Prüfen, Trennen, Fügen, Montieren und technisches Zeichnen gelten jedoch für alle Fachrichtungen.


Das duale Ausbildungssystem


Ausbildungsdauer und Lernorte

Die Ausbildung dauert regulär dreieinhalb Jahre beziehungsweise 42 Monate. Sie ist dual aufgebaut: Du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Ergänzend können Lehrgänge der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung stattfinden. Dort werden Fertigkeiten vermittelt, die ein einzelner Betrieb nicht in jedem Auftrag vollständig abdecken kann.[3]

Der Ausbildungsbetrieb vermittelt vor allem praktische berufliche Handlungskompetenz. Du arbeitest an realen oder ausbildungsbezogenen Kundenaufträgen, lernst Werkzeuge, Maschinen und betriebliche Abläufe kennen und übernimmst schrittweise mehr Verantwortung.

Die Berufsschule vermittelt berufsbezogene und allgemeinbildende Inhalte. Der Unterricht ist in Lernfeldern organisiert und orientiert sich an vollständigen beruflichen Handlungen: informieren, planen, entscheiden, ausführen, kontrollieren und bewerten.

Die überbetriebliche Ausbildungsstätte ergänzt die betriebliche Ausbildung. Sie kann beispielsweise Lehrgänge zu Fügetechnik, Maschinenbearbeitung, Steuerungstechnik, Oberflächentechnik oder besonderen Metallbautechniken anbieten.

Die Handwerkskammer beziehungsweise die zuständige Stelle führt die Lehrlingsrolle, begleitet die Ausbildung und organisiert die gestreckte Gesellenprüfung. Der genaue organisatorische Ablauf kann regional unterschiedlich sein.


Ausbildungsvertrag, Ausbildungsplan und Berichtsheft

Zu Beginn schließen Ausbildungsbetrieb und Auszubildende einen Berufsausbildungsvertrag. Darin werden unter anderem Ausbildungsberuf, Fachrichtung, Ausbildungsdauer, Probezeit, Vergütung, Arbeitszeit und Urlaub festgehalten. Der betriebliche Ausbildungsplan ordnet die Inhalte der Ausbildungsordnung dem konkreten Ausbildungsbetrieb zu.

Du führst einen Ausbildungsnachweis, häufig Berichtsheft genannt. Darin dokumentierst Du Tätigkeiten, Unterweisungen, Berufsschulthemen und erworbene Kompetenzen. Ein sorgfältig geführter Ausbildungsnachweis unterstützt die Reflexion des Lernprozesses und ist für die Prüfungszulassung bedeutsam.

Auszubildende haben Rechte und Pflichten. Dazu gehören beispielsweise die Lernpflicht, das Befolgen begründeter Weisungen, die Beachtung von Arbeitsschutzregeln und ein sorgfältiger Umgang mit Werkzeugen. Der Betrieb muss planmäßig ausbilden, geeignete Ausbildungsmittel bereitstellen, den Besuch der Berufsschule ermöglichen und die Sicherheit der Auszubildenden gewährleisten.


Zusammenarbeit der Lernorte

Eine gute duale Ausbildung entsteht nicht durch zwei getrennte Programme, sondern durch abgestimmtes Lernen. Wenn Du in der Berufsschule beispielsweise Längen, Flächen, Massen, Toleranzen und Kräfte berechnest, wendest Du diese Kenntnisse im Betrieb bei Materialbedarf, Zuschnitt, Konstruktion und Qualitätskontrolle an. Umgekehrt liefern betriebliche Aufträge konkrete Erfahrungen, die im Unterricht analysiert und auf andere Situationen übertragen werden.


Inhalte der Ausbildung


Berufliche Grundbildung

In den ersten Ausbildungsabschnitten erwirbst Du fachrichtungsübergreifende Grundlagen. Dazu gehören das Lesen und Anfertigen technischer Unterlagen, das Planen von Arbeitsabläufen, das Auswählen von Werkstoffen, das Messen und Prüfen sowie das Herstellen einfacher Werkstücke und Baugruppen.

Typische Fertigungsverfahren sind Anreißen, Körnen, Feilen, Sägen, Bohren, Senken, Gewindeschneiden, Biegen, Richten und Fügen. Du lernst außerdem, Maschinen einzurichten, Werkzeuge zu pflegen, Prüfmittel sachgerecht einzusetzen und Arbeitsergebnisse zu dokumentieren.

Der Rahmenlehrplan nennt in den ersten Ausbildungsjahren unter anderem die Lernfelder Fertigen von Bauelementen mit handgeführten Werkzeugen, Fertigen von Bauelementen mit Maschinen, Herstellen von einfachen Baugruppen, Warten technischer Systeme, Herstellen von Blechbauteilen, Herstellen von Konstruktionen aus Profilen, Herstellen von Umformteilen sowie Demontieren und Montieren von Baugruppen.[4]


Fachbildung Metallgestaltung

In der Fachrichtung Metallgestaltung werden die gemeinsamen Grundlagen fachrichtungsspezifisch vertieft. Der Rahmenlehrplan umfasst insbesondere folgende Lernfelder:

  1. Herstellen von Schmiedeteilen
  2. Herstellen von Gebrauchsgegenständen
  3. Herstellen von Türen, Toren und Gittern
  4. Herstellen von Treppen und Geländern
  5. Dokumentieren und Rekonstruieren denkmalgeschützter Bauteile

Dabei verbindest Du technische Funktion, sichere Konstruktion, gestalterische Wirkung, wirtschaftliche Fertigung und fachgerechte Montage. Ein dekoratives Geländer muss beispielsweise nicht nur ansprechend aussehen, sondern auch maßhaltig, belastbar, sicher befestigt und dauerhaft gegen Korrosion geschützt sein.


Werkstoffe, Werkzeuge und Einrichtungen


Schmiedbare Werkstoffe

Metallbauerinnen und Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung bearbeiten vor allem Baustähle, geeignete legierte Stähle und Kupferlegierungen. Die Auswahl richtet sich nach Formbarkeit, Festigkeit, Schweißbarkeit, Korrosionsverhalten, Oberflächenwirkung, Kosten und Verwendungszweck.

Vor dem Schmieden musst Du den Werkstoff eindeutig kennen. Nicht jeder Stahl darf gleich erwärmt, geschmiedet, geschweißt oder wärmebehandelt werden. Falsche Temperaturen können zu grobem Gefüge, Rissen, starker Verzunderung oder Entkohlung führen. Verbindlich sind betriebliche Arbeitsanweisungen, technische Unterlagen und Werkstoffdaten.


Esse und Schmiedefeuer

Die Esse ist die Feuerstelle zum Erwärmen des Werkstücks. Je nach Betrieb werden Kohle-, Koks- oder Gasfeuer eingesetzt. Luftzufuhr, Brennstoff, Feuerführung und Lage des Werkstücks beeinflussen die Erwärmung. Das Werkstück soll möglichst gleichmäßig und werkstoffgerecht erwärmt werden.

Beim Erwärmen bildet sich an der Oberfläche häufig Zunder, eine Oxidschicht. Zunder beeinflusst die Oberfläche, kann sich beim Schmieden lösen und stellt eine Gefahr für Augen und Haut dar. Deshalb gehören Schutzbrille, geeignete Arbeitskleidung, ein sicherer Abstand und ein geordneter Arbeitsplatz zu den Grundregeln.


Amboss, Hämmer und Zangen

Der Amboss ist eine massive Unterlage zum Schmieden. Typische Bereiche sind Bahn, Kanten, Horn, Rundloch und Vierkantloch. Die englisch beschriftete Darstellung zeigt den grundsätzlichen Aufbau; im Betrieb verwendest Du die deutschen Fachbegriffe.

Schmiedehämmer unterscheiden sich nach Masse, Bahnform und Verwendungszweck. Beispiele sind Handhammer, Kreuzschlaghammer und Vorschlaghammer. Die Hammerbahn muss zum Arbeitsschritt passen und sich in sicherem Zustand befinden. Ein lockerer Stiel, beschädigte Schlagflächen oder ungeeignete Werkzeuge dürfen nicht verwendet werden.

Schmiedezangen halten das heiße Werkstück. Das Zangenmaul muss zur Werkstückform passen. Eine ungeeignete Zange kann abrutschen, das Werkstück verdrehen oder eine unkontrollierte Bewegung verursachen.


Hilfswerkzeuge und Maschinen

Zu den Hilfswerkzeugen gehören beispielsweise Setzhämmer, Gesenke, Dorne, Meißel, Lochwerkzeuge, Biegevorrichtungen und Richtwerkzeuge. In modernen Werkstätten werden außerdem Bandsägen, Bohrmaschinen, Schleifmaschinen, Schweißgeräte, Pressen, Lufthämmer oder Federhämmer eingesetzt.

Maschinelles Schmieden erhöht die Umformleistung, verlangt jedoch besonders sorgfältiges Einrichten. Werkzeug, Werkstück, Anschläge, Schutzvorrichtungen und Bewegungsraum müssen geprüft werden. Niemand darf sich im Gefahrenbereich bewegter Maschinenteile oder herausgeschleuderter Werkstücke aufhalten.


Grundlegende Schmiedetechniken


Strecken und Stauchen

Beim Strecken oder Ausrecken wird ein Werkstück länger; sein Querschnitt wird dabei kleiner. Beim Stauchen wird ein Abschnitt kürzer und sein Querschnitt größer. Beide Verfahren erfordern eine gezielte Erwärmung und eine passende Schlagführung.


Absetzen, Biegen und Richten

Beim Absetzen wird ein Querschnitt an einer bestimmten Stelle verändert und deutlich abgegrenzt. Beim Biegen wird die Werkstückachse gekrümmt. Beim Richten werden unerwünschte Verformungen korrigiert. Für maßhaltige Ergebnisse sind Schablonen, Anschläge und Zwischenkontrollen hilfreich.


Tordieren, Lochen und Spalten

Tordieren bedeutet, einen erwärmten Werkstückabschnitt um seine Längsachse zu verdrehen. Beim Lochen wird eine Öffnung durch Verdrängen des Werkstoffs hergestellt. Beim Spalten wird das Werkstück mit einem geeigneten Werkzeug getrennt oder geöffnet. Diese Verfahren dürfen nur mit passenden Werkzeugen und sicher abgestimmter Teamarbeit ausgeführt werden.


Wärmebehandlung und Werkstoffverhalten

Beim Schmieden verändert Wärme die Formbarkeit des Werkstoffs. Die erforderliche Temperatur hängt von Stahlsorte, Abmessung und Arbeitsschritt ab. Die Glühfarbe kann eine Orientierung geben, ersetzt aber keine Werkstoffkenntnis, geeignete Messmittel oder betriebliche Vorgaben.

Zur Wärmebehandlung können je nach Werkstoff und Auftrag Glühen, Härten und Anlassen gehören. Beim Härten wird ein geeigneter Stahl aus einem festgelegten Temperaturbereich abgeschreckt. Das anschließende Anlassen vermindert Sprödigkeit und stellt gewünschte Gebrauchseigenschaften ein. Diese Abläufe sind werkstoffabhängig und müssen nach technischen Vorgaben durchgeführt werden.

Zu langes oder zu starkes Erwärmen kann das Gefüge schädigen. Zu niedrige Schmiedetemperaturen können die Umformkräfte erhöhen und Risse begünstigen. Eine fachgerechte Prozessführung berücksichtigt deshalb Werkstoff, Temperatur, Zeit, Querschnitt und Umformgrad.


Fügen, Montieren und Oberflächen behandeln


Lösbare und unlösbare Verbindungen

Lösbare Verbindungen sind beispielsweise Schraubverbindungen. Unlösbare Verbindungen entstehen unter anderem durch Nieten, Löten oder Schweißen. Die Auswahl hängt von Konstruktion, Belastung, Werkstoff, gewünschter Optik, Montagemöglichkeit und späterer Instandhaltung ab.

Beim Nieten werden Bauteile form- und kraftschlüssig verbunden. Geschmiedete Niete können zugleich ein sichtbares Gestaltungselement sein. Beim Schweißen sind Verfahren, Zusatzwerkstoff, Nahtvorbereitung, Wärmeeinbringung und Verzug zu berücksichtigen.

Schweißarbeiten erzeugen Gefährdungen durch Lichtbogenstrahlung, heiße Metallteile, Funken, elektrische Spannung, Gase und Schweißrauche. Erforderlich sind geeignete Schutzmaßnahmen wie Absaugung, Abschirmung, Schweißerschutz, Brandschutz und eine fachgerechte Geräteprüfung.


Korrosionsschutz und Gestaltung

Unlegierte Stähle können unter Einwirkung von Feuchtigkeit und Sauerstoff korrodieren. Vor einer Beschichtung müssen Oberflächen je nach System gereinigt, entzundert, entfettet und vorbereitet werden. Mögliche Verfahren sind Beschichten, Lackieren, Pulverbeschichten oder metallische Überzüge.

In der Metallgestaltung ist die Oberfläche nicht nur Schutzschicht, sondern Gestaltungsmittel. Schleifbild, Bürstung, Schmiedestruktur, Patina, Farbe und Glanzgrad beeinflussen die Wirkung des fertigen Werkstücks. Die gewählte Oberfläche muss zum Werkstoff, zur Nutzung und zum Standort passen.


Vom Kundenauftrag zum fertigen Werkstück

Ein professioneller Auftrag folgt einem nachvollziehbaren Arbeitsprozess:

  1. Informieren: Kundenwunsch, Funktion, Einbausituation, Maße, Vorschriften und Termin klären.
  2. Planen: Skizzen, technische Zeichnungen, Materialbedarf, Arbeitsfolge, Werkzeuge, Maschinen und Prüfmittel festlegen.
  3. Entscheiden: Konstruktion, Gestaltung, Verbindungstechnik und Oberfläche begründet auswählen.
  4. Ausführen: Material vorbereiten, Bauteile fertigen, umformen, fügen, bearbeiten und montieren.
  5. Kontrollieren: Maße, Winkel, Form, Funktion, Oberfläche und sichere Befestigung prüfen.
  6. Bewerten: Ergebnis, Zeitaufwand, Materialverbrauch, Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten dokumentieren.

Zu einer guten Arbeitsplanung gehören auch Materiallisten, Zuschnittpläne, Prüfpläne, Gefährdungsbeurteilung, Zeitbedarf und Kostenbewusstsein. Nacharbeiten lassen sich reduzieren, wenn Du vor dem Fertigen Maße, Bezugskanten, Toleranzen und Reihenfolge der Arbeitsschritte festlegst.


Technisches Zeichnen, Mathematik und Qualität

Technische Zeichnungen sind verbindliche Kommunikationsmittel. Du musst Ansichten, Schnitte, Maße, Maßstäbe, Toleranzen, Oberflächenangaben und Schweißsymbole verstehen. Eigene Skizzen helfen, Kundenideen und Fertigungsvarianten sichtbar zu machen.

Mathematische Grundlagen werden unmittelbar benötigt. Du berechnest beispielsweise Längen, Winkel, Flächen, Volumen, Massen, Materialbedarf und Zuschnittverluste. Bei Geländern, Treppen oder Toren kommen zusätzlich geometrische Zusammenhänge, Befestigungsabstände und konstruktive Anforderungen hinzu.

Qualität bedeutet mehr als Maßhaltigkeit. Ein Werkstück muss funktionstüchtig, sicher, fachgerecht gefügt, sauber verarbeitet, dauerhaft geschützt und gestalterisch überzeugend sein. Prüfmittel können Gliedermaßstab, Stahlmaß, Messschieber, Winkel, Schablone, Lehre oder Richtscheit sein. Ergebnisse werden in Prüfprotokollen oder Auftragsunterlagen dokumentiert.


Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umweltschutz

In der Schmiede- und Metallbauwerkstatt treten Gefährdungen durch Hitze, Funken, scharfkantige Werkstücke, Lärm, Maschinen, schwere Lasten, elektrische Betriebsmittel, Gase, Stäube und Rauche auf. Sicherheit beginnt vor dem ersten Arbeitsschritt.

Wesentliche Maßnahmen sind:

  1. Persönliche Schutzausrüstung: Schutzbrille oder Gesichtsschutz, Sicherheitsschuhe, geeignete Arbeitskleidung, Gehörschutz und tätigkeitsgerechte Handschuhe verwenden.
  2. Kennzeichnung heißer Werkstücke: Heiße Teile eindeutig ablegen und andere Personen warnen.
  3. Ordnung am Arbeitsplatz: Fluchtwege, Laufwege und Arbeitsbereiche frei halten; Werkzeuge geordnet ablegen.
  4. Maschinensicherheit: Schutzvorrichtungen benutzen, Einweisung beachten und Maschinen vor Wartungsarbeiten sichern.
  5. Brandschutz: Brennbare Stoffe entfernen, Löschmittel kennen und Gasflaschen standsicher sowie vorschriftsgemäß handhaben.
  6. Absaugung: Schweißrauche, Schleifstäube und andere Gefahrstoffe möglichst an der Entstehungsstelle erfassen.
  7. Lastenhandhabung: Hebezeuge, Anschlagmittel und Transportwege passend zur Last auswählen und prüfen.

Umweltschutz umfasst einen sparsamen Einsatz von Energie und Material, eine gute Zuschnittplanung, die sortenreine Sammlung von Metallen, den sachgerechten Umgang mit Ölen, Reinigungsmitteln und Beschichtungsstoffen sowie die Vermeidung unnötiger Emissionen. Langlebige und reparierbare Metallarbeiten können einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten.


Die gestreckte Gesellenprüfung

Die Gesellenprüfung besteht aus zwei zeitlich getrennten Teilen. Beide Ergebnisse fließen in die Gesamtnote ein. Teil 1 ist deshalb keine unverbindliche Zwischenprüfung.

Teil 1 soll vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden. Er bezieht sich auf die Inhalte der ersten drei Ausbildungshalbjahre und besteht aus dem Prüfungsbereich Arbeitsauftrag. Das Ergebnis zählt 30 Prozent der Gesamtnote.

Teil 2 findet am Ende der Ausbildung statt. In der Fachrichtung Metallgestaltung gehören dazu die Prüfungsbereiche Kundenauftrag, Metallgestaltung, Arbeitsplanung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Teil 2 zählt zusammen 70 Prozent der Gesamtnote.[5][6]

Die Gewichtung der einzelnen Prüfungsbereiche lautet:

  1. Arbeitsauftrag: 30 Prozent
  2. Kundenauftrag: 35 Prozent
  3. Metallgestaltung: 12,5 Prozent
  4. Arbeitsplanung: 12,5 Prozent
  5. Wirtschafts- und Sozialkunde: 10 Prozent

In der Prüfung wird nicht nur isoliertes Faktenwissen verlangt. Du sollst zeigen, dass Du einen Auftrag analysieren, planen, sicher ausführen, kontrollieren, dokumentieren und fachlich begründen kannst.


Kompetenzen und berufliche Perspektiven

Für den Beruf brauchst Du handwerkliches Geschick, Auge-Hand-Koordination, räumliches Vorstellungsvermögen, technisches Verständnis, zeichnerische Fähigkeiten, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein. Teamfähigkeit ist besonders wichtig, wenn schwere oder heiße Werkstücke gemeinsam bewegt und bearbeitet werden.

Nach der Gesellenprüfung kannst Du Berufserfahrung sammeln und Dich weiterqualifizieren. Mögliche Wege sind beispielsweise die Fortbildung zum Metallbauermeister beziehungsweise zur Metallbauermeisterin, eine technische Weiterbildung, gestalterische Spezialisierungen, Restaurierung, Schweißqualifikationen oder – bei erfüllten Voraussetzungen – ein Studium.


Quellen und Vertiefung

  1. Bundesinstitut für Berufsbildung: Metallbauer/Metallbauerin – Fachrichtung Metallgestaltung
  2. Verordnung über die Berufsausbildung zum Metallbauer und zur Metallbauerin
  3. Bundesagentur für Arbeit: Berufssteckbrief Metallgestaltung
  4. Kultusministerkonferenz: Rahmenlehrpläne für berufliche Schulen


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wie lautet die passende offizielle Berufsbezeichnung für den Schwerpunkt dieses Kurses? (Metallbauer beziehungsweise Metallbauerin Fachrichtung Metallgestaltung) (!Schmiedemechaniker beziehungsweise Schmiedemechanikerin) (!Kunstschweißer beziehungsweise Kunstschweißerin) (!Metallgießer beziehungsweise Metallgießerin)




Welche beiden Lernorte bilden den Kern der dualen Ausbildung? (Ausbildungsbetrieb und Berufsschule) (!Meisterschule und Hochschule) (!Berufsschule und Universität) (!Ausbildungsbetrieb und Volkshochschule)




Wie lange dauert die reguläre Ausbildung zum Metallbauer beziehungsweise zur Metallbauerin? (Dreieinhalb Jahre) (!Zwei Jahre) (!Drei Jahre) (!Fünf Jahre)




Welche Fachrichtung gehört zum Ausbildungsberuf Metallbauer beziehungsweise Metallbauerin? (Metallgestaltung) (!Gießereitechnik) (!Zerspanungsautomation) (!Werkzeugkonstruktion)




Wann soll Teil 1 der gestreckten Gesellenprüfung stattfinden? (Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres) (!Erst nach der Gesellenprüfung) (!Vor Beginn der Ausbildung) (!Genau ein Jahr nach Ausbildungsende)




Mit welchem Anteil geht Teil 1 in das Gesamtergebnis ein? (Mit dreißig Prozent) (!Mit zehn Prozent) (!Mit fünfzig Prozent) (!Mit siebzig Prozent)




Wozu dient eine passend geformte Schmiedezange? (Zum sicheren Halten des heißen Werkstücks) (!Zum Messen der Werkstoffhärte) (!Zum Kühlen des Schmiedefeuers) (!Zum Beschichten der Oberfläche)




Was geschieht beim Stauchen eines Werkstückabschnitts? (Der Abschnitt wird kürzer und sein Querschnitt größer) (!Der Abschnitt wird länger und sein Querschnitt kleiner) (!Der Abschnitt wird vollständig getrennt) (!Der Abschnitt wird durch Bohren ausgehöhlt)




Warum müssen heiße Werkstücke eindeutig abgelegt und gekennzeichnet werden? (Damit Verbrennungen und unbeabsichtigtes Berühren vermieden werden) (!Damit der Werkstoff schneller rostet) (!Damit das Werkstück leichter lackiert werden kann) (!Damit keine Maßkontrolle mehr nötig ist)




Welches Ziel hat der Korrosionsschutz? (Die Oberfläche vor schädigenden Umwelteinflüssen zu schützen) (!Den Querschnitt beim Schmieden zu vergrößern) (!Die Ausbildungsdauer zu verkürzen) (!Die technische Zeichnung zu ersetzen)





Memory

Ausbildungsbetrieb Praktische Auftragsbearbeitung
Berufsschule Lernfeldorientierter Unterricht
Esse Erwärmen des Werkstücks
Amboss Unterlage zum Umformen
Schmiedezange Halten heißer Werkstücke
Stauchen Querschnitt vergrößern
Strecken Werkstück verlängern
Zunder Oxidschicht auf heißem Stahl





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Phase des Kundenauftrags
Informieren Kundenwunsch und Einbausituation klären
Planen Arbeitsfolge und Materialbedarf festlegen
Entscheiden Konstruktions- und Gestaltungsvariante auswählen
Ausführen Bauteile fertigen und montieren
Kontrollieren Maße, Funktion und Oberfläche prüfen




...


Kreuzworträtsel

Metallgestaltung Wie heißt die Fachrichtung mit Schmieden, Entwerfen und Restaurieren?
Berufsschule Welcher Lernort vermittelt lernfeldorientierten Unterricht?
Ausbildungsbetrieb Welcher Lernort vermittelt praktische Auftragsarbeit?
Amboss Welche massive Unterlage wird beim Schmieden verwendet?
Zunder Wie heißt die Oxidschicht auf erhitztem Stahl?
Gesellenprüfung Wie heißt die zweigeteilte Abschlussprüfung im Handwerk?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die offizielle Fachrichtung für viele schmiedetechnische Tätigkeiten heißt

. Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt

. Die beiden zentralen Lernorte sind Ausbildungsbetrieb und

. Ergänzende Lehrgänge können in einer

stattfinden. Das heiße Werkstück wird mit einer passenden

gehalten. Die massive Unterlage zum Umformen heißt

. Beim Strecken wird das Werkstück länger und sein Querschnitt wird

. Beim Stauchen wird der Querschnitt

. Die Oxidschicht auf erhitztem Stahl wird

genannt. Teil eins der Gesellenprüfung zählt

. Ein Oberflächenschutz soll vor

schützen. Der Ausbildungsnachweis wird häufig

genannt.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugkunde: Erstelle eine bebilderte Karte zu fünf Werkzeugen aus der Schmiedewerkstatt und notiere jeweils Funktion, typische Gefährdung und sichere Verwendung.
  2. Arbeitsschutz: Untersuche einen dargestellten Metallarbeitsplatz und markiere mindestens acht sinnvolle Schutzmaßnahmen.
  3. Fachwortschatz: Erstelle ein Glossar mit fünfzehn Fachbegriffen aus dem Kurs und formuliere zu jedem Begriff einen eigenen Beispielsatz.
  4. Bildanalyse: Vergleiche eine historische Schmiedeabbildung mit einer modernen Metallbauwerkstatt und beschreibe Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede.


Standard

  1. Arbeitsplan: Plane die Herstellung eines einfachen geschmiedeten Wandhakens mit Skizze, Materialliste, Arbeitsschritten, Prüfmitteln und Sicherheitsmaßnahmen; die praktische Ausführung darf nur unter Aufsicht erfolgen.
  2. Kundenauftrag: Entwirf ein kleines Zierelement für ein Geländer und begründe Form, Werkstoff, Verbindungstechnik und Oberflächenbehandlung.
  3. Werkstoffvergleich: Vergleiche einen unlegierten Baustahl und eine Kupferlegierung hinsichtlich Umformbarkeit, Korrosionsverhalten, Oberfläche und Verwendung.
  4. Berufsinterview: Befrage eine ausbildende Fachkraft oder eine auszubildende Person zu Lernorten, Berichtsheft, Prüfungen und typischen Kundenaufträgen.


Schwer

  1. Fertigungsplanung: Entwickle einen vollständigen Arbeits- und Prüfplan für ein kleines Gitterfeld einschließlich Zeitbedarf, Materialausnutzung, Toleranzen und Qualitätskriterien.
  2. Nachhaltigkeit im Handwerk: Untersuche Materialreste, Energieverbrauch und Reparaturmöglichkeiten eines Metallbauauftrags und entwickle drei realistische Verbesserungen.
  3. Restaurierungskonzept: Erstelle für ein fiktives historisches Tor ein Konzept aus Bestandsaufnahme, Schadensbeschreibung, Erhaltungsziel, Eingriffsgrenzen und Dokumentation.
  4. Erklärvideo: Produziere ein kurzes Lernvideo über die Unterschiede zwischen Strecken, Stauchen und Tordieren; nutze Modelle, Zeichnungen oder kalte Demonstrationsstücke statt unbeaufsichtigter Schmiedearbeiten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Lernortkooperation: Erkläre an einem Beispielauftrag, welche Kenntnisse im Betrieb, in der Berufsschule und gegebenenfalls in der überbetrieblichen Ausbildung erworben werden.
  2. Auftragsanalyse: Ein Kunde bestellt ein Außengeländer mit dekorativen Schmiedeteilen. Entwickle Kriterien für Funktion, Sicherheit, Gestaltung, Werkstoffwahl und Korrosionsschutz.
  3. Fehleranalyse: Ein geschmiedetes Bauteil zeigt Risse und starke Zunderbildung. Formuliere mehrere mögliche Ursachen und beschreibe, welche Informationen Du zur sicheren Beurteilung benötigst.
  4. Verfahrensauswahl: Vergleiche Schrauben, Nieten und Schweißen für eine sichtbare Verbindung an einem Tor. Begründe, welches Verfahren Du für einen bestimmten Anwendungsfall auswählen würdest.
  5. Prüfungsplanung: Entwirf eine Lernstrategie, die praktische Fertigkeiten, Arbeitsplanung, Metallgestaltung und Wirtschafts- und Sozialkunde miteinander verbindet.
  6. Ressourceneffizienz: Zeige an einem Zuschnittbeispiel, wie eine gute Planung Material spart, Kosten senkt und Umweltbelastungen vermindert.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:

  1. den offiziellen Ausbildungsberuf und die Fachrichtung fachlich richtig benennst,
  2. die Aufgaben von Betrieb, Berufsschule, überbetrieblicher Ausbildungsstätte und Handwerkskammer erklärst,
  3. den Aufbau der dreieinhalbjährigen Ausbildung beschreibst,
  4. zentrale Werkstoffe, Werkzeuge und Schmiedeverfahren korrekt zuordnest,
  5. einen Kundenauftrag vollständig analysierst und planst,
  6. Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und Umweltschutz begründet einbeziehst,
  7. Qualitätskriterien und geeignete Prüfmittel auswählst,
  8. den Aufbau und die Gewichtung der gestreckten Gesellenprüfung erläuterst,
  9. technische, gestalterische, wirtschaftliche und ökologische Entscheidungen nachvollziehbar begründest.




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