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Längen und Maße im Metallbau prüfen - Schmied 1

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Längen und Maße im Metallbau prüfen - Schmied 1




Längen und Maße im Metallbau prüfen - Schmied


Einleitung

Beim Schmieden und im Metallbau entscheidet eine zuverlässige Maßprüfung darüber, ob ein Werkstück funktionsfähig, montierbar und sicher ist. Schon kleine Maßabweichungen können dazu führen, dass Bauteile nicht zusammenpassen, Bohrungen versetzt liegen, geschmiedete Zierelemente unsymmetrisch wirken oder eine Verbindung nicht die geforderte Festigkeit erreicht. Deshalb gehört das fachgerechte Messen, Prüfen, Anreißen und Dokumentieren zu den grundlegenden beruflichen Kompetenzen in der Ausbildung zum Metallbauer oder zur Metallbauerin, besonders in der Fachrichtung Metallgestaltung.

In diesem aiMOOC lernst Du, Maße aus technischen Zeichnungen zu übernehmen, geeignete Mess- und Prüfmittel auszuwählen, typische Messfehler zu vermeiden und Ergebnisse fachgerecht zu bewerten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit in der Schmiede: Warme oder glühende Werkstücke verändern ihre Abmessungen durch Wärmeausdehnung, tragen Zunder und dürfen nicht mit empfindlichen Präzisionsmessmitteln geprüft werden. Zwischenkontrollen während des Schmiedens erfolgen daher häufig mit Schablonen, Tastern, Lehren oder Anschlägen. Die endgültige Maßprüfung wird am abgekühlten und gereinigten Werkstück vorgenommen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses Lernkurses kannst Du:

  1. Technische Zeichnung: Nennmaße, Toleranzen, Bezugskanten und Prüfmerkmale aus Zeichnungen und Arbeitsunterlagen entnehmen.
  2. Messmittel: Stahlmaßstab, Bandmaß, Messschieber, Bügelmessschraube und Winkel fachgerecht auswählen.
  3. Prüfmittel: Schablonen, Lehren, Taster und Anschläge für Zwischen- und Endkontrollen einsetzen.
  4. Messabweichung: Einflüsse durch Temperatur, Schmutz, Zunder, Grat, Verkanten und falsche Messkraft erkennen.
  5. Qualitätssicherung: Istmaße mit Sollvorgaben vergleichen, Ergebnisse dokumentieren und Abweichungen beurteilen.
  6. Schmieden: Maße während des Umformens kontrollieren und die Endprüfung am abgekühlten Werkstück durchführen.


Fachbegriffe der Maßprüfung


Messen, Prüfen und Lehren

Messen bedeutet, eine physikalische Größe mit einer festgelegten Einheit zu vergleichen. Das Ergebnis ist ein Zahlenwert mit Einheit, zum Beispiel 247,8 mm.

Prüfen ist der Oberbegriff für das Feststellen, ob ein Werkstück eine festgelegte Forderung erfüllt. Beim Prüfen kann gemessen, gelehrt, besichtigt oder ein Funktionsversuch durchgeführt werden.

Lehren bedeutet, eine Form oder ein Maß ohne vollständigen Zahlenwert zu vergleichen. Eine Grenzlehre zeigt beispielsweise nur, ob ein Maß innerhalb oder außerhalb des zulässigen Bereichs liegt.

Anreißen ist das Übertragen von Maßen, Konturen, Bohrungsmittelpunkten oder Biegelinien auf ein Werkstück. Anreißen ersetzt keine abschließende Maßprüfung.


Sollmaß, Istmaß und Toleranz

Das Nennmaß ist das in der Zeichnung angegebene Grundmaß. Das Istmaß ist der tatsächlich gemessene Wert am Werkstück. Das Höchstmaß und das Mindestmaß bilden die Grenzmaße. Die Differenz zwischen Höchstmaß und Mindestmaß heißt Toleranz.

Beispiel: Eine geschmiedete Lasche soll eine Breite von 30,0 mm mit einer zulässigen Abweichung von ±0,5 mm besitzen. Zulässig sind damit Istmaße von 29,5 mm bis 30,5 mm. Ein Messwert von 30,3 mm ist gut, ein Messwert von 30,8 mm liegt außerhalb der Toleranz.

Ein Werkstück gilt nicht deshalb als gut, weil es ungefähr dem Nennmaß entspricht. Entscheidend ist, ob alle funktionsrelevanten Maße innerhalb der vorgegebenen Grenzmaße liegen.


Bezugskanten und Prüfmerkmale

Maße müssen immer von der vorgesehenen Bezugskante, Bezugsfläche oder Mittellinie aus geprüft werden. Wird von einer falschen Kante gemessen, kann der Zahlenwert scheinbar stimmen, obwohl das Bauteil nicht montierbar ist. Typische Prüfmerkmale im Metallbau und in der Schmiede sind:

  1. Länge: Gesamtlänge, Abschnittslänge, Schenkellänge oder Zuschnittlänge.
  2. Breite: Flachstahlbreite, Laschenbreite oder Breite eines geschmiedeten Bundes.
  3. Dicke: Blechdicke, Materialstärke oder Stärke eines ausgeschmiedeten Querschnitts.
  4. Durchmesser: Rundmaterial, Dorn, Bolzen, Niet oder geschmiedete Öse.
  5. Abstand: Lochabstand, Randabstand, Achsabstand oder Abstand wiederkehrender Zierelemente.
  6. Winkel: Rechtwinkligkeit, Biegewinkel, Gehrungswinkel oder Verdrehung.
  7. Form: Geradheit, Ebenheit, Parallelität, Rundheit oder Symmetrie.


Mess- und Prüfmittel


Stahlmaßstab, Gliedermaßstab und Bandmaß

Der Stahlmaßstab eignet sich für direkte Längenmessungen, kurze Abstände und das Kontrollieren angerissener Maße. Die Messkante muss sauber, unbeschädigt und parallel zur Messrichtung liegen. Für eine genaue Ablesung blickst Du senkrecht auf die Skala, damit kein Parallaxenfehler entsteht.

Ein Gliedermaßstab eignet sich für größere, weniger fein tolerierte Längen. Gelenke, verschlissene Enden und ein schräges Auflegen können das Ergebnis verfälschen. Ein Bandmaß wird für lange Bauteile, Geländer, Rahmen oder Montageabstände verwendet. Dabei muss das Band gerade, ausreichend gespannt und frei von Knicken sein.


Messschieber

Der fachlich korrekte Begriff lautet Messschieber. Die Bezeichnung Schieblehre wird umgangssprachlich verwendet, obwohl das Gerät einen Zahlenwert liefert und deshalb ein Messgerät ist.

Mit einem Messschieber kannst Du je nach Bauart:

  1. Außenmessung: Breiten, Dicken und Außendurchmesser prüfen.
  2. Innenmessung: Innendurchmesser, Nutbreiten oder Öffnungen prüfen.
  3. Tiefenmessung: Bohrungs-, Absatz- oder Nuttiefen bestimmen.
  4. Stufenmessung: Absätze und Höhenunterschiede kontrollieren.

Vor dem Messen werden Messflächen und Werkstück gereinigt. Danach schließt Du den Messschieber vorsichtig und kontrollierst die Nullstellung. Beim Messen müssen die Messflächen richtig anliegen. Zu hohe Messkraft, schräges Ansetzen und Messen auf Grat oder Zunder verfälschen das Ergebnis.


Bügelmessschraube

Die Bügelmessschraube dient zur genaueren Außenmessung, beispielsweise bei Draht, dünnen Blechen, Bolzen oder präzise bearbeiteten Flächen. Die Messspindel wird über die Gefühlsratsche oder eine vergleichbare Einrichtung mit möglichst gleichbleibender Messkraft angelegt. Das Werkstück darf nicht zwischen den Messflächen verkantet werden.

Eine Bügelmessschraube ist kein Schraubstock. Starkes Zudrehen beschädigt das Messgerät und kann weiche Werkstücke verformen.


Winkel, Schablonen und Lehren

Ein Anschlagwinkel wird zum Prüfen und Anreißen rechter Winkel verwendet. Der Anschlag muss vollständig an einer sauberen Bezugskante anliegen. Gegenlicht zwischen Schenkel und Werkstück kann eine Abweichung sichtbar machen. Für genauere Prüfungen werden Präzisionswinkel oder Haarwinkel eingesetzt.

Schablonen sind in der Schmiede besonders nützlich. Sie können Konturen, Radien, Bogenformen, Spitzenlängen oder wiederkehrende Ornamente vergleichen. Lehren prüfen, ob ein vorgegebenes Maß oder eine Form erreicht ist. Anschläge ermöglichen wiederholbare Längen, beispielsweise beim Ablängen oder Biegen.


Taster und Greifzirkel in der Schmiede

Während des Schmiedens werden häufig Außentaster, Innentaster oder Greifzirkel eingesetzt. Sie übertragen ein Maß vom Werkstück auf eine Vergleichsskala oder Schablone. Das ist besonders hilfreich, wenn das Werkstück heiß ist und ein normaler Messschieber durch Wärme, Zunder oder unsichere Handhabung beschädigt werden könnte.

Der Taster liefert nicht immer direkt einen Zahlenwert. Er dient häufig als Vergleichswerkzeug: Eine einmal eingestellte Öffnung zeigt, ob ein geschmiedeter Querschnitt noch zu dick, bereits passend oder zu dünn ist.


Fachgerechter Prüfablauf


Arbeitsunterlagen auswerten

Vor der Fertigung liest Du die Technische Zeichnung, Stückliste, Arbeitsanweisung oder Schablonenvorgabe. Du klärst:

  1. Welche Maße sind funktionsentscheidend?
  2. Von welcher Bezugskante wird gemessen?
  3. Welche Toleranzen gelten?
  4. Welche Maße müssen während des Schmiedens kontrolliert werden?
  5. Welche Maße dürfen erst nach dem Abkühlen geprüft werden?
  6. Wo sind Bearbeitungszugaben für Sägen, Schleifen, Feilen oder Schmieden erforderlich?


Messmittel auswählen

Das Messmittel muss zur Größe des Werkstücks, zur geforderten Toleranz und zur Oberflächenbeschaffenheit passen. Ein langes Geländer wird nicht sinnvoll mit einer Bügelmessschraube geprüft. Ein enger Bolzendurchmesser mit kleiner Toleranz sollte nicht nur mit einem Gliedermaßstab kontrolliert werden.

Die Auflösung des Messmittels muss deutlich feiner sein als die zu prüfende Toleranz. Zusätzlich sind die betrieblichen Prüfmittelvorgaben, der Kalibrierstatus und der zulässige Messbereich zu beachten.


Werkstück und Messmittel vorbereiten

  1. Entferne Schmutz, Ölreste, lose Zunderschichten und störenden Grat.
  2. Prüfe Messflächen und Skalen auf Beschädigungen.
  3. Kontrolliere beim Messschieber oder bei der Bügelmessschraube die Nullstellung.
  4. Verwende nur Messmittel mit gültigem Prüf- oder Kalibrierstatus, wenn dies betrieblich vorgeschrieben ist.
  5. Lege das Werkstück sicher ab und beachte mögliche Restwärme.
  6. Kennzeichne heiße Werkstücke eindeutig und trage die erforderliche persönliche Schutzausrüstung.


Messen und Ergebnis dokumentieren

Setze das Messmittel rechtwinklig und ohne Verkanten an. Verwende nur die notwendige Messkraft. Lies analoge Skalen senkrecht ab. Wiederhole kritische Messungen an mehreren Stellen, weil geschmiedete Querschnitte oder Profile ungleichmäßig sein können.

Notiere das Istmaß mit Einheit und ordne es eindeutig dem Prüfmerkmal zu. Bei Serien- oder wiederkehrenden Schmiedeteilen kann ein Prüfprotokoll folgende Angaben enthalten:

  1. Bauteilbezeichnung und Zeichnungsnummer
  2. Prüfmerkmal und Nennmaß
  3. zulässige Grenzmaße oder Toleranz
  4. gemessenes Istmaß
  5. verwendetes Messmittel
  6. Datum und Name der prüfenden Person
  7. Ergebnis gut, nacharbeiten oder Ausschuss


Besonderheiten beim Schmieden


Wärmeausdehnung und Abkühlung

Metalle dehnen sich beim Erwärmen aus und ziehen sich beim Abkühlen zusammen. Deshalb kann ein heiß geschmiedetes Werkstück länger oder dicker erscheinen als nach vollständiger Abkühlung. In der Längenmesstechnik gilt 20 °C als internationale Bezugstemperatur. In der Werkstatt wird nicht jedes Bauteil exakt bei 20 °C geprüft, aber Werkstück und Messmittel sollten für eine zuverlässige Endmessung eine vergleichbare, stabile Temperatur besitzen.

Für die Längenänderung gilt vereinfacht:

Δl = α · l₀ · ΔT

Dabei ist Δl die Längenänderung, α der Wärmeausdehnungskoeffizient, l₀ die Ausgangslänge und ΔT die Temperaturänderung. Der genaue Wert von α hängt vom Werkstoff ab.


Zwischenprüfung am warmen Werkstück

Während des Schmiedens wird der Arbeitsfortschritt schnell geprüft, damit das Werkstück nicht unnötig oft erwärmt werden muss. Geeignete Hilfsmittel sind:

  1. Schablone: Vergleich von Kontur, Radius, Spitze oder Ornament.
  2. Taster: Vergleich von Dicke, Breite oder Durchmesser.
  3. Anschlag: Wiederholbare Kontrolle einer Länge.
  4. Dorn: Prüfung und Formgebung einer Öffnung oder Öse.
  5. Gesenk: Formgebende und vergleichende Aufnahme für wiederkehrende Werkstücke.

Empfindliche Präzisionsmessmittel dürfen nicht auf glühende Flächen gelegt werden. Zunder, Hitze und unsichere Greifbedingungen können Messflächen beschädigen und zu Verbrennungen führen.


Typische Maße an Schmiedeteilen

Beim handwerklichen Schmieden werden häufig folgende Maße geprüft:

  1. Länge eines Hakens, Beschlags, Meißels oder Zierelements
  2. Breite und Dicke eines ausgeschmiedeten Flachquerschnitts
  3. Durchmesser eines Rundquerschnitts oder Zapfens
  4. lichte Weite einer Öse
  5. Abstand von Bohrungen, Nietstellen oder Befestigungspunkten
  6. Biegeradius und Öffnungswinkel
  7. Gleichmäßigkeit wiederholter Schnörkel oder Stäbe
  8. Symmetrie eines Gitters, Tores oder Geländerelements


Typische Messfehler und ihre Vermeidung


Verschmutzte Messflächen

Zunder, Späne, Grat oder Schmutz liegen zwischen Messfläche und Werkstück. Dadurch wird ein zu großes Maß angezeigt. Reinige die Messstelle und entgrate das Werkstück, ohne das Sollmaß unkontrolliert zu verändern.


Verkanten und falsche Ausrichtung

Ein schräg angesetzter Messschieber kann einen falschen Außen- oder Innendurchmesser anzeigen. Suche durch leichtes Bewegen die korrekte Lage und prüfe, ob die Messflächen parallel oder rechtwinklig zum Prüfmerkmal stehen.


Zu hohe Messkraft

Zu hoher Druck kann dünne oder weiche Werkstücke verformen. Gleichzeitig werden Messflächen unnötig belastet. Verwende eine gleichmäßige, geringe Messkraft und bei der Bügelmessschraube die dafür vorgesehene Ratsche.


Parallaxenfehler

Wird eine Skala schräg betrachtet, erscheinen Teilstrich und Werkstückkante gegeneinander verschoben. Blicke senkrecht auf die Skala.


Temperaturfehler

Ein heißes Werkstück besitzt andere Abmessungen als dasselbe Werkstück nach dem Abkühlen. Führe die endgültige Maßprüfung erst bei stabiler Werkstücktemperatur durch.


Falscher Bezug

Wird von einer falschen Kante gemessen, können sich Maßketten verschieben. Markiere die Bezugskante und halte die in der Zeichnung angegebene Messrichtung ein.


Ungeeignetes Messmittel

Ein Messmittel mit zu grober Teilung kann eine enge Toleranz nicht zuverlässig prüfen. Wähle das Messmittel nach Prüfmerkmal, Messbereich, Werkstückzustand und geforderter Genauigkeit aus.


Pflege und Arbeitssicherheit

Messmittel müssen sauber, trocken und geschützt gelagert werden. Messflächen werden nicht zum Anreißen, Hebeln, Klemmen oder Entgraten verwendet. Messschieber werden nach Gebrauch leicht geschlossen, aber nicht fest verspannt. Präzisionsmessmittel dürfen nicht lose zwischen Hammer, Zange und Feile liegen.

Bei der Maßprüfung in der Schmiede gelten zusätzlich:

  1. Behandle unbekannte Werkstücke zunächst als heiß.
  2. Trage geeignete Schutzkleidung, Schutzbrille und Sicherheitsschuhe.
  3. Greife warme Werkstücke nur mit geeigneten Zangen oder Hilfsmitteln.
  4. Miss niemals im Schlagbereich eines Hammers oder an laufenden Maschinen.
  5. Lege Messmittel nicht auf Amboss, Esse oder heiße Werkstückablagen.
  6. Entferne Zunder nur mit geeignetem Werkzeug und sicherer Körperhaltung.


Praxisbeispiel: Geschmiedete Lasche prüfen

Eine geschmiedete Lasche soll nach Zeichnung 180 mm lang, 30 mm breit und 8 mm dick sein. Das Loch soll mittig liegen. Die Breite und Dicke werden während des Schmiedens mit Taster und Schablone angenähert. Nach dem Abkühlen wird Zunder an den Messstellen entfernt.

  1. Prüfe die Gesamtlänge mit Stahlmaßstab oder Messschieber, abhängig von der geforderten Toleranz.
  2. Prüfe die Breite an mehreren Stellen, weil der Querschnitt beim Schmieden ungleichmäßig werden kann.
  3. Prüfe die Dicke mit Messschieber oder Bügelmessschraube.
  4. Ermittle die Lochlage von festgelegten Bezugskanten aus.
  5. Prüfe die Ebenheit auf einer geeigneten Richt- oder Prüfplatte.
  6. Vergleiche alle Istmaße mit den Grenzmaßen der Zeichnung.
  7. Dokumentiere Abweichungen und entscheide zwischen Nacharbeit, Freigabe oder Ausschuss.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist ein Istmaß? (Der tatsächlich gemessene Wert eines Werkstücks) (!Das in der Zeichnung eingetragene Grundmaß) (!Die Differenz zwischen Höchstmaß und Mindestmaß) (!Die Länge eines Messschiebers)




Welches Messmittel eignet sich für Außen-, Innen-, Tiefen- und Stufenmessungen? (Messschieber) (!Anschlagwinkel) (!Körner) (!Schmiedezange)




Wann wird die endgültige Maßprüfung eines geschmiedeten Werkstücks durchgeführt? (Nach dem Abkühlen und Reinigen) (!Während das Werkstück glüht) (!Während des Hammerschlags) (!Vor dem Lesen der Zeichnung)




Was beschreibt die Toleranz? (Den zulässigen Bereich zwischen den Grenzmaßen) (!Die Temperatur des Werkstücks) (!Die Länge des Messmittels) (!Die Härte des Stahls)




Wodurch entsteht ein Parallaxenfehler? (Durch schräges Ablesen einer Skala) (!Durch vollständiges Abkühlen) (!Durch senkrechtes Ansetzen) (!Durch Reinigen der Messflächen)




Warum darf ein Präzisionsmessmittel nicht an einem glühenden Werkstück eingesetzt werden? (Weil Hitze und Zunder Messmittel und Ergebnis beeinträchtigen) (!Weil Metall im warmen Zustand keine Form besitzt) (!Weil ein Messschieber nur Holz messen kann) (!Weil warme Werkstücke grundsätzlich kürzer sind)




Womit kann die Kontur eines Schmiedeteils während der Fertigung verglichen werden? (Mit einer Schablone) (!Mit einem Schweißbrenner) (!Mit einem Schraubstock) (!Mit einem Meißel)




Was ist vor einer Messung am Werkstück zu entfernen? (Störender Grat, Zunder und Schmutz) (!Die technische Zeichnung) (!Die Bezugskante) (!Die Maßangabe)




Welche Aussage zum Messschieber ist richtig? (Die Messflächen müssen sauber und richtig ausgerichtet sein) (!Er wird mit möglichst hoher Kraft geschlossen) (!Er dient als Anreißnadel) (!Er darf auf glühendem Stahl liegen)




Was ist beim Prüfen eines Lochabstands besonders wichtig? (Die festgelegte Bezugskante) (!Die Farbe des Werkstücks) (!Die Länge des Hammers) (!Die Form der Schutzbrille)





Memory

Nennmaß Vorgabe aus der Zeichnung
Istmaß Tatsächlich gemessener Wert
Toleranz Zulässiger Maßbereich
Messschieber Außen Innen Tiefe und Stufe
Anschlagwinkel Prüfung der Rechtwinkligkeit
Schablone Vergleich einer Kontur
Außentaster Übertragung eines Außendurchmessers
Bezugskante Ausgang für eine Maßangabe





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Stahlmaßstab Direkte Längenmessung
Messschieber Außen- und Innenmessung
Bügelmessschraube Genaue Dickenmessung
Anschlagwinkel Rechtwinkligkeit prüfen
Taster Maß am warmen Schmiedestück vergleichen
Bandmaß Lange Bauteile prüfen
Schablone Kontur eines Schmiedeteils vergleichen






Kreuzworträtsel

Messschieber Welches Messgerät prüft Außen Innen Tiefe und Stufe?
Toleranz Wie heißt der zulässige Bereich zwischen Grenzmaßen?
Bezugskante Von welcher festgelegten Kante beginnt eine Maßprüfung?
Schablone Womit wird eine Kontur ohne vollständigen Zahlenwert verglichen?
Zunder Welche Schicht kann beim Schmieden die Messung stören?
Parallaxe Wie heißt der Ablesefehler durch einen schrägen Blick auf die Skala?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Der in einer Zeichnung vorgegebene Grundwert heißt

.
Der tatsächlich am Werkstück ermittelte Wert heißt

.
Die Differenz zwischen Höchstmaß und Mindestmaß heißt

.
Ein Messschieber kann neben Außenmaßen auch

prüfen.
Vor der Messung müssen störender Schmutz und loser

entfernt werden.
Ein schräger Blick auf eine Skala kann einen

verursachen.
Während des Schmiedens wird eine Kontur häufig mit einer

verglichen.
Die endgültige Maßprüfung erfolgt am

Werkstück.
Die Messung muss von der festgelegten

ausgehen.
Ein Anschlagwinkel dient zur Prüfung der

.
Ein Taster überträgt ein Maß für einen anschließenden

.
Messwerte werden mit Einheit in einem Prüfprotokoll

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Messmittel-Steckbrief: Erstelle einen Steckbrief zu Stahlmaßstab, Messschieber, Bandmaß und Anschlagwinkel. Nenne Einsatzbereich, Messbereich und typische Fehler.
  2. Werkstatt-Fotodokumentation: Fotografiere mit Erlaubnis vier Mess- oder Prüfmittel in der Werkstatt und beschrifte ihre wichtigsten Bauteile.
  3. Messfehler beobachten: Miss dasselbe Werkstück einmal korrekt und einmal bewusst schräg. Beschreibe die Unterschiede, ohne das falsche Ergebnis als gültig zu verwenden.
  4. Fachbegriffe erklären: Formuliere eigene Beispiele für Nennmaß, Istmaß, Mindestmaß, Höchstmaß und Toleranz.


Standard

  1. Prüfplan erstellen: Entwickle einen Prüfplan für eine geschmiedete Lasche mit Länge, Breite, Dicke, Lochdurchmesser und Lochabstand.
  2. Schablone anfertigen: Stelle eine einfache Konturschablone für einen geschmiedeten Haken oder Bogen her und begründe die Wahl des Materials.
  3. Messreihe durchführen: Miss Breite oder Dicke eines geschmiedeten Werkstücks an mindestens fünf Stellen und stelle die Werte in einer Tabelle dar.
  4. Videoanleitung: Produziere ein kurzes Lernvideo zum sicheren und richtigen Messen mit dem Messschieber.


Schwer

  1. Temperaturversuch: Plane einen sicheren Versuch zur Längenänderung eines erwärmten Metallstabs. Verwende keine glühenden Werkstücke und stimme die Durchführung mit der Lehrkraft oder Ausbilderin ab.
  2. Fehleranalyse: Untersuche ein Bauteil, das nicht montierbar ist. Entwickle begründete Hypothesen zu falscher Bezugskante, Maßkette, Verzug oder Toleranzüberschreitung.
  3. Serienprüfung: Entwirf für zehn gleichartige Schmiedeteile ein Prüfprotokoll und werte Streuung, Nacharbeit und mögliche Prozessursachen aus.
  4. Prüfvorrichtung entwickeln: Konstruiere eine einfache Gut-Schlecht-Lehre oder Anschlagvorrichtung für ein wiederkehrendes Schmiedemaß und erläutere ihre Grenzen.




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Lernkontrolle

  1. Messstrategie: Ein geschmiedeter Haken soll in Länge, Materialdicke und Öffnungsweite geprüft werden. Begründe für jedes Merkmal die Wahl eines geeigneten Mess- oder Prüfmittels.
  2. Temperatur und Qualität: Erkläre, warum ein Werkstück während des Schmiedens mit einer Schablone passen kann, nach dem Abkühlen aber dennoch außerhalb der Toleranz liegen könnte.
  3. Fehlerkette: Analysiere, wie Grat, falsche Bezugskante und schräges Ansetzen gemeinsam zu einer Fehlentscheidung bei der Qualitätsprüfung führen können.
  4. Prüfplan übertragen: Entwickle aus einer technischen Zeichnung eine sinnvolle Reihenfolge für Zwischenprüfung, Endprüfung und Dokumentation.
  5. Nacharbeit bewerten: Entscheide bei einer Maßüberschreitung, ob Richten, Schleifen, erneutes Erwärmen oder Ausschuss fachlich sinnvoll ist. Begründe Deine Entscheidung unter Berücksichtigung von Funktion und Werkstoff.
  6. Messmittelmanagement: Erläutere, warum Nullprüfung, Pflege, geschützte Lagerung und Kalibrierstatus Bestandteile der Qualitätssicherung sind.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du:

  1. eine technische Zeichnung hinsichtlich Nennmaßen, Toleranzen und Bezugskanten auswerten kannst,
  2. geeignete Mess- und Prüfmittel für unterschiedliche Prüfmerkmale auswählst,
  3. Stahlmaßstab, Messschieber, Winkel, Taster und Schablone fachgerecht anwendest,
  4. Messstellen vorbereitest und typische Messfehler vermeidest,
  5. den Einfluss von Temperatur und Zunder auf Schmiedeteile erklärst,
  6. Zwischenprüfungen am warmen Werkstück von der Endprüfung am abgekühlten Werkstück unterscheidest,
  7. Messwerte mit Einheit dokumentierst und mit Grenzmaßen vergleichst,
  8. Abweichungen begründet als gut, nacharbeitbar oder nicht verwendbar bewertest,
  9. Messmittel sicher behandelst, pflegst und sachgerecht lagerst,
  10. einen einfachen Prüfplan für ein Metall- oder Schmiedebauteil erstellen kannst.




OERs zum Thema

  1. Ausbildungsordnung und Ausbildungsrahmenplan Metallbauer beim BIBB
  2. Physikalisch-Technische Bundesanstalt zur Fertigungsmesstechnik
  3. Wikimedia Commons: Messschieber
  4. Wikimedia Commons: Messinstrumente
  5. Wikipedia: Toleranz in der Technik
  6. Wikipedia: Schmieden



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