Impressionismus - Kunst


Impressionismus - Kunst
Impressionismus - Kunst
Der Impressionismus ist eine Kunstrichtung des späten 19. Jahrhunderts. Viele Künstlerinnen und Künstler wollten keinen glatten, perfekten Eindruck erzeugen. Sie hielten vielmehr Licht, Farbe, Bewegung und einen flüchtigen Augenblick fest. Der wichtigste Ausgangsort war Frankreich, besonders Paris.

Claude Monet: „Impression, Sonnenaufgang“, 1872. Der Bildtitel prägte den Namen der Kunstrichtung.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
| Bereich | Das kannst Du |
|---|---|
| Kunstgeschichte | den Impressionismus zeitlich und räumlich einordnen |
| Bildanalyse | typische Merkmale in Gemälden erkennen und belegen |
| Farblehre | Lichtfarben, Schattenfarben und Kontraste untersuchen |
| Gestaltung | selbst eine impressionistische Farb- oder Lichtstudie anfertigen |
| Urteilskompetenz | Bilder vergleichen und eine begründete Deutung formulieren |
Entstehung
In den 1860er- und 1870er-Jahren widersetzten sich junge Kunstschaffende den strengen Regeln der akademischen Kunst. Statt historischer Heldengeschichten malten sie Landschaften, Freizeit, Arbeit, Verkehr und das moderne Stadtleben.
1874 zeigten sie ihre Werke erstmals gemeinsam außerhalb des offiziellen Pariser Salons. Die Ausstellung fand im früheren Atelier des Fotografen Nadar in Paris statt. Bis 1886 folgten insgesamt acht Gruppenausstellungen.
Der Kritiker Louis Leroy griff Monets Bildtitel spöttisch auf. Aus dem Spottwort Impressionisten wurde später die anerkannte Bezeichnung der Kunstrichtung.

Édouard Manet: „Die Eisenbahn“, 1873. Moderne Technik und Alltag werden zum Bildthema. Manet war ein wichtiger Wegbereiter, nahm aber nicht an den Impressionisten-Ausstellungen teil.
Typische Merkmale
| Merkmal | Woran erkennst Du es? |
|---|---|
| Momentaufnahme | Eine Szene wirkt kurz gesehen und nicht gestellt. |
| Licht | Wetter, Tageszeit und Spiegelungen verändern die Farben. |
| Pinselstrich | Striche und Farbtupfen bleiben sichtbar. |
| Farbige Schatten | Schatten sind oft blau, violett, grün oder rötlich statt schwarz. |
| Pleinairmalerei | Viele Bilder entstehen direkt im Freien. |
| Optische Farbmischung | Kleine Farbflecken mischen sich erst im Auge des Betrachters. |
| Ungewöhnlicher Ausschnitt | Figuren oder Gegenstände werden angeschnitten. |
| Alltagsleben | Cafés, Parks, Bahnhöfe, Straßen, Tanz und Freizeit werden wichtig. |

Claude Monet: „Frau mit Sonnenschirm“, 1875. Wind, Wolken und helles Sonnenlicht lassen die Szene wie eine Momentaufnahme wirken.
Malen im Freien
Neue, transportable Farbtuben und tragbare Staffeleien erleichterten das Malen außerhalb des Ateliers. Beim Malen im Freien konnten Farbveränderungen direkt beobachtet werden. Wegen des wechselnden Lichts musste oft schnell gearbeitet werden.

Alfred Sisley: „Die Brücke bei Villeneuve-la-Garenne“, 1872. Wasser, Himmel und Architektur werden durch lockere Farbflecken verbunden.
Licht und Farbe
Impressionistische Malerei arbeitet häufig mit hellen Farben. Reines Schwarz wird sparsam verwendet. Benachbarte Farbstriche können sich gegenseitig steigern. Besonders wichtig sind Komplementärkontraste, etwa Blau und Orange.

Claude Monet: ein Bild aus der Serie der Getreideschober. Das Motiv bleibt ähnlich, aber Licht, Wetter und Farbe verändern sich.
Moderne Stadt und neue Perspektiven
Das Paris des 19. Jahrhunderts wurde durch breite Straßen, Bahnhöfe, Brücken und neue Freizeitorte geprägt. Die Fotografie beeinflusste Bildausschnitte: Manche Szenen wirken zufällig, schräg oder angeschnitten.

Gustave Caillebotte: „Straße in Paris an einem Regentag“, 1877. Tiefe Raumwirkung, angeschnittene Figuren und regennasse Straßen zeigen die moderne Großstadt.

Camille Pissarro: „Boulevard Montmartre im Frühling“, 1897. Verkehr und Menschenmenge lösen sich aus der Entfernung in Farbpunkte auf.
Künstlerinnen und Künstler
Claude Monet
Claude Monet untersuchte besonders Licht, Wetter, Wasser und Spiegelungen. Er malte dasselbe Motiv häufig als Serie.


Vergleich: Die Kathedrale bleibt gleich, doch Sonnenlicht und graues Wetter verändern die gesamte Farbwirkung.

Spätwerk: In Giverny wurden Wasser, Seerosen und Spiegelungen zu Monets Hauptmotiven.
Pierre-Auguste Renoir
Pierre-Auguste Renoir malte häufig Menschen in Freizeit- und Gesellschaftsszenen. Flimmerndes Licht verbindet Figuren und Umgebung.

„Tanz im Moulin de la Galette“, 1876. Lichtflecken, Bewegung und viele Personen erzeugen eine lebendige Atmosphäre.
Edgar Degas
Edgar Degas beobachtete Bewegung, Proben und Arbeit. Er malte oft im Atelier und nutzte ungewöhnliche Blickwinkel. Deshalb passt er nicht zu der einfachen Vorstellung, alle Impressionisten hätten nur im Freien gemalt.

„Die Ballettklasse“, um 1874. Der angeschnittene Raum erinnert an einen spontanen fotografischen Blick.
Berthe Morisot
Berthe Morisot gehörte zum Kern der impressionistischen Gruppe. Ihre Bilder zeigen oft Menschen in privaten Räumen, Gärten oder familiären Situationen.

„Die Wiege“, 1872. Zarte Farbübergänge und lockere Pinselzüge gestalten eine stille Alltagsszene.
Mary Cassatt
Mary Cassatt war eine US-amerikanische Künstlerin in Paris. Sie stellte mit den Impressionisten aus und zeigte häufig selbstbewusste, alltägliche Darstellungen von Frauen und Kindern.

„Kleines Mädchen in einem blauen Sessel“, 1878. Die lockere Körperhaltung widerspricht einem steifen Repräsentationsporträt.
Einflüsse
Japanische Farbholzschnitte
Japanische Farbholzschnitte wurden in Europa im 19. Jahrhundert bekannt. Flächige Farben, starke Umrisslinien, ungewohnte Perspektiven und angeschnittene Formen beeinflussten viele westliche Künstler. Diese Begeisterung wird Japonismus genannt.

Katsushika Hokusai: „Die große Welle vor Kanagawa“. Die starke Diagonale und der überraschende Bildausschnitt zeigen Merkmale, die europäische Kunstschaffende faszinierten.
Fotografie und Wahrnehmung
Die Fotografie machte neue Momentaufnahmen möglich. Impressionistische Gemälde kopieren Fotos nicht einfach. Sie greifen jedoch Ausschnitte, Bewegungsunschärfe und scheinbar zufällige Blickwinkel auf.
Impressionismus erkennen
Prüfe ein Bild mit vier Fragen:
- Motiv: Zeigt es Alltag, Landschaft, Freizeit oder moderne Stadt?
- Licht: Ist eine bestimmte Tageszeit oder Wetterlage erkennbar?
- Farbe: Werden Schatten farbig und Pinselstriche sichtbar?
- Bildkomposition: Wirkt der Ausschnitt spontan, bewegt oder angeschnitten?
Wichtig: Ein einzelnes Merkmal reicht nicht. Begründe Deine Einordnung immer mit mehreren sichtbaren Beobachtungen.
Bildanalyse in der Schule
Eine kurze Bildanalyse kann so aufgebaut sein:
- Beschreiben: Nenne sachlich Motiv, Figuren, Raum und Farben.
- Untersuchen: Erkläre Pinselstrich, Licht, Kontraste und Bildausschnitt.
- Deuten: Formuliere, welche Stimmung oder Wirkung entsteht.
- Belegen: Verbinde jede Deutung mit einer sichtbaren Stelle im Bild.
Praktische Gestaltung
Für eine eigene impressionistische Studie brauchst Du Papier oder Malgrund, Deck- oder Acrylfarben und einen Pinsel.
- Wähle ein einfaches Motiv mit Licht und Schatten.
- Mische Schatten aus Farben statt nur aus Schwarz.
- Setze kurze Striche oder Tupfen nebeneinander.
- Arbeite zügig und vermeide harte Umrisslinien.
- Vergleiche Dein Bild mit dem Motiv und beschreibe die Lichtwirkung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
In welchem Land entwickelte sich der Impressionismus zuerst? (Frankreich) (!Italien) (!Norwegen) (!Mexiko)
Welches Gemälde gab dem Impressionismus seinen Namen? (Impression, Sonnenaufgang) (!Die Nachtwache) (!Der Wanderer über dem Nebelmeer) (!Das letzte Abendmahl)
Was wollten viele Impressionisten besonders festhalten? (Flüchtige Licht- und Farbeindrücke) (!Exakte technische Baupläne) (!Nur religiöse Symbole) (!Glatt polierte Oberflächen)
Welches Merkmal ist typisch für impressionistische Gemälde? (Sichtbare Pinselstriche) (!Streng schwarze Umrisslinien) (!Völlig farblose Flächen) (!Nur symmetrische Bildaufbauten)
Was bedeutet Pleinairmalerei? (Malen im Freien) (!Malen nur bei Nacht) (!Malen ohne Farben) (!Malen auf Glas)
Welche Motive wurden im Impressionismus häufig dargestellt? (Alltag und modernes Leben) (!Nur antike Götter) (!Nur mittelalterliche Schlachten) (!Nur erfundene Wappen)
Wie erscheinen Schatten in vielen impressionistischen Bildern? (Farbig) (!Immer tiefschwarz) (!Immer weiß) (!Immer goldfarben)
Wann fand die erste gemeinsame Impressionisten-Ausstellung statt? (1874) (!1492) (!1789) (!1914)
Warum malte Monet manche Motive als Serie? (Um wechselndes Licht und Wetter zu untersuchen) (!Um jedes Bild völlig identisch zu machen) (!Um Farben grundsätzlich zu vermeiden) (!Um nur historische Ereignisse zu erzählen)
Welche Künstlerin gehörte zur impressionistischen Gruppe? (Berthe Morisot) (!Artemisia Gentileschi) (!Frida Kahlo) (!Käthe Kollwitz)
Memory
| Pleinairmalerei | Malen im Freien |
| Claude Monet | Lichtserien |
| Edgar Degas | Bewegung im Ballett |
| Berthe Morisot | Private Alltagsszenen |
| Camille Pissarro | Stadt und Landschaft |
| Komplementärkontrast | Gesteigerte Leuchtkraft |
| Momentaufnahme | Flüchtiger Eindruck |
| Japonismus | Ungewöhnlicher Bildausschnitt |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Claude Monet | Licht und Serien |
| Pierre-Auguste Renoir | Tanz und Gesellschaft |
| Edgar Degas | Ballett und Bewegung |
| Berthe Morisot | Familie und Garten |
| Camille Pissarro | Boulevard und Landschaft |
| Gustave Caillebotte | Großstadt und Perspektive |
Kreuzworträtsel
| Monet | Wer malte Impression, Sonnenaufgang? |
| Freilicht | Wie heißt Malen unter freiem Himmel auf Deutsch? |
| Pinselstrich | Was bleibt im impressionistischen Bild oft sichtbar? |
| Boulevard | Welche breite Stadtstraße wurde häufig zum modernen Motiv? |
| Morisot | Welche Impressionistin malte Die Wiege? |
| Lichtwirkung | Was untersuchten viele Impressionisten zu verschiedenen Tageszeiten? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Farbentagebuch: Beobachte an einem Tag dreimal denselben Ort. Notiere, wie sich Licht und Farben verändern.
- Bilddetektiv: Wähle ein impressionistisches Bild und markiere fünf sichtbare Pinselstriche, Farbflecken oder Lichtreflexe.
- Schattenfarben: Mische drei Schattenfarben ohne reines Schwarz und teste sie auf Papier.
- Geräuschbild: Betrachte Renoirs Tanzszene und schreibe zehn Geräusche auf, die in der dargestellten Situation hörbar sein könnten.
Standard
- Pleinairstudie: Male draußen in 20 Minuten eine kleine Lichtstudie mit kurzen Strichen.
- Bildausschnitt: Fotografiere ein Alltagsmotiv aus drei ungewöhnlichen Blickwinkeln und wähle den spannendsten Ausschnitt.
- Bildserie: Gestalte dasselbe Motiv morgens, mittags und abends in drei kleinen Farbstudien.
- Künstlerporträt: Erstelle ein Lernplakat zu Monet, Morisot, Degas, Cassatt, Renoir oder Pissarro mit Werkbeispiel und drei Merkmalen.
Schwer
- Bildvergleich: Vergleiche zwei Darstellungen derselben Motivart und erkläre, wie Licht, Farbe und Perspektive unterschiedliche Wirkungen erzeugen.
- Ausstellung kuratieren: Plane eine kleine Schulausstellung mit sechs Werken, einem Titel, einer Reihenfolge und kurzen Wandtexten.
- Kunstkritik: Schreibe zwei Rezensionen zur Ausstellung von 1874: eine ablehnende aus damaliger Sicht und eine begründete heutige Bewertung.
- Transfer in die Gegenwart: Entwickle eine digitale oder gemalte Momentaufnahme des heutigen Stadtlebens und begründe Deine impressionistischen Entscheidungen.


Lernkontrolle
- Merkmale begründen: Du erhältst ein unbekanntes Gemälde. Entscheide, ob es impressionistisch wirkt, und belege Dein Urteil mit mindestens vier Beobachtungen.
- Lichtvergleich: Erkläre an zwei Bildern desselben Motivs, wie Tageszeit oder Wetter die Farbwirkung verändert.
- Perspektivwechsel: Beschreibe, wie ein ungewöhnlicher Bildausschnitt die Rolle der Betrachtenden verändert.
- Kunst und Gesellschaft: Zeige an einem Werk, was es über Freizeit, Verkehr oder Stadtleben des 19. Jahrhunderts verrät.
- Technik und Wirkung: Erkläre den Zusammenhang zwischen sichtbarem Pinselstrich, optischer Farbmischung und flüchtigem Eindruck.
- Gestaltung reflektieren: Beurteile eine eigene Lichtstudie. Nenne eine gelungene Entscheidung, ein Problem und eine konkrete Verbesserung.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis sind folgende Leistungen wichtig:
| Kompetenz | Möglicher Nachweis |
|---|---|
| Einordnung | Zeit, Ort und Entstehung des Impressionismus knapp erklären |
| Fachbegriffe | mindestens fünf Merkmale korrekt anwenden |
| Bildanalyse | Beobachtung, Untersuchung, Deutung und Beleg verbinden |
| Bildvergleich | Gemeinsamkeiten und Unterschiede nachvollziehbar erklären |
| Gestaltung | eine eigene Licht-, Farb- oder Momentstudie präsentieren |
| Reflexion | Entscheidungen und Verbesserungsmöglichkeiten begründen |
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