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Grattage - Kunst

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Grattage - Kunst




Grattage - Kunst


Einleitung

Grattage ist eine künstlerische Technik des Kratzens und Schabens. Du entfernst Teile einer oberen Farbschicht. Dadurch werden darunterliegende Farben oder eingeprägte Texturen sichtbar.

Die Technik eignet sich gut für den Kunstunterricht, weil Zufall, Materialerfahrung und bewusste Bildkomposition zusammenwirken. Du kannst aus Linien, Flächen und überraschenden Strukturen eigene Bildideen entwickeln.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. Grattage erklären und von Frottage unterscheiden.
  2. geeignete Farben, Untergründe und Werkzeuge auswählen.
  3. eine schulgeeignete Grattage sicher herstellen.
  4. Textur, Kontrast, Linie und Fläche gezielt einsetzen.
  5. Zufallsergebnisse wahrnehmen, deuten und weitergestalten.
  6. eigene Werke beschreiben und begründet beurteilen.


Was ist Grattage?

Der Begriff kommt vom französischen Wort gratter und bedeutet kratzen oder schaben. Bei der Grattage wird Farbe teilweise entfernt. So entstehen Spuren, Muster, Vertiefungen und Farbkontraste.[1]

Bei der klassischen Form liegt eine bemalte Leinwand auf einer strukturierten Fläche. Beim Schaben übertragen sich Holzmaserungen, Gitter oder andere Reliefs auf das Bild. Im Unterricht wird häufig eine vereinfachte Kratztechnik verwendet: Eine farbige Wachsschicht wird dunkel übermalt und anschließend teilweise freigelegt.


Grattage und Frottage

Frottage bedeutet Abreiben. Papier liegt auf einer rauen Oberfläche und wird mit einem Stift überrieben.

Grattage bedeutet Abkratzen. Farbe wird aufgetragen und anschließend mit einem Werkzeug verändert oder entfernt.


Kunstgeschichte

Der Künstler Max Ernst entwickelte die Grattage in den 1920er Jahren aus seinen Versuchen mit der Frottage weiter. Die Technik wurde Teil des Surrealismus. Dabei sollten unerwartete Formen die Fantasie anregen.[2]


Zufall als Gestaltungsmittel

In einer Grattage ist nicht jede Spur vollständig planbar. Genau das ist wichtig. Du beobachtest die entstandenen Formen und entscheidest:

  1. Welche Strukturen bleiben sichtbar?
  2. Welche Linien werden verstärkt?
  3. Welche Flächen werden verbunden?
  4. Welche Figur oder Landschaft könnte entstehen?

So wechseln sich Zufall und bewusste Entscheidung ab.


Materialien für die Schule

Für eine einfache Grattage benötigst Du:

  1. Malgrund: festes Papier oder dünnen Karton.
  2. Wachsmalstifte: für eine farbige, geschlossene Grundschicht.
  3. Deckfarbe: dunkle Gouache- oder Plakatfarbe.
  4. Pinsel: für einen gleichmäßigen Farbauftrag.
  5. Kratzwerkzeug: Holzspieß, Zahnstocher, stumpfer Modellierstab oder leerer Kugelschreiber.
  6. Unterlage: zum Schutz des Arbeitsplatzes.


Sicherheit

Verwende im Unterricht keine Rasierklingen, Skalpelle oder scharfen Messer. Nutze stumpfe oder hölzerne Werkzeuge. Kratze vom Körper weg und halte Abstand zu anderen Personen. Farbe gehört nicht in Mund oder Augen. Räume Farbreste und Kratzspäne nach der Arbeit auf.


Anleitung: Schulische Grattage


Schritt 1: Farbgrund anlegen

Bemale das Papier dicht mit Wachsmalstiften. Helle und kräftige Farben erzeugen später deutliche Kontraste. Weiße Stellen sollten möglichst vermieden werden.


Schritt 2: Deckschicht auftragen

Übermale die Wachsschicht mit dunkler Gouache- oder Plakatfarbe. Trage die Farbe deckend auf und lasse sie vollständig trocknen.


Schritt 3: Erproben

Teste auf einem Randstück verschiedene Spuren: dünne Linie, breite Linie, Punkt, Schraffur, Kreis und Fläche.


Schritt 4: Gestalten

Kratze Dein Motiv in die dunkle Schicht. Arbeite zuerst mit großen Formen und ergänze danach Details.


Schritt 5: Überarbeiten

Betrachte das Bild aus größerer Entfernung. Verstärke wichtige Linien und Kontraste. Lasse auch ruhige dunkle Flächen stehen.


Gestaltungsmöglichkeiten


Linien und Flächen

Dünne Linien wirken fein und leicht. Breite Kratzspuren wirken kräftig. Viele dicht gesetzte Linien bilden helle Flächen. Unbearbeitete Bereiche bleiben dunkel.


Texturen

Mit Punkten, Wellen, Gittern, Spiralen und Schraffuren kannst Du unterschiedliche Oberflächen darstellen. Beispiele sind Fell, Rinde, Wasser, Stein, Wolken oder Federn.


Farbkontrast

Eine dunkle Deckschicht vor einem hellen Farbgrund erzeugt einen starken Hell-Dunkel-Kontrast. Verschiedene Farben im Untergrund können zusätzlich einen Farbkontrast bilden.


Bildideen

Geeignete Motive sind:

  1. Fantasielandschaft: Wald, Unterwasserwelt oder fremder Planet.
  2. Tierdarstellung: Eule, Fisch, Insekt oder Fantasietier.
  3. Muster: ornamentale Flächen und wiederholte Zeichen.
  4. Nachtbild: Stadt, Sternenhimmel oder beleuchtete Fenster.
  5. Abstrakte Kunst: freie Linien, Rhythmen und Strukturen.


Ein Werk untersuchen

Nutze für eine Bildanalyse diese Fragen:

  1. Was erkennst Du zuerst?
  2. Wo liegen helle und dunkle Bereiche?
  3. Welche Linien und Texturen fallen auf?
  4. Welche Spuren wirken zufällig?
  5. Welche Teile wurden wahrscheinlich bewusst ergänzt?
  6. Welche Stimmung entsteht?
  7. Was würdest Du verändern?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bedeutet Grattage? (Farbschichten werden teilweise abgekratzt) (!Papier wird ausschließlich gefaltet) (!Farbe wird nur mit Wasser verdünnt) (!Ein Bild wird aus Stoff genäht)




Welcher Künstler ist besonders mit der Grattage verbunden? (Max Ernst) (!Albrecht Dürer) (!Claude Monet) (!Paul Klee)




Wodurch unterscheidet sich Grattage von Frottage? (Bei der Grattage wird Farbe abgekratzt) (!Bei der Grattage wird Papier gefaltet) (!Bei der Grattage wird nur fotografiert) (!Bei der Grattage wird Ton gebrannt)




Welche Wirkung kann eine strukturierte Unterlage erzeugen? (Sie überträgt unregelmäßige Muster) (!Sie löscht alle Farben) (!Sie macht das Papier durchsichtig) (!Sie verhindert jede sichtbare Spur)




Welches Werkzeug ist für eine schulische Kratztechnik geeignet? (Ein Holzspieß) (!Eine Rasierklinge) (!Ein scharfes Küchenmesser) (!Eine Glasscherbe)




Welche Rolle spielt der Zufall bei der Grattage? (Er liefert unerwartete Formen als Bildideen) (!Er muss vollständig verhindert werden) (!Er ersetzt jedes Material) (!Er macht eine Betrachtung überflüssig)




Was entsteht durch eine helle Unterschicht und eine dunkle Deckschicht? (Ein deutlicher Hell-Dunkel-Kontrast) (!Eine unsichtbare Oberfläche) (!Ein farbloser Abdruck) (!Eine vollständig glatte Fläche)




Was folgt nach dem deckenden Auftrag der oberen Farbschicht? (Die Farbe muss trocknen) (!Das Papier wird sofort zerrissen) (!Die Wachsschicht wird abgewaschen) (!Das Bild wird zusammengefaltet)




Welche Gestaltungsmittel sind für eine Grattage besonders wichtig? (Linie Fläche Textur und Kontrast) (!Nur Perspektive und Maßstab) (!Nur Schrift und Ton) (!Nur Licht und Fotografie)




Warum passte die Grattage zum Surrealismus? (Unerwartete Spuren regten die Fantasie an) (!Sie erlaubte nur naturgetreue Kopien) (!Sie vermied jede Form von Experiment) (!Sie bestand ausschließlich aus Architekturzeichnungen)





Memory

Grattage Abkratzen von Farbschichten
Frottage Abreiben einer Oberflächenstruktur
Max Ernst Künstlerischer Wegbereiter
Textur Sichtbare und fühlbare Oberfläche
Kontrast Deutlicher Unterschied
Zufall Ungeplantes Gestaltungsergebnis





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Grattage
Wachsmalstifte Farbige Grundschicht
Dunkle Farbe Obere Deckschicht
Holzspieß Sicheres Kratzwerkzeug
Holzmaserung Strukturgeber
Zufallsform Ausgangspunkt für eine Bildidee






Kreuzworträtsel

Grattage Wie heißt die künstlerische Technik des Abkratzens von Farbe?
Frottage Wie heißt die Technik des Abreibens einer Oberfläche?
Textur Wie nennt man die sichtbare Beschaffenheit einer Oberfläche?
Kontrast Wie heißt ein deutlicher Unterschied zwischen hell und dunkel?
Zufall Welches Prinzip erzeugt ungeplante Formen?
Spachtel Welches stumpfe Werkzeug kann Farbe schieben oder abtragen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Technik des Abkratzens von Farbschichten heißt

. Das französische Wort gratter bedeutet

. Ein wichtiger Künstler dieser Technik war

. Die verwandte Technik des Abreibens heißt

. Raue Unterlagen können sichtbare

erzeugen. Ungeplante Spuren machen den

zum Gestaltungsmittel. Helle und dunkle Flächen bilden einen starken

. Für die Schule eignet sich ein

als Kratzwerkzeug. Große Formen und Details werden zu einer bewussten

verbunden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Struktur-Suche: Finde fünf raue oder gemusterte Oberflächen in Deiner Umgebung und zeichne ihre Strukturen ab.
  2. Spurenkarte: Erstelle ein Blatt mit mindestens acht unterschiedlichen Kratzspuren und beschrifte ihre Wirkung.
  3. Farbkontrast: Lege zwei kleine Grattagen mit unterschiedlichen Farbkombinationen an und vergleiche ihre Leuchtkraft.
  4. Fantasietier: Gestalte ein Tier, dessen Fell, Federn oder Schuppen aus verschiedenen Kratzmustern bestehen.


Standard

  1. Nachtlandschaft: Entwickle eine Grattage mit Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund.
  2. Materialexperiment: Vergleiche zwei Untergründe oder zwei Kratzwerkzeuge und dokumentiere die Unterschiede.
  3. Prozessdokumentation: Fotografiere drei Arbeitsschritte und schreibe kurze Bildunterschriften.
  4. Bildgespräch: Stelle Dein Werk vor und erkläre eine zufällige sowie eine bewusst geplante Stelle.


Schwer

  1. Zufall und Kontrolle: Erstelle eine Serie aus drei Grattagen, in denen der Anteil des Zufalls jeweils unterschiedlich groß ist.
  2. Technikvergleich: Gestalte dasselbe Motiv einmal als Frottage und einmal als Grattage und werte beide Ergebnisse aus.
  3. Unterrichtsplanung: Entwirf eine sichere Grattage-Werkstatt für eine jüngere Klasse mit Materialliste und Zeitplan.
  4. Ausstellungskonzept: Plane eine Klassenausstellung mit Titel, Reihenfolge, Wandtexten und Kriterien für Rückmeldungen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Material und Wirkung: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie Untergrund, Werkzeug und Farbe gemeinsam die Bildwirkung verändern.
  2. Fehleranalyse: Eine Deckschicht haftet nicht oder reißt großflächig ab. Entwickle mögliche Ursachen und begründete Verbesserungen.
  3. Techniktransfer: Übertrage das Prinzip der Grattage auf ein Motiv aus Natur, Architektur oder Musik und erläutere Deine Entscheidungen.
  4. Vergleich: Vergleiche Grattage und Frottage hinsichtlich Arbeitsweise, Zufall, Oberfläche und Gestaltungsmöglichkeiten.
  5. Sicherheitskonzept: Formuliere Regeln für eine Grattage-Stunde und begründe jede Regel.
  6. Bildbeurteilung: Bewerte eine Grattage anhand von Komposition, Kontrast, Textur und Eigenständigkeit. Belege jedes Urteil mit einer sichtbaren Stelle.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis sind wichtig:

  1. eine selbstständig gestaltete Grattage.
  2. ein sicherer und sachgerechter Umgang mit Material und Werkzeug.
  3. erkennbare Versuche mit Linien, Flächen, Texturen und Kontrasten.
  4. eine kurze Dokumentation des Arbeitsprozesses.
  5. eine begründete Beschreibung von Zufall und bewusster Entscheidung.
  6. eine Reflexion über Stärken und mögliche Verbesserungen des eigenen Werks.




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