Positiv- und Negativform - Kunst


Positiv- und Negativform - Kunst
Positiv- und Negativform - Kunst
Einleitung
In diesem aiMOOC lernst Du, wie Positivform, Negativform, Kontur und Hintergrund zusammenwirken. Du untersuchst Bilder, entdeckst versteckte Formen und gestaltest eigene Arbeiten mit Papier, Farbe, Schere oder Kamera.

Merksatz: Die Positivform ist die sichtbare oder ausgefüllte Form. Die Negativform entsteht im freien Raum um sie herum oder zwischen ihren Teilen.
Lernziele
Du kannst ...
- Positivformen und Negativformen unterscheiden.
- erklären, wie eine gemeinsame Kontur zwei Formen begrenzt.
- die Wirkung von Kontrast, Fläche und Zwischenraum beschreiben.
- eigene Bilder mit ausgeglichenen Positiv- und Negativformen gestalten.
- Deine Gestaltung untersuchen und begründet verbessern.
Grundwissen
Positivform
Die Positivform ist die Form, die Du zuerst als Gegenstand oder Figur erkennst. Sie kann ausgeschnitten, gezeichnet, gemalt oder gedruckt sein.

Beispiele sind eine schwarze Silhouette, ein farbiger Papierstern oder eine gemalte Tierfigur.
Negativform
Die Negativform ist der freie Raum neben, zwischen oder innerhalb einer Positivform. Sie ist nicht „nichts“, sondern ein wichtiger Teil der Bildkomposition.

Achte besonders auf Zwischenräume: zwischen Armen und Körper, zwischen Ästen oder zwischen Buchstaben.
Form und Gegenform
Positivform und Negativform teilen sich häufig dieselbe Kontur. Veränderst Du die eine Form, verändert sich auch die andere.
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Positivform | besetzte, gefüllte oder zuerst erkannte Fläche |
| Negativform | freie Fläche um oder zwischen Formen |
| Kontur | gemeinsame Begrenzung von Form und Gegenform |
| Kontrast | deutlicher Unterschied, zum Beispiel Schwarz und Weiß |
| Komposition | Anordnung aller Flächen im Bild |

Beobachtung: Siehst Du zuerst ein schwarzes Kreuz oder ein weißes Kreuz? Deine Wahrnehmung kann zwischen Figur und Grund wechseln.
Figur und Grund
Bei der Figur-Grund-Wahrnehmung entscheidet Dein Gehirn, was als Figur und was als Hintergrund erscheint. Bei einer Kippfigur kann diese Zuordnung wechseln.

Siehst Du eine helle Vase oder zwei dunkle Gesichter? Beides ist möglich. Die Konturen bleiben gleich, aber die Wahrnehmung kippt.

Wirkung von Positiv- und Negativformen
Eine gelungene Gestaltung beachtet nicht nur das Motiv, sondern auch die freien Flächen. Große Negativformen können Ruhe erzeugen. Kleine Zwischenräume können Spannung, Rhythmus oder Bewegung verstärken.

Prüffrage für Deine Arbeit: Sind auch die freien Flächen interessant gestaltet?
Farbe und Kontrast
Ein starker Hell-Dunkel-Kontrast macht Positiv- und Negativformen gut sichtbar. Mit ähnlichen Farben wird die Trennung schwächer. Durch einen Farbwechsel kann der Hintergrund plötzlich als Figur erscheinen.

Negativraum in der Fotografie
Auch in der Fotografie ist freier Raum wichtig. Ein kleines Motiv vor einer großen, ruhigen Fläche wirkt deutlich, still oder einsam.


Positiv- und Negativform im Alltag
Du findest Form und Gegenform in Logos, Piktogrammen, Schablonen, Scherenschnitten, Buchstaben, Architektur und Stadtplänen.

In einem Schwarzplan erscheinen Gebäude meist als dunkle Positivformen. Straßen, Plätze und Höfe bilden die hellen Negativformen.
Einfache Gestaltungstechnik
- Falte oder markiere ein quadratisches Blatt.
- Zeichne an einer Kante eine einfache Form.
- Schneide die Form sauber aus.
- Klappe oder verschiebe das ausgeschnittene Teil nach außen.
- Klebe Positivform und Negativform gemeinsam auf einen kontrastierenden Hintergrund.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist eine Positivform? (Eine sichtbare oder ausgefüllte Form) (!Nur der Rand eines Blattes) (!Eine zufällige Farbmischung) (!Ein unsichtbarer Schatten)
Was bezeichnet die Negativform? (Den freien Raum um oder zwischen Formen) (!Nur eine dunkle Figur) (!Eine falsch gezeichnete Form) (!Die Rückseite eines Bildes)
Was teilen Positivform und Negativform häufig? (Eine gemeinsame Kontur) (!Eine gemeinsame Überschrift) (!Immer dieselbe Farbe) (!Immer dieselbe Größe)
Was geschieht bei einer Kippfigur? (Figur und Grund können ihre Rollen wechseln) (!Das Papier wird gefaltet) (!Das Bild fällt vom Tisch) (!Alle Farben verschwinden)
Welcher Kontrast trennt Formen besonders deutlich? (Ein starker Hell-Dunkel-Kontrast) (!Ein kaum sichtbarer Farbunterschied) (!Eine einheitliche graue Fläche) (!Eine unscharfe Kontur)
Wo kann eine Negativform liegen? (Zwischen den Teilen einer Figur) (!Nur außerhalb des Bildes) (!Nur unter dem Papier) (!Nur in einem Bilderrahmen)
Warum ist Negativraum wichtig? (Er beeinflusst Gleichgewicht und Wirkung) (!Er macht jede Form automatisch rund) (!Er ersetzt alle Farben) (!Er verhindert jede Bewegung)
Was zeigt ein Schwarzplan meist als dunkle Fläche? (Gebäude) (!Wolken) (!Geräusche) (!Temperaturen)
Welche Technik eignet sich besonders für Positiv- und Negativformen? (Der Scherenschnitt) (!Das Stimmen eines Instruments) (!Das Mischen eines Getränks) (!Das Schreiben einer Rechenaufgabe)
Welche Frage hilft bei der Bildkontrolle? (Sind auch die freien Flächen gestaltet) (!Ist das Papier besonders teuer) (!Ist jede Form gleich groß) (!Wurde nur eine Farbe verwendet)
Memory
| Positivform | ausgefüllte oder erkannte Figur |
| Negativform | freier Raum um eine Figur |
| Kontur | Grenze zwischen zwei Flächen |
| Silhouette | einfarbiger Umriss |
| Kippfigur | wechselnde Wahrnehmung |
| Kontrast | deutlicher Unterschied |
| Komposition | Anordnung im Bild |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Positivform | sichtbare Hauptfigur |
| Negativform | freie Zwischenfläche |
| Kontur | begrenzende Linie |
| Kippfigur | wechselnde Figur-Grund-Zuordnung |
| Scherenschnitt | Gestaltung mit ausgeschnittenen Formen |
Kreuzworträtsel
| Positivform | Wie heißt die ausgefüllte oder zuerst erkannte Form? |
| Negativform | Wie heißt der freie Raum um oder zwischen Formen? |
| Kontur | Wie heißt die Begrenzung einer Form? |
| Silhouette | Wie heißt ein einfarbiger Umriss? |
| Kontrast | Wie heißt ein deutlicher Unterschied zwischen Flächen? |
| Weissraum | Wie nennt man eine bewusst freigelassene Fläche? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Formensuche: Fotografiere fünf Positivformen und fünf Negativformen in Deiner Schule.
- Silhouette: Zeichne den Umriss eines einfachen Gegenstands schwarz auf weißes Papier.
- Zwischenraum: Zeichne einen Stuhl, aber nur die freien Flächen zwischen seinen Teilen.
- Kippfigur: Erfinde ein kleines Bild, in dem zwei verschiedene Motive erkannt werden können.
Standard
- Scherenschnitt: Gestalte aus einem Quadrat eine symmetrische Arbeit aus Form und Gegenform.
- Logo: Entwirf ein zweifarbiges Zeichen, das eine versteckte Negativform enthält.
- Fotografie: Nimm drei Fotos auf, in denen ein kleiner Gegenstand von viel freiem Raum umgeben ist.
- Bildanalyse: Untersuche ein Plakat und markiere Positivform, Negativform, Kontur und Blickfang.
Schwer
- Notan: Entwickle eine ausgewogene Schwarz-Weiß-Komposition mit mindestens sechs ausgeschnittenen Formen.
- Typografie: Gestalte einen Buchstaben so um, dass sein Innenraum ein zweites Motiv zeigt.
- Architekturmodell: Baue aus Karton eine räumliche Form und gestalte die Öffnungen ebenso bewusst wie die festen Flächen.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Lernvideo, das Positivform, Negativform und Figur-Grund-Wechsel an einem eigenen Beispiel erklärt.


Lernkontrolle
- Bildvergleich: Vergleiche zwei Gestaltungen mit demselben Motiv, aber unterschiedlich großen Negativflächen. Erkläre die verschiedene Wirkung.
- Gestaltungsentscheidung: Begründe, wann ein großer Negativraum besser wirkt als ein vollständig gefülltes Bild.
- Fehleranalyse: Eine Figur ist gut erkennbar, aber das Gesamtbild wirkt unausgeglichen. Beschreibe mögliche Ursachen und Verbesserungen.
- Transfer Logo: Entwickle die Idee für ein Schullogo, bei dem die Negativform eine zweite Bedeutung trägt.
- Transfer Fotografie: Plane ein Foto, das Ruhe nur durch Motivgröße, Platzierung und freien Raum erzeugt.
- Wahrnehmungswechsel: Erkläre an einer Kippfigur, warum dieselbe Kontur zu zwei verschiedenen Deutungen führen kann.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis sind folgende Punkte wichtig:
- Du verwendest die Begriffe Positivform, Negativform, Kontur, Kontrast und Komposition richtig.
- Du zeigst an einem eigenen Beispiel, wie Form und Gegenform zusammenhängen.
- Du gestaltest die freien Flächen ebenso bewusst wie das Hauptmotiv.
- Du beschreibst die Wirkung Deiner Gestaltung mit passenden Fachbegriffen.
- Du dokumentierst mindestens einen Entwurf und eine begründete Verbesserung.
- Du präsentierst Dein Ergebnis übersichtlich und reflektierst Deinen Arbeitsprozess.
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