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Der Impressionismus - Kunst

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Der Impressionismus - Kunst



Der Impressionismus - Kunst


Einleitung

Der Impressionismus ist eine Kunstrichtung des späten 19. Jahrhunderts. Viele Künstlerinnen und Künstler wollten nicht jedes Detail glatt ausarbeiten, sondern einen flüchtigen Eindruck von Licht, Farbe, Bewegung und Atmosphäre festhalten. Du lernst, impressionistische Bilder zu erkennen, zu untersuchen und selbst mit Licht und Farbe zu experimentieren.

Claude Monet: Impression, Sonnenaufgang (1872). Der Bildtitel wurde eng mit dem Namen der Kunstrichtung verbunden.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du

  1. typische Stilmerkmale des Impressionismus an Bildern belegen,
  2. die Bedeutung von Pleinairmalerei, Licht und sichtbarem Pinselduktus erklären,
  3. wichtige Künstlerinnen und Künstler einordnen,
  4. ein Werk mit Fachbegriffen beschreiben, analysieren und deuten,
  5. eine eigene impressionistische Studie gestalten und reflektieren.


Entstehung und Name

In den 1860er- und 1870er-Jahren suchten Kunstschaffende in Frankreich nach neuen Wegen außerhalb der Regeln der Kunstakademien. 1874 organisierten sie in Paris eine eigene Gruppenausstellung im ehemaligen Atelier des Fotografen Nadar. Statt historischer Heldenszenen zeigten sie häufig Landschaften, Freizeit, Großstadtleben und alltägliche Augenblicke.

Der Name hängt mit Claude Monets Gemälde Impression, Sonnenaufgang zusammen. Das französische Wort impression bedeutet Eindruck. Kritiker verwendeten die Bezeichnung zunächst spöttisch; später wurde sie zum Namen der Bewegung.

Moderne Welt als Motiv: Bahnhof, Dampf, Menschenmenge und neues Verkehrstempo.


Typische Merkmale

Stilmerkmal Woran Du es erkennen kannst
Licht und Atmosphäre Wetter, Tageszeit, Dunst, Spiegelungen und farbige Schatten verändern den Eindruck.
Sichtbarer Pinselduktus Kurze, lockere Striche und Flecken bleiben erkennbar.
Helle Farbwirkung Farben werden häufig nebeneinandergesetzt; reines Schwarz wird oft sparsam verwendet.
Momentaufnahme Bewegung, ein zufälliger Ausschnitt oder eine ungewöhnliche Perspektive lassen den Augenblick flüchtig wirken.
Pleinairmalerei Viele Landschaftsstudien entstehen direkt vor dem Motiv im Freien.
Moderne Motive Boulevards, Bahnhöfe, Cafés, Theater, Freizeit und Vororte zeigen das Leben der Gegenwart.

Nicht jedes Werk besitzt alle Merkmale. Edgar Degas arbeitete zum Beispiel oft im Atelier und interessierte sich besonders für Bewegung und ungewöhnliche Bildausschnitte.

Edgar Degas: Tanzklasse. Achte auf angeschnittene Figuren, Blickrichtungen und freie Flächen.


Licht, Farbe und Serie

Die Impressionistinnen und Impressionisten malten Schatten nicht einfach grau oder schwarz. Sie beobachteten farbige Reflexe und nutzten Farbkontraste. Bei einem Komplementärkontrast können sich Gegenfarben wie Blau und Orange gegenseitig verstärken.

Ein Motiv konnte mehrfach unter wechselnden Bedingungen erscheinen. In einer Bildserie wird dadurch sichtbar, wie stark Tageszeit, Wetter und Jahreszeit unsere Wahrnehmung verändern.

Monets Kathedralen-Serie: Nicht nur das Gebäude, sondern vor allem das wechselnde Licht ist das Thema.

Camille Pissarro: Boulevard Montmartre bei Nacht. Impressionistische Lichtbeobachtung ist nicht auf sonnige Landschaften beschränkt.


Motive der modernen Welt

Die wachsende Großstadt Paris, neue Bahnhöfe, breite Boulevards, Ausflugslokale und Theater boten ungewohnte Motive. Die Bilder zeigen moderne Freizeit, aber auch unterschiedliche soziale Räume und Sichtweisen.

Pierre-Auguste Renoir: Tanz im Moulin de la Galette (1876). Lichtflecken, Bewegung und Menschenmenge erzeugen eine lebendige Stimmung.

Alfred Sisley: Hochwasser bei Port-Marly. Landschaft, Wetter und Spiegelung bestimmen die Wirkung.


Künstlerinnen und Künstler

  1. Claude Monet untersuchte Licht, Wetter und Serienmotive.
  2. Pierre-Auguste Renoir malte häufig Menschen, Freizeit und gesellschaftliche Szenen.
  3. Edgar Degas beobachtete Bewegung, Tanz, Theater und Arbeitsabläufe.
  4. Camille Pissarro verband Landschaft, Dorf und Großstadt.
  5. Alfred Sisley konzentrierte sich besonders auf Landschaften und Wetterstimmungen.
  6. Berthe Morisot und Mary Cassatt prägten den Impressionismus mit eigenständigen Blicken auf Alltag, Familie und gesellschaftliche Rollen.
  7. Édouard Manet gilt als wichtiger Wegbereiter, nahm aber nicht an den Gruppenausstellungen der Impressionisten teil.

Berthe Morisot: Die Wiege (1872). Schleier, Blickrichtungen und helle Flächen verbinden Nähe und Distanz.

Mary Cassatt: Das Bad des Kindes (1893). Die Aufsicht von oben und die Muster strukturieren die Alltagsszene.


Impressionismus in Deutschland

In Deutschland entwickelten unter anderem Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth eigene Formen impressionistischer Malerei. Sie übernahmen nicht einfach einen festen französischen Stil, sondern verbanden Lichtmalerei und lockeren Farbauftrag mit ihren jeweiligen Themen.

Max Liebermann: Terrasse des Restaurants Jacob in Nienstedten an der Elbe (1902). Lichtflecken gliedern die schattige Gartenszene.


Ein Bild untersuchen

Nutze für eine Bildanalyse fünf Schritte:

  1. Beschreiben: Was ist ohne Deutung zu sehen?
  2. Komposition untersuchen: Wie wirken Ausschnitt, Raum, Blickrichtungen und Schwerpunkte?
  3. Farbe und Licht untersuchen: Welche Kontraste, Schatten und Stimmungen entstehen?
  4. Malweise untersuchen: Wie sichtbar, dicht oder locker ist der Farbauftrag?
  5. Deuten: Welche Wirkung und Aussage lassen sich mit Beobachtungen belegen?


Nicht verwechseln

Impressionismus betont häufig den wahrgenommenen Augenblick. Der spätere Expressionismus steigert und verändert Formen und Farben oft stärker, um inneres Erleben auszudrücken. Beide Richtungen können kräftige Farben nutzen, verfolgen aber unterschiedliche Ziele.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was steht in vielen impressionistischen Bildern besonders im Mittelpunkt? (Der flüchtige Eindruck von Licht und Atmosphäre) (!Die genaue Rekonstruktion antiker Baupläne) (!Eine ausschließlich religiöse Botschaft) (!Die vollständige Auflösung aller Gegenstände)




In welchem Jahr fand die erste Gruppenausstellung der später so genannten Impressionisten statt? (1874) (!1789) (!1914) (!1945)




Welches Werk ist eng mit dem Namen Impressionismus verbunden? (Impression Sonnenaufgang) (!Guernica) (!Der Schrei) (!Die Nachtwache)




Was bedeutet Pleinairmalerei? (Malen im Freien) (!Malen nur mit schwarzer Farbe) (!Drucken mit einer Presse) (!Zeichnen nach mathematischen Regeln)




Welche Malweise ist für viele impressionistische Werke typisch? (Sichtbare lockere Pinselstriche) (!Völlig unsichtbarer Farbauftrag) (!Ausschließlich harte Umrisslinien) (!Nur geometrische Schwarzweißflächen)




Welches Motiv passt besonders zur modernen Lebenswelt des Impressionismus? (Ein belebter Pariser Boulevard) (!Eine mittelalterliche Ritterburg als Fantasieszene) (!Ein erfundener Planet ohne Menschen) (!Eine technische Schnittzeichnung eines Motors)




Welche Künstlerin gehörte zum Kreis des Impressionismus? (Berthe Morisot) (!Frida Kahlo) (!Käthe Kollwitz) (!Hannah Höch)




Warum malte Monet manche Motive als Serie? (Um Veränderungen von Licht und Wetter zu untersuchen) (!Um jedes Bild völlig gleich aussehen zu lassen) (!Um auf Farbe vollständig zu verzichten) (!Um nur historische Ereignisse zu dokumentieren)




Welche Aussage zu Édouard Manet trifft zu? (Er war ein wichtiger Wegbereiter und nahm nicht an den Gruppenausstellungen teil) (!Er erfand die Fotografie) (!Er malte ausschließlich abstrakte Bilder) (!Er lebte im Mittelalter)




Was solltest Du am Anfang einer Bildanalyse tun? (Sichtbares sachlich beschreiben) (!Sofort eine unbelegte Deutung festlegen) (!Nur den Preis des Bildes nennen) (!Alle Farben auswendig zählen)





Memory

Pleinairmalerei Malen im Freien
Pinselduktus Sichtbare Pinselspur
Komplementärkontrast Gegenfarben steigern ihre Wirkung
Momentaufnahme Flüchtiger Augenblick
Bildserie Gleiches Motiv unter wechselnden Bedingungen
Atmosphäre Wirkung von Licht und Wetter
Boulevard Breite Straße als Großstadtmotiv
Staffelei Bewegliche Halterung für ein Bild





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Schwerpunkt
Claude Monet Licht und Bildserien
Pierre-Auguste Renoir Freizeit und gesellschaftliche Szenen
Edgar Degas Tanz und ungewöhnliche Bildausschnitte
Berthe Morisot Alltag und vielschichtige Blickräume
Camille Pissarro Landschaft und Großstadtboulevards






Kreuzworträtsel

Monet Wer malte Impression Sonnenaufgang?
Morisot Welche Künstlerin malte Die Wiege?
Pleinair Wie heißt das Malen unter freiem Himmel mit einem französischen Fachwort?
Licht Was verändert Farben und Schatten je nach Tageszeit?
Degas Welcher Künstler ist für Darstellungen von Tänzerinnen bekannt?
Pissarro Wer malte Stadtansichten des Boulevard Montmartre?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Der Impressionismus entwickelte sich im 19. Jahrhundert besonders in

. Im Mittelpunkt vieler Werke steht die Wirkung von

. Das Malen im Freien heißt

. Lockere sichtbare Farbspuren nennt man

. Ein flüchtig wirkender Bildausschnitt erinnert an eine

. Monet untersuchte wechselnde Bedingungen häufig in einer

. Die erste Gruppenausstellung fand in Paris im Jahr

statt. Vor jeder Deutung beginnt eine Bildanalyse mit dem sachlichen

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Farbprotokoll: Beobachte zehn Minuten lang einen Ort und notiere fünf Farbveränderungen durch Licht oder Schatten.
  2. Bildausschnitt: Fotografiere denselben Ort in drei unterschiedlichen Ausschnitten und entscheide, welcher am flüchtigsten wirkt.
  3. Pinselduktus: Erprobe mit Wasserfarbe oder Deckfarbe sechs verschiedene kurze Pinselspuren und beschrifte ihre Wirkung.
  4. Lichttagebuch: Zeichne einen Gegenstand morgens und nachmittags und vergleiche Schattenrichtung und Farbwirkung.


Standard

  1. Pleinairstudie: Gestalte draußen eine kleine Farbstudie in höchstens 25 Minuten und lasse sichtbare Pinselspuren stehen.
  2. Werkvergleich: Vergleiche zwei Werke aus diesem aiMOOC anhand von Motiv, Komposition, Farbe, Licht und Wirkung.
  3. Foto und Malerei: Übertrage ein eigenes Alltagsfoto in eine impressionistische Malerei und verändere Farbe und Pinselduktus bewusst.
  4. Audioguide: Produziere einen zweiminütigen Audiobeitrag zu einem Werk und belege jede Deutung durch sichtbare Details.


Schwer

  1. Ausstellungskonzept: Plane eine kleine Schulausstellung mit sechs Werken unter dem Titel Licht verändert die Welt und begründe Reihenfolge und Hängung.
  2. Perspektive und Gesellschaft: Untersuche, welche öffentlichen oder privaten Räume Morisot, Cassatt, Degas und Renoir zeigen, und diskutiere mögliche Gründe.
  3. Bildserie: Gestalte ein Motiv viermal bei wechselndem Licht und dokumentiere Material, Zeitpunkt, Entscheidungen und Ergebnisse.
  4. Kunstdebatte: Verfasse einen Dialog zwischen einer Person aus der akademischen Salonkunst und einer impressionistischen Künstlerin über die Frage, wann ein Bild fertig ist.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Unbekanntes Werk analysieren: Entscheide bei einem unbekannten Bild, ob die Bezeichnung impressionistisch überzeugend ist. Belege Dein Urteil mit mindestens vier Beobachtungen und nenne ein Gegenargument.
  2. Lichttransfer: Erkläre, wie dasselbe Schulgebäude bei Nebel, Mittagssonne und Dämmerung jeweils anders gemalt werden müsste. Beziehe Farbe, Kontrast, Kanten und Stimmung ein.
  3. Stilvergleich: Vergleiche eine glatte akademische Malweise mit einem lockeren impressionistischen Farbauftrag. Erkläre, wie beide Malweisen die Betrachtenden lenken.
  4. Moderner Alltag: Wähle ein heutiges Alltagsmotiv, das zu den Interessen der Impressionisten passen könnte, und entwickle ein begründetes Bildkonzept.
  5. Kuratorische Entscheidung: Wähle drei Werke für eine Ausstellung über Bewegung. Begründe Auswahl, Reihenfolge und einen passenden Ausstellungstext.
  6. Praxisreflexion: Bewerte eine eigene Farbstudie danach, ob Licht, Atmosphäre und Augenblick erkennbar werden. Leite zwei konkrete Verbesserungen ab.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis sind wichtig:

  1. Fachwissen: zentrale Merkmale, Begriffe und historische Zusammenhänge korrekt erklären,
  2. Bildanalyse: Beobachtung, Analyse und Deutung nachvollziehbar trennen und mit Bilddetails belegen,
  3. Vergleich: Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Werken begründet darstellen,
  4. Gestaltung: Licht, Farbe, Ausschnitt und Pinselduktus in einer eigenen Arbeit bewusst einsetzen,
  5. Reflexion: Entscheidungen, Wirkung, Schwierigkeiten und Verbesserungen verständlich erläutern,
  6. Präsentation: Ergebnisse klar, eigenständig und unter Beachtung der Bildquellen vorstellen.




OERs zum Thema

  1. Wikipedia: Impressionismus in der Malerei
  2. Wikimedia Commons: freie Medien zum Impressionismus
  3. Bildanalyse
  4. Farblehre
  5. Kunstgeschichte



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