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UEFA Europameisterschaft 2016

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UEFA Europameisterschaft 2016

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Einleitung

Eröffnungsfeier der UEFA EURO 2016 im Stade de France am 10. Juni 2016. Foto: H4stings, CC BY-SA 4.0; beobachte die Inszenierung des Gastgeberlandes.
Eröffnungsfeier der UEFA EURO 2016 im Stade de France am 10. Juni 2016. Foto: H4stings, CC BY-SA 4.0; beobachte die Inszenierung des Gastgeberlandes.

Warum wird eine Mannschaft Europameister, obwohl sie keines ihrer drei Gruppenspiele gewinnt? Das beantwortest du mit einer Analyse der UEFA EURO 2016, der Endrunde der Männer vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 in Frankreich. Es nahmen erstmals 24 Nationalmannschaften teil; Portugal gewann das Finale 1:0 nach Verlängerung gegen Gastgeber Frankreich. Das erste Bild zeigt die Eröffnungsfeier vom 10. Juni und ist zugleich das Vorschaubild der Mediathek. Es belegt Ort und Zeremonie, nicht die Taktik oder das Ergebnis eines Spiels.

Der offizielle Wettbewerbsname ist UEFA European Football Championship; 2016 wurde die Ausgabe als UEFA EURO 2016 bezeichnet. Der historische Name der 1960 begonnenen Veranstaltung lautete European Nations' Cup (Europapokal der Nationen). Die Ausgabe 2016 umfasst eine Qualifikation ab 2014 und die Endrunde 2016: Qualifikationszeitraum, Austragungsjahr, Datum des einzelnen Spiels und Veröffentlichungsdatum eines späteren Rückblicks sind nicht dasselbe. Es geht hier ausschließlich um die Männer-EM und nicht um einen Vereinswettbewerb oder die gesonderte Frauen-EM.

Zielgruppe und Lernweg: Jugendliche ab zwölf Jahren, Erwachsene, Fußballfans und Trainerteams. Leicht: Orte, Personen und Ergebnisse einordnen. Standard: Modus und Turnierwege erklären. Anspruchsvoll: taktische Erklärungen mit konkreten Spielszenen belegen, Gegenhypothesen prüfen und Medien kritisch nutzen. Bildauftrag: Notiere zwei Beobachtungen, die das zeitgenössische Foto tatsächlich zeigt, und eine Frage, die sich daraus nicht beantworten lässt.


Wettbewerb, Austragungsorte und Teilnehmer


Historische Stellung und Spielorte

2016 fand die fünfzehnte EM-Endrunde der Männer statt; nach 1960 und 1984 war Frankreich zum dritten Mal Austragungsland. Mit der Erweiterung von 16 auf 24 Mannschaften veränderte sich der Weg zum Titel: Ein zusätzliches Achtelfinale und das Weiterkommen von vier Gruppendritten boten neue Chancen. Die UEFA ließ in zehn Stadien spielen: Stade de France in Saint-Denis, Parc des Princes in Paris, Stade Vélodrome in Marseille, Stade de Lyon, Stade Pierre-Mauroy in Lille, Stade de Bordeaux, Stade Bollaert-Delelis in Lens, Stade de Nice, Stade Geoffroy-Guichard in Saint-Étienne und Stadium de Toulouse. Das Stade de France war sowohl Ort des Auftaktspiels als auch des Finales. Saint-Denis liegt nahe Paris, ist aber nicht identisch mit der Stadt Paris.

Teilnehmerkarte mit dem erreichten Turnierstadium, Srđan und GarethTJennings, CC BY-SA 4.0; finale Kartenversion vom 12. Juli 2016, also nach dem Endspiel.
Teilnehmerkarte mit dem erreichten Turnierstadium, Srđan und GarethTJennings, CC BY-SA 4.0; finale Kartenversion vom 12. Juli 2016, also nach dem Endspiel.

Kartenauftrag: Suche Portugal, Island und Wales. Eine Karte, die bereits das spätere Abschneiden zeigt, ist eine nachträgliche Übersicht und keine Vorhersage vom Beginn des Turniers. Bei dieser Commons-Datei wurde das anfängliche Erstellungsdatum 14. Juni durch spätere Versionen ergänzt; prüfe die Dateiversionsgeschichte.


Die sechs Gruppen

Gruppe Nationalteams
A Frankreich, Schweiz, Albanien, Rumänien
B England, Wales, Slowakei, Russland
C Deutschland, Polen, Nordirland, Ukraine
D Spanien, Kroatien, Türkei, Tschechien
E Belgien, Italien, Republik Irland, Schweden
F Portugal, Island, Ungarn, Österreich

Dies ist die Gruppeneinteilung der Endrunde 2016. Frankreich war als Gastgeber automatisch qualifiziert; weitere 23 Mannschaften kamen über die Qualifikationsphase 2014/15 einschließlich Play-offs hinzu. Vergleiche die Übersicht im UEFA-Archiv mit dem damals veröffentlichten Spielplan. Es wäre falsch, die Gruppen einer anderen EM-Ausgabe oder einer Frauen-Europameisterschaft zu übernehmen.


Modus, Vorrunde und Qualifikationslogik

In jeder der sechs Vierergruppen spielte jedes Team drei Begegnungen. Ein Sieg brachte drei Punkte, ein Unentschieden einen, eine Niederlage keinen. Weiter kamen die zwei Erstplatzierten je Gruppe und die vier besten Gruppendritten. Anschließend folgten Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale. Bei Gleichstand in einem K.-o.-Spiel gab es Verlängerung und nötigenfalls ein Elfmeterschießen.

Nachrechnen: In einer Vierergruppe gibt es sechs Paarungen, also 6 Gruppen × 6 Spiele = 36 Gruppenspiele. Die K.-o.-Runde umfasst 8 + 4 + 2 + 1 = 15 Spiele. Deshalb fanden 51 Endrundenspiele statt. Die UEFA zählt 108 Turniertore. Achtung: Eine Archivseite kann unter „matches played“ andere Zahlen ausweisen, wenn auch Qualifikationsspiele mitgezählt werden. Das Turnierformat belegt die korrekte Endrundenzahl.

Historisches Beispiel Portugal: 1:1 gegen Island am 14. Juni, 0:0 gegen Österreich am 18. Juni, 3:3 gegen Ungarn am 22. Juni. Drei Remis ergaben 3 Punkte, 4 eigene und 4 gegnerische Tore sowie Tordifferenz null. Portugal wurde hinter Ungarn und Island Gruppendritter und erreichte dennoch das Achtelfinale. Fiktive Übung: Drei Remis und ein Sieg mit zwei Niederlagen können beide drei Punkte ergeben; ob ein Team weiterkommt, hängt aber auch vom Gruppenrang und den damals festgelegten Vergleichsregeln ab. Dieses Rechenbeispiel ist keine zusätzliche historische Spielserie.

Stade de France am 10. Juni 2016 vor Frankreich gegen Rumänien, Foto Eric Salard, CC BY-SA 2.0. Beobachte nur, was die Zuschaueraufnahme belegt.
Stade de France am 10. Juni 2016 vor Frankreich gegen Rumänien, Foto Eric Salard, CC BY-SA 2.0. Beobachte nur, was die Zuschaueraufnahme belegt.

Beobachtungsauftrag: Was sagt das Stadionbild über Perspektive und Austragungsort aus, was nicht über Spielverlauf oder Pressing? Vergleiche außerdem Portugals Vorrundenbilanz mit Wales: Wales gewann die Gruppe B und erreichte später das Halbfinale. Island schaffte bei seiner ersten EM-Endrunde das Viertelfinale.


Zeitleiste, K.-o.-Runde und Schlüsselspiele

Spieldatum 2016 Ergebnis Historische Bedeutung
10. Juni Frankreich – Rumänien 2:1 Auftakt in Saint-Denis, später Treffer von Payet
22. Juni Ungarn – Portugal 3:3 Portugal erreicht als Gruppendritter die K.-o.-Runde
25. Juni Kroatien – Portugal 0:1 n. V. Quaresma trifft in Minute 117
27. Juni England – Island 1:2 Island erreicht das Viertelfinale
30. Juni Polen – Portugal 1:1 n. V., 3:5 i. E. Portugal gewinnt das Elfmeterschießen
1. Juli Wales – Belgien 3:1 Wales erreicht das Halbfinale
2. Juli Deutschland – Italien 1:1 n. V., 6:5 i. E. Deutschland setzt sich im Schießen durch
3. Juli Frankreich – Island 5:2 Der Gastgeber erreicht das Halbfinale
6. Juli Portugal – Wales 2:0 Tore durch Ronaldo und Nani
7. Juli Deutschland – Frankreich 0:2 Zwei Tore durch Griezmann
10. Juli Portugal – Frankreich 1:0 n. V. Finaltor durch Éder in Minute 109

Leseschlüssel: „n. V.“ steht für nach Verlängerung, „i. E.“ für im Elfmeterschießen. Das 1:1 bei Polen gegen Portugal und Deutschland gegen Italien bleibt das Spielergebnis nach 120 Minuten. Die Elfmeter im anschließenden Schießen sind nicht als zusätzliche Tore des Spiels zu zählen. Die Auswahl zeigt belegte Schlüsselspiele, nicht alle 51 Begegnungen.

Der Weg Portugals: Drei Remis in Gruppe F, 1:0 gegen Kroatien nach Verlängerung, 1:1 und Sieg im Elfmeterschießen gegen Polen, 2:0 gegen Wales und schließlich 1:0 nach Verlängerung gegen Frankreich. Nur ein Sieg gelang in 90 Minuten, der im Halbfinale gegen Wales. Portugals Erfolg zeigt, wie wichtig Wettbewerbssystem, defensive Ordnung, Ausdauer und Entscheidungen in K.-o.-Spielen zusammenwirken.

Frankreichs Weg: Nach dem Eröffnungssieg folgten unter anderem ein 2:1 über die Republik Irland im Achtelfinale, ein 5:2 über Island im Viertelfinale und ein 2:0 gegen Deutschland im Halbfinale. Das Finale zeigt die Grenzen scheinbar eindeutiger Favoritenprognosen. Island und Wales: Das 2:1 Islands gegen England und das 3:1 von Wales gegen Belgien geben Anlass, Rollenverteilung, Umschaltmomente, Standardsituationen und die Chancenqualität zu untersuchen, statt nur einzelne Stars zu nennen.


Spielideen und taktisches Lesen

Kompaktheit bezeichnet kurze Abstände zwischen und innerhalb der Mannschaftsteile. Pressing ist das koordinierte Stören gegnerischer Ballzirkulation. Umschalten ist der Wechsel zwischen Abwehr und Angriff nach einem Ballverlust oder Ballgewinn. Positionsspiel schafft Passwege und Überzahlsituationen durch gezielte Raumaufteilung. Ein hoher Ballbesitzwert beweist für sich weder viele gute Torchancen noch einen überlegenen taktischen Plan.

Portugals Nationaltrainer Fernando Santos legte Wert auf abgestimmtes Verschieben, defensive Stabilität und situativ schnelle Vorstöße. Didier Deschamps konnte bei Frankreich die Bewegung von Antoine Griezmann, Dynamik über die Flügel und Vertikalspiel einsetzen. Chris Coleman entwickelte mit Wales eine disziplinierte Organisation, in der Gareth Bale und Aaron Ramsey wichtige Aufgaben übernahmen. Solche Aussagen sind zu überprüfende taktische Deutungen: Es braucht Spielszenen, Protokolle und möglichst eine zweite unabhängige Analyse.

Vereinfachtes Lehrschema für defensive Anordnung, ausdrücklich keine historische Originalaufstellung: Vier Abwehrspieler stehen hinter vier Mittelfeldspielern und zwei Stürmern. Ein Ballgewinn führt möglicherweise zu einem Pass auf einen Stürmer und einem nachrückenden Flügelspieler. Ohne reale Sequenzen kann man daraus keine exakte historische Pressinghöhe, Laufdistanz oder wahre Startposition ableiten.

Grafische Startaufstellung im Finale Portugal – Frankreich vom 10. Juli 2016, Secret Agent Julio, CC BY-SA 4.0; keine historische Trackingaufnahme.
Grafische Startaufstellung im Finale Portugal – Frankreich vom 10. Juli 2016, Secret Agent Julio, CC BY-SA 4.0; keine historische Trackingaufnahme.

Aufgabe: Identifiziere in der Grafik die Ausgangsformationen und prüfe Namen, Wechsel und Spielstand im offiziellen UEFA-Matchbericht. Ronaldo wurde in der 25. Minute ausgewechselt; Éder kam in der 79. Minute. Eine Startaufstellung kann den Verlauf der nächsten 109 Minuten nicht vorhersagen.

Quellenkritik: Ein offizieller Spielbericht belegt Namen, Ergebnisse und Spieldaten; ein Highlightvideo zeigt ausgewählte Aktionen; ein Foto belegt nur einen Ausschnitt; eine später aktualisierte Karte kennt nachträgliche Resultate. Trenne deshalb Fakt, Beobachtung und Interpretation. Für eine Analyse stelle eine Aussage („Portugal stand kompakt“) neben mindestens zwei konkrete beobachtete Szenen und eine denkbare Gegenhypothese („wenige Angriffe entstanden auch durch ungenaue Pässe“).


Vier ausgearbeitete Analysen


Analyse 1: Kroatien – Portugal, 25. Juni

Fakt: Kroatien und Portugal blieben in der regulären Spielzeit torlos; erst Quaresma traf in der 117. Minute zum 1:0. Der UEFA-Fachbericht beschreibt Portugals Bemühungen, kroatische Spielmacher zu kontrollieren. Beobachtung: Klare Abschlussmomente waren über lange Phasen rar. Deutung: Absicherung und kontrolliertes Risiko hatten Vorrang vor offenem Angriffsspiel. Gegenhypothese: Auch ungenaue letzte Pässe oder Einzelaktionen von Verteidigern können geringe Abschlusszahlen erklären. Untersuchung: Verfolge drei komplette Ballbesitzfolgen, markiere Positionen beim Ballverlust und vergleiche, ob die Abwehr der Gegenseite tatsächlich verschoben hat. Transfer: Wann sollte ein Jugendteam mehr Pressingrisiko eingehen?


Analyse 2: Wales – Belgien, 1. Juli

Fakt: Wales gewann das Viertelfinale mit 3:1, nachdem Belgien zunächst geführt hatte. Beobachtung: Wales musste sich nach dem Rückstand neu behaupten. Deutung: Eine organisierte Mannschaft kann über gemeinschaftliche Abläufe und wirksame Angriffe eine individuell prominent besetzte Auswahl bezwingen. Gegenhypothese: Ohne Positionen, Chancen und vollständig betrachtete Angriffe ist nicht bewiesen, dass ausschließlich die Grundformation das Ergebnis verursacht hat. Untersuchung: Unterscheide Konter, Angriffe über die Flügel und Standards in drei ausgewählten Szenen. Transfer: Erfinde für eine U15-Mannschaft eine Ballgewinn-Übung mit einer schnellen Anschlussaktion.


Analyse 3: Deutschland – Italien, 2. Juli

Fakt: Nach Verlängerung stand es 1:1. Özil erzielte die deutsche Führung, Bonucci glich per Strafstoß aus. Das Elfmeterschießen gewann Deutschland 6:5. Beobachtung: Das Spiel- und das Shootout-Ergebnis sind verschiedene Größen. Deutung: Auch nach langer Spielzeit kann die Entscheidung von einzelnen Abschlüssen abhängen. Gegenhypothese: Ein einziger Strafstoß beweist weder allgemeine Nervenstärke noch dauerhaftes Versagen eines Menschen. Rechenlösung: Zwei Spieltore nach 120 Minuten und elf verwandelte Strafstöße im anschließenden Schießen. Transfer: Erstelle eine Beobachtungsliste für Torhüter, Schützinnen und Schützen, die Ergebnis, Entscheidung und Körperbewegung respektvoll voneinander trennt.


Analyse 4: Portugal – Frankreich, 10. Juli

Fakt: Endstand 1:0 nach Verlängerung im Stade de France. Cristiano Ronaldo musste in Minute 25 verletzt gehen; Éder wurde in Minute 79 eingewechselt und traf in Minute 109. Gignac traf für Frankreich kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit den Pfosten, Guerreiro für Portugal später die Latte. Beobachtung: Der frühe Kapitänsausfall veränderte die Personalplanung, ohne den Sieg vorherzusagen. Deutung: Portugal blieb lange geordnet und nutzte einen späten Abschluss. Gegenhypothese: Der knappe Erfolg ist kein Beweis, dass jede portugiesische Aktion taktisch besser war. Belegprüfung: Vergleiche das UEFA-Spielprotokoll und den BBC-Bericht vom 11. Juli 2016 hinsichtlich des Torzeitpunkts und unterschiedlicher redaktioneller Akzente. Transfer: Skizziere zwei taktische Wechselmöglichkeiten nach einer frühen Verletzung des besten Angreifers und ihre jeweiligen Risiken.

Videobeobachtung: Das offizielle UEFA-Video „EVERY Goal Scored at UEFA EURO 2016!“ vom 14. Juli 2016 enthält 108 Turniertore. Suche Payets Treffer zum Sieg im Auftaktspiel und Éders entscheidendes Finaltor. Notiere Vorbereitung, Abschlusssituation und Unterschied. Es zeigt nur Treffer, nicht sämtliche misslungenen Angriffe; Chancenanteile lassen sich deshalb nicht ausschließlich daraus berechnen. Das Video ist Eigentum seines Rechteinhabers, keine frei lizenzierte Kopie.


Personen, Fankultur und Mediathek


Prägende Rollen

Trainer Fernando Santos führte Portugal zum ersten großen Titel. Éder entschied das Finale als Einwechselspieler. Kapitän Cristiano Ronaldo musste verletzt ausgewechselt werden und blieb an der Seitenlinie eine motivierende Figur. Pepe wurde laut UEFA zum Spieler des Finales gewählt; Torwart Rui Patrício zeigte wichtige Paraden. Antoine Griezmann wurde mit sechs Treffern Torschützenkönig. Renato Sanches war ein auffälliger junger Spieler. Für Wales prägten Gareth Bale und Aaron Ramsey die Mannschaft; Islands gemeinschaftliches Auftreten machte den Wert von Teamorganisation sichtbar. Bewerte Menschen nicht nur nach einem Tor oder Fehler.


Gesellschaftliche Einordnung

Nach den Anschlägen von 2015 war die Sicherheit in Frankreich ein wichtiges Thema. Um das England-Russland-Spiel in Marseille am 11. Juni 2016 kam es zu Ausschreitungen mit Verletzten; zeitgenössische Berichte schildern Ermittlungen, Gewalt und Probleme bei der Fantrennung. Der große Teil der Zuschauer verhielt sich friedlich. Unterscheide Täter, Zeugenaussagen, Behördenangaben und Menschen, die nur wegen ihrer Nationalität derselben Gruppe zugerechnet werden. Gewalt und Diskriminierung sind keine sportliche Leistung und werden hier nicht verherrlicht. Auftrag: Formuliere drei konkrete, überprüfbare Regeln für eine respektvolle, inklusive Fankultur.


Mediathek mit Vorschau und Aufträgen

Vorschaubild aus der Einleitung:

Mediathek-Vorschaubild: UEFA-Eröffnung am 10. Juni 2016, H4stings, CC BY-SA 4.0.
Mediathek-Vorschaubild: UEFA-Eröffnung am 10. Juni 2016, H4stings, CC BY-SA 4.0.

Eröffnungsfoto, 10. Juni 2016: Welche Merkmale erlauben, die Zeremonie zu beschreiben, ohne aus dem Foto Spieltaktik abzuleiten? Dateiseite von H4stings.

Stadionfoto, 10. Juni 2016: Was lässt die Perspektive über den Sitzplatz, aber nicht über das spätere Finalspiel erkennen? Datei von Eric Salard.

Turnierkarte, nach dem Finale am 12. Juli 2016 aktualisiert: Welche Mannschaften kamen bis ins Halbfinale? Karte und Versionsverlauf von Srđan und GarethTJennings.

Grafik der Startaufstellungen, 10. Juli 2016: Was kann eine Aufstellung zeigen, das nur eine vollständige Videoanalyse klären könnte? Dateiseite von Secret Agent Julio.

Retrospektive: „The story of UEFA EURO 2016“, offizieller UEFA-Kanal, veröffentlicht am 7. Dezember 2018. Der Film behandelt das Turnier von 2016; sein Upload ist aber 2018. Suche zwei hervorgehobene Ereignisse und ein Thema, das in der Rückschau fehlt. Das Material ist kein als OER freigegebener Download.

Torvideo: „EVERY Goal Scored at UEFA EURO 2016!“, offizieller UEFA-Kanal, veröffentlicht am 14. Juli 2016, bereits im Analysekapitel eingebettet. Schau zwei Abschlüsse an und trenne eigene Beobachtungen von Vermutungen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Prüfe dein Wissen

Wo fand die EM-Endrunde der Männer 2016 statt? (Frankreich) (!Portugal) (!Deutschland) (!Belgien)



Wie viele Mannschaften nahmen an der EM-Endrunde 2016 teil? (24) (!16) (!20) (!32)



Wer erreichte nach der Gruppenphase das Achtelfinale? (Alle Ersten und Zweiten sowie die vier besten Dritten) (!Nur alle Gruppensieger) (!Nur die ersten beiden Mannschaften insgesamt) (!Alle Gruppendritten ohne Ausnahme)



Wie viele Spiele umfasste die EM-Endrunde 2016? (51) (!36) (!48) (!64)



Was stimmt zu Portugals Gruppenphase? (Portugal spielte dreimal unentschieden) (!Portugal gewann alle drei Spiele) (!Portugal verlor gegen Österreich) (!Portugal schied in der Vorrunde aus)



Wen besiegte Island im Achtelfinale? (England) (!Frankreich) (!Portugal) (!Spanien)



Wen besiegte Wales im Viertelfinale mit drei zu eins? (Belgien) (!Italien) (!Kroatien) (!Schweiz)



Wie ist ein Spielstand mit Remis nach Verlängerung und anschließendem Elfmeterschießen zu lesen? (Das Remis bleibt das Spielresultat und das Schießen entscheidet das Weiterkommen) (!Die Elfmeter werden den Spieltoren zugerechnet) (!Beide Mannschaften erhalten zusätzliche Tabellenpunkte) (!Das Spiel muss wiederholt werden)



Wer schoss den entscheidenden Treffer des Finales? (Éder) (!Cristiano Ronaldo) (!Antoine Griezmann) (!Dimitri Payet)



Was stützt eine taktische Aussage am besten? (Spielbilder und offizielle Berichte miteinander vergleichen) (!Nur eine Fanüberschrift lesen) (!Allein aus dem Endstand schließen) (!Eine Stadionaufnahme als Bewegungsdatensatz nutzen)




Memory: Begriffe zuordnen

Éder Schütze des einzigen Finaltors in der Verlängerung
Fernando Santos Nationaltrainer Portugals beim Titelgewinn
Antoine Griezmann Torschützenkönig mit sechs Treffern
Stade de France Stadion des Finales in Saint-Denis
Island Bezwinger Englands im Achtelfinale
Wales Halbfinalist nach dem Sieg gegen Belgien




Drag-and-drop: Turnierbegriffe zuordnen

Ordne den passenden Begriff zu. Erklärung
Gruppensieger Erstplatzierte Mannschaft einer Vorrundengruppe
Gruppendritter Drittplatzierte Mannschaft einer Vorrundengruppe
Verlängerung Zusätzliche Spielzeit bei Gleichstand im K.-o.-Spiel
Elfmeterschießen Entscheidung nach weiterhin unentschiedenem K.-o.-Spiel
Umschaltspiel Schneller Wechsel von Angriff zu Abwehr oder umgekehrt




Kreuzworträtsel

Portugal Wer wurde Europameister der Männer 2016?
Frankreich Wer richtete das Turnier aus?
Griezmann Wer war mit sechs Toren bester Torschütze?
Island Wer gewann das Achtelfinale gegen England?
Kroatien Wen schlug Portugal im Achtelfinale?
Qualifikation Wie heißt die Phase zur Ermittlung der Endrundenplätze?




LearningApps

Ergänzende externe Suche; kontrolliere Ergebnisse eigenständig auf Richtigkeit.


Lückentext

Ergänze die fehlenden Angaben.
Die Endrunde 2016 wurde in

ausgetragen.
Insgesamt nahmen

Teams teil.
Die Teams starteten in

Gruppen.
Jede Gruppe enthielt

Mannschaften.
Auch die vier besten

kamen weiter.
Die Endrunde umfasste

Spiele.
Portugal qualifizierte sich als

.
Portugals Gegner im Achtelfinale hieß

.
Frankreichs Gegner im Halbfinale war

.
Das Finale entschied

.
Das Tor fiel in der

.
Torschützenkönig war

.



Offene Aufgaben

Bearbeite nach deinem Niveau einen Arbeitsauftrag. Halte Quellen, Daten, Beobachtungen und Eigenleistungen erkennbar auseinander.


Leicht

  1. Turniersteckbrief: Gestalte eine Karte zu Austragungsland, Turnierzeitraum, Teilnehmerzahl und Sieger mit einer nachprüfbaren Quelle.
  2. Zeitleiste: Zeichne Auftaktspiel, Achtelfinale, Halbfinale und Finale mit korrekten Daten auf einer Zeitleiste ein.
  3. Stadionfoto: Beschrifte ein Commons-Foto mit Ereignisdatum, Autor, Lizenz und zwei belegbaren Aussagen.
  4. Fair Play: Entwirf ein Fanplakat mit drei Regeln für friedlichen, respektvollen Umgang.


Standard

  1. Turniermodus: Erstelle ein Lernplakat, das den Weg von 24 Teams zu 16 Achtelfinalisten und die Rechnung 36 plus 15 erklärt.
  2. Gruppenvergleich: Stelle Portugals Gruppenbilanz einem anderen Teilnehmer gegenüber und erläutere den Einfluss des Regelwerks.
  3. Spielanalyse: Schreibe ein vierminütiges Videoskript zu Wales gegen Belgien mit Beobachtung, Erklärung und Gegenhypothese.
  4. Medienvergleich: Vergleiche UEFA- und BBC-Bericht des Finales und kennzeichne überprüfbare Daten und redaktionelle Wertungen.


Schwer

  1. Taktiktraining: Entwerfe eine Trainingseinheit zu Kompaktheit und Umschalten mit Ziel, Ablauf, Variationen und Nachbesprechung.
  2. Datenkritik: Untersuche, warum ein Endstand, Ballbesitz oder ein Highlightvideo keine vollständige Taktikanalyse ermöglicht.
  3. Quellenedition: Dokumentiere vier Finalquellen einschließlich Urheber, Veröffentlichtdatum, Ereignisdatum und Nutzungsrechten.
  4. Turnierkontrafaktik: Diskutiere als ausdrücklich hypothetisches Szenario, wie ein 16er-Format Portugals Weg verändert hätte, ohne Ergebnisse zu erfinden.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Modus erklären: Warum gab es 51 Endrundenspiele? Erwartung: sechs Gruppen mit je sechs Spielen ergeben 36; weitere 15 K.-o.-Spiele werden addiert.
  2. Portugal analysieren: Erkläre den Weg von Gruppenrang drei über Kroatien, Polen und Wales bis ins Finale. Erwartung: richtige Reihenfolge und Unterscheidung der Entscheidungsformen.
  3. Kausalität prüfen: Begründe, warum Ballbesitz allein keine guten Chancen beweist. Erwartung: Unterschied zwischen Kennzahl, Spielplan und gefährlichen Abschlüssen.
  4. Medienkunde: Zeige an Eröffnungsfoto und nachträglich aktualisierter Karte, warum Aufnahme-, Bearbeitungs- und Spieldatum getrennt werden. Erwartung: konkrete Zeit- und Versionsnachweise.
  5. Taktischer Transfer: Entwirf zwei Reaktionen auf eine frühe Verletzung des zentralen Angreifers. Erwartung: jeweils Nutzen und Risiko, ohne das Lehrmodell als historische Aufnahme auszugeben.
  6. Fankultur beurteilen: Wie lässt sich über Ausschreitungen berichten, ohne die Mehrheit friedlicher Fans mit Tätern gleichzusetzen? Erwartung: überprüfte Angaben, Quellenvergleich und keine Diskriminierung.

Auswertung: Bewerte fachliche Richtigkeit, Belege, nachvollziehbare Begründungen und erkannte Grenzen. Ein bloßer Endstand ohne Kontext genügt nicht. Verbessere eigene Fehlannahmen nach dem Quellenvergleich.


Lernnachweis

Erstelle ein eigenständiges Turnierporträt (zwei bis vier Seiten oder ein kommentiertes Video von fünf bis acht Minuten). Es enthält den offiziellen und früheren Namen, eine beschriftete Zeitleiste, die Teilnehmer- und Spielzahlrechnung, mindestens zwei fundierte Spielanalysen, den Vergleich einer UEFA- mit einer unabhängigen Quelle, ein korrekt lizenziertes Commons-Bild und eine respektvolle Reflexion zur Fankultur. Das Produkt muss als Eigenleistung erkennbar sein und darf keine persönlichen Schülerdaten enthalten.

Bewertungsraster: Fakten und historische Einordnung 40 %, Analyse und Transfer 30 %, Quellen- und Medienkompetenz 20 %, Klarheit und Gestaltung 10 %. Aussagen müssen prüfbar, eigene Diagramme als schematisch und Filmaufnahmen nach dem wirklichen Aufnahme- oder Veröffentlichungsdatum bezeichnet sein.


OER und Wikipedia

Recherche und Quellenstand: 5. November 2026. Offizielle UEFA- und zeitgenössische BBC-Texte dienen als Quellen; ihre urheberrechtlich geschützten Inhalte werden nicht als freie Texte übernommen. Wikimedia Commons erlaubt Weiterverwendung der unten genannten Dateien unter den angegebenen CC-Lizenzen mit korrekter Urhebernennung.

Offizielles UEFA-Archiv: Überblick zu Modus und Daten; kompletter Spielplan der Endrunde; Finalbericht; Ergebnisse und Statistik.

Zeitgenössische unabhängige Berichte: BBC zum Finale, 11. Juli 2016; BBC zum Halbfinale Portugal – Wales, 6. Juli 2016; BBC zu Gewalt und Sicherheit, 14. Juni 2016. Eine journalistische Bewertung ersetzt keinen Spielbericht; umgekehrt ersetzt ein Ergebnisprotokoll keine Kontextanalyse.

Geprüfte Commons-Medien mit Dateiseite, Autor und Lizenz:

Offizieller UEFA-Videokanal, keine CC-Lizenz behauptet: EVERY Goal Scored at UEFA EURO 2016!, UEFA, 14. Juli 2016; The story of UEFA EURO 2016, UEFA, 7. Dezember 2018. Originalvideos sind oben im jeweiligen Kapitel über das native YouTube-Format eingebettet.

Ergänzender Wikipedia-Überblick zur Quellenkritik:


Verknüpfte Lernbereiche

Fächer: Sport – Spielbeobachtung und Trainerhandeln; Geschichte – Wandel des Wettbewerbs; Mathematik – Tabellen und Endrundenrechnung; Geographie – Spielorte; Medienbildung – Beweiskraft, Lizenz, Datum und Bildkritik; Deutsch – argumentieren, dokumentieren, präsentieren. Diese Links sind thematische Weiterführungen, keine unbestätigte Behauptung über vorhandene Zielseiten.


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