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Ein Ereignislexikon für die eigene Spielanalyse erstellen - Fußballtraining

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Ein Ereignislexikon für die eigene Spielanalyse erstellen - Fußballtraining

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Einleitung

Wie kannst du Aussagen wie „Wir verlieren nach Pässen ins Zentrum zu oft den Ball“ so überprüfen, dass zwei Beobachtende dasselbe zählen? Mit einem Ereignislexikon (Codebuch) legst du vor der Spielanalyse fest, welches Verhalten als Ereignis gilt, wann es beginnt und endet, wann es ausgeschlossen wird und wie Grenzfälle entschieden werden. Du entwickelst fünf klar definierte Teamereignisse, testest sie an ausschließlich erfundenen Spielszenen und übersetzt die Ergebnisse in verantwortbare Coachingentscheidungen. Zielgruppe sind Trainerinnen und Trainer, Analystinnen und Analysten sowie Leitungen von Fußballschulen. Der Kurs vermittelt Methoden, ersetzt aber weder Trainerqualifikation noch Aufsicht, Schiedsrichterentscheidung oder geltende Regeln.

Leeres Fußballfeld als Vorlage für Beobachtungszonen; Nuno Tavares, CC BY-SA 2.5
Leeres Fußballfeld als Vorlage für Beobachtungszonen; Nuno Tavares, CC BY-SA 2.5

Medienauftrag: Markiere auf einer eigenen Kopie drei gleichmäßig benannte Längszonen und die beiden Halbräume. Quelle: Wikimedia Commons, Nuno Tavares, CC BY-SA 2.5. Die Grafik darf unter Namensnennung, Lizenzhinweis und Beachtung der Weitergabe unter gleichen Bedingungen angepasst werden.

Lernziele: Du formulierst fünf überprüfbare Kategorien mit Ein- und Ausschlussbeispielen; dokumentierst Zeit, Team, Zone, Auslöser und Sicherheit der Beobachtung; prüfst die Übereinstimmung zweier Codierungen; trennst Daten von taktischen Vermutungen; planst drei sichere Spielformen und eine Auswertung mit Plan B. Grundprinzip: Zuerst definieren, dann beobachten, danach interpretieren – und nur dann das Training verändern.


Vom Spielmodell zum beobachtbaren Ereignis


Beobachtungsfrage und Geltungsbereich

Ein Lexikon ist kein offizielles IFAB-Regelbuch und keine universelle Statistiknorm. Es ist eine lokal vereinbarte Arbeitsdefinition für die konkrete Frage: „Wie entstehen und enden kontrollierte Ballbesitzphasen, und welche Reaktionen fördern oder verhindern einen Angriff?“ Die fünf Kürzel dieses Kurses lauten BG (kontrollierter Ballgewinn), BV (kontrollierter Ballverlust), RD (Raumdurchbruch), TA (Torabschluss) und GP (koordinierte Gegenpressingaktion). Die Kürzel und Modellfenster sind eigens für diesen Kurs entwickelt, nicht durch UEFA, FIFA oder DFB standardisiert.

Lege vor der Beobachtung Mannschaft, Spielform, Zeitbasis, Feldzonen, Spielfeldrichtung und die Bedeutung von „Kontrolle“ fest. Kontrolle bedeutet hier: Eine Person kann den Ball erkennbar gezielt führen, passen oder abschirmen; eine zufällige Abfälschung ist keine Kontrolle. Bei unklarer Sicht markierst du U für unklar, statt ein Ereignis zu erfinden. Bei Spielunterbrechungen endet die offene Sequenz; ein späterer Anstoß ist kein kontrollierter Ballgewinn aus offenem Spiel. Dieser bewusste Zuschnitt macht die Daten verständlich, blendet aber manche Spielsituationen aus.


Zwei Ebenen statt vorschneller Urteile

Beobachtung ist „Blau gewinnt um 03:12 kontrolliert den Ball in Zone M“. Interpretation ist „Orange sichert die Mitte nicht“. Maßnahme könnte sein „Absicherung hinter dem Ball verbessern“. Eine einzelne Szene beweist keine allgemeine Ursache. Notiere alternative Deutungen: Passqualität, Gegnerdruck, Abstände, Zufall und Spielsituation. Die UEFA beschreibt Spielanalyse als Verbindung von Videomaterial, Daten und fachlicher Beobachtung; daraus folgt nicht, dass jede Zahl eine sichere taktische Ursache benennt. UEFA-Leistungsanalyse

Positionsschema zur Trennung von Rolle und konkret beobachtetem Verhalten; Nuno Tavares, CC BY-SA 2.5
Positionsschema zur Trennung von Rolle und konkret beobachtetem Verhalten; Nuno Tavares, CC BY-SA 2.5

Medienauftrag: Wähle eine Position und formuliere je eine überprüfbare Beobachtung mit Ball und ohne Ball, ohne ihr eine dauerhafte taktische Eigenschaft zuzuschreiben. Quelle: Wikimedia Commons, Nuno Tavares, CC BY-SA 2.5.


Erster Entwurf des Datenblatts

Feld Bedeutung synthetisches Beispiel
event_id eindeutiger Schlüssel je Ereignis E-014
zeit Videozeit oder Spieluhr, einheitlich 03:12
team kontrollierende oder handelnde Mannschaft Blau
code eines der fünf Kürzel BG
zone Hinten, Mitte, Vorne und links, zentral, rechts Mitte-zentral
auslöser zuerst beobachtetes Kriterium Gegnerkontrolle endet
folge direkte Folge, nicht Ursache Pass in Zone Vorne
sicherheit sicher, fraglich oder unklar sicher
clip_ref interne Sequenz-ID ohne Personennamen SYN-03
rater anonyme Kennung der codierenden Person R2

Veröffentliche keine personenbezogenen Trainingsvideos oder identifizierbaren Kinderinformationen. Die Bezeichnungen SYN und Team Blau sind erfunden.


Die fünf Teamereignisse operationalisieren


BG – kontrollierter Ballgewinn

Definition: Team Blau erlangt nach erkennbarer Kontrolle durch Orange im laufenden Spiel selbst kontrollierten Ballbesitz. Start: erster kontrollierter Ballkontakt oder erkennbar kontrollierte Ballführung durch Blau. Ende: das BG-Ereignis ist punktförmig; eine neue Ballbesitzphase beginnt. Zähle einmal je tatsächlichem Kontrollwechsel, nicht je Berührung. Einschluss: Blau fängt einen Pass ab, führt den Ball gezielt weiter und kann passen. Ausschluss: Der Ball prallt zufällig vom Bein ab und bleibt unkontrolliert. Grenzfall: Nach einem Zweikampf springt der Ball mehrfach frei; erst bei erkennbarer Kontrolle zählen, sonst U. Die Wiederaufnahme nach Seitenaus wird separat vermerkt, nicht als BG aus offenem Spiel.


BV – kontrollierter Ballverlust

Definition: Eine zuvor kontrollierende Mannschaft verliert den Ball im offenen Spiel an die eindeutig kontrollierende Gegenseite. Start: der erste Zeitpunkt stabiler gegnerischer Kontrolle; damit endet die bisherige Ballbesitzphase. Zähle einmal für das verlierende Team. Einschluss: Oranges gezielter Fehlpass wird kontrolliert von Blau übernommen. Ausschluss: Ein Pass wird von Blau kurz abgelenkt, Orange bleibt kontrollierend; auch ein bloßes Aus nach Rückpass ist nach diesem Codebuch kein BV. Grenzfall: Umstrittene Ballberührung bei verdeckter Kamera: als U statt erzwungener Kategorie; im Team klären. BG von Blau und BV von Orange können denselben Kontrollwechsel beschreiben, aber sind unterschiedliche teambezogene Einträge mit identischer Wechsel-ID.


RD – kontrollierter Raumdurchbruch

Definition: Eine Mannschaft bringt den Ball durch Pass oder Dribbling aus einer zuvor festgelegten Längszone in die unmittelbar torwärts gelegene Zone und kontrolliert ihn dort weiter. Start: Zeitpunkt, an dem der Ball die vorab gezogene Zonengrenze überschreitet; Ende: bestätigte Kontrolle in der Zielzone. Zähle maximal einen RD je bestimmter Zonengrenze und kontinuierlicher Ballbesitzphase; ein Rückpass und erneuter Vorstoß über dieselbe Grenze zählt erst nach neuer klarer Anlaufphase, die im Protokoll gekennzeichnet wird. Einschluss: kontrollierter Pass aus Mitte nach Vorne mit anschließender Annahme. Ausschluss: ein langer Ball über die Grenze ohne kontrollierten Empfänger. Grenzfall: Ball und Empfänger sind gerade auf der Linie: nur zählen, wenn Ballüberschreitung und Folgebesitz erkennbar sind. RD ist keine automatische Torchance und nicht gleichbedeutend mit einem offiziellen Statistikwert.


TA – bewusster Torabschluss

Definition: Erkennbar absichtliche Ballaktion mit dem Ziel, das Tor direkt zu treffen; unabhängig davon, ob Ball ins Tor geht, vorbeigeht, gehalten oder geblockt wird. Start: Abschlusskontakt; Ende: unmittelbarer Ausgang. Zähle jede eigenständige Abschlussaktion genau einmal, auch mehrere in einer Ballbesitzphase. Einschluss: gezielter Schuss, der von einer verteidigenden Person geblockt wird. Ausschluss: Flanke zu einem Mitspieler, deren Ziel nicht der direkte Torerfolg ist. Grenzfall: missglückte Flanke fliegt Richtung Tor: zunächst U; anhand erkennbarer Absicht und gemeinsamem Codierentscheid klären. Nicht jeder TA ist „Schuss aufs Tor“ im engeren Statistikverständnis. Eine mögliche Abseitsentscheidung wird nicht von Analysten als Schiedsrichterurteil ersetzt.


GP – koordinierte Gegenpressingaktion

Definition: Nach einem BV üben mindestens zwei Beteiligte der ballverlierenden Mannschaft im vereinbarten Modellfenster von fünf Sekunden gemeinsam erkennbaren Druck aus: eine Person attackiert den Ball, eine zweite sperrt den nächsten Passweg oder unterstützt in Zugriffsnähe. Start: erste koordinierte Druckhandlung; Ende: Rückgewinn, überstandener Druck, Abbruch oder Ablauf des Modellfensters. Zähle eine GP-Sequenz je BV, nicht je sprintender Person. Einschluss: Blau verliert kontrolliert, setzt den Ballführenden sofort unter Druck und schließt zentralen Passweg. Ausschluss: ein einzelner, isolierter Nachlauf ohne Absicherung; ein erst viel später begonnenes Pressing. Grenzfall: verdeckter zweiter Akteur: U markieren. Ein anschließender BG wird zusätzlich mit eigenem Code erfasst. Das Fünf-Sekunden-Fenster ist eine anpassbare analytische Konvention, keine Spielregel oder Belastungsvorgabe.

Videonachweis und Auftrag: DFB-Akademie, Spielvision, Beispiel „Ins Doppeln kommen“ nach Ballverlust, eingebettet von dieser offiziellen DFB-Seite. Stoppe bei Kontrollwechsel und prüfe, ob Ballattacke und zweite Unterstützung im Bild sind. Das Video ist urheberrechtlich geschützt und kein freies OER; es wird nur als YouTube-Player verlinkt/eingebettet, nicht kopiert oder neu lizenziert.


Ausschluss- und Vorrangregeln für alle Codes

Fall Entscheidung im Modell Begründung
Ball verlässt das Feld ohne neue Gegnerkontrolle weder BG noch BV; Unterbrechung separat keine kontrollierte Übernahme im offenen Spiel
Pass wird geblockt und springt zum Passgeber zurück weder BG noch BV keine Kontrolländerung
Gegner übernimmt einen Ball kontrolliert BV für Verlierer und BG für Gewinner; eine Wechsel-ID zwei Team-Perspektiven derselben Szene
Pass über Zonenlinie, aber unerreichbar kein RD Kontrolle in Zielzone fehlt
direkter Schuss wird abgefälscht TA einmal dieselbe Abschlussintention
Ballverlust mit Einzeljagd BV, aber keine GP Koordination fehlt
Unterbrechung durch Schiedsrichterentscheidung laufende Sequenz beenden und Regelentscheidung separat vermerken Analysecode ersetzt keine Spielregel

Versionierung: Jede Veränderung an Begriffen oder Grenzen erhält eine neue Codebuchversion. Vergleiche Daten verschiedener Versionen nur nach erneuter Codierung oder mit dokumentierter Umrechnungslogik.


Ereignisse erfassen, Qualität sichern und deuten


Einheitlicher Ablauf und unklare Fälle

Ablaufdiagramm als eigene didaktische Skizze: Beobachtungsfrage → Version des Lexikons festlegen → Video/Rechte prüfen → Szene ansehen → Kontrolle nachweisbar? → nein: U und Kommentar / ja: Code nach Ein- und Ausschlussregeln → Zeit, Team, Zone und Wechsel-ID eintragen → zweite unabhängige Codierung → Dissensliste → gemeinsame Klärung → Auswertung mit alternativen Erklärungen → Praxistest → Lexikon versionieren.

Erst ohne Ton oder Coachingkommentare unabhängig codieren, damit eine erste Deutung die zweite nicht beeinflusst. Für unklare Fälle eine Entscheidungstabelle führen mit Zeit, zwei vorläufigen Codes, strittiger Regel und finaler Entscheidung. Unklar ist eine legitime Kategorie, kein persönlicher Fehler. Begrenze den Beobachtungsumfang realistisch, zum Beispiel auf eine kurze freigegebene Sequenz, und notiere Szenen, die wegen Kameraabdeckung fehlen.


Auszählung, Nenner und Interpretationsgrenzen

Das Beispiel Blau: acht BV und drei GP erlaubt die deskriptive Quote 3/8 der BV mit beobachteter GP. Ein Vergleich mit Orange ist nur sinnvoll, wenn Spieldauer, Zonen, Spielstärke, Spielform, Codebuch und Videoqualität vergleichbar sind. Zeige immer Zähler und Nenner, nicht nur eine Prozentzahl. GP-Erfolg ist nicht gleichbedeutend mit sofortigem Ballgewinn: Auch ein erzwungener Rückpass kann taktisch nützlich sein. Formuliere „In unserer kurzen Stichprobe ...“, nicht „Blau kann kein Gegenpressing“. Wenige Ereignisse machen Prozentwerte instabil; kein kausaler Schluss aus einer Zahl.

Prüfe bei zwei Raterinnen oder Ratern zunächst die Ereigniszeitpunkte innerhalb eines vereinbarten Zeitfensters, dann die Übereinstimmung beim Code. Gib übereinstimmende und strittige Entscheidungen als ganze Zahlen an, dokumentiere fehlende Sicht und diskutiere Fälle. Eine einfache Prozentübereinstimmung reicht für den Einstieg; bei systematischer Forschung sind Zufallsübereinstimmung und geeignetes Reliabilitätsmaß zusätzlich zu prüfen.


Synthetisches Prüfprotokoll

Zeit Team Code Wechsel-ID Beobachtung und Status
03:12 Orange BV W-01 Orange spielt Fehlpass; Blau kontrolliert, sicher
03:12 Blau BG W-01 Abfang und kontrollierte Mitnahme, sicher
03:16 Blau RD W-01 Kontrollierter Pass Mitte nach Vorne, sicher
03:20 Blau TA W-01 Direktschuss wird geblockt, sicher
05:01 Blau BV W-02 Orange übernimmt kontrolliert, sicher
05:02 Blau GP W-02 Zwei Akteure stellen Ball und Zentrum, sicher
05:04 Blau BG W-03 Blau gewinnt kontrolliert zurück, sicher
06:30 Orange TA W-04 mutmaßliche Flanke Richtung Tor, fraglich / U

Lesart: Im synthetischen Ausschnitt stehen sieben sichere Ereigniszeilen und eine strittige; W-01 verbindet BV und BG derselben Übergabe. Die GP von Blau zu W-02 ist kein eigener Ballgewinn, erst der spätere BG zu W-03. Für eine GP-Quote müssten alle BV von Blau im festgelegten Beobachtungsfenster vollständig erfasst sein. Eine reale Mannschaft oder einzelne Person ist nicht gemeint.


Taktische Optionen aus den Daten entwickeln


Beschriftete Taktikskizze: Druck, Sperre, Restverteidigung

Die folgende eigene Skizze ist eine textbasierte Modellgrafik, keine reale Szene. Angriffsrichtung von Blau nach rechts: B = Blau, O = Orange, Pfeil = mögliche Aktion.

Hintere Zone Mittlere Zone Vordere Zone
B4 + B5: Restverteidigung, Tiefe sichern B6: Zentrum schützen und Verbindung halten → B9: Ballführende Person O2 anlaufen
O9: möglicher Konterlauf in Tiefe → B8: Passweg zu O7 schließen → O2: nach Ballgewinn unter Druck
B3: ballfern absichern O7: freier Anschluss bei falschem Pressing B11: seitlich nachschieben

Analyseauftrag: Wann ist die kollektive GP für Blau sinnvoll? Gegenmaßnahme Orange: ein direkter Pass hinter B9/B8 oder diagonaler Seitenwechsel. Plan B Blau: Wird der erste Druck überspielt, lösen sich B9/B8 vom erfolglosen Nachjagen, orientieren sich torwärts und bilden mit B4/B5 wieder einen geschlossenen Block. Restverteidigung heißt, schon beim eigenen Angriff hinter dem Ball so geordnet zu sein, dass zentraler Konterraum und Tiefe nicht offenstehen; sie muss zur Situation passen, nicht zu einer angeblich universell besten Formation. Der UEFA-U19-Fachbericht 2026 betont genau das Zusammenspiel von Vorbereitung, Rückeroberung und Rückwärtsbewegung.

Videonachweis und Auftrag: DFB-Akademie, Spielvision, Beispiel „Mit und ohne Ball Gegner binden, ohne Ball anspielbar sein oder Zugriff auf den Gegner haben“, Originalseite mit eingebettetem YouTube-Video. Prüfe, welche Akteure hinter dem Ball bleiben und wie die Absicherung den nächsten Kontrollwechsel vorbereitet. Recht: DFB-/Rechteinhabermaterial im normalen YouTube-Player; keine freie Nachnutzung oder OER-Lizenz behauptet.


Zweite eigene Skizze: Entscheidungspfad nach BV

Beobachtbares Signal Entscheidung A Gegenmittel des Gegners Plan B und Absicherung
Ball nahe eigener Überzahl, zweite Person sperrt Anschluss GP als Option O spielt sofort langen Befreiungspass ballferne Sicherung hält Tiefe, notfalls Rückzug
Ballverlust im Zentrum, große Abstände zwischen Blau zuerst Zentrum schließen O greift frei durch die Mitte an kompakt zurückfallen statt isoliert pressen
Gegner steht hoch und Blau gewinnt kontrolliert RD in Raum hinter der Linie erwägen O lässt sich fallen und schließt Tiefe kurzer sichernder Pass und Seitenwechsel
Gegner verteidigt tief über Halbraum oder Flügel verbinden O verdichtet Zentrum geduldig verlagern; zwei Personen hinter dem Angriff sichern

Spielsysteme dienen der Organisation und können situationsabhängig verändert werden. Ein 4-3-3 oder 4-4-2 garantiert weder einen bestimmten Ereigniswert noch Erfolg. Bei strittigen Tor- oder Abseitslagen gelten die aktuellen IFAB-Regeln, insbesondere Regel 11; Video-Codierung ist kein VAR-Ersatz.

Leeres taktisches Spielfeld für Varianten A und B; Maurizio, nach NielsF, CC BY-SA 4.0
Leeres taktisches Spielfeld für Varianten A und B; Maurizio, nach NielsF, CC BY-SA 4.0

Medienauftrag: Trage in eine eigene beschriftete Skizze eine mögliche Druckrichtung, zwei abgesicherte Zentrumsräume und einen Rückzugsweg ein. Quelle: Wikimedia Commons, Maurizio nach NielsF, CC BY-SA 4.0. Veränderungen als solche kennzeichnen und die Lizenz beim Weitergeben erhalten.


Berufspraktischer Modellfall mit Musterlösung

Auftrag aus einer fiktiven Fußballschule: Die Leitung möchte entscheiden, ob die Trainingsgruppe Blau ihr Gegenpressing nach zentralem Ballverlust verbessern soll. In zwei gleichartig geführten synthetischen Kurzspielen werden bei Blau insgesamt zwölf sichere BV gezählt, davon vier mit GP. Bei fünf BV liegt der Ball in der Mitte, davon zwei mit GP. Zwei GP führen binnen der vereinbarten Sequenz zu einem BG; ein weiterer BG geschieht ohne vorheriges GP. Drei strittige Kontrollwechsel werden als U geführt und aus Zähler sowie Nenner ausgeschlossen. Die Aufnahme zeigt eine Lücke hinter der ersten Drucklinie; die Gegenseite nutzt häufig einen langen diagonalen Pass. Alle Zahlen sind didaktisch erfundene Daten, keine Leistungsnorm.

Nachvollziehbare Musterlösung: Die Beobachtungsquote beträgt 4/12 GP je gesichertem BV insgesamt, im Zentrum 2/5; in dieser Stichprobe führen 2/4 GP zu beobachtetem BG. Diese Quoten beschreiben Häufigkeiten, nicht die Güte jeder Entscheidung. Für die fünf zentralen Verluste prüfen zwei Codierende, ob die zweite Person tatsächlich Passwege sperrt. Taktische Arbeitshypothese: fehlende Anschlussnähe und Restverteidigung erschweren gemeinsames Gegenpressing. Entscheidung: eine kleine, kurz unterbrochene Spielform mit rollenbezogenem Zentrumsschutz ausprobieren; Gegenmaßnahme: diagonale Konterpässe der Gegenseite gezielt zulassen, statt sie zu verbieten. Plan B: nach Überspielen der ersten Drucklinie Zentrum und Tiefe sichern. Anschließend mit derselben Lexikonversion erneut beobachten und nicht allein aus Quoten auf Kausalität schließen. Die drei U-Szenen separat klären; ihre unklare Beobachtbarkeit begrenzt das Ergebnis.

Bewertungsraster für die Modellfalllösung:

Kriterium 0 Punkte 1 Punkt 2 Punkte
fünf Begriffe und Zählregeln unzutreffend teilweise klar alle fünf mit Grenzen, Ein- und Ausschlüssen
Datenauswertung ohne Nenner Zähler und Nenner teilweise korrekte Quoten und U separat
Begründete Entscheidung pauschal nur eine Option Option, Gegenmaßnahme, Plan B und Restverteidigung
Qualität und Ethik ignoriert einzelne Hinweise Doppelcodierung, Grenzen, Rechte und Sicherheit
Praxistransfer ohne Prüfung Spielform ohne Beobachtung überprüfbare Spielform mit Nachbeobachtung

Maximal 10 Punkte: 0–3 Überarbeitung nötig, 4–6 Grundlagen sichtbar, 7–8 solide begründet, 9–10 sehr gut begründet. Das Raster bewertet die Qualität der Analyse, nicht die Spielerinnen und Spieler.


Drei anpassbare Spielformen und freies Spiel

Wichtige Kennzeichnung: Sämtliche folgenden Angaben zu Alter, Personenzahl, Raum, Zeit, Intensität und Pausen sind anpassbare Lehrmodelle, keine offiziellen Vorgaben, kindlichen Maximalbelastungen oder medizinischen Empfehlungen. Passe sie an Entwicklungsstand, Wetter, Fläche, verfügbare Betreuung und geltendes Kinder- oder Jugendspielrecht an. Verwende standsicher verankerte Tore, geeignete Bälle und Ausrüstung, freie Sicherheitszonen und klare Stoppzeichen; plane altersgerechte Erholung. Keine Kopfballpflichten und keine Vorgaben zur maximalen Belastung von Kindern.


Spielform A: Beobachten und gemeinsam definieren

Ziel: BG, BV und U erkennen, ohne das Spiel durch Statistiken zu beherrschen. Alter/Niveau: als Beispiel U13 bis Erwachsene, vereinfacht auch in geeigneten jüngeren Gruppen möglich. Organisation: modellhaft 4 gegen 4 plus zwei neutrale Anspielpersonen auf einem etwa 22 × 18 m großen Feld; zwei kleine sichere Tore oder Endzonen, zwei beobachtende Personen und eine betreuende Spielleitung. Ablauf: drei Spielabschnitte von je etwa vier Minuten als veränderbares Beispiel; nach jedem Abschnitt zwei fiktiv oder live anonym markierte Szenen besprechen. Coachingfragen: „Wer konnte den Ball wirklich kontrollieren?“, „Warum war die Berührung noch kein Gewinn?“, „Was fehlte im Blickwinkel?“ Variation: größere Fläche oder zusätzliche sichere Anspielzone; statt Video nur Strichliste. Beobachtbare Kriterien: identischer Zeitpunkt, gleicher Code und begründete U-Entscheidung bei beiden Ratenden. Grenzen: kurze Sichtachsen und viele Richtungswechsel machen exakte Zeitstempel schwer; pädagogische Spielzeit geht vor Datenmenge. Freies Spiel: letzte Phase ohne Stopps, anschließend aus Erinnerung nur zwei Lernbeispiele erklären.


Spielform B: Nach Ballverlust zwei Aufgaben erkennen

Ziel: GP von Einzeljagd unterscheiden und Plan B nach ausgespieltem Druck lernen. Alter/Niveau: als Modell U14 bis Erwachsene, Anforderungen entsprechend anpassen. Organisation: beispielsweise 5 gegen 5 auf circa 30 × 24 m; standsichere Kleintore, Außenlinie und eine beobachtende Person; Betreuung am Feld. Ablauf: zwei beispielhafte Abschnitte zu je sechs Minuten, dazwischen Coachingpause; Team nach BV darf gemeinsam Ballführende angreifen und Anschlussweg schließen, die Gegenseite bekommt die bewusste Aufgabe, auch einen diagonalen Ausweg zu suchen. Coachingfragen: „Wer setzt Druck?“, „Wer sichert den nächsten Pass?“, „Wann ist Rückzug besser?“ Variation: neutrales Team oder Zonenmarkierung; bei Einsteigergruppen ohne Zeitdruck codieren. Beobachtbare Kriterien: Anteil eindeutig koordinierter GP unter allen sicheren BV, Zahl und Beschreibung überspielter GP sowie rechtzeitige Restverteidigung. Grenzen: kleine Spielfelder erzeugen mehr Umschalten als ein Wettbewerbsspiel; Ergebnisse nicht unkritisch übertragen. Freies Spiel: Zusatzregeln entfernen und beobachten, ob die Zusammenarbeit weiterhin auftritt.


Spielform C: Raumdurchbruch und Abschluss unter Gegenmaßnahmen

Ziel: RD und TA getrennt erfassen und aktive gegnerische Anpassung verstehen. Alter/Niveau: beispielhaft U15 bis Erwachsene mit geeigneter Aufsicht, als einfachere Variante kleine Endzonen. Organisation: modellhaft 6 gegen 6 auf circa 42 × 30 m, zwei sichere Tore mit geeigneter Torbetreuung falls nötig; drei markierte Längszonen und eine Beobachterrolle. Ablauf: zwei variable Spielabschnitte von je sieben Minuten: zunächst verteidigt Orange hoch, dann in mittlerem Block. Blau entscheidet zwischen Durchbruch, Rückpass und Seitenwechsel; nach Ballverlust muss Absicherung organisiert sein. Coachingfragen: „War die Zone wirklich kontrolliert überwunden?“, „War das ein Schuss oder eine Hereingabe?“, „Was ändert sich gegen einen tiefen Block?“ Variation: Zone breiter, neutrale Verbindungsperson, altersgerechte Spielzahl; Kriterien bleiben versioniert. Beobachtbare Kriterien: kontrollierte RD, eigenständige TA und dokumentierte Gründe für Planwechsel, nicht bloß Tore. Grenzen: Zonengrenzen sind künstlich, Feldgröße beeinflusst Passwege und Ausdauer. Freies Spiel: Zonenlinien entfernen und anhand zweier Szenen prüfen, ob das Prinzip erhalten blieb.

Illustratives Fußballspielfoto für Beobachtungspositionen; Prf85, CC BY-SA 4.0
Illustratives Fußballspielfoto für Beobachtungspositionen; Prf85, CC BY-SA 4.0

Medienauftrag: Prüfe, welche Informationen ein einzelnes Standbild gerade nicht über Kontrollwechsel und Druckdauer liefern kann. Quelle: Wikimedia Commons, Prf85, CC BY-SA 4.0. Das Foto ist nicht Teil des synthetischen Modellfalls; keine Identifizierung oder personenbezogene Auswertung der abgebildeten Menschen.


Coachingreflexion, Regeln und verantwortliche Weitergabe


Vom Zahlenblatt zum Dialog

Gute Reflexion unterscheidet Beobachtung, Arbeitshypothese, konkurrierende Erklärung, Trainingsentscheidung und Prüfung im freien Spiel. Frage die Aktiven: „Was habt ihr beim Ballverlust gesehen?“, „Wie habt ihr euch gegenseitig geholfen?“, „Welche Alternative war möglich?“, „Was geschieht, wenn der Gegner den Druck überspielt?“ Gehe nicht von Defiziten einzelner Kinder aus, sondern von veränderbaren Situationen. Nutze pro Sitzung eine begrenzte Auswahl von Ereignissen und lasse Spielspaß und Erholung Vorrang.

Videonachweis und Auftrag: DFB-Akademie, Spielvision, Beispiel „Umschalten nach Ballverlust“, Quelle mit offiziellem YouTube-Embed. Notiere eine beobachtbare Rückwärtsbewegung, eine mögliche Absicherung und eine zweite Deutung. Recht: geschütztes DFB-/Rechteinhabervideo, nur Plattform-Einbettung, keine Übernahme der Datei.


Recht, Datenschutz, Kinderschutz und Grenzen

Prüfe vor jedem Einsatz die für das Format geltenden IFAB-Spielregeln 2026/27 sowie Ausführungsbestimmungen des zuständigen Landesverbandes und des konkreten Wettbewerbs; Kinder- und Jugendspielformen können in Regeln, Abseitsanwendung, Spielerzahl und Feldmaßen abweichen. Für das Beispiel Württemberg zeigen die Kinderfußball-Informationen des WFV andere Spielformate, und die WFV-Dokumente 2026/27 enthalten wettbewerbsspezifische Bestimmungen. Außerhalb Württembergs sind die jeweils zuständigen lokalen Regelungen maßgeblich. Die Modellkategorien BG, BV, RD, TA und GP sind keine Schiedsrichterentscheidungen. Der offizielle Abseitstatbestand hängt nach IFAB-Regel 11 vom Zeitpunkt der Ballabgabe oder Berührung und der aktiven Beteiligung ab; eine bloße Abseitsposition ist noch kein Vergehen. IFAB-Regel 11

Vor Foto- oder Videoaufnahmen die erforderlichen Erlaubnisse, Persönlichkeits-, Datenschutz- und Schutzrechte klären, insbesondere bei Minderjährigen mit Verantwortlichen; nur notwendige Daten erheben, Zugriff begrenzen, Aufbewahrung festlegen und sichere Löschung ermöglichen. Für Übungen vorzugsweise eigene abstrakte Skizzen und synthetische Datensätze verwenden. Wikimedia-Commons-Lizenzen erlauben je nach Datei Nachnutzung unter konkreten Bedingungen; eingebettete DFB-/FIFA-/UEFA-Videos sind nicht automatisch OER. Keine geschützten Ausschnitte neu hochladen. Sorge für angemessene Betreuung, Notfallorganisation, sichere Tore und Ausrüstung; beachte Überforderung und Wetter, ohne Diagnosen oder Freigaben zu behaupten. Der Kurs ersetzt keine Trainer-, Betreuungs- oder Kinderschutzqualifikation.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Dein Ereignislexikon prüfen

Wann zählst du nach unserem Lexikon einen kontrollierten Ballgewinn? (Wenn die andere Mannschaft den Ball nach vorheriger Gegnerkontrolle gezielt weiterführen kann) (!Bei jeder zufälligen Ballberührung) (!Bei jedem Einwurf unabhängig vom Spielverlauf) (!Sobald der Ball eine Zonenlinie überquert)




Wie wird ein kontrollierter Wechsel von Orange zu Blau erfasst? (Als BV für Orange und BG für Blau mit derselben Wechsel-ID) (!Nur als Torabschluss für Blau) (!Als zwei verschiedene Wechsel ohne Verbindung) (!Als Gegenpressing für Orange)




Welcher Fall erfüllt unseren Code RD? (Kontrollierter Pass über eine festgelegte Zonengrenze mit Ballkontrolle im Zielraum) (!Ein unerreichbarer langer Ball über eine Zonengrenze) (!Ein Pass quer innerhalb derselben Zone) (!Ein zufälliger Abpraller hinter der Seitenlinie)




Was gilt für einen erkennbar gewollten Schuss, den die Abwehr blockt? (Er zählt einmal als Torabschluss) (!Er zählt erst bei einem Tor) (!Er zählt nur wenn der Ball auf die Tribüne fliegt) (!Er zählt automatisch als kontrollierter Ballgewinn)




Wann liegt im vereinbarten Modell eine koordinierte GP vor? (Wenn nach BV eine Person Ballkontrolle unter Druck setzt und eine zweite einen Anschlussweg schließt) (!Wenn eine einzelne Person lange hinterherläuft) (!Wenn ein Team beim Anstoß eng steht) (!Wenn der Gegner freiwillig ins Aus spielt)




Welche Aussage zum Fünf-Sekunden-Fenster ist korrekt? (Es ist eine anpassbare Vereinbarung für dieses Ereignislexikon) (!Es ist eine feste IFAB-Regel) (!Es gilt als Pflichtbelastung für Kinder) (!Es bestimmt die erlaubte Abseitsposition)




Was notierst du bei einem nicht einsehbaren zweiten Druckspieler? (Den Grenzfall als unklar mit Begründung) (!Automatisch eine erfolgreiche Gegenpressingaktion) (!Immer einen Torabschluss) (!Ohne Hinweis einen kontrollierten Ballverlust)




Warum zeigst du bei Quoten Zähler und Nenner an? (Damit Umfang und Grenzen der Beobachtung nachvollziehbar bleiben) (!Damit kleine Stichproben immer repräsentativ sind) (!Damit Videoeinwilligungen unnötig werden) (!Damit jeder Treffer eine identische Ursache hat)




Was ist ein sinnvoller Plan B nach überspieltem Gegenpressing? (Zentrum und Tiefe im geordneten Rückzug sichern) (!Alle Spieler gleichzeitig ohne Absicherung nach vorne schicken) (!Die eigene Restverteidigung auflösen) (!Gegnerische Pässe nur durch Behauptung verbieten)




Welche Aussage über das Analyselexikon ist zutreffend? (Es ist eine versionierte lokale Definition und ersetzt keine Schiedsrichterentscheidung) (!Es verleiht offizielle VAR-Befugnisse) (!Es legt eine universell beste Spielformation fest) (!Es erlaubt die Veröffentlichung beliebiger Kinderaufnahmen)





Memory: Fachbegriffe zuordnen

Kontrollierter Ballgewinn Beginn eigener Ballkontrolle nach kontrolliertem Gegnerbesitz
Kontrollierter Ballverlust Ende eigenen Ballbesitzes durch gesicherte Übernahme der Gegenseite
Raumdurchbruch kontrolliertes Vorrücken über vorher definierte Zonengrenze
Torabschluss bewusst direkt auf Torerfolg gerichtete Aktion
Gegenpressingaktion gemeinsamer Druck auf Ball und Anschlussweg nach Verlust
Restverteidigung vorbereitete Sicherung zentraler Räume und Tiefe hinter dem Angriff





Drag-and-drop: Grenzfälle entscheiden

Passenden Analysebegriff zuordnen Beobachtete Situation
Unklar markieren zweiter Druckspieler wegen Kamerawinkel unsichtbar
Kein Raumdurchbruch langer Ball wird im nächsten Drittel von niemandem kontrolliert
Torabschluss zählen absichtlicher Torschuss wird noch vor dem Tor geblockt
Wechsel-ID koppeln kontrollierter Ballverlust und Ballgewinn derselben Übergabe
Rückzug als Plan B Gegner überspielt die erste Gegenpressinglinie





Kreuzworträtsel: Sechs Schlüsselbegriffe

Ballgewinn Wie heißt die kontrollierte Übernahme des Balls vom Gegner?
Ballverlust Wie heißt das Ende der Ballkontrolle durch klare gegnerische Übernahme?
Raumdurchbruch Welcher Begriff bezeichnet kontrolliertes Vorrücken über eine Zonengrenze?
Torabschluss Welche absichtliche Handlung richtet den Ball direkt zum Tor?
Gegenpressing Wie nennt man die gemeinsame Druckreaktion nach einem Verlust?
Restverteidigung Welche Struktur sichert Räume und Tiefe hinter dem Angriff?





LearningApps

Nutze die folgende Suche als ergänzende Übungsrecherche; sie ist keine Behauptung, dass jede gefundene App fachlich oder lizenzrechtlich geprüft ist. Vergleiche Begriffe stets mit unserem Lexikon.


Lückentext: Beobachten vor Bewerten

Ergänze jeden Satz mit dem zutreffenden Fachwort.
Eine beobachtete Handlung erhält im Lexikon einen eindeutigen

. Der Ballgewinn erfordert eine erkennbare

. Ein kontrollierter Wechsel ist über eine gemeinsame

verknüpft. Beim Raumdurchbruch muss der Ball eine definierte

überwinden. Eine beabsichtigte Schussaktion zählt als

. Das gemeinsame Nachsetzen heißt in unserem Modell

. Eine fehlende Kameraansicht wird als

markiert. Hinter der Angriffsaktion hält die

zentrale Wege geschlossen. Eine Quote benötigt neben dem Zähler auch einen

. Vor Veröffentlichung eines Teamvideos prüfst du die nötigen

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffe formulieren: Schreibe für BG und BV je eine Definition sowie ein Ein- und Ausschlussbeispiel. Lösungshinweis: Nur ein nachweisbarer Wechsel kontrollierten Besitzes zählt; bloßes Abprallen oder Aus genügt nicht.
  2. Zonen benennen: Zeichne ein leeres Feld mit drei Längszonen und markiere einen kontrollierten RD. Musterlösung: Ein Pass aus Mitte nach Vorne plus kontrollierte Annahme erfüllt RD.
  3. Beobachtungsblatt erstellen: Lege Felder für Ereignis-ID, Zeit, Team, Zone und Sicherheit an. Musterlösung: E-01, 02:10, Blau, Mitte, sicher sind synthetische gültige Werte.
  4. Grenzfall beurteilen: Entscheide, ob ein geblockter Schuss oder eine gewollte Flanke als TA zählt. Musterlösung: gezielter Schuss ja, Hereingabe ohne direkte Torabsicht nein.


Standard

  1. Fünf Codes testen: Erfinde fünf Spielszenen mit mindestens einem U-Fall und kodiere sie. Musterlösung: Kontrollabfang BG, Kontrollverlust BV, kontrolliertes Zonenvorrücken RD, Schuss TA, doppelter Druck GP; verdeckte Szene U.
  2. Doppelte Codierung: Tausche acht synthetische Szenen mit einer zweiten Person und protokolliere abweichende Codes. Lösungshinweis: Ereigniszeiten zuerst abgleichen und Streitfälle ohne Schuldzuweisung dokumentieren.
  3. Quote berechnen: In zwölf sicheren BV folgen vier GP. Erkläre das Ergebnis. Musterlösung: 4/12 als deskriptive Stichprobenquote; kleine Fallzahl und Kontext benennen.
  4. Spielform anpassen: Verändere Raum und Gruppengröße der Spielform A für Anfängerinnen und Anfänger. Lösungshinweis: größere Übersicht, passende Betreuung und weiterhin dieselben BG/BV-Kriterien.


Schwer

  1. Gegenmaßnahmen entwerfen: Skizziere eine GP von Blau, einen diagonalen Befreiungspass von Orange und Blaus geordneten Rückzug. Musterlösung: Ballattacke plus Passwegsperre, Orange überspielt, Blau sichert Zentrum und Tiefe.
  2. Modellfall prüfen: Werte die synthetischen Zahlen 12 BV, 4 GP, 2 BG nach GP aus und formuliere eine Hypothese. Musterlösung: 4/12 sowie 2/4; keine kausale Gewissheit, Absicherung als prüfbare Hypothese.
  3. Analysekonzept mit Rechten: Formuliere einen datensparsamen Ablauf für eine Fußballschule. Lösungshinweis: rechtliche Freigaben, Kinderschutz, eingeschränkter Zugriff, Zweckbindung, Löschung und synthetische Übungsdaten.
  4. Codebuch auditieren: Lasse zwei Personen die fünf Definitionen auf Mehrdeutigkeiten prüfen und erstelle Version zwei. Musterlösung: unklare TA-Flanke und GP-Sicht auflösen, Änderung und Vergleichbarkeit dokumentieren.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Erfassungsentscheidung: Begründe bei einem zufälligen Abpraller, warum kein BG gezählt wird. Lösung: Ohne neue kontrollierte Ballhandlung ist die Einschlussbedingung nicht erfüllt.
  2. Zähler und Nenner: Erkläre den Unterschied zwischen vier GP bei zwölf sicheren BV und vier GP bei fünf BV. Lösung: Gleicher Zähler, anderer Bezugsrahmen; beide Werte nur im Kontext vergleichen.
  3. Aktiver Gegenspieler: Entwickle zur Druckaktion eine Gegenmaßnahme und eine Restverteidigungsantwort. Lösung: diagonaler Pass als Gegenmaßnahme, Zentrum schließen und Torraum sichern als Plan B.
  4. Beobachterdissens: Zwei Ratende sehen einen Flanken-Schuss unterschiedlich. Wie entscheidest du? Lösung: U dokumentieren, Absicht und Videowinkel anhand Codebuch besprechen, Entscheidung versionieren.
  5. Transfer: Nenne ein Indiz, dass eine im Training geübte Absicherung auch ohne Sonderregel auftritt. Lösung: Im freien Spiel bleiben nach BV sichernde Positionen sichtbar und werden unabhängig codiert.
  6. Regelabgrenzung: Warum darf das Codebuch kein Abseitstor nachträglich anerkennen? Lösung: Die Spielleitung wendet IFAB- und Wettbewerbsregeln an; Analysecodes sind Beobachtungen.
  7. Rechteabwägung: Darf ein Jugendvideo ohne geklärte Rechte als OER bereitgestellt werden? Lösung: Nein; zunächst Rechtsgrundlage, Einwilligungen und Schutzrechte prüfen oder synthetische Szenen nutzen.


Lernnachweis

Lege ein Analysepaket vor: (1) ein versioniertes Lexikon mit BG, BV, RD, TA und GP einschließlich Start, Ende, Zählung, Ein- und Ausschluss; (2) zehn ausschließlich synthetische, vollständig ausgefüllte Datensätze und eine dokumentierte U-Entscheidung; (3) die unabhängige Codierung einer zweiten Person mit Dissensprotokoll; (4) mindestens zwei aussagekräftige Quoten mit Zähler, Nenner und Grenzen; (5) eine eigene beschriftete Taktikskizze mit Gegnerreaktion, Plan B und Restverteidigung; (6) einen durchführbaren Plan zu einer der drei Spielformen; (7) eine kurze Coachingreflexion und Transferbeobachtung im freien Spiel; (8) Quellen-, Lizenz- und Schutzrechtsliste. Beurteile das Paket mit dem zehn Punkte umfassenden Raster aus dem Modellfall. Qualität zeigt sich in nachvollziehbaren Entscheidungen und in einer ehrlichen Begrenzung der Aussagen, nicht in möglichst vielen Zahlen.


OER und Wikipedia

Primärquellen zur fachlichen Einordnung (keine automatischen Lizenzen für Übernahme von Text oder Video):

  1. UEFA – Performance analysis: Kontext für Verbindung von Beobachtung, Video und Daten; Lernauftrag: notiere, was Beobachtung und Interpretation trennt.
  2. UEFA-U19-Bericht 2026: Gegenpressing und Absicherung; Lernauftrag: skizziere vorbereitete Restverteidigung und zwei Rückzugswege.
  3. FIFA Training Centre – Newcastle U18, 20.01.2026: variabler Angriff gegen unterschiedliche Blockhöhen; Lernauftrag: ordne mögliche RD und TA ohne Übernahme fremder Übungstexte zu.
  4. IFAB – Laws of the Game 2026/27: geltendes Regelwerk und Änderungen; Lernauftrag: trenne Wettbewerbsregel und Analysekategorie.
  5. IFAB – Law 11: Position allein ist noch kein Abseitsvergehen; Lernauftrag: benenne den Entscheidungszeitpunkt und die Rolle aktiver Beteiligung.
  6. WFV – Dokumente für 2026/27 und Kinderfußball: regionale Beispiele; Lernauftrag: prüfe das eigene Alter, Wettbewerbsformat und den zuständigen Verband vor Übertragung.
  7. DFB-Akademie – Spielvision: offizielle Beispiele für Teamreaktionen und variable Entscheidungen; Lernauftrag: zwei beobachtbare Verhaltensweisen benennen.

Lizenzgeprüfte Wikimedia-Commons-Dateien – Datei, Seite, Urheber, Lizenz und Auftrag:

Einbettung Exakte Dateiseite Urheber und Rechte Lernauftrag
File:Soccer field - empty.svg Commons Nuno Tavares, CC BY-SA 2.5 drei Feldzonen selbst beschriften
File:Soccer field - positions.svg Commons Nuno Tavares, CC BY-SA 2.5 Rollen von konkreten Ereignissen unterscheiden
File:Football pitch.svg Commons Maurizio, auf Vorlage von NielsF, CC BY-SA 4.0 Restverteidigung und Plan B zeichnen
File:Photo Football Match.jpg Commons Prf85, CC BY-SA 4.0 Informationsgrenzen eines Einzelbilds erklären

YouTube-Mediennachweise – keine freien OER-Videolizenzen: Die drei IDs sind auf der DFB-Akademie-Webseite als YouTube-Player eingebunden. rLUTE7k7tXs – Doppeln nach BV, Auftrag: Doppelabsicherung erkennen; WN5d87rPufw – Raum und Restverteidigung, Auftrag: Anschlusspositionen benennen; NCzdhUR3dtM – Umschalten und Rückzug, Auftrag: Zentrumsschutz bewerten. Quelle: DFB-Akademie beziehungsweise die jeweiligen Filmrechteinhaber; lediglich die offizielle YouTube-Einbettung nutzen, nicht herunterladen, umschneiden oder als CC-Inhalt verbreiten.

Wikipedia zur Einordnung: Spielanalyse und Taktik im Fußball; Inhalte und Belege selbst prüfen. Der folgende eingebettete Artikel ist allgemein, kein Ersatz für das eigens entwickelte Ereignislexikon.


Verknüpfte Lernbereiche

Spielanalyse und Taktik

  1. Datenqualität – eindeutige Codierung, Grenzfälle, Reliabilität
  2. Statistik – Häufigkeiten, Nenner und vorsichtige Schlüsse
  3. Fußballtraining – Spielformen, Coaching und freies Spiel
  4. Datenschutz – Persönlichkeitsrechte und Kinderschutz
  5. Wissenschaftliche Methode – Hypothesen, Prüfung und Revision


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