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Zwei Lernziele in einer Spielform gleichzeitig steuern - Fußballtraining

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Zwei Lernziele in einer Spielform gleichzeitig steuern - Fußballtraining

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Einleitung

Eine Spielform kann gleichzeitig das Angreifen in Räume zwischen gegnerischen Linien und das ballnahe defensive Absichern anbahnen. Das gelingt nicht dadurch, dass Trainerinnen und Trainer zwei Parolen gleichzeitig rufen. Entscheidend sind eine verständliche Spielaufgabe, getrennte Beobachtungskriterien, faire Gelegenheiten für beide Rollen und ein rechtzeitiger Rückweg zum freien Spiel. Dieser Vertiefungskurs richtet sich an verantwortliche Coaches von Fußballschulen und ist kein Ersatz für Trainerqualifikation oder lokale Sicherheits- und Wettbewerbsregeln. Die Einführung zum Verändern von Übungen steht in Übungen durch Regeln differenzieren - Fußballtraining; hier entwickelst und prüfst du zusätzliche Arbeitsinstrumente.

Feld als Orientierung: Markiere auf einer Kopie die erste Pressinglinie und die diagonale Absicherung.
Feld als Orientierung: Markiere auf einer Kopie die erste Pressinglinie und die diagonale Absicherung.

Bildquelle: Wikimedia Commons, Football pitch.svg, Maurizio, CC BY-SA 4.0. Lernauftrag: Zeichne verschiedene, nicht festgelegte Möglichkeiten der Raumaufteilung ein; die Grafik schreibt keine Formation vor.

Lernweg: Zielkonflikte verstehen – drei erprobbar beschriebene Lehrmodelle anpassen – nur eine Bedingung je Test verändern – Chancen und Handlungen beider Seiten getrennt protokollieren – begründet zum freien Spiel zurückkehren. Alle nachfolgenden Größen für Feld, Personen, Dauer, Pausen und Belastung sind anpassbare Lehrmodelle, keine allgemeingültigen oder altersbezogenen Belastungsvorgaben.


Zwei Lernziele und faire Lernchancen präzise beschreiben


Was heißt zwischen Linien angreifen?

Ein Zwischenlinienraum ist im hiesigen Modell ein nutzbarer Raum hinter einer ersten gegnerischen Drucklinie und vor einer zweiten Sicherung. Solche Linien können situativ entstehen; eine feste Vierer- oder Dreierkette ist keine Voraussetzung. Eine erfolgreiche Aktion besteht beispielsweise darin, nach Vororientierung eine kontrollierte Anspielstation hinter der ersten Drucklinie zu finden und von dort eine Anschlussentscheidung zu treffen. Ein zufälliger Ballgewinn oder ein unkontrollierter langer Ball ist nicht automatisch ein Erfolg dieses Lernziels.

Die Gegenseite darf aktiv reagieren: Passweg im Deckungsschatten schließen, Druck zum Flügel lenken, absichern oder die Linienabstände variieren. Plan B für die angreifende Seite ist ein Rückpass mit Seitenwechsel, eine Einzelaktion in freier Bahn oder das Bespielen des Flügels. Coaches bewerten Entscheidungen nach Situation und Gegenmaßnahme, nicht nach einer als immer richtig deklarierten Formation.


Was bedeutet ballnahe defensive Absicherung?

Die erste verteidigende Person stellt Tempo und Zugriffsrichtung her; eine zweite positioniert sich diagonal versetzt so, dass sie einen Durchbruch oder Anschlussweg auffangen kann, ohne die ballferne Gefahr zu vergessen. Diese Handlung ist nicht gleichbedeutend mit einem gewonnenen Zweikampf: Auch eine gut abgesicherte Abwehr kann gegen ein gelungenes Zuspiel ein Gegentor erhalten. Ergänzend muss die ballbesitzende Mannschaft ihre eigene Restverteidigung für den möglichen Ballverlust ordnen. Ballnahe Absicherung und Restverteidigung sind verwandt, aber nicht identisch.

Die offensive Seite antwortet mit Gegnerbindung, Tempowechsel, Verlagerung oder Pass hinter den Absicherer. Ein defensiver Plan B bei überspieltem ersten Druck ist das kontrollierte Fallenlassen, Verzögern und erneute Aufnehmen der Zuordnung. Niemals wird riskantes Grätschen oder Körperkontakt als einzig möglicher Erfolg belohnt.


Zwei getrennte Erfolgsmaße statt eines einzigen Punktestands

Perspektive Beobachtbare Gelegenheit Erfolgshandlung Nicht gleichsetzen mit
Angriff A: Zwischenlinienraum finden Kontrollierter Aufbau mit erkennbarer erster Drucklinie und erreichbarem Fenster dahinter Empfängerin oder Empfänger erreicht kontrolliert das Fenster und kann eine sinnvolle nächste Aktion beginnen Tor, bloßem Ballbesitz oder zufälligem Durchrutschen
Abwehr B: Ballnah sichern Erste Person greift unter Spielbedingungen an und zweite könnte diagonal sichern Zweite Person schützt erkennbar den Durchbruchs- oder Passweg und stimmt Abstand mit Druckrichtung ab Gewonnenem Ball oder ausbleibendem Gegentor
Ballbesitzteam: Restverteidigung Eigener Angriff mit möglichem Ballverlust und offenem Gegenangriffsweg Mindestens eine geeignete Rückraumoption kann nach Ballverlust verzögern oder den zentralen Weg sichern Starrem Stehenbleiben hinten
Fairness Beide Teams hatten vergleichbare Ballbesitz-, Angriffs- und Verteidigungsphasen Beide konnten die definierten Lernhandlungen tatsächlich versuchen Identischen Torzahlen

Vereinbarung: Der Beobachter zählt für A und B zunächst Gelegenheiten, danach gelungene Aktionen. Die Quote Erfolg/Gelegenheit ist nur eine Orientierung; bei wenigen Situationen sind keine belastbaren Wirkungsnachweise möglich. Teams wechseln die Rollen und nach Möglichkeit die Beobachtungsperspektive. Achtung: Ein Angriffserfolg bedeutet nicht automatisch einen defensiven Fehler. Beides kann in derselben Szene fachlich überzeugend sein.

Neutrales Spielfeld: Erarbeite zwei mögliche Pressinglinien und einen offenen Zwischenraum.
Neutrales Spielfeld: Erarbeite zwei mögliche Pressinglinien und einen offenen Zwischenraum.

Bildquelle: Wikimedia Commons, Soccer field - empty.svg, Nuno Tavares, CC BY-SA 2.5. Lernauftrag: Skizziere eine ballnahe und eine ballferne Absicherungsoption; vergleiche ihre Vor- und Nachteile.


Altersgerechte Steuerung und Schutz

Kinder mit wenig Spielerfahrung: Nur ein verständlicher Spielauftrag zur selben Zeit, etwa „findet freien Raum“; die Trainerperson beobachtet die zweite Dimension im Hintergrund. Keine zwei gleichzeitigen Zusatzaufträge für unerfahrene Kindergruppen. Viele Ballaktionen, Freude, angemessene Betreuung und freie Spielphasen haben Vorrang. Jugendliche: Nach Basisspiel ein zweites Beobachtungsziel in einer kurzen Unterbrechung gemeinsam erarbeiten; Jugendliche dürfen Lösungen begründen. Erwachsene: Taktische Zielkonflikte explizit, aber mit individueller Leistungs- und Belastungsanpassung bearbeiten. Keine Kopfball- oder Maximalbelastungsvorgaben für Kinder; keine Diagnosen oder medizinischen Freigaben.

Vor jedem Aufbau: standsichere und passend gesicherte Tore, ungefährliche Markierungen, geeignetes Schuhwerk und Bälle, freigehaltene Auslaufzonen, Wetter und Untergrund, Wasser, Notfallweg, Aufsichtsschlüssel, Abbruchsignal und kinderschutzgerechte Kommunikation prüfen. Bild- und Videoaufnahmen nur bei tragfähiger rechtlicher Grundlage, erforderlichen Einwilligungen und Beachtung von Persönlichkeitsrechten; besser anonymisierte Strichlisten als personenbezogene Videodossiers. Offizielle Spiele richten sich nach aktuellen IFAB-Spielregeln 2026/27 sowie den konkreten Verbands- und Wettbewerbsbestimmungen; Trainingsbonusregeln gelten nicht automatisch im Wettbewerb. Für Württemberg sind wfv-Regel- und Kinderfußballmaterialien einschlägig, andernorts sind die Regeln des zuständigen Verbands zu prüfen.


Spielform I: Linienfenster und diagonale Sicherung


Zielgruppe, Organisation und Ablauf

Lehrmodell: Jugendliche mit Basis-Spielerfahrung und Erwachsene; vereinfacht für jüngere Gruppen. Als anpassbarer Ausgangspunkt dienen ein Feld von etwa 28 × 22 m, zwei gesicherte Minitore, fünf gegen fünf, drei Bälle am Rand, vier Sequenzen von je etwa drei Minuten und bedarfsorientierte Pausen. Mit Hütchen wird nur die ungefähre Mittelzone optisch markiert, nicht als starre Abseitsregel. Je zwei Teams greifen abwechselnd auf gegnerische Tore an. Freies Fußballspiel bleibt das Hauptformat. Ein Erreichen des Zwischenraums kann von der beobachtenden Person protokolliert werden, ohne den Spielfluss für ein zweites Punktesystem zu unterbrechen.

Ablauf: In Runde 1 spielen alle ohne Bonus. In Runde 2 fokussiert das Trainerteam die Wahrnehmung des Zwischenraums; die Gegenseite versucht, diagonal zu sichern. Nach Ballgewinn darf sofort gekontert werden; nach einer vorher festgelegten kurzen Spielphase wechseln die Teams Angriffsperspektive und Spielfeldseite. Eine regelarme Rückrunde überprüft die eigenständige Anwendung. Keine künstlich vorgegebene Passfolge.

Eigene Taktikskizze – Momentaufnahme, keine zwingende Formation:

 ANGREIFEND → rechts zum Tor
 +--------------------------------------+
 |                  Tor                 |
 |        B3          B4               |
 |            A3 → Raum                 |
 |     B1 ↑          B2 ↘              |
 | A1 ● ───→ A2         A4              |
 |       A5 (hinter Ball: Sicherung)    |
 +--------------------------------------+
 A = Ballbesitzteam; B = Abwehrteam; ● Ball
 B1 setzt Druck, B2 sichert diagonal; A3 bietet sich zwischen Linien an.

Coachingfragen: „Welchen Gegner hat dein erster Kontakt gebunden?“ – „Wo lag die zweite Sicherung?“ – „Wohin konntest du passen, wenn die Mitte geschlossen war?“ – „Wer verzögert nach einem Ballverlust?“ Beobachtet werden kontrollierte Raumannahme und sinnvolle Anschlussaktion (A), diagonale Sicherungsposition und abgestimmter Abstand (B), sowie die mögliche Verzögerung bei Ballverlust. Trainerfeedback ist kurz, konkret und rollenbezogen.

Variation und Grenze: Bei zu wenigen Zwischenraumaktionen Feld etwas länger oder breiter anlegen, aber nie beides gleichzeitig im Test. Bei häufigen Durchbrüchen Abstände/Anspielrichtungen reflektieren oder in ein freies Ausgleichsspiel wechseln. Die Spielform kann bei sehr unerfahrenen Kindern durch das doppelte Beobachtungsziel überfordern; dort nur ein Spielerauftrag und vereinfachte Tore. Erfolgreiche Durchbrüche können defensiv gut vorbereitet sein: Gegenmaßnahme bewerten, statt dem verteidigenden Team automatisch einen Fehler zuzuweisen.


Bild- und Videoanalyse

Animation einer Angriffsbewegung: Zeitpunkt des Passes und Räume hinter dem Gegner analysieren.
Animation einer Angriffsbewegung: Zeitpunkt des Passes und Räume hinter dem Gegner analysieren.

Animationsquelle: Wikimedia Commons, Soccer Modern Attack.gif, Driolar, CC BY-SA 3.0. Lernauftrag: Stoppe gedanklich vor der entscheidenden Aktion und benenne eine mögliche Absicherung, bevor du den nächsten Pass vorhersagst. Die Animation ist ein Taktikmodell, keine universelle Handlungsempfehlung.

Videoquelle: DFB (Verband), „Hannes Wolf und der BVB präsentieren die Trainingsphilosophie Deutschland in Dortmund“, 12.05.2025; Rechte am Video beim veröffentlichten Kanal, kein freies OER-Lizenzversprechen. Lernauftrag: Beobachte eine Kleinspielform und notiere, wie viele verschiedene Entscheidungen die Ballbesitzenden und die Verteidigenden innerhalb einer Szene treffen. Einbettung nur über den regulären YouTube-Player und nach lokalen Datenschutzvorgaben.


Spielform II: Vier-Tore-Umschalten mit Sicherheitsdreieck


Ziel, Durchführung und Gegnerreaktion

Lehrmodell: Geeignet für Jugendliche und Erwachsene, bei Kindern als Ein-Ziel-Spiel nutzbar. Beispielsweise 4 gegen 4 auf einem etwa 24 × 20 m großen Feld mit vier standsicheren Minitoren an den Ecken; als flexibles Lehrmodell drei Spielblöcke mit ungefähr drei Minuten und individuell nötiger Erholung. Beide Teams greifen jeweils zwei gegnerische Tore an. Die gegnerische erste Drucklinie entsteht aus dem situativen Anlaufen, der Raum dahinter aus deren Deckung. Ein kontrolliertes Überspielen der ersten Drucklinie mit anschließender Wahl zwischen den Toren gilt als Beobachtungshandlung A. Der jeweils ballnahe Absicherer verhindert mit seiner Position ein sofortiges Durchbrechen, ohne den entfernten Torraum völlig offen zu lassen (B).

Ablauf: Offene Spielphase, dann eine kurze Fragestellung nur an erfahrene Gruppen: „Wie schützt ihr den ballnahen Weg, ohne das andere Tor preiszugeben?“ Sobald der Ball gewonnen wird, dreht die Angriffsrichtung um. Das Trio aus erstem Verteidiger, Absicherer und ballferner Anschlussoption bildet ein situatives Sicherheitsdreieck, keine starre Passpflicht. Rotationen sichern gleiche Spielanteile. Ein doppelter Torbonus wird nicht gleichzeitig mit einer Feldänderung eingeführt.

Eigene Taktikskizze:

 Tor L                                        Tor R
 +----------------------------------------------+
 |        B3 ← ballferner Weg                    |
 |   A2            B2 ↘ Sicherung               |
 |       A1 ● → B1 ↑ Druck                       |
 |               A3 → Anschluss                 |
 |   A4 (Restschutz)          B4                 |
 +----------------------------------------------+
 Tor L                                        Tor R

Coachingfragen: „Kannst du zwei Tore gleichzeitig bedrohen?“ – „Welche Linie blockiert der Absicherer?“ – „Was macht ihr bei einem Tempodribbling nach außen?“ – „Welche Rückraumposition schützt den Konter?“ Beobachtung: pro Team getrennt Anzahl nutzbarer Anschlussfenster, kontrollierter Fortschritte, Druck-plus-Sicherung-Konstellationen und sinnvoller Verzögerungen nach Ballverlust. Plan B Angriff: das andere Tor ansteuern, dribbeln oder zurückverlagern. Plan B Abwehr: bei erfolgreicher Verlagerung gemeinsam verschieben, den ballfernen Spieler übernehmen und nicht blind zum Ball sprinten.

Variation, Grenzen: Bei großer Überforderung nur zwei Tore und ein Lernziel; bei erfahrener Gruppe nach Basismessung ein kleiner zusätzlicher Zielraum als neuer Test möglich, aber nicht gleichzeitig mit einem Personalwechsel. Vier Tore erzeugen viele Seitenwechsel, garantieren jedoch weder genügend Verteidigungsgelegenheiten noch gleiche Belastung. Prüfe Ruhepausen, Tore, Randabstände und die aktive Beteiligung jedes Teammitglieds.

Mannschaftstraining: Suche Hinweise auf gegenseitige Orientierung und Raumabstände.
Mannschaftstraining: Suche Hinweise auf gegenseitige Orientierung und Raumabstände.

Bildquelle: Wikimedia Commons, Netherlands women's national football team training in 2018.jpg, Emma Coolen, CC0 1.0. Lernauftrag: Formuliere eine überprüfbare Frage zu Raumabständen, statt aus einem Standbild die Qualität eines ganzen Trainings abzuleiten.

Videoquelle: DFB (Verband), „Trainingsphilosophie Deutschland: Tipps für Spielformate bis zur D-Jugend“, 26.05.2025; Rechte beim offiziellen Kanal, keine behauptete freie Nachnutzung. Lernauftrag: Unterscheide einfache, altersgerechte Spielformate von einer komplexen Doppelziel-Aufgabe. Für Kinder reduzierst du die verbalen Ziele.


Spielform III: Halbraumfenster und Rückraum-Plan B


Organisation, Entscheidungen und Differenzierung

Lehrmodell: Für taktisch erfahrenere Jugendliche und Erwachsene. Ausgangsbeispiel: 4 gegen 4 plus je ein wechselnder neutraler Anspieler an den Seiten, Feld etwa 30 × 24 m, zwei gesicherte Tore und vier flexible Durchgänge von etwa zwei bis vier Minuten. Die Neutralen unterstützen ausschließlich im Ballbesitz; ihre Rolle rotiert. Es gibt keine festzuschreibende Mannschaftsformation. Ein breiter Korridor und ein Halbraumfenster sind lediglich Orientierungspunkte, keine verbindlichen Laufstraßen. Bei jüngeren Gruppen werden neutrale Positionen und zweite Coachingziele weggelassen.

Ablauf: Nach freiem Beginn darf die ballbesitzende Mannschaft diagonal in den ballfernen Halbraum spielen. Die erste Verteidigerin setzt Gegnerdruck, die zweite schützt den diagonal dahinter liegenden Passweg. Sobald die Verteidigung das Anspiel unterbindet, muss der Angriff entscheiden: Rückpass, Dribbling oder Verlagerung. Nach jedem Ballverlust zählen sichere Verzögerung und Rückraumstaffelung, nicht eine reflexartige Jagd aller Spielerinnen und Spieler. Die Trainerkraft notiert getrennte Gelegenheiten A und B und vermeidet doppelte Regelkommandos.

Eigene beschriftete Skizze:

 +-------------------------------------------+
 |      ballferner Halbraum                  |
 |    A4 ↑     B4                             |
 |           A3 ← Passfenster                |
 |   B2 ↗ Absicherung      B3                 |
 | A2 ● → B1 Druck                            |
 |      A1 (Rückpass)     A5 (Restschutz)     |
 +-------------------------------------------+
 A5 stellt hier nur eine mögliche Anschlussrolle dar; Personenzahl und neutrale Rolle sind anpassbar.

Fragen: „Woran hast du erkannt, dass das Zentrum zu ist?“ – „Wer öffnete die Anschlussroute?“ – „Wie hält B2 gleichzeitig Drucknähe und Tiefe?“ – „Wann ist ein Rückpass eine gute Entscheidung?“ Kriterien: Qualität der Vororientierung, erreichbare diagonale Passfenster, Positionierung hinter dem ersten Druck, Abstände der Absichernden und Konterverzögerung. Variationen: neutrale Personen vollständig entfernen oder Feldform einzeln verändern, jeweils nur nach eigener neuer Ausgangsmessung. Grenzen: Neutrale Anspieler können die Angriffsseite bevorteilen; ihre Ballkontakte und die Verteidigungsgelegenheiten müssen bei Vergleichen separat erfasst werden. Biete in Pausen für alle Beteiligten passende individuelle Erholung an.

Historische Abseitsgrafik: kontrollierte Passentscheidung untersuchen, ohne daraus heutige Wettkampfregeln abzuleiten.
Historische Abseitsgrafik: kontrollierte Passentscheidung untersuchen, ohne daraus heutige Wettkampfregeln abzuleiten.

Animationsquelle: Wikimedia Commons, Soccer Modern Valid Pass.gif, Driolar, CC BY-SA 3.0. Lernauftrag: Identifiziere den freien Passweg und diskutiere, welche Absicherung eine Verteidigung dagegen aufbauen könnte. Die historische Offside-Skizze belegt ausdrücklich nicht den Wortlaut der IFAB-Regeln 2026/27.

Training im Team: Formuliere zwei verschiedene Beobachtungskategorien für gleiche Spielszenen.
Training im Team: Formuliere zwei verschiedene Beobachtungskategorien für gleiche Spielszenen.

Bildquelle: Wikimedia Commons, Football-Team-Training-in-the-French-Alps-5.jpg, Evytw4, CC BY-SA 4.0. Lernauftrag: Beschreibe erst beobachtbares Verhalten und vermeide Charakterurteile über abgebildete Personen.


Testwerkstatt: nur eine Variable ändern und fair vergleichen


Baseline und drei isolierte Testvarianten

Ausgangspunkt ist ausschließlich Spielform I. Für die folgenden vier Bedingungen gelten dieselbe Beschreibung der Gelegenheiten, vergleichbare Betreuung, gleicher Beobachtungsbogen und pro Test nach Möglichkeit ein Rollentausch der Teams. Alle Maße und Spielzeiten sind anpassbare, ausdrücklich nicht empirisch abgesicherte Lehrmodelle. Die vorgeschlagenen Größen dienen einem nachvollziehbaren Vergleich, nicht einer medizinischen oder trainingswissenschaftlichen Belastungsverordnung.

Bedingung Feld Verhältnis Bonusregel Einzige gezielt veränderte Variable Erwartung als prüfbare Hypothese
Basis 28 × 22 m 5 gegen 5 Kein Zusatzbonus Referenz Beide Lernziele erhalten Gelegenheiten
Test F: Fläche 34 × 22 m 5 gegen 5 Kein Zusatzbonus Nur Feldlänge Mehr Passfenster, möglicherweise größere Abstände der Sichernden
Test P: Personenverhältnis 28 × 22 m 5 gegen 4, Überzahl wechselt fair Kein Zusatzbonus Nur Verhältnis Überzahl kann Angriff erleichtern und defensive Chancen verzerren
Test B: Bonus 28 × 22 m 5 gegen 5 Zwei statt eines Modellpunkts bei kontrolliertem Zwischenlinienempfang Nur Bonus Angriff kann überbetont werden und Abwehrlernen verdrängen

Der Bonus in Test B ist eine frei gewählte Trainingswertung neben den üblichen Toren, keine Änderung offizieller Regeln. Im Test P wechseln die Seiten die Überzahl nach gleich langer Spielzeit; im Datensatz wird deshalb neben der Mannschaft immer die Rolle „mit/ohne Überzahl“ notiert. Grundsätzlich darf eine Lernumgebung auch scheinbar schlechtere Quoten zeigen, obwohl die Handlung schwieriger und lehrreich ist. Deshalb werden Quote, Anzahl der Chancen, Spielszenenqualität und Beteiligung gemeinsam betrachtet. Verändere niemals Fläche, Verhältnis und Bonus in einer einzigen Testvariante.

Eigener Ablaufplan:

 Sicherheitscheck und Gruppenbedarf
            ↓
 Basisspiel ohne Bonus → Ziele A und B getrennt definieren
            ↓
 Team- und Rollenwechsel → Beobachtungsbogen ausfüllen
            ↓
 Test F ODER Test P ODER Test B (nur eine Variable)
            ↓
 Chancen pro Team und Rolle prüfen → einseitige Bevorzugung?
           ↙                                  ↘
     JA: zurück zur Basis                NEIN: vorsichtig übertragen
           ↘                                  ↙
        FREIES SPIEL ohne Trainingsbonus → Transfer beobachten


Beobachtungsbogen ohne personenbezogene Daten

Fülle eine Zeile pro Team, Rolle und Bedingung aus. Kodierung A und B steht ausschließlich für synthetische Mannschaften, keine Personennamen. Eine Gelegenheit zählt nur, wenn das vorab festgelegte sichtbare Merkmal tatsächlich vorliegt. Eine zweite Trainerkraft kann stichprobenweise unabhängig dieselben Szenen codieren; strittige Fälle werden besprochen, nicht im Nachhinein unbemerkt umdefiniert.

Bedingung / Team / Rolle Angriff: Gelegenheiten Angriff: kontrollierte Fenster Abwehr: Gelegenheiten Abwehr: passende Sicherung Restschutz / Gegenmaßnahme Beteiligung / Notiz
Basis / Team A / Gleichzahl ____ ____ ____ ____ ____ ____
Basis / Team B / Gleichzahl ____ ____ ____ ____ ____ ____
Test F / Team A / Gleichzahl ____ ____ ____ ____ ____ ____
Test F / Team B / Gleichzahl ____ ____ ____ ____ ____ ____
Test P / Team A / Überzahl und Unterzahl getrennt ____ ____ ____ ____ ____ ____
Test P / Team B / Überzahl und Unterzahl getrennt ____ ____ ____ ____ ____ ____
Test B / Team A / Gleichzahl ____ ____ ____ ____ ____ ____
Test B / Team B / Gleichzahl ____ ____ ____ ____ ____ ____

Auswertungshilfe: Für jede Zeile kannst du den Anteil kontrollierter Zwischenlinienaktionen als „gelungene Fenster geteilt durch Angriffschancen“ beschreiben; analog die Sicherungsquote. Melde stets Zähler und Nenner. Ein Datenblatt mit drei Angriffserfolgen aus drei Gelegenheiten ist nicht automatisch überzeugender als fünf aus zehn: Schwierigkeit, Konkurrenz und Häufigkeit unterscheiden sich. Achte auch auf Spielzeit ohne Ballkontakt, von Bonusregeln ausgelöste künstliche Aktionen, die Sicherheit und den subjektiven Spielfluss. Die Zuordnung dient Lernen und Coaching, nicht individueller Leistungsdiagnose.


Berufspraktischer Modellfall, Lösung und Bewertungsraster

Modellfall: Zwei erfundene Trainingsgruppen A und B einer Fußballschule haben das Basisspiel und die drei isolierten Varianten in kurzen, gleich gerahmten Lehrsequenzen gespielt. Die Zahlen sind vollständig synthetisch und sollen eine vorsichtige, nicht-kausale Entscheidung trainieren. In Test P wurden die Überzahlrollen gewechselt; die zusammengefassten Zahlen verdecken diese Rollen und erlauben deshalb nur eingeschränkte Vergleiche.

Bedingung Team Angriffsfenster gelungen / Chancen Defensive Sicherung gelungen / Chancen Beobachtung
Basis A 3 / 6 4 / 6 Beide Ziele sichtbar
Basis B 2 / 5 3 / 5 Vergleichbar wenige Chancen
Test F A 5 / 8 3 / 8 Mehr Angriff, weniger stabile Sicherung
Test F B 4 / 7 3 / 7 Beteiligung gut; Abwehr teils unter Druck
Test P A 7 / 10 1 / 4 Rollen vermischt; große Schieflage
Test P B 0 / 2 3 / 12 Eine Seite bekommt sehr wenig Angriffschancen
Test B A 7 / 9 1 / 9 Bonus lenkt Entscheidungen auf Angriff
Test B B 6 / 8 2 / 8 Absicherung selten stabil

Arbeitsauftrag: Entscheide, welche Variante du allenfalls vorläufig weiterprüfst, welche du verwirfst und wann du zum freien Spiel zurückkehrst. Formuliere einen aktiven gegnerischen Plan B und prüfe die Fairness für beide Teams, nicht nur den Torstand.

Nachvollziehbare Musterlösung: Im Basisspiel A 3/6 = 50 % offensiv und 4/6 ≈ 67 % defensiv, B 2/5 = 40 % und 3/5 = 60 %. Bei Test F steigen die Chancen (A: 8, B: 7); beide Teams nutzen Fenster (5/8 bzw. 4/7). Defensive Sicherung sinkt relativ (3/8 bzw. 3/7). Deshalb Test F nur vorsichtig mit enger Beobachtung der Abwehr weiterprüfen, nicht als eindeutige Verbesserung ausgeben. Test P ist in dieser Form ungerecht bzw. unklar: Team B hatte nur zwei Angriffschancen, außerdem ist Über-/Unterzahl nicht getrennt aufgeschlüsselt. Zu einer sauberen Wiederholung müssten Rollen separat erfasst werden. Test B erzeugt viele Offensiverfolge, aber geringe defensive Sicherung; den Bonus wieder streichen. Der Gegenplan lautet: erste Druckperson lenkt nach außen, zweite sichert diagonal, ballferne Person kontrolliert die Verlagerung; nach Überspielen des Drucks gemeinsam fallenlassen. Rückkehr: Abschließende Sequenz ohne Bonus oder Sonderzonen und mit ausgeglichener Besetzung; beide Teams müssen dort eigenständig sinnvolle Angriffs- und Sicherungsentscheidungen zeigen. Auch nach positivem Transfer keine verallgemeinerbare Trainingswirksamkeit behaupten.

Bewertungsraster, Lehrmodell: Jede der fünf Dimensionen 0–2 Punkte: 0 = fehlt/falsch, 1 = teilweise belegt, 2 = nachvollziehbar und mit Daten bzw. Szenen begründet. Maximal 10 Punkte; die Grenze kann vor Ort angepasst werden.

Dimension 0 Punkte 1 Punkt 2 Punkte
Zwei getrennte Ziele Ziele vermischt Ziele benannt Chancen und Handlungen für beide Rollen operationalisiert
Isolierter Test Mehrere Stellschrauben gleichzeitig Eine Variable benannt Basis plus alle drei Ein-Variablen-Tests korrekt verglichen
Faire Auswertung Nur Tore betrachtet Einzelne Quoten Zähler, Nenner, Rollentausch und Benachteiligung bedacht
Taktische Alternativen Nur eine Standardlösung Gegenmaßnahme genannt Gegenmaßnahme, Plan B und Restschutz begründet
Transfer / Sicherheit Keine Prüfung Freies Spiel erwähnt Konkreter Transfernachweis, Kinderschutz und sichere Organisation

Videoquelle: DFB (Verband), „Von der Umkleidekabine auf den Trainingsplatz (1) mit Hannes Wolf und Sandro Wagner“, 13.09.2023; Rechte beim DFB-Kanal, keine Lizenz zur freien Kopie behauptet. Lernauftrag: Wähle eine gezeigte Spielsituation und entwirf zwei getrennte Beobachtungsfragen dazu. Die hier vorgelegten Testvarianten und synthetischen Daten sind eigene Lehrmodelle, keine DFB-Empfehlungen.


Coachingreflexion und Transfer zum freien Spiel

Nach einer beobachteten Sequenz fragt der Coach zunächst: „Welche Entscheidung hat funktioniert, obwohl kein Tor fiel?“ und „Für welches Ziel gab es zu wenig Gelegenheiten?“ Im Team werden kurze Szenenbeschreibungen statt Persönlichkeitsurteile ausgetauscht. Anschließend erfolgt eine freie Spielphase ohne Zusatzbonus, in der dieselben Kriterien mit weniger Intervention beobachtet werden. Wenn die Angriffe nur wegen des Bonus entstehen oder die Absicherung ohne Coaching zusammenbricht, ist Transfer noch nicht gezeigt; man kehrt zu einer einfacheren, fairen Ausgangsform zurück. Gerade bei unerfahrenen Kindern bleiben Spielerfreude und ein einziger verständlicher Auftrag wichtiger als doppelte Zielkontrolle. Für alle Altersgruppen sind Erholung, Selbstbestimmung und sichere Betreuung wichtiger als ein vorgegebener Zahlenwert.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Fachwissen überprüfen

Woran erkennt man einen gelungenen Angriff zwischen gegnerischen Linien im Kursmodell? (An kontrollierter Ballannahme im Zwischenraum mit sinnvoller Anschlussmöglichkeit) (!An jedem unkontrollierten langen Pass) (!Ausschließlich an einem erzielten Tor) (!An möglichst vielen Spielern vor dem Ball)



Welche Handlung beschreibt ballnahe Absicherung am besten? (Die zweite Person sichert diagonal hinter dem ersten Druck) (!Alle Verteidigenden laufen gleichzeitig zum Ball) (!Der Ballferne ignoriert offene Passwege) (!Nur ein gewonnener Zweikampf gilt als Absicherung)



Weshalb werden Gelegenheit und Erfolg getrennt gezählt? (Damit seltene Lernchancen nicht mit schwacher Ausführung verwechselt werden) (!Damit jedes Team gleich viele Tore erzielt) (!Weil Abwehraktionen nie beobachtbar sind) (!Damit kleine Stichproben automatisch beweiskräftig werden)



Welche Testbedingung verändert nur die Fläche? (Das Feld wird länger bei gleicher Besetzung und gleicher Wertung) (!Feld und Besetzung wechseln gemeinsam) (!Es werden zusätzliche Tore und neue Bonuspunkte eingeführt) (!Die Überzahl und der Coachingauftrag ändern sich zugleich)



Was ist ein typischer methodischer Fehler in Test P? (Überzahl und Unterzahl werden ohne Rollenkennzeichnung zusammengefasst) (!Beide Seiten wechseln die Rollen) (!Angriffsgelegenheiten werden dokumentiert) (!Die Ausgangsbedingung bleibt als Referenz erhalten)



Wie reagiert ein Angriff sinnvoll auf einen geschlossenen Passweg im Zentrum? (Mit Rückpass und Verlagerung oder einem situativ passenden Dribbling) (!Durch erzwungenes Anspiel trotz geschlossener Linie) (!Durch Abschaffung der eigenen Absicherung) (!Durch vollständiges Ignorieren des Gegners)



Was ist bei erfahrenen Gruppen ein geeigneter defensiver Plan B nach Überspielen des ersten Drucks? (Gemeinsam verzögern und die Sicherung neu ordnen) (!Alle Spieler bleiben in ihrem ersten Sprintmuster) (!Die zweite Person gibt den zentralen Raum absichtlich auf) (!Eine ungesicherte Grätsche wird vorgeschrieben)



Was gilt für unerfahrene Kindergruppen? (Es wird nur ein verständlicher Zusatzauftrag gleichzeitig gegeben) (!Zwei parallele Taktikkommandos sind verpflichtend) (!Der Bonuswert ersetzt freies Spielen) (!Kopfballbelastung wird maximal gesteigert)



Weshalb reicht eine hohe Angriffsquote nicht aus? (Defensive Lernchancen und Beteiligung können gleichzeitig leiden) (!Ein hohes Ergebnis beweist automatisch Lernwirksamkeit) (!Die Abwehr hat keine eigenen Ziele) (!Eine Quote ersetzt jede Szenenbeschreibung)



Wann ist der Transfer in freies Spiel plausibel? (Wenn beide Zielhandlungen ohne Zusatzbonus eigenständig wieder auftauchen) (!Wenn das Trainerteam alle Aktionen ständig vorsagt) (!Wenn nur die Torzahl der überlegenen Gruppe steigt) (!Wenn Zusatzregeln dauerhaft für offizielle Spiele gelten)




Memory

Ordne jeden Begriff seiner eigenen Bedeutung zu.

Zwischenlinienraum Nutzbarer Raum hinter einer ersten Drucklinie und vor tieferer Sicherung
Deckungsschatten Passweg, den eine verteidigende Person durch ihre Position abschirmt
Absicherer Zweite defensive Person hinter oder diagonal neben der ersten Druckperson
Restverteidigung Vorbereitung des eigenen Teams auf einen möglichen Ballverlust
Gelegenheitszähler Zählung der Situationen, in denen eine definierte Handlung möglich war
Rotation Geplanter Wechsel von Spielrollen und Lernperspektiven




Drag and Drop

Ordne jeder Maßnahme ihre hauptsächliche Prüfaufgabe zu.

Maßnahme Prüfaufgabe
Feldlänge verändern Einfluss der Spielfläche isoliert untersuchen
Überzahl wechseln Personenverhältnis mit Rollentausch vergleichen
Angriffsbonus einführen Lenkung durch die Wertungsregel erkennen
Zähler und Nenner notieren Faire Interpretation seltener Lerngelegenheiten ermöglichen
Freies Spiel anschließen Handlungstransfer ohne Sonderregel überprüfen




Kreuzworträtsel

Halbraum Wie heißt ein Raum zwischen Spielfeldzentrum und Außenbahn?
Pressing Wie nennt man abgestimmten aktiven Druck auf die gegnerische Ballführung?
Rotation Welcher Begriff bezeichnet den geplanten Wechsel von Rollen?
Sicherung Wie lautet ein Kurzbegriff für das Auffangen hinter dem ersten Verteidiger?
Vergleich Wie heißt das Gegenüberstellen von Ausgangsform und Testbedingung?
Verlagerung Wie heißt der bewusste Wechsel des Angriffsschwerpunktes auf die andere Seite?




LearningApps

Nutze die thematische Suche als zusätzliche Übungssammlung; Suchtreffer sind fremde Angebote und müssen vor dem Einsatz auf Richtigkeit, Alterseignung und Datenschutz geprüft werden.


Lückentext

Ergänze die Fachbegriffe.
Ein kontrollierter Pass hinter die erste Drucklinie kann den

erreichen.
Hinter der ersten Druckperson unterstützt die diagonal versetzte

.
Vor einem möglichen Ballverlust organisiert das Angriffsteam seine

.
Vor jeder Erfolgsquote steht die Zahl der beobachteten

.
Im ersten Test wird ausschließlich die

geändert.
Im zweiten Test ändert sich ausschließlich das

.
Im dritten Test wird allein die

verändert.
Nach dem Vergleich überprüft der Coach den Transfer im

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Spielfeldskizze: Erstelle eine eigene beschriftete Skizze mit erster Druckperson, diagonalem Absicherer und einem möglichen Zwischenlinienfenster; begründe eine Passoption.
  2. Beobachtung: Formuliere je ein von außen sichtbares Angriffskriterium und Abwehrkriterium sowie je einen Gegenfall.
  3. Kindgerechtes Coaching: Entwirf eine Ein-Satz-Aufgabe für eine unerfahrene Kindergruppe und erläutere, warum du keinen zweiten gleichzeitigen Zusatzauftrag gibst.
  4. Sicherheitscheck: Schreibe einen praxistauglichen Kurzcheck für sichere Tore, passende Ausrüstung, Betreuung, Pausen und Persönlichkeitsrechte.


Standard

  1. Spielform gestalten: Entwirf für Spielform I einen Ablauf mit Zielgruppe, anpassbaren Lehrmodell-Zahlen, Rollenwechseln, Coachingfrage und Plan B.
  2. Daten sammeln: Fülle einen neutralen Beobachtungsbogen mit erfundenen Zahlen zu beiden Zielen aus und berechne transparent Zähler und Nenner.
  3. Regelvariation: Formuliere Basis, Flächen-, Personen- und Bonusvariante so, dass gegenüber der Basis jeweils nur eine Stellschraube wechselt.
  4. Coachingdialog: Schreibe einen kurzen Dialog nach einer Szene, in dem du erst den Angriff und dann eine gelungene Absicherung fachlich wertschätzt.


Schwer

  1. Fairnessanalyse: Analysiere den synthetischen Modellfall und begründe, welche Testvariante beide Lernperspektiven systematisch ungleich behandelt.
  2. Trainerkonferenz: Erstelle ein begründetes Kurzprotokoll mit Gegenmaßnahmen, offensivem Plan B, defensiver Verzögerung und Restverteidigung.
  3. Datenschutzkonzept: Entwickle ein datensparsames Verfahren für zwei Beobachtende mit anonymen Kategorien, Zustimmung zu Aufnahmen und Löschregeln.
  4. Transferprüfung: Plane eine freie Schlussphase mit vorher festgelegten Beobachtungen, Entscheidung zur Rückkehr zur Basis und Reflexion der Grenzen kleiner Stichproben.




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Lösungshinweise zu den zwölf offenen Aufgaben

Aufgabe Erwartete Musterlösung oder Prüfkriterium
L1 Zeichnung benennt Druck, diagonale Sicherung, Zielraum und einen bei Gegnersperre verfügbaren Rückpass.
L2 Angriff: kontrollierter Empfang hinter Drucklinie; Abwehr: diagonal nutzbare Sicherung; keine Gleichsetzung mit Tor oder Ballgewinn.
L3 Beispiel „Findet den freien Raum und spielt weiter“; die zweite Zielgröße wird nur durch Coaches beobachtet.
L4 Sichere und standsichere Tore, angemessene Ausrüstung, Platzcheck, Aufsicht, Notfallplan, Pausen und Bildrechte sind genannt.
S1 Ein Basisspiel mit überschaubarem Team, flexiblem Feld, echter Entscheidung und Rollentausch; Gegnermaßnahmen und Rückraumoption sind enthalten.
S2 Beispiel: Angriff 3 aus 6, Abwehr 4 aus 7; beide Zähler und Nenner stehen sichtbar im Formular, Interpretation bleibt vorsichtig.
S3 Fläche nur Maße, Personen nur Verhältnis bei gleicher Fläche, Bonus nur Wertungsregel; alle übrigen Bedingungen bleiben gleich.
S4 Der Coach benennt für beide Seiten eine konkrete Entscheidung und fragt nach der wahrgenommenen Gegenmaßnahme, ohne Schuld zuzuschreiben.
H1 Test P bietet stark ungleiche Chancen und vermischt Rollen; Test B fördert übermäßig den Angriff; Test F kann vorsichtig weiter untersucht werden.
H2 Angriff nutzt Verlagerung bei verschlossenem Zentrum; Abwehr lenkt, sichert und fällt bei Überspielen zurück; Restschutz gegen Konter vorhanden.
H3 Nur Teamcodes und Ereignisstriche, zwei unabhängig Codierende, keine personenbezogenen Clips ohne Rechtsgrundlage, vorher klare Speicher- und Löschregeln.
H4 Bonusfreie Schlussphase, Kriterien A/B erneut zählen, Beteiligung prüfen; bei Abhängigkeit von Sonderregeln zur Ausgangsform zurückkehren.


Lernkontrolle

  1. Entscheidungen begründen: Erkläre an zwei verschiedenen Spielszenen, weshalb dieselbe Formation einmal sinnvoll und einmal ungünstig sein kann.
  2. Daten interpretieren: Vergleiche drei von sechs mit fünf von zehn gelungene Aktionen und begründe, weshalb weder Anzahl noch Quote allein Trainingswirkung beweist.
  3. Gegenmaßnahmen: Entwickle für einen zugestellten Zwischenlinienpass eine offensive und eine defensive Alternative einschließlich Absicherung nach Ballverlust.
  4. Variable isolieren: Erkenne an einem Plan mit größerem Feld und Zusatzbonus einen methodischen Fehler und korrigiere die Testplanung.
  5. Kinderfußball: Begründe mit Spielbeteiligung und Schutzbedarf, warum zwei Zusatzaufträge für unerfahrene Kinder zu viel sein können.
  6. Transfer beobachten: Entwirf drei Kriterien, mit denen du nach Wegfall aller Bonusregeln eigenständige Entscheidungen beider Seiten prüfst.

Orientierung zur Selbstkontrolle: Überzeugende Antworten beschreiben konkrete Wahrnehmung und Entscheidung, berücksichtigen aktive Gegnerspielzüge, zählen auch Gelegenheiten, trennen Beobachtung von Interpretation und erklären den sicheren, altersgerechten Rückweg in freies Spiel. Bei der Transferfrage müssen mindestens Angriff, ballnahe Sicherung und Restschutz erkennbar werden.


Lernnachweis

Als Lernnachweis erstellst du ein Trainerportfolio aus einer selbst beschrifteten Taktikskizze, drei vollständigen Spielformkarten, der Baseline mit genau drei Ein-Variablen-Tests, einem ausgefüllten anonymen Beobachtungsbogen, einer vorsichtigen Auswertung beider Zielperspektiven, einer begründeten Anpassungsentscheidung und einem Transferprotokoll aus freiem Spiel. Ergänze eine Sicherheits- und Rechteprüfung und eine kurze persönliche Coachingreflexion: Was hast du beobachtet, was nur vermutet und welche Frage bleibt offen? Bewertet werden Transparenz der Kriterien und Anpassungsfähigkeit, nicht möglichst hohe künstlich erzeugte Erfolgsquoten.


OER und Wikipedia

Fachliche Primärquellen, geprüft am 03.11.2026: DFB: Trainingsphilosophie Deutschland zur Bedeutung von Freude, Intensität, Wiederholung und kleinen Spielformen; DFB-Akademie: Wie wir trainieren, so spielen wir! zu variablen spielnahen Entscheidungen; UEFA: Performance analysis zum reflektierten Beobachten von Mustern; IFAB: Laws of the Game 2026/27 und IFAB: Änderungen 2026/27 zum offiziellen Regelstand; DFB: Kinderfußball und wfv: aktuelle Downloadmaterialien zu Alters- und Wettbewerbsbesonderheiten. Diese Quellen liefern Grundsätze, nicht die hier eigens entworfenen drei Versuche, Daten oder Bewertungsraster.

Commons-Bild- und Animationsnachweise (Originaldatei, Urheber, Lizenz):

Eingebettete Datei Commons-Dateiseite Urheber Nutzungslizenz
Football pitch.svg Quelle Maurizio CC BY-SA 4.0
Soccer field - empty.svg Quelle Nuno Tavares CC BY-SA 2.5
Soccer Modern Attack.gif Quelle Driolar CC BY-SA 3.0
Netherlands women's national football team training in 2018.jpg Quelle Emma Coolen CC0 1.0
Soccer Modern Valid Pass.gif Quelle Driolar CC BY-SA 3.0
Football-Team-Training-in-the-French-Alps-5.jpg Quelle Evytw4 CC BY-SA 4.0

Videos und Rechte: DFB-Kanal, Hannes Wolf und BVB, 2025; DFB-Kanal, Spielformate bis D-Jugend, 2025; DFB-Kanal, Von der Umkleidekabine auf den Trainingsplatz, 2023. Es handelt sich um eingebettete, urheberrechtlich geschützte Fremdvideos, nicht um CC-lizenzierte Kursmedien; Verwendung unter Beachtung der Nutzungsbedingungen und des Datenschutzes. Als unabhängige Hintergrundressource: Wikipedia: Taktik im Fußball.

OER-Hinweis: Die eigens verfassten Texte, Tabellen, Taktikskizzen, Testinstrumente und synthetischen Beispieldaten dieses Kurses können unter CC BY-SA 4.0 mit Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen weiterverwendet werden. Die gesondert nachgewiesenen Dateien behalten jeweils ihre eigene Lizenz; die YouTube-Videos sind von dieser Freigabe ausdrücklich ausgenommen. Bei adaptierter Commons-Grafik Änderungen kenntlich machen und Lizenzbedingungen beachten.


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