Tiefenläufe zwischen Abseitslinie und Passmoment abstimmen - Fußballtraining
Einleitung
Mit Tiefenläufen kannst du nach Ballgewinnen, Verlagerungen und Kombinationen den Raum hinter der gegnerischen Abwehr erreichen. Entscheidend sind nicht ein bloßer Sprint und nicht eine starre Linie, sondern die Abstimmung von Blickverhalten, Laufweg, Passentscheidung und regelrelevantem Ballkontakt. Dieser vollständige aiMOOC richtet sich an Trainerinnen und Trainer sowie fortgeschrittene Jugendliche und Erwachsene. Du analysierst reale Entscheidungssituationen, planst sichere Spielformen und überträgst die Erkenntnisse in ein freies Spiel. Alle Personen und Spielszenen in den Beispielen sind erfunden.

Medienauftrag: Benenne im Bild Ball, angreifende Person und vorletzten Gegenspieler. Erkläre anschließend, warum eine statische Abseitsposition noch kein Vergehen ist. Die Grafik ist eine Vereinfachung; für aktuelle Entscheidungen gilt die IFAB-Regel 11 von 2026/27. Quelle und Lizenz stehen im Abschnitt OER.
Ziele: Du kannst den regelrelevanten Kontakt bestimmen, mindestens drei zeitlich aufeinanderfolgende Szenen beurteilen, einen Tiefenlauf mit der Passvorbereitung synchronisieren, Gegenmaßnahmen erkennen und drei angepasste Spielformen mit beobachtbarem Feedback anleiten. Die Zahlen zu Feldgrößen, Gruppen, Wiederholungen und Minuten in diesem Kurs sind veränderbare Lehrmodelle, keine universellen Belastungsnormen.
Abseitsregel und Spielmoment sicher unterscheiden
Der IFAB-Regelstand 2026/27
Nach IFAB, Regel 11 ist die Abseitsstellung für sich genommen kein Vergehen. Eine angreifende Person befindet sich bei einem Mitspielerkontakt nur dann in einer Abseitsstellung, wenn sich ein relevanter Teil von Kopf, Rumpf oder Füßen in der gegnerischen Spielfeldhälfte und näher an deren Torlinie befindet als sowohl der Ball als auch der vorletzte Gegenspieler. Arme und Hände werden auch beim Torwart nicht mitgerechnet; gleiche Höhe ist zulässig. Der Torwart ist nicht automatisch der letzte Gegenspieler.
Maßgebend ist beim Spielen oder Berühren des Balls durch eine mitspielende Person grundsätzlich der erste Punkt des Ballkontakts der betreffenden Aktion; beim Abwurf durch den Torwart ist ausnahmsweise dessen letzter Kontakt maßgeblich. Nicht entscheidend ist, wo die laufende Person beim Eintreffen des Passes steht. Eine Abseitsstellung wird erst strafbar, wenn die Person aktiv eingreift: den Ball spielt, einen Gegner nach den Regelkriterien beeinflusst oder nach Abpraller, Ablenkung oder Torabwehr einen Vorteil aus der Position zieht. Folge ist grundsätzlich ein indirekter Freistoß am Ort des Vergehens.

Medienauftrag: Unterscheide in der Darstellung Position und Eingriff. Ergänze einen Zeitpunkt t0 des Mitspielerkontakts und einen Zeitpunkt t1 der aktiven Beteiligung. Nenne mindestens einen Fall, in dem trotz Abseitsstellung kein Pfiff folgt.
Kein Abseitsvergehen entsteht bei direktem Ballempfang aus Abstoß, Einwurf oder Eckstoß. Das gilt nicht pauschal für den nächsten Pass nach dem ersten Kontakt. Ferner kann ein kontrolliertes, absichtliches Spielen eines Gegners die zuvor bestehende Abseitsrelevanz aufheben; ein bloßer Abpraller, eine reflexartige Ablenkung ohne entsprechende Kontrolle oder eine Torabwehraktion tut das im Regelfall nicht. Bewerte knappe Grenzfälle nicht allein anhand einer Zeichnung, sondern mit dem aktuellen Regeltext und vollständiger Szene. Bei reduzierten Jugend-, Hallen- oder Verbandswettbewerben ist vor dem Training oder Spiel zusätzlich die gültige lokale Ausschreibung zu prüfen: Nicht jede Spielform hat eine Abseitsregel.
Vier präzise Szenen mit t0 und t1
Szene A – legaler Lauf nach dem Kontakt: Die fiktive Außenstürmerin Lea steht bei t0 auf Höhe des vorletzten Gegenspielers. Der Mittelfeldspieler berührt bei t0 den Ball erstmals zum Steilpass. Erst danach sprintet Lea zwei Schritte hinter die Kette und nimmt bei t1 den Ball an. Ergebnis: keine Abseitsstellung bei t0, also bei diesem Pass kein Abseitsvergehen.
Szene B – zu früh jenseits der Linie: Stürmer Sam startet lange vor dem Pass und befindet sich bei t0 mit einem relevanten Körperteil näher zur gegnerischen Torlinie als Ball und vorletzter Gegner. Bei t1 nimmt Sam genau diesen Mitspielerpass an. Ergebnis: Abseitsvergehen. Ein späteres Zurücklaufen vor der Ballannahme heilt die ursprüngliche Stellung nicht automatisch.
Szene C – gegnerischer Schritt kommt zu spät: Lea steht bei t0 regelkonform. Ein Verteidiger rückt erst nach t0 heraus. Bei t1 ist Lea mehrere Meter hinter der nun höheren Kette. Ergebnis: kein Abseits aus diesem Pass. Die aktuelle Stellung bei t1 darf nicht rückwirkend als Maßstab dienen.
Szene D – intelligenter Frühstart: Sam beschleunigt bereits vor t0 aus etwas tieferer Ausgangsposition, befindet sich aber bei t0 noch auf Höhe oder hinter dem vorletzten Gegner beziehungsweise nicht näher am Tor als der Ball. Danach überquert Sam die Linie. Ergebnis: ein möglicher legaler Tiefenlauf. Deshalb ist die pauschale Traineransage „Erst beim Pass loslaufen“ zu grob; besser ist „Beim maßgeblichen Passkontakt noch regelkonform sein und dann den Raum attackieren“.
Eigene Taktikskizze: eingefrorener Kontakt
Skizze A – beispielhafte Seitenansicht, Angriff nach rechts; nicht maßstabsgetreu:
MITTELFELD TOR →
P ● ----- flacher Pass -----> freier Zielraum
L ↗
K | W
|
gedachte Abseitsgrenze bei t0
P = Passgeber; L = Läufer; K = vorletzter Gegner
W = letzter Gegner nur in diesem Beispiel
t0: L bleibt noch links/auf Höhe von K; t1: L hinter K
Die gedachte Linie verschiebt sich mit K und kann durch die Ballposition für die Regelbeurteilung relativiert werden. Die Skizze dient der Orientierung, nicht einer millimetergenauen Schiedsrichterentscheidung. Kontrollfrage: Was wäre anders, wenn L schon bei t0 rechts von K und auch vor dem Ball stünde?
Warum ein Video keine allgemeine Schablone liefert
Videoauftrag: Das verifizierte FIFA-Video „Living Football – Semi Automated Offside Technology“ (2022) erläutert Hilfen zur Positionsbeurteilung. Stoppe den Regelteil und unterscheide Kamerainformationen zu Spielerstellung und Ballkontakt von deiner eigenen taktischen Coachingentscheidung. Die Technik macht aus einem späten Pass nicht automatisch einen guten Pass. Video: FIFA, YouTube-Standardnutzung zum Einbetten, keine offene Nachnutzungslizenz behauptet; Rechte bei FIFA.
Blickverhalten, Anlauf und Passfenster koordinieren
Wahrnehmen vor dem Entscheiden
Ein sinnvoller Lauf beginnt mit Schulterblick und Raumwahrnehmung. Der Läufer scannt vor dem Sprint Ballführer, Gegenspieler, freie Tiefe und mögliche Anschlussaktion; anschließend überprüft er die Linie erneut kurz vor dem wahrscheinlichen Abspiel. Der Passgeber blickt vor und möglichst bei der Ballverarbeitung in die Tiefe, beurteilt Gegnerdruck, offenen Passfuß, Gegnerabstände, Torwartposition und den Lauf des Mitspielers. Beide müssen die Situation lesen, nicht auf ein einziges starres Signal reagieren.
Ein Passfenster entsteht zum Beispiel dann, wenn ein Innenverteidiger auf den Ball durchstartet, ein ballnaher Außenverteidiger herausrückt oder ein Zwischenlinienempfänger den Gegner bindet. Ein kurzer Konter- oder Klatschpass kann die Passrichtung öffnen. Nicht jede Vorwärtsbewegung verlangt einen Tiefenpass: Ist der Passfuß geschlossen oder der Ballführer unter engem Druck, ist Rückpass, Halten der Breite, Andribbeln oder Seitenwechsel oft die bessere Wahl.

Medienauftrag: Zeichne eine zweite, von dir veränderte Momentaufnahme mit demselben Läufer, aber früherem Passkontakt. Erläutere, warum dieselbe Laufroute einmal regelkonform und einmal strafbar sein kann.
Startposition, Laufwinkel und Tempowechsel
Für einen Lauf im Rücken der Abwehr kannst du einen leichten Bogen oder diagonalen Winkel wählen, um das Blickfeld eines Verteidigers zu verlassen und dennoch zum t0 auf gleicher Höhe zu bleiben. Der Läufer kann erst entgegenkommen, den Gegner binden, seitlich wegdrehen und dann mit freier Bahn beschleunigen. Entscheidend ist nicht das Wort „explosiv“ als Belastungsvorgabe, sondern ein situationspassender Tempowechsel. Passe Intensität, Pausen und Aufgaben an Alter, Raum, Wetter und Gruppe an.
Drei praktikable Blicksignale sind: (1) vororientieren vor dem ersten Kontakt, (2) Verteidigerlinie kontrollieren während der Passvorbereitung und (3) Zielraum und Ballflug einschätzen nach t0. Der Passgeber verlegt den Blick von Ballkontrolle zu Raum und Laufweg. Steht der Empfänger schon im Abseits, ist eine neue, regelgerechte Anspieloption oder ein anderer Spielzug nötig, nicht der verspätete Pass in dieselbe Situation.
Eigene Skizze: Doppelbewegung und Passkette
TOR →
Zielraum X
K ----- K
L ↙ dann ↗
P ● → Z ● ↩ P X
P = Ballführer; Z = anspielbarer Zwischenlinien-Spieler
L = Läufer; K = Verteidiger; X = möglicher Passraum
1. L löst sich kurz entgegen oder seitlich
2. Z bindet mit dem Körperwinkel einen Gegner
3. P erkennt das neue Fenster
4. L bleibt bei t0 regelkonform, läuft danach in X
Abfolge als Entscheidungsdiagramm:
Blick frei und Tiefenraum vorhanden?
NEIN → Ball sichern, Gegner locken oder verlagern
JA → Ist Empfänger bei t0 regelkonform erreichbar?
NEIN → Laufweg korrigieren oder andere Option
JA → Passgewicht und Laufwinkel abstimmen
Ballverlust? → sofort sichern und nachpressen
Ball erreicht? → erster Kontakt Richtung Tor
Die Abfolge ist ein didaktisches Entscheidungsmodell, kein festes Kommando für jede Spielsituation.
Gegnerverhalten, Plan B und Restverteidigung
Unterschiedliche Abwehrhöhen lesen
Hohe Kette: Hinter der Abwehr existiert oft Raum; der Torwart kann ihn jedoch aggressiv sichern. Gegenmittel des Gegners sind abgestimmtes Herausrücken, frühes Anlaufen des Passgebers und der Zugriff auf den Läufer. Antworte mit rechtzeitigem Pass bei t0, diagonalem Lauf oder einem flachen Ball in den Zwischenraum. Mittlerer Block: Halbraum und Schnittstellen werden durch Verschieben geschlossen. Nutze eine Gegenbewegung, Doppelpass, einen dritten Spieler oder eine Verlagerung, statt blind durch mehrere Beine zu passen. Tiefer Block: Hinter der letzten Linie liegt möglicherweise kaum verwertbarer Raum. Ein erzwungener Steilpass wird vom Torwart abgefangen oder geht ins Aus; sinnvolle Alternativen sind Dribbling, Rückraumablage, Breitenwechsel und ein kontrollierter Abschluss.

Medienauftrag: Trage auf einem Ausdruck drei unterschiedliche Abwehrhöhen ein und markiere pro Variante einen sinnvollen Laufweg sowie einen Plan B. Die Maßangaben sind kein Trainingsrezept.
Gegenmaßnahmen aktiv vorwegnehmen
| Verhalten des Gegners | Primäridee | Plan B | Absicherung nach Ballverlust |
|---|---|---|---|
| Abwehr rückt synchron vor | Läufer hält bei t0 die zulässige Höhe; Passgeber verlagert den Kontaktzeitpunkt | Entgegenkommen und flacher Pass in den Fuß | ballnahen Rückraum doppelt staffeln |
| Ballführer wird zugestellt | Klatschpass über dritten Spieler schafft neuen Winkel | Querpass oder Rückpass statt blindem Tiefenpass | hinter Ball und Zentrum anspielbar bleiben |
| Torwart sichert weit vor dem Tor | Pass flach in seitlichen Kanal statt zentral direkt zum Torwart | Ablage und Distanzgewinn durch Verlagerung | zweiten Ball antizipieren |
| Außenverteidiger begleitet diagonalen Lauf | Lauf bindet Gegner und öffnet anderen Kanal | Einrücken einer zweiten Person in die freie Zone | ballferne Seite nicht vollständig entblößen |
| Tiefer Block lässt keine Tiefe | Abstand zwischen den Linien durch Ballzirkulation verändern | Rückraum, Breite oder geduldige Sicherung | stabile Restverteidigung gegen Konter |
Ein erfolgreicher Tiefenlauf kann ohne Ball Wirkung haben, etwa wenn er einen Verteidiger mitnimmt und Platz für einen anderen Spieler freigibt. Bewertet werden dadurch erzeugte Optionen, nicht allein erzielte Tore. Keine Formation ist universell richtig; eine Aufstellung wird nach Spielerfähigkeiten, Gegnerdruck und Feldgröße gewählt.
Restverteidigung als Teil der Angriffsentscheidung
Bevor du mehrere Personen gleichzeitig hinter die Kette schickst, prüfe die eigene Absicherung: Wer kontrolliert Zentrum und Rückraum? Wer kann einen abgefangenen Pass unmittelbar stören? Wer nimmt den Ball fern vom Tor auf? Bei verpasstem Passfenster kann das Team die Vorwärtsoption abbrechen, den Ball sichern und neu starten. Nach Ballverlust gelten abgestimmtes Gegenpressing oder geordneter Rückzug als situationsabhängige Optionen; unkontrolliertes Hinterherlaufen ist keine Regel. Der koordinierte Tiefenlauf verbindet Chance, Risiko und kollektive Balance.
Fallfrage: Zwei Angreifer laufen gleichzeitig zentral tief, während der Passgeber unter Druck gerät und beide Außenabsicherungen aufgerückt sind. Lösung: Priorisiere Ballkontrolle oder Seitenwechsel, sichere mindestens die zentralen Konterwege und staffele zeitlich versetzte Laufbewegungen, anstatt den riskanten Pass zu erzwingen.
Drei anpassbare Spielformen für das Training
Alle folgenden Spielerzahlen, Feldgrößen, Zeitfenster und Intensitäten sind ausdrücklich anpassbare Lehrmodelle. Sie werden an Platzverhältnisse, Entwicklungsstand, Leistungsfähigkeit, Pausenbedarf und betreuende Personen angepasst. Verwende standsichere, verankerte Tore, intakte Bälle und passende Schuhe, halte Laufwege frei, plane sichere Abstände und verfügbare Erste-Hilfe-Organisation. Bei Minderjährigen gelten Aufsicht, Schutzkonzepte und altersgerechte Erklärungen; keine Kopfballserien und keine Maximalbelastungsvorgaben. Dieser Kurs ersetzt keine Trainerqualifikation und keine medizinische Freigabe.

Medienauftrag: Skizziere die drei untenstehenden Varianten mit Hütchen, Toren, Sicherheitsabständen und Positionen der betreuenden Personen. Begründe, warum deine eigene Feldgröße von der Lehrmodell-Angabe abweichen darf.
Spielform A: Passfenster im 4 gegen 3 mit Zielzone
Ziel: Den Blick zwischen Ball, letzter Linie und freier Gasse wechseln sowie einen legalen Diagonallauf mit einem flachen Pass verbinden. Alter und Niveau: fortgeschrittene Jugendliche und Erwachsene; für jüngere Kinder als vereinfachtes 3 gegen 2 ohne Abseitsentscheidung möglich. Organisation als Lehrmodell: 7 Feldpersonen und eine betreuende Person, etwa 24 × 18 Meter, markierte Zielzone statt zwingend großes Tor, 3 Durchgänge zu je 4 Minuten mit individuell passenden Pausen. Vier Angreifende spielen gegen drei Verteidigende.
Ablauf: Ballbesitz beginnt außerhalb des Druckraums. Eine angreifende Person bindet den vordersten Verteidiger, eine andere bietet sich zwischen Linien an, die dritte hält die Breite; die vierte startet aus einer regelkonformen Position in die Tiefe. Ein Punkt entsteht, wenn der Ball kontrolliert nach passendem Lauf in der Zielzone erreicht wird. Wo eine Abseitsregel vereinbart wird, beurteile den ersten Passkontakt bei t0; bei jüngeren Kindern entfällt die komplizierte Abseitswertung. Rollen regelmäßig wechseln. Coachingfragen: „Wann konntest du den Ballführer sehen?“, „Wie weit war der vorletzte Gegner bei t0?“, „War ein Rückpass sinnvoller?“ Variationen: Gegenüberliegende Zielzonen, passiver Anfangsdruck, breitere Seitengasse oder begrenzte Kontakte ausschließlich für den Passgeber als optionale Erschwerung. Beobachtbare Kriterien: Blick vor dem Lauf, erkennbare Tempovariation, t0-Legalität, passende Passschärfe, Anschluss nach Ballverlust. Grenzen: Eine feste Zielzone ersetzt nicht das Verhalten einer echten Kette; ohne Schiedsrichterassistenz bleiben Millimeterentscheidungen unzuverlässig. Keine ständigen Unterbrechungen.
Spielform B: 5 gegen 5 mit zwei Zielkanälen
Ziel: Die Abwehrbreite durch ballferne Läufe öffnen, einen Pass durch den Halbraum wählen und die Restverteidigung stabil halten. Alter und Niveau: ältere Jugendliche und Erwachsene; mit jüngeren Gruppen als 3 gegen 3 auf flachen Minitoren und ohne Abseitsregel. Organisation als Lehrmodell: 10 Spielende, 2 Minitore oder bewachte Endzonen, etwa 38 × 28 Meter, 3 Spielphasen zu je 5 Minuten; Betreuung und Pausen je nach Gruppe. Zwei schmale Zielkanäle liegen seitlich hinter einer verschiebbaren Verteidigungslinie.
Ablauf: Angriffsteam kombiniert unter aktivem Druck. Eine Person lockt einen Verteidiger nach innen, eine andere startet von zulässiger Höhe diagonal in den nun freien Zielkanal; ein erfolgreicher flacher Pass darf dort kontrolliert werden. Der Gegner darf tief bleiben, vorwärtsrücken oder die Passbahn blockieren. Nach Ballgewinn kontert das Verteidigungsteam auf die Gegenseite, wodurch Absicherung zum Lernziel wird. Coachingfragen: „Welcher Blick zeigte dir die offene Gasse?“, „Was geschieht, wenn der Außenverteidiger mitgeht?“, „Wer sichert den Rückraum?“ Variationen: Kanäle tauschen, Mittelfeld-Joker neutral einsetzen, nach jedem Ballverlust neu starten oder ohne Bonuspunkte frei spielen. Kriterien: Gegnerbindung, passender Laufwinkel, rechtzeitiger Pass, Qualität des ersten Kontakts, zentrale Sicherung. Grenzen: Bonusregeln können künstliches Verhalten auslösen und werden für die Transferphase entfernt.
Spielform C: 6 gegen 6 mit wandelbarer letzter Linie
Ziel: Unter Gegnerdruck zwischen Tiefenpass, Verlagerung und Ballsicherung entscheiden und das Regel-Timing im spielfähigen Kontext prüfen. Alter und Niveau: fortgeschrittene Jugendliche und Erwachsene; für Kinder zunächst verkleinerte flache Spielformen ohne Kopfballaufträge. Organisation als Lehrmodell: 12 Feldpersonen, nach Bedarf Torhüter oder Minitore, etwa 50 × 35 Meter, 2 Spielblöcke zu je 7 Minuten mit flexiblen Pausen und ausreichend Aufsicht. Eine beobachtende Person steht seitlich annähernd auf der aktuellen vorletzten Verteidigerlinie; knappe Fälle werden nicht mit vorgetäuschter Zentimetergenauigkeit bewertet.
Ablauf: Freies Spiel mit einer hohen, danach einer tiefen Kette. Das angreifende Team muss vor jedem tieferen Zuspiel den freien Kanal und die bei t0 gültige Abseitsstellung wahrnehmen; Tore bleiben normal zählbar. Nach jedem Block reflektiert das Team einen gelungenen Tiefenlauf, eine abgebrochene Option und eine defensive Gegenmaßnahme. Coachingfragen: „Wo lag t0?“, „Wurde der Gegner vor dem Pass gebunden?“, „War die Kette wirklich hoch?“, „Wo waren die Sichernden?“ Variationen: zunächst angehaltene Bildszenen und langsamere Angriffe; anschließend ohne Sonderregeln, mit stärkeren Gegnerpressings oder veränderten Formationen. Kriterien: klare Wahrnehmung, gemeinsame Abstimmung, legale Anspiele, sinnvolle Plan-B-Entscheidungen, Ruhe nach Fehlern und Restverteidigung. Grenzen: Offside ohne Linienassistenten bleibt ein Lernurteil; im realen Wettkampf gelten die zuständigen Schiedsrichterentscheidungen.
Anpassungsleitfaden und Quellenbezug
Die selbst entworfenen Spielformen sind keine kopierten FIFA-Übungen. Sie nutzen allgemeine Lernprinzipien aus dem FIFA Training Centre: Newcastle U-18, Angriffsabläufe, der FIFA-Einheit zum Spiel verlagern und dem FIFA-Ballbesitzspiel 3 gegen 3 plus 2: vorwärts spielen. Auch die FIFA-Einheit zum Durchbrechen des Pressings betont Schulterblick, freie Tiefe und das Beachten der Abseitsregel. Lernauftrag: Vergleiche ein Prinzip mit Spielform B; nenne eine bewusste Änderung und einen Grund aus deiner Trainingsgruppe.
Szenenanalyse, Modellfall und Transfer
Szenenfolge statt isoliertem Abseitsbild
Analysiere pro Angriff mindestens drei Momente: t−1 vor der Passvorbereitung mit Blick und Stellung, t0 erster Ballkontakt bei der Passausführung, t+1 Ballaufnahme oder Eingriff sowie anschließende Absicherung. Nutze ein Beobachtungsprotokoll mit den Spalten Situation, Blickverhalten, Stellung bei t0, gewählter Pass, Verteidigerreaktion, Plan B und Lernimpuls. Stelle nur Beobachtungen fest, die die Szene tatsächlich zeigt; aus einer einzigen Kameraperspektive darfst du keine millimetergenaue Abseitsentscheidung behaupten.
| Zeitpunkt | Beobachtbare Information | Entscheidungsfrage | Sinnvoller Coachingimpuls |
|---|---|---|---|
| t−1 | Ballführer dribbelt offen, Läufer sieht Verteidiger und Ball | Entsteht Raum hinter einer hochstehenden Linie? | „Schau früh: Ball, Gegner, Raum.“ |
| t0 | Passender erster Ballkontakt, Läufer auf Höhe des vorletzten Gegners | War die Position beim ersten Kontakt zulässig? | „Position zum Kontakt prüfen, nicht zur Annahme.“ |
| t+1 | Läufer nimmt hinter der Kette an, Verteidiger läuft zurück | Kann kontrolliert abgeschlossen oder quergelegt werden? | „Erster Kontakt und Anschlussaktion mitdenken.“ |
| Ballverlust | Gegner fängt Pass ab und leitet Konter ein | Wer schützt das Zentrum? | „Absicherung vor dem Lauf mitplanen.“ |
Berufspraktischer Modellfall für die Trainingseinheit
Ausgangslage: Eine fiktive U17-Trainingsgruppe mit 14 Feldspielenden und zwei betreuenden Personen bereitet ein Freundschaftsspiel vor. Im Video einer eigens erfundenen Szene presst der Gegner hoch. Der ballführende Achter Mika wird durch eine Gegnerin angelaufen, Stürmerin Tara läuft früh diagonal, der Außenverteidiger rückt heraus. Beim ersten Passkontakt steht Tara jedoch bereits näher zur Torlinie als Ball und vorletzter Gegner. Ein zweiter Mitspieler sichert den Rückraum nicht. Nach dem Pass kommt Tara an den Ball; ein Tor wird wegen Abseits aberkannt. Aufgabe: Plane die nächste Trainingseinheit mit einem regelgerechten Korrekturversuch und einem Plan B.
Nachvollziehbare Musterlösung: Erst t0 identifizieren; Taras spätere Ballannahme ist unerheblich. Mika braucht vor t0 eine Wahrnehmung von Druck und Passweg, Tara soll ihre Ausgangshöhe oder die Bogenbewegung so verändern, dass sie beim ersten Passkontakt noch legal steht. Wenn der Gegner den Passgeber sofort zustellt, ist ein kurzer Klatschpass über den freien Achter oder ein Seitenwechsel vorzuziehen; so entsteht ein neuer Passmoment statt des erzwungenen Steilpasses. Ein Spieler bleibt zur zentralen Absicherung. Training: erst die Spielform A für sichtbare Passfenster, dann B gegen aktive Seitenverteidigung und schließlich C ohne Boni. Das Coaching nutzt zwei Standbilder t−1/t0, benennt eine erfolgreiche Entscheidung und fragt nach der Verteidigerreaktion. Bewertet werden Lernverhalten und kollektive Sicherung, nicht der bloße Torerfolg.
Bewertungsraster zum Modellfall
| Kriterium | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte | 3 Punkte |
|---|---|---|---|---|
| Regelbezug | t0 fehlt | t0 genannt, falsch bewertet | t0 und Stellung richtig | zusätzlich Eingriff und Ausnahmen differenziert |
| Wahrnehmung und Timing | keine Hinweise | nur „schneller laufen“ | Ball- und Gegnerblick erläutert | Blick, Laufwinkel und erster Passkontakt schlüssig verknüpft |
| Entscheidungsqualität | nur Tiefenpass | Plan B genannt | Plan B nach Gegnerdruck passend | Alternativen mit Vor- und Nachteilen begründet |
| Restverteidigung | nicht bedacht | allgemeiner Rückzug | konkrete Sicherungsrolle | Gegenpressing oder Rückzug kontextgerecht erläutert |
| Trainingsdidaktik und Schutz | ungeeignete Übung | Grundaufbau ohne Kriterien | anpassbare Übung mit Coaching | zusätzlich Sicherheit, Alter, Beobachtung und Transfer reflektiert |
Auswertung: 0–15 Punkte als Lernraster; 12–15 = sehr nachvollziehbarer Transfer, 8–11 = überwiegend tragfähig, 4–7 = wichtige Ergänzungen nötig, 0–3 = Grundlagen erneut bearbeiten. Diese Grenzen sind ein anpassbares didaktisches Beispiel, kein Verbandsprüfungsstandard.
Coachingreflexion und freies Spiel
Lass nach jeder Trainingssequenz alle Beteiligten eine Entscheidung erklären: „Welches Signal hast du gesehen?“, „Wann war t0?“, „Welcher Lauf hat auch ohne Pass Raum geschaffen?“, „Welcher Plan B hielt den Ball?“ Als nächster Schritt werden Bonusregeln, fixierte Angriffsfolgen und Vorgaben zur Aufstellung entfernt. Im freien Spiel beobachtest du, ob Tiefenläufe weiterhin situativ erfolgen und ob die Mannschaft bei Ballverlust abgestimmt reagiert. Fehler sind Anlass zur lernorientierten Rückfrage, nicht zum Vorführen Einzelner.
Persönlichkeitsrechte und Sicherheit: Für Videoanalyse keine echten Jugendlichen oder privaten Ereignisse ohne passende Einwilligungen und geregelte Verwendung aufnehmen oder hochladen. Für dieses Lernmaterial reichen gezeichnete oder synthetische Szenen. Beim Kindertraining sichere Tore, altersgerechte Betreuung und lokale Schutzregeln berücksichtigen. Keine Kopfballserien, keine medizinischen Beurteilungen und keine pauschalen Belastungsvorgaben.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz: Prüfe dein Wissen
Was bestimmt bei einem normalen Steilpass den für die Abseitsstellung relevanten Zeitpunkt? (Der erste Kontakt des Mitspielers mit dem Ball beim Zuspiel) (!Die Annahme des Balls durch den Läufer) (!Das Ende des Ausholens beim Passgeber) (!Der späteste Kontakt des Mitspielers mit dem Ball)
Lea steht bei t0 auf Höhe des vorletzten Gegners und erreicht erst danach den Raum hinter ihm. Wie ist ihr Lauf aus diesem Pass zu beurteilen? (Keine Abseitsstellung bei t0) (!Abseits wegen der späteren Ballannahme hinter dem Gegner) (!Immer strafbar bei diagonalem Lauf) (!Strafbar, sobald der Gegner nach vorne rückt)
Welche Kombination begründet nach IFAB eine Abseitsstellung in der gegnerischen Hälfte? (Näher zur Torlinie als der Ball und der vorletzte Gegenspieler) (!Allein näher zur Torlinie als der Torwart) (!Allein schneller als der Ball) (!Allein hinter dem letzten Feldspieler)
Wann führt eine Abseitsstellung zum Vergehen? (Wenn der Spieler entsprechend Regel 11 aktiv ins Spiel eingreift) (!Immer sofort beim bloßen Stehen im Raum) (!Nur wenn ein Tor erzielt wird) (!Erst wenn die Schiedsrichterperson eine rote Karte zeigt)
Welcher direkte Ballempfang ist nach Regel 11 ohne Abseitsvergehen? (Direkt nach einem Einwurf) (!Direkt nach einem Freistoß) (!Direkt nach jedem Kurzpass) (!Direkt nach einem abgefälschten Steilpass)
Warum kann ein Läufer vor dem Pass loslaufen und dennoch regelkonform bleiben? (Weil die Stellung beim maßgeblichen Passkontakt legal sein kann) (!Weil schnelle Läufer von der Regel ausgenommen sind) (!Weil die Linie nur beim Pfiff zählt) (!Weil ein früher Lauf jede Abseitsstellung aufhebt)
Was ist beim Passgeber vor einem Tiefenpass besonders wichtig? (Druck Passfenster und Laufweg vor dem Kontakt wahrzunehmen) (!Ausschließlich auf die Füße zu schauen) (!Den Ball immer sofort nach vorne zu schlagen) (!Den Läufer erst nach dessen Ballannahme anzusehen)
Was ist eine sinnvolle Antwort auf einen tiefen Block ohne freien Raum hinter der Linie? (Durch Verlagerung und Rückraumspiel neue Räume schaffen) (!Jeden Angriff mit blindem Steilpass beenden) (!Alle absichernden Personen mit nach vorne schicken) (!Den Torwart absichtlich anspielen)
Was ist im Modell einer stabilen Restverteidigung wichtig? (Konterwege im Zentrum vor dem riskanten Tiefenpass absichern) (!Alle Spieler gleichzeitig hinter die Kette schicken) (!Nach Ballverlust nie zurücklaufen) (!Nur die letzte Ballannahme betrachten)
Welches Kriterium zeigt in Spielform C den Transfer am besten? (Pass und Lauf werden situativ abgestimmt und bei Druck angepasst) (!Jeder Angriff muss durch die Mitte gehen) (!Jeder Lauf beginnt exakt im selben Sekundenabstand) (!Bonusregeln bleiben in jedem freien Spiel bestehen)
Memory: Begriffe und Bedeutung
Ordne die sechs unterschiedlichen Begriffe ihrer jeweiligen funktionalen Bedeutung zu.
| Passmoment | Regelrelevanter erster Ballkontakt des Mitspielers beim gewöhnlichen Pass |
| Schulterblick | Kurzer Blick zur Orientierung über Ball, Gegner und Raum |
| Tiefenlauf | Bewegung in den Raum hinter der gegnerischen letzten Linie |
| Vorletzter Gegner | Für die Positionsbeurteilung wichtiger zweithinterster Gegenspieler |
| Klatschpass | Direktes Zurückspielen als Möglichkeit für einen neuen Passwinkel |
| Restverteidigung | Absicherung von Konterwegen während des eigenen Angriffs |
Drag-and-drop: Entscheidung und Handlung
Ordne jede Spielsituation der passenden taktischen Reaktion zu.
| Passende Reaktion zuordnen | Spielsituation |
|---|---|
| Bogenlauf auf Höhe | Verteidiger rücken vor dem geplanten ersten Passkontakt heraus |
| Ball sichern | Passgeber ist unter Druck und hat keinen offenen Passfuß |
| Seitenwechsel | Zentraler Kanal wird vollständig geschlossen |
| Klatschpass zum Dritten | Ein Zwischenlinienempfänger bindet den unmittelbaren Verfolger |
| Zentrale Absicherung | Mehrere Mitspielende starten gleichzeitig offensiv in die Tiefe |
Kreuzworträtsel: Fußballtaktik
Jede Lösung besteht aus genau einem Wort.
| Passmoment | Erster relevanter Ballkontakt bei der Abseitsbeurteilung eines normalen Zuspiels |
| Tiefenlauf | Bewegung in den Raum hinter der Abwehr |
| Abseitslinie | Umgangssprachliche Orientierung an der Höhe des maßgeblichen Gegenspielers |
| Schulterblick | Blickbewegung zur Orientierung vor dem Lauf |
| Klatschpass | Direktes Zurückspiel zur Änderung eines Passwinkels |
| Seitenwechsel | Verlagerung auf die andere Spielfeldseite |
LearningApps
Finde zusätzliche Zuordnungs- und Bildaufgaben zum Thema und prüfe deren fachliche Qualität anhand von Regel 11.
Lückentext
Ergänze die zentralen Begriffe, jeweils eine Lücke pro Satz.
Offene Aufgaben
Leicht
- Standbild prüfen: Zeichne t0 und t1 einer legalen Tiefenlaufszene und markiere Ball sowie vorletzten Gegner.
- Blickprotokoll: Beobachte eine synthetische Passszene und notiere drei konkrete Blickziele vor t0.
- Zweites Passfenster: Skizziere einen Klatschpass mit anschließender neuer Tiefenoption.
- Sicheren Aufbau zeichnen: Zeichne für eine Kleingruppe ein flaches Spielfeld mit gesicherten Minitoren und Trainerposition.
Standard
- Szenenvergleich: Vergleiche zwei t0-Momente bei identischem Laufweg und begründe die unterschiedliche Abseitsbeurteilung.
- Spielform umgestalten: Passe Spielform A an eine heterogene Gruppe an und entwickle drei beobachtbare Kriterien.
- Gegenmaßnahmen lösen: Entwickle zu einer hohen Kette zwei offensive Optionen und eine defensive Absicherung.
- Mikroanalyse: Protokolliere drei erfundene Zeitpunkte t−1, t0 und t+1 samt Alternativentscheidung.
Schwer
- Trainingssequenz entwickeln: Plane die didaktische Progression von A über B nach C mit individueller Anpassung und Transfer.
- Plan-B-Matrix: Erstelle eine Entscheidungsmatrix zu Hoher Kette, Pressing, tiefem Block und weit vorrückendem Torwart.
- Regelfall differenzieren: Unterscheide kontrolliertes absichtliches Gegnerspiel, Abfälschung und Torabwehr anhand dreier synthetischer Fälle.
- Datenschutzkonzept: Erstelle ein Konzept für datensparsame taktische Videoanalyse ohne echte Schülerdaten und ohne unerlaubte Veröffentlichungen.
Lösungshinweise zu allen zwölf offenen Aufgaben
| Aufgabe | Musterlösung oder überprüfbarer Erwartungshorizont |
|---|---|
| 1 | Bei t0 Läufer auf Höhe oder hinter dem vorletzten Gegner und nicht vor Ball und Gegner zugleich; erst danach Bewegung hinter die Linie |
| 2 | Blick auf Ball und Passgeber, zweithintersten Verteidiger sowie freien Zielraum; kurz vor t0 erneut kontrollieren |
| 3 | Ballführer spielt zu Zwischenstation, erhält oder ermöglicht eine Rückablage; dritter Spieler startet bei neuem t0 regelkonform |
| 4 | Minitor standsicher und befestigt, Auslauf frei, Hütchen ohne Stolpergefahr, Betreuung mit Sicht auf gesamte Fläche |
| 5 | Ein früherer Passkontakt bei legaler Stellung und ein späterer bei bereits zu weit vorgerücktem Läufer ergeben unterschiedliche Beurteilungen |
| 6 | Breite, Gruppen und Spielzeit angepasst; Kriterien sind Blickverhalten, t0-Position und Anschlussentscheidung |
| 7 | Diagonallauf und Seitenverlagerung als Varianten; Rückraum und zentraler Konterweg bleiben gesichert |
| 8 | t−1 zeigt Vororientierung, t0 zeigt Regelposition und Ballkontakt, t+1 zeigt Ergebnis; bei Passdruck Ball sichern als Alternative |
| 9 | Erst Orientierung unter reduzierter Komplexität, dann Gegnerdruck und schließlich freies Spiel ohne künstliche Punkte |
| 10 | Hohe Kette mit Tiefenlauf, Pressing mit Klatschpass, tiefer Block mit Zirkulation, weit vorgerückter Torwart mit seitlichem Zielkanal |
| 11 | Kontrolliert bewusstes Gegnerspiel kann den Vorteil entfallen lassen; reflexartiger Abpraller nicht; Torabwehr ist gesondert ausgenommen |
| 12 | Synthetische Spielfiguren statt reale Minderjährigenvideos, klare Zwecke, Einwilligung bei unvermeidbaren Aufnahmen, sichere Löschung und keine öffentliche Weitergabe |


Lernkontrolle
- Regeltest: Beurteile Szenen A und B mit den Merkmalen t0, vorletzter Gegner und aktivem Eingriff; Soll: A kein Abseits aus diesem Pass, B strafbar bei Ballannahme.
- Taktischer Vergleich: Vergleiche hohe und tiefe Kette und begründe, wann sich ein Tiefenpass nicht lohnt; Soll: Raumangebot, Druck und Torwart berücksichtigen.
- Blickfolgenanalyse: Rekonstruiere t−1, t0 und t+1 aus einer Zeichnung und benenne zwei fehlende Informationen; Soll: Blick, erster Ballkontakt, Position und Eingriff trennen.
- Trainingsentscheidung: Passe eine Spielform an weniger Teilnehmende und kurze betreute Lernzeit an; Soll: sichere Organisation, beobachtbare Kriterien und flexible Pausen.
- Gegenpressing oder Rückzug: Entscheide nach abgefangenem Steilpass über Absicherung; Soll: Ballnähe, Überzahl und zentrale Wege als Kriterien nennen.
- Quellenkritik: Vergleiche eine Commons-Standgrafik mit IFAB-Regel 11 und dem FIFA-Video; Soll: Einzelszene, Regelkontakt, Medienrechte und Grenzen von Standbildern erklären.
- Transfercheck: Beobachte ein kurzes freies Spiel ohne Bonusregeln und dokumentiere einen sinnvollen Abbruch eines Tiefenpasses; Soll: Wahl des Plan B nachvollziehbar begründen.
Lernnachweis
Ein gelungener Lernnachweis besteht aus einer beschrifteten eigenen Taktikskizze, einer drei Zeitpunkte umfassenden Szenenanalyse, einem anpassbaren Trainingsplan für mindestens eine der drei Spielformen und einer reflektierten Praxisbeobachtung im freien Spiel. Fachlich überzeugend ist der Nachweis, wenn er den ersten Ballkontakt korrekt verwendet, die Stellung von einem Vergehen unterscheidet, Gegnerhandlungen ernst nimmt und Plan B sowie Restverteidigung begründet.
Selbst- und Partnerfeedback: Erkläre deinem Trainingspartner zuerst, was du gesehen hast, dann welche Entscheidung du ableitest, schließlich welche Unsicherheit bleibt. Markiere Aussagen ausdrücklich als „beobachtet“, „erschlossen“ oder „noch nicht überprüft“. Eine knappe spätere Reflexion beantwortet: Welche Coachingfrage hat Verhalten tatsächlich verändert und welche Regel oder Organisationsform muss bei einer neuen Gruppe angepasst werden?
OER und Wikipedia
Primärregel und Ausbildung: IFAB Regel 11, aktueller Online-Regelstand 2026/27; IFAB Spielregeln 2026/27, Dokumentübersicht. Vor Wettkampf und Kindertraining die neueste lokale Verbandsausschreibung und die jeweilige Spielform prüfen.
Fachliche Primärquellen und Lernaufträge:
- FIFA Training Centre: Newcastle U-18 – Angriffsabläufe – vergleiche das Erkennen einer hohen Kette und die verschiedenen Kombinationen.
- FIFA Training Centre: Spielverlagerung – begründe einen Seitenwechsel als Plan B.
- FIFA Talent Coach Programme: 3v3 plus 2 – beobachte, wie ein dritter Spieler Anschluss und Vorwärtsspiel herstellt.
- FIFA Talent Coach Programme: Pressing überspielen und Tiefe finden – erkenne den Stellenwert des Schulterblicks.
- FIFA Game Insights: Bälle hinter die Abwehr – vergleiche Passqualität und Angreiferentscheidung.
Diese FIFA-Seiten sind Quellen zum Lernen, nicht automatisch offen lizenzierte Medien. Die eigenen Übungsvarianten oben sind eine unabhängige didaktische Synthese.
Wikimedia-Commons-Bildnachweise: Alle folgenden Dateinamen sind mit ihren realen Commons-Dateiseiten verknüpft. Die dargestellten Positionen sind Lernanlässe, keine Ersatzregel für IFAB.
| Verwendete Datei | Exakte Dateiseite | Urheber und Rechte | Lernauftrag |
|---|---|---|---|
| File:Offsidelarge.svg | Commons-Dateiseite | NielsF, CC BY-SA 3.0 (alternativ weitere Lizenzen laut Dateiseite) | Standbild und aktiven Eingriff unterscheiden |
| File:Offside.svg | Commons-Dateiseite | Michaël George, CC BY-SA 3.0 | Zeitpunkt t0 in die Darstellung ergänzen |
| File:Offside 1.svg | Commons-Dateiseite | 地球发动机 / Earthengine, CC BY-SA 3.0 | Mit neuer Zeitmarke alternative Szene entwerfen |
| File:Football pitch metric.svg | Commons-Dateiseite | NielsF, CC BY-SA 3.0 | Verschiedene Abwehrhöhen markieren |
| File:Football pitch.svg | Commons-Dateiseite | Maurizio, CC BY-SA 4.0 | Sicheren eigenen Spielfeldaufbau skizzieren |
Videonachweis: FIFA, Living Football – Semi Automated Offside Technology, offizieller FIFA-YouTube-Kanal, 1. Juli 2022. Rechte: FIFA/YouTube-Einbettung, keine freie Commons-Lizenz; keine Übernahme oder Neuveröffentlichung des Videomaterials. Lernauftrag: Regelbeurteilung von taktischer Optimierung trennen. Einbetten ersetzt keine Freigabe für Vervielfältigung.
Offene Lizenz für selbst erstellte Kursbestandteile: Die hier neu formulierten Erklärungen, Tabellen, Fallbeispiele und beschrifteten Textskizzen werden als OER unter CC BY-SA 4.0 zur Nachnutzung angeboten; die gesondert belegten Commons-Medien behalten ihre eigenen Lizenzen. FIFA- und IFAB-Inhalte werden hier verlinkt und in eigenen Worten erläutert, nicht als frei nachnutzbare Originaltexte lizenziert.
Wikipedia als ergänzende Orientierung, nicht anstelle der Primärregel:
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