Zum Inhalt springen

Aufbauvarianten mit Video und Ereignisdaten vergleichen - Fußballtraining

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Aufbauvarianten mit Video und Ereignisdaten vergleichen - Fußballtraining

QR-Code



Einleitung

Warum spielt eine Mannschaft gegen hohes Pressing einmal flach durch das Zentrum und ein anderes Mal über die Außenbahn oder gezielt in die Tiefe? Mit Video und sauber definierten Ereignisdaten kannst du Aufbauvarianten vergleichen, ohne Passzahlen mit Spielqualität zu verwechseln. Ziel dieses Kurses ist, kontrollierte Linienüberspielungen je tatsächlicher Gelegenheit zu erheben, Fehlversuche und Gegnerreaktionen einzuordnen und begründete Trainingsentscheidungen zu treffen.

Der Kurs richtet sich an Trainerinnen und Trainer von Fußballschulen sowie fortgeschrittene Jugendliche etwa ab U14 und Erwachsene. Beispiele, Feldgrößen, Spielzeiten und Spielerzahlen sind anpassbare Lehrmodelle, keine universellen Leistungs- oder Belastungsvorgaben. Alle Fallpersonen, Zahlen, Ereignisse und Datensätze sind erfunden. Die hier entwickelten Definitionen sind ein transparentes Arbeitsmodell, keine offiziell zertifizierte FIFA- oder DFB-Metrik.

Spielfeld als Grundlage für die Einteilung in Aufbauzone, gegnerische Pressinglinien und Zielraum
Spielfeld als Grundlage für die Einteilung in Aufbauzone, gegnerische Pressinglinien und Zielraum

Mediennachweis und Lernauftrag: Wikimedia Commons, Football pitch.svg, Maurizio, auf Grundlage einer Vorlage von NielsF, CC BY-SA 4.0. Markiere gedanklich eine erste und eine zweite gegnerische Pressinglinie; erkläre, warum diese nicht dauerhaft mit den aufgemalten Feldlinien identisch sind.


Aufbauziele und ein überprüfbares Beobachtungsmodell


Spielaufbau als Entscheidung unter Gegnerdruck

Spielaufbau verbindet die erste Ballzirkulation mit dem kontrollierten Erreichen eines günstigeren Raums. Eine Formation auf dem Spielbericht sagt noch nicht, wie sich Spielerinnen und Spieler gegen Ball, Gegner und Raum bewegen. Entscheidend sind die tatsächlichen Abstände, Passwinkel, Körperstellungen, die Verfügbarkeit von Anschlussoptionen und die Restverteidigung. Gegen eine kompakte Mannschaft kann eine Verlagerung sinnvoller sein als ein Pass durch einen zugestellten Zwischenraum; gegen stark mannorientierte Gegner können sich durch Positionswechsel neue Wege ergeben. Das Ergebnis einer einzelnen Szene beweist keine Überlegenheit einer Variante.

Grundbegriffe: Eine Pressinglinie ist die zum jeweiligen Zeitpunkt beobachtbare Anordnung gegnerischer Spieler, die vorwärtige Pass- oder Dribbelwege kontrolliert. Eine Linienüberspielung führt den Ball von vor dieser Linie in einen Bereich hinter sie; ein bloßer Querpass über eine imaginäre Markierung zählt nicht. Kontrolliert bedeutet im vorliegenden Lehrmodell, dass nach der Überspielung ein eigener Spieler den Ball klar verarbeitet und die Mannschaft eine spielbare Anschlussaktion hat. Ein unkontrollierter zweiter Ball ist keine erfolgreiche kontrollierte Linienüberspielung.

Schematische Positionsbezeichnungen zur Diskussion von Rollen im Spielaufbau
Schematische Positionsbezeichnungen zur Diskussion von Rollen im Spielaufbau

Mediennachweis und Lernauftrag: Wikimedia Commons, Soccer field - positions.svg, Nuno Tavares, CC BY-SA 2.5. Unterscheide feste Positionsnamen von den situativen Aufgaben: Wer kann als freier Spieler, Verlagerungsziel oder Absicherung auftreten?


Die zentrale Kennzahl: Erfolg pro Gelegenheit

Eine auswertbare Gelegenheit liegt nach unserer vorab vereinbarten Codierregel genau dann vor, wenn im kontrollierten Ballbesitz der Aufbauzone mindestens ein prinzipiell erreichbarer Anschlussraum hinter der aktuell definierten gegnerischen Linie besteht und ein Pass, ein Andribbeln oder ein unterstützender Rollenwechsel realistisch möglich erscheint. Ein Beurteilungsteam bestimmt anhand der Videoansicht und einer festen Entscheidungshilfe, ob diese Bedingung erfüllt ist. Es darf eine Gelegenheit geben, obwohl nicht nach vorne gespielt wird. Pro Gelegenheit wird höchstens eine erste Linienüberspielung bewertet; weitere Überspielungen werden erst nach dem nächsten eindeutig neu abgegrenzten Aufbauzyklus erfasst. Dadurch verhinderst du künstliches Hochzählen durch mehrere Pässe derselben Aktion.

Zähler: Anzahl der Gelegenheiten mit mindestens einer erfolgreichen, kontrollierten ersten Überspielung der gewählten Linie. Nenner: Anzahl aller nach derselben Regel identifizierten Gelegenheiten, einschließlich nicht genutzter Gelegenheiten und Fehlversuche. Kennzahl: kontrollierte Linienüberspielungen je Gelegenheit = Zähler geteilt durch Nenner. Als Prozentwert: Quotient mal 100. Bei Nenner null wird kein Prozentwert berichtet.

Neben dem Ergebnis codierst du: Variante, Gegnerdruck (hoch/mittel/gering), Gegnertyp (raum-/mannorientiert, gemischt), gewählte Aktion, Versuch ja/nein, Fehlversuch ja/nein, Ballverlust, gegnerischen Konter und kontrollierte Folgeaktion. Erfolgsrate je Versuch ist eine zusätzliche, andere Kennzahl und darf nicht als Quote je Gelegenheit ausgegeben werden. Auch kontrolliertes Sichern bei unvorteilhafter Situation kann eine gute Entscheidung sein, selbst wenn die Gelegenheit dadurch ungenutzt bleibt.

Verbindliches Codebuch für den Unterrichtsdatensatz
Feld Beobachtungsregel Ausschluss oder Grenzfall
Aufbauzyklus Beginnt bei kontrolliertem Ballbesitz in der gewählten Ausgangszone und endet bei Abschluss, Ballverlust oder eindeutigem neuen Zyklus Ein bloßer Rückpass erzeugt keinen zweiten Zyklus
Gelegenheit Hinter der betrachteten Linie ist ein grundsätzlich erreichbarer Ziel- oder Aktionsraum erkennbar Kein Freiraum und keine realistische Anspielmöglichkeit: nicht als Gelegenheit zählen
Versuch Eine bewusste Aktion soll die definierte Linie überwinden Reines Querspielen ohne vertikalen Raumgewinn ist kein Versuch
Kontrollierter Erfolg Linie überwunden, Ball beim eigenen Team unter Kontrolle, sinnvolle Anschlussaktion möglich Abpraller ohne kontrollierte Fortsetzung ist kein Erfolg
Fehlversuch Überspielungsversuch scheitert an Passweg, Technik, Abfangen oder unkontrollierter Annahme Keine Aktion trotz Gelegenheit wird getrennt als nicht genutzt erfasst
Ballverlust Gegner erlangt unmittelbar oder kurz nach der Aufbausituation kontrollierten Besitz Nicht jeder Fehlpass führt unmittelbar zu Gegnerkontrolle
Gegnerreaktion Pressingauslöser, Verschieben, Rückwärtssprint, Mannorientierung oder Fallenlassen beobachtbar Keine Absicht ohne Videohinweis unterstellen

Lernkontrollfrage: Weshalb wäre es unfair, Variante A nur anhand der absoluten Zahl ihrer erfolgreichen Pässe mit Variante B zu vergleichen, wenn A doppelt so viele Aufbaugelegenheiten hatte? Weil unterschiedliche Bezugsgrößen den Vergleich verzerren.


Aufbauvarianten und aktive Gegenmaßnahmen


Varianten nicht als starre Formationen verstehen

Variante A – tiefes Dreieck: Torwart und zwei Innenverteidiger schaffen unterschiedliche Winkel; ein Sechser bietet sich zwischen oder hinter Gegnerlinien an. Vorteil: kurze Kombinationen und gute Rückpassoptionen. Grenze: aggressives mannorientiertes Nachschieben kann den Sechser schließen; dann muss die Mannschaft den freien Außenraum suchen oder einen bewusst vorbereiteten längeren Pass mit zweitem Ball wählen.

Variante B – seitliche Überladung und Verlagerung: Eine Seite lockt den Druck an, die ferne Seite bleibt sichtbar und erreichbar. Vorteil: Raumgewinn gegen enges Verschieben. Grenze: der Gegner kann den ersten Pass nach außen als Pressingfalle nutzen; Plan B ist ein Rückpass über den Torwart mit schneller Gegenseite oder ein zentraler dritter Mann. Die ballferne Absicherung muss bei der Verlagerung mitwandern.

Variante C – direkter Raumgewinn: Ein bewusst langer, gezielter Pass kann die erste Pressinglinie übergehen. Das ist nicht automatisch ein unkontrollierter Befreiungsschlag. Bedingung: Zielspieler kann sichern oder eine vorbereitete Gruppe arbeitet am zweiten Ball; Restverteidigung deckt möglichen Verlust ab. Bei unterlegener Luft- oder Zweikampfsituation kann der flache Umweg die bessere Wahl sein.

Beispielhafte Ausgangsformation 4-3-3 – Positionierung allein beschreibt noch keine Aufbauaktion
Beispielhafte Ausgangsformation 4-3-3 – Positionierung allein beschreibt noch keine Aufbauaktion

Mediennachweis und Lernauftrag: Wikimedia Commons, 4-3-3, ursprünglicher Urheber Mario Ortegon, Vektorfassung Rumpelstilzchen 666, unter anderem CC BY-SA 4.0. Zeige zwei mögliche Unterstützungswinkel und eine Absicherung nach einem zentralen Pass.

Ausgangsformation 4-2-3-1 mit Doppelsechs als mögliche Unterstützung
Ausgangsformation 4-2-3-1 mit Doppelsechs als mögliche Unterstützung

Mediennachweis und Lernauftrag: Wikimedia Commons, 4-2-3-1, Mario Ortegon / Rumpelstilzchen 666, unter anderem CC BY-SA 4.0. Vergleiche die möglichen Anspielwinkel vor der ersten Pressinglinie mit denen des 4-3-3.

Beispiel eines kompakten 5-4-1 als möglicher defensiver Gegnerbezug
Beispiel eines kompakten 5-4-1 als möglicher defensiver Gegnerbezug

Mediennachweis und Lernauftrag: Wikimedia Commons, 5-4-1, Mario Ortegon / Rumpelstilzchen 666, unter anderem CC BY-SA 4.0. Erläutere, wie ein tiefer, kompakter Block die Auswahl zwischen Durchspielen, Andribbeln und Verlagerung verändert.


Eigene Taktikskizzen als diskutierbare Hypothesen

Eigene Skizze A: Von hinten durch die erste Linie – Spielrichtung nach oben
Linke Spur Zentrum Rechte Spur
Ziel L hinter Linie Ziel Z hinter Linie: Spieler 8 Ziel R hinter Linie
Gegner G1 verschiebt → Gegner G2 deckt Spieler 6 ← Gegner G3 verschiebt
Innenverteidiger IV links Sechser 6 bietet sich diagonal an ↑ Innenverteidiger IV rechts
Rückweg links ↙ Torwart TW: Pass → IV oder 6 Rückweg rechts ↘

Leseschlüssel: Pfeile zeigen mögliche Entscheidungen, keine verordneten Laufwege. Idee: TW → IV links → 6 → 8, wenn 6 tatsächlich offen ist. Gegenmaßnahme: G2 stellt 6 in den Deckungsschatten. Plan B: IV links bindet G1, Rückpass TW, Diagonalpass nach rechts. Restverteidigung: TW und ein ballferner IV bleiben hinter der Aktion sicher anspielbar; ein weiterer Spieler deckt den zentralen Raum ab.

Eigene Skizze B: Pressingfalle am Flügel und Anpassung
Ballseite links Zentrum Ballferne rechts
Außenspieler A unter Druck von G1 und G2 Gegner G3 sperrt den direkten Pass auf 6 Außenspieler B steht frei
A → Rückpass IV IV → TW → diagonale Verbindung TW → B mit offenem Blick
Wenn Pass zu B gesperrt: Ball sichern Dritter Spieler 8 bietet sich zwischen den Linien Nach Verlagerung kontrollierter erster Kontakt

Coachingfrage: Ist das Zurückspielen ein Misserfolg oder die Voraussetzung, um die aktiv ausgelöste Gegnerbewegung zu nutzen? Beurteile erst nach Betrachtung des Anschlusses, nicht nach einer isolierten Pfeilrichtung.


Video als Beobachtungsanlass, nicht als kopierfertiger Übungstext

Videoquelle und Rechte: DFB (Verband), Vom Wohnzimmer auf den Trainingsplatz, 20.01.2023, offizieller DFB-Kanal. Urheber-/Nutzungsrechte liegen bei den jeweiligen Rechteinhabern; keine freie OER-Lizenz behauptet, hier nur Einbettung über den YouTube-Player. Lernauftrag: Betrachte ab etwa 30:53 die Sequenz zur Linie im 4-gegen-4. Definiere eine eigene Gelegenheit und notiere, wann eine Mannschaft eine Linie tatsächlich kontrolliert überspielt.

Fachbezug: Die FIFA-Primärquelle 3v3 plus 2 setzt den Fokus auf Vorwärtsspiel und Rollenveränderung. Die FIFA-Primärquelle zum Torwartspiel behandelt Passwinkel und Unterstützungspositionen. Die FIFA-Primärquelle zur Spielverlagerung zeigt die Idee des Druckanlockens und Wechselns der Seite. Die folgenden Lernmodelle sind eigenständig entwickelt; sie übernehmen keine Übungsbeschreibungen dieser Seiten.


Video und Ereignisdaten systematisch verbinden


Von der Aufnahme zum gemeinsamen Codebuch

Nutze für eine Unterrichtsübung vorzugsweise selbst gezeichnete Szenen oder synthetische Videobeispiele. Bei echten Mannschaften sind Erlaubnis zum Filmen, Information der Beteiligten, Rechte am Bild, Aufbewahrung, Zugriffe und Löschung vorher zu klären; Minderjährige benötigen besonderen Schutz und die erforderlichen Einwilligungen bzw. Rechtsgrundlagen. Veröffentliche keine personenbezogenen Spielerprofile oder heimlich aufgenommenen Clips. Trainerinnen und Trainer verantworten die Wahl einer zulässigen und geschützten Datenverarbeitung.

Arbeitsablauf: 1. Eine gegnerische Linie und den Beginn eines Aufbauzyklus definieren. 2. Dieselbe Kameraperspektive und möglichst vergleichbare Ausschnitte verwenden. 3. Zu jeder Gelegenheit Zeitpunkt, Druck, Variante und Video-Beleg notieren. 4. Ausgang des ersten Versuchs oder die Nichtnutzung markieren. 5. Folgeaktion und Restverteidigung prüfen. 6. Zweite Person lässt einen Teil der Szenen unabhängig codieren. 7. Unterschiedliche Einschätzungen anhand der vorab vereinbarten Definition klären.

Eigener Ablaufplan: vom Rohmaterial zum überprüfbaren Urteil
Phase Arbeitsprodukt Qualitätsfrage
Sichtung → Sammlung zulässiger Clips und schematischer Spielbilder Ist die gegnerische Linie vollständig zu sehen?
Definition → Gemeinsames Codebuch und Beispiele für Grenzfälle Würden zwei Beobachtende gleich entscheiden?
Ereigniscodierung → Tabelle mit Zeitpunkt, Variante, Gelegenheit, Versuch und Ergebnis Wurden auch ungenutzte Gelegenheiten erfasst?
Auswertung → Quoten, Gegnerkontext und Fehlerarten Haben beide Varianten vergleichbare Gegnerbedingungen?
Gegenprüfung → Abweichungsprotokoll und erneute Sichtung Wo fehlen Bildwinkel oder Belege?
Trainingsentscheidung Hypothese, Plan B und Transferkriterium Welche Änderung wird im freien Spiel überprüft?


Synthetische Ereignisse als Übungsdatensatz

Alle Kennzeichen A01 bis B04 sind fiktive, nicht personenbezogene Beispieldaten. Ein Ereignis ist eine Gelegenheit nach dem zuvor definierten Codebuch, nicht eine reale Spieleraktion. Zeiten, Druckstufen und Folgen dienen nur der Methodenübung.

Mini-Protokoll zur Prüfung des Codes
ID Videozeit Variante und Druck Gelegenheit Versuch Kontrollierter Erfolg Beobachtung
A01 00:18 A, hoch ja ja nein Gegenspieler schließt Sechser, Pass abgefangen
A02 00:42 A, hoch ja nein nein Rückpass zur Sicherung, zunächst keine Überspielung
A03 01:11 A, mittel ja ja ja Diagonalpass, Annahme offen, nächster Pass möglich
B01 02:03 B, hoch ja ja ja Druck angelockt, Verlagerung auf freie Seite
B02 02:30 B, hoch ja ja nein Gegner verriegelt Seitenwechsel und erobert
B03 03:04 B, mittel ja nein nein Ballkontrolle ohne Überspielungsversuch
B04 03:21 B, mittel ja ja ja dritter Mann mit kontrollierter Fortsetzung

Grenzfall: Wenn ein langer Ball hinter der Linie aufspringt und erst der Gegner den Ball sichert, ist es ein Fehlversuch. Beherrscht ihn hingegen der eigene Zielspieler und hat eine spielbare Anschlussoption, ist er erfolgreich – auch wenn die Aktion lang gespielt wurde. Video allein erfasst nicht jeden Laufweg; Ereignisdaten allein erklären nicht, warum ein Pass gewählt wurde. Zeitliche Synchronisierung und einheitliche Begriffe müssen geprüft werden.

Videoquelle und Rechte: DFB (Verband), Vom Trainerzimmer auf den Trainingsplatz, 13.05.2023, offizieller DFB-Kanal. Rechte bei den jeweiligen Rechteinhabern, keine freie OER-Lizenz behauptet; eingebettet über YouTube. Lernauftrag: Betrachte etwa ab 55:20 das Verteidigen einer Linie und ab 70:00 das 4-gegen-4 mit drei neutralen Spielern. Lege je eine überprüfbare Erfolgsvoraussetzung fest und begründe, welche Aktionen trotz Ballbesitz nicht als Linienüberspielung zählen.


Gütekriterien und faire Interpretation

Beobachtungszuverlässigkeit: Zwei geschulte Personen codieren zum Beispiel zehn identische, synthetische Situationen getrennt. Stimmen sie bei acht Fällen überein, beträgt die einfache Übereinstimmung 80 Prozent; dies ist eine grobe Kennzahl und kein Beweis von Validität. Klärt zuerst, ob die Abweichung am Blickwinkel, an einem unklaren Code oder am Zeitpunkt der Aktion liegt. Vergleichbarkeit: Pressinghöhe, Gegnerzahl, Spielstand, Platzbreite, Rolle des Torwarts, Qualifikation der Gruppe, Spielzeit und Regelvarianten können Erfolgsquoten beeinflussen. Kausale Zurückhaltung: Eine höhere Quote beweist nicht, dass die Formation die Ursache ist. Kleine Fallzahlen und Auswahl günstiger Clips können Schlussfolgerungen verzerren.

Zur Methodik siehe die Forschung zu unterschiedlich definierten Ereignissen im Fußball und zu Zeitfehlern bei der Synchronisierung von Ereignis- und Positionsdaten. Diese Studien stützen die Notwendigkeit klarer Begriffe und Prüfungen, nicht die Gültigkeit unserer erfundenen Erfolgsquote.


Datenvergleich, Modellfall und Spielentscheidung


Berufspraktischer Modellfall einer Fußballschule

Eine fiktive Fußballschule möchte Variante A (kurzer zentraler Aufbau) und Variante B (Druck anlocken, dann verlagern) für eine fortgeschrittene Jugendgruppe vergleichen. In zwei Trainingsblöcken wurden dieselben Gelegenheitendefinitionen angewandt. Die Gegnerpressinghöhe wurde dokumentiert. Alle Werte sind erfunden und didaktisch gewählt.

Synthetische Gesamterhebung
Variante Gegnerdruck Gelegenheiten Versuche Kontrollierte Erfolge Fehlversuche Nicht genutzt Ballverluste Gefährliche Gegenangriffe
A hoch 12 10 4 6 2 4 2
A mittel 8 7 6 1 1 1 0
B hoch 10 8 5 3 2 2 1
B mittel 10 9 7 2 1 1 0
A gesamt gemischt 20 17 10 7 3 5 2
B gesamt gemischt 20 17 12 5 3 3 1

Rechnung und Lösung: A erreicht 10 von 20 Gelegenheiten = 50 Prozent; B erreicht 12 von 20 = 60 Prozent. Erfolg je Versuch wäre bei A 10 von 17 ≈ 58,8 Prozent und bei B 12 von 17 ≈ 70,6 Prozent. Das sind verschiedene Nenner. Gegen hohes Pressing A: 4 von 12 ≈ 33,3 Prozent; B: 5 von 10 = 50 Prozent. Gegen mittleres Pressing A: 6 von 8 = 75 Prozent; B: 7 von 10 = 70 Prozent. Der Gesamtvorsprung von B darf deshalb nicht als allgemeine Regel gegen jede Gegnerart gelesen werden. Ballverluste und gefährliche Gegenangriffe gehören zur Entscheidung, ohne einen scheinpräzisen Gesamtscore zu erfinden.

Videoabgleich: In den Beispielen zur Variante A wird die zentrale Anschlussstation unter hohem Druck häufig zugestellt. Bei B entstehen nach kontrollierter Verlagerung freie Anschlussräume, aber ein Gegner kann mit ballorientiertem Verschieben und einem Flügel-Pressingauslöser reagieren. Gegen mittleren Druck führt A zum Teil schneller durch den Halbraum. Es ist ebenso möglich, dass ein Unterschied durch Trainingsgruppe, Beobachtungsauswahl oder Spielsituation entsteht.


Entscheidungsmatrix mit Gegenmaßnahme und Plan B

Situation Primäre Hypothese Aktive gegnerische Gegenmaßnahme Plan B Mindestanforderung Restverteidigung
Hoher zentraler Druck Verlagerung über Torwart auf ballferne Seite testen Gegner schiebt früh nach und sperrt diagonalen Pass Freien dritten Spieler im Rückraum finden oder gezielt über Pressinglinie spielen Zentrale Absicherung und ballferne Staffelung gegen direkten Konter
Gegner wechselt in Mannorientierung Rollenwechsel von Sechser und Innenverteidiger öffnet einen neuen Winkel Verteidiger übergeben Zuordnung und schließen Raum erneut Gegenbewegung und kurzer Ablagepass auf freien Mitspieler Kein gleichzeitiges ungesichertes Vorrücken beider Innenverteidiger
Kompakter tiefer Block Ballzirkulation zum Verschieben, dann Halbraum anspielen Gegner bleibt geduldig, Zwischenraum bleibt geschlossen Mit Ball andribbeln oder Seite wechseln; Risiko nicht erzwingen Sichere Staffelung hinter der Balllinie erhalten
Gegner stellt Seitenwechsel zu Zentraler dritter Mann nach Rückpass Gegner presst Rückpass und Torwart Kontrollierter gezielter längerer Ball auf vorbereiteten Zielraum Zweiter Ball und Konterkorridor vorher besetzen

Entscheidung für das Modellteam: B wird zunächst als prüfenswerte Antwort auf hohes Pressing trainiert; A bleibt bei mäßigem Druck eine starke Option. Das Team testet beide im freien Spiel mit vergleichbarer Gegneraufgabe, dokumentiert Fehlversuche sowie gegnerische Anpassungen und korrigiert das Vorgehen erneut. Keine Formation ist universell richtig.


Bewertungsraster für den Praxisbericht

Kriterium 0 Punkte 1 Punkt 2 Punkte
Operationalisierung Keine klare Gelegenheit Teilweise nachvollziehbare Regel Zähler, Nenner und Grenzfälle vollständig geklärt
Datenqualität Ungeprüfte Zahlen Teilweise Videoabgleich Video-Belege, Fehlversuche und Nichtnutzung geprüft
Kontext Gegnerverhalten fehlt Druck teilweise erfasst Gegnerdruck und Gegenmaßnahmen differenziert
Entscheidung Bloße Formationsbehauptung Plausible Option ohne Alternative Bedingte Empfehlung mit Plan B und Restverteidigung
Transfer und Schutz Kein Transfer oder Schutzkonzept Ansätze vorhanden Freies Spiel, Reflexion, Rechte und Sicherheit berücksichtigt

Auswertung: 0–3 Punkte = grundlegend überarbeiten; 4–6 = teils begründet; 7–8 = gut begründet; 9–10 = differenziert und überprüfbar. Das Raster bewertet die Analysekompetenz, nicht den sportlichen Wert einzelner Jugendlicher.


Drei Spielformen, Reflexion und Transfer

Sicherheits- und Anpassungsregel für alle Modelle: Die angegebenen Spielerzahlen, Feldgrößen, Zeiten und Pausen sind nur veränderbare Lehrmodelle. Alter, Entwicklungsstand, Platz, Wetter, Material, Zahl qualifizierter Aufsichtspersonen und Ermüdung bestimmen die tatsächliche Gestaltung. Tore müssen fachgerecht standsicher sein; Bälle, Schuhe und Markierungen sind zu prüfen; Zusammenstöße und unnötige Gefährdung werden vermieden. Keine Kopfballpflicht, keine maximalen Belastungsvorgaben für Kinder, keine medizinischen Freigaben aus diesem Kurs. Der Kurs ersetzt keine Trainerqualifikation, Aufsicht oder Kinderschutzstandards.


Spielform 1: Zwei Wege durch drei Zonen

Ziel: Unterscheiden, ob und wann eine erste gegnerische Linie kontrolliert durch- oder umspielt wird. Zielgruppe: fortgeschrittene U14 bis Erwachsene; bei weniger Erfahrung Druck, Raum und Aufgaben reduzieren. Organisation als anpassbares Lehrmodell: ungefähr 25 × 15 Meter, drei Zonen, zwei Dreierteams und zwei neutrale Anspielpersonen, beispielsweise drei Durchgänge à drei Minuten mit frei anpassbaren Erholungsphasen. Keine Leistungsnorm.

Ablauf: Ball startet in der ersten Zone. Das ballbesitzende Team sucht einen eigenen oder neutralen Spieler hinter der mittleren Verteidigungslinie. Ein Punkt entsteht erst nach kontrollierter Ballverarbeitung und möglicher Anschlussaktion. Nach jedem kontrollierten Wechsel der Aufbaurichtung beginnt bei klarer Neuordnung eine neue Beobachtung. Das verteidigende Team darf Passwege bewusst sperren und nach Ballgewinn in ein Endfeld kontern.

Coachingfragen: Wo ist die reale Linie? Entsteht eine Gelegenheit auch ohne Versuch? Wer bietet den Rückweg an? Wer verhindert den Konter, wenn der Pass misslingt? Variation: Neutralen Spieler außen statt zentral stellen; Pressing von raumorientiert auf stärker mannorientiert ändern; Zone verbreitern. Beobachtbare Kriterien: Anzahl der Gelegenheiten, Erfolg je Gelegenheit, Fehlversuche, Absicherung beim Ballverlust. Grenzen: Zonen können Bewegungen künstlich kanalisieren; Ergebnisse nicht ungeprüft auf 11 gegen 11 übertragen. Plan B: Bei verschlossenem Zentrum kontrolliert zurück und über außen spielen.


Spielform 2: Torwart als Verbindung und Gegner als Entscheider

Ziel: Unterstützungswinkel, Torwartanbindung und Risiko nach Rückpässen erkennen. Zielgruppe: U14 bis Erwachsene mit sicherem technischem Grundvermögen; Aufsicht und Feld dem Können anpassen. Organisation als anpassbares Lehrmodell: etwa 32 × 25 Meter, vier Aufbau-Feldspieler plus eine Torwartperson gegen drei anlaufende Feldspieler, zwei gesicherte Kleintore als Gegenstoßziele, beispielsweise vier kurze Durchgänge mit Pausen nach Bedarf.

Ablauf: Aufbau beginnt kontrolliert beim Torwart. Gegner entscheiden eigenständig, ob sie zwei Innenverteidiger hoch anlaufen oder den zentralen Raum blockieren. Ein erfolgreicher Aufbau wird gezählt, wenn die erste Pressinglinie mit kontrollierter Fortsetzung überspielt ist. Gegenseite erhält nach Ballgewinn eine begrenzte, sichere Konteroption. Der Torwart darf sich anspielbar zurückbewegen, muss aber gemeinsam mit der absichernden Einheit die Tiefe sichern.

Coachingfragen: Welcher Rückpass erzeugt einen neuen Winkel? Wann spielt der Torwart auf den freien Außenraum? Was ändert der Gegner nach zwei Erfolgen? Variation: Einen weiteren Pressingspieler hinzufügen oder neutrale Außenspielperson erlauben; zunächst mit Standbild nach dem ersten Pass arbeiten. Beobachtbare Kriterien: Gelegenheiten, unter Druck beherrschte Annahmen, Anschlussaktionen, Fehler bei Rückpässen und Gegentore nach Ballverlust. Grenzen: Zahlenüberlegenheit hilft künstlich; im Spiel kann der Torwart unter höherem Druck stehen. Plan B: Präziser Pass zum vorbereiteten Zielspieler samt Besetzung des zweiten Balls.


Spielform 3: Wechselnder Gegnerplan mit freiem Abschluss

Ziel: Wahl zwischen zentralem Aufbau, Seitenwechsel und direktem Raumgewinn im echten Entscheidungskontext. Zielgruppe: leistungsdifferenziert ab etwa U14 und Erwachsene. Organisation als anpassbares Lehrmodell: etwa 45 × 35 Meter, 6 gegen 6 mit zwei Torwartpersonen, sichere Tore und gekennzeichnete Zonen nur als Beobachtungshilfe; etwa drei Abschnitte zu fünf Minuten mit variablen Pausen. Zahlen und Belastung nicht als Empfehlung für jede Gruppe verstehen.

Ablauf: In Abschnitt eins presst ein Team raumorientiert, in Abschnitt zwei mannorientierter; Abschnitt drei ist freies Spiel mit selbst gewähltem Pressing. Die Angreifenden wählen ihre Aufbauvariante selbst. Punkte für Tore bleiben wichtiger als Trainingsboni; die beobachtende Person protokolliert unauffällig kontrollierte Linienüberspielungen pro Gelegenheit, Fehlversuche und Folgeaktionen. Nach einem Ballverlust gilt sofort freies Umschalten. Kein ständiger Trainerstopp unterbricht die Entscheidung.

Coachingfragen: Wann hat der Gegner sein Pressing angepasst? Wann war das Risiko eines Vertikalpasses vertretbar? Wer deckte den Raum hinter dem Ball? Variation: Breite ändern, neutrales Anspiel anbieten, Gegnerzahl oder Pressingstartpunkt ändern; die letzte Spielphase immer so frei wie möglich gestalten. Beobachtbare Kriterien: Quoten nach Pressingart, Qualität der Folgeaktion, Ballverlustorte, gegnerische Konter, Spielentscheidungen ohne Hinweise von außen. Grenzen: Kleine Datenmengen und wechselnde Gegneraufgaben erschweren Schlussfolgerungen. Plan B: Rollenwechsel, Rückpass zur Verlagerung oder vorbereiteter längerer Pass – je nach konkretem Gegner.


Trainerreflexion, Sicherheit und Regeln

Reflexionskarte nach dem Training: Was wollten wir lernen? Welche echte Gelegenheit wurde erkannt oder übersehen? Zeigt Video dieselbe Geschichte wie die Ereigniszeile? Welche konkrete gegnerische Anpassung änderte unsere Entscheidung? War die Restverteidigung ausreichend? Was sollte im nächsten freien Spiel ohne Trainerhinweis sichtbar werden? Besprecht zwei gelungene und zwei gescheiterte Situationen ohne Schuldzuweisung.

Regelstand 03.11.2026: Maßgeblich sind die IFAB-Spielregeln 2026/27, besonders Regel 16 zu Abstößen: Der Ball ist im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt; Gegner müssen bis dahin grundsätzlich außerhalb des Strafraums bleiben, Sonder- und Grenzfälle sind im offiziellen Regeltext beschrieben. Wettbewerbsregeln dürfen zulässige alters- und wettbewerbsbezogene Abweichungen festlegen. Für den wfv sind die aktuellen wfv-Juniorenbestimmungen und die jeweilige Durchführungsbestimmung 2026/27 vor einer konkreten Anwendung zu prüfen. Trainingsmarkierungen und Bonusregeln sind Lernhilfen, kein Ersatz für die im jeweiligen Wettbewerb gültige Abseits-, Torwart-, Auswechsel- oder Spielfeldregel.

Kinderschutz: Bei Aufnahmen grundsätzlich ohne identifizierende Merkmale arbeiten; echte Videos nur mit zulässiger Berechtigung verwenden, Zugriffe minimieren, nicht privat weiterverbreiten und vorab eine Löschregel festlegen. Kritik richtet sich an Entscheidungen und Situationen, nicht an vermeintliche Persönlichkeit oder Gesundheit.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Prüfe dein Wissen

Was steht im Nenner der zentralen Kennzahl? (Alle nach dem Codebuch erfassten Gelegenheiten) (!Nur erfolgreiche Pässe) (!Nur gegnerische Ballgewinne) (!Alle Ballkontakte der Partie)



Wann zählt eine Linienüberspielung als kontrolliert erfolgreich? (Wenn nach der überwundenen Linie eigener Ballbesitz mit spielbarer Anschlussaktion besteht) (!Sobald der Ball die Mittellinie berührt) (!Immer wenn der Pass möglichst lang ist) (!Sobald der Gegner zurückläuft)



Wie wird eine nicht genutzte Gelegenheit erfasst? (Als Gelegenheit ohne Versuch und ohne kontrollierten Überspielungserfolg) (!Sie wird aus dem Nenner entfernt) (!Sie zählt automatisch als Fehlpass) (!Sie zählt als kontrollierter Erfolg)



Warum ist der Gegnerdruck beim Vergleich zu dokumentieren? (Weil sich die Bedingungen für mögliche Lösungen dadurch verändern) (!Weil die Formation allein den Erfolg bestimmt) (!Weil hohe Pressinghöhe jedes Andribbeln verbietet) (!Weil Videobilder Gegnerdruck nie zeigen)



Welche Anpassung kann gegen einen zugestellten Sechser sinnvoll sein? (Rückpass mit Verlagerung auf die freie Gegenseite) (!Immer derselbe Vertikalpass ohne Blickkontakt) (!Beide Innenverteidiger gleichzeitig ohne Absicherung vorrücken lassen) (!Das Umschalten nach Ballverlust ausblenden)



Welcher Quotient ist die Erfolgsrate je Versuch? (Kontrollierte Erfolge geteilt durch Überspielungsversuche) (!Gelegenheiten geteilt durch Spielminuten) (!Ballverluste geteilt durch alle Ballkontakte) (!Nicht genutzte Gelegenheiten geteilt durch Tore)



Was zeigen 12 Erfolge bei 20 Gelegenheiten? (Eine Quote von 60 Prozent im betrachteten Datensatz) (!Einen Beweis für die weltweit beste Formation) (!Eine Quote von 20 Prozent) (!Einen sicheren Sieg im nächsten Spiel)



Warum sind zwei unabhängig codierende Personen hilfreich? (Weil unklare Regeln und Beobachtungsabweichungen sichtbar werden) (!Weil dadurch die Videorechte entfallen) (!Weil dann keine Gelegenheit definiert werden muss) (!Weil jede Szene automatisch erfolgreich ist)



Was gehört bei riskantem Seitenwechsel zur Restverteidigung? (Abgesicherte zentrale und ballferne Räume für den möglichen Ballverlust) (!Das gleichzeitige Aufrücken sämtlicher Spieler) (!Eine Formation ohne Rückwärtsbewegung) (!Der Verzicht auf jede Anschlussoption)



Welche Schlussfolgerung ist aus einer höheren kleinen Stichprobenquote zulässig? (Eine vorläufige Hypothese unter den beobachteten Bedingungen) (!Ein universelles Naturgesetz) (!Eine medizinische Leistungsdiagnose) (!Die sichere Übertragbarkeit auf jede Altersgruppe)




Memory

Ordne die verschiedenen Begriffe ihren jeweils eindeutigen Beschreibungen zu.

Gelegenheit Auswertbare Situation mit realistisch möglicher Linienüberspielung
Kontrollierter Erfolg Nach Überspielung gesicherter eigener Ball mit sinnvoller Anschlussmöglichkeit
Fehlversuch Bewusster Überspielungsversuch ohne kontrollierten Erfolg
Pressingauslöser Wahrnehmbares Signal für aktives gemeinsames Anlaufen
Restverteidigung Absicherung gegen die unmittelbare Gefahr nach Ballverlust
Zweitcodierung Unabhängige Überprüfung derselben Szenen durch eine zweite Person




Drag and Drop

Ordne den beobachtbaren Vorgängen die passenden Fachbegriffe zu.

Fachbegriff Beobachtung
Ungenutzte Gelegenheit Raum hinter der Linie ist erreichbar, aber es erfolgt kein Überspielungsversuch
Erfolgreicher Linienbruch Der Ball gelangt hinter die Linie und bleibt kontrolliert beim angreifenden Team
Seitenverlagerung Die Mannschaft nutzt nach Druck auf einer Seite den entfernten offenen Raum
Gegneranpassung Der Verteidigungsblock verschiebt und schließt den zuvor freien Passweg
Konterabsicherung Hinter dem Ball bleiben Spieler für die sofortige Defensive gestaffelt




Kreuzworträtsel

Deckungsschatten Welcher verdeckte Raum kann durch die Stellung eines verteidigenden Spielers entstehen?
Linienbruch Wie heißt das zielgerichtete Überwinden einer gegnerischen Spielerlinie?
Verlagerung Wie heißt der gezielte Wechsel in einen entfernten Spielfeldbereich?
Restverteidigung Wie heißt die Absicherung während des eigenen Angriffs?
Nenner Welcher Teil des Bruchs zählt sämtliche Gelegenheiten?
Zähler Welcher Teil des Bruchs zählt die erfolgreichen Gelegenheiten?




LearningApps

Suche nach passenden Zuordnungsaufgaben und überprüfe selbst, ob sie unsere genaue Ereignisdefinition verwenden:


Lückentext

Ergänze die entscheidenden Fachwörter.
Der Nenner unserer Hauptkennzahl erfasst jede definierte

. Eine erfolgreiche Aktion hinter der gegnerischen Linie benötigt gesicherte

. Ein geplanter Pass, der sein Ziel nicht kontrolliert erreicht, ist ein

. Eine erreichbare Gelegenheit ohne passende Vorwärtsaktion wird als nicht

erfasst. Ein Wechsel auf die freie Gegenseite heißt

. Die Absicherung hinter dem eigenen Angriff nennt man

. Beim Vergleich dokumentieren wir den gegnerischen

. Die Videoanalyse verlangt ein einheitliches

. Zwei unabhängige Beobachtende verbessern die Prüfung der

. Eine höhere Quote allein beweist noch keine

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffe erklären: Formuliere Gelegenheit, Versuch, Fehlversuch und Erfolg mit eigenen Worten. Musterlösung: Eine Gelegenheit ist eine realistisch nutzbare Situation; ein Versuch soll die Linie überwinden; ein Fehlversuch erreicht keinen kontrollierten Ball; ein Erfolg endet mit eigener Kontrolle und Anschlussoption.
  2. Skizze anfertigen: Zeichne mit anonymen Symbolen Torwart, zwei Innenverteidiger, Sechser und zwei Gegner. Musterlösung: Pfeile für einen freien Diagonalpass, einen Rückpass und eine absichernde Position; die gegnerische Linie muss beschriftet sein.
  3. Quote berechnen: Bestimme die Erfolgsquote bei drei erfolgreichen Linienüberspielungen aus sechs Gelegenheiten. Lösung: 3 geteilt durch 6 = 0,5 = 50 Prozent.
  4. Gegnerdruck beschreiben: Nenne zwei beobachtbare Pressingauslöser ohne Motive zu erfinden. Musterlösung: Rückpass auf den Torwart und seitlich geschlossene Körperstellung des Außenverteidigers lösen sichtbares gemeinsames Anlaufen aus.


Standard

  1. Clips codieren: Werte sechs selbst gezeichnete oder freigegebene Szenen mit dem Codebuch aus. Erwartungshorizont: je Szene eindeutige Gelegenheit, Versuch, Erfolg, Druck und Videobeleg; nicht genutzte Gelegenheiten bleiben im Nenner.
  2. Plan B skizzieren: Zeichne eine Pressingfalle außen und zwei mögliche Reaktionen. Musterlösung: Rückpass und Seitenwechsel oder Pass zum dritten Spieler; jeweils zentrale Konterabsicherung markieren.
  3. Gegen Pressing differenzieren: Berechne aus der Modellfalltabelle A und B gegen hohes Pressing. Lösung: A 4 von 12 ≈ 33,3 Prozent; B 5 von 10 = 50 Prozent; Fallzahlen und Gegnerreaktion erwähnen.
  4. Coachinggespräch führen: Formuliere drei offene Fragen nach einer gescheiterten Überspielung. Musterlösung: Wo stand die Linie? Welcher Raum war offen? Wie war unsere Absicherung, als der Ball verloren ging?


Schwer

  1. Codebuch kritisch prüfen: Erfinde drei Grenzfälle und präzisiere die Entscheidungsregeln. Erwartungshorizont: Rückpass ohne neuen Zyklus, Abpraller nach langem Pass und ein nicht genutzter freier Anschlussraum werden konsistent getrennt.
  2. Vergleichsdesign erstellen: Plane zwei gleichartige Testblöcke mit wechselndem Pressing und fairer Zuordnung von A und B. Erwartungshorizont: gleiche Gelegenheitendefinition, Gegnerwechsel, zeitgleiche Codierung, kleine Stichprobe und keine Kausalbehauptung.
  3. Gegenmaßnahme simulieren: Entwickle für einen Gegner, der beide Flügel zustellt, die Variantenwahl einschließlich Restverteidigung. Musterlösung: Zentrum über einen dritten Mann öffnen oder gezielt länger spielen; Rückraum und zweite Bälle sichern.
  4. Transferbericht verfassen: Erstelle einen Bericht zur dritten Spielform und entscheide, was im freien Spiel getestet wird. Erwartungshorizont: Daten mit Nenner, mindestens zwei Video-Grenzfälle, Gegenmaßnahmen, Plan B, Coachingreflexion, Datenschutz und Lernkriterium.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Ereignis oder kein Ereignis: Eine Mannschaft spielt fünf Quer- und Rückpässe bei offener Vertikallinie und versucht keinen Linienbruch. Wie wird codiert? Lösung: Wenn die definierte Gelegenheit vorlag, zählt sie einmal im Nenner, nicht im Erfolgszähler; kein Fehlversuch ohne Versuch.
  2. Zwei Nenner: Vergleiche 10 Erfolge bei 20 Gelegenheiten und 10 bei 17 Versuchen. Lösung: 50 Prozent pro Gelegenheit versus rund 58,8 Prozent pro Versuch; beide Werte beantworten verschiedene Fragen.
  3. Gegnerdruck und Erfolg: Warum kann die Quote beim gleichen Aufbauplan gegen hohen Druck sinken? Lösung: Weniger freie Anspielwinkel, kürzere Entscheidungszeiten, aktive Sperrbewegungen und erschwerte Anschlussaktionen.
  4. Video gegen Tabelle: Die Tabelle meldet Erfolg, im Clip landet der Ball ungesteuert beim Gegner. Wie gehst du vor? Lösung: Codebuch überprüfen, Clip erneut und unabhängig ansehen, Widerspruch dokumentieren, Erfolgseintrag korrigieren.
  5. Pressingfalle bewerten: Der Gegner sperrt nach zwei Seitenwechseln den Diagonalpass. Was ist eine adaptive Lösung? Lösung: Rückweg und dritter Mann oder gezieltes Überspielen mit zweitem Ball; die Absicherung hinter dem Angriff erhalten.
  6. Freies Spiel transferieren: Formuliere ein überprüfbares Transferziel ohne feste Formation. Lösung: In offenen Spielphasen erkennen Beteiligte je Gelegenheit eine passende Option, erhalten nach kontrollierter Überspielung Anschlussfähigkeit und reduzieren gefährliche Ballverluste.


Lernnachweis

Wissen: Du kannst Aufbaugelegenheit, kontrollierte Überspielung, Fehlversuch, Gegnerdruck und Restverteidigung eindeutig erläutern. Können: Du erstellst ein Codebuch, codierst synthetische oder rechtmäßig verwendete Videoszenen, unterscheidest Zähler und Nenner, berechnest bedingte Quoten und prüfst Zweitcodierungen. Produkt: Ein kurzer Trainingsbericht enthält zwei beschriftete Taktikskizzen, eine transparente Ereignistabelle, einen bedingten Vergleich, eine begründete Wahl mit Gegenmaßnahme und Plan B sowie das 10-Punkte-Bewertungsraster. Transfer: Du beobachtest Entscheidungen im weitgehend freien Spiel, nicht nur das Erfüllen einer künstlichen Übungsregel, und begründest notwendige Anpassungen.

Selbstprüfung: Erstens ist jeder gezählte Erfolg auf eine reale Gelegenheit bezogen. Zweitens enthält die Tabelle auch Fehlversuche und Nichtnutzung. Drittens erklärt die Videoaufnahme die Entscheidung unter dem Verhalten des Gegners. Viertens sind Rechte und Schutzvorgaben geklärt. Fünftens wird aus einem Beispiel keine universelle Formation abgeleitet.


OER und Wikipedia

Fachquellen und Primärquellensynthese:

Nachweise der eingebetteten Commons-Dateien: Die Lizenzen erlauben Nachnutzung unter ihren jeweiligen Bedingungen, einschließlich Namensnennung, Lizenzverlinkung und ggf. Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Die im Kurs eingebetteten Originaldateien werden hier nicht verändert.

Datei Exakte Commons-Dateiseite Urheber laut Dateiseite Rechteangabe und Bildauftrag
Football pitch.svg Quelle Maurizio, Basis NielsF CC BY-SA 4.0; Pressinglinien in Gedanken einzeichnen
Soccer field - positions.svg Quelle Nuno Tavares CC BY-SA 2.5; Rollen von festen Positionen trennen
Association football 4-3-3 formation.svg Quelle Mario Ortegon und Rumpelstilzchen 666 CC BY-SA 4.0; Passwinkel vergleichen
Association football 4-2-3-1 formation.svg Quelle Mario Ortegon und Rumpelstilzchen 666 CC BY-SA 4.0; Doppelsechs als Verbindungsoption prüfen
Association football 5-4-1 formation.svg Quelle Mario Ortegon und Rumpelstilzchen 666 CC BY-SA 4.0; Verhalten gegen kompakten Block begründen

Videonachweise: DFB (Verband), Vom Wohnzimmer auf den Trainingsplatz und DFB (Verband), Vom Trainerzimmer auf den Trainingsplatz. Offizielle DFB-Videos, urheberrechtlich geschützt, keine Creative-Commons-Lizenz belegt; nur eingebetteter Originalplayer und Verweis auf die Quelle, keine eigene Übernahme oder Umveröffentlichung. Die oben genannten Sichtungsaufträge beziehen sich auf echte Videoabschnitte; sie erlauben keine Weitergabe eigener Mitschnitte.

Freies Nachschlagewerk: Wikipedia: Taktik im Fußball (Artikel und einzelne Medien jeweils unter ihren angegebenen Lizenzen).

OER-Eigenleistung: Der erklärende Kurstext, die fiktiven Datensätze, die zwei tabellarischen Taktikskizzen, der Ablaufplan und die hier entwickelten Spielformen sind eine eigenständige didaktische Synthese. Für eine spätere Nachnutzung sind alle Medienrechte gesondert zu beachten; die Quellenorganisationen unterstützen diesen Kurs nicht offiziell.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC Projekte



Schulfach+




aiMOOCs



aiMOOC Projekte









MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Suche verfeinern

Dein Lernplan bestimmt, was oben steht. Alle anderen Inhalte bleiben erreichbar. Seitenaufrufe beeinflussen die Auswahl nicht.

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...