Eine Ausbildungsleitlinie für Fußballschulen entwickeln - Fußballtraining
Einleitung
Wie schafft eine Fußballschule ein Training, das Kinder und Jugendliche begeistert, jede Person beteiligt und sportliche Entwicklung langfristig fördert? In diesem Kurs entwickelst du als Leitung oder Mitglied eines Trainerteams eine verbindliche, überprüfbare Ausbildungsleitlinie: vom gemeinsamen Leitbild über altersgerechte Spielformen und taktische Entscheidungen bis zu Kinderschutz, Teamabsprachen und Qualitätsprüfung. Das Ergebnis soll auf dem Platz sichtbar werden und zugleich Raum für individuelle Lösungen lassen.
Adressaten: Leitung und Trainerteams von Fußballschulen. Der Kinderbereich ist kein verkleinertes Erwachsenen- oder Leistungsjugendtraining. Alle genannten Feldgrößen, Personenzahlen, Zeitfenster und Belastungsbeispiele sind anpassbare Lehrmodelle, keine universellen Vorgaben oder Wettkampfregeln. Gruppengröße, Entwicklungsstand, Spielfreude, Betreuung, Platz, Wetter und Erholung entscheiden über die konkrete Durchführung. Dieser Kurs ersetzt weder Trainerqualifikation noch Kinderschutz- oder Sicherheitsunterweisung.

Bildquelle und Rechte: Mepereshka, „Football training exercises.jpg“, eigenes Foto, Commons-Dateiseite, CC BY-SA 4.0; Lizenz- und Persönlichkeitsrechte bei externer Weiterverwendung jeweils prüfen. Lernauftrag: Welche Entscheidungen ermöglichen hier möglichst vielen Kindern eigene Ballaktionen? Was kannst du aus einem Foto gerade nicht zuverlässig ableiten?
Leitbild, Werte und überprüfbare Entwicklungsziele
Warum eine Leitlinie mehr sein muss als ein Trainingsordner
Eine Ausbildungsleitlinie verbindet Werte, beabsichtigte Lernergebnisse, konkretes Trainerverhalten und Belege. „Wir fördern Fairness“ bleibt ein Slogan, solange nicht festgelegt ist, wie bei einem Konflikt reagiert, wer beteiligt und wann überprüft wird. Ein gemeinsamer Rahmen erleichtert neue Trainerbesetzungen, widerspruchsarme Elternkommunikation und verantwortliche Entscheidungen bei unterschiedlichen Leistungsständen.
Die DFB-Trainingsphilosophie Deutschland betont Freude, Intensität und Wiederholung sowie viele Spielaktionen in kleinen Spielformen. „Wie wir trainieren, so spielen wir“ zeigt die Übertragung in das Nachwuchstraining. Unsere folgende Ausbildungsleitlinie ist eine eigenständige didaktische Synthese und keine vom DFB, von FIFA oder UEFA zertifizierte Vorlage. Intensität bedeutet im Kinderbereich aktive, passende Beteiligung statt maximaler Belastung; Freude und Belastungssteuerung bleiben wesentliche Korrektive.
Von einem Wert zu einer beobachtbaren Vereinbarung
| Wert | Verbindliches Trainerhandeln | Beobachtbarer Hinweis | Korrektur bei Abweichung |
|---|---|---|---|
| Spielfreude | Mit Ball beginnen und viel freies Spiel zulassen | Kinder möchten weiterspielen und beteiligen sich sichtbar | Regeln vereinfachen, Wartezeiten verkürzen |
| Beteiligung | Teams und Rollen fair rotieren lassen | Jede Person hat Ballaktionen und echte Entscheidungen | Feld teilen, Gruppen verkleinern, Passoptionen anpassen |
| Respekt | Ausreden lassen und Fehler nicht bloßstellen | Streit wird ohne Beschämung geklärt | Spiel kurz sichern, Bedürfnisse anhören, gemeinsame Regel festlegen |
| Entwicklung | Individuelle Lernziele statt reine Ergebnisranglisten nutzen | Fortschritt wird über mehrere Beobachtungen beschrieben | Aufgaben differenzieren, Erfolgskriterien überdenken |
| Selbstbestimmung | Kinder zwischen sinnvollen Varianten wählen lassen | Kinder begründen Entscheidungen und fragen nach Alternativen | Mehr Wahlmöglichkeiten und offene Coachingfragen |
| Sicherheit | Material, Tore, Betreuung und Grenzen prüfen | Sicherheitscheck vor Beginn dokumentiert | Unsichere Geräte sperren und sicheren Aufbau wählen |
Muster für einen Leitliniensatz: „Jedes Kind erhält in jeder Einheit mehrere echte Spielentscheidungen; wir vermeiden lange Warteketten und passen Spielformen bei Ausschluss einzelner Kinder an.“ Der dazugehörige Prüfbeleg ist eine kurze anonymisierte Strichliste über sichtbare Aktionen, nicht eine Diagnose und kein Ranking einzelner Kinder.
Trainerrolle, positive Fehlerkultur und Beteiligung
Wähle wenige verständliche Coachingfragen: „Was hast du gesehen?“, „Welche Option war offen?“, „Was probierst du als Nächstes?“ Statt jeden Pass vorzugeben, schaffe eine Spielumgebung, die Entscheidungen hervorruft. Offenes Nachfragen bedeutet nicht Nichtstun: Bei Gefährdung, Grenzverletzung oder wiederholtem Ausschluss greift die Betreuung sofort ein.
Videoquelle und Nutzungsrecht: DFB (Verband), „Trainingsphilosophie Deutschland: Hannes Wolf in Wolfsburg“, veröffentlicht 2025; Rechte am Video beim veröffentlichten Kanal, eingebettet über den YouTube-Player, keine offene Nachnutzungslizenz behauptet. Lernauftrag: Notiere drei Aussagen, die du in ein beobachtbares Trainerverhalten übersetzen kannst, und unterscheide Beobachtung von persönlicher Wertung.
Entwicklungsorientierung und Trainingsplanung
Kinder, Leistungsjugend und Erwachsene unterscheiden
Kinder im Grundlagenbereich: Vielfältige Bewegung, Ballvertrautheit, Erfolgserlebnisse, Regelverständnis und Mitbestimmung haben Vorrang. Kleine Spielgruppen schaffen häufigere Ballaktionen. Feste Positionen oder komplizierte taktische Laufwege sollen nicht jede Entscheidung festlegen. Inklusion bedeutet hier auch zugängliche Erklärungen, anpassbare Spielräume und gleichwertige Rollen.
Jugendliche mit wachsender Spielkompetenz: Wahrnehmen vor dem Ballkontakt, Kooperation, Freilaufen, Umschalten sowie erste Prinzipien des Absicherns werden zunehmend differenziert vermittelt. Ein hoher Leistungsanspruch rechtfertigt weder Beschämung noch medizinisch ungeprüfte Belastung. Individueller Reifegrad und Motivation können innerhalb einer Altersgruppe stark variieren.
Leistungsjugend und Erwachsene: Gegneranalyse, positionsbezogene Aufgaben, komplexere gruppentaktische Lösungen und systematisch abgestimmte Belastungssteuerung können relevanter sein. Sie lassen sich nicht unverändert auf Kinder übertragen. In allen Gruppen gilt: keine Formation ist universell richtig; Antworten hängen von Gegner, Platz, Regeln, Spielerprofil und Spielphase ab.
Vor jeder Einheit: das Planungsraster
| Leitfrage | Praktische Entscheidung | Kontrollsignal |
|---|---|---|
| Für wen? | Alter, Erfahrung, Teilhabebarrieren und Tagesform erfassen, ohne Personen öffentlich einzustufen | Alle erreichen die Aufgabe |
| Was lernen? | Ein Entwicklungsziel und ein soziales Ziel definieren | Beide Ziele sind im Spiel sichtbar |
| Wodurch? | Spielnahen Anlass mit mehreren Lösungen wählen | Entscheidungen entstehen durch Gegenspiel und Raum |
| Wie sichern? | Platz, Tore, Ballgröße, Ausrüstung, Wetter und Zuständigkeiten prüfen | Keine ungesicherte Gefahrenquelle |
| Wie beobachten? | Höchstens zwei Indikatoren pro Spielphase wählen | Trainer können gezielt statt dauernd unterbrechen |
| Was übertragen? | Regelhilfen abbauen und freies Spiel anschließen | Gelernte Lösungen tauchen auch ohne Trainerhinweis auf |
Eigener Ablaufplan für eine Einheit:
| Eingang | Entscheidung | Durchführung | Rückkopplung |
|---|---|---|---|
| Gruppe und Sicherheitslage erfassen → | Ziel und geeignete Spielform wählen → | Kurze Erklärung und direkt spielen → | An einer konkreten Spielsituation beobachten |
| Wenn Beteiligung gering ist ↘ | Feld oder Teamgröße anpassen → | Erneut spielen → | Beteiligung erneut prüfen |
| Wenn Beteiligung hoch ist ↘ | Variation oder freie Spielphase wählen → | Kinder selbst entscheiden lassen → | Kurzes Kinderfeedback einholen |

Bildquelle und Rechte: Alameen khalid200, „Youth training at a football field 21.jpg“, Commons-Dateiseite, CC BY-SA 4.0. Lernauftrag: Beschreibe, welche Indikatoren du bei einer realen Trainingseinheit beobachten müsstest, um Teilhabe zu beurteilen. Das Bild allein liefert keine Aussage über Trainingsqualität oder Einwilligungen abgebildeter Personen.
Lernziele über mehrere Wochen prüfen
Plane im Beispiel eine Entwicklungsfolge: Wahrnehmen → Entscheiden → Ausführen → Reflektieren → im freien Spiel wiedererkennen. In einer Woche kann die Aufmerksamkeit auf offener Körperstellung liegen, in einer anderen auf dem schnellen Umdenken bei Ballverlust. Erhebe keine invasiven Bewegungs- oder Gesundheitsdaten. Eine anonymisierte Gruppennotiz wie „In zwei von drei beobachteten Spielphasen wurden freie Passwege genutzt“ genügt häufig für pädagogische Weiterentwicklung. Stütze Urteile nicht auf ein einzelnes Spiel oder Torverhältnis.
Bildquelle und Rechte: Biswarup Ganguly, „Football Coaching – Howrah Swamiji Sangha – Dumurjala – Howrah 2014-06-08 5012.JPG“, Commons-Dateiseite, CC BY 3.0 als gewählte angebotene Lizenz. Lernauftrag: Formuliere zwei nicht wertende Beobachtungssätze und eine offene Frage an das Trainerteam.
Drei anpassbare Spielformen für eine Fußballschule
Sicherheits- und Modellhinweis: Alle hier genannten Altersfenster, Personenzahlen, Feldgrößen, Zeitfenster und Pausen sind didaktisch veränderbare Beispiele, ausdrücklich keine verbindlichen Wettkampf-, medizinischen oder Maximalbelastungsvorgaben. Soweit eine Spielform im organisierten Wettbewerb eingesetzt wird, gelten die aktuellen Bestimmungen des zuständigen Verbandes. Vor jeder Einheit Material und gegen Umkippen gesicherte Tore kontrollieren, Spielfeldabstände und Betreuungsübersicht herstellen. Wechsel und Erholung nach Beobachtung und Rückmeldung anpassen.
Spielform A: Vier Ziele, viele Entscheidungen
Ziel: Dribbling, freie Räume erkennen, Richtungswechsel, mutige Einzelaktionen, faire Beteiligung.
Alter/Niveau: besonders für Grundlagenbereich mit wenig bis mittlerer Erfahrung; für andere Gruppen anpassbar.
Organisation (Lehrmodell): Zwei Teams mit je drei Kindern, vier standsicher befestigte Minitore und ein ungefähr 22 × 18 Meter großes Feld; Spielphasen beispielhaft drei bis fünf Minuten, mit bedarfsorientierten Pausen. In großen Gruppen mehrere parallel betreute Felder aufbauen. Jedes Team verteidigt zwei Tore und greift zwei an.
Ablauf: Kurzes freies Anspielen; bei Ausball wird unkompliziert per Eindribbeln oder Einpassen fortgesetzt, sofern es die Trainingsvereinbarung zulässt. Nach Tor oder vereinbarter Phase Rollen wechseln. Trainer zählen nicht nur Tore, sondern achten auf Entscheidungen der sonst wenig beteiligten Kinder.
Coachingfragen: „Wo ist das weniger geschützte Tor?“, „Wie kannst du den Ball nach dem Richtungswechsel sichern?“, „Was machst du, wenn beide Tore zugestellt sind?“
Variation: Für Anfänger Feld ruhiger gestalten und Verteidigungsdruck zeitweise senken; für Fortgeschrittene mehr aktive Gegnerentscheidungen zulassen; bei großer Leistungsstreuung flexible Teams bilden statt dauerhaft zu etikettieren.
Beobachtbare Kriterien: Mehrere Kinder beteiligen sich an Angriffen; Blick wird vor Richtungswechsel gehoben; nach Ballverlust wird wieder mitgespielt.
Grenzen: Vier Tore verlangen ausreichend sichere Aufstellung; zu enge Felder oder ungleich verteilte Rollen können Beteiligung sogar verschlechtern. Kein vorgeschriebenes „richtiges“ Laufmuster.
Eigene beschriftete Taktikskizze A – schematischer Blick von oben:
| linke Torseite | Spielfeldmitte | rechte Torseite |
|---|---|---|
| Mini A1 – von Blau verteidigt | Rot 1 mit Ball → Rot 2 bietet kurze Option an | Mini B1 – von Rot verteidigt |
| Mini A2 – von Blau verteidigt | Blau 1 presst – Rot 3 sieht freien Außenraum | Mini B2 – von Rot verteidigt |
Skizzenlegende: Rot und Blau sind Teams, „Mini“ bezeichnet ein gesichertes Minitor; die Pfeilrichtung ist eine mögliche Ballaktion, keine festgelegte Formation. Gegenmaßnahme: Blau kann die offene Außenseite schließen. Plan B: Rot verlagert über den Rückraum zum zweiten Tor; ein Kind sichert hinter dem Ball den freien Raum.

Bildquelle und Rechte: Alameen khalid200, „Youth training at a football field 19.jpg“, Commons-Dateiseite, CC BY-SA 4.0. Lernauftrag: Überlege, welche Umbauten nötig wären, um Wartezeiten für eine große Gruppe zu vermeiden.
Spielform B: Passfenster mit zwei Anspielstationen
Ziel: Raumwahrnehmung, Dreiecke bilden, passende Passentscheidung, nach Ballverlust zusammenfinden und absichern.
Alter/Niveau: etwa ab der späteren Grundlagenphase oder für erfahrene Gruppen; zuvor stark vereinfachen.
Organisation (Lehrmodell): Drei gegen drei im Feld, zwei neutrale Anspielstationen an gegenüberliegenden Seiten, ungefähr 25 × 20 Meter und kurze selbst gewählte Durchgänge. Anspielstationen nach jeder Phase austauschen; Rollen sollen niemanden dauerhaft aus dem Spiel nehmen.
Ablauf: Ballbesitzteam kann die neutrale Station anspielen, muss danach zwischen direktem Vorwärtsspiel und Rückpass entscheiden. Punkt für einen kontrollierten Seitenwechsel mit anschließendem eigenen Dribbling über eine markierte Ziellinie; optional gesicherte Tore statt Linien einsetzen.
Coachingfragen: „Welche Passlinie hast du vor dem ersten Kontakt gesehen?“, „Was ändert sich, wenn der Gegner die Seitenstation zustellt?“, „Wer verhindert einen sofortigen Konter bei Ballverlust?“
Variation: Anfänger erhalten breitere Passfenster und mehr Raum; erfahrene Jugendliche können mit einer neutralen Station oder engerer Zone spielen. Niemals Strafaufgaben oder körperliche Überforderung als „Intensitätssteigerung“ verwenden.
Beobachtbare Kriterien: Vororientierung, Passoptionen in verschiedenen Tiefen, bewusster Wechsel des Angriffswegs und sofortige Reaktion auf Ballverlust.
Grenzen: Neutrale Spieler können zu passiv werden; Überzahl erleichtert Aufbau, bildet aber nicht jede Wettkampfsituation ab. Im anschließenden freien Gleichzahlspiel prüfen, ob die Idee übertragen wird.
Eigene beschriftete Taktikskizze B:
| Anspielstation links | Zentrum | Anspielstation rechts |
|---|---|---|
| Neutral N1 – bietet Breite | Rot R1 am Ball, Rot R2 diagonal, Blau B1 stellt zu | Neutral N2 – bietet Breite |
| Rückpassoption | Rot R3 bleibt als Sicherung hinter dem Ball | Zielraum für Verlagerung |
Gegenmaßnahme: Blau verschiebt und sperrt die erste Passlinie. Plan B: Rot nutzt Rückpass, anderen Winkel und eine zweite Seite. Restverteidigung: R3 bleibt anspielbar und stellt sich so, dass ein Konterweg nicht ungeschützt offensteht; dies ist ein situatives Prinzip, keine feste Position.

Bildquelle und Rechte: snater.com, „Association Football field diagram -de.svg“, Commons-Dateiseite, CC BY-SA 4.0. Lernauftrag: Zeichne eine eigene kleinere Trainingsfläche und markiere zwei unterschiedliche Passfenster. Die hier gezeigten Wettkampffeldmaße sind keine Vorgabe für diese Übung.
Spielform C: Torwechsel nach Ballgewinn
Ziel: Umschaltspiel, Ballgewinn sichern, Entscheidung zwischen Gegenangriff und Ballbesitz, Teamabstand und Restverteidigung.
Alter/Niveau: erfahrene Jugendgruppen; für jüngere Kinder als einfaches Drei-gegen-Drei ohne taktische Zusatzregeln spielbar.
Organisation (Lehrmodell): Vier gegen vier mit zwei standsicheren Toren auf ungefähr 30 × 22 Metern; mögliche Spielphase vier Minuten mit flexibler Erholung. Tore und Ausgangspositionen an vorhandene Kapazitäten anpassen.
Ablauf: Nach einem Ballgewinn hat das neue Angriffsteam zwei Wahlmöglichkeiten: rasch auf das freie Tor zielen oder den Ball sichern und neu aufbauen. Nach kurzer Sequenz ohne Zusatzregel frei spielen. Trainer greifen nur bei Bedarf ein.
Coachingfragen: „Gibt es gerade Raum für den direkten Gegenangriff?“, „Welche Gegnerreaktion macht den schnellen Weg riskant?“, „Wer sichert unseren Ballbesitz für den Fall des Ballverlustes?“
Variation: Für Einsteiger ein größeres Feld oder weniger Gegnerdruck; für Fortgeschrittene gezielte Provokation einer Pressingsituation mit anschließendem Rollenwechsel, aber nicht als starre Sekundenvorgabe für Kinder.
Beobachtbare Kriterien: Spieler erkennen Kontergelegenheit oder kontrollierten Neuaufbau; nach Verlust bleiben nicht alle vor dem Ball; Lösungen werden im freien Spiel eigenständig genutzt.
Grenzen: Ein einzelner erfolgreicher Konter beweist keine Lernwirkung. Taktischer Druck darf nicht in Angst vor Fehlern umschlagen; fehlende Betreuung oder unsichere Tore schließen die Durchführung aus.
Videoquelle und Nutzungsrecht: DFB (Verband), „Vom Trainerzimmer auf den Trainingsplatz“, veröffentlicht 2023, mit Hannes Wolf und Peter Hermann; Einbettung über YouTube, keine CC-Freigabe zur eigenständigen Videoverwertung behauptet. Lernauftrag: Suche im Video zwei kleine Spielformen, vergleiche Organisationsaufwand und Teilhabe mit den drei hier entwickelten Varianten und begründe, weshalb du nicht einfach eine fremde Übung kopierst.
Spielprinzipien, Gegnerreaktionen und Lerntransfer
Wahrnehmen – entscheiden – handeln – neu bewerten
Taktik besteht nicht im Auswendiglernen einer Formation. Sie beschreibt situative Lösungen für Räume, Gegenspiel, Mitspielende und Spielphasen. Im Kindertraining genügen verständliche Fragen und wiederkehrende Spielsituationen; in der Leistungsjugend kann systematischer zwischen Angriff, Verteidigung und Umschalten unterschieden werden.
| Ausgangslage | Erste Idee | Aktive Gegenmaßnahme des Gegners | Plan B | Absicherung |
|---|---|---|---|---|
| Gegner schließt Zentrum | Über Außenseite eröffnen | Gegner verschiebt zur Seite | Rückpass und Seitenwechsel | Anspielperson hinter Ball halten |
| Ballgewinn mit Platz nach vorne | Direkt auf Tor spielen | Gegner sprintet zurück und stellt Schussweg zu | Ball sichern, neuen Angriff eröffnen | Teamabstände verkürzen |
| Hoher Gegnerdruck | Freie Person im Aufbau suchen | Gegner deckt kurze Anspielwege | Raum hinter dem Druck nutzen oder sicher dribbeln | Anschlussmöglichkeiten nach hinten anbieten |
| Eigener Angriff wird breit | Gegenseite für Torabschluss nutzen | Gegner gewinnt Ball im Halbraum | Gegenpressing nur bei guter Nähe, sonst geordnet zurück | Rückraum und zentrale Konterwege sichern |
Eigene Entscheidungsskizze für Umschaltsituationen:
| Start | Prüffrage | Weg A | Weg B |
|---|---|---|---|
| Ballgewinn → | Ist ein sicherer Vorwärtsweg offen? | Ja → zügig angreifen, Anschluss herstellen | Nein → Ball sichern, Raum wechseln |
| Ballverlust → | Sind Ball und Gegenspieler sofort erreichbar? | Ja → kurz koordiniert Druck machen | Nein → zurückordnen, Torraum schützen |
Das ist eine Heuristik, kein automatischer Befehl. Alter, Gruppenerfahrung, Gegnerzahl und Spielverlauf beeinflussen die Entscheidung. Eine gute Ausbildungsleitlinie erlaubt das begründete Abweichen vom Muster.

Animationsquelle und Rechte: Datei „Radiodromehkp.gif“, Commons-Dateiseite, CC BY-SA 4.0, Autor und Versionsangaben auf der Dateiseite nachprüfen. Lernauftrag: Beschreibe nur sichtbare Bewegungsrichtungen; diskutiere, warum eine geometrische Animation kein vollständiger Beweis für eine erfolgreiche Spielsituation mit realem Gegner ist.
Vom angeleiteten zum freien Spiel
Gehe in drei Schritten vor: 1. Im Spiel gezielt beobachten. 2. Mit einer kurzen Frage oder einer kleinen Regeländerung die Entscheidungsaufgabe verdeutlichen. 3. Die Regel entfernen und im freien Spiel erneut beobachten. Ein Transfer ist glaubwürdig, wenn Kinder ohne Zuruf eine passende Lösung wählen oder nach einem Fehlversuch eigenständig eine Alternative finden. Nicht jedes Spiel verlangt denselben Plan; besonders bei Gegneranpassungen muss die freie Entscheidung erhalten bleiben.
Beispiel der Coachingreflexion: Du rufst bei jedem Ballgewinn „sofort nach vorn“. Deine Gruppe verliert wiederholt den Ball an eine gut gestaffelte Abwehr. Notiere erst die Gegnereaktion, frage dann „Wann lohnt das schnelle Spiel?“ und erprobe den Rückpass als Alternative. Prüfe anschließend zwei freie Spielphasen, ob die Kinder je nach Lage unterschiedlich handeln. Ein gelungener Rückpass ist nicht automatisch besser als ein mutiges Dribbling.

Bildquelle und Rechte: Samson Ssemakadde, „SSS 2307.jpg“, Commons-Dateiseite, CC0 1.0. Lernauftrag: Formuliere eine offene Coachingfrage, die nicht schon eine bestimmte Passrichtung vorgibt.
Umsetzung, Kinderschutz und Qualitätsmanagement
Verbindliche Schutz- und Organisationsstandards
Kinderschutz ist ein eigener Bestandteil der Ausbildungsleitlinie. Nutze das DFB-Material zum Schutzkonzept als fachlichen Ausgangspunkt und passe es mit zuständigen Stellen an die Fußballschule an. Bestimme Ansprechperson, Meldewege, Umgang mit Verdachtsfällen, Beschwerdemöglichkeit für Kinder, Regeln zu Nähe und Distanz sowie Aufsichtsverantwortung. Besondere Betreuung muss organisiert sein, bevor eine Gruppe auf mehrere Felder verteilt wird. Kinder werden nicht allein gelassen; zugängliche Toilettenwege und Abholabläufe sind vorher geklärt.
Sicherheitscheck vor dem ersten Ballkontakt: Tore gegen Kippen fachgerecht sichern und beschädigte Tore sperren; Spielfeld- und Torbereiche auf Mängel kontrollieren; passende Bälle, Schienbeinschutz und nicht gefährdende Ausrüstung nutzen; Trink- und Ruhegelegenheiten schaffen; Wetter, Platz und Betreuung prüfen. Der DFB-Leitfaden zu sicheren Toren und IFAB-Regel 4 unterstützen die Prüfung, ersetzen nicht lokale Pflichten. Vorgaben zu Kopfball- oder Maximalbelastungsumfängen für Kinder werden hier bewusst nicht formuliert; für sportmedizinische Fragen sind qualifizierte Fachstellen zuständig.
Video- und Persönlichkeitsrechte: Kein privates Filmen von Kindern für offene Plattformen. Aufnahmen und Veröffentlichung nur bei tragfähiger Rechtsgrundlage, erforderlichen Einwilligungen und dokumentierten internen Regeln; Widerruf, Löschung, Speicherort und Zugriffsrechte berücksichtigen. Bildlizenzen allein klären Persönlichkeitsrechte abgebildeter Personen nicht. Für Trainerreflexion können fiktive Spielszenen oder anonyme Taktikskizzen statt Personenvideos dienen.
Regelabgleich (Stand November 2026): Die IFAB-Spielregeln 2026/27 sind die aktuelle übergeordnete Grundlage. Die DFB-Regeln zu den neuen Spielformen der G-, F- und E-Jugend gelten für die dort beschriebenen Wettbewerbe seit 2024/25; für konkrete Spiele zusätzlich die aktuelle Jugend- und Durchführungsordnung des zuständigen Landesverbands und Veranstalters prüfen. Trainingsmodelle sind keine automatische Erlaubnis, Wettbewerbsregeln zu ändern.
Einführung im Trainerteam: Rollen und Prüfzyklen
| Zeitpunkt | Verantwortliche Rolle | Ergebnis und Nachweis |
|---|---|---|
| Vor dem Start | Leitung und Schutzbeauftragte | Leitbild, Schutzkonzept, Regelcheck, verbindliche Material- und Aufsichtsprüfung |
| Vor jeder Einheit | Zuständige Trainerkraft | Kurzer Feldplan, Lernziel und Betreuung für alle Felder |
| Während der Einheit | Alle Trainerkräfte | Teilhabe und konkrete Spielsituationen ohne personenbezogene Ranglisten beobachten |
| Nach jeder Einheit | Trainerduo oder Team | Zwei gelungene Beobachtungen, eine Änderung und eine Kinderstimme anonymisiert festhalten |
| Nach mehreren Wochen | Leitung mit Trainerteam | Belege mit vereinbarten Zielen vergleichen und Leitlinie gezielt fortschreiben |
Minimal-Protokoll zur Teamreflexion: „Heute gelernt – sichtbar an …; weniger beteiligt waren … ohne Namensnennung; nächstes Mal verändern wir …; Rückmeldung der Kinder …; Sicherheitsfragen …“. Keine personenbezogene Lernakte aus unbegründeten Urteilen erstellen.
Berufspraktischer Modellfall: Drei Felder statt Auswechselbank
Vollständig fiktive Lage: Die Fußballschule „Nordtor“ hat 18 Kinder im Alter von etwa acht bis neun Jahren, drei betreuende Trainerkräfte, eine nutzbare Trainingsfläche und genügend gesicherte Minitore. Im alten Ablauf stehen viele Kinder für Schussfolgen an. Einige erfahrene Kinder dominieren den Ball, neue Kinder bekommen wenig Spielanteile. Die Leitung möchte Fairness, Freude und Entscheidungen sichtbar verbessern; die Eltern wünschen nachvollziehbare Ziele.
Auftrag an das Trainerteam: Erstelle einen Ablauf für eine beispielhafte Stunde, sichere die Organisation, wähle zwei beobachtbare Ziele und beschreibe Anpassungen bei ungleichen Ballkontakten, Sicherheitsproblemen und Gegnerreaktionen.
Nachvollziehbare Musterlösung: Zu Beginn kontrollieren drei Trainerpersonen die standsicheren Tore, Abstände, Ausrüstung und Betreuung. Die 18 Kinder werden flexibel auf drei betreute Felder mit je einem Drei-gegen-Drei verteilt; die Felder erhalten je nach Raum entweder zwei Tore oder eine sichere Linienziel-Variante. Die Spielabschnitte sind kurz und werden an Aufmerksamkeit, Freude und Erholungsbedarf angepasst; es gibt Wasserpausen und eine freie Schlussphase. Für einen beispielhaften 60-Minuten-Rahmen sind etwa 10 Minuten Ankommen und Spielstart, etwa 30 Minuten wechselnde Kleinfeldspiele einschließlich Pausen, etwa 15 Minuten freies Spiel und etwa 5 Minuten Abschlussgespräch denkbar. Diese Zahlen sind ausschließlich anpassbare Lehrmodelle.
Ziele: (a) Jedes Kind trifft während der Einheit wiederholt selbst Spielentscheidungen. (b) In mindestens zwei beobachteten Situationen wechseln Gruppen nach einer gegnerischen Sperrung den Angriffsweg. Die Betreuung zählt stichprobenartig sichtbare Beteiligung auf Gruppenebene und führt anonymisierte Beobachtungen. Bei Dominanz verkleinert das Team Gruppen, verändert Feldmaße oder lässt neue Teams entstehen, ohne einzelne Kinder vorzuführen. Stellt ein Gegner die Mitte zu, fragt die Trainerkraft nach Außenseite und Rückpass als Plan B. Für die erfahrenen Kinder wird die Restverteidigung als „Anschluss hinter dem Ball“ angesprochen; für Anfänger reicht die Frage „Wer hilft bei Ballverlust?“. Die Schlussphase ohne Zusatzregel zeigt, ob Entscheidungen übertragen werden. Ein ungesichertes Tor wird sofort aus dem Betrieb genommen; bei unzureichender Betreuung wird die Zahl gleichzeitig genutzter Felder reduziert.
Bewertungsraster für Leitlinienentwurf und Durchführung (0–2 Punkte je Kriterium):
| Kriterium | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte |
|---|---|---|---|
| Wertebezug | Nur Schlagwörter | Handeln teilweise beschrieben | Wert, konkretes Handeln und Beleg verknüpft |
| Alters- und Teilhabegerechtigkeit | Ausschluss oder Überforderung | Anpassung nur allgemein | Teilhabe beobachtet und begründet angepasst |
| Spielnahe Entscheidungsförderung | Starre Befehlsfolgen | Einzelne Wahlmöglichkeiten | Gegnerreaktion, Alternativen und freier Transfer erkennbar |
| Sicherheit und Kinderschutz | Gefahren oder Zuständigkeiten fehlen | Nur einzelne Checks | Verbindliche Prüfungen, Schutzwege und Betreuung vorhanden |
| Reflexion und Lernnachweis | Nur Ergebnis gezählt | Einzelbeobachtung ohne Änderung | Mehrfachbelege führen zu konkreter Revision |
Auswertung: Maximal 10 Punkte; die Summe ist eine Übungshilfe, kein Qualitätszertifikat. Bei einem Sicherheits- oder Kinderschutzmangel gilt die Umsetzung unabhängig von Punkten als nicht freigegeben. Ein sachlich begründeter Alternativplan kann die Höchstbewertung erreichen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste dein Wissen
Welche Verbindung macht eine Ausbildungsleitlinie überprüfbar? (Wert, Trainerhandeln und beobachtbaren Beleg miteinander verknüpfen) (!Nur die Vereinsfarben und das Logo festlegen) (!Nur die Ergebnisse des letzten Turniers sammeln) (!Alle Teams dieselbe Formation spielen lassen)
Wie sollte Intensität bei Kindern interpretiert werden? (Als passende aktive Beteiligung mit Freude und ausreichender Erholung) (!Als verpflichtendes Training bis zur Erschöpfung) (!Als Verbot jeder Pause) (!Als reine Laufleistung ohne Ball)
Welche Anpassung hilft bei langen Warteketten? (Parallel betreute kleine Spielfelder und kurze Erklärungen nutzen) (!Alle Kinder in eine einzige Reihe stellen) (!Neue Kinder erst am Ende spielen lassen) (!Alle Ballkontakte nur den Erfahrenen geben)
Was ist nach einem Ballverlust eine begründete Entscheidung? (Je nach Abstand Druck aufbauen oder geordnet zurücksichern) (!Immer mit allen Personen blind nach vorne laufen) (!Den Ballverlust ignorieren) (!Nur die Formation unverändert aufsagen)
Wann ist ein Trainingstransfer besonders gut erkennbar? (Wenn Kinder eine Lösung im freien Spiel ohne Zuruf passend einsetzen) (!Wenn Kinder eine Erklärung wortgetreu aufsagen) (!Wenn die Trainerperson jede Aktion ansagt) (!Wenn das Abschlussgespräch entfällt)
Welche Beobachtung passt zum Ziel Beteiligung? (Mehrere Kinder erhalten wiederholt eigene Ballaktionen und Entscheidungen) (!Nur die Torschützen werden gezählt) (!Nur die schnellste Person wird beobachtet) (!Nur die lautesten Kinder werden gefragt)
Wie reagierst du auf ein ungesichertes mobiles Tor? (Das Tor nicht nutzen und die Gefährdung vor dem Spielen beheben) (!Das Tor nur für kurze Spiele verwenden) (!Kinder auf besondere Vorsicht hinweisen und weiterspielen) (!Das Tor durch schwerere Bälle stabilisieren)
Welche Aussage zu Spielsystemen ist angemessen? (Die Lösung muss an Alter, Gegner, Spielsituation und Gruppe angepasst werden) (!Ein einziges System ist für alle Altersstufen optimal) (!Jede Mannschaft muss dieselben Positionen haben) (!Eine Formation ersetzt das Wahrnehmen der Spielsituation)
Was gehört zu einem verantwortlichen Schutzkonzept? (Klare Ansprechpersonen, Meldewege und Verhaltensregeln) (!Nur ein guter Tabellenplatz) (!Öffentlich zugängliche Kinder-Videodateien) (!Ausschließlich eine Materialliste)
Was ist bei Trainingsmodellen und Wettbewerbsregeln richtig? (Lehrmodelle anpassen und gültige Verbands- sowie IFAB-Regeln separat prüfen) (!Eigene Trainingsregeln gelten automatisch in jedem Wettbewerb) (!Spielfeldgrößen eines Lehrbeispiels sind immer verpflichtend) (!Eine frühere Jugendregel ersetzt aktuelle lokale Vorgaben)
Memory
Finde jeweils den Fachbegriff und seine passende Erklärung.
| Leitbild | Gemeinsame Werte und grundlegende Entwicklungsabsichten |
| Beteiligung | Jedes Kind erhält echte Spielaktionen und Wahlmöglichkeiten |
| Rotation | Faire Wechsel zwischen Rollen und Spielgelegenheiten |
| Restverteidigung | Absicherung gegen einen gegnerischen Konter bei eigenem Angriff |
| Coachingfrage | Offene Aufforderung zur eigenen Spielentscheidung |
| Lerntransfer | Gelerntes wird ohne Zusatzregel im freien Spiel genutzt |
Drag and Drop
Ordne jedem Schritt der Leitlinienarbeit die passende Tätigkeit zu.
| Ordne den passenden Begriff zu. | Tätigkeit |
|---|---|
| Leitbild entwickeln | Gemeinsam Werte und grundlegende Ziele formulieren |
| Gruppe einschätzen | Entwicklungsstand und Zugangshürden berücksichtigen |
| Spielform wählen | Spielsituation mit mehreren echten Lösungen schaffen |
| Transfer beobachten | Verhalten ohne zusätzliche Trainerregel prüfen |
| Leitlinie überarbeiten | Beobachtungen in begründete Änderungen übersetzen |
Kreuzworträtsel
Finde die sechs Fachbegriffe.
| Spielfreude | Welches Ziel umfasst Begeisterung und Lust auf das Spielen? |
| Beteiligung | Wie heißt das Mitwirken aller Kinder an Spielhandlungen? |
| Rotation | Wie nennt man den fairen Wechsel von Rollen und Einsatzgelegenheiten? |
| Umschalten | Welcher Vorgang verbindet Ballgewinn oder Ballverlust mit schnellem Neuordnen? |
| Kinderschutz | Welcher Begriff bezeichnet die präventive Sicherung des Wohls junger Menschen? |
| Beobachtung | Wie heißt das gezielte Wahrnehmen sichtbarer Spielsituationen? |
LearningApps
Prüfe verfügbare Übungen kritisch: Nicht jede extern erstellte App passt zur Altersgruppe oder zur geltenden Leitlinie. Ergänze fehlende Gegenmaßnahmen und Sicherheitsfragen selbst.
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fair Play: Formuliere drei kindgerechte Leitlinien-Sätze zu Respekt, Freude und Beteiligung und erkläre jeweils eine sichtbare Handlung.
- Beobachtung: Entwirf eine anonyme Beobachtungskarte für Ballaktionen und Wartezeiten im Kleinfeldspiel.
- Spielfeld: Zeichne eine eigene beschriftete Skizze für ein sicheres Drei-gegen-Drei mit zwei Toren und benenne zwei Anpassungsmöglichkeiten.
- Trainerverhalten: Schreibe vier offene Coachingfragen für ein Kind, das nach Ballverlust zunächst stehen bleibt.
Standard
- Fußballtraining: Plane ein Training mit zwei aufeinander aufbauenden Spielformen, einer freien Spielphase und einem Teilhabecheck.
- Spielintelligenz: Stelle für das Zustellen der Spielfeldmitte einen Angriffsweg, eine gegnerische Gegenmaßnahme und einen Plan B als Entscheidungstabelle dar.
- Kinderschutz: Verfasse eine kurze präventive Checkliste für mobile Tore, Betreuung, Beschwerden und Foto- oder Videorechte.
- Evaluation: Analysiere zwei fiktive Gruppennotizen mit ungleicher Spielbeteiligung und leite drei überprüfbare Anpassungen ab.
Schwer
- Curriculum: Entwickle eine mehrwöchige Ausbildungsleitlinie mit Entwicklungszielen, Zuständigkeiten, Lernnachweisen und Revisionsregeln.
- Taktik (Fußball): Entwirf für erfahrene Jugendliche eine Spielform mit mindestens zwei Gegnerreaktionen, passenden Alternativen und sichtbarer Restverteidigung.
- Qualitätsmanagement: Simuliere eine Trainerkonferenz zu Zielkonflikten zwischen Leistungsanspruch, Freude, Beteiligung und Betreuungsressourcen und dokumentiere den Beschluss.
- Medienkompetenz: Erstelle ein Konzept für einen intern nutzbaren Coachingbericht ohne identifizierbare Kinderfotos oder -videos und mit korrekter OER-Attribution.
Musterlösungen und Beurteilungshilfen zu den zwölf offenen Aufgaben
Leicht 1: „Wir hören einander zu“ wird durch nicht unterbrechende Konfliktklärung sichtbar. „Wir probieren mutig“ wird durch Fehlerversuche ohne Beschämung sichtbar. „Alle spielen“ wird durch tatsächliche Ballaktionen überprüft.
Leicht 2: Eine Karte enthält Zeitfenster, anonymisierte Gruppenzahl aktiver Kinder, Warteketten und eine Veränderung; sie enthält keine Namen, Gesundheitsurteile oder Fotos.
Leicht 3: Zwei beschriftete Torseiten, Laufwege, Sicherheitsabstände und betreuende Person sind eingezeichnet. Varianten: mehr Fläche oder kleinere Teams bei ungleicher Teilhabe.
Leicht 4: „Was ist nach dem Verlust passiert?“, „Wen könntest du unterstützen?“, „Wo ist das Tor gefährdet?“, „Was probierst du beim nächsten Mal?“
Standard 5: Erst Drei-gegen-Drei mit vier Torzielen, danach freies Drei-gegen-Drei mit zwei Toren, anschließend kurze Transferbeobachtung; Spiel- und Ruhezeiten bedarfsgerecht statt als starres Programm.
Standard 6: Plan A = Außenseite nutzen; Gegenmaßnahme = Gegner verschiebt; Plan B = zurückspielen und neu verlagern; Sicherung = Anspielweg hinter Ball anbieten.
Standard 7: Torverankerung prüfen, sichere Materialien und Aufsicht einteilen, Schutzansprechperson benennen, Beschwerden vertraulich behandeln, Foto- und Videoerfassung nur nach rechtlicher Prüfung.
Standard 8: Beispielnotiz „wenige Kinder erhalten die meisten Aktionen“ führt zu kleineren Teams, angepasster Breite und erneuter Beobachtung; die Änderung muss im freien Spiel geprüft werden.
Schwer 9: Eine sinnvolle Folge verknüpft Wahrnehmung, Kooperation, Gegneranpassung und freien Transfer; für jede Phase werden Ziel, Trainerrolle, Beleg und Überprüfung benannt.
Schwer 10: Bei Mittelsperrung Seitenwechsel, bei Flügelsperrung Rückpass oder Richtungswechsel; ein Teammitglied bietet sich so an, dass ein direkter Konter erschwert wird. Varianten bleiben situationsabhängig.
Schwer 11: Ein tragfähiger Beschluss priorisiert Sicherheit und Rechte, sichert Teilnahme aller, differenziert sportliche Herausforderungen und vereinbart nachprüfbare Gruppenbeobachtungen.
Schwer 12: Bericht aus anonymen Spielszenen, selbst gezeichneten Taktikskizzen und aggregierten Beobachtungen; für fremde Medien werden Urheber, Lizenz, Datei- und Quellenlink vermerkt.


Lernkontrolle
- Leitbild: Begründe, wie eine Fußballschule Spielfreude messbar machen kann, ohne Kinder nur nach Toren zu bewerten.
- Trainingsplanung: Entscheide bei 18 Kindern und drei Betreuenden zwischen einem großen und drei kleinen Feldern und formuliere eine Sicherheitsbedingung.
- Umschaltspiel: Erkläre eine Situation, in der ein unmittelbarer Gegenangriff sinnvoll ist, sowie eine Situation, in der Ballsicherung die bessere Wahl sein kann.
- Kinderschutz: Bearbeite einen fiktiven Hinweis, dass eine Betreuungsperson Grenzen missachtet; beschreibe sichere Meldewege ohne Vorverurteilung oder Veröffentlichung.
- Transfer: Entwickle eine Beobachtungsmethode, mit der sich der Übergang von einer gesteuerten Spielform zum freien Spiel nachvollziehen lässt.
- Qualitätsentwicklung: Bewerte den Modellfall „Nordtor“ mit dem Raster und begründe zwei notwendige Änderungen, falls die Hälfte der Kinder kaum Ballaktionen erhält.
Musterantworten zur Lernkontrolle
1. Freude durch freiwillige Beteiligung, kurze kindgerechte Rückmeldungen und beobachtete Wiederaufnahme des Spiels erfassen; mehrere Quellen statt Tore allein heranziehen.
2. Drei kleinere Felder können allen mehr Entscheidungen ermöglichen, sofern jedes Feld sicher, übersichtlich und angemessen betreut ist. Fehlen sichere Tore oder Betreuung, Aufbau reduzieren.
3. Freier Raum nach Ballgewinn spricht für direkten Angriff; geordnete Gegnerüberzahl und fehlende Anschlussoptionen können einen Rückpass mit neuer Spielöffnung rechtfertigen.
4. Betroffene schützen, vorgesehene Kinderschutz-Ansprechperson informieren, sachlich und vertraulich dokumentieren, spezialisierte Stellen nach Schutzkonzept einschalten; keine Spekulation oder Veröffentlichung.
5. In zwei strukturell vergleichbaren freien Spielphasen anonym notieren, ob Passfenster, Wechsel und Absicherung ohne Zuruf auftreten; Schwankungen und Alternativen berücksichtigen.
6. Bei geringer Beteiligung ist das Ziel noch nicht erreicht. Teams/Felder differenzieren, Aufsicht gewährleisten und im nächsten Training mit denselben Kriterien erneut überprüfen. Ein Sicherheitsmangel sperrt eine Spielform unabhängig von der Punktzahl.
Lernnachweis
Ein belastbarer Lernnachweis besteht aus einem eigenen Leitliniendokument mit pädagogischen Werten, Entwicklungszielen für unterschiedliche Gruppen, konkreten Trainerabsprachen, drei anpassbaren Spielformen, Gegenmaßnahmen, Plan B, Restverteidigung, Sicherheit, Kinderschutz, lokalen Regelprüfungen und Überarbeitungszyklus. Hinzu kommen eigene beschriftete Taktikskizzen und Ablaufpläne, eine bearbeitete Praxisfalllösung mit Bewertungsraster, ein anonymisierter Beobachtungsbogen und eine schriftliche Coachingreflexion nach einer freien Spielphase. Die Lernenden erklären, welche Entscheidung sie aufgrund welcher Beobachtung angepasst haben. Beurteile besonders die Begründung, Teilhabe und Umsetzbarkeit, nicht eine vermeintlich einzige taktische Musterantwort.
OER und Wikipedia
Fachliche Primärquellen und Regelbezug (geprüft im November 2026):
- DFB – Trainingsphilosophie Deutschland: Freude, Intensität, Wiederholung und Kleinfeldspiele.
- DFB-Akademie – Wie wir trainieren, so spielen wir: Einblicke in spielnahe Nachwuchs- und Elitespielformen; altersgerecht übertragen statt kopieren.
- DFB – Kinderfußball: Spielformen G bis E und Wettkampfhinweise; lokale Durchführung prüfen.
- IFAB – Spielregeln 2026/27: für aktuelle offizielle Fußballregeln; aktuelle Verbandsbestimmungen zusätzlich heranziehen.
- DFB – Schutzkonzept: Prävention und Meldewege.
- DFB – Sicherheit von Fußballtoren: Gefahrenquellen und Prüfpraxis.
Mediennachweise und Wiederverwendungsrechte: Alle Commons-Dateien werden mit ihren auf der jeweiligen Commons-Seite ausgewiesenen Lizenzdaten zitiert; dort Lizenzbedingungen und mögliche Rechte dargestellter Personen vor eigenständiger Weiterverwertung nochmals prüfen. Die DFB-YouTube-Videos werden ausschließlich über ihre Plattform-Einbettung eingebunden; sie sind nicht automatisch OER.
| Eingebettete Datei / Video | Verifizierte Dateiseite oder Videoquelle | Urheber / Kanal | Lizenz- und Rechteangabe |
|---|---|---|---|
| Football training exercises.jpg | Wikimedia Commons | Mepereshka | CC BY-SA 4.0 |
| Youth training at a football field 21.jpg | Wikimedia Commons | Alameen khalid200 | CC BY-SA 4.0 |
| Football Coaching - Howrah Swamiji Sangha - Dumurjala - Howrah 2014-06-08 5012.JPG | Wikimedia Commons | Biswarup Ganguly | CC BY 3.0 |
| Youth training at a football field 19.jpg | Wikimedia Commons | Alameen khalid200 | CC BY-SA 4.0 |
| Association Football field diagram -de.svg | Wikimedia Commons | snater.com | CC BY-SA 4.0 |
| Radiodromehkp.gif | Wikimedia Commons | Commons-Urheberangabe und Versionsgeschichte | CC BY-SA 4.0 |
| SSS 2307.jpg | Wikimedia Commons | Samson Ssemakadde | CC0 1.0 |
| tI6zE8YPlXk | DFB-Video 2025 | DFB (Verband) | Plattform-Einbettung, Urheberrechte beim Kanal, keine offene Lizenz behauptet |
| _kzw9ODTvP4 | DFB-Video 2023 | DFB (Verband) | Plattform-Einbettung, Urheberrechte beim Kanal, keine offene Lizenz behauptet |
Wikipedia als ergänzende, kritisch zu prüfende Übersicht: Training (Sport), Taktik (Fußball), Fußball; diese Artikel ersetzen keine aktuelle Verbandsregel.
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