Zum Inhalt springen

Spielprinzipien in beobachtbare Entscheidungen übersetzen - Fußballtraining

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Spielprinzipien in beobachtbare Entscheidungen übersetzen - Fußballtraining

QR-Code



Einleitung

Wie wird aus dem Satz „Wir wollen anspielbar sein“ eine Entscheidung, die ein Trainerteam im laufenden Spiel tatsächlich beobachten, besprechen und verbessern kann? Dieser aiMOOC richtet sich an Leitungen und Trainerteams von Fußballschulen, die aus Spielprinzipien überprüfbare Handlungsangebote entwickeln wollen. Du lernst, Prinzip, Unterprinzip und konkrete Szene sauber zu unterscheiden und die Schwerpunkte Anspielbarkeit, Raumgewinn und Absicherung in kleinen Spielformen anzuwenden.

Das didaktische Grundmuster lautet: Situation wahrnehmen → Handlungsoptionen erkennen → begründet entscheiden → Folge beobachten → gemeinsam reflektieren. Gute Entscheidungen hängen vom Gegnerverhalten, Mitspielenden, Raum, Spielstand und Können ab; ein Prinzip ist keine starre Passfolge. Die Trainingslehre verbindet hier Fußballtaktik, Spielintelligenz, Bewegungslernen und pädagogisches Feedback.

Zielgruppe und Grenzen: Im Kinderfußball stehen Spielfreude, Eigenaktivität, altersgerechte kleine Gruppen und sichere Betreuung im Vordergrund. In der Leistungsjugend können taktische Bedingungen differenzierter und unter angemessenem Druck gestaltet werden; bei Erwachsenen sind komplexere Mannschaftsaufgaben möglich. Sämtliche folgenden Feldgrößen, Personenzahlen, Zeiten und Belastungswechsel sind veränderbare Lehrmodelle, keine altersbezogenen Pflicht- oder Maximalbelastungen. Vor Ort bestimmen Qualifikation, Entwicklungsstand, Platz, Wetter, Material und lokale Regeln die Durchführung. Dieser Kurs ersetzt weder Trainerqualifikation noch Schutz- und Sicherheitskonzepte.

Leeres Fußballfeld als gemeinsame Grundlage für Beobachtung und eigene Taktikskizzen
Leeres Fußballfeld als gemeinsame Grundlage für Beobachtung und eigene Taktikskizzen

Bildquelle und Rechte: Maurizio, Wikimedia Commons: Football pitch.svg, CC BY-SA 4.0, unverändert eingebunden. Lernauftrag: Markiere zunächst auf einer eigenen Feldkopie drei unterschiedliche Räume für Anspielbarkeit, Raumgewinn und Absicherung. Beschreibe zu jedem Raum eine mögliche Entscheidung statt nur eine Position.


Vom abstrakten Prinzip zur beobachtbaren Szene


Drei Ebenen unterscheiden

Ein Spielprinzip formuliert eine übergeordnete Orientierung: „In Ballbesitz gemeinsam Lösungen schaffen, ohne die Absicherung zu verlieren.“ Ein Unterprinzip präzisiert das gewünschte Verhalten: „Der ballnahen Person mindestens zwei unterschiedliche Passrichtungen anbieten.“ Eine Szene ist ein einmaliger, zeitlich und räumlich bestimmter Vorgang: „Als Blau B am rechten Rand unter Druck gerät, löst sich Blau C diagonal aus dem Deckungsschatten.“ Nicht die Formation oder das Ergebnis allein beweist das Prinzip, sondern eine zu den wahrgenommenen Bedingungen passende Handlung.

Eine vollständige Beobachtungsaussage besteht aus Auslöser, Handlung, Wirkung und möglicher Alternative. Beispiel: „Bei seitlichem Gegnerdruck blickt C vor dem Pass über die Schulter, öffnet den Körper und bietet sich diagonal an; dadurch entsteht ein nutzbarer Passwinkel. Bei versperrter Linie wäre ein kurzes Rückangebot sinnvoll.“ Ein einzelner Torerfolg beweist kein dauerhaft stabiles Verhalten. Umgekehrt kann eine gut begründete Entscheidung trotz eines technischen Fehlers richtig gewesen sein.


Operationalisierung als Entscheidungskette

Eigenes Ablaufdiagramm – Entscheidungsfenster bei Ballbesitz:

Schritt Prüfbare Leitfrage Beobachtbares Zeichen Mögliche Reaktion
Wahrnehmen Wo sind Ball, Gegnerdruck und freie Räume? Kopfbewegung oder sichtbar angepasste Stellung Blickrichtung und Abstand neu wählen
Optionen schaffen Gibt es mehrere echte Anschlüsse? Diagonaler Passweg und Tiefenoption werden angeboten Freilaufen, Breite oder Rückraum besetzen
Abwägen Welche Option hält Nutzen und Risiko im Verhältnis? Blick, Tempo und Passrichtung passen zum Druck Passen, andribbeln oder sichern
Handeln Wird die Option zum passenden Zeitpunkt genutzt? Ball und Laufweg sind abgestimmt Aktion ausführen oder abbrechen
Nachsichern Wer schützt den Raum bei Ballverlust? Hinter oder neben dem Ball wird Zugriff vorbereitet Staffelung und Rückweg anpassen
Reflektieren Was löste die Entscheidung aus? Person kann Grund und Alternative benennen Erneut unter veränderter Bedingung spielen


Beobachtungsqualität statt bloßer Etiketten

Wörter wie „gut gelaufen“, „zu wenig Bewegung“ oder „falscher Pass“ sind zu unscharf. Besser sind sichtbare, zeitlich eingegrenzte und kontextbezogene Indikatoren. In einer beispielhaften Sequenz aus fünf Angriffen kann das Trainerteam notieren, bei wie vielen Szenen vor dem Zuspiel eine zusätzliche Passrichtung entstand. Diese Zahl ist nur ein Beobachtungsanker; sie misst weder Persönlichkeit noch alleinige Qualität. Erhebe Chancen und Entscheidungen getrennt: Nicht jede Situation bietet denselben Raum.

Prinzip Konkrete Beobachtung Häufiger Fehlschluss Reflexionsfrage
Anspielbarkeit Freie Verbindung entsteht vor oder mit dem Ballkontakt Viel laufen bedeutet immer frei sein Konnte der Ball tatsächlich durch die Lücke gespielt werden?
Raumgewinn Eine Linie wird kontrolliert überwunden oder Gegner gebunden Jeder Vorwärtspass ist Fortschritt Ist die neue Spielsituation günstiger und anschlussfähig?
Absicherung Eine Person kann nach Ballverlust gefährlichen Raum schließen Viele Personen hinter dem Ball sichern automatisch Wer erreicht den zentralen Konterweg zuerst?


Anspielbarkeit und Vororientierung


Dreiecke, Staffelung und Timing

Anspielbarkeit bedeutet mehr als eine freie Spielfigur. Der Passweg muss im Moment des Zuspiels nutzbar, die Distanz machbar und der Anschluss nach der Annahme sinnvoll sein. Entscheidend sind das Lösen aus dem Deckungsschatten, gestaffelte Höhen und Breiten, ein passender Körperwinkel und die Abstimmung mit dem Ballführenden. Vororientierung heißt, Informationen über Raum und Gegner zu gewinnen, bevor der Ball kommt; sie kann über Blickverhalten oder einen wirksamen Stellungswechsel sichtbar werden. Sie ist nicht mechanisch durch eine vorgeschriebene Zahl von Schulterblicken definiert.

Unterprinzip A: Der ballnahen Person eine seitliche und eine diagonale Option geben. Unterprinzip B: Wenn der direkte Passweg geschlossen ist, durch Gegenbewegung Raum öffnen oder eine sichere Rückpassoption schaffen. Unterprinzip C: Nicht alle zum Ball ziehen: Eine Person bietet sich nah an, eine hält Tiefe, eine schützt den Rückraum. Kindern helfen dazu kurze Fragen: „Wo kannst du den Ball bekommen?“, „Wo ist noch Platz?“ und „Wer hilft hinter dem Ball?“


Eigene Taktikskizze A – rechter Druck, zwei Lösungen

Leserichtung: Das angreifende Team Blau spielt nach oben. B ist am Ball, A bietet seitlich an, C ist diagonal im Halbraum, S sichert hinter dem Ball, X und Y verteidigen. Die Felder bezeichnen grobe relative Räume und sind keine maßstäbliche Spieleraufstellung.

Skizze A: Anspielbarkeit vor dem Zuspiel
Linke Bahn Linker Halbraum Zentrum Rechter Halbraum Rechte Bahn
frei frei C: diagonale Option X: sperrt innen frei
frei A: seitliches Angebot freier Passraum Y: lenkt B: BALL
frei frei S: Absicherung frei frei

Lösung 1: Y lenkt B nach außen, aber die Diagonale zu C ist frei: C öffnet sich vor dem Pass, B kann C kontrolliert anspielen. Aktive Gegenmaßnahme: X verschiebt in Cs Passlinie. Plan B: B nutzt A oder S, verlagert anschließend in einen neu geöffneten Raum. Restverteidigung: S bleibt versetzt hinter dem Ball und beobachtet die zentrale Konterspur; S darf nicht ohne Anlass mit nach vorne laufen.

Beobachtbare Kriterien: C wird vor dem Pass im richtigen Winkel frei, A bleibt als zweite Option erreichbar, S hält eine sinnvolle Absicherungsposition. Typische Fehler: gleichzeitig zum Ball laufen, hinter X stehen bleiben, nur die freie Fläche statt die Passlinie beachten, nach dem Pass den Anschluss vergessen. Alternative: Gegnerbindung durch kontrolliertes Andribbeln, wenn der direkte Pass keine gute Anschlussaktion erlaubt.

Feldzonen und Regelmarkierungen zur präziseren Beschreibung von Szenen
Feldzonen und Regelmarkierungen zur präziseren Beschreibung von Szenen

Bildquelle und Rechte: snater.com, Wikimedia Commons: Association Football field diagram -en.svg, CC BY-SA 4.0, unverändert eingebunden. Lernauftrag: Benenne auf der Feldskizze relativ zum Ball eine seitliche, diagonale und absichernde Verbindung. Die Originalmaße der Grafik sind keine Feldvorgaben für die kleinen Lehrspielformen.


Beobachten, coachen, freies Spiel

Beobachtungsvorschlag: Ein Trainerteam notiert in kurzen, vorher vereinbarten Szenen, ob ein zweiter Passweg entstand, ob eine Person im Deckungsschatten verblieb und welche Gegenbewegung die Verteidigung auslöste. Feedback ist knapp und beschreibt Entscheidungen: „Du hast die Diagonale geöffnet, als X nach innen rückte. Was hättest du getan, wenn X dort geblieben wäre?“ Nach kurzer Intervention wird ohne Sonderregel frei gespielt; nur dann zeigt sich, ob das Unterprinzip unter wechselndem Druck wieder auftaucht.


Raumgewinn gegen organisierten Gegnerdruck


Fortschritt ist relativ zur nächsten Spielsituation

Raumgewinn kann durch Dribbling, vertikalen Pass, Verlagerung oder gezieltes Binden einer verteidigenden Person entstehen. Er ist nicht identisch mit Metern nach vorne. Ein riskanter Ball hinter die letzte Linie kann wenig Nutzen bringen, wenn keine Anschlussaktion möglich ist; ein Rückpass kann dagegen durch lockenden Gegnerdruck den nächsten Durchbruch vorbereiten. Beurteile Druck, freie Anschlussräume, Ballkontrolle und Absicherung zusammen.

Eine Grundordnung ist eine Orientierungsstruktur und keine universell richtige Lösung. Dieselbe Idee kann aus unterschiedlichen Anordnungen umgesetzt werden. So kann eine Mannschaft im Aufbau breiter werden und nach Ballverlust kompakter verteidigen. Die Bildbeispiele illustrieren Formen, nicht deren automatische Qualität.

Beispiel einer 4-3-3-Grundordnung als Ausgangspunkt für veränderbare Aufgaben
Beispiel einer 4-3-3-Grundordnung als Ausgangspunkt für veränderbare Aufgaben

Bildquelle und Rechte: Mario Ortegon und Vektorbearbeitung Rumpelstilzchen 666, Wikimedia Commons: Association football 4-3-3 formation.svg, CC BY-SA 4.0 für die dargestellte Vektorfassung; die Datei nennt zusätzlich Lizenzen des Ursprungswerks. Lernauftrag: Beschreibe in dieser Anordnung zwei Möglichkeiten zum Überwinden einer gegnerischen Linie und je einen Restverteidigungsraum.


Drei situationsabhängige Wege nach vorn

Variante 1 – Pass durch die Linie: Eine Person im Zwischenraum wird anspielbar, sobald der Verteidiger seitlich herausrückt. Kennzeichen: Ball und Empfänger erreichen kontrolliert die nächste Linie. Gegenmaßnahme: Gegner schließt den Zwischenraum mit einer nachrückenden Person. Plan B: über außen spielen oder nochmals sichern.

Variante 2 – Gegner binden, dann ablegen: B dribbelt bewusst auf eine verteidigende Person zu, lockt diese aus der Position und passt in den frei werdenden Raum. Gegenmaßnahme: Zweite verteidigende Person doppelt B. Plan B: frühzeitig klatschen lassen, Tempo herausnehmen, Rückraum nutzen.

Variante 3 – Verlagerung: Der Gegner presst ballnah in Überzahl; ein sicherer Zwischenpass öffnet die ballferne Seite. Gegenmaßnahme: Der gegnerische Block verschiebt schnell. Plan B: den nun frei werdenden zentralen Raum suchen oder Ballbesitz sichern. Absicherung in allen Varianten: Hinter dem Ball muss mindestens eine real handlungsfähige, dem Konterweg angemessene Staffelung erhalten bleiben; starre Spielerzahlen reichen als Kriterium nicht aus.

Eigenes Ablaufdiagramm B: Gegnerdruck hoch? → Ja: freie direkte Verbindung prüfen → bei kontrollierbarem Pass Linie überspielen; sonst Gegner anlocken und über Dritte spielen. → Nein: kontrolliert andribbeln und Reaktion provozieren. → Bei Ballverlust: zunächst Ballnähe, offene Konterräume und Zugriffsmöglichkeit prüfen; gemeinsam entscheiden zwischen sofortigem Stören und Rückzug.


Den Gegner aktiv mitdenken

Schwache Übungsdesigns haben nur eine vorgesehene Lösung. Stelle die verteidigende Mannschaft ausdrücklich vor Gegenaufgaben: zunächst Zentrum schließen, später Passlinie nach außen sperren oder nach Ballgewinn sofort auf ein Ziel umschalten. So wird das Prinzip unter echtem Entscheidungsdruck geprüft. Beobachte nicht nur Erfolg, sondern ob Spielende Änderungen des Gegners wahrnehmen und ihren Plan anpassen.

Weitere Grundordnung zum Vergleich von Breite, Tiefe und Absicherung
Weitere Grundordnung zum Vergleich von Breite, Tiefe und Absicherung

Bildquelle und Rechte: Mario Ortegon und Vektorbearbeitung Rumpelstilzchen 666, Wikimedia Commons: Soccer formation 3-4-3.svg, CC BY-SA 4.0 für die Vektorfassung, mit weiteren im Dateieintrag genannten Ursprungslizenzen. Lernauftrag: Vergleiche, welche Passwinkel sich durch tatsächliche Bewegungen ergeben könnten. Begründe, weshalb eine Zeichnung nicht beweist, dass eine Ordnung einem anderen System überlegen ist.


Absicherung, Ballverlust und Gegenmaßnahmen


Restverteidigung als handlungsfähige Beziehung

Absicherung meint die Fähigkeit, nach Ballverlust gefährliche Räume, Passwege und Gegenspielende rechtzeitig zu beeinflussen. Restverteidigung umfasst daher nicht nur die Anzahl verbliebener Spielender, sondern deren Abstände, Blickrichtungen, Zugriffsmöglichkeiten und Aufgaben. Ein breit gestaffeltes Team kann trotz vieler Personen hinter dem Ball offen für einen zentralen Konter sein. Ebenso darf übervorsichtige Absicherung nicht jede offensive Option verhindern.

Unterscheide Ballnahe Sicherung (Druck auf den ersten Pass), zentrale Sicherung (direkten Weg zum Tor verschließen) und ballferne Sicherung (Verlagerung und Tiefenlauf bedenken). Wer auf den Ball drückt, braucht eine mitdenkende Mitspielerin oder einen Mitspieler hinter sich. Für Kinder reichen einfache Absprachen wie „Eine Person hilft hinten“ und „Nach Ballverlust gemeinsam zurück“; komplexe Rollenrotationsschemata gehören nicht automatisch ins Kindertraining.


Eigene Taktikskizze B – Ballverlust im rechten Halbraum

Skizze B: Umschaltmoment; Blick nach oben in Richtung des angegriffenen Tores
Linke Bahn Linker Halbraum Zentrum Rechter Halbraum Rechte Bahn
frei X: gegnerische Tiefenoption frei Y: neuer Ballbesitz frei
A: ballfern frei S: Zentralabsicherung B: Ballverlust frei
frei frei T: zweite Sicherung frei frei

Entscheidung A: B hat unmittelbaren, kontrollierten Zugriff auf Y und S deckt den Tiefenpass: B stört aktiv, S verschließt die gefährliche Diagonale. Gegenmaßnahme: Y lässt den Ball mit einem Kontakt zu X prallen. Plan B: S orientiert sich vor dem Pass zu X, T sichert dahinter. Entscheidung B: B ist überspielt und S steht allein im großen Raum: Statt blindem Gegenpressing kann ein geordneter Rückzug den zentralen Weg besser schützen. Kriterium: Die gewählte Reaktion muss zur realen Zugriffschance passen, nicht zu einem starren Kommando.

Wettkampffoto als Anlass für differenzierte Fragen zu Druck und Absicherung
Wettkampffoto als Anlass für differenzierte Fragen zu Druck und Absicherung

Bildquelle und Rechte: Santiago Times, Wikimedia Commons: Chiles pressing football (10888074086).jpg, CC BY 2.0, unverändert eingebunden. Lernauftrag: Kennzeichne nur tatsächlich sichtbare Druck- und Sicherungshinweise. Was bleibt in einem einzelnen Standbild unsichtbar? Leite keine Gewissheiten über die Folgeaktion ab.


Videoanalyse: sehen, anhalten, fragen

Quelle und Rechte: DFB (Verband), offizieller YouTube-Kanal, Hannes Wolf und der BVB präsentieren die Trainingsphilosophie Deutschland in Dortmund, veröffentlicht am 12.05.2025; Video urheberrechtlich beim jeweiligen Rechteinhaber, keine freie Lizenz nachgewiesen, nur Plattform-Einbettung, keine Übernahme oder Weiterverarbeitung. Lernauftrag: Wähle eine gezeigte kleine Spielsituation aus. Stoppe vor der Aktion: Welche zwei Entscheidungen wären möglich? Notiere danach Auslöser, beobachtete Handlung, Gegnerreaktion und eine denkbare Alternative. Die Übungsbeschreibungen dieses Kurses sind eigenständig erstellt und nicht aus dem Video übernommen.


Drei veränderbare Spielformen für Trainerteams

Hinweis für alle drei Modelle: Die genannten Personen, Feldabmessungen, Spielphasen, Wechsel und Belastungen dienen allein als anpassbare Lehrbeispiele. Sie sind keine normativen Vorgaben. Alter, Fähigkeiten, Gruppengröße, Pausenbedarf, Betreuung, Wetter und örtliche Sicherheit gehen vor. Insbesondere bei Kindern keine Maximalbelastung, kein erzwungenes Kopfballtraining, keine Ausscheidungs- oder Beschämungsregeln. Durch kleine, möglichst parallel aufgebaute Felder erhalten alle möglichst viele selbstbestimmte Ballaktionen.


Spielform A: Zwei echte Passangebote

Ziel: Vor dem ersten Ballkontakt eine seitliche und eine diagonale Option erkennen und ermöglichen.

Alter/Niveau: Für kindgerechte Grundlagenarbeit einfach nutzbar, für Leistungsjugend und Erwachsene durch Gegnerdruck und Richtungswechsel steigerbar. Organisation: Als Lehrmodell 3 gegen 3 auf etwa 18 × 24 m mit zwei kleinen, sicher befestigten Zielen; bei größeren Gruppen mehrere Felder parallel. Ablauf: Freies Spiel auf Ziele. Nach einer kurzen Spielphase fragt die Leitung in einer passenden Unterbrechung, welche zweite Passoption tatsächlich nutzbar war. Bei Bedarf gibt es einen neutralen Außenspielenden als zeitweilige Erleichterung, jedoch keine dauerhafte „Pflicht zu zwei Pässen“. Coachingfragen: „Wo ist die Passlinie offen?“, „Wann wurde C frei?“, „Was könntest du tun, wenn X die Diagonale schließt?“ Variation: Engerer Raum für erfahrene Gruppen oder zusätzliche offene Außenzone für Anfänger; Verteidigung darf jeweils eine bestimmte Linie bewusst sperren. Beobachtbare Kriterien: Unterschiedliche Passwinkel, Timing der Freilaufbewegung, Handlung nach gegnerischem Verschieben. Grenzen: Mehr Angebote dürfen nicht zulasten des direkten Torabschlusses erzwungen werden; bei Überforderung Raum, Gegnerzahl und Regelkomplexität anpassen. Belastung: Beispielhafte kurze Spielabschnitte mit bedarfsgerechten Erholungs- und Trinkmöglichkeiten statt fester Belastungsnorm.


Spielform B: Linie überwinden oder Raum bewusst sichern

Ziel: Ein Drucksignal erkennen und entscheiden zwischen andribbeln, Pass durch die Linie, Verlagerung und Sicherung.

Alter/Niveau: Einfache Richtungsentscheidung für erfahrene Kinder; differenzierte Gegnersteuerung eher für ältere Nachwuchsgruppen oder Erwachsene. Organisation: Lehrmodell 4 gegen 4 auf etwa 25 × 32 m mit markierter, ungefährlicher Orientierungszone und zwei gesicherten Toren oder Dribbeltoren. Ablauf: Jede Mannschaft versucht, eine markierte Mittellinie kontrolliert zu überwinden und danach einen Torabschluss zu finden. Die Linie dient nur der Beobachtung; es gibt keine automatische Zusatzpunkt-Pflicht für riskante Vorwärtspässe. Coachingfragen: „Welcher Gegner verlässt seinen Raum?“, „Ist ein sicherer Vorwärtspass möglich?“, „Wer übernimmt hinten, wenn du gehst?“ Variation: Verteidigung sperrt abwechselnd Zentrum oder Flügel; Anfänger dürfen über eine neutrale Rückspielstation verlagern. Beobachtbare Kriterien: Bewusste Gegnerbindung, kontrollierter Raumgewinn, Anschlussoption nach Überwinden der Linie, sinnvolle Rückpassentscheidung. Grenzen: Feld- und Zonengröße müssen zum Raumgefühl passen; ohne erkennbare Verteidigerentscheidung entsteht nur ein Passmuster. Belastung: Wechsel und Pausen nach Situation und Betreuung abstimmen.


Spielform C: Nach Ballverlust Zugriff oder Rückzug?

Ziel: Nach dem Ballverlust Druckchance und zentrale Absicherung gemeinsam einschätzen.

Alter/Niveau: Im Kinderbereich nur als einfaches freies Umschaltspiel; für Leistungsjugend und Erwachsene mit ausgearbeiteten Rollen. Organisation: Lehrmodell 3 gegen 3 plus zwei wechselnde Unterstützende auf etwa 22 × 28 m, zwei standsichere Ziele; abweichende Gruppengrößen problemlos möglich. Ablauf: Nach Ballgewinn darf sofort in die andere Richtung angegriffen werden. Die Leitung zeichnet lediglich ausgewählte Auslöser auf: neue Ballposition, erreichbarer Pass, freie Konterspur. Keine künstliche Pflicht zum sofortigen Sprint gegen jede Spielsituation. Coachingfragen: „Kommst du sicher an den Ball?“, „Wer schützt die Mitte?“, „Wann wäre Zurückfallen klüger?“ Variation: Ein Ziel auf der ballfernen Seite macht das Risiko der Verlagerung sichtbarer; für Einsteiger kleinere Gegnerzahl oder breitere Sicherheitszone. Beobachtbare Kriterien: Abgestimmter erster Zugriff, Reaktion der Sichernden, rechtzeitiger Wechsel zu Rückzug, kein unkontrolliertes Hinterherlaufen. Grenzen: Sicherheitsabstände zu anderen Feldern und Toren beachten; bei Streit, Gefahr oder Erschöpfungszeichen unterbrechen und betreuen. Belastung: Keine allgemeine Maximalforderung, sondern bedarfsgerechte Steuerung und Pausen.


Beobachtungsbogen und kurze Coaching-Schleife

Eintrag Beispiel einer rein erfundenen Beobachtung Leitfrage für die Reflexion
Auslöser X schiebt aus dem Zentrum auf die Ballseite Welche Information war sichtbar?
Entscheidung C startet diagonal, A bleibt seitlich anspielbar Warum war diese Option im Moment plausibel?
Wirkung B kann kontrolliert über C aufdrehen Welche Anschlussaktion entstand?
Gegnerreaktion Zweiter X stellt die nächste Passlinie zu Wie könnte ein Plan B aussehen?
Absicherung S hält den zentralen Rückraum Welcher Konterweg war dadurch geschützt?
Transfer Gleiche Aufgabe ohne Sonderpunkte und Ansagen Ist das Prinzip im freien Spiel wiederzuerkennen?

Coaching-Schleife als Lehrmodell: kurze Beobachtungsphase → präzise Frage statt Daueransage → Spielende begründen eigene Option → Variante mit aktiver Gegnermaßnahme → freies Spiel ohne Coaching-Stopp → zweite gemeinsame Reflexion. In Kindergruppen lieber wenige verständliche Hinweise, Selbstwirksamkeit und Spaß als umfangreiche Fehlerprotokolle.

Übungssituation als Vergleichsanlass für Aktivität und echte Entscheidungsgelegenheiten
Übungssituation als Vergleichsanlass für Aktivität und echte Entscheidungsgelegenheiten

Bildquelle und Rechte: Shixart1985, Wikimedia Commons: Players engage in practice drills.jpg, CC BY 2.0, unverändert eingebunden. Lernauftrag: Überlege, welche Fragen sich aus einem einzelnen Trainingsfoto zu Aktivität, Beteiligung und tatsächlichem Gegnerdruck beantworten lassen – und welche nicht.

Quelle und Rechte: DFB (Verband), offizieller YouTube-Kanal, Trainingsphilosophie Deutschland: Hannes Wolf in Wolfsburg, veröffentlicht am 02.05.2025; urheberrechtlich geschütztes Verbandsvideo, keine freie Lizenz nachgewiesen, nur YouTube-Einbettung. Lernauftrag: Vergleiche die im Film thematisierte Orientierung am einzelnen Kind mit Spielform A. Entwickle zwei Anpassungen, die Beteiligung und Freude erhöhen, ohne das Lernprinzip zu verfälschen.


Modellfall, Auswertung und verantwortliche Umsetzung


Berufspraktischer Modellfall: die offene Mitte

Fiktive Ausgangslage: Ein Trainerteam der Fußballschule „Feldblick“ beobachtet eine gemischte U13-Lerngruppe. Die Namen und Ereignisse sind vollständig erfunden. In einer Übungssequenz dribbelt Blau B rechts vorwärts. Zwei Teammitglieder laufen gleichzeitig in denselben ballnahen Korridor; die zentrale Rücksicherung fehlt. Rot X schließt die Passlinie, gewinnt den Ball und spielt durch die Mitte auf Rot Y. Das Trainerteam sagt bisher nur „Mehr bewegen!“ und „Schneller nach vorne!“.

Auftrag: Formuliere ein Prinzip, zwei Unterprinzipien, drei beobachtbare Indikatoren sowie jeweils eine plausible Lösung, eine aktive Gegnermaßnahme und einen Plan B. Entwirf eine kurze Variation von Spielform A oder C, die die Situation mehrfach unter wechselnder Gegenwehr auftreten lässt. Erkläre, wie du den Übergang in ein freies Spiel prüfst.

Nachvollziehbare Musterlösung: Prinzip: „Wir schaffen Anschluss nach vorne und schützen zugleich den gefährlichen Raum hinter dem Ball.“ Unterprinzip 1: „Eine Person macht eine echte diagonale Passlinie auf, eine weitere bleibt als seitliche oder rückwärtige Option erreichbar.“ Unterprinzip 2: „Mindestens eine geeignete Person hält vor der riskanten Vorwärtsaktion die zentrale Konterspur im Blick.“ Indikator I: C löst sich rechtzeitig aus dem Deckungsschatten. Indikator II: B kann nach dem Blick auf X zwischen diagonalem Pass und sicherem Rückspiel wählen. Indikator III: S bleibt zentral so gestaffelt, dass ein Pass auf Y beeinflusst werden kann. Lösung: C und A staffeln sich verschieden, B passt nur bei offenem Winkel; S sichert. Gegenmaßnahme: Rot X versperrt Cs Diagonale und Rot Y startet tief. Plan B: Rückspiel auf S oder kontrollierte Verlagerung über A, während S und eine zweite Person den zentralen Raum sichern. Variation: die Verteidigung wechselt auf Signal eigenständig zwischen Zentrum- und Flügelsperre, ohne die richtige Antwort vorher anzusagen. Transfer: kurze freie Partie; Beobachtende vergleichen nur vergleichbare Auslöser und fragen nach Gegenalternativen. Wichtig: Auch Dribbling oder Rückzug können in einzelnen Situationen die bessere Lösung sein.


Bewertungsraster für die Trainerteam-Arbeit

Kriterium 0 Punkte – noch nicht erkennbar 1 Punkt – teilweise erkennbar 2 Punkte – überzeugend nachgewiesen
Ebenen unterscheiden Prinzip, Unterprinzip und Szene vermischt Zwei Ebenen schlüssig getrennt Alle drei Ebenen präzise und miteinander verbunden
Beobachtbarkeit Nur Wertungen wie gut oder schlecht Einzelne konkrete Zeichen Auslöser, Handlung und Wirkung nachvollziehbar beschrieben
Gegner und Alternativen Gegner wird ignoriert Eine Gegenmaßnahme oder Alternative vorhanden Aktive Gegenmaßnahme und sinnvoller Plan B erklärt
Raumgewinn und Absicherung Nur Angriffserfolg betrachtet Beide Aspekte erwähnt Kontrollierter Fortschritt und Restverteidigung gemeinsam bewertet
Didaktik und Transfer Starres Passmuster ohne freies Spiel Passende Form oder Transfer erkennbar Variierbare Form, altersgerechtes Coaching und freier Transfer nachgewiesen
Sicherheit und Verantwortung Schutz- oder Regelbedarf übersehen Wesentliche Vorkehrungen genannt Betreuung, Tore, Material, Kinderschutz, Rechte und lokale Regeln geprüft

Auswertung: Maximal 12 Punkte als didaktisches Modell für eine gemeinsame Teamreflexion, nicht als amtliche Lizenzprüfung. 10–12 Punkte: sehr gut begründet; 7–9: tragfähig mit gezielten Verbesserungen; 4–6: Überarbeitung zentraler Kriterien nötig; 0–3: gemeinsam neu planen. Eine einzelne Punktzahl ersetzt kein qualitatives Feedback.


Sicherheit, Regeln, Medien- und Persönlichkeitsrechte

Vor jeder Einheit prüft die verantwortliche Leitung Platz, Boden, Abstände, passende Schuhe und Schutzausrüstung, Trinkmöglichkeiten, wettergerechte Durchführung, Anzahl und Qualifikation betreuender Personen sowie einen verfügbaren Erste-Hilfe- und Notfallweg. Alle Tore einschließlich mobiler Tore müssen fest gegen Umkippen gesichert sein; bei Gefahr kein Spielbeginn. Klare Schutz- und Beschwerdewege gehören zum Kinder- und Jugendschutz. Keine isolierte Einzelbetreuung in intransparenten Situationen, keine Bloßstellung, keine vertraulichen persönlichen Daten in Beobachtungsbögen.

Für Regel- und Wettbewerbsfragen gelten die aktuellen IFAB-Spielregeln 2026/27 und die tatsächlichen Durchführungsbestimmungen des jeweiligen Landesverbands und Wettbewerbs. Im wfv gibt es je nach Kinderaltersklasse unterschiedliche Spielformate und Kinderfußball-Leitfäden; ein frei gestaltetes Trainingsmodell ist nicht automatisch ein zulässiges Wettbewerbsformat. Prüfe lokale Bestimmungen vor Spieltagen neu. Bei Minderjährigen Fotos und Videos nur mit geeigneter Rechtsgrundlage, Einwilligungen und Schutzkonzept; grundsätzlich auf Videoaufzeichnungen verzichten, wenn einfache Feldskizzen ausreichen. Personengesichter, Namenslisten und sensible Leistungsbewertungen nicht öffentlich veröffentlichen. Keine medizinischen Diagnosen oder Freigaben aus dem Kurs ableiten.


Rückblick und Transfer ins freie Spiel

Beurteile den Erfolg des Coachings anhand von Entscheidungsqualität unter veränderten Bedingungen, nicht nur Toren oder Ballbesitzzeiten. Eine kurze Transferprobe ohne neutrale Anspielperson, Zusatzregel oder Coaching-Zuruf ist besonders aufschlussreich. Frage nach der Szene: „Was hast du gesehen? Warum diese Option? Was wäre bei anderem Gegnerverhalten sinnvoll gewesen?“ Lass auch Spielende eigene Lösungen zeigen. Trainerteams vergleichen unabhängig protokollierte Szenen, benennen Unsicherheit und passen die Spielform an statt einzelnen Kindern pauschale Defizite zuzuschreiben.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Fachwissen anwenden

Was unterscheidet ein Unterprinzip von einer konkreten Spielszene? (Ein Unterprinzip beschreibt wiederholbar sinnvolles Handeln in bestimmten Bedingungen) (!Ein Unterprinzip ist immer eine festgelegte Formation) (!Eine Spielszene beschreibt eine allgemeine Regel für alle Spiele) (!Eine Szene wird nur durch das Endergebnis definiert)




Welche Beobachtung ist ein brauchbarer Indikator für Anspielbarkeit? (Eine diagonale Passlinie wird vor dem Zuspiel tatsächlich frei) (!Eine Person läuft möglichst viele Meter) (!Alle Beteiligten bewegen sich gleichzeitig zum Ball) (!Die Mannschaft hat vor dem Spiel einen Kreis gebildet)




Wann kann ein Rückpass Raumgewinn vorbereiten? (Wenn er Gegnerdruck bindet und anschließend eine bessere Anschlussoption öffnet) (!Wenn jedes Rückspiel automatisch als Fehler zählt) (!Wenn Rückpässe grundsätzlich verboten sind) (!Wenn der Gegner bei der Entscheidung nicht berücksichtigt wird)




Welche Trainerfrage fördert situationsbezogene Entscheidungen? (Welche Passlinie wurde durch die Reaktion des Gegners frei) (!Warum hast du nicht immer denselben Pass gespielt) (!Kannst du unabhängig vom Gegner schneller rennen) (!Weshalb war jeder Vorwärtspass richtig)




Woran erkennt man sinnvolle Restverteidigung? (Die Staffelung kann bei Ballverlust einen gefährlichen Konterweg beeinflussen) (!Es stehen immer möglichst viele Personen unbeweglich hinten) (!Alle Beteiligten laufen bei Ballbesitz sofort vor das gegnerische Tor) (!Es wird ausschließlich die Formation vor Spielbeginn notiert)




Was ist ein geeigneter Plan B bei geschlossener diagonaler Passlinie? (Einen sicheren Anschluss suchen und den Gegner erneut verschieben) (!Den Pass unabhängig vom Gegner erzwingen) (!Alle übrigen Passoptionen aufgeben) (!Die zentrale Absicherung bewusst auflösen)




Wie lässt sich ein Spielprinzip am besten auf Transfer prüfen? (In freiem Spiel ohne Sonderhilfen auf passende Entscheidungen achten) (!Nur die ersten Trainingsminuten ohne Gegner zählen) (!Ausschließlich die Zahl der Tore vergleichen) (!Den geübten Passweg auch ohne freien Raum erzwingen)




Welche Übung macht Gegnerentscheidungen lernwirksam? (Die Verteidigung darf zwischen verschiedenen Gegenmaßnahmen wechseln) (!Die Verteidigung muss immer dieselbe Passlinie offen lassen) (!Die Angreifenden erhalten die Lösung vor jeder Szene angesagt) (!Jeder Spielzug endet ohne Möglichkeit zum Ballgewinn)




Welche Aussage zu Formationen ist fachlich angemessen? (Formationen sind Ausgangspunkte und werden situativ unterschiedlich interpretiert) (!Eine einzige Formation löst jede Spielszene optimal) (!Die Aufstellung erklärt bereits jede gegnerische Reaktion) (!Restverteidigung ist allein aus den Ziffern ablesbar)




Was ist vor der Kinderfußballpraxis unverzichtbar? (Sichere Tore und altersgerechte Betreuung sowie aktuelle lokale Regeln prüfen) (!Kindern eine allgemeine Maximalbelastung aus diesem Kurs vorschreiben) (!Videos Minderjähriger ohne Rechteprüfung veröffentlichen) (!Die Spielerzahl eines Lehrmodells als Verbandsregel behandeln)





Memory: Begriff und beobachtbares Zeichen

Anspielbarkeit Nutzbare Verbindung zum ballführenden Teammitglied schaffen
Vororientierung Vor dem Ballkontakt Informationen zur Umgebung gewinnen
Deckungsschatten Durch verteidigende Person verdeckter Passraum
Gegnerbindung Verteidigung durch kontrolliertes Handeln zu einer Reaktion veranlassen
Raumgewinn Eine günstigere anschlussfähige Spielsituation erreichen
Restverteidigung Gefährliche Wege nach Ballverlust kontrollierbar halten
Transferprobe Erlernte Entscheidungen ohne Zusatzhilfe im freien Spiel prüfen





Drag-and-drop: Auslöser und passende Entscheidung

Passende Entscheidung Beobachtbarer Auslöser
Diagonal aus dem Deckungsschatten lösen Ballnahe Person wird innen vom Gegner abgeschirmt
Gegner kontrolliert andribbeln Verteidigende Person wartet ohne unmittelbaren Druck
Über die freie Seite verlagern Gegnermannschaft verdichtet den Ballraum
Zentralen Konterweg sichern Angreifende Person rückt mit Ball weit vor
Gemeinsam geordnet zurückfallen Direkter Zugriff nach Ballverlust ist nicht mehr möglich





Kreuzworträtsel: Beobachtbare Fußballentscheidungen

Anspielbarkeit Wie heißt die Fähigkeit, eine tatsächlich nutzbare Passverbindung anzubieten?
Vororientierung Wie heißt das Wahrnehmen von Raum und Gegner vor dem Ballkontakt?
Absicherung Wie heißt der Schutz gefährlicher Räume hinter dem Angriff?
Raumgewinn Wie heißt das Schaffen einer günstigeren Anschlussposition auf dem Weg nach vorne?
Passwinkel Wie heißt die räumliche Richtung zwischen Passgebendem und empfangender Person?
Gegenpressing Wie nennt man das unmittelbare gemeinsame Stören nach eigenem Ballverlust?





LearningApps

Suche passende ergänzende Lernbausteine und prüfe deren Richtigkeit, Qualität und Lizenz selbst. Eine externe Suchseite ersetzt keine der Aufgaben dieses aiMOOCs.


Lückentext: Von der Idee zur Entscheidung

Ergänze die passenden Fachbegriffe.
Ein übergeordnetes Orientierungsziel nennen wir

.
Die präzisere Regel für eine wiederkehrende Spielsituation ist ein

.
Vor dem Zuspiel macht eine freie diagonale Verbindung die Person

.
Das gezielte Wahrnehmen vor dem Ballkontakt heißt

.
Das kontrollierte Überwinden einer gegnerischen Linie ermöglicht

.
Eine versperrte Verbindung durch eine verteidigende Person liegt im

.
Die Schutzstaffelung hinter dem Angriff heißt

.
Bei veränderter gegnerischer Reaktion wird ein alternativer

benötigt.
Ohne spezielle Hilfsregel überprüft man den

ins freie Spiel.
Ein Bild allein zeigt nicht sicher die spätere

.




Offene Aufgaben

Bearbeite die Aufgaben je nach Niveau einzeln oder im Trainerteam. Nutze ausschließlich erfundene Spielende und hypothetische Beobachtungen; filme Minderjährige nicht ohne passende Rechtsgrundlage. Vergleiche die Ergebnisse mit den anschließenden Lösungshinweisen, die Muster und keine einzig richtigen Entscheidungen darstellen.


Leicht

  1. Spielprinzip: Formuliere ein übergeordnetes Prinzip für ein kindgerechtes 3-gegen-3-Spiel und zwei dazu passende Unterprinzipien.
  2. Anspielbarkeit: Zeichne eine Situation mit Ball, zwei Angreifenden und zwei Verteidigenden; markiere einen nutzbaren Passwinkel und einen Deckungsschatten.
  3. Beobachtung: Ersetze die Aussage „C läuft schlecht“ durch einen Satz mit sichtbarem Auslöser und sichtbarer Handlung.
  4. Sicherheit im Sport: Erstelle eine kurze Checkliste zur Kontrolle von Toren, Abständen, Ausrüstung, Betreuung und lokalen Regeln vor einer Einheit.


Standard

  1. Raumgewinn: Entwickle für eine Drucksituation zwei alternative Aktionen und beschreibe die zu erwartende Gegnerreaktion.
  2. Fußballtaktik: Plane eine eigene kleine Spielform zum Erkennen einer zweiten Passoption mit Ziel, Organisation, Ablauf, Coachingfrage und Beobachtungsmerkmal.
  3. Umschaltspiel: Zeichne eine Szene direkt nach Ballverlust und begründe, wann Gegenpressing und wann Rückzug angemessen sind.
  4. Feedback: Schreibe ein kurzes Coachinggespräch mit drei offenen Fragen, das nach einer misslungenen, aber nachvollziehbaren Aktion weiterhilft.


Schwer

  1. Trainingsplanung: Entwirf zwei alternative Trainingseinheiten für ein Kinderteam und eine Leistungsjugendgruppe mit altersgerechter Anpassung derselben Spielidee.
  2. Spielanalyse: Erstelle ein Beobachtungsinstrument mit Auslöser, Handlung, Wirkung, Plan B und Absicherung; prüfe es an drei vollständig synthetischen Szenen.
  3. Spielintelligenz: Vergleiche für eine selbst entworfene Spielsituation drei taktische Lösungen gegen zwei aktive gegnerische Gegenmaßnahmen.
  4. Evaluation: Entwickle eine Vorher-Nachher-Transferprobe für freies Spiel samt Kriterien, Schutzvorkehrungen und Reflexion der Grenzen kleiner Stichproben.

Lösungshinweise zu allen zwölf Aufgaben:

  • L1: Prinzip „Anschluss schaffen“; Unterprinzipien „diagonal freilaufen“ und „Rückpassoption halten“. Altersgerecht durch spielerische Fragen.
  • L2: Passwinkel ist nur frei, wenn der Verteidiger die direkte Verbindung nicht sperrt; Lage und Blickrichtung sind zu zeichnen.
  • L3: „Als X die Passlinie schloss, blieb C hinter X; ein Schritt seitlich hätte den Winkel öffnen können.“
  • L4: Tore fest gesichert, Gefahrenstellen entfernt, Abstand zu Nachbarfeldern, passende Schuhe, genug Betreuung, Notfallplan und gültige lokale Regeln geprüft.
  • S5: Direkter Pass bei freier Linie, Andribbeln zum Binden oder sicheres Rückspiel bei geschlossener Linie; Gegner kann nachschieben.
  • S6: Kleine, variable Über- oder Gleichzahl mit echtem Gegnerdruck; beobachtet werden Passwinkel und zweite Lösung, nicht bloß Passanzahl.
  • S7: Bei erreichbarem Ball und hinterer Deckung kurz stören; bei offenem Zentrum und fehlendem Zugriff koordiniert zurückfallen.
  • S8: „Was hast du gesehen?“, „Welche Alternative war offen?“, „Wie verändert X beim nächsten Versuch deine Wahl?“
  • H9: Kinder: einfaches freies Spiel, kurze Fragen, geringe Organisationslast; Leistungsjugend: variierende Pressingsignale und differenzierte Restverteidigung.
  • H10: In jeder erfundenen Szene gleiche Kriterien anwenden; fehlende Information ausdrücklich als unbekannt markieren.
  • H11: Beispielsweise diagonaler Pass, Verlagerung, kontrolliertes Andribbeln; gegen Verschieben und Doppeln unterschiedliche Pläne B begründen.
  • H12: Vergleichbare Chancen im freien Spiel zählen und qualitativ besprechen; geringe Fallzahl, Gegnerqualität und subjektive Beobachtung begrenzen die Aussage.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Prinzipienorientiertes Training: Erläutere an einer selbst erfundenen Szene die Unterschiede zwischen Prinzip, Unterprinzip, beobachtbarer Entscheidung und Erfolg der Aktion.
  2. Passspiel: Begründe, weshalb eine seitliche Passoption unter Druck besser sein kann als ein scheinbar freier Vorwärtspass; beziehe die nächste Anschlussaktion ein.
  3. Raumaufteilung: Analysiere zwei unterschiedliche gegnerische Verschiebebewegungen und erkläre eine jeweils angepasste Lösung samt Plan B.
  4. Restverteidigung: Prüfe in einer Skizze, ob die Zentralabsicherung nach einem riskanten Vorstoß tatsächlich handlungsfähig bleibt.
  5. Trainingsmethode: Vergleiche eine starre Passfolge und ein freies 3-gegen-3 bezüglich Gegnerwahrnehmung, Entscheidungsspielraum und Wiederholung.
  6. Kinderschutz: Entwickle Maßnahmen für ein Training mit mehreren Feldern, sicher befestigten Toren, Betreuung und datensparsamer Beobachtung.
  7. Lerntransfer: Entwirf eine fünfminütige hypothetische Transferbeobachtung ohne Sonderregeln und erkläre, was aus wenigen Szenen nicht geschlossen werden darf.

Kontrollmaßstab: Gute Lösungen benennen die jeweiligen Spielbedingungen, begründen mindestens zwei Optionen, antizipieren aktive Gegenmaßnahmen, erläutern die Absicherung und vermeiden absolute Behauptungen. Eine fachlich begründete alternative Antwort kann besser sein als ein auswendig gelerntes Passmuster.




Lernnachweis

Ein vollständiger Lernnachweis für Trainerteams besteht aus einer eigenen Prinzip-Landkarte mit mindestens einem Hauptprinzip und drei Unterprinzipien, zwei beschrifteten Taktikskizzen mit echten Gegnerreaktionen, einer ausführlich geplanten kleinen Spielform einschließlich Coaching- und Sicherheitskonzept, einem datensparsamen Beobachtungsbogen mit Auslöser, Entscheidung, Wirkung, Gegenmaßnahme, Plan B und Restverteidigung sowie einer begründeten Transferreflexion aus einem freien Spiel. Die Lösung wird mit dem 12-Punkte-Modellraster bewertet und anschließend in einem kollegialen Gespräch überprüft.

Erwartet werden: fachliche Begriffssicherheit; anpassbare Planung statt starre Formation; situationsgerechte Kommunikation; altersangemessene Betreuung; nachvollziehbares Lernen aus alternativen Entscheidungen. Alle eingereichten Szenen dürfen frei erfunden oder so abstrahiert sein, dass keine Person identifizierbar ist.




OER und Wikipedia

Primärquellen und fachliche Vertiefung:

Wikimedia-Commons-Medien mit Lizenznachweis (alle unverändert eingebunden):

Verwendete Datei Exakte Dateiseite Urheberangabe Lizenz und Lernzweck
Football pitch.svg Commons-Dateiseite Maurizio CC BY-SA 4.0; Szenen und Absicherungsräume einzeichnen
Association Football field diagram -en.svg Commons-Dateiseite snater.com CC BY-SA 4.0; Räume und Passwege benennen
Association football 4-3-3 formation.svg Commons-Dateiseite Mario Ortegon, Vektorfassung Rumpelstilzchen 666 CC BY-SA 4.0 der Vektorfassung mit weiteren Ursprungslizenzen auf Dateiseite; Varianten statt Dogmen vergleichen
Soccer formation 3-4-3.svg Commons-Dateiseite Mario Ortegon, Vektorfassung Rumpelstilzchen 666 CC BY-SA 4.0 der Vektorfassung mit weiteren Ursprungslizenzen auf Dateiseite; dynamische Aufgaben vergleichen
Chiles pressing football (10888074086).jpg Commons-Dateiseite Santiago Times CC BY 2.0; sichtbare Merkmale ohne Überinterpretation beurteilen
Players engage in practice drills.jpg Commons-Dateiseite Shixart1985 CC BY 2.0; Training und tatsächliche Entscheidungsgelegenheiten unterscheiden

Verifizierte Verbandsvideos (Einbettung, keine OER-Freigabe behauptet):

Die beschrifteten Skizzen A und B, Ablaufschemata, Beobachtungstabellen, Aufgaben, Spielformen und die fiktive Fallstudie sind eigenständige didaktische Synthesen. Die Commons-Dateien behalten ihre jeweiligen Einzellizenzen; Inhalte von DFB, IFAB, wfv und YouTube werden als externe Quellen referenziert, nicht als frei lizenzierte Fremdtexte ausgegeben. Prüfe vor Nachnutzung stets die angegebenen aktuellen Dateiversionen, Namensnennung und Share-Alike-Pflichten.



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte



Schulfach+




aiMOOCs



aiMOOC Projekte









MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Suche verfeinern

Dein Lernplan bestimmt, was oben steht. Alle anderen Inhalte bleiben erreichbar. Seitenaufrufe beeinflussen die Auswahl nicht.

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...