Schmuck und Gerät computergestützt konstruieren – Edelsteinfasser
Einleitung

In diesem aiMOOC lernst du, komplexe Schmuckstücke und Geräte vom synthetischen Kundenauftrag bis zum geprüften, dokumentierten CAD-Datensatz zu entwickeln. Der Kurs richtet sich an Auszubildende im Beruf Edelsteinfasserin und Edelsteinfasser im zweiten Ausbildungsjahr und orientiert sich an Lernfeld 9 des KMK-Rahmenlehrplans mit einem Zeitrichtwert von 40 Stunden.
Rechts- und Ausbildungsstand: Grundlage sind der KMK-Rahmenlehrplan vom 7. April 2025 und die Edelsteinfasser-Ausbildungsverordnung vom 20. März 2025, die am 1. August 2025 in Kraft trat. Die Ausbildung dauert 42 Monate und ist als Monoberuf ohne Fachrichtungen ausgewiesen. Für ältere Ausbildungsverträge und regionale Umsetzungen sind die zuständige Kammer, der betriebliche Ausbildungsplan und der Landeslehrplan zu prüfen. Dieser Kurs ist eine offene Lernhilfe und keine amtliche Ausbildungs-, Prüfungs- oder Maschinenfreigabe.
| Bezug | Einordnung | Bedeutung für diesen Kurs |
|---|---|---|
| Lernfeld | Lernfeld 9, zweites Ausbildungsjahr, 40 Stunden | Komplexe Werkstücke computergestützt und auftragsspezifisch konstruieren |
| Ausbildungsordnung | Geltend seit 1. August 2025 | Digitalisierung, Qualität, Nachhaltigkeit und sichere Arbeitsprozesse werden fachbezogen einbezogen |
| Berufsstruktur | Monoberuf, 42 Monate | Keine Fachrichtung wird vorausgesetzt; Aufgaben sind auf das Berufsprofil Edelsteinfassen zugeschnitten |
Sicherheitsregel: Du bearbeitest in diesem Kurs ausschließlich synthetische Aufträge und ungefährliche CAD-Simulationen. Maschinen, elektrische Anlagen, Laser, 3D-Drucker, Gussanlagen, Chemikalien, Harze, Stäube, rotierende Werkzeuge und körperliche Fasserarbeiten dürfen nur nach Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und unter qualifizierter Anleitung bedient werden. Eine digitale Simulation ersetzt keine praktische Einweisung.
Kundenauftrag analysieren und Anforderungen sichern
Vom Wunsch zur prüfbaren Anforderung

Ein CAD-Modell ist nur dann gut, wenn es den Auftrag löst. Beginne deshalb nicht mit einer beliebigen Form, sondern mit einer strukturierten Anforderungsanalyse. Erfasse Entwurfsskizzen, technische Dokumente, Maße, Stückzahl, Termin, Verwendungszweck, gewünschte Wirkung, Werkstoffe, Besatzmaterialien, Oberflächen, vorhandene Bauteile und vorgesehene Fertigungsverfahren. Trenne dabei Muss-Anforderungen von Wunsch-Anforderungen. Jede Muss-Anforderung benötigt ein überprüfbares Abnahmekriterium.
Beispiel: „Der Ring soll bequem sein“ ist zu ungenau. Prüffähiger ist: „Die Innenkontur ist geschlossen, weist keine scharfen Übergänge auf und wird in Ringweite 56 ausgeführt.“ Auch „Der Stein soll sicher sitzen“ muss in geometrische Kriterien übersetzt werden, etwa passende Steingeometrie, ausreichende Materialreserven, zugängliche Fasserbereiche und eine mit dem Betrieb abgestimmte Fassungsart.
| Auftragsquelle | Zu erfassende Information | Prüffrage |
|---|---|---|
| Entwurfsskizze | Proportion, Formverlauf, Symmetrie, sichtbare Details | Ist die Skizze maßstäblich oder nur ideenhaft? |
| Technische Dokumente | Maße, Toleranzen, Schnittstellen, Norm- oder Betriebsvorgaben | Welche Angabe ist verbindlich und welche nur informativ? |
| Besatzmaterial | Länge, Breite, Höhe, Schliff, Rundiste, Empfindlichkeit, Orientierung | Wurde der reale Stein fachgerecht gemessen oder wird mit freigegebenen Musterdaten gearbeitet? |
| Verwendungszweck | Trageweise, Belastung, Pflege, Reparierbarkeit, Ergonomie | Welche Kräfte und Berührungen sind im Gebrauch zu erwarten? |
| Fertigungsweg | Modellbau, Fräsen, additive Fertigung, Guss, Handarbeit, Nacharbeit | Welche Geometrien, Mindestmaße und Dateiformate verlangt die Prozesskette? |
Ein bewährtes Ergebnis der Analyse ist eine Anforderungsliste mit ID, Priorität, Quelle, Zielwert, Toleranz, Prüfmethode und Freigabestatus. Notiere Annahmen ausdrücklich. Fehlende Daten werden nicht erfunden, sondern als Rückfrage, Messauftrag oder freizugebende Annahme dokumentiert.
Auftragsklärung, Änderungsmanagement und Freigabe
Stelle mindestens zwei bis drei Entwurfsvarianten gegenüber. Begründe Unterschiede nicht nur gestalterisch, sondern auch hinsichtlich Funktion, Fertigung, Montage, Ergonomie, Kosten, Materialeinsatz und Reparierbarkeit. Kundenfeedback wird als Änderungsanforderung protokolliert. Eine Änderung erhält eine Versionsnummer, ein Datum, eine verantwortliche Rolle und eine Aussage dazu, welche Maße, Zeichnungen oder Ausgabedateien betroffen sind.
Ein sicherer Ablauf lautet:
| Kundenauftrag | → | Anforderungsliste | → | Varianten | → | Auswahl und Freigabe | → | Konstruktion | → | Prüfung | → | Ausgabe und Protokoll |
Nutze eindeutige Dateinamen wie `A209_Ring_V03_FREIGABE`. Begriffe wie „final_final2“ führen zu Verwechslungen. Die Freigabe bezieht sich immer auf eine bestimmte Version, nicht allgemein auf „den Ring“.
Datenschutz, Datensicherheit und Urheberrecht
Kundendaten, Fotos, Gravuren und Maßangaben können personenbezogen oder vertraulich sein. Erfasse nur die Daten, die für den Auftrag erforderlich sind, lege Zugriffsrechte fest und verwende in Unterricht und Übung ausschließlich synthetische Auftragscodes. Speichere Arbeitsstände regelmäßig, prüfe die Wiederherstellbarkeit und halte Masterdatei, Austauschdatei und Präsentationsdatei getrennt. Eine Sicherungsstrategie kann nach dem 3-2-1-Prinzip aufgebaut werden: drei aktuelle Kopien, zwei unterschiedliche Speichermedien und eine Kopie an einem getrennten Ort.
Importierte Bilder, Logos, Schriftarten, CAD-Bibliotheken und 3D-Modelle dürfen nicht automatisch weiterverwendet werden. Prüfe Lizenz, Nutzungsumfang, Namensnennung und Bearbeitungsrecht. Dokumentiere die Quelle direkt im Projekt. Eine vom Kunden gelieferte Datei ist nicht automatisch frei von Rechten Dritter.
Typische Fehler bei der Auftragsanalyse
- Zu frühes Modellieren: Die Form entsteht, bevor Maße, Stein und Fertigungsweg geklärt sind. Abhilfe: erst Anforderungsliste und Freigabepunkte erstellen.
- Unklare Prioritäten: Gestaltungswünsche verdrängen funktionale Muss-Kriterien. Abhilfe: Muss, Soll und Kann sichtbar kennzeichnen.
- Verdeckte Annahmen: Eine unbekannte Steinhöhe wird stillschweigend geschätzt. Abhilfe: Annahme markieren und vor Produktionsfreigabe verifizieren.
- Keine Änderungsverfolgung: Feedback wird mündlich umgesetzt. Abhilfe: Änderungsprotokoll und Versionsvergleich führen.
- Reale Personendaten in Übungsdateien: Abhilfe: synthetische Codes, abstrahierte Skizzen und datensparsame Beispieldaten verwenden.
Fertigungsverfahren, Werkstoffe und Gestaltung planen
Prozesskette und Verwendungszweck
Die Konstruktion muss zur vorgesehenen Herstellung passen. Ein digitaler Entwurf kann beispielsweise als Wachs- oder Harzmodell additiv gefertigt, aus Modellwerkstoff gefräst, als Vorlage für manuelle Fertigung genutzt oder in Teilkomponenten zerlegt werden. Der passende Weg hängt von Geometrie, Losgröße, Werkstoff, Oberflächenanforderung, verfügbarer Maschine, Nacharbeit, Zeit und Wirtschaftlichkeit ab.
| Fertigungsweg | Typische Stärke | Konstruktive Aufmerksamkeit | Sichere Lernalternative |
|---|---|---|---|
| Additiv gefertigtes Gussmodell | Komplexe Formen und Varianten | Mindestwandstärken, Stützstrategie, Entformung, Nacharbeit, prozessgerechte Skalierung | Slicer-Vorschau und digitale Kollisionsprüfung ohne Maschinenstart |
| Gefrästes Modell | Gute Oberflächen und definierte Werkzeugwege | Werkzeugzugänglichkeit, Fräserradius, Spannmöglichkeit, Hinterschneidungen | CAM-Simulation mit deaktivierter Maschinenausgabe |
| Direkte handwerkliche Fertigung | Individuelle Anpassung und Reparierbarkeit | Halbzeugmaße, Fügestellen, Werkzeugzugang, Materialreserven | Papiermodell, CAD-Schnitt und Fertigungsplan |
| Baugruppenfertigung | Austauschbare oder getrennt herstellbare Teile | Passungen, Montagefolge, Fügeverfahren, Toleranzkette | Digitale Explosionsdarstellung und Bewegungsprüfung |
Das Fachvideo zeigt einen digitalen Ablauf von der Gestaltung bis zum Guss. Beobachte besonders, welche Daten zwischen den Prozessschritten übergeben werden und an welchen Stellen Qualitätskontrollen notwendig sind. Führe keine dargestellten Maschinen-, Guss- oder Chemiearbeiten ohne betriebliche Einweisung und qualifizierte Aufsicht aus.
Werkstoffe und Besatzmaterialien konstruktiv berücksichtigen
Metalle unterscheiden sich unter anderem in Dichte, Festigkeit, Verformbarkeit, Gießverhalten, Bearbeitbarkeit und Oberflächenwirkung. Edelsteine, synthetische Steine, organische Stoffe und andere Besatzmaterialien unterscheiden sich in Geometrie, Härte, Spaltbarkeit, Wärme- und Chemikalienempfindlichkeit. Für die CAD-Konstruktion sind die tatsächlich gemessenen Abmessungen und die betriebliche Fassungsvorgabe wichtiger als ein idealisiertes Bibliotheksmodell.
Berücksichtige bei Fassungen die spätere Zugänglichkeit für Werkzeuge, die Lage der Rundiste, Materialreserven für das Fassen, Schutz empfindlicher Kanten sowie die Möglichkeit der Nacharbeit. Eine fotorealistische Darstellung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass technische Freiräume, Wandstärken und Passungen geprüft werden müssen.
Gestaltungsprinzipien, Funktion und Ergonomie
Gestaltung umfasst Proportion, Rhythmus, Kontrast, Symmetrie oder bewusste Asymmetrie, Linienführung, Flächenverteilung, Materialwirkung und Schwerpunkt. Für Schmuck und Gerät kommen funktionale Kriterien hinzu: angenehme Berührungsflächen, sichere Kanten, ausgewogene Masse, passende Größe, Bewegungsfreiheit, Bedienbarkeit, Haltbarkeit, Reinigung und Reparierbarkeit.
Prüfe jede Variante mit drei Perspektiven:
- Gestaltung: Unterstützen Form, Material und Besatz die beabsichtigte Wirkung?
- Funktion: Erfüllt das Werkstück Gebrauch, Halt und Ergonomie?
- Fertigung: Ist die Geometrie mit verfügbaren Verfahren, Werkzeugen und Nacharbeiten herstellbar?
Eine schöne Form, die nicht gefasst, poliert, montiert oder repariert werden kann, ist nicht produktionsgerecht. Umgekehrt ist eine rein technische Lösung ohne gestalterische Qualität für Schmuck und Gerät ebenfalls unzureichend.
Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
Wirtschaftlichkeit bedeutet nicht nur den niedrigsten Materialverbrauch. Berücksichtige Konstruktionszeit, Maschinenzeit, Ausschussrisiko, Nacharbeit, Werkzeugbedarf, Datenaufbereitung, Material, Energie, Reparierbarkeit und Lebensdauer. Nachhaltige Entscheidungen können Material sparen, Varianten zunächst digital prüfen, Bauteile reparierbar gestalten, unnötige Probedrucke vermeiden und Daten so dokumentieren, dass spätere Anpassungen ohne vollständige Neukonstruktion möglich sind.
| Kriterium | Variante A | Variante B | Bewertungsfrage |
|---|---|---|---|
| Materialvolumen | geringer | höher | Ist die geringere Masse noch funktional und fassgerecht? |
| Nacharbeit | aufwendig | mäßig | Entsteht die Zeitersparnis wirklich in der gesamten Prozesskette? |
| Reparierbarkeit | Baugruppe austauschbar | einteilige Form | Welche Lösung verlängert die Nutzungsdauer? |
| Datenpflege | parametrisch | stark manuell | Welche Variante lässt sich sicher ändern und erneut prüfen? |
Parametrische 2D- und 3D-Konstruktion
2D-Geometrie, Bemaßungen und Abhängigkeiten
Beginne mit einem klaren Koordinatensystem, einer festgelegten Einheit und sinnvoll benannten Ebenen. Erzeuge Linien, Kreise, Bögen, Kurven und geometrische Grundformen. Profilkurven beschreiben Querschnitte oder Leitlinien, aus denen später Volumenkörper entstehen. Importierte Bildvorlagen müssen kalibriert werden: Lege eine bekannte Referenzlänge fest, bestimme den Skalierungsfaktor und kontrolliere mindestens ein zweites Maß.
Der Skalierungsfaktor lautet:
Skalierungsfaktor = Sollmaß ÷ gemessenes Bildmaß
Misst eine importierte Vorlage 42 mm, soll aber 56 mm darstellen, beträgt der Faktor 56 ÷ 42 = 1,333. Nach dem Skalieren prüfst du weitere Punkte, denn perspektivisch verzerrte Fotos lassen sich nicht allein durch gleichmäßiges Skalieren maßhaltig machen.
Bemaßungen geben Werte vor. Geometrische Abhängigkeiten legen Beziehungen fest, beispielsweise horizontal, tangential, konzentrisch, parallel, symmetrisch oder deckungsgleich. Eine Skizze ist möglichst so bestimmt, dass eine Änderung eines Parameters vorhersehbar auf abhängige Elemente wirkt. Überbestimmte Skizzen enthalten widersprüchliche oder doppelte Festlegungen; unterbestimmte Skizzen können unkontrolliert verrutschen.

Volumenkörper und Baugruppen erzeugen
Typische 3D-Funktionen sind Extrusion, Rotation, Sweep entlang einer Leitkurve, Loft zwischen Profilen, Verrundung, Fase, Muster und boolesche Operationen. Eine Vereinigung verbindet sich überschneidende Körper zu einer Einheit. Eine Differenz entfernt einen Körper aus einem anderen. Eine Schnittmenge behält nur den gemeinsamen Bereich.
Für ein komplexes Werkstück kann es sinnvoll sein, Ringschiene, Fassung, Zierelement und Besatz zunächst als getrennte Komponenten zu führen. So lassen sich Varianten, Montagefolge und Kollisionen besser kontrollieren. Erst wenn die Fertigungsstrategie feststeht, werden die Bauteile als Baugruppe organisiert oder zu einem geschlossenen Volumenkörper vereinigt.
Ein robuster Konstruktionsbaum folgt der fachlichen Logik:
- Grundparameter und Bezugsebenen festlegen.
- 2D-Profile vollständig und verständlich bestimmen.
- Hauptvolumen erzeugen.
- Schnittstellen und Fassungsbereiche modellieren.
- Wiederholungen und Symmetrien parametrisch aufbauen.
- Verrundungen und kleine Details möglichst spät ergänzen.
- Volumenkörper, Maße und Fertigungsfähigkeit prüfen.
Rechenwege für Maßstab, Ringmaß und Masse
Für einen synthetischen Ringauftrag mit Innenumfang 56,0 mm ergibt sich der rechnerische Innendurchmesser aus:
Durchmesser = Umfang ÷ π = 56,0 mm ÷ 3,1416 ≈ 17,83 mm
Gibt der freigegebene Fertigungsprozess im Modellfall eine lineare Kompensation von 1,5 Prozent vor, wird der betroffene Zielwert mit 1,015 multipliziert:
kompensierter Durchmesser = 17,83 mm × 1,015 ≈ 18,10 mm
Dieser Wert ist keine allgemeine Gussregel. Kompensation hängt von Werkstoff, Modellmaterial, Maschine, Prozessführung und betrieblicher Erfahrung ab und darf nur nach freigegebener Prozessvorgabe verwendet werden.
Die CAD-Software kann das Volumen eines geschlossenen Körpers ausgeben. Für eine überschlägige Masse gilt:
Masse = Dichte × Volumen
Beträgt das synthetische Volumen 0,70 cm³ und wird für die Kalkulation ein betrieblicher Näherungswert von 10,3 g/cm³ eingesetzt, ergibt sich 0,70 × 10,3 = 7,21 g. Das Ergebnis ist eine Schätzung; Legierung, Porosität, Anguss, Schleifverlust und Nacharbeit müssen getrennt berücksichtigt werden.
Dateiformate und Modellqualität
Arbeite mit einer bearbeitbaren Masterdatei und exportiere nur die für den nächsten Prozess nötigen Daten. Ein STEP-Datensatz wird häufig für den Austausch präziser Körpergeometrie verwendet. STL beschreibt eine Oberfläche durch Dreiecke und kann Einheiten oder Konstruktionslogik nicht zuverlässig mitführen. 3MF kann unter anderem Einheiten und zusätzliche Metadaten enthalten. DXF kann für zweidimensionale Konturen geeignet sein. PDF dient der menschlich lesbaren Dokumentation, ersetzt aber kein produktionsfähiges 3D-Modell.
Vor jeder Ausgabe prüfst du:
- Einheit und Maßstab
- geschlossener, eindeutiger Volumenkörper
- keine unbeabsichtigten Selbstüberschneidungen oder losen Flächen
- ausreichende Auflösung bei triangulierten Daten
- korrekte Orientierung und Bauteilzuordnung
- freigegebene Version und nachvollziehbarer Dateiname
- Viren- und Rechteprüfung bei externen Dateien
Das deutschsprachige Tutorial zeigt die CAD-Modellierung eines Solitärrings. Übertrage nicht nur Klickfolgen, sondern benenne jeweils die geometrische Absicht, den steuernden Parameter und die notwendige Qualitätsprüfung.
Typische Konstruktionsfehler
- Unskalierte Vorlage: Das Modell sieht richtig aus, ist aber maßlich falsch.
- Unbenannte Parameter: Änderungen sind später nicht nachvollziehbar.
- Zu frühe Kleindetails: Verrundungen und Muster brechen bei grundlegenden Änderungen.
- Offene oder doppelte Flächen: Der Export erscheint sichtbar, ist aber nicht als Volumenkörper verarbeitbar.
- Ungeprüfte Bibliothekssteine: Nennmaß und realer Stein weichen voneinander ab.
- Einheitenwechsel beim Export: Millimeter werden als Zoll interpretiert.
- Nur visuelle Kontrolle: Kollisionen, Mindestmaße oder unzugängliche Bereiche bleiben verborgen.
Zeichnungen, Visualisierung und Kundenkommunikation
Detail-, Schnitt- und Explosionszeichnungen
Eine technische Zeichnung überträgt Konstruktionsabsicht in prüfbare Information. Eine Detailzeichnung vergrößert einen wichtigen Bereich. Eine Schnittzeichnung zeigt innere Geometrien, etwa Sitz, Wandstärke oder Verbindung. Eine Explosionszeichnung stellt getrennte Bauteile in ihrer Montagebeziehung dar. Ergänze Ansichten, Maßstab, Einheit, Werkstoff, Oberfläche, Toleranzen, Versionsstand und eindeutige Bauteilnamen.
Bemaße funktionsbezogen. Wiederhole Maße nicht unnötig und vermeide Maßketten, deren Einzeltoleranzen zu unkontrollierten Gesamtabweichungen führen. Lege Bezüge so fest, wie das Werkstück geprüft und gefertigt wird. Für die Fasserarbeit sind besonders Steinlage, Fassungsgeometrie, Materialreserven und Werkzeugzugang nachvollziehbar darzustellen.
| Zeichnungsart | Erkenntnis | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Gesamtansicht | Proportion und Hauptmaße | Zu viele kleine Detailmaße machen die Ansicht unleserlich |
| Detail | Lokale Geometrie und Bearbeitungsstelle | Bezug zur Gesamtansicht fehlt |
| Schnitt | Innere Kontur, Sitz und Wandstärke | Schnittebene ist nicht gekennzeichnet |
| Explosion | Bauteile, Reihenfolge und Montagebeziehung | Teile schweben ohne Positionsnummer oder Zuordnung |
Fotorealistische Darstellung und Varianten

Ein Rendering hilft, Form, Oberflächen, Edelmetall- und Edelsteinvarianten verständlich zu vergleichen. Verwende eine neutrale Beleuchtung, einen plausiblen Maßstab und konsistente Kamerapositionen. Kennzeichne Visualisierungen als Entwurf. Ein Rendering ist keine Garantie für Farbe, Glanz, Gewicht, Steineindruck oder Herstellbarkeit.

Für einen fairen Variantenvergleich bleiben Perspektive, Licht und Bildausschnitt gleich. Ändere jeweils nur die zu bewertenden Merkmale, beispielsweise Metallfarbe, Steinfarbe, Fassungsform oder Oberflächenstruktur. So kann die Kundschaft Alternativen nachvollziehbar auswählen.
Das Video zeigt die Modellierung eines Rings mit Bandtextur. Prüfe beim Nachvollziehen besonders, ob die Textur herstellbar, nachbearbeitbar, hautverträglich und bei einer Größenänderung stabil parametrisiert ist.
Technisches Datenblatt
Ein technisches Datenblatt fasst die freigegebene Version zusammen. Es kann folgende Felder enthalten:
| Bereich | Inhalt |
|---|---|
| Identifikation | Auftragscode, Bauteilname, Version, Datum, Bearbeitungsstatus |
| Geometrie | Hauptmaße, Steinmaße, Ringweite, Toleranzen, Volumen, Schwerpunkt |
| Werkstoffe | Metall, Besatzmaterial, Oberflächenangabe, zulässige Alternativen |
| Fertigung | vorgesehener Prozess, Nacharbeit, Montagefolge, kritische Bereiche |
| Dateien | Masterdatei, Austauschformat, Zeichnung, Rendering, Prüfsumme oder Ablageort |
| Qualität | Prüfkriterien, Ergebnis, Abweichung, Freigabe oder Sperrvermerk |
| Rechte und Daten | Quellen importierter Inhalte, Zugriffsstatus, Lösch- und Archivhinweis |
Kundenpräsentation und Feedback
Präsentiere zuerst den Auftrag und die Muss-Kriterien, dann die Varianten und zuletzt deine Empfehlung. Begründe Alternativen anhand von Wirtschaftlichkeit, technischer Machbarkeit, Ergonomie, Nachhaltigkeit und Gestaltung. Formuliere Unsicherheiten offen. Statt „Das geht nicht“ ist fachlich hilfreicher: „In dieser Wandstärke ist die Variante mit dem vorgesehenen Verfahren nicht sicher herstellbar; möglich wären eine größere Materialreserve, ein anderes Verfahren oder eine geänderte Form.“
Protokolliere Feedback adressatengerecht. Trenne Beobachtung, Kundenwunsch, technische Auswirkung, Kosten- oder Terminfolge und vereinbarte Entscheidung. Erst danach änderst du das Modell. Eine neue Visualisierung erhält denselben Versionsstand wie Zeichnung und Datensatz.
Produktionsprüfung, Datenübergabe und Qualitätsmanagement
Maßhaltigkeit, Funktionalität und Produktionsfähigkeit
Prüfe den Volumenkörper systematisch statt nur optisch. Eine Prüfmatrix kann Sollwert, Toleranz, Prüfmethode, Ergebnis und Status enthalten. Wichtige Prüfbereiche sind:
- Haupt- und Anschlussmaße
- Wandstärken und Materialreserven
- Passungen, Freiräume und Bewegungsbereiche
- Steinlage, Sitz und Zugänglichkeit der Fasserbereiche
- geschlossene Körper und eindeutige Flächennormalen
- Werkzeug- und Nacharbeitszugang
- Montagefolge und Kollisionsfreiheit
- Ergonomie, Kanten und Berührungsflächen
- Prozessgrenzen des gewählten Fertigungsverfahrens
- Ausgabeeinheit, Dateiversion und Datenintegrität
Herstellungsrelevante Daten werden aus dem freigegebenen Modell abgeleitet, nicht aus einer veralteten Kopie. Dazu gehören Zeichnungen, Schnittkonturen, Bauteillisten, Volumen, Schwerpunkt, Exportdateien und gegebenenfalls freigegebene Prozessparameter. Das Einrichten von Maschinen und Übermitteln ausführbarer Maschinendaten erfolgt ausschließlich durch qualifizierte Personen nach betrieblicher Freigabe.
Qualitätsprotokoll und Fehlervermeidung
Ein Qualitätsmangel ist nicht nur ein sichtbarer Defekt. Auch eine unklare Version, fehlende Quelle, falsche Einheit oder nicht dokumentierte Änderung ist ein Qualitätsproblem. Nutze einen Regelkreis:
| Anforderung festlegen | → | Modell erstellen | → | prüfen | → | Abweichung bewerten | → | Ursache bestimmen | → | Maßnahme umsetzen | → | erneut prüfen |
Unterscheide Korrektur und Vorbeugung. Eine Korrektur beseitigt den aktuellen Fehler. Eine Vorbeugemaßnahme verändert den Prozess, damit der Fehler nicht wiederkehrt, etwa eine Export-Checkliste, ein verpflichtender Einheitencheck oder ein Freigabefeld im Datenblatt. Protokolliere auch verworfene Varianten und Gründe; sie sind für spätere Projekte wertvolles Erfahrungswissen.
Berufstypischer Modellfall: Solitärring A209
Synthetischer Auftrag: Für den fiktiven Auftragscode A209 soll ein Solitärring in Ringweite 56 konstruiert werden. Der oval geschliffene synthetische Stein misst 8,00 mm × 6,00 mm × 3,50 mm. Gewünscht sind eine ruhige, alltagstaugliche Form, eine austauschbare Kopf-Baugruppe und zwei visualisierte Metallvarianten. Der Betrieb gibt für diesen Modellfall eine Mindestwandstärke von 1,00 mm, einen freigegebenen radialen Konstruktionsfreiraum von 0,05 mm am Steinmodell und eine lineare Prozesskompensation von 1,5 Prozent für den gewählten Modellweg vor. Diese Werte sind reine Übungsdaten und keine allgemeingültigen Fertigungswerte.
Arbeitsauftrag: Erstelle eine Anforderungsliste, zwei Varianten, ein parametrisches 3D-Modell, eine Gesamtzeichnung, eine Schnittzeichnung durch Stein und Fassung, eine Explosionsdarstellung, zwei Renderings, ein technisches Datenblatt, eine produktionsbezogene Exportdatei und ein Prüfprotokoll. Führe keine reale Fertigung aus.
Lösung des Modellfalls
- Analyse: Muss-Kriterien sind Ringweite, Steinmaß, Mindestwand, austauschbare Kopf-Baugruppe, sichere Fasserzugänglichkeit und vollständige Dokumentation. Wunsch-Kriterien sind Metallwirkung und zurückhaltende Form.
- Maßgrundlage: Der Innendurchmesser beträgt rechnerisch 56,0 ÷ 3,1416 ≈ 17,83 mm. Für die ausdrücklich vorgegebene Simulation wird der betroffene Modellwert mit 1,015 multipliziert und als Prozessparameter dokumentiert.
- Steinmodell: Aus den gemessenen Steinmaßen wird ein separates Referenzmodell erzeugt. Der freigegebene radiale Freiraum ergibt für die kontrollierte Öffnung 8,10 mm × 6,10 mm; die reale Fassung wird vor Produktion fachlich geprüft.
- Baugruppen: Ringschiene und Kopf werden getrennt parametrisiert. Bezugsebenen, Achsen und Montagefläche werden benannt. Eine digitale Explosionsansicht zeigt die Montagebeziehung.
- Varianten: Variante A verwendet eine kompakte, symmetrische Kopfgeometrie. Variante B öffnet die Seiten stärker und reduziert optisch die Masse. Beide werden auf Werkzeugzugang, Materialreserve, Ergonomie und Nacharbeit verglichen.
- Volumenkörper: Profile werden vollständig bestimmt, Hauptkörper erzeugt, Schnittstellen geprüft und kleine Verrundungen erst nach stabiler Hauptgeometrie ergänzt.
- Prüfung: Ringmaß, Steinlage, Wandstärken, geschlossene Körper, Kollisionen, Berührungsflächen, Montagezugang und Dateieinheit werden protokolliert. Fehler führen zu einer neuen Version und erneuter Prüfung.
- Visualisierung: Beide Varianten werden in identischer Perspektive und Beleuchtung als helle und dunklere Metallwirkung dargestellt. Die Bilder werden ausdrücklich als Entwurf gekennzeichnet.
- Datenübergabe: Masterdatei, STEP-Austausch, 3MF oder STL nach Prozessvorgabe, PDF-Zeichnung und PDF-Datenblatt erhalten denselben Versionscode. Vor Ausgabe wird die Einheit kontrolliert.
- Qualitätsmaßnahme: Ein Export-Check mit Einheit, Maßstab, geschlossenen Körpern, Dateiname und Freigabestatus verhindert wiederkehrende Übergabefehler.
Bei einem gemessenen CAD-Volumen von 0,70 cm³ und einem für die Übung vorgegebenen Dichtenäherungswert von 10,3 g/cm³ ergibt sich eine geschätzte Nettomasse von 7,21 g. Für Materialbestellung oder Preisberechnung müssen Anguss, Bearbeitungsverluste, Legierung und betriebliche Zuschläge separat bestimmt werden.
Arbeitsprodukt
Das vollständige Arbeitsprodukt besteht aus:
- Anforderungsliste mit Muss-, Wunsch- und Prüfkriterien
- Variantenblatt mit begründeter Auswahl
- parametrischer Masterdatei mit benannten Parametern
- Gesamt-, Detail-, Schnitt- und Explosionszeichnung
- zwei vergleichbaren Renderings
- technischem Datenblatt
- freigegebener Austauschdatei nach betrieblicher Vorgabe
- Prüf- und Änderungsprotokoll
- kurzer Reflexion zu Wirtschaftlichkeit, Ergonomie, Nachhaltigkeit, Datenschutz und Fehlervermeidung
Fachliches Bewertungsraster
| Kriterium | Voll erfüllt | Teilweise erfüllt | Noch nicht erfüllt | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| Auftragsanalyse | Alle Vorgaben, Annahmen und Prüfkriterien sind nachvollziehbar | Einzelne Kriterien oder Quellen fehlen | Modellierung ohne belastbare Anforderungsliste | 15 |
| Parametrik und Geometrie | Stabile Abhängigkeiten, benannte Parameter, geschlossene Körper | Modell funktioniert, Änderungen sind aber unsicher | Geometrie ist instabil, offen oder widersprüchlich | 20 |
| Produktionsfähigkeit | Maße, Wandstärken, Zugänge, Passungen und Prozessgrenzen sind geprüft | Einige Prüfungen sind nur visuell oder unvollständig | Fertigungsrisiken bleiben unbeachtet | 20 |
| Zeichnungen und Datenblatt | Ansichten, Schnitt, Explosion, Maße, Version und Werkstoffangaben sind eindeutig | Dokumentation ist nutzbar, aber lückenhaft | Dokumente widersprechen dem Modell oder fehlen | 15 |
| Visualisierung und Kommunikation | Varianten sind fair vergleichbar und adressatengerecht erläutert | Darstellung ist verständlich, aber nicht vollständig vergleichbar | Rendering täuscht Sicherheit vor oder ersetzt technische Angaben | 10 |
| Qualität, Sicherheit und Daten | Prüfprotokoll, Versionierung, Rechte, Datenschutz und sichere Übergabe sind belegt | Einzelne Nachweise fehlen | Freigabe, Datenstatus oder Sicherheitsgrenzen sind unklar | 10 |
| Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Reflexion | Entscheidungen werden über die gesamte Prozesskette begründet | Begründung bleibt auf einzelne Aspekte beschränkt | Keine nachvollziehbare Abwägung | 10 |
| Gesamt | 100 bis 85 sehr sicher, 84 bis 70 sicher, 69 bis 50 teilweise sicher, unter 50 Überarbeitung erforderlich | 100 | ||
Reflexion des Konstruktionsprozesses
Beantworte nach Abschluss:
- Welche Anforderung hat die Geometrie am stärksten beeinflusst?
- Welche Annahme war riskant und wie wurde sie abgesichert?
- Welche Änderung hatte unerwartete Folgen für andere Bauteile?
- Wo entstanden unnötige Daten, Material- oder Zeitaufwände?
- Welche Checkliste oder Parametrisierung verhindert den Fehler künftig?
- Welche Entscheidung müsste vor realer Fertigung durch eine qualifizierte Fachkraft bestätigt werden?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Was ist der fachlich richtige erste Schritt vor der CAD-Modellierung eines Kundenauftrags? (Alle verbindlichen Anforderungen und offenen Fragen erfassen) (!Sofort ein fotorealistisches Rendering erzeugen) (!Zuerst eine beliebige Exportdatei erstellen) (!Ohne Rückfrage die fehlenden Steinmaße schätzen)
Rückmeldung: Die Anforderungsanalyse verhindert, dass ein geometrisch sauberes Modell am tatsächlichen Auftrag vorbeigeht.
Welche Aussage beschreibt eine geometrische Abhängigkeit in einer CAD-Skizze? (Sie legt eine Beziehung wie tangential oder konzentrisch fest) (!Sie bestimmt ausschließlich die Farbe eines Renderings) (!Sie ersetzt jede Maßangabe durch ein Foto) (!Sie speichert automatisch personenbezogene Kundendaten)
Rückmeldung: Abhängigkeiten steuern die Beziehung zwischen Geometrieelementen und machen Änderungen vorhersehbar.
Welche Eigenschaft ist für eine STL-Datei typisch? (Sie beschreibt Oberflächen durch Dreiecke) (!Sie enthält immer den vollständigen parametrischen Konstruktionsbaum) (!Sie ist ausschließlich für zweidimensionale Texte vorgesehen) (!Sie garantiert automatisch die richtige Maßeinheit)
Rückmeldung: STL ist ein trianguliertes Oberflächenformat; Einheit, Parametrik und Fertigungsfähigkeit müssen getrennt geprüft werden.
Wozu dient eine Schnittzeichnung bei einer Fassung besonders? (Sie macht innere Geometrien und Materialstärken sichtbar) (!Sie legt die Zugriffsrechte im Dateisystem fest) (!Sie ersetzt die Prüfung des Volumenkörpers) (!Sie zeigt nur die spätere Metallfarbe)
Rückmeldung: Im Schnitt lassen sich Sitz, Wandstärke und innere Übergänge beurteilen, die in der Außenansicht verborgen bleiben.
Was bewirkt eine boolesche Vereinigung? (Sie verbindet überschneidende Körper zu einer Einheit) (!Sie löscht automatisch alle Bemaßungen) (!Sie wandelt eine Zeichnung in Kundendaten um) (!Sie erzeugt aus jedem Foto eine maßhaltige Baugruppe)
Rückmeldung: Die Vereinigung ist nur sinnvoll, wenn die resultierende Geometrie geschlossen und produktionsgerecht bleibt.
Welche Prüfung gehört zur Produktionsfähigkeit eines CAD-Modells? (Wandstärken, Kollisionen und Werkzeugzugänge kontrollieren) (!Nur die Hintergrundfarbe des Renderings auswählen) (!Alle Versionen unter demselben Dateinamen speichern) (!Ungeprüfte Bibliotheksmodelle unverändert übernehmen)
Rückmeldung: Produktionsfähigkeit verbindet Geometrie mit Prozessgrenzen, Montage, Nacharbeit und Qualität.
Welcher Umgang mit Kundendaten entspricht dem Grundsatz der Datenminimierung? (Nur auftragsnotwendige Daten mit geregeltem Zugriff speichern) (!Alle verfügbaren Kundendaten in jede Übungsdatei kopieren) (!Dateien ohne Versionsstand öffentlich teilen) (!Passwörter gemeinsam in der Zeichnung vermerken)
Rückmeldung: Datensparsame Auftragscodes und geregelte Zugriffe reduzieren Risiken und genügen für synthetische Lernfälle.
Welche Aussage zu einem fotorealistischen Rendering ist richtig? (Es unterstützt die Variantenwahl, ersetzt aber keine technische Prüfung) (!Es beweist automatisch die Maßhaltigkeit des Werkstücks) (!Es macht ein technisches Datenblatt überflüssig) (!Es garantiert die reale Farbe jedes Edelsteins)
Rückmeldung: Renderings vermitteln Wirkung, können aber Maße, Werkstoffverhalten und Herstellbarkeit nicht garantieren.
Welche Entscheidung ist sowohl wirtschaftlich als auch nachhaltig sinnvoll? (Eine parametrisierte reparierbare Variante über die gesamte Prozesskette bewerten) (!Nur den niedrigsten Materialwert ohne Funktion prüfen) (!So viele Probedrucke wie möglich erzeugen) (!Änderungen ohne Dokumentation direkt an die Maschine senden)
Rückmeldung: Gute Entscheidungen berücksichtigen Material, Zeit, Ausschuss, Reparierbarkeit, Energie und Lebensdauer zusammen.
Was ist eine wirksame Vorbeugemaßnahme gegen wiederkehrende Exportfehler? (Eine verbindliche Checkliste für Einheit, Version und Körperprüfung) (!Jede fehlerhafte Datei nur umzubenennen) (!Das Prüfprotokoll nachträglich zu löschen) (!Alle Formate ungeprüft gleichzeitig zu versenden)
Rückmeldung: Eine standardisierte Prüfung verändert den Prozess und verhindert, dass derselbe Fehler erneut entsteht.
Memory
| Anforderungsliste | Geordnete Sammlung von Muss-, Wunsch- und Prüfkriterien |
| Profilkurve | Zweidimensionale Kontur für Rotation, Sweep oder Loft |
| Abhängigkeit | Geometrische Beziehung zwischen Skizzenelementen |
| Volumenkörper | Geschlossene dreidimensionale Geometrie mit berechenbarem Volumen |
| Explosionszeichnung | Darstellung getrennter Bauteile in ihrer Montagebeziehung |
| Rendering | Visualisierte Darstellung von Form, Licht und Materialwirkung |
Drag-and-drop
| Ordne den Arbeitsschritt dem passenden Ergebnis zu. | Ergebnis |
|---|---|
| Auftragsanalyse | Prüffähige Anforderungen und offene Fragen |
| Parametrische Skizze | Bemaßte Profile mit geometrischen Beziehungen |
| Volumenkörperprüfung | Nachweis zu Maß, Funktion und Produktionsfähigkeit |
| Technische Zeichnung | Fertigungs- und prüfrelevante Ansichten und Maße |
| Änderungsprotokoll | Nachvollziehbare Versionen und Entscheidungen |
Kreuzworträtsel
| Parametrik | Wie heißt das Konstruieren mit steuerbaren Maßen und Beziehungen? |
| Baugruppe | Wie heißt eine organisierte Einheit aus mehreren Komponenten? |
| Schnittzeichnung | Welche Zeichnungsart zeigt innere Geometrien? |
| Rendering | Wie heißt eine visualisierte Darstellung von Licht und Material? |
| Toleranz | Wie heißt die zulässige Abweichung von einem Sollmaß? |
| Datensicherung | Wie heißt eine wiederherstellbare Kopie wichtiger Projektdateien? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Anforderungsliste erstellen: Überführe einen synthetischen Ringauftrag in mindestens acht Muss- und Wunschkriterien. Lösungsskizze: Trenne Geometrie, Besatz, Nutzung, Oberfläche, Daten, Termin, Sicherheit und Prüfung; formuliere zu jedem Muss-Kriterium eine mess- oder beobachtbare Abnahme.
- Dateiformate vergleichen: Erstelle eine Vergleichskarte zu Masterdatei, STEP, STL, 3MF, DXF und PDF. Lösungsskizze: Ordne Bearbeitbarkeit, Geometrietyp, Einheit, Metadaten, typische Übergabe und Prüfbedarf zu; kennzeichne, dass kein Format allein Produktionsfähigkeit garantiert.
- Ringmaß berechnen: Berechne für die synthetischen Innenumfänge 52 mm, 56 mm und 60 mm die Durchmesser. Lösungsskizze: Teile jeweils durch π; Ergebnisse gerundet sind etwa 16,55 mm, 17,83 mm und 19,10 mm.
- CAD-Arbeitsplatz prüfen: Dokumentiere mit einer Skizze oder Fotografie eines anonymisierten Musterplatzes fünf ergonomische Verbesserungen. Lösungsskizze: Geeignet sind Bildschirmhöhe, externe Eingabegeräte, blendfreie Sicht, wechselnde Haltung, ausreichende Darstellung und regelmäßige Unterbrechung; keine Personen oder vertraulichen Daten aufnehmen.
Standard
- Parametrische Profilskizze: Konstruiere eine bemaßte Ringschienen- oder Fassungsprofilskizze mit mindestens fünf sinnvollen Abhängigkeiten und fertige einen Bildschirmmitschnitt ohne Kundendaten an. Lösungsskizze: Bezugsebenen, Symmetrie, Tangentialität, Konzentrizität und Maßparameter werden benannt; die Skizze bleibt bei einer Maßänderung stabil.
- Variantenmatrix: Vergleiche zwei synthetische Fassungsvarianten nach Gestaltung, Funktion, Herstellbarkeit, Ergonomie, Kosten und Nachhaltigkeit. Lösungsskizze: Verwende eine gewichtete Matrix, begründe die Gewichtung und zeige, warum die höchste Punktzahl nicht automatisch jede Muss-Anforderung erfüllt.
- Technisches Datenblatt: Erstelle aus einem bereitgestellten Übungsmodell ein einseitiges Datenblatt. Lösungsskizze: Enthalten sind Auftragscode, Version, Hauptmaße, Werkstoffannahme, Steinmaß, Fertigungsweg, Dateien, Prüfstatus, Rechtequelle und Freigabefeld.
- Datenschutz und Versionierung: Entwickle für eine fiktive Werkstatt einen Datei- und Sicherungsplan. Lösungsskizze: Nutze synthetische Codes, rollenbasierte Zugriffe, eindeutige Versionsnamen, getrennte Master- und Exportdateien, regelmäßige Sicherungen und einen geprüften Wiederherstellungsweg.
Schwer
- Komplexes CAD-Modell: Erstelle einen parametrischen Ring oder ein kleines Gerät aus mindestens zwei Komponenten und dokumentiere drei Änderungsfälle. Lösungsskizze: Komponenten, Bezugssysteme und Schnittstellen sind benannt; jede Änderung wird mit betroffenen Maßen, Zeichnungen, Exporten und erneuter Prüfung protokolliert.
- Produktionsgerechte Modellprüfung: Führe an einem synthetischen 3D-Modell eine digitale DFM-Prüfung durch und interviewe dazu eine qualifizierte Fachkraft, ohne reale Kundendaten oder Betriebsgeheimnisse zu erfassen. Lösungsskizze: Prüfe geschlossene Körper, Maße, Wandstärken, Zugänge, Montage, Nacharbeit und Format; gleiche die eigene Checkliste mit fachlicher Rückmeldung ab.
- Nachhaltigkeits- und Kostenentscheidung: Entwickle für zwei Varianten eine vereinfachte Prozesskosten- und Ressourcenbetrachtung. Lösungsskizze: Beziehe Konstruktionszeit, Material, Energie, Ausschuss, Nacharbeit, Reparierbarkeit und Lebensdauer ein; trenne synthetische Annahmen von gemessenen Daten.
- Kundenpräsentation mit Revision: Produziere eine dreiminütige Präsentation mit zwei Renderings, technischer Zeichnung und begründeter Empfehlung; simuliere anschließend Feedback und überarbeite die Version. Lösungsskizze: Gleiche Perspektiven ermöglichen Vergleich, Risiken werden offen benannt, Feedback wird als Änderungsdatensatz dokumentiert und alle abhängigen Dokumente erhalten denselben neuen Versionsstand.


Lernkontrolle
- Ringweite und Kompensation: Ein synthetischer Ring hat 58,0 mm Innenumfang. Berechne den Durchmesser und bei ausdrücklich vorgegebenen 1,2 Prozent den kompensierten Wert. Musterlösung: 58,0 ÷ 3,1416 ≈ 18,46 mm; 18,46 × 1,012 ≈ 18,68 mm. Die Prozessvorgabe muss dokumentiert sein.
- Fehleranalyse im Export: Ein Modell kommt beim Empfänger 25,4-mal zu groß an. Begründe eine wahrscheinliche Ursache und eine Vorbeugung. Musterlösung: Wahrscheinlich wurden Zoll und Millimeter verwechselt; Einheit im Modell, Export und Import festlegen und mit einem Referenzmaß prüfen.
- Zeichnungswahl: Entscheide, ob Gesamt-, Detail-, Schnitt- oder Explosionszeichnung für die Prüfung eines verdeckten Steinsitzes am geeignetsten ist. Musterlösung: Die Schnittzeichnung zeigt die innere Geometrie; eine Detailvergrößerung kann sie ergänzen.
- Datenschutzfall: Eine Übungsdatei enthält Kundenname, Foto, Telefonnummer und Gravurwunsch. Welche Daten dürfen in eine Unterrichtssimulation übernommen werden? Musterlösung: Keine realen Daten; Auftrag abstrahieren, synthetischen Code und frei erfundene Maße verwenden sowie Originaldateien geschützt belassen.
- Variantenentscheidung: Variante A benötigt weniger Material, aber doppelte Nacharbeit; Variante B ist schwerer, reparierbar und parametrisch anpassbar. Begründe eine Entscheidung. Musterlösung: Eine belastbare Wahl bewertet die gesamte Prozesskette; je nach Nutzung kann B trotz höherer Masse wirtschaftlicher und nachhaltiger sein.
- Qualitätsregelkreis: Ein Export enthält wiederholt offene Flächen. Unterscheide Korrektur und Vorbeugung. Musterlösung: Korrektur ist das Schließen des aktuellen Modells; Vorbeugung ist ein verpflichtender Körpercheck vor jedem Export mit dokumentiertem Status.
- Transfer auf Gerät: Übertrage den Ablauf vom Ring auf ein kleines zweiteiliges Gerät. Musterlösung: Auftrag und Nutzung analysieren, Komponenten und Schnittstellen parametrisieren, Detail-, Schnitt- und Explosionszeichnungen erzeugen, Montage und Funktion prüfen, Varianten präsentieren und Daten kontrolliert ausgeben.
Lernnachweis
Als Lernnachweis eignet sich ein digitales Portfolio zu einem vollständig synthetischen Auftrag. Es zeigt nicht nur ein schönes Endbild, sondern den gesamten fachlichen Entscheidungsweg.
Nachzuweisendes Wissen:
- Unterschied zwischen Anforderung, Maß, Abhängigkeit, Baugruppe, Volumenkörper, Zeichnung und Rendering
- Zusammenhang von Werkstoff, Verwendungszweck, Fertigungsverfahren und Konstruktion
- Grenzen von Dateiformaten, Visualisierungen und Simulationen
- Grundsätze zu Arbeitsschutz, Datenschutz, Datensicherheit, Urheberrecht und Nachhaltigkeit
Nachzuweisende Fertigkeiten:
- Anforderungen erfassen und in prüfbare Kriterien übersetzen
- 2D-Profile und 3D-Körper parametrisch aufbauen
- Komponenten vereinigen, trennen und als Baugruppe organisieren
- Detail-, Schnitt- und Explosionszeichnungen erstellen
- Volumenkörper auf Maßhaltigkeit, Funktion und Produktionsfähigkeit prüfen
- geeignete Ausgabeformate erzeugen und kontrollieren
- Kundenfeedback dokumentieren und versioniert umsetzen
Nachzuweisende Produkte:
- Anforderungsliste und Variantenmatrix
- parametrische Masterdatei
- Zeichnungssatz und Renderings
- technisches Datenblatt
- Export- und Prüfprotokoll
- Quellen- und Rechteverzeichnis
- Reflexion mit mindestens einer Vorbeugemaßnahme
Transferleistung: Du überträgst das Vorgehen auf ein anderes Schmuckstück oder Gerät, begründest veränderte Parameter und benennst, welche Entscheidungen vor einer realen Fertigung durch qualifizierte Personen freigegeben werden müssen.
OER und Wikipedia
Amtliche und fachliche Grundlagen:
- KMK-Rahmenlehrplan Gold- und Silberschmied sowie Edelsteinfasser, Lernfeld 9 auf PDF-Seite 19
- Edelsteinfasser-Ausbildungsverordnung vom 20. März 2025
- BIBB-Berufsportal Edelsteinfasser/Edelsteinfasserin
- DGUV Information zu Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen
- BSI-Hinweise zur Datensicherung und 3-2-1-Regel
- Umweltbundesamt zu Umwelt- und Gesundheitswirkungen des 3D-Drucks
- Wikipedia: Technisches Zeichnen
Mediennachweise und Lizenzen:
| Eingebettete Datei | Exakte Quelle | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|---|
| File:Designerstellung CAD-Software.jpg | Wikimedia Commons | Stwacha | CC BY-SA 4.0 |
| File:Jewellery drawing 01.jpg | Wikimedia Commons | Mauro Cateb | CC BY-SA 4.0 |
| File:CAD computer-aided design.jpg | Wikimedia Commons | Toolpathsubmanu | CC BY-SA 4.0 |
| File:Setting a topaz.JPG | Wikimedia Commons | Mauro Cateb | CC BY-SA 3.0 |
| File:Render4.jpg | Wikimedia Commons | Archie Martin | CC BY-SA 3.0 |
| File:Diamond-ring-round.jpg | Wikimedia Commons | alldzine.com, Lizenz auf Commons geprüft | CC BY 3.0 |
Eingebettete Fachvideos:
| Video | Quelle und Kanal | Nutzungshinweis |
|---|---|---|
| Rhino Tutorial. Der Solitär Ring. CAD-Modellierung vom Schmuck. | YouTube, Manul_3D | Einbettung über YouTube; Rechte verbleiben beim Kanal, keine OER-Lizenz behauptet |
| Rhino Tutorial. Ring mit Bandtextur. CAD-Modellierung vom Schmuck. | YouTube, Manul_3D | Einbettung über YouTube; Rechte verbleiben beim Kanal, keine OER-Lizenz behauptet |
| From Design to Cast: 3D Manufacturing | YouTube, Rio Grande | Einbettung über YouTube; Rechte verbleiben beim Kanal, keine OER-Lizenz behauptet |
Verknüpfte Lernbereiche
Der Lernbereich verbindet Gestaltung, technische Kommunikation, Mathematik, Informatik, Werkstoffkunde, Fertigungstechnik, Kundenberatung, Qualitätssicherung, Wirtschaftsbetrachtung, Arbeitsschutz und Umweltbildung. Besonders eng ist die Verbindung zu den Lernfeldern Einteilige Werkstücke computergestützt entwerfen, Edel- und Schmucksteine auswählen, Edel- und Schmucksteine prüfen und fassen, Schmuck und Gerät präsentieren sowie Modelle und Rohlinge computergestützt herstellen.
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