Fertigungs- und Prüftechnik – Aufbereitungsmechaniker
Einleitung

Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr des Berufs Aufbereitungsmechanikerin beziehungsweise Aufbereitungsmechaniker. Du lernst, wie Werkstücke geplant, gefertigt und geprüft werden. Im Mittelpunkt stehen Messen und Lehren, Toleranzen, Prüfmittel, Trennen, Umformen, Fügen sowie die Verbindung von Produktfunktion, Qualität und Arbeitsplanung.
Der Kurs orientiert sich am KMK-Lerngebiet 1.2 „Fertigungs- und Prüftechnik“ mit einem Zeitrichtwert von 80 Stunden. Der zugrunde liegende Rahmenlehrplan wurde 1992 beschlossen. Die derzeit beim BIBB geführte Ausbildungsordnung stammt vom 9. Februar 2004 und trat am 1. August 2004 in Kraft. Die Ausbildung dauert 36 Monate; im dritten Ausbildungsjahr wird zwischen den Fachrichtungen Naturstein, feuerfeste und keramische Rohstoffe, Sand und Kies, Steinkohle sowie Braunkohle unterschieden. Dieser Kurs behandelt den gemeinsamen Kompetenzbereich des ersten Ausbildungsjahres und behauptet keine amtliche Vollabnahme einer Ausbildungs- oder Prüfungsordnung.
Sicherheit: Maschinen-, Elektro-, Gefahrstoff-, Schweiß-, Klebe- und Gesundheitsarbeiten dürfen nur nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung, Herstellerangaben und qualifizierter Unterweisung ausgeführt werden. Wo diese Voraussetzungen fehlen, arbeitest du mit Zeichnungen, Papier-, Karton- oder Digitalmodellen und synthetischen Messdaten. NOAH bleibt in der Seitenleiste und ist kein Bestandteil des Kursinhalts.
Prüftechnik: Größen, Einheiten und Toleranzen
Prüfen, Messen und Lehren
Prüfen bedeutet festzustellen, ob ein Werkstück eine geforderte Eigenschaft besitzt. Beim Messen wird eine physikalische Größe mit einer Einheit verglichen und als Zahlenwert angegeben, zum Beispiel 49,96 mm. Beim Lehren wird ohne Zahlenwert entschieden, ob ein Merkmal innerhalb festgelegter Grenzen liegt, beispielsweise „Gut“ oder „Ausschuss“.
| Vorgehen | Ergebnis | Berufliches Beispiel |
|---|---|---|
| Messen | Zahlenwert mit Einheit | Durchmesser einer Welle mit dem Messschieber bestimmen |
| Lehren | Aussage innerhalb oder außerhalb der Grenze | Bohrung mit Grenzlehrdorn prüfen |
| Sicht- und Funktionsprüfung | Beobachtung oder Funktionsaussage | Schutzabdeckung auf Beschädigung und sicheren Sitz prüfen |
Eine direkte Maßverkörperung stellt das Maß unmittelbar dar, etwa ein Strichmaßstab oder ein Winkelmaß. Eine indirekte Maßverkörperung überträgt ein Maß oder vergleicht Abweichungen, etwa eine Messuhr in einer Prüfvorrichtung. Das Prüfverfahren muss zum Merkmal passen: Länge, Winkel, Form, Oberfläche oder Funktion.
Größen, Größengleichungen und Einheiten
Eine Größe besteht aus Zahlenwert und Einheit. In einer Größengleichung werden Formelzeichen eingesetzt, anschließend werden Werte mit passenden Einheiten eingesetzt. Einheiten dürfen nur dann zusammengeführt werden, wenn sie zueinander passen.
| Größe | Formelzeichen | Häufige Einheit | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Länge | l | mm, m | Blechlänge |
| Fläche | A | mm², m² | Blechbedarf |
| Kraft | F | N | Vorschub- oder Spannkraft |
| Drehmoment | M | N·m | Anziehmoment |
| Arbeit | W | J | mechanische Arbeit |
Umrechnen: 1 m = 1000 mm, 1 mm = 1000 µm und 1 N·m = 1000 N·mm. Schreibe bei jedem Rechenschritt die Einheit mit. Ein häufiger Fehler ist, Millimeter und Meter ohne Umrechnung in dieselbe Formel einzusetzen.
Beispiel: Ein Blechstreifen ist 0,1544 m lang. In Millimeter gilt: 0,1544 m · 1000 mm/m = 154,4 mm.
Maßsysteme, Toleranzen und Prüfmaße
Ein Nennmaß beschreibt den vorgesehenen Wert. Abmaße legen fest, wie weit das Istmaß nach oben oder unten abweichen darf. Die Differenz zwischen Höchstmaß und Mindestmaß ist die Toleranz.
Beispiel: Für eine Breite gilt 50,0 mm ± 0,3 mm.
| Größe | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Höchstmaß | 50,0 mm + 0,3 mm | 50,3 mm |
| Mindestmaß | 50,0 mm − 0,3 mm | 49,7 mm |
| Toleranz | 50,3 mm − 49,7 mm | 0,6 mm |
Ein Istmaß von 49,8 mm ist maßhaltig. Ein Istmaß von 50,4 mm liegt außerhalb der Toleranz. Toleranz und Messabweichung sind nicht dasselbe: Die Toleranz ist eine Produktanforderung, die Messabweichung gehört zum Messprozess.
Allgemeintoleranzen gelten nur, wenn Zeichnung, Normbezug und betriebliche Vorgaben dies eindeutig festlegen. Verwende keine historische Normangabe ungeprüft. Prüfe stets die aktuelle Zeichnung, die gültige betriebliche Regelung und die passende Normausgabe.
Prüfmittel auswählen und richtig anwenden

| Prüfmittel | Typische Aufgabe | Auswahlkriterium | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Strichmaßstab | Überschlägige Längenprüfung | Grober Messbereich | Schräges Anlegen |
| Messschieber | Außen-, Innen- und Tiefenmaß | Vielseitigkeit und passende Auflösung | Verkanten oder zu hohe Messkraft |
| Messschraube | Präzise Außenmaße | Kleine Toleranz und begrenzter Messbereich | Verschmutzte Messflächen |
| Messuhr | Kleine Abweichungen und Rundlauf | Vergleichsmessung in Vorrichtung | Falsche Vorspannung |
| Winkelmesser | Winkel prüfen | Erforderlicher Winkelbereich | Bezugskante nicht gereinigt |
| Form-, Maß- oder Winkellehre | Gut-Ausschuss-Entscheidung | Schnelle Serienprüfung | Lehre mit Gewalt aufsetzen |
Bei der Auswahl beachtest du Maßtoleranz, erforderliche Messgenauigkeit, Auflösung, Messbereich, Einsatzbedingungen und Güteklasse. Als Faustregel muss das Prüfmittel deutlich feiner auflösen als die zu prüfende Toleranz; die konkrete Eignung wird jedoch durch den betrieblichen Prüfplan bestimmt.
Oberflächenbeschaffenheit prüfen

Oberflächen werden zunächst sauber und bei geeignetem Licht betrachtet. Je nach Anforderung folgen Vergleichsmuster, Tastschnittmessung oder andere freigegebene Verfahren. Kratzer, Riefen, Grat, Korrosion und anhaftende Partikel können Funktion, Dichtheit, Verschleiß und Sicherheit beeinflussen. Eine rein visuelle Aussage ersetzt keine zahlenmäßig geforderte Rauheitsmessung.
Zufällige und systematische Prüfabweichungen
Zufällige Abweichungen schwanken unvorhersehbar, etwa durch wechselnden Anpressdruck oder begrenzte Ablesbarkeit. Wiederholungsmessungen und geeignete Mittelwertbildung können ihren Einfluss sichtbar machen. Systematische Abweichungen verschieben Ergebnisse in eine Richtung, etwa durch einen Nullpunktfehler, ungeeignete Temperatur oder ein falsch kalibriertes Prüfmittel.
Maßnahmen zur Begrenzung:
- Prüfmittel und Werkstück reinigen und akklimatisieren.
- Nullpunkt, Funktionszustand und Prüfmittelfrist kontrollieren.
- Messflächen rechtwinklig und mit geeigneter Messkraft ansetzen.
- Messung an festgelegten Stellen wiederholen.
- Ergebnisse, Prüfmittelkennung und Entscheidung nachvollziehbar dokumentieren.
- Auffällige Werte nicht löschen, sondern begründet kennzeichnen und klären.
Digitale Prüfprotokolle verbessern Rückverfolgbarkeit und Auswertung. Speichere nur erforderliche technische Daten. Personenbezogene Daten, Gesichter, private Kontaktdaten und unnötige Standort- oder Fotometadaten gehören nicht in den Lernnachweis.
Trennen: Zerteilen und Spanen
Manuelle und maschinelle Trennverfahren
Trennen verändert die Form eines festen Körpers, indem der Zusammenhalt örtlich aufgehoben wird. Im Lerngebiet werden insbesondere manuelle und maschinelle Verfahren wie Schneiden, Sägen und Bohren betrachtet.
| Verfahren | Wirkprinzip | Beispiel | Prüfaspekt |
|---|---|---|---|
| Schneiden | Zerteilen mit Schneidkanten | Blechschere | Grat, Verzug, Maß |
| Sägen | Spanen mit vielen Schneiden | Metallbandsäge | Rechtwinkligkeit, Schnittbreite |
| Bohren | Spanen mit rotierendem Werkzeug | Durchgangsbohrung | Durchmesser, Lage, Grat |
| Feilen | Manuelles Spanen | Kante nacharbeiten | Ebenheit, Maß, Oberfläche |
Das Fertigungsverfahren wird nicht allein nach Geschwindigkeit gewählt. Werkstoff, Form, Stückzahl, Toleranz, Oberfläche, Werkzeugzugang, Sicherheit, Energiebedarf und Nacharbeit beeinflussen die Entscheidung.
Keilwirkung, Spanwinkel, Keilwinkel und Freiwinkel

Eine Werkzeugschneide wirkt als Keil. Beim Zerteilen dringt die Schneide ein und trennt den Werkstoff ohne beabsichtigte Spanbildung. Beim Spanen wird Werkstoff als Span abgetrennt. In der Werkzeug-Orthogonalebene werden Freiwinkel, Keilwinkel und Spanwinkel betrachtet.
Der Keilwinkel beeinflusst die Stabilität der Schneide. Ein großer Keilwinkel macht sie meist stabiler, erhöht aber häufig die erforderliche Kraft. Der Freiwinkel verhindert, dass die Freifläche stark am Werkstück reibt. Der Spanwinkel beeinflusst Spanbildung, Kraft und Spanabfluss. Die Winkel werden nicht beliebig gewählt, sondern passend zu Werkstoff, Werkzeug und Verfahren.
Kräfte, Kraftwirkungen und mechanische Arbeit
Kräfte können Bewegungen ändern oder Werkstücke verformen. Sie werden als Pfeile mit Angriffspunkt, Richtung und Betrag dargestellt. Bei der Fertigung treten unter anderem Schnittkraft, Vorschubkraft, Spannkraft, Reibungskraft und Gewichtskraft auf.
Grundbeziehungen:
- Resultierende gleichgerichteter Kräfte: F_ges = F_1 + F_2.
- Reibungskraft im vereinfachten Modell: F_R = μ · F_N.
- Drehmoment: M = F · l.
- Mechanische Arbeit bei geradliniger Bewegung: W = F · s.
Rechenbeispiel: Eine konstante Vorschubkraft von 120 N wirkt über 0,25 m. Die idealisierte Arbeit beträgt W = 120 N · 0,25 m = 30 J. Reale Maschinen benötigen wegen Wirkungsgrad, Reibung und Nebenbewegungen mehr Energie.
Bohren als berufstypisches Beispiel
Beim Bohren werden Werkstück, Bohrer, Drehzahl, Vorschub, Kühlung und Spannmittel aufeinander abgestimmt. Das Werkstück wird gegen Mitdrehen sicher gespannt. Die Bohrung wird angekörnt oder anderweitig positionsgerecht vorbereitet, mit geeigneter Drehzahl gefertigt, entgratet und anschließend geprüft.
Typische Fehler: falsche Drehzahl, unzureichende Spannung, stumpfes Werkzeug, fehlende Spanabfuhr, zu hoher Vorschub, falsche Bezugskante und Prüfung vor dem Entgraten.
Sicherheitsregel: Bohren an Maschinen erfolgt ausschließlich unter qualifizierter Anleitung. Schutzvorrichtungen bleiben wirksam. Lange Haare, Schmuck und lose Kleidung werden gesichert. In der Nähe rotierender Teile werden keine ungeeigneten Handschuhe getragen. Späne werden nur bei Stillstand mit geeignetem Hilfsmittel entfernt. Maßgeblich sind Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Herstellerangaben.
Umwelt- und Qualitätsaspekte beim Trennen
Verschnitt und Späne werden sortenrein gesammelt, soweit der Betrieb dies vorsieht. Kühlschmierstoffe dürfen nicht unkontrolliert verschleppt oder entsorgt werden. Eine passende Schnittfolge, richtige Rohteilgröße und frühzeitige Qualitätsprüfung verringern Ausschuss, Energieverbrauch und Nacharbeit. Digitale Fertigungsdaten müssen versionssicher sein; veraltete Zeichnungen sind zu sperren.
Umformen: Druckumformen und Biegeumformen
Elastisches und plastisches Werkstoffverhalten
Beim Umformen wird die Form geändert, ohne den Werkstoff absichtlich zu trennen. Eine elastische Verformung geht nach Entlastung weitgehend zurück. Eine plastische Verformung bleibt bestehen. Beim Biegen tritt deshalb Rückfederung auf: Das Werkstück öffnet sich nach Entlastung etwas. Werkzeug, Werkstoff, Blechdicke und Biegeradius beeinflussen diesen Effekt.
Druckumformen umfasst Verfahren, bei denen überwiegend Druckspannungen wirken, beispielsweise Stauchen oder Walzen. Biegeumformen verändert die Richtung eines Werkstückabschnitts, beispielsweise beim Abkanten eines Haltewinkels.
Massivumformen und Blechumformen
Beim Massivumformen werden kompakte Werkstücke mit vergleichsweise großem Querschnitt umgeformt. Beim Blechumformen ist eine Abmessung, die Dicke, deutlich kleiner als Länge und Breite. Beide Bereiche verlangen geeignete Werkstoffe, Werkzeuge, Radien und Kräfte.
| Merkmal | Massivumformen | Blechumformen |
|---|---|---|
| Typisches Halbzeug | Stab, Block, Knüppel | Blech, Band |
| Beispiel | Stauchen, Schmieden | Biegen, Tiefziehen |
| Wichtige Größe | Volumen und Fließverhalten | Blechdicke, Radius, Faserrichtung |
| Typischer Fehler | Riss oder unvollständige Formfüllung | Rückfederung, Riss, Falten, Maßabweichung |
Neutrale Faser, Biegeradius und Biegequerschnitt

Beim Biegen werden äußere Fasern gedehnt und innere Fasern gestaucht. Dazwischen liegt eine Zone, deren Länge sich näherungsweise nicht ändert: die neutrale Faser. Ihre Lage hängt vom Werkstoff und vom Verhältnis zwischen Biegeradius und Blechdicke ab. Ein zu kleiner Radius kann zu Rissen führen; ein unnötig großer Radius kann die Bauteilfunktion beeinträchtigen.
Der Biegequerschnitt muss so gewählt werden, dass das Werkstück die geforderte Funktion erfüllt und sicher hergestellt werden kann. Tabellenwerte, Werkzeugdaten und betriebliche Erfahrungswerte sind verbindlicher als eine vereinfachte Schulformel.
Kalt- und Warmumformen
Beim Kaltumformen liegt die Werkstücktemperatur unterhalb der für Rekristallisation maßgeblichen Temperatur. Festigkeit und Härte können steigen, die Umformbarkeit kann sinken. Beim Warmumformen lässt sich der Werkstoff häufig stärker verformen; gleichzeitig verändern sich Gefüge, Oberfläche, Maßgenauigkeit und Energiebedarf.
Erwärmen, Schmieden oder Heißarbeiten sind keine Selbstversuche. Im Kurs werden Gefügeänderungen und Prozessfolgen anhand von Bildern, Tabellen und sicheren Simulationen betrachtet.
Gestreckte Länge, Umfang und Blechbedarf
Für eine Kreislinie gilt U = π · d. Für einen Kreisbogen mit Winkel α gilt näherungsweise l_Bogen = π · α/180° · r. Bei Blechbiegungen wird statt des Innenradius ein Radius der neutralen Faser verwendet.
Für Lernrechnungen kann gelten:
Biegezugabe l_B = π · α/180° · (r + k · s)
Dabei sind α der Biegewinkel, r der Innenradius, s die Blechdicke und k ein vereinbarter Lagefaktor. Der Faktor ist prozessabhängig und wird in der Praxis aus gültigen Tabellen oder Versuchen übernommen.
Beispiel: α = 90°, r = 2,0 mm, s = 2,0 mm und für die Simulation k = 0,4.
l_B = π · 90/180 · (2,0 mm + 0,4 · 2,0 mm) = 1,5708 · 2,8 mm ≈ 4,4 mm.
Bei zwei geraden Tangentenlängen von 40,0 mm und 110,0 mm ergibt sich eine vereinfachte gestreckte Länge von 154,4 mm.
Blechbedarf: Benötigte Fläche = Länge · Breite. Für 154,4 mm · 50,0 mm ergibt sich 7720 mm². Zuschnittplan, Schnittfuge und notwendige Randabstände müssen zusätzlich berücksichtigt werden. Verschnittquote = Verschnittfläche / Ausgangsfläche · 100 %. Ein optimierter Zuschnitt senkt Materialbedarf und Kosten.
Fügen: Verbindungen und ihre Wirkprinzipien
Lösbare und unlösbare Verbindungen
Lösbare Verbindungen können in der Regel ohne Zerstörung der Verbindungsteile getrennt werden. Beispiele sind Schraub-, Stift- und Federverbindungen. Unlösbare Verbindungen werden beim Trennen meist zerstört oder wesentlich verändert. Beispiele sind Schweiß-, Klebe-, Haken- und Vulkanisationsverbindungen.
| Verbindung | Lösbarkeit | Typische Anwendung | Prüfaspekt |
|---|---|---|---|
| Schraubverbindung | Lösbar | Wartungszugang und Schutzabdeckung | Anziehmoment, Sicherung, Sitz |
| Stiftverbindung | Meist lösbar | Positionierung | Passung und Lage |
| Schweißverbindung | Unlösbar | Tragende Stahlkonstruktion | Naht, Verzug, Freigabe |
| Klebeverbindung | Meist unlösbar | Flächige Verbindung verschiedener Werkstoffe | Oberfläche, Aushärtung, Gefahrstoffschutz |
| Vulkanisation | Unlösbar | Gummi-Metall- oder Gummiverbindung | Prozessparameter und Haftung |
Kraftschluss, Formschluss und Stoffschluss

Beim Kraftschluss verhindert Reibung die Relativbewegung. Die erforderliche Reibung entsteht beispielsweise durch Vorspannkraft einer Schraube. Beim Formschluss greifen Formen ineinander, etwa Passfeder und Nut oder Stift und Bohrung. Beim Stoffschluss sind die Teile durch stoffliche Bindung verbunden, etwa beim Schweißen, Kleben oder Vulkanisieren. Viele reale Verbindungen kombinieren mehrere Wirkprinzipien.
Reibung, Schubkraft, Drehmoment und Gewindearbeit

Im vereinfachten Modell gilt für die maximal übertragbare Reibungskraft F_R = μ · F_N. Steigt die Anpresskraft F_N, kann bei gleichbleibender Reibungszahl μ mehr tangentiale Kraft übertragen werden. Verschmutzung, Schmierung, Oberflächenzustand und Setzerscheinungen beeinflussen die reale Verbindung.
Das Drehmoment berechnet sich mit M = F · l. Wirkt eine Handkraft von 100 N an einem Hebelarm von 0,20 m, beträgt das idealisierte Drehmoment 20 N·m.
Für eine Drehbewegung über n Umdrehungen kann die idealisierte mechanische Arbeit mit W = 2 · π · M · n beschrieben werden. Bei M = 20 N·m und n = 2 ergibt sich W ≈ 251 J. Diese Rechnung beschreibt die zugeführte Drehenergie, nicht unmittelbar die Vorspannkraft. Für reale Schrauben gelten Herstellerangaben, Reibbedingungen, Festigkeitsklasse und betriebliche Vorgaben.
Schubkraft wirkt parallel zu einer Fläche und kann Stifte, Schrauben oder Klebschichten beanspruchen. Bei einer Verbindung ist zu klären, ob die Last durch Reibung, durch Formkontakt oder durch den Stoffverbund übertragen wird.
Vorgänge an stoffschlüssigen Fügestellen
Beim Schmelzschweißen werden Fügebereiche aufgeschmolzen und erstarren gemeinsam. Beim Kleben benetzt ein Klebstoff vorbereitete Oberflächen und härtet aus. Bei der Vulkanisation entstehen oder verändern sich Vernetzungen im Elastomer. Temperatur, Sauberkeit, Zeit, Druck und Werkstoffpaarung bestimmen die Qualität.
Schweißen, Kleben mit Gefahrstoffen und Vulkanisieren erfolgen ausschließlich in zugelassenen Bereichen unter qualifizierter Anleitung. Eine sichere Lernalternative ist der Vergleich von Verbindungsprinzipien mit Papierlaschen, Steckmodellen, Klettpunkten oder digitalen Schnittbildern.
Auswahl einer Verbindung
Eine geeignete Verbindung erfüllt Funktion, Sicherheit, Instandhaltbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Berücksichtige Lastart, Schwingung, Korrosion, Temperatur, Demontagebedarf, verfügbare Werkzeuge, Prüfbarkeit, Reparaturfähigkeit, Materialtrennung beim Recycling und Arbeitsschutz.
Ein typischer Fehler ist, nur die Anfangsfestigkeit zu betrachten. In Aufbereitungsanlagen wirken Staub, Feuchte, Vibration und wechselnde Lasten. Deshalb müssen Sicherung, Inspektion und Austausch mitgeplant werden.
Arbeitsplanung, Produktbezug und berufstypischer Modellfall
Arbeitsplanung für eine Fertigungsaufgabe
Eine vollständige Arbeitsplanung verbindet Zeichnung, Reihenfolge, Fertigungsverfahren, Werkzeug- und Maschinenauswahl, Werk- und Hilfsstoffe, Spannmittel, Fertigungsdaten, Prüfmerkmale, Sicherheitsmaßnahmen und Entsorgung.
| Planungsfrage | Beispiel |
|---|---|
| Was soll das Produkt leisten? | Halterung fixiert eine nicht elektrische Schutzleiste an einem Übungsrahmen |
| Welche Merkmale sind kritisch? | Lochlage, Biegewinkel, Gratfreiheit, sichere Schraubverbindung |
| Welche Reihenfolge ist sinnvoll? | Prüfen, Anreißen, Zuschneiden, Bohren, Entgraten, Biegen, Fügen, Endprüfen |
| Welche Ressourcen werden benötigt? | Zeichnung, Messmittel, Rohteil, Spannmittel, freigegebene Werkzeuge |
| Wie wird Qualität nachgewiesen? | Prüfplan, Messwerte, Gut-Ausschuss-Entscheidung, Abweichungsbegründung |
| Wie werden Umwelt und Datenschutz berücksichtigt? | Verschnitt trennen, Energie minimieren, nur technische synthetische Daten speichern |
Zusammenhang zwischen Produkt und Fertigung
Die Funktion eines Produkts bestimmt Werkstoff, Form, Toleranz, Oberfläche und Verbindung. Gleichzeitig begrenzen Fertigungsverfahren, Kosten und Arbeitsschutz die Gestaltung.
Subjektive Anforderungen betreffen zum Beispiel Bedienbarkeit und wahrgenommene Qualität. Technische Anforderungen betreffen Festigkeit, Maßhaltigkeit und Lebensdauer. Wirtschaftliche Anforderungen betreffen Material, Zeit, Energie und Instandhaltung. Gesellschaftliche Anforderungen umfassen Sicherheit, Umweltwirkung, Barrierearmut, faire Arbeitsbedingungen und Datenschutz.
Gute Gestaltung vermeidet unnötige Toleranzschärfe. Eine Toleranz soll so eng wie funktional nötig, aber so weit wie technisch und wirtschaftlich vertretbar sein.
Modellfall: Haltewinkel für einen Übungsrahmen
Auftrag: Für einen nicht elektrischen Schulungsrahmen einer Aufbereitungsanlage soll ein Haltewinkel gefertigt werden. Er trägt eine leichte Schutzleiste in einem sicheren Demonstrationsmodell. Alle Daten sind synthetisch. Ein realer Einsatz an einer Maschine ist ausgeschlossen.
Vorgaben:
| Merkmal | Sollwert | Toleranz oder Forderung |
|---|---|---|
| Werkstoff | Übungsblech aus geeignetem Metall oder Kartonmodell | Freigabe durch Lehrkraft beziehungsweise Ausbildende |
| Blechdicke | 2,0 mm | nur für die Rechensimulation |
| Gestreckte Länge | 154,4 mm | ± 0,5 mm |
| Breite | 50,0 mm | ± 0,3 mm |
| Biegung | 90° | ± 1° |
| Innenradius | 2,0 mm | passend zum freigegebenen Werkzeug |
| Bohrungen | zwei Bohrungen mit 9,0 mm | gratfrei |
| Lochabstand | 70,0 mm | ± 0,2 mm |
| Verbindung | zwei geeignete Schrauben im Modell | sicherer Sitz ohne Beschädigung |
Sichere Durchführung: Ohne Werkstattfreigabe wird der Auftrag als Kartonmodell, CAD-Skizze oder digitale Simulation bearbeitet. Maschinelles Schneiden, Bohren und Biegen erfolgt ausschließlich unter qualifizierter Anleitung mit wirksamen Schutz- und Spannvorrichtungen.
Lösung des Modellfalls: Rechen- und Arbeitsweg
1. Prüfmaße berechnen:
- Länge: Mindestmaß 153,9 mm, Höchstmaß 154,9 mm.
- Breite: Mindestmaß 49,7 mm, Höchstmaß 50,3 mm.
- Winkel: Mindestwinkel 89°, Höchstwinkel 91°.
- Lochabstand: Mindestmaß 69,8 mm, Höchstmaß 70,2 mm.
2. Gestreckte Länge prüfen: Mit α = 90°, r = 2,0 mm, s = 2,0 mm und k = 0,4 beträgt die simulierte Biegezugabe rund 4,4 mm. Zusammen mit 40,0 mm und 110,0 mm geraden Längen ergibt sich 154,4 mm.
3. Arbeitsfolge:
| Nr. | Arbeitsschritt | Werkzeug oder Verfahren | Qualitätsprüfung | Sicherheit und Umwelt |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Unterlagen prüfen und Rohteil identifizieren | Zeichnung, Prüfplan | Version und Werkstofffreigabe | Keine personenbezogenen Daten |
| 2 | Rohteil messen und anreißen | Messschieber, Reißwerkzeug oder Schablone | Länge, Breite, Lochlage | Scharfe Kanten beachten |
| 3 | Zuschneiden | Freigegebenes manuelles oder maschinelles Verfahren | Maßzugabe und Rechtwinkligkeit | Nur unter Unterweisung; Verschnitt trennen |
| 4 | Bohrungen herstellen | Bohrmaschine und Spannmittel oder sichere Simulation | Durchmesser und Abstand | Werkstück sicher spannen; Späne bei Stillstand entfernen |
| 5 | Entgraten | Freigegebenes Entgratwerkzeug | Kanten fühl- und sichtprüfen | Schnittschutz nach betrieblicher Vorgabe |
| 6 | Biegen | Abkantwerkzeug oder Kartonmodell | Winkel und Schenkellage | Quetschstellen vermeiden |
| 7 | Schraubverbindung montieren | Passendes Werkzeug | Sitz und Sicherung | Vorgaben zum Anziehmoment beachten |
| 8 | Endprüfung und Dokumentation | Messmittel, Prüfprotokoll | Alle Prüfmerkmale | Technische Daten sparsam speichern |
4. Synthetisches Prüfprotokoll:
| Merkmal | Messwert | Grenzwerte | Entscheidung |
|---|---|---|---|
| Länge | 154,2 mm | 153,9 bis 154,9 mm | Gut |
| Breite | 50,1 mm | 49,7 bis 50,3 mm | Gut |
| Biegewinkel | 91° | 89 bis 91° | Gut |
| Lochabstand | 70,3 mm | 69,8 bis 70,2 mm | Nicht gut |
| Gratfreiheit | leichter Grat an Bohrung 2 | gratfrei | Nicht gut |
Bewertung der Abweichung: Das Werkstück wird nicht freigegeben. Lochabstand und Gratfreiheit sind zu korrigieren, soweit eine fachlich zulässige Nacharbeit möglich ist. Danach wird erneut geprüft. Eine Messwertänderung ohne tatsächliche Nachprüfung ist unzulässig.
Arbeitsprodukt und fachliches Bewertungsraster
Arbeitsprodukt: Abzugeben sind eine bemaßte Skizze, die Berechnung der Prüfgrenzen und Biegezugabe, ein Arbeitsplan, ein ausgefülltes synthetisches Prüfprotokoll, eine begründete Gut-Ausschuss-Entscheidung sowie eine kurze Material- und Energiebetrachtung. Ein Foto darf nur das Werkstück zeigen und muss unnötige Metadaten sowie Personen vermeiden.
| Kriterium | 4 Punkte | 3 Punkte | 2 Punkte | 1 oder 0 Punkte | Gewicht |
|---|---|---|---|---|---|
| Fachliche Planung | Vollständig, logisch und begründet | Weitgehend vollständig | Teilweise schlüssig | Wesentliche Schritte fehlen | 20 % |
| Rechnen und Toleranzen | Alle Rechnungen korrekt mit Einheiten | Kleine, nicht folgenschwere Fehler | Mehrere Fehler, Ansatz erkennbar | Ansatz fehlt oder ist unbrauchbar | 20 % |
| Fertigungs- und Prüfmittelauswahl | Passend und fachlich begründet | Passend mit kleinen Lücken | Teilweise passend | Ungeeignet oder unbegründet | 20 % |
| Qualität und Dokumentation | Vollständig, nachvollziehbar, rückverfolgbar | Weitgehend nachvollziehbar | Lückenhaft | Entscheidung nicht belegt | 20 % |
| Sicherheit, Umwelt und Datenschutz | Konkret in allen Schritten berücksichtigt | Überwiegend berücksichtigt | Nur allgemein genannt | Fehlend oder riskant | 20 % |
Die Gesamtbewertung entsteht aus den gewichteten Kriterien. Das Raster ist ein didaktisches Modell und keine amtliche Prüfungsfreigabe.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Was unterscheidet Messen vom Lehren? (Messen liefert einen Zahlenwert mit Einheit) (!Messen liefert nur eine Gut-Ausschuss-Aussage) (!Lehren liefert immer einen exakten Zahlenwert) (!Lehren ersetzt jede Funktionsprüfung)
Rückmeldung: Beim Messen entsteht ein Messwert; beim Lehren wird geprüft, ob ein Merkmal innerhalb vorgegebener Grenzen liegt.
Welche Grenzmaße gelten für 50,0 mm plus oder minus 0,3 mm? (49,7 mm bis 50,3 mm) (!49,3 mm bis 50,7 mm) (!49,97 mm bis 50,03 mm) (!50,0 mm bis 50,6 mm)
Rückmeldung: Unteres und oberes Abmaß werden jeweils vom Nennmaß abgezogen beziehungsweise addiert.
Welches Prüfmittel ist für einen kleinen Außendurchmesser mit enger Toleranz besonders geeignet? (Messschraube) (!Strichmaßstab) (!Winkellehre) (!Formschablone)
Rückmeldung: Die Messschraube bietet für kleine Außenmaße eine feine Auflösung und definierte Messflächen.
Welche Maßnahme hilft besonders gegen zufällige Messabweichungen? (Wiederholungsmessungen unter gleichen Bedingungen) (!Absichtliches Verstellen des Nullpunkts) (!Verwenden einer ungeprüften Lehre) (!Runden jedes Messwerts auf ganze Millimeter)
Rückmeldung: Wiederholungen machen Streuung sichtbar; systematische Ursachen müssen zusätzlich gezielt beseitigt werden.
Welche Aufgabe hat der Freiwinkel an einer Werkzeugschneide? (Er vermindert das Reiben der Freifläche am Werkstück) (!Er legt allein den Werkstoff fest) (!Er ersetzt die sichere Werkstückspannung) (!Er bestimmt die Länge des Messschiebers)
Rückmeldung: Der Freiwinkel schafft Abstand zwischen Freifläche und erzeugter Werkstückoberfläche.
Welches Verfahren gehört zum Spanen? (Bohren) (!Biegen) (!Stauchen) (!Kleben)
Rückmeldung: Beim Bohren wird Werkstoff in Form von Spänen abgetrennt.
Was kennzeichnet die neutrale Faser beim Biegen näherungsweise? (Ihre Länge ändert sich kaum) (!Sie liegt immer auf der Außenkante) (!Sie wird vollständig aufgeschmolzen) (!Sie bestimmt allein die Blechbreite)
Rückmeldung: Zwischen gedehntem Außenbereich und gestauchtem Innenbereich liegt die annähernd längenkonstante Zone.
Wodurch wird bei einer kraftschlüssigen Verbindung die Relativbewegung verhindert? (Durch Reibung infolge einer Anpresskraft) (!Durch vollständiges Aufschmelzen beider Teile) (!Durch eine reine Farbkennzeichnung) (!Durch einen größeren Messbereich)
Rückmeldung: Kraftschluss nutzt Reibung; Vorspannung kann die notwendige Anpresskraft erzeugen.
Welche Reihenfolge ist für den Modellfall fachlich sinnvoll? (Planen, fertigen, prüfen, dokumentieren) (!Fertigen, Zeichnung ändern, prüfen, planen) (!Prüfen, ohne zu messen freigeben, danach fertigen) (!Dokumentieren, Messwerte erfinden, anschließend planen)
Rückmeldung: Eine geprüfte Unterlage und Arbeitsplanung stehen vor der Fertigung; die Endprüfung belegt das Ergebnis.
Welche digitale Dokumentation ist datenschutzgerecht? (Nur erforderliche technische Messdaten ohne unnötige Personendaten) (!Private Telefonnummern aller Beteiligten) (!Fotos mit sichtbaren Ausweisen und Standortdaten) (!Ungeprüfte Messwerte unter fremdem Namen)
Rückmeldung: Technische Nachweise sollen nachvollziehbar sein, aber keine unnötigen personenbezogenen Informationen enthalten.
Memory
| Messen | Bestimmen eines Zahlenwerts mit Einheit |
| Lehren | Gut-Ausschuss-Entscheidung ohne Zahlenwert |
| Messschieber | Außen-, Innen- und Tiefenmaße prüfen |
| Messuhr | Kleine Abweichungen vergleichend anzeigen |
| Biegeradius | Krümmungsmaß an einer Biegestelle |
| Stoffschluss | Verbindung durch stoffliche Bindung |
Drag-and-drop
| Ordne die passenden Begriffe zu. | Beschreibung |
|---|---|
| Systematische Abweichung | Verschiebt Messwerte wiederholt in dieselbe Richtung |
| Spanen | Trennt Werkstoff unter Bildung von Spänen |
| Biegeumformen | Ändert die Form durch Biegemoment |
| Kraftschluss | Überträgt Kräfte durch Reibung |
| Prüfplan | Legt Merkmal, Verfahren, Prüfmittel und Entscheidung fest |
Kreuzworträtsel
| Toleranz | Wie heißt die Differenz zwischen Höchstmaß und Mindestmaß? |
| Messschieber | Welches Prüfmittel misst Außen-, Innen- und Tiefenmaße? |
| Nonius | Welche Hilfsskala ermöglicht eine feinere Ablesung am analogen Messschieber? |
| Spanen | Wie heißt Trennen mit beabsichtigter Spanbildung? |
| Biegeradius | Wie heißt das Krümmungsmaß an der Biegestelle? |
| Reibung | Welche Wirkung ermöglicht einen Kraftschluss? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Prüfmittel erkennen: Ordne Messschieber, Messschraube, Messuhr und Winkellehre jeweils einer geeigneten Prüfaufgabe zu und begründe jede Zuordnung in einem Satz.
- Einheiten umrechnen: Rechne 0,245 m in Millimeter, 3750 µm in Millimeter und 2,4 N·m in N·mm um.
- Toleranzband bestimmen: Berechne Mindestmaß, Höchstmaß und Toleranz für 80,0 mm ± 0,4 mm.
- Sicherheitskarte erstellen: Gestalte eine kompakte Sicherheitskarte für eine sichere Bohrsimulation ohne reale Maschine und nenne zusätzlich drei Bedingungen für eine angeleitete Maschinenarbeit.
Standard
- Prüfmittel auswählen: Wähle für fünf vorgegebene Merkmale des Modellwinkels geeignete Prüfmittel und begründe Messbereich, Auflösung und Einsatzbedingung.
- Messreihe auswerten: Werte die synthetische Messreihe 49,9 mm, 50,0 mm, 50,1 mm, 50,0 mm und 50,5 mm aus und unterscheide Streuung, möglichen Ausreißer und Freigabeentscheidung.
- Schneidengeometrie modellieren: Baue ein Papiermodell aus Span-, Keil- und Freiwinkel, beschrifte die Winkel und erkläre zwei Folgen einer ungeeigneten Geometrie.
- Biegeabwicklung berechnen: Berechne mit α = 90°, r = 3 mm, s = 2 mm und k = 0,4 die Biegezugabe und die gestreckte Länge bei geraden Abschnitten von 35 mm und 90 mm.
Schwer
- Verbindung bewerten: Vergleiche Schrauben, Kleben und Schweißen für eine schwingungsbeanspruchte Schutzabdeckung und entwickle eine begründete Entscheidungsmatrix.
- Arbeitsplan entwickeln: Erstelle für den Modellwinkel einen vollständigen Arbeitsplan mit Fertigungsdaten, Prüfmerkmalen, Spannmitteln, Sicherheitsmaßnahmen und Entsorgungsweg.
- Digitales Prüfprotokoll entwerfen: Entwickle eine datensparsame Tabellenstruktur für zehn Werkstücke mit Prüfmittelkennung, Grenzwerten, Messwerten, Entscheidung und begründeter Nacharbeit.
- Fertigung optimieren: Überarbeite den Modellfall so, dass Materialeinsatz, Energie, Demontierbarkeit und Prüfbarkeit verbessert werden, ohne die Funktion zu verschlechtern.
Nachvollziehbare Lösungshinweise
| Aufgabe | Lösungshinweis |
|---|---|
| Prüfmittel erkennen | Messschieber für Außen-, Innen- und Tiefenmaße; Messschraube für kleine präzise Außenmaße; Messuhr für Vergleichsabweichungen; Winkellehre für Winkelentscheidungen. |
| Einheiten umrechnen | 245 mm; 3,75 mm; 2400 N·mm. |
| Toleranzband bestimmen | Mindestmaß 79,6 mm; Höchstmaß 80,4 mm; Toleranz 0,8 mm. |
| Sicherheitskarte erstellen | Simulation mit Papier oder CAD; reale Arbeit erst nach Unterweisung, wirksamer Schutzeinrichtung und sicherer Werkstückspannung. |
| Prüfmittel auswählen | Länge und Breite mit Messschieber, Winkel mit Winkelmesser, kleine Abweichung gegebenenfalls mit Messuhr, Grat visuell und taktil nach freigegebener Methode. |
| Messreihe auswerten | Vier Werte liegen nahe 50,0 mm; 50,5 mm ist auffällig und muss nachgeprüft werden. Eine Freigabe erfolgt nur anhand festgelegter Grenzwerte und bestätigter Messung. |
| Schneidengeometrie modellieren | Die drei Winkel werden an der Schneide gezeigt; zu kleiner Freiwinkel erhöht Reibung, ungeeigneter Keil- oder Spanwinkel kann Kraft, Verschleiß oder Schneidenbruch erhöhen. |
| Biegeabwicklung berechnen | Biegezugabe = 1,5708 · 3,8 mm ≈ 6,0 mm; gestreckte Länge ≈ 35 mm + 90 mm + 6,0 mm = 131,0 mm. |
| Verbindung bewerten | Schrauben sind demontierbar und prüfbar, benötigen Sicherung; Kleben erfordert Oberflächen- und Gefahrstoffkontrolle; Schweißen ist dauerhaft, aber nur qualifiziert auszuführen und schwer demontierbar. |
| Arbeitsplan entwickeln | Erwartet werden geordnete Schritte von Unterlagenprüfung bis Endprüfung, passende Mittel, Qualitätsmerkmale und konkrete Schutzmaßnahmen. |
| Digitales Prüfprotokoll entwerfen | Technische Werkstücknummer statt Personenname; Pflichtfelder für Soll, Grenzwerte, Ist, Prüfmittel, Zeit, Entscheidung und Abweichungsgrund. |
| Fertigung optimieren | Geeignete Toleranzen, verschachtelter Zuschnitt, lösbare Verbindung, gut zugängliche Prüfpunkte und dokumentierte Wiederverwertung verbessern die Lösung. |


Lernkontrolle
- Prüfstrategie begründen: Für ein Werkstück mit enger Längentoleranz, Winkelanforderung und Oberflächenforderung ist eine vollständige Prüfstrategie mit Reihenfolge und Auswahlgründen zu entwickeln.
- Fehleranalyse durchführen: Ein Messschieber zeigt an einem Prüfkörper stets 0,2 mm zu viel; erläutere Fehlerart, Nachweis und geeignete Maßnahmen.
- Verfahren vergleichen: Vergleiche Sägen, Schneiden und Bohren hinsichtlich Wirkprinzip, Spanbildung, typischer Kräfte, Qualität und Arbeitsschutz.
- Umformrechnung übertragen: Erkläre, warum eine Biegezugabe aus einem anderen Werkstoff oder Werkzeug nicht ungeprüft übernommen werden darf, und nenne erforderliche Daten.
- Verbindung auslegen: Entscheide für eine häufig zu öffnende, vibrierende Abdeckung zwischen Schraub-, Klebe- und Schweißverbindung und begründe Sicherung und Prüfplan.
- Modellfall beurteilen: Bewerte das synthetische Prüfprotokoll des Haltewinkels, entscheide über Nacharbeit oder Ausschuss und formuliere einen nachvollziehbaren Freigabevermerk.
Lernnachweis
Ein überzeugender Lernnachweis zeigt:
| Bereich | Nachweis |
|---|---|
| Wissen | Begriffe Prüfen, Messen, Lehren, Toleranz, Spanen, Umformen und Fügen fachlich korrekt erklären |
| Rechnen | Einheiten, Grenzmaße, Toleranzen, Kräfte, Drehmomente, Arbeiten und Biegeabwicklungen nachvollziehbar berechnen |
| Handeln | Prüfmittel, Fertigungsverfahren und Verbindungen passend auswählen und sicher begründen |
| Qualität | Prüfplan und synthetisches Prüfprotokoll mit Gut-Ausschuss-Entscheidung erstellen |
| Arbeitsprodukt | Bemaßte Skizze, Arbeitsplan, Modell oder Simulation sowie Bewertungsraster vollständig bearbeiten |
| Transfer | Sicherheit, Umwelt, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Datenschutz auf eine neue Fertigungsaufgabe übertragen |
Der Lernnachweis ersetzt keine betriebliche Unterweisung, Maschinenberechtigung oder amtliche Prüfung.
OER und Wikipedia
Fach- und Rechtsquellen:
- KMK-Rahmenlehrplan Aufbereitungsmechaniker – Lerngebiet 1.2 als fachlicher Ausgangspunkt.
- BIBB-Berufsprofil Aufbereitungsmechaniker – aktuelle Berufsstruktur, Ausbildungsdauer und Fachrichtungen.
- Aufbereitungsmechaniker-Ausbildungsverordnung – geltende Ausbildungsordnung mit Inkrafttreten am 1. August 2004.
- BERUFENET Aufbereitungsmechaniker Naturstein – Berufsbild und typische Tätigkeiten.
Bildquellen und Rechte:
| Eingebundene Datei | Quelle | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|---|
| File:Vernier caliper.svg | Commons-Dateiseite | Joaquim Alves Gaspar, bearbeitet von ed g2s | CC BY-SA 3.0, CC BY 2.5 und GFDL gemäß Dateiseite |
| File:Micrometer screw gauge.jpg | Commons-Dateiseite | Stephanie cheks | CC BY-SA 4.0 |
| File:Rauigkeit.png | Commons-Dateiseite | Barbarossa | CC BY-SA 3.0 und GFDL gemäß Dateiseite |
| File:Winkel in der Werkzeug-Orthogonalebene.png | Commons-Dateiseite | Der-Wir-Ing | CC BY-SA 4.0 |
| File:Sheetmetal Sketch 02 pseudo neutral.svg | Commons-Dateiseite | Dr.ai.Miles | CC BY-SA 3.0 |
| File:Bolted joint.svg | Commons-Dateiseite | Yuri Raysper | Gemeinfrei gemäß Dateiseite |
| File:SchraubeKräfte.jpg | Commons-Dateiseite | Dr.-Ing. S. Wetzel | CC BY-SA 3.0 DE, CC BY-SA 3.0 und GFDL gemäß Dateiseite |
Videos:
| Video | Kanal | Didaktischer Einsatz |
|---|---|---|
| Messen mit Messschiebern – häufige Fehler | DICTUM GmbH | Messmethoden, Nonius, Anwendungs- und Ablesefehler |
| Bohren – Video von und für Industriemechaniker-Auszubildende | Oberklassenlehrer | Grundlagen, Werkzeuge, Schnittgeschwindigkeit und Arbeitsplanung |
YouTube-Videos werden über den offiziellen Einbettungsplayer verknüpft. Rechte und Nutzungsbedingungen verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern und Plattformbedingungen.
Verknüpfte Lernbereiche
Der Kurs verknüpft Mathematik mit Einheiten, Formeln und Toleranzen, Physik mit Kräften, Reibung und Arbeit, Technische Kommunikation mit Zeichnung und Prüfprotokoll, Werkstofftechnik mit elastischem und plastischem Verhalten sowie Digitalisierung mit Messdatenerfassung, Rückverfolgbarkeit und Datenschutz. Berufsbezogene Anschlüsse bestehen zu Maschinen- und Gerätetechnik, Instandhaltung und Aufbereitungstechnik.
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