Fachübungen 9 GR – Spezialwerkzeuge herstellen - Metallbildner
Einleitung
Spezialwerkzeuge entstehen nicht aus einer beliebigen Formidee, sondern aus einer klar beschriebenen Funktion. Du musst die Belastung des Werkzeugs, den Werkstoff des Werkstücks, die geforderte Oberfläche, die erreichbare Fertigungsgenauigkeit und die sichere Handhabung zusammenführen. Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr des Berufs Metallbildnerin und Metallbildner und verbindet Analyse, Planung, Fachrechnen, Datenauswertung, Fehlerdiagnose, Prüfung und Transfer.
Wichtige curriculare Einordnung: Der exakte Kurstitel wird beibehalten. Im KMK-Rahmenlehrplan bezeichnet die Abkürzung 9 GR jedoch das Lernfeld „Spezialwerkzeuge herstellen“ für den Ausbildungsberuf Graveurin und Graveur. Beim Beruf Metallbildner tragen die Lernfelder des dritten Ausbildungsjahres die Kennzeichnung MB. Das Herstellen von Spezialwerkzeugen gehört trotzdem ausdrücklich zur Ausbildungsordnung der Metallbildner, besonders in den Fachrichtungen Gürtlertechnik, Metalldrücktechnik und Ziseliertechnik sowie im fachrichtungsübergreifenden Planen und Prüfen von Werkzeugen. Der Kurs nutzt das Thema deshalb als fachlich passende Übung für Metallbildner und macht die Abgrenzung transparent.
Sicherheitsrahmen: Alle Daten in Aufgaben und Modellfällen sind synthetisch. Dieser Kurs erteilt keine Maschinen-, Werkstoff- oder Prozessfreigabe. Praktische Arbeiten an Maschinen, elektrischen Anlagen, heißen Werkstücken, Härteöfen, Gefahrstoffen oder scharfkantigen Teilen dürfen ausschließlich nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und qualifizierter Anleitung durchgeführt werden. Maßgeblich sind immer die reale Zeichnung, das freigegebene Werkstoffdatenblatt, die Maschinenanleitung und die Vorgaben des Ausbildungsbetriebs.

Abbildung: Ein historischer Satz aus Ziselier- und Treibwerkzeugen verdeutlicht, dass unterschiedliche Wirkflächen für unterschiedliche Form- und Oberflächenwirkungen benötigt werden. Quelle und Rechte stehen in der Medientabelle.
Nach diesem Kurs kannst du
- Funktion und Belastung eines Spezialwerkzeugs systematisch beschreiben,
- geeignete Fertigungsverfahren und Prüfmittel begründet auswählen,
- einfache Berechnungen zu Rohteil, Drehzahl, Zeit, Ausnutzung und Abweichung durchführen,
- typische Werkzeugfehler aus Mess- und Beobachtungsdaten diagnostizieren,
- einen vollständigen Arbeits-, Prüf- und Dokumentationsplan erstellen und bewerten.
Berufliche Einordnung und Werkzeugfunktionen
Ausbildungsordnung, Fachrichtungen und Prüfungsstruktur
Die bundesrechtliche Ausbildungsordnung vom 6. Juni 2016 trat am 1. August 2016 in Kraft und beschreibt eine dreijährige Ausbildung. Sie unterscheidet die Fachrichtungen Gürtlertechnik, Metalldrücktechnik und Ziseliertechnik. In allen Fachrichtungen werden technische Unterlagen ausgewertet, Arbeitsabläufe geplant, Werkstoffe bearbeitet, Maße und Oberflächen geprüft und Ergebnisse dokumentiert. Die berufstypischen Spezialwerkzeuge unterscheiden sich jedoch nach ihrer Wirkung:
| Fachrichtung | Typische Spezialwerkzeuge und Hilfsmittel | Berufliche Funktion |
|---|---|---|
| Gürtlertechnik | Meißel, Punzen, Schaber, Biege- und Umformwerkzeuge, Vorrichtungen | Bauteile trennen, formen, strukturieren, positionieren und montiergerecht vorbereiten |
| Metalldrücktechnik | Drückfutter, Drückwerkzeuge, Schablonen und Lehren | Rotationssymmetrische Werkstücke führen, abstützen, umformen und prüfen |
| Ziseliertechnik | Ziselierpunzen, Treibwerkzeuge, Holzpunzen, Ziselierhämmer und Unterlagen | Oberflächen treiben, modellieren, strukturieren und nacharbeiten |
Die Gesellenprüfung ist als gestreckte Prüfung mit Teil 1 und Teil 2 angelegt. Teil 2 umfasst nach der Ausbildungsordnung die Bereiche Kundenauftrag, Skizzen beziehungsweise Entwürfe und technische Zeichnungen, Technologie und Arbeitsplanung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Dieser Kurs übernimmt keine Originalprüfungsaufgaben und nennt bewusst keine ungeprüften Prüfungszeiten oder Gewichtungen. Die aktuellen verbindlichen Vorgaben sind vor einer Prüfung bei Kammer, Ausbildungsbetrieb und geltender Verordnung zu prüfen.
Werkzeug, Vorrichtung und Lehre unterscheiden
Ein Werkzeug überträgt Kräfte oder Bewegungen unmittelbar auf das Werkstück. Eine Vorrichtung positioniert, führt oder spannt Werkstück und Werkzeug, ohne selbst das Prüfergebnis festzulegen. Eine Lehre vergleicht ein Merkmal mit einer Grenze, ohne zwingend einen Zahlenwert anzuzeigen. In der Praxis können Baugruppen mehrere Funktionen verbinden. Für die Planung musst du deshalb nicht nur den Namen, sondern die tatsächliche Hauptfunktion angeben.
| Element | Leitfrage | Beispiel | Typischer Nachweis |
|---|---|---|---|
| Werkzeug | Welche Wirkung wird auf das Werkstück übertragen? | Linienpunze für eine definierte Rille | Funktionsprobe und Kontrolle der Wirkfläche |
| Vorrichtung | Wie wird eine reproduzierbare Lage gesichert? | Anschlag für wiederkehrende Biegestellen | Lageprüfung und Wiederholversuch |
| Lehre | Welche Grenzbedingung wird schnell geprüft? | Radiuslehre für eine Werkzeugspitze | Gut-Ausschuss-Entscheidung nach Prüfplan |
Wirkflächen, Belastungen und Verschleiß
Die Wirkfläche bestimmt, ob ein Werkzeug schneidet, verdrängt, glättet, prägt, treibt oder führt. Scharfe Übergänge können örtliche Spannungsspitzen erzeugen. Zu kleine Radien, Riefen oder Schleifbrand erhöhen das Risiko von Ausbrüchen. Eine zu weiche Wirkfläche kann sich plastisch verformen; eine zu spröde Wirkfläche kann unter Schlagbelastung reißen. Auch der Schlagkopf ist sicherheitsrelevant: Aufpilzungen und Grate müssen erkannt und nach betrieblicher Vorgabe beseitigt oder das Werkzeug ausgesondert werden.

Abbildung: Feilen für Schmuck- und Silberschmiedearbeiten zeigen, wie Werkzeugform und Hieb an Kontur und Oberflächenziel angepasst werden. Quelle und Lizenz siehe Medientabelle.
Fachvideo: „Gorham Workbench: Chasing & Repoussé“ des RISD Museum zeigt englischsprachig das Zusammenspiel von Punzen, Hammerführung, Unterlage und schrittweiser Formgebung. Es handelt sich um ein eingebettetes Anbietervideo, nicht um eine frei lizenzierte Kursdatei.
Auftrag analysieren und Spezialwerkzeug planen
Von der Kundenanforderung zum Lasten- und Pflichtenprofil
Eine belastbare Planung beginnt mit einer Funktionsbeschreibung. Sie trennt das gewünschte Ergebnis von einer voreiligen Lösung. Aus „eine feine Linie einarbeiten“ wird beispielsweise ein Anforderungsprofil mit Werkstückwerkstoff, Linientiefe, Linienbreite, zulässigen Randverformungen, Oberflächenqualität, Stückzahl, Ergonomie und Prüfbarkeit.
| Anforderungsart | Beispiel für eine prüfbare Angabe | Geeigneter Nachweis |
|---|---|---|
| Funktion | Das Werkzeug erzeugt eine durchgehende Linie ohne Doppelkontur. | Sichtprüfung an synthetischer Probe und Profilvergleich |
| Geometrie | Die Wirkbreite liegt innerhalb der Zeichnungstoleranz. | Messschieber, Messmikroskop oder freigegebene Lehre |
| Oberfläche | Die Wirkfläche weist keine fühlbaren Grate auf. | Sichtprüfung, Tastsinn nur nach sicherer Unterweisung, Vergleichsmuster |
| Belastbarkeit | Die Wirkfläche bleibt bei der freigegebenen Funktionsprobe formstabil. | Vorher-Nachher-Messung und dokumentierte Probe |
| Ergonomie | Griffbereich und Länge ermöglichen sichere Handhabung. | Handhabungsbewertung unter qualifizierter Aufsicht |
| Dokumentation | Werkstoff, Zustand, Maße und Prüfergebnisse sind rückverfolgbar. | Arbeits- und Prüfprotokoll |
Geometrie aus der Funktion ableiten
Bei einer Punze beeinflussen Breite, Kontur, Spitzenradius, Übergangsradius, Oberflächenrichtung und Achsflucht die Werkstückspur. Der Übergang vom Schaft zur Wirkfläche soll Kräfte möglichst gleichmäßig einleiten. Ein Radius kann Kerbwirkungen reduzieren, darf aber die gewünschte Kontur nicht verfälschen. Für Drückwerkzeuge sind zusätzlich Kontaktfläche, Anstellmöglichkeit und die Abstimmung mit Drückfutter und Werkstückgeometrie wichtig. Bei Lehren stehen Grenzmaß, Verschleißreserve und eindeutige Handhabung im Vordergrund.

Abbildung: Stempel, Matrize und Halter eines einfachen Werkzeugaufbaus. Die Darstellung hilft, kraftübertragende und führende Komponenten zu unterscheiden. Quelle und Lizenz siehe Medientabelle.
Arbeitsfolge und Prüfplan gemeinsam entwickeln
Planung und Prüfung dürfen nicht getrennt nacheinander entstehen. Zu jedem entscheidenden Fertigungsschritt gehört ein prüfbares Zwischenziel. So wird ein Fehler erkannt, bevor nachfolgende Arbeitsschritte Zeit und Material binden.
| Planungsphase | Ergebnis | Prüfentscheidung |
|---|---|---|
| Auftrag klären | Funktions- und Sicherheitsanforderungen | Sind alle Merkmale eindeutig und messbar? |
| Werkstoff festlegen | Spezifikation und Ausgangszustand | Stimmen Kennzeichnung und Nachweis überein? |
| Geometrie festlegen | Zeichnung mit Maßen, Toleranzen und Oberfläche | Sind Wirkfläche, Übergänge und Schlagkopf vollständig beschrieben? |
| Fertigungsfolge festlegen | Arbeitsplan mit Zwischenzuständen | An welcher Stelle werden Maß, Form und Oberfläche geprüft? |
| Wärmebehandlung planen | Verweis auf freigegebenes Datenblatt und Nachweis | Ist der Sollzustand nachprüfbar dokumentiert? |
| Endprüfung planen | Prüfplan und Annahmekriterien | Ist eine eindeutige Freigabe oder Sperrung möglich? |
Ablaufdiagramm:
| Auftrag | → Funktionsprofil | → Werkstoff | → Geometrie | → Fertigungsfolge | → Wärmebehandlung | → Finish | → Prüfung | → dokumentierte Freigabe |
Fachrechnen für Planung und Datenauswertung
Rohteilvolumen und Masse: Für einen zylindrischen Rohling gilt . Bei Maßen in Millimetern erhältst du zunächst Kubikmillimeter. Durch 1000 teilst du in Kubikzentimeter um. Mit folgt die Masse. Die Dichte muss aus einer verlässlichen Werkstoffquelle stammen.
Drehzahl als Planungswert: Für einen vorgegebenen Schnittgeschwindigkeitswert gilt . Das Rechenergebnis ist nur ein theoretischer Planungswert. Die reale Einstellung richtet sich nach Maschine, Werkzeug, Werkstoff, Spannung, Kühlschmierkonzept und betrieblicher Freigabe.
Bearbeitungszeit: Bei konstantem Vorschub kann näherungsweise verwendet werden. Rüst-, Prüf-, Werkzeugwechsel- und Nebenzeiten müssen separat berücksichtigt werden.
Materialausnutzung: . Eine hohe Ausnutzung ist nur dann vorteilhaft, wenn Qualität, Sicherheit und wirtschaftliche Bearbeitung erhalten bleiben.
Abweichung: . Für eine Gut-Ausschuss-Entscheidung reicht die Abweichung allein nicht; du musst sie mit oberem und unterem Grenzmaß vergleichen.

Abbildung: Schema eines Messschiebers. Vor der Messung sind Nullpunkt, Sauberkeit, Messkraft, Messstelle und Auflösung zu beachten. Quelle und Lizenz siehe Medientabelle.
Fertigungswege und Wärmebehandlung auswählen
Verfahren nach Funktion, Genauigkeit und Wirtschaftlichkeit wählen
Nicht jedes Werkzeugmerkmal wird mit demselben Verfahren erzeugt. Manuelle Verfahren ermöglichen flexible Einzelanfertigung und feinfühlige Anpassung. Spanende Maschinenverfahren können definierte Geometrien reproduzierbar erzeugen. Schleifen verbessert Form und Oberfläche, kann bei falscher Anwendung aber thermische Schäden verursachen. Elektroerosion eignet sich für elektrisch leitfähige Werkstoffe und komplexe Konturen. Laserschneiden kann flache Rohkonturen erzeugen, hinterlässt jedoch verfahrensabhängige Wärmeeinflusszonen und Schnittflächen, die für eine Wirkfläche meist nachbearbeitet und geprüft werden müssen.
| Anforderung | Möglicher Fertigungsweg | Stärke | Grenze oder Risiko | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| Einzelne angepasste Punze | Sägen, Feilen, Schleifen und Polieren unter Aufsicht | flexibel und anschaulich | hohe Abhängigkeit von Können und Prüfhäufigkeit | Ziselier- oder Treibwerkzeug |
| Reproduzierbare prismatische Kontur | Fräsen und anschließendes Finish | definierte Geometrie | Spann- und Werkzeugkonzept erforderlich | Biege- oder Prägewerkzeug |
| Schmale komplexe Innenkontur | Drahterodieren | geringe mechanische Schnittkraft | nur bei elektrisch leitfähigem Werkstoff | Schneidplatte oder Lehre |
| Flache Rohkontur | Laserschneiden und Nacharbeit | schnelle Konturerzeugung | Wärmeeinfluss und Schnittkanten prüfen | Schablone oder Vorform |
| Sehr feine Wirkfläche | Schleifen, Läppen oder Polieren | gezielte Form- und Oberflächenverbesserung | Maßverlust und Kantenverrundung möglich | Punzen- und Drückwerkzeugfinish |

Abbildung: Prinzipdarstellung der Funkenerosion. Werkzeug beziehungsweise Draht und Werkstück sind Teil eines kontrollierten elektrischen Entladungsprozesses. Quelle und Lizenz siehe Medientabelle.
Fachvideo: „How Wire EDM Works“ von XACT Wire EDM erklärt das Drahterodieren auf Englisch. Für betriebliche Entscheidungen gelten ausschließlich Maschinenherstellerangaben, Unterweisung und Freigabe.

Abbildung: Laserschneiden einer Stahlplatte. Das Bild veranschaulicht den hohen Energieeintrag; es ist keine Arbeitsanweisung. Quelle und Lizenz siehe Medientabelle.
Wärmebehandlung als geregelte Prozesskette verstehen
Werkzeugwerkstoffe müssen nicht nur hart, sondern für die konkrete Belastung ausreichend zäh, verschleißfest und maßbeständig sein. Härten kann die Härte erhöhen, gleichzeitig aber Sprödigkeit und Eigenspannungen vergrößern. Anlassen stellt einen anwendungsbezogenen Kompromiss zwischen Härte und Zähigkeit her. Vorzustand, Erwärmung, Haltebedingungen, Abschreckung, Anlassbehandlung, Bauteilquerschnitt und nachfolgende Bearbeitung beeinflussen das Ergebnis.
Für reale Arbeiten werden Temperatur, Zeit, Abschreckmedium und Anlassfolge nicht aus diesem Kurs übernommen. Sie müssen aus der eindeutigen Werkstoffbezeichnung, dem aktuellen Herstellerdatenblatt, dem betrieblichen Wärmebehandlungsplan und der qualifizierten Prozessfreigabe stammen. Ohne diese Angaben ist die richtige Entscheidung: Arbeit stoppen, Unklarheit dokumentieren und Fachverantwortliche einbeziehen.

Abbildung: Schematische Übersicht zu Stahlzuständen und Wärmebehandlung. Sie dient der Begriffsorientierung und ersetzt kein werkstoffspezifisches Datenblatt. Quelle und Rechte siehe Medientabelle.
Fachvideo: „Intro to heat treatment of steel“ des Kanals Applied Science bietet eine englischsprachige Einführung. Das Video ist eine Lernressource, keine betriebliche Prozessfreigabe.
Nacharbeit und sichere Gebrauchsfähigkeit
Nach der Wärmebehandlung werden Verzug, Maßänderung, Oxidation, Entkohlung, Risse und Härtezustand nach Prüfplan beurteilt. Wirkflächen können anschließend feinbearbeitet werden, sofern dadurch Sollmaß und Randzone nicht unzulässig verändert werden. Schlagwerkzeuge benötigen eine sichere Schlagfläche ohne gefährliche Aufpilzung. Kanten, Grate, Kennzeichnung, Korrosionsschutz, Lagerung und Wartung gehören zur Gebrauchsfähigkeit genauso wie die eigentliche Wirkgeometrie.
Qualität sichern, Fehler diagnostizieren und dokumentieren
Prüfmerkmale, Prüfmittel und Messstrategie
Ein Prüfplan verbindet Merkmal, Sollwert, Toleranz, Prüfmittel, Prüfzeitpunkt, Verantwortlichkeit und Reaktion bei Abweichung. Das Prüfmittel muss zum Merkmal passen: Ein Messschieber ist für viele Längen geeignet, aber nicht automatisch für sehr kleine Radien, feine Profilformen oder Rauheitskennwerte. Für Form und Oberfläche können Lehren, optische Verfahren, Vergleichsmuster oder profilometrische Messungen geeigneter sein.
| Merkmal | Mögliches Prüfmittel | Typische Fehlerquelle | Vorbeugung |
|---|---|---|---|
| Länge und Durchmesser | kalibrierter Messschieber oder Mikrometer | Schrägmessung, Grat, falsche Messkraft | Messstelle reinigen und Messrichtung festlegen |
| Wirkbreite | Messmikroskop oder geeignetes Längenmessmittel | unscharfe Kante, falsche Bezugslinie | Messdefinition in Zeichnung und Prüfplan angeben |
| Radius | Radiuslehre oder optische Auswertung | nur punktweiser Kontakt beurteilt | mehrere Stellen und Lichtspalt kontrollieren |
| Rauheit | Rauheitsmessgerät oder freigegebenes Vergleichsmuster | falsche Messrichtung oder Grenzwellenlänge | Verfahren und Messrichtung dokumentieren |
| Härtezustand | geeignetes Härteprüfverfahren | ungeeignete Oberfläche oder falsche Prüflast | Norm, Oberfläche und Messstelle festlegen |
| Funktion | synthetische Probe unter freigegebenen Bedingungen | wechselnde Probe oder Bedienung | Probe, Kraftweg und Bewertung vereinheitlichen |

Abbildung: Schematische Größen zur Beschreibung einer Oberfläche. Rauheit und Welligkeit müssen bei der Auswertung unterschieden werden. Quelle und Lizenz siehe Medientabelle.

Abbildung: Beispiel eines Rockwell-Härteprüfgeräts. Härteprüfung erfordert ein geeignetes Verfahren, vorbereitete Messstellen und qualifizierte Bedienung. Quelle und Lizenz siehe Medientabelle.
Fehlerbild, Ursache und Maßnahme trennen
Eine professionelle Fehlerdiagnose beginnt mit beobachtbaren Fakten. „Das Werkzeug ist schlecht“ ist keine Diagnose. Besser ist: „Die Wirkbreite beträgt 4,07 Millimeter bei zulässigem Bereich von 3,95 bis 4,05 Millimeter; die Spur ist dadurch breiter als gefordert.“ Erst danach werden Ursachenhypothesen gebildet und durch Daten geprüft.
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Geeignete Prüfung | Fachgerechte Reaktion |
|---|---|---|---|
| Wirkfläche rundet sich schnell ab | Härtezustand zu weich, falscher Werkstoff oder zu hohe Belastung | Werkstoffnachweis, Härteprüfung, Belastungsdaten | sperren, Ursache klären, Prozess und Auswahl korrigieren |
| Wirkfläche bricht aus | zu spröder Zustand, Kerbe, Schleifschaden oder Fehlbelastung | Sichtprüfung, Vergrößerung, Prozessnachweis | Werkzeug außer Betrieb nehmen und Bruchursache analysieren |
| Schlagkopf pilzt auf | ungeeignete Geometrie, Zustand oder lange Überbeanspruchung | Konturvergleich und Wartungsprotokoll | Nutzung stoppen und nach betrieblicher Vorgabe instand setzen oder aussondern |
| Doppelkontur auf dem Werkstück | Werkzeug kippt, Wirkfläche ist asymmetrisch oder Führung fehlt | Achs- und Formprüfung, beobachtete Funktionsprobe | Geometrie, Führung und Handhabung getrennt bewerten |
| Maß driftet über mehrere Teile | Verschleiß, lose Spannung, thermischer Einfluss oder Messfehler | Messreihe, Spannkontrolle, Prüfmittelvergleich | Prozess anhalten und Trendursache beseitigen |
| Riefen auf der Wirkfläche | ungeeignete Schleifrichtung, Fremdkorn oder unvollständiges Finish | Sicht- und Oberflächenprüfung | kontrollierte Nacharbeit nur bei ausreichender Maßreserve |
Dokumentation und Rückverfolgbarkeit
Ein vollständiger Werkzeugdatensatz enthält mindestens Auftragskennung, Zeichnungsstand, Werkstoffspezifikation, Rohteilnachweis, Arbeitsfolge, relevante Prozessnachweise, Prüfmittel, Messwerte, Abweichungsentscheidungen, Freigabestatus und Verantwortlichkeiten. Änderungen werden nicht überschrieben, sondern mit neuem Stand nachvollziehbar gemacht. Digitale Tabellen erleichtern Auswertung und Trendbeobachtung, ersetzen aber nicht die fachliche Plausibilitätsprüfung.
Ein einfaches Diagramm kann Messreihen sichtbar machen. Liegen Werte zwar noch innerhalb der Toleranz, bewegen sich aber stetig zur Grenze, ist eine vorbeugende Prozessprüfung sinnvoll. Qualitätssicherung bewertet daher nicht nur einzelne Werte, sondern auch Streuung, Trend und Messunsicherheit.
Modellfall: Eine Linienpunze planen und bewerten
Synthetischer Auftrag
Ein Ausbildungsbetrieb benötigt für eine Übungsplatte aus weichem Buntmetall eine handgeführte Linienpunze. Die Punze soll eine gleichmäßige, geradlinige Spur erzeugen. Alle Angaben sind rein synthetisch und dürfen nicht als reale Fertigungsfreigabe verwendet werden.
Lehrdatensatz:
| Merkmal | Vorgabe |
|---|---|
| Rohteil | zylindrischer Rohling, Durchmesser 8,00 Millimeter, Länge 120,0 Millimeter |
| Didaktischer Werkstoffcode | WS-8, kein realer Normwerkstoff; Dichte für die Rechnung 7,85 Gramm je Kubikzentimeter |
| Fertiglänge | 105,0 Millimeter mit Toleranz plus oder minus 0,5 Millimeter |
| Wirkbreite | 4,00 Millimeter mit Toleranz plus oder minus 0,05 Millimeter |
| Spitzenradius | 0,80 Millimeter, Prüfung mit freigegebener Lehre |
| Übergang | verrundeter Übergang ohne sichtbare Kerbe |
| Schaftdurchmesser | 8,00 Millimeter mit Toleranz plus oder minus 0,05 Millimeter |
| Härtezustand | synthetischer Zielbereich 56 bis 60 HRC; keine Übertragung auf reale Werkstoffe |
| Oberfläche | Wirkfläche gratfrei, poliert und ohne sichtbare Riefen |
Rechenweg für Rohteilmasse und Materialausnutzung
Für das Rohteil gilt:
Für eine vereinfachte Vergleichsrechnung wird das Fertigteil zunächst als Zylinder mit 8 Millimeter Durchmesser und 105 Millimeter Länge betrachtet:
Das Ergebnis von 87,5 Prozent ist eine vereinfachte Materialausnutzung. Die reale Punzenform verändert das Volumen lokal; Schmiede-, Schleif- und Prüfverluste müssten mit realen Daten ergänzt werden.
Arbeits- und Prüfplan
| Schritt | Geplantes Ergebnis | Zwischenprüfung | Sicherheits- und Qualitätskriterium |
|---|---|---|---|
| Auftrag analysieren | vollständiges Funktionsprofil | Anforderungen auf Widersprüche prüfen | Unklarheiten vor Arbeitsbeginn klären |
| Rohteil identifizieren | richtiger Werkstoff und Ausgangszustand | Kennzeichnung und Nachweis vergleichen | bei fehlendem Nachweis sperren |
| Zeichnung erstellen | Maße, Toleranzen, Radien und Oberfläche festgelegt | Vier-Augen-Prüfung der Zeichnung | keine nicht prüfbaren Angaben |
| Rohkontur herstellen | ausreichendes Aufmaß für Finish | Länge, Achsflucht und Wirkbreite kontrollieren | Maschinenarbeit nur unter qualifizierter Anleitung |
| Wirkfläche ausarbeiten | definierte Breite und Radien | optische Prüfung und Maßkontrolle | keine Kerben, Grate oder unzulässige Erwärmung |
| Wärmebehandlung | freigegebener Werkstoffzustand | Prozessnachweis und Härteprüfung | ausschließlich nach realem Datenblatt und betrieblichem Plan |
| Finish | gratfreie und riefenarme Wirkfläche | Maß- und Oberflächenprüfung | keine unkontrollierte Maßänderung |
| Funktionsprobe | gleichmäßige Linie ohne Doppelkontur | standardisierte Probe dokumentieren | nur unter festgelegten sicheren Bedingungen |
| Abschluss | Werkzeug eindeutig gekennzeichnet und freigegeben | Prüfprotokoll auf Vollständigkeit prüfen | Freigabe nur durch berechtigte Person |
Synthetische Messergebnisse und Entscheidung
| Prüfmerkmal | Soll beziehungsweise Grenze | Istwert | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Fertiglänge | 104,5 bis 105,5 Millimeter | 105,1 Millimeter | maßhaltig |
| Wirkbreite | 3,95 bis 4,05 Millimeter | 4,02 Millimeter | maßhaltig |
| Schaftdurchmesser | 7,95 bis 8,05 Millimeter | 7,98 Millimeter | maßhaltig |
| Spitzenradius | Übereinstimmung mit 0,80-Millimeter-Lehre | Lichtspaltfrei im festgelegten Prüfbereich | formgerecht |
| Härte | synthetisch 56 bis 60 HRC | synthetisch 58 HRC | innerhalb des Lehrzielbereichs |
| Oberfläche | gratfrei und ohne sichtbare Riefen | eine feine Riefe außerhalb der Wirkzone | funktional zulässig, Dokumentation erforderlich |
| Funktionsprobe | durchgehende Linie ohne Doppelkontur | erfüllt | bestanden |
Nachvollziehbares Ergebnis: Das synthetische Werkzeug erfüllt alle funktionsbestimmenden Grenzwerte. Die Riefe außerhalb der Wirkzone beeinflusst die Funktion nicht, wird aber als Abweichung dokumentiert. Das Werkzeug erhält im Modellfall eine bedingte Ausbildungsfreigabe für die definierte Übungsprobe; eine reale betriebliche Freigabe kann daraus nicht abgeleitet werden.
Fachliches Bewertungsraster und Musterarbeitsprodukt
| Bewertungsbereich | Punkte | Volle Leistung | Häufiger Punktabzug |
|---|---|---|---|
| Auftragsanalyse | 15 | Funktion, Belastung, Oberfläche, Sicherheit und Prüfmerkmale vollständig | unklare oder nicht prüfbare Anforderungen |
| Zeichnung und Arbeitsplanung | 20 | Maße, Toleranzen, Radien, Reihenfolge und Zwischenprüfungen schlüssig | fehlende Bezüge oder Prüfung erst am Ende |
| Werkstoff und Sicherheit | 15 | Spezifikation, Nachweise, Gefährdungen und Freigaben korrekt berücksichtigt | erfundene Prozesswerte oder fehlender Sicherheitsbezug |
| Geometrie und Oberfläche | 20 | funktionsgerechte Wirkfläche, Übergänge und Finish | Kerben, Grate, Maß- oder Formfehler |
| Prüfung und Dokumentation | 20 | passende Prüfmittel, vollständige Messwerte und klare Entscheidung | Messwerte ohne Grenzvergleich oder fehlende Rückverfolgbarkeit |
| Reflexion und Transfer | 10 | Fehlerursachen begründet und Übertragung auf andere Werkzeuge dargestellt | bloße Beschreibung ohne Begründung |
Das Musterarbeitsprodukt besteht aus einer freigegebenen Zeichnung, einem Arbeitsplan, einem Prüfplan, einer synthetischen Messwerttabelle, einer begründeten Gut-Ausschuss-Entscheidung und einer kurzen Reflexion. Eine beispielhafte Bewertung ergibt 88 von 100 Punkten: fachlich bestanden, mit Verbesserungspotenzial bei der Dokumentation der Oberflächenabweichung und bei der vorbeugenden Verschleißplanung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Spezialwerkzeuge planen und prüfen
Was muss vor der Auswahl eines Fertigungsverfahrens zuerst eindeutig geklärt sein? (Die Funktion und Belastung des Spezialwerkzeugs) (!Die Farbe der Werkzeugkiste) (!Die Reihenfolge der Pausenzeiten) (!Der Name des letzten Maschinenbedieners)
Die Funktions- und Belastungsanalyse legt fest, welche Geometrie, Werkstoffeigenschaften, Oberflächen und Prüfungen erforderlich sind.
Warum wird ein Werkzeugwerkstoff nach dem vorgesehenen Einsatz ausgewählt? (Weil Belastung Verschleiß Zähigkeit und Bearbeitbarkeit zusammenpassen müssen) (!Weil jeder Werkzeugstahl dieselben Eigenschaften besitzt) (!Weil nur das Rohteilgewicht entscheidend ist) (!Weil die Werkstoffbezeichnung nach der Fertigung beliebig geändert werden kann)
Eine fachgerechte Auswahl gleicht mehrere Anforderungen ab; eine einzelne Eigenschaft wie maximale Härte reicht nicht aus.
Welche Aussage beschreibt den Unterschied zwischen Stempel und Matrize am besten? (Der Stempel überträgt die Wirkung und die Matrize bildet die passende Gegenform) (!Beide Bauteile sind immer reine Messmittel) (!Die Matrize ist nur eine Verpackung für den Stempel) (!Der Stempel darf grundsätzlich keine Kraft übertragen)
Stempel und Matrize wirken als abgestimmtes Paar; Form, Spiel, Werkstoff und Führung beeinflussen das Ergebnis.
Welchen fachlichen Zweck kann ein geeigneter Übergangsradius an einer Punze erfüllen? (Er kann örtliche Spannungsspitzen und Kerbwirkung verringern) (!Er ersetzt jede Wärmebehandlung) (!Er macht eine Maßprüfung überflüssig) (!Er erhöht automatisch jede Schnittgeschwindigkeit)
Ein sauber ausgelegter Radius unterstützt die Kraftübertragung, muss aber zugleich zur geforderten Wirkgeometrie passen.
Welche Werkstoffeigenschaft ist für Drahterodieren grundsätzlich erforderlich? (Der Werkstoff muss elektrisch leitfähig sein) (!Der Werkstoff muss durchsichtig sein) (!Der Werkstoff muss aus Holz bestehen) (!Der Werkstoff muss magnetisch sein)
Funkenerosion beruht auf elektrischen Entladungen und benötigt deshalb einen elektrisch leitfähigen Werkstoff.
Warum folgt auf das Härten eines geeigneten Werkzeugstahls häufig ein Anlassen? (Um Härte und Zähigkeit für den Einsatz abzustimmen und Sprödigkeit zu verringern) (!Um alle Maße ohne Prüfung zu vergrößern) (!Um den Werkstoff elektrisch nichtleitend zu machen) (!Um jede Kennzeichnung vom Werkzeug zu entfernen)
Anlassen verändert den nach dem Härten entstandenen Zustand und hilft, einen einsatzgerechten Eigenschaftskompromiss herzustellen.
Eine Wirkbreite soll zwischen 3,95 und 4,05 Millimeter liegen. Gemessen werden 4,07 Millimeter. Wie ist das Ergebnis zu bewerten? (Nicht maßhaltig weil der Wert 0,02 Millimeter über dem oberen Grenzmaß liegt) (!Maßhaltig weil der Wert kleiner als 4,70 Millimeter ist) (!Maßhaltig weil jede Abweichung unter einem Millimeter zulässig ist) (!Nicht bewertbar weil Grenzmaße grundsätzlich nicht verglichen werden)
Der Istwert muss mit beiden Grenzmaßen verglichen werden; 4,07 Millimeter überschreitet die obere Grenze von 4,05 Millimeter.
Was ist nach einer nicht bestandenen Funktionsprobe die fachlich richtige erste Reaktion? (Arbeit stoppen Abweichung dokumentieren und Ursache systematisch prüfen) (!Das Werkzeug ohne Kennzeichnung weiterverwenden) (!Den Messwert löschen und nur das gewünschte Ergebnis eintragen) (!Die Zeichnung nachträglich an das fehlerhafte Werkzeug anpassen)
Eine gesperrte und dokumentierte Abweichung verhindert Folgeschäden und schafft die Grundlage für eine nachvollziehbare Ursachenanalyse.
Warum ist die Oberfläche einer Wirkfläche qualitätsrelevant? (Weil Riefen und Grate die Werkstückspur den Verschleiß und die Kerbwirkung beeinflussen können) (!Weil Oberflächen niemals mit der Funktion zusammenhängen) (!Weil eine glänzende Fläche automatisch jedes Maß erfüllt) (!Weil Rauheit nur die Verpackung des Werkzeugs betrifft)
Oberflächenmerkmale beeinflussen Kontakt, Reibung, Werkstückbild und lokale Beanspruchung und müssen deshalb gezielt geprüft werden.
Welche Aussage ordnet den Kurstitel fachlich korrekt ein? (Die Kennzeichnung 9 GR gehört im KMK Plan zum Graveur während Spezialwerkzeuge auch in der Metallbildnerausbildung verankert sind) (!Die Kennzeichnung 9 GR bezeichnet ausschließlich Wirtschaftsunterricht) (!Metallbildner stellen laut Ausbildungsordnung niemals eigene Werkzeuge her) (!Die Fachrichtungen Gürtlertechnik Metalldrücktechnik und Ziseliertechnik sind identisch)
Die curriculare Kennzeichnung und die berufliche Kompetenz sind zu unterscheiden: 9 GR ist dem Graveur zugeordnet, Werkzeugherstellung ist dennoch Bestandteil der Metallbildnerausbildung.
Memory
| Punze | Überträgt eine definierte Schlagwirkung auf die Werkstückoberfläche |
| Matrize | Bildet die abgestimmte Gegenform zu einem Stempel oder Werkstück |
| Anlassen | Stimmt Härte und Zähigkeit nach dem Härten aufeinander ab |
| Rauheit | Beschreibt feine Unebenheiten einer technischen Oberfläche |
| Vorrichtung | Positioniert führt oder spannt Werkstück und Werkzeug |
| Prüfplan | Verknüpft Merkmal Grenzwert Prüfmittel Zeitpunkt und Reaktion |
Drag-and-drop
| Ordne den Arbeitsergebnissen die passende Funktion zu. | Funktion |
|---|---|
| Funktionsanalyse | klärt Wirkung Belastung und Einsatzbedingungen |
| Werkzeugzeichnung | legt Maße Toleranzen Radien und Oberflächen fest |
| Arbeitsplan | ordnet Fertigungsschritte und Zwischenprüfungen |
| Wärmebehandlungsnachweis | dokumentiert den freigegebenen Werkstoffzustand |
| Prüfprotokoll | bewertet Soll Ist Abweichungen und Freigabestatus |
Ordne zuerst nach der Hauptfunktion. Prüfe anschließend, ob die gesamte Prozesskette von der Anforderung bis zur Freigabe abgedeckt ist.
Kreuzworträtsel
| Punze | Welches Schlagwerkzeug erzeugt durch seine Wirkfläche eine definierte Spur? |
| Matrize | Wie heißt die passende Gegenform zu einem Stempel? |
| Anlassen | Welche Wärmebehandlung folgt häufig auf das Härten zur Eigenschaftsabstimmung? |
| Rauheit | Welcher Begriff beschreibt feine Unebenheiten einer Oberfläche? |
| Erodieren | Welches Verfahren trägt leitfähigen Werkstoff durch elektrische Entladungen ab? |
| Prüfplan | Welches Dokument verbindet Merkmal Grenzwert Prüfmittel und Reaktion? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Werkzeugfunktionsprofil: Wähle eine Punze, Lehre oder Vorrichtung aus und erstelle ein einseitiges Funktionsprofil mit Wirkung, Belastung, Sicherheitsmerkmalen und mindestens drei prüfbaren Anforderungen.
- Medien- und Lizenzprüfung: Prüfe für zwei im Kurs verwendete Medien Dateiname, Quelle, Urheber und Lizenz und dokumentiere das Ergebnis in einer kleinen Tabelle.
- Technische Zeichnung lesen: Markiere in einer vorgegebenen synthetischen Werkzeugzeichnung alle Maße, Toleranzen, Radien, Oberflächenangaben und Bezugselemente und erkläre ihre Funktion.
- Sicherheitscheck Spezialwerkzeug: Erstelle eine Checkliste für Sichtprüfung, Kennzeichnung, Schlagkopf, Wirkfläche, Lagerung und Sperrung eines handgeführten Werkzeugs.
Standard
- Fertigungsfolge vergleichen: Entwickle zwei mögliche Fertigungsfolgen für dasselbe Spezialwerkzeug und bewerte sie nach Qualität, Zeit, Material, Prüfbarkeit und Sicherheit.
- Toleranzdaten auswerten: Werte eine synthetische Messreihe mit mindestens zehn Werten aus, bestimme Abweichungen und Grenzverletzungen und formuliere eine begründete Prozessentscheidung.
- Werkzeugfehler diagnostizieren: Analysiere die Fehlerbilder weiche Wirkfläche, Ausbruch, Doppelkontur und Riefen und ordne Beobachtung, Hypothese, Prüfung und Maßnahme sauber zu.
- Materialausnutzung berechnen: Berechne aus synthetischen Rohteil- und Fertigteilmaßen Volumen, Masse und Ausnutzung und erläutere mindestens zwei Grenzen der vereinfachten Rechnung.
Schwer
- Vollständiger Werkzeugauftrag: Erstelle für eine selbst gewählte Metallbildner-Fachrichtung ein vollständiges Anforderungsprofil, eine Werkzeugskizze, einen Arbeitsplan, einen Prüfplan und eine begründete Freigabeentscheidung.
- Verfahrensentscheidung: Entwickle eine gewichtete Entscheidungsmatrix für manuelle Bearbeitung, Fräsen, Schleifen, Erodieren und Laserschneiden und verteidige die gewählte Prozesskette fachlich.
- Prüfkonzept entwickeln: Plane ein Prüfkonzept mit Zwischen- und Endprüfungen, Messunsicherheiten, Prüfmittelüberwachung, Reaktionsplan und digitalem Prüfprotokoll.
- Transfer zwischen Fachrichtungen: Übertrage ein Spezialwerkzeugkonzept aus der Ziseliertechnik auf Gürtler- oder Metalldrücktechnik und begründe notwendige Änderungen an Funktion, Geometrie, Werkstoffzustand und Prüfung.


Lösungshinweise und Musterarbeitsprodukte
| Niveau | Erwartetes Musterarbeitsprodukt | Fachliche Kriterien | Typische Verbesserungsmöglichkeit |
|---|---|---|---|
| Leicht | Funktionsblatt, markierte Zeichnung, Quellenblatt oder Sicherheitscheckliste | Begriffe korrekt, Anforderungen prüfbar, Quelle nachvollziehbar, Sicherheitsgrenzen eindeutig | vage Formulierungen in messbare Kriterien umwandeln |
| Standard | Variantenvergleich, Messwertauswertung, Fehlerbaum oder Rechenblatt | Rechenweg vollständig, Grenzvergleich korrekt, Ursache nicht mit Beobachtung verwechselt, Entscheidung begründet | Nebenzeiten, Messfehler und alternative Ursachen ergänzen |
| Schwer | vollständige Auftragsmappe mit Zeichnung, Arbeitsplan, Prüfplan, Bewertungsmatrix und Reflexion | Prozesskette schlüssig, Risiken kontrolliert, Daten rückverfolgbar, Transfer fachlich begründet | Annahmekriterien und Reaktion bei Abweichung präzisieren |
Lernkontrolle
- Anforderungsanalyse Spezialwerkzeug: Leite aus einem synthetischen Kundenauftrag fünf prüfbare Anforderungen ab und begründe für jede Anforderung ein geeignetes Prüfverfahren.
- Werkstoff- und Zustandsentscheidung: Erkläre, welche Informationen vor einer Werkstoff- und Wärmebehandlungsentscheidung zwingend vorliegen müssen und warum maximale Härte allein kein sinnvolles Ziel ist.
- Rohteilrechnung: Berechne für einen zylindrischen Rohling mit vorgegebenen synthetischen Maßen Volumen, Masse und vereinfachte Materialausnutzung und prüfe Einheiten und Plausibilität.
- Verfahrensvergleich Erodieren und manuelle Bearbeitung: Vergleiche beide Wege anhand von Leitfähigkeit, Kontur, Stückzahl, Genauigkeit, Nacharbeit, Kosten und Sicherheitsorganisation.
- Fehleranalyse Funktionsprobe: Entwickle aus dem Fehlerbild Doppelkontur mindestens drei Ursachenhypothesen, passende Prüfungen und eine begründete Reihenfolge der Diagnose.
- Prüf- und Freigabeentscheidung: Bewerte eine synthetische Messwerttabelle, kennzeichne Gutwerte und Grenzverletzungen und formuliere eine dokumentierbare Freigabe-, Nacharbeits- oder Sperrentscheidung.
Musterlösungen und Bewertungskriterien
| Aufgabe | Kernergebnis einer Musterlösung | Bewertungskriterium |
|---|---|---|
| Anforderungsanalyse | Funktion, Geometrie, Oberfläche, Belastbarkeit und Dokumentation werden in messbare Merkmale übersetzt. | Jede Anforderung besitzt Grenzwert, Methode und eindeutige Entscheidung. |
| Werkstoff- und Zustandsentscheidung | Erforderlich sind Werkstoffidentität, Ausgangszustand, Belastung, Querschnitt, Datenblatt und Prozessfreigabe. | Härte, Zähigkeit, Verschleiß, Maßstabilität und Bearbeitbarkeit werden gemeinsam betrachtet. |
| Rohteilrechnung | Volumen wird korrekt berechnet, Einheiten werden umgerechnet und Masse beziehungsweise Ausnutzung nachvollziehbar bestimmt. | Rechenweg, Einheit, Rundung und Plausibilitätsaussage sind vollständig. |
| Verfahrensvergleich | Erodieren benötigt Leitfähigkeit und eignet sich für komplexe Konturen; manuelle Bearbeitung ist flexibel, aber stärker vom Können abhängig. | Entscheidung bezieht Qualitäts-, Zeit-, Kosten-, Sicherheits- und Nacharbeitsaspekte ein. |
| Fehleranalyse | Achsfehler, asymmetrische Wirkfläche, Kippen oder ungeeignete Führung werden mit gezielten Prüfungen getrennt untersucht. | Beobachtung, Hypothese, Prüfung und Maßnahme bleiben logisch unterscheidbar. |
| Prüfentscheidung | Jeder Istwert wird mit beiden Grenzwerten verglichen; Abweichungen führen zu dokumentierter Sperrung, Nacharbeit oder Freigabe. | Die Entscheidung ist datenbasiert, rückverfolgbar und kompetenzgerecht formuliert. |
Lernnachweis
Ein überzeugender Lernnachweis verbindet Wissen, Können, Produktqualität und Transfer. Reine Begriffswiedergabe reicht nicht aus.
| Bereich | Nachweis | Mindestkriterium |
|---|---|---|
| Fachwissen | Erläuterung von Werkzeugfunktion, Belastung, Werkstoffzustand, Fertigungsverfahren und Prüfung | Begriffe korrekt und Zusammenhänge begründet |
| Planungskompetenz | Anforderungsprofil, Zeichnung, Arbeits- und Prüfplan | vollständige Prozesskette mit Zwischenprüfungen und Sicherheitsgrenzen |
| Fachrechnen | Volumen-, Masse-, Ausnutzungs-, Zeit- oder Toleranzrechnung | nachvollziehbarer Rechenweg mit Einheiten und Plausibilitätsprüfung |
| Diagnosekompetenz | strukturierte Auswertung eines Fehlerfalls | Beobachtung, Ursachenhypothese, Prüfung und Maßnahme sauber getrennt |
| Dokumentationskompetenz | digitales oder analoges Prüfprotokoll | Zeichnungsstand, Messwerte, Prüfmittel, Entscheidung und Verantwortlichkeit nachvollziehbar |
| Musterarbeitsprodukt | vollständige synthetische Werkzeugauftragsmappe | fachlich schlüssig, sicherheitsgerecht, prüfbar und adressatengerecht |
| Transfer | Anpassung des Konzepts an eine zweite Fachrichtung oder ein anderes Werkzeug | Unterschiede in Funktion, Geometrie, Prozess und Prüfung begründet |
Als Lernnachweis eignet sich ein Portfolio aus Funktionsblatt, Werkzeugzeichnung, Rechenblatt, Arbeitsplan, Prüfplan, Fehleranalyse, Quellen- und Rechteübersicht sowie einer kurzen Reflexion. Praktisch gefertigte Teile dürfen nur unter qualifizierter Anleitung entstehen; für den Kurs genügt ein vollständig synthetisches Planungs- und Prüfprodukt.
OER und Wikipedia
Amtliche und fachliche Quellen
| Quelle | Nutzung im Kurs | Einordnung |
|---|---|---|
| KMK Rahmenlehrplan Graveur und Metallbildner | Lernfeldzuordnung, berufliche Handlungen und Abgrenzung von GR und MB | amtliche Primärquelle, Beschluss vom 17. März 2016 |
| BIBB Berufsprofil Metallbildner | Ausbildungsdauer, Fachrichtungen und Berufsprofil | amtliche Berufsbildungsquelle |
| Ausbildungsordnung Metallbildner | Ausbildungsinhalte und Struktur der Gesellenprüfung | geltendes Bundesrecht; aktuellen Stand vor Prüfung kontrollieren |
| Victoria and Albert Museum Metalworking techniques | fachlicher Überblick zu Treiben und Ziselieren | Museumsressource; Rechte der Seite beachten |
| RISD Museum Chasing and Repoussé | Anschauung zu Werkzeugwirkung und Arbeitsprozess | Museumsressource mit eingebettetem Video |
| HTW Berlin Härten von Stahl | ergänzende deutschsprachige Lernressource | Mediathekseintrag; konkrete Rechteangaben auf der Medienseite prüfen |
Medienquellen und Rechte
| Medium | Quellenbeleg | Urheber beziehungsweise Anbieter | Rechtehinweis |
|---|---|---|---|
| File:Набор чеканщика (двенадцать чеканов, выколоточный молоток), СССР, 1978.png | Commons Dateiseite | Luxflash | CC0 1.0 |
| File:Files for jewellery & silversmithing.jpg | Commons Dateiseite | Mauro Cateb | CC BY-SA 4.0 |
| File:Punch Die Block parts.jpg | Commons Dateiseite | tony_duell | CC BY 2.0 |
| File:EDM scheme.png | Commons Dateiseite | Frank50 s | CC BY-SA 4.0 |
| File:Laser cutting of a thick steel plate.jpg | Commons Dateiseite | Chutianlaser | CC BY-SA 3.0 |
| File:Diagramme fer carbone traitement thermique aciers.svg | Commons Dateiseite | Cdang | gemeinfrei |
| File:Rauigkeit.png | Commons Dateiseite | Barbarossa | CC BY-SA 3.0 |
| File:Rockwell hardness tester 001.jpg | Commons Dateiseite | Three-quarter-ten | CC BY-SA 3.0 |
| File:Vernier caliper.svg | Commons Dateiseite | Joaquim Alves Gaspar und weitere Bearbeitende | CC BY-SA 3.0 |
| https://vimeo.com/332454769 | RISD Museum | RISD Museum | eingebettet nach Plattformfunktion; keine OER-Lizenz behauptet |
| https://www.youtube.com/watch?v=pBueWfzb7P0 | XACT Wire EDM Begleitseite | XACT Wire EDM | eingebettet nach Plattformfunktion; Rechte beim Anbieter |
| https://www.youtube.com/watch?v=ulfCxDsVTWo | YouTube Videoseite | Applied Science | eingebettet nach Plattformfunktion; Rechte beim Anbieter |
Wikipedia als offene Vertiefung
Weitere passende offene Einstiege sind Werkzeugstahl, Ziselieren, Rauheit, Härteprüfung, Elektroerosion, Technisches Zeichnen und Qualitätssicherung. Wikipedia dient zur Orientierung; für betriebliche Entscheidungen sind Normen, Datenblätter, Gefährdungsbeurteilungen und freigegebene Arbeitsunterlagen maßgeblich.
Verknüpfte Lernbereiche
Kursanschlüsse und Berufsportal
Der Kurs ist mit dem Berufsportal Ausbildung – Metallbildner und dem Überblick Ausbildungsberufe verknüpft. Inhaltlich passen außerdem folgende Lernangebote:
| Lernbereich | Verknüpfung |
|---|---|
| Werkzeugfertigung | Fachübungen 5 – Werkzeuge mit Maschinen herstellen - Metallbildner |
| Instandsetzung | Fachübungen 8 – Werkstücke aufarbeiten und reparieren - Metallbildner |
| Thermisches Fügen | Fachübungen 9 MB – Werkstücke mit thermischen Fügeverfahren herstellen - Metallbildner |
| Formteile und Hohlkörper | Fachübungen 10 MB – Formteile und Hohlkörper manuell und maschinell herstellen - Metallbildner |
| Maschinensicherheit | Sicherer Umgang mit Maschinen und Werkzeugen |
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