Fachübungen 10 MB – Formteile und Hohlkörper manuell und maschinell herstellen - Metallbildner
Fachübungen 10 MB – Formteile und Hohlkörper manuell und maschinell herstellen - Metallbildner
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Einleitung
Im Lernfeld 10 MB entwickelst du die Kompetenz, Formteile und Hohlkörper aus Blech mit manuellen und maschinellen Umformverfahren herzustellen, den Fertigungsprozess zu planen und die Bauteilqualität fachgerecht zu beurteilen. Der KMK-Rahmenlehrplan ordnet dieses Lernfeld dem dritten Ausbildungsjahr mit einem Zeitrichtwert von 60 Stunden zu. Das Kürzel „MB“ bezeichnet dabei den Lernfeldstrang für Metallbildnerinnen und Metallbildner; es ist nicht mit der einzelnen Fachrichtung Metalldrücktechnik gleichzusetzen.[1]
Die staatlich anerkannte Ausbildung dauert 36 Monate und unterscheidet die Fachrichtungen Gürtlertechnik, Metalldrücktechnik und Ziseliertechnik. Die Metallbildnerausbildungsverordnung vom 6. Juni 2016 trat am 1. August 2016 in Kraft. Die Gesellenprüfung ist gestreckt: Teil 1 findet zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres, Teil 2 am Ende der Ausbildung statt. Zu Teil 2 gehören die Prüfungsbereiche Kundenauftrag, Skizzen, Entwürfe und technische Zeichnungen, Technologie und Arbeitsplanung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Dieser Kurs übernimmt keine Originalprüfungsaufgaben und nennt keine ungeprüften lokalen Prüfungsmodalitäten.[2][3]
Sicherheitsrahmen: Alle Zahlen, Aufträge und Prüfwerte in diesem Kurs sind synthetische Lernwerte. Sie erteilen keine Maschinenfreigabe. Praktische Arbeiten an Pressen, Drückmaschinen, Wärmebehandlungsanlagen, Schleif- und Strahleinrichtungen sowie Arbeiten mit Beizmitteln, Schmierstoffen oder anderen Gefahrstoffen dürfen ausschließlich nach Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und qualifizierter Unterweisung durchgeführt werden. Herstellerunterlagen, betriebliche Freigaben, persönliche Schutzausrüstung, Absaugung und sichere Energietrennung haben immer Vorrang.

Das Bild zeigt Drückmaschinen zur Herstellung rotationssymmetrischer Werkstücke. Im Kurs lernst du, Verfahren nicht nur auszuführen, sondern anhand von Geometrie, Werkstoff, Stückzahl, Werkzeugaufwand, Oberfläche, Qualität und Wirtschaftlichkeit begründet auszuwählen.
Werkstoffe und Umformgrundlagen
Vom ebenen Blech zum räumlichen Bauteil
Beim Umformen wird die Form eines festen Werkstücks durch plastische Verformung geändert, ohne den Werkstoff gezielt abzutragen. Ein Formteil erhält seine räumliche Geometrie durch Umformung. Ein Hohlkörper besitzt einen Innenraum und ist häufig einseitig offen. Ausgangsformen sind Tafeln, Streifen, Platinen oder kreisförmige Ronden.
Ein Werkstoff reagiert zunächst elastisch: Nach Entlastung kehrt er weitgehend in die Ausgangsform zurück. Wird die Fließgrenze überschritten, bleibt eine plastische Formänderung bestehen. Die elastische Rückbewegung nach dem Entlasten heißt Rückfederung. Sie muss bei Werkzeuggeometrie, Zwischenmaßen und Prüfung berücksichtigt werden.
| Bereich im Umformteil | Vorherrschende Beanspruchung | Typisches Risiko | Fachliche Reaktion |
|---|---|---|---|
| Flansch einer Tiefziehplatine | Umfangsdruck und radialer Zug | Falten durch Materialstau | Materialfluss mit Niederhalter und geeigneter Werkzeuggeometrie kontrollieren |
| Übergang an Werkzeugradien | erhöhte Zug- und Biegebeanspruchung | Anrisse oder Risse | Radien, Schmierung, Werkstoffzustand und Zugabstufung prüfen |
| Wand eines Hohlkörpers | Zug und Druck in wechselnden Richtungen | Wanddickenstreuung und Riefen | Werkzeugoberfläche, Führung und Prozessverlauf überwachen |
| Fertigteil nach Entlastung | elastische Rückstellung | Maß- und Formabweichung | Rückfederung messen und im Prozessplan berücksichtigen |

Die Schemazeichnung zeigt das Grundprinzip des Tiefziehens. Ziehstempel, Ziehmatrize und Niederhalter wirken zusammen. Der Niederhalter soll den Materialfluss zulassen, aber unkontrollierte Faltenbildung begrenzen.
Werkstoffauswahl und Werkstoffzustand
Für Formteile und Hohlkörper werden je nach Auftrag unter anderem Kupfer-, Messing-, Aluminium-, Stahl- und nichtrostende Stahlbleche eingesetzt. Nicht nur die Werkstoffgruppe entscheidet über die Umformbarkeit. Ebenso wichtig sind Legierung, Blechdicke, Lieferzustand, Walzrichtung, Oberflächenzustand, Festigkeit, Dehnung, Anisotropie und bereits vorhandene Kaltverformung. Verbindlich sind Werkstoffzeugnis, Zeichnung, Herstellerdaten und betriebliche Freigabe.
| Werkstoffgruppe | Typische Chance | Typische Herausforderung | Prüffrage vor der Fertigung |
|---|---|---|---|
| Kupferblech | häufig gut treib- und drückbar im geeigneten weichen Zustand | deutliche Kaltverfestigung und empfindliche Sichtoberfläche | Ist der geforderte Werkstoffzustand nachgewiesen? |
| Messingblech | gute Gestaltbarkeit und dekorative Oberfläche bei passender Legierung | Rissneigung kann bei ungeeignetem Zustand steigen | Stimmen Legierung, Walzrichtung und Wärmebehandlungsplan? |
| Aluminiumblech | geringe Dichte und gute Umformbarkeit geeigneter Qualitäten | Riefen, Aufschmierungen und Druckstellen sind möglich | Sind Werkzeugoberfläche und Schmierkonzept geeignet? |
| Tiefziehgeeignetes Stahlblech | reproduzierbare Serienfertigung und robuste Bauteile | höhere Kräfte, Korrosionsschutz und Rückfederung beachten | Sind Pressen-, Werkzeug- und Oberflächenanforderungen freigegeben? |
| Nichtrostendes Stahlblech | hohe Beständigkeit und hochwertige Oberfläche | stärkere Verfestigung, Rückfederung und Werkzeugbeanspruchung möglich | Sind Zwischenstufen und Werkzeugwerkstoffe abgestimmt? |
Kaltverfestigung und Wärmebehandlung
Durch plastische Verformung steigt bei vielen metallischen Werkstoffen die Versetzungsdichte. Festigkeit und Härte können zunehmen, während die verbleibende Umformreserve sinkt. Dieser Vorgang heißt Kaltverfestigung. Wird weiter umgeformt, obwohl die Umformreserve erschöpft ist, entstehen häufig Risse.
Je nach Werkstoff, Bauteil und Prozess können Spannungsarmglühen, Rekristallisationsglühen oder Weichglühen vorgesehen sein. Diese Begriffe sind nicht austauschbar: Das Spannungsarmglühen soll vor allem Eigenspannungen reduzieren, das Rekristallisationsglühen ein neues, verformbares Gefüge ermöglichen und das Weichglühen die Härte für weitere Bearbeitung senken. Temperatur, Haltezeit, Atmosphäre, Abkühlung und Oberflächenfolgen sind werkstoff- und anlagenspezifisch. Deshalb enthält dieser Kurs keine ausführbaren Ofenparameter.

Ein Formänderungsgrenzdiagramm stellt Kombinationen von Hauptformänderungen dar. Es unterstützt die Beurteilung, ob ein Blech lokal sicher, kritisch oder rissgefährdet umgeformt wird. Für konkrete Werkstoffe sind geprüfte Kennwerte erforderlich; das Bild ersetzt keine Werkstoffprüfung.
Werkzeuge, Maschinen und sichere Prozessplanung
Funktion der Werkzeuge
Werkzeuge übertragen Kräfte, führen das Werkstück und bestimmen die Form. Ihre Oberfläche, Geometrie, Steifigkeit, Ausrichtung und ihr Verschleiß beeinflussen Maßhaltigkeit und Oberflächengüte unmittelbar.
| Werkzeug oder Hilfsmittel | Hauptfunktion | Typischer Qualitätsbezug |
|---|---|---|
| Drückfutter | bildet die Innenkontur eines rotationssymmetrischen Werkstücks ab | Rundlauf, Konturtreue und Oberfläche |
| Stabwerkzeug oder Drückrolle | formt die rotierende Ronde schrittweise an das Futter | Werkzeugspur, Wanddicke und lokale Verfestigung |
| Ziehstempel | bewegt die Platine in die Matrize und prägt die Innengeometrie | Bodenform, Wandverlauf und Zentrierung |
| Ziehmatrize | führt das Blech über den Ziehradius in die Hohlform | Ziehriefen, Radiusübergang und Maß |
| Niederhalter | regelt den Materialfluss im Flansch | Faltenvermeidung ohne Blockieren des Nachfließens |
| Treibhammer und Punzen | erzeugen lokal plastische Formänderungen bei manueller Bearbeitung | Formverlauf, Schlagbild und Oberflächenstruktur |
| Kühl- und Schmierstoff | reduziert Reibung, Wärme und Verschleiß im freigegebenen Prozess | Riefen, Aufschmierung und Werkzeugstandzeit |

Das englische Rad ist ein handgeführtes Werkzeug zum schrittweisen Wölben und Glätten von Blech. Unterschiedliche Unterrollen verändern den Kontakt und damit die entstehende Krümmung.
Prozesskette planen
Eine belastbare Arbeitsplanung verbindet Kundenanforderung, Zeichnung, Werkstoff, Verfahren, Werkzeug, Sicherheit, Qualität und Wirtschaftlichkeit. Ein sinnvoller Ablauf folgt der vollständigen Handlung:
| Informieren | Planen | Entscheiden | Durchführen | Kontrollieren | Bewerten |
|---|---|---|---|---|---|
| Auftrag, Zeichnung, Werkstoffdaten und Vorgaben klären | Arbeitsschritte, Werkzeuge, Prüfmittel und Ressourcen festlegen | Verfahren und Varianten begründet auswählen | nur nach betrieblicher Freigabe fachgerecht umsetzen | Maße, Form, Oberfläche und Fehlermerkmale prüfen | Ergebnis, Abweichungen und Verbesserungen dokumentieren |
Vor jedem realen Einsatz werden Maschinenzustand, Schutzeinrichtungen, Werkzeugbefestigung, Not-Halt, Arbeitsraum, Energieversorgung und Prüfmittel nach betrieblicher Regel geprüft. Beim Rüsten, Reinigen, Störungsbeseitigen und Werkzeugwechsel ist eine sichere Energietrennung erforderlich. Lose Kleidung, Schmuck und ungesicherte lange Haare sind an rotierenden Maschinen besonders gefährlich.
Prozessparameter als Wirkzusammenhang
Prozessparameter dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Drehzahl, Vorschub, Werkzeugradius, Werkzeugweg, Niederhalterwirkung, Schmierung, Werkstoffzustand, Blechdicke und Zwischenstufen beeinflussen sich gegenseitig. Ein höherer lokaler Umformgrad kann beispielsweise die Form schneller annähern, zugleich aber Verfestigung, Erwärmung, Oberflächenbelastung und Rissrisiko erhöhen.
Merksatz: Ein Parameter ist erst dann fachlich begründet, wenn seine Wirkung auf Form, Werkstoff, Werkzeug, Oberfläche, Sicherheit, Zeit und Prüfmerkmale gemeinsam betrachtet wurde. Reale Einstellwerte stammen aus freigegebenen Arbeitsunterlagen, Versuchen unter Aufsicht und Herstellerangaben.
Manuelles Herstellen von Formteilen und Hohlkörpern
Treiben, Auftiefen und Aufziehen
Beim Treiben wird Blech durch wiederholte, örtlich begrenzte Schläge plastisch verformt. Beim Auftiefen entsteht eine Vertiefung, indem das Blech auf einer geeigneten Unterlage schrittweise nach innen geformt wird. Beim Aufziehen wird Material zur Ausbildung einer höheren Wand kontrolliert umverteilt. Gleichmäßige Schlagfolgen, passende Hammer- und Unterlagenformen sowie regelmäßiges Prüfen sind wichtiger als einzelne kräftige Schläge.
Ein fachgerechter manueller Ablauf besteht aus Markieren, abschnittsweisem Umformen, Zwischenprüfen, gegebenenfalls freigegebener Wärmebehandlung, erneutem Richten und abschließendem Planieren. Typische Fehler sind ungleichmäßige Wandhöhen, lokale Ausdünnung, Knicke, harte Schlagmarken, asymmetrische Konturen und Risse durch zu hohe örtliche Verformung.

Die historische Zeichnung veranschaulicht das Prinzip der Treibarbeit beziehungsweise des Repoussierens: Die Form wird durch Bearbeitung von der Rückseite aufgebaut und von der Vorderseite nachgearbeitet.
Ziselieren und Oberflächenstruktur
Beim Ziselieren wird eine Oberfläche mit Punzen, Ziselierhämmern und geeigneter Unterlage plastisch gestaltet. Anders als beim großflächigen Treiben stehen feine Konturen, Strukturen, Vertiefungen und Reliefdetails im Vordergrund. Die Werkzeugspitze darf keine unkontrollierten Kerben erzeugen, weil Kerben Spannungen konzentrieren und Risse begünstigen können.
Für ein sauberes Ergebnis werden Werkzeugspuren bewusst gestaltet, Übergänge gleichmäßig ausgeführt und die Vorder- und Rückseite regelmäßig kontrolliert. Bei restauratorischen oder kunsthistorischen Arbeiten kommen zusätzlich Stil, Originalsubstanz, Reversibilität, Dokumentation und abgestimmte Eingriffstiefe hinzu.
Planieren, Richten und Kanten fertigstellen
Planieren bedeutet, eine zuvor geformte Oberfläche mit kontrollierten, überlappenden Schlägen oder geeigneten Rollen zu glätten und lokale Unebenheiten auszugleichen. Planieren ist keine bloße Kosmetik: Es beeinflusst Form, Oberflächenbild und teilweise auch die Verfestigung. Zu starkes oder ungleichmäßiges Planieren kann neue Wellen, Druckstellen oder eine unerwünschte Härtezunahme erzeugen.
Kanten werden nach Zeichnung beschnitten, entgratet, gerichtet und gegebenenfalls gebördelt. Die Kante muss funktionsgerecht, maßhaltig und berührungssicher sein. Vor dem Schleifen oder Polieren ist zu prüfen, ob Materialabtrag Maße, Wanddicke, Ornamentik oder Oberflächenvorgaben gefährdet.
Maschinelles Herstellen durch Drücken und Tiefziehen
Metalldrücken
Beim Metalldrücken wird eine Ronde gegen ein rotierendes Drückfutter gespannt. Ein Stabwerkzeug oder eine Drückrolle formt das Blech schrittweise an die Kontur des Futters. Das Verfahren eignet sich besonders für rotationssymmetrische Hohlkörper und ist bei kleinen bis mittleren Stückzahlen flexibel. Beim manuellen Drücken steuert die Fachkraft den Werkzeugweg; bei maschinellen Varianten wird er mechanisch, numerisch oder programmgesteuert geführt.
Aufdrücken formt die Ronde an ein Futter. Einziehen verringert lokal den Durchmesser eines vorhandenen Hohlkörpers. Projizieren überträgt eine Kontur durch gesteuerte Werkzeugbewegung. Mehrere leichte, gleichmäßige Umformbahnen sind in der Regel kontrollierbarer als eine überlastende Einzelbahn. Konkrete Bahnen und Einstellwerte dürfen jedoch nur aus freigegebenen Fertigungsunterlagen übernommen werden.

Das Bild zeigt eine Produktionsmaschine für das Metalldrücken. Rundlauf, sichere Spannung, Werkzeugauflage und ausreichend geschützter Arbeitsraum sind zentrale Voraussetzungen.
Tiefziehen
Beim Tiefziehen wird eine ebene Platine oder ein vorgeformter Hohlkörper mit einem Stempel durch eine Matrize gezogen. Im Flanschbereich muss das Material kontrolliert nachfließen. Eine zu geringe Niederhalterwirkung begünstigt Falten; eine zu hohe Wirkung kann den Materialfluss blockieren und Risse fördern.
Ein Einfachzug erreicht die vorgesehene Form in einer Ziehstufe. Beim Mehrfachzug wird die Form über mehrere Stufen angenähert. Die Zugabstufung legt Zwischengeometrien fest, damit Werkstoff und Werkzeug nicht überlastet werden. Ob ein Mehrfachzug erforderlich ist, hängt unter anderem von Ziehverhältnis, Werkstoff, Blechdicke, Radien, Reibung, Anisotropie und Qualitätsanforderung ab.

Die Animation zeigt zwei aufeinanderfolgende Tiefziehstufen von einer ebenen Platine zu einem längeren Hohlkörper. Sie macht sichtbar, warum Zwischenformen und eine abgestimmte Stufenfolge notwendig sein können.
Das eingebettete Erklärvideo „Fertigungstechnik – Tiefziehen“ von oncampus GmbH erläutert den Prozess mit starrem Werkzeug. Der Herkunftsnachweis bei HubbS weist das Video als CC BY 3.0 aus.
Verfahren vergleichen
| Kriterium | Manuelles Treiben | Metalldrücken | Tiefziehen |
|---|---|---|---|
| Geometrie | freie und reliefartige Formen möglich | überwiegend rotationssymmetrische Hohlkörper | offene Hohlkörper mit werkzeuggebundener Geometrie |
| Stückzahl | Einzelstück und kleine Serie | Einzelstück bis mittlere Serie | wirtschaftlich besonders bei wiederholten Serien |
| Werkzeugaufwand | vergleichsweise gering, viele Universalwerkzeuge | Drückfutter und Drückwerkzeuge erforderlich | Stempel, Matrize und Niederhalter mit hoher Abstimmung erforderlich |
| Wiederholgenauigkeit | stark von Können und Prüffolge abhängig | bei stabiler Führung gut | bei beherrschtem Prozess sehr hoch |
| Typische Fehler | Schlagmarken, Asymmetrie, lokale Ausdünnung | Riefen, Falten, Rundlauffehler, Risse | Flanschfalten, Bodenrisse, Ziehriefen, Ohrenbildung |
| Lernschwerpunkt | Werkstoffgefühl und Formkontrolle | Werkzeugweg, Rundlauf und inkrementelle Umformung | Materialfluss, Werkzeugabstimmung und Prozesskräfte |
Fachrechnen, Prozessparameter und Fehlerdiagnose
Rondenmaß für einen vereinfachten zylindrischen Hohlkörper
Für eine erste Lernabschätzung kann die Oberfläche der ebenen Ronde der Oberfläche eines zylindrischen, oben offenen Hohlkörpers gleichgesetzt werden. Radien, Wanddickenänderungen, Beschnitt und reale Werkstoffflüsse werden zunächst vernachlässigt.
Fläche der Ronde:
Fläche von Boden und Mantel:
Aus folgt:
Dabei ist der theoretische Rondendurchmesser, der Innendurchmesser des vereinfachten Hohlkörpers und seine Höhe. In der betrieblichen Planung werden zusätzlich Radien, Beschnittzugabe, Werkstoffverhalten, Wanddickenverlauf und Versuchsergebnisse berücksichtigt.
Beispiel: Für und ergibt sich . Mit einer ausdrücklich gesetzten Lernzugabe von 3 Prozent ergibt sich . Diese Zahl ist ein synthetischer Planwert und keine Fertigungsfreigabe.
Ziehverhältnis
Das einfache Ziehverhältnis wird häufig als beschrieben. ist der Durchmesser der Ausgangsplatine und der Durchmesser nach dem ersten Zug. Im Beispiel gilt .
Ein Zahlenwert allein entscheidet nicht über die Machbarkeit. Das zulässige Ziehverhältnis hängt vom konkreten Werkstoffzustand, der Blechdicke, den Werkzeugradien, der Schmierung, der Niederhalterwirkung, der Oberflächenqualität und weiteren Einflüssen ab. Deshalb darf kein allgemeiner Grenzwert ungeprüft auf einen Auftrag übertragen werden.
Fehlerbilder systematisch diagnostizieren
| Fehlerbild | Mögliche Ursachen | Zu prüfende Nachweise | Fachliche Korrekturrichtung |
|---|---|---|---|
| Falten am Flansch oder an der Wand | Materialstau, ungleichmäßiger Nachfluss, ungeeignete Niederhalterwirkung | Faltenlage, Werkzeugspalt, Platinenlage, Prozessprotokoll | Materialfluss und Werkzeugabstimmung überprüfen |
| Riss am Radius | zu hohe lokale Zugbeanspruchung, kleiner Radius, verfestigter Werkstoff, hohe Reibung | Rissbeginn, Wanddicke, Werkzeugradius, Werkstoffzustand | Umformgrad je Stufe reduzieren und Ursachen im freigegebenen Prozess beseitigen |
| Ziehriefen oder Drückspuren | raue oder verschlissene Werkzeuge, Fremdpartikel, ungeeignete Schmierung | Werkzeugoberfläche, Sauberkeit, Spurverlauf | Werkzeug pflegen, reinigen und nach Vorgabe instand setzen |
| Unrundheit | schlechter Rundlauf, exzentrische Spannung, ungleichmäßiger Materialfluss | Rundlaufmessung, Spannlage, Wanddickenverteilung | Zentrierung, Spannung und Prozesssymmetrie prüfen |
| Maß driftet über die Serie | Werkzeugverschleiß, Erwärmung, wechselnder Werkstoffzustand oder Messfehler | Trenddiagramm, Prüfmittelstatus, Werkzeugzustand, Chargendaten | Ursache mit Daten eingrenzen und Prozess nach Freigabe korrigieren |
| Orangenhaut oder grobe Oberfläche | ungünstige Kornstruktur oder hohe lokale Dehnung | Oberflächenvergleich, Werkstoffzeugnis, Umformgrad | Werkstoff- und Prozesswahl neu bewerten |
Daten auswerten statt nur Einzelwerte ansehen
Eine Qualitätsentscheidung stützt sich auf Zeichnung, Prüfplan und nachvollziehbare Messdaten. Neben Einzelwerten sind Mittelwert, Spannweite, Trend und Fehlerverteilung hilfreich. Ein scheinbar passendes Mittel kann problematisch sein, wenn die Streuung zu groß ist oder sich ein systematischer Trend zeigt.
| Prüfschritt | Leitfrage | Geeignete Darstellung |
|---|---|---|
| Wareneingang | Ist Werkstoff, Dicke und Zustand eindeutig zugeordnet? | Prüfbescheinigung und Chargenliste |
| Erstmuster | Erfüllt das erste freigegebene Teil alle Merkmale? | Erstmusterprüfbericht |
| Serienbegleitung | Bleiben Maße und Oberfläche stabil? | Messwerttabelle und Verlaufsdiagramm |
| Fehleranalyse | Wo, wann und unter welchen Bedingungen tritt der Fehler auf? | Fehlerkarte und Ursache-Wirkungs-Diagramm |
| Abschluss | Sind Nacharbeit, Ausschuss und Freigabe dokumentiert? | Prüfprotokoll und Rückverfolgbarkeit |
Modellfall: Kleinserie eines rotationssymmetrischen Ablagebechers
Synthetischer Kundenauftrag
Ein fiktiver Betrieb soll 20 dekorative, oben offene Ablagebecher herstellen. Das Bauteil ist nicht für Druck, Lebensmittel oder elektrische Einbauten vorgesehen. Zielmaße sind ein Innendurchmesser von 120,0 mm und eine Höhe von 40,0 mm. Als Lernwerkstoff wird ein betrieblich freigegeben gedachter, weich angelieferter Kupferblechwerkstoff mit 1,0 mm Nenndicke angenommen. Die Oberfläche soll gleichmäßig planiermatt sein.
| Merkmal | Synthetische Vorgabe | Prüfmittel oder Prüfmethode |
|---|---|---|
| Innendurchmesser | 120,0 mm ± 0,5 mm | geeignetes, geprüftes Längenmessmittel |
| Höhe | 40,0 mm ± 0,5 mm | Höhenmessung auf geeigneter Bezugsebene |
| Rundheitsabweichung | höchstens 0,8 mm | Messung in mehreren Richtungen |
| Oberfläche | gleichmäßiges Planierbild, keine tiefen Riefen | Sichtprüfung unter festgelegtem Licht und Vergleichsmuster |
| Fehlerfreiheit | keine Risse und keine bleibenden Falten | Sichtprüfung und gegebenenfalls geeignetes Prüfverfahren |
Variantenentscheidung
| Variante | Vorteil | Nachteil | Eignung für 20 Stück |
|---|---|---|---|
| vollständig manuell treiben | sehr flexibel und geringer spezieller Werkzeugaufwand | hoher Zeitbedarf und größere Maßstreuung | bedingt geeignet |
| Metalldrücken mit manueller Nacharbeit | passend zur Rotationssymmetrie, vergleichsweise flexibles Futter, gutes Oberflächenpotenzial | erfordert sichere Maschineneinrichtung und hohe Prozesskompetenz | gut geeignet |
| Tiefziehen mit vollständigem Werkzeugsatz | hohe Wiederholgenauigkeit | hoher Werkzeugaufwand für kleine Serie | technisch möglich, wirtschaftlich weniger günstig |
Entscheidung: Für den Modellfall wird Metalldrücken mit qualifiziert eingerichteter Maschine und anschließender manueller Planier- und Kantenbearbeitung gewählt. Damit werden maschinelle Formgebung und handwerkliche Oberflächenkontrolle sinnvoll verbunden. Die Entscheidung gilt nur für die gesetzten Lernannahmen.
Berechnung und Arbeitsplanung
Mit der vereinfachten Flächengleichheit ergibt sich ein theoretischer Rondendurchmesser von 183,3 mm. Mit der Lernzugabe von 3 Prozent ergibt sich 188,8 mm; für das Planungsblatt wird auf 189 mm gerundet. Das Verhältnis von Lernrondendurchmesser zu Zieldurchmesser beträgt 1,57. Vor realer Fertigung wären Werkstoffdaten, Futtergeometrie, Beschnitt, Versuchsteil und betriebliche Erfahrungswerte zu prüfen.
| Schritt | Musterarbeitsprodukt | Qualitäts- und Sicherheitskriterium |
|---|---|---|
| Auftrag analysieren | Anforderungsliste mit Maßen, Oberfläche, Stückzahl und Ausschlüssen | keine widersprüchlichen oder fehlenden Angaben |
| Verfahren auswählen | Bewertungsmatrix mit begründeter Entscheidung | Geometrie, Stückzahl, Werkzeug, Qualität und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt |
| Ronde abschätzen | Rechenblatt mit Formel, Einheiten, Annahmen und Ergebnis | Rechenweg nachvollziehbar; Lernzugabe klar gekennzeichnet |
| Arbeitsfolge planen | Ablaufplan von Materialprüfung bis Endkontrolle | keine reale Tätigkeit ohne Unterweisung und Freigabe |
| Maschine und Werkzeug vorbereiten | betriebliche Rüst- und Freigabeunterlagen | nur durch qualifizierte Personen; keine Kursangabe ersetzt Herstellerdaten |
| Form erzeugen | freigegebenes Erstmuster und Prozessprotokoll | kontrollierte Zwischenprüfungen, keine sichtbare Überlastung |
| manuell fertigstellen | planierte Oberfläche und sichere Kante | gleichmäßiges Bild, Maße bleiben innerhalb der Vorgaben |
| prüfen und bewerten | Prüfprotokoll, Fehleranalyse und Freigabeentscheidung | Daten vollständig, Prüfmittelstatus dokumentiert |
Synthetische Erstmusterprüfung
| Teil | Durchmesser in mm | Höhe in mm | Rundheitsabweichung in mm | Oberfläche |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 120,1 | 40,1 | 0,4 | in Ordnung |
| 2 | 119,8 | 40,3 | 0,6 | in Ordnung |
| 3 | 120,2 | 39,8 | 0,5 | in Ordnung |
| 4 | 120,0 | 40,0 | 0,3 | sichtbare Drückspur |
| 5 | 119,9 | 40,2 | 0,7 | in Ordnung |
Der mittlere Durchmesser beträgt 120,0 mm, die mittlere Höhe 40,08 mm und die größte Rundheitsabweichung 0,7 mm. Die Maß- und Formmerkmale der fünf Teile erfüllen damit die synthetischen Vorgaben. Teil 4 ist wegen der sichtbaren Drückspur zunächst nicht freigegeben. Nach kontrollierter manueller Nacharbeit und erneuter Sicht- sowie Maßprüfung kann es freigegeben werden, sofern Oberfläche und Maße die Vorgaben erfüllen.
Nachvollziehbares Ergebnis: Die gewählte Kombination aus Metalldrücken und manuellem Planieren ist unter den Lernannahmen technisch und wirtschaftlich plausibel. Der Prozess ist erst nach erfolgreichem Erstmuster, dokumentierter Maschinenfreigabe und bestätigtem Prüfplan für die Kleinserie freizugeben.
Fachliches Bewertungsraster
Das folgende Raster ist ein unterrichtliches Lernraster und keine offizielle Kammerbewertung.
| Bereich | Maximalpunkte | Volle Punktzahl wird erreicht, wenn … |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse | 10 | Maße, Funktion, Oberfläche, Stückzahl, Ausschlüsse und offene Fragen vollständig erfasst sind |
| Fachrechnen | 15 | Formel hergeleitet, Einheiten korrekt, Annahmen benannt und Ergebnis plausibilisiert sind |
| Verfahrensauswahl | 15 | mindestens drei Varianten anhand technischer und wirtschaftlicher Kriterien verglichen werden |
| Sicherheits- und Freigabeplanung | 15 | Gefährdungen, Zuständigkeiten, Unterweisung, Schutzeinrichtungen und Energietrennung berücksichtigt sind |
| Werkzeug- und Arbeitsplanung | 15 | Werkzeuge, Hilfsmittel, Reihenfolge, Zwischenprüfungen und mögliche Wärmebehandlung begründet sind |
| Qualitätsprüfung und Datenauswertung | 20 | Prüfmerkmale, Prüfmittel, Messdaten, Abweichungen und Freigabeentscheidung nachvollziehbar sind |
| Dokumentation, Reflexion und Ressourceneffizienz | 10 | Materialnutzung, Nacharbeit, Ausschussvermeidung und Verbesserungsvorschläge belegt sind |
| Gesamt | 100 | eine vollständige, sichere und fachlich begründete Lösung vorliegt |
90 bis 100 Punkte kennzeichnen im Lernraster eine sehr sichere Lösung, 75 bis 89 Punkte eine sichere Lösung, 60 bis 74 Punkte eine überwiegend tragfähige Lösung, 40 bis 59 Punkte deutlichen Entwicklungsbedarf und weniger als 40 Punkte eine noch nicht tragfähige Bearbeitung. Die dargestellte Musterlösung erreicht bei sauberer Dokumentation beispielhaft 95 Punkte; Abzüge entstehen vor allem, wenn reale Werkstoffnachweise und ein betrieblicher Versuch noch ausstehen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Welche Kompetenz steht im Mittelpunkt von Lernfeld 10 MB? (Formteile und Hohlkörper herstellen und ihre Qualität beurteilen) (!Ausschließlich Schweißnähte an Stahlkonstruktionen herstellen) (!Nur kaufmännische Angebote für Metallwaren erstellen) (!Elektrische Anlagen ohne Fachkraft in Betrieb nehmen)
Rückmeldung: Das Lernfeld verbindet Planung, Umformung, Fertigstellung und Qualitätsbeurteilung von Formteilen und Hohlkörpern.
Welche Hauptaufgabe hat der Niederhalter beim Tiefziehen? (Den Materialfluss im Flansch kontrollieren und Falten begrenzen) (!Den Ziehstempel dauerhaft mit der Matrize verschweißen) (!Die Blechdicke durch Zerspanen verringern) (!Das Fertigteil nach dem Ziehen elektrisch prüfen)
Rückmeldung: Der Niederhalter lässt einen kontrollierten Nachfluss zu und wirkt unkontrollierter Faltenbildung entgegen.
Wie wird das einfache Ziehverhältnis in diesem Kurs beschrieben? (Ausgangsdurchmesser geteilt durch Durchmesser nach dem ersten Zug) (!Höhe geteilt durch Blechdicke) (!Werkzeugradius multipliziert mit der Stückzahl) (!Presszeit geteilt durch Oberflächenrauheit)
Rückmeldung: Das Verhältnis ist ein Planungskennwert; seine Zulässigkeit hängt von Werkstoff, Werkzeug und Prozess ab.
Welche Wirkung hat Kaltverfestigung typischerweise? (Festigkeit und Härte steigen während die Umformreserve sinkt) (!Der Werkstoff wird ohne weitere Bedingungen flüssig) (!Die Oberfläche wird automatisch korrosionsfrei) (!Alle Eigenspannungen verschwinden vollständig)
Rückmeldung: Plastische Kaltverformung kann den Werkstoff härter und fester machen, zugleich aber weitere Umformung erschweren.
Welches Fehlerbild spricht besonders für unkontrollierten Materialstau im Flansch? (Faltenbildung) (!Gleichmäßige Planierstruktur) (!Korrekte Rundheit) (!Saubere Beschnittkante)
Rückmeldung: Umfangsdruck im Flansch kann bei unzureichend kontrolliertem Materialfluss zu Falten führen.
Was kennzeichnet das Metalldrücken? (Eine rotierende Ronde wird schrittweise an ein Drückfutter geformt) (!Ein Werkstück wird ausschließlich durch Sägen aus Vollmaterial erzeugt) (!Ein Kunststoff wird ohne Werkzeug chemisch aufgelöst) (!Eine Schweißnaht wird nur durch Sichtprüfung hergestellt)
Rückmeldung: Drücken ist ein inkrementelles Umformverfahren für vorwiegend rotationssymmetrische Bauteile.
Warum kann ein Mehrfachzug beim Tiefziehen notwendig sein? (Die Formänderung wird auf mehrere beherrschbare Stufen verteilt) (!Die Zeichnung soll absichtlich unleserlich werden) (!Der Niederhalter wird dadurch grundsätzlich überflüssig) (!Das Werkstück erhält automatisch eine Beschichtung)
Rückmeldung: Zwischenformen können lokale Überlastung begrenzen und die geforderte Endgeometrie schrittweise erreichbar machen.
Welcher Einfluss ist bei verschlissenen Werkzeugoberflächen zu erwarten? (Riefen und Maßabweichungen können zunehmen) (!Werkstoffzeugnisse werden automatisch genauer) (!Die Stückzahl sinkt ohne Einfluss auf die Qualität) (!Rückfederung verschwindet bei jedem Werkstoff)
Rückmeldung: Werkzeugverschleiß verändert Reibung, Führung und Oberflächenkontakt und kann dadurch Qualitätstrends verursachen.
Wozu dient das Planieren? (Oberflächen und Form durch kontrollierte überlappende Bearbeitung zu glätten) (!Das Blech vollständig durch Bohren zu trennen) (!Den Werkstoff ohne Prüfung zu härten) (!Die technische Zeichnung durch Werbung zu ersetzen)
Rückmeldung: Planieren gleicht Unebenheiten und Werkzeugspuren aus, muss aber so dosiert werden, dass keine neuen Fehler entstehen.
Welche Aussage zu realen Maschinenparametern ist fachlich richtig? (Sie werden nur aus freigegebenen Unterlagen und unter qualifizierter Anleitung übernommen) (!Sie können aus einem beliebigen Lernbeispiel direkt auf jede Maschine übertragen werden) (!Sie müssen vor dem Rüsten nicht mit dem Werkstoff abgeglichen werden) (!Sie ersetzen die Gefährdungsbeurteilung vollständig)
Rückmeldung: Lernwerte erklären Zusammenhänge, erteilen aber keine Maschinenfreigabe und ersetzen weder Unterweisung noch Herstellerangaben.
Memory
| Ronde | Kreisförmiger Blechzuschnitt als Ausgangsteil |
| Drückfutter | Formgebende Aufnahme beim Metalldrücken |
| Niederhalter | Werkzeugteil zur Kontrolle des Materialflusses im Flansch |
| Ziehstempel | Werkzeugteil das die Platine in die Matrize bewegt |
| Ziehmatrize | Formgebende Öffnung beim Tiefziehen |
| Kaltverfestigung | Zunahme von Festigkeit und Härte durch plastische Kaltverformung |
| Planieren | Kontrolliertes Glätten einer geformten Oberfläche |
| Zugabstufung | Aufteilung der Umformung auf mehrere Ziehstufen |
Drag-and-drop
| Ordne dem Fehlerbild die besonders naheliegende Prüfrichtung zu. | Fehlerbild |
|---|---|
| Materialfluss und Niederhalterwirkung prüfen | Faltenbildung |
| Werkstoffzustand und lokale Zugbeanspruchung prüfen | Rissbildung |
| Werkzeugoberfläche und Sauberkeit prüfen | Riefen |
| Zentrierung und Rundlauf prüfen | Unrundheit |
| Werkzeugverschleiß und Messwerttrend prüfen | Maßdrift |
Führe die Zuordnung zunächst aus und begründe anschließend jede Verbindung mit einem vollständigen Ursache-Wirkungs-Satz.
Kreuzworträtsel
| Drückfutter | Welches Werkzeug bildet beim Metalldrücken die Innenkontur ab? |
| Niederhalter | Welches Werkzeugteil kontrolliert beim Tiefziehen den Materialfluss im Flansch? |
| Ziehstempel | Welches Werkzeug bewegt die Platine in die Matrize? |
| Ziehmatrize | Welche formgebende Öffnung nimmt die Platine beim Tiefziehen auf? |
| Planieren | Wie heißt das kontrollierte Glätten einer geformten Oberfläche? |
| Verfestigung | Welcher Vorgang kann bei Kaltumformung Härte und Festigkeit erhöhen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Alle praktischen Tätigkeiten werden nur in einer freigegebenen Lernwerkstatt und unter qualifizierter Anleitung ausgeführt. Reine Analyse-, Rechen- und Dokumentationsaufgaben verwenden synthetische Daten.
Leicht
- Fachbegriffe der Blechumformung: Erstelle ein bebildertes Glossar mit zwölf Begriffen aus diesem Kurs und formuliere zu jedem Begriff eine eigene Erklärung sowie ein typisches Qualitätsmerkmal.
- Prozesskette Umformen: Ordne die Schritte Informieren, Planen, Entscheiden, Durchführen, Kontrollieren und Bewerten einem selbst gewählten Hohlkörperauftrag zu und stelle das Ergebnis als Ablaufdiagramm dar.
- Fehlerbilder erkennen: Analysiere die Medien dieses Kurses und beschreibe für Falten, Risse, Riefen und Unrundheit jeweils eine mögliche Ursache und einen geeigneten Prüfnachweis.
- Sicherheitscheck Metallbildner: Entwickle eine Checkliste, die vor einer angeleiteten Arbeit an einer Drückmaschine oder Presse geprüft werden muss, ohne konkrete Maschineneinstellungen vorzugeben.
Standard
- Rondenberechnung: Berechne für einen synthetischen offenen Zylinder mit 100 mm Durchmesser und 35 mm Höhe den theoretischen Rondendurchmesser, ergänze eine klar gekennzeichnete Lernzugabe von 2 Prozent und erläutere die Grenzen der Rechnung.
- Verfahrensvergleich: Vergleiche manuelles Treiben, Metalldrücken und Tiefziehen für eine Serie von 30 dekorativen Schalen anhand von mindestens sechs Kriterien und begründe eine Auswahl.
- Prüfdaten auswerten: Werte eine selbst erstellte Tabelle mit zehn synthetischen Maßwerten aus, berechne Mittelwert und Spannweite und formuliere eine begründete Freigabe- oder Sperrentscheidung.
- Erklärvideo Umformfehler: Plane ein zwei- bis dreiminütiges Erklärvideo zu einem Umformfehler mit Storyboard, Fachbegriffen, Ursache-Wirkungs-Kette, sicherer Korrekturrichtung und Quellenangaben.
Schwer
- Arbeitsplan Hohlkörper: Erstelle für einen synthetischen Kundenauftrag einen vollständigen Arbeitsplan mit Anforderungsliste, Verfahrenswahl, Werkzeugkonzept, Prüfplan, Sicherheitsgrenzen, Zeitansatz und Ressourcenschonung.
- Fehlerdiagnose Kleinserie: Untersuche einen fiktiven Datensatz mit zunehmender Maßdrift und Riefenbildung, entwickle mindestens drei Hypothesen, priorisiere Prüfungen und formuliere eine nachvollziehbare Ursachenentscheidung.
- Gestaltungsvariante und Transfer: Entwickle zwei Varianten eines Hohlkörpers mit unterschiedlichen Konturen, vergleiche Umformbarkeit, Werkzeugaufwand, Beschnittabfall, Oberfläche und Reparierbarkeit und begründe die nachhaltigere Lösung.
- Berufliches Fachgespräch Umformen: Simuliere ein zehnminütiges Fachgespräch zum Modellfall, in dem du Berechnung, Verfahrenswahl, Fehlerdiagnose, Prüfentscheidung und Sicherheitsverantwortung fachsprachlich verteidigst.
Lösungshinweise und Musterarbeitsprodukte
| Aufgabe | Mögliches Musterarbeitsprodukt | Zentrale Lösungskriterien |
|---|---|---|
| 1 | Glossartabelle mit Begriff, Erklärung, Bildbezug und Qualitätsmerkmal | zwölf korrekte Begriffe, eigene Formulierungen, Quellen und keine Begriffsverwechslungen |
| 2 | Ablaufdiagramm mit sechs Phasen und Rückkopplung | Auftragsspezifische Inhalte, Prüfpunkt vor Freigabe und nachvollziehbare Reihenfolge |
| 3 | Fehlerkarte mit Bildbeobachtung, Hypothese und Nachweis | Beobachtung und Ursache werden getrennt; mindestens ein messbarer Prüfnachweis je Fehler |
| 4 | einseitige Sicherheitscheckliste | Schutzeinrichtungen, Arbeitsplatz, Prüfmittel, Energie, Unterweisung und Zuständigkeit enthalten |
| 5 | Rechenblatt mit | Ergebnis etwa 154,9 mm theoretisch und etwa 158,0 mm mit 2 Prozent Lernzugabe; Annahmen benannt |
| 6 | gewichtete Entscheidungsmatrix | mindestens sechs Kriterien, begründete Gewichtung und klare Abhängigkeit von Stückzahl und Geometrie |
| 7 | Messwerttabelle mit Kennwerten und Entscheidung | korrekte Rechnung, Toleranzbezug, Ausreißerprüfung und begründete Freigabe |
| 8 | Storyboard mit Sprechertext und Quellenliste | fachlich richtige Ursache-Wirkungs-Kette, verständliche Visualisierung und Sicherheitsgrenze |
| 9 | Auftragsmappe mit Arbeits-, Prüf- und Ressourcenplan | vollständige Handlung, konkrete Prüfmerkmale und klare Trennung von Lernwert und Betriebsfreigabe |
| 10 | Hypothesenbaum und priorisierter Prüfplan | Datenbezug, keine vorschnelle Ursache, Werkzeug- und Messmitteleinflüsse berücksichtigt |
| 11 | zwei Skizzen mit Vergleichstabelle | Form, Herstellbarkeit, Abfall, Nacharbeit, Lebensdauer und Gestaltung schlüssig bewertet |
| 12 | Gesprächsleitfaden und Bewertungsbogen | korrekte Fachsprache, begründete Entscheidungen, Rückfragen werden sachlich beantwortet |
Musterarbeitsprodukte für dein Portfolio: Anforderungsliste, Variantenmatrix, Rechenblatt, Arbeitsablaufplan, Prüfplan, synthetisches Prüfprotokoll, Fehleranalyse, Reflexionsblatt und kurze Präsentation. Sie zeigen nicht nur das Endergebnis, sondern auch deine Planung, Kontrolle und begründete Verbesserung.


Lernkontrolle
- Flächengleichheit herleiten: Leite die Formel für den theoretischen Rondendurchmesser eines vereinfachten offenen Zylinders aus Boden- und Mantelfläche her und benenne vier reale Einflüsse, die die Rechnung verändern.
- Niederhalterwirkung beurteilen: Erkläre anhand eines Ursache-Wirkungs-Modells, warum sowohl zu geringer als auch zu stark behinderter Materialfluss Fehler erzeugen kann.
- Verfahrenswahl begründen: Entscheide für Einzelstück, Kleinserie und Großserie jeweils zwischen Treiben, Metalldrücken und Tiefziehen und kennzeichne Bedingungen, unter denen deine Entscheidung wechseln würde.
- Rissursache eingrenzen: Entwickle für einen Riss am Übergangsradius eine Prüfstrategie, die Werkstoff, Werkzeug, Reibung, Geometrie und Umformfolge berücksichtigt.
- Wärmebehandlung abwägen: Begründe, wann eine Wärmebehandlung fachlich geprüft werden muss, welche Nachweise erforderlich sind und warum ein pauschaler Temperaturwert unzulässig wäre.
- Messdaten interpretieren: Ein Mittelwert liegt im Soll, die Spannweite wächst jedoch über fünf Lose. Erkläre, warum eine Freigabe allein nach dem Mittelwert riskant ist und welche Daten du zusätzlich untersuchst.
- Werkzeugverschleiß erkennen: Zeige, wie sich zunehmender Werkzeugverschleiß gleichzeitig in Oberfläche, Maßtrend, Kraftverlauf und Nacharbeitsquote bemerkbar machen kann.
- Transfer auf Freiformteil: Übertrage die Qualitäts- und Sicherheitslogik des Modellfalls auf ein nicht rotationssymmetrisches, manuell getriebenes Formteil und erläutere, welche Prüfschritte angepasst werden müssen.
Lernnachweis
Ein vollständiger Lernnachweis verbindet Wissen, Können, Produkt und Reflexion. Geeignet ist eine Auftragsmappe mit folgenden Bestandteilen:
| Nachweisbereich | Erwarteter Inhalt | Prüfkriterium |
|---|---|---|
| Fachwissen | Verfahren, Werkzeuge, Werkstoffe, Kaltverfestigung, Wärmebehandlung und Fehlerbilder erklären | Begriffe werden korrekt und in Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen verwendet |
| Fachrechnen | Rondenabschätzung, Ziehverhältnis und Messdatenauswertung nachvollziehbar darstellen | Formel, Einheit, Annahme, Ergebnis und Plausibilitätsprüfung sind vollständig |
| Planung | Auftrag, Varianten, Arbeitsfolge, Werkzeuge, Sicherheit und Prüfmittel festlegen | Entscheidungen sind begründet und betriebliche Freigaben klar abgegrenzt |
| Arbeitsprodukt | Skizze, Prozessplan, Prüfprotokoll oder angeleitet gefertigtes Übungsstück vorlegen | Anforderungen und Qualitätsmerkmale sind erkennbar erfüllt |
| Fehlerdiagnose | Beobachtung, Hypothese, Prüfnachweis, Ursache und Korrekturrichtung dokumentieren | Schlussfolgerungen stützen sich auf Daten statt auf Vermutung |
| Transfer | Erkenntnisse auf eine neue Geometrie, einen anderen Werkstoff oder eine andere Stückzahl übertragen | geänderte Randbedingungen führen zu angepassten Entscheidungen |
| Reflexion | Materialeinsatz, Nacharbeit, Sicherheit, Zusammenarbeit und Verbesserungen bewerten | Stärken und Grenzen der eigenen Lösung werden konkret benannt |
Ein besonders aussagekräftiger Nachweis enthält eine Version vor und nach der Überarbeitung. Dadurch wird sichtbar, wie Rückmeldung, Messdaten und Fehleranalyse zu einer besseren Lösung geführt haben.
OER und Wikipedia
Amtliche und fachliche Quellen
| Quelle | Verwendung im Kurs | Status |
|---|---|---|
| KMK-Rahmenlehrplan Metallbildner/Metallbildnerin | Kompetenz, Inhalte, drittes Ausbildungsjahr und Zeitrichtwert von Lernfeld 10 MB | amtliche Primärquelle |
| Metallbildnerausbildungsverordnung | Ausbildungsdauer, Fachrichtungen, Prüfungsstruktur und Inkrafttreten | geltendes Bundesrecht, geprüft am 31. Oktober 2026 |
| BIBB-Berufsprofil Gürtlertechnik | Berufsprofil, Ausbildungsdauer und Rechtsgrundlagen | offizielle BIBB-Berufesuche |
| BIBB-Berufsprofil Metalldrücktechnik | rotationssymmetrische Hohlkörper und Drückwerkzeuge | offizielle BIBB-Berufesuche |
| BIBB: Ausbildung gestalten – Metallbildner/Metallbildnerin | Erläuterungen zur Ausbildungsordnung, Werkzeugen und beruflicher Handlungskompetenz | PDF unter CC BY-NC-ND 4.0 |
| HubbS: Fertigungstechnik – Tiefziehen | Herkunfts- und Lizenznachweis des eingebetteten Videos | oncampus GmbH, CC BY 3.0 |
Medien, Urheber und Rechte
| Medium | Inhalt | Urheber oder Quelle | Lizenz oder Rechtehinweis |
|---|---|---|---|
| File:Metal Spinning lathes.jpg | Drückmaschinen | Mohamayamachines | CC BY-SA 4.0 |
| File:Deep Drawing.svg | Schema des Tiefziehens | Mintz l | gemeinfrei |
| File:FormingLimit.svg | Formänderungsgrenzdiagramm | User A1 | CC BY-SA 3.0 und GFDL |
| File:EnglishWheel-with-rollers.jpg | Englisches Rad mit Unterrollen | Glenn McKechnie | CC BY-SA 3.0 und GFDL |
| File:Repoussé (PSF).png | historische Darstellung der Treibarbeit | Pearson Scott Foresman | gemeinfrei, Freigabe über Wikimedia VRT dokumentiert |
| File:Druecken Detail.png | Produktionsmaschine für Metalldrücken | Borowski | gemeinfrei |
| File:Pressed steel cylinder animation.gif | Animation mehrstufigen Tiefziehens | Peter Southwood | CC BY-SA 4.0 |
| Fertigungstechnik – Tiefziehen | deutschsprachiges Erklärvideo | oncampus GmbH | CC BY 3.0 laut Herkunftsnachweis bei HubbS |
Die Medien wurden über ihre jeweiligen Datei- oder Herkunftsseiten geprüft. Bei einer Weiterverwendung sind Namensnennung, Lizenzlink und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen einzuhalten. Externe Inhalte können sich ändern; für Unterricht und Veröffentlichung ist die verlinkte Rechteangabe erneut zu kontrollieren.
Verknüpfte Lernbereiche
Ausbildung und Berufsportal
Der Kurs gehört zum Lernweg Berufsportal Ausbildung – Metallbildner und ist außerdem über MOOCwiki Ausbildungsberufe erreichbar. Sinnvolle Anschlüsse sind:
- Fachübungen 9 MB – Werkstücke mit thermischen Fügeverfahren herstellen - Metallbildner: Fügeverfahren und vorbereitende Werkstückbearbeitung
- Fachübungen 9 GR – Spezialwerkzeuge herstellen - Metallbildner: Werkzeugherstellung und Werkzeugqualität
- Dokumentation und berufliches Fachgespräch - Metallbildner: Prozessdokumentation und fachliche Begründung
- Wirtschafts- und Sozialkunde im Prüfungsfall - Metallbildner: rechtliche und wirtschaftliche Zusammenhänge
- Prüfungssimulation und individuelle Fehleranalyse - Metallbildner: Transfer, Diagnose und Prüfungsvorbereitung
Fachübergreifende Verbindungen
Technische Mathematik unterstützt Flächen-, Maß- und Toleranzberechnungen. Technisches Zeichnen liefert Ansichten, Schnitte, Bemaßungen und Oberflächenangaben. Werkstofftechnik erklärt plastische Verformung, Kaltverfestigung und Wärmebehandlung. Informatik und Standardsoftware helfen bei Tabellen, Diagrammen, Prüfprotokollen und Präsentationen. Kunstgeschichte und Gestaltung sind für Proportion, Rhythmus, Ornamentik und restauratorische Entscheidungen bedeutsam. Wirtschaftslehre verbindet Stückzahl, Werkzeugkosten, Materialnutzung, Zeit und Qualität.
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