Fachübungen 1 – Warten und Pflegen von Fahrzeugen oder Systemen - Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik
Fachübungen 1 – Warten und Pflegen von Fahrzeugen oder Systemen - Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik
QR-Code
Einleitung
Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr des Berufs Mechanikerin oder Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik. Du lernst, einen Wartungs- und Pflegeauftrag fachgerecht zu analysieren, sicher zu planen, Mess- und Prüfdaten auszuwerten, typische Abweichungen einzugrenzen und die Ergebnisse nachvollziehbar zu dokumentieren. Der Kurs arbeitet ausschließlich mit synthetischen Übungsdaten und ersetzt weder Herstellerunterlagen noch betriebliche Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung oder fachliche Fahrzeugfreigabe.
Lernfeldbezug: Der KMK-Rahmenlehrplan ordnet das Lernfeld 1 „Warten und Pflegen von Fahrzeugen oder Systemen“ dem ersten Ausbildungsjahr mit einem Zeitrichtwert von 100 Stunden zu. Im Mittelpunkt stehen vollständige berufliche Handlungen: Kundenauftrag klären, technische Systeme analysieren, Serviceinformationen beschaffen, Wartung und Pflege planen, sicher ausführen, prüfen, dokumentieren und kommunizieren.
Berufs- und Rechtsrahmen: Das aktuelle BIBB-Berufsprofil weist eine Ausbildungsdauer von 36 Monaten aus. Im dritten Ausbildungsjahr wird zwischen den Fachrichtungen Reifen- und Fahrwerktechnik und Vulkanisationstechnik unterschieden. Die geltende Ausbildungsordnung datiert vom 12. Mai 2004 und ist seit dem 1. August 2004 nachgewiesen. Die Prüfungsstruktur umfasst eine Zwischenprüfung vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres und fachrichtungsspezifische Gesellenprüfungen. Dieser Kurs übernimmt keine Originalprüfungsaufgaben und nennt keine ungeprüften Prüfungszeiten oder Gewichtungen. Rechtsstand und Quellenabruf: 31. Oktober 2026.
Sicherheitsgrenze: Arbeiten an angehobenen Fahrzeugen, Rädern, Drucksystemen, elektrischen Anlagen, Bremsanlagen, rotierenden Maschinen, Gefahrstoffen oder heißen Bauteilen dürfen nur nach betrieblicher Freigabe, Herstellerangaben und unter qualifizierter Anleitung erfolgen. Ein Wagenheber allein ist keine sichere Abstützung. Eine rote Warnanzeige, sichtbare Reifenbeschädigung, Leckage, unklare elektrische Gefährdung oder fehlende Herstellerinformation führt zum Arbeitsstopp und zur Übergabe an zuständiges Fachpersonal.
| Kompetenzbereich | Das kannst du nach dem Kurs |
|---|---|
| Analyse | Kundenangaben, Serviceplan, Fahrzeugidentität und Systemgrenzen unterscheiden |
| Planung | Arbeitsschritte, Arbeitsmittel, Sicherheitsmaßnahmen und Zeitbedarf begründet festlegen |
| Fachrechnen | Messabweichungen, Mittelwerte, Spannweiten und Zeitpuffer nachvollziehbar berechnen |
| Diagnose | Istwerte mit freigegebenen Sollwerten vergleichen und plausible Ursachen eingrenzen |
| Qualität | Prüfergebnisse, offene Punkte und Zuständigkeiten eindeutig dokumentieren |
| Transfer | Das Vorgehen auf andere Fahrzeuge oder berufstypische Systeme übertragen |
Wartungsauftrag sicher planen
Wartung beginnt nicht am Werkzeugwagen, sondern mit einem geklärten Auftrag. Ein fachgerechter Prozess verbindet Kundenkommunikation, technische Information, Arbeitsschutz, Umweltschutz, Wirtschaftlichkeit und Qualität. Du darfst niemals einen Sollwert aus Erfahrung „schätzen“, wenn eine fahrzeugbezogene Herstellerangabe erforderlich ist.
Vom Kundenwunsch zur vollständigen Handlung
Ein Kundenwunsch wie „Bitte einmal alles prüfen“ ist noch kein eindeutiger Arbeitsauftrag. Du klärst Fahrzeug oder System, Anlass, beobachtete Symptome, Termin, vereinbarten Umfang und Grenzen der Beauftragung. Anschließend identifizierst du das Fahrzeug eindeutig, beschaffst die gültigen Serviceinformationen und planst die Arbeit. Erst nach der sicheren Durchführung folgen Kontrolle, Dokumentation, fachliche Übergabe und gegebenenfalls die Freigabe durch eine dazu berechtigte Person.
| Prozessschritt | Leitfrage | Typischer Nachweis |
|---|---|---|
| Auftrag klären | Was wird erwartet und was ist ausdrücklich nicht beauftragt? | Gesprächsnotiz oder Arbeitsauftrag |
| Identifizieren | Welches Fahrzeug oder System liegt tatsächlich vor? | Fahrzeugdaten, Kennzeichnung, Auftragsnummer |
| Informieren | Welche freigegebenen Unterlagen und Sollwerte gelten? | Herstellerinformation mit Versionsstand |
| Gefährdungen beurteilen | Welche Risiken, Schutzmaßnahmen und Zuständigkeiten bestehen? | Betriebliche Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung |
| Planen | Welche Reihenfolge, Werkzeuge, Messmittel und Materialien sind nötig? | Arbeitsplan und Materialliste |
| Durchführen | Werden Vorgaben, Sauberkeit und Schutzmaßnahmen eingehalten? | Arbeitsbegleitende Einträge |
| Prüfen | Ist der Auftrag vollständig und sind Ergebnisse plausibel? | Messwerte, Funktionsprüfung, Vier-Augen-Kontrolle |
| Dokumentieren und übergeben | Was wurde getan, was bleibt offen und wer entscheidet weiter? | Prüfprotokoll und Übergabevermerk |
Prozessdiagramm: Kundenangabe → eindeutiger Auftrag → Fahrzeugidentifikation → Herstellerdaten → Gefährdungsbeurteilung → Arbeitsplan → Prüfung und Messung → Soll-Ist-Vergleich → Dokumentation → fachliche Entscheidung.
Auftragsdaten und Informationsqualität
Gute Wartungsdaten sind eindeutig, aktuell, fahrzeugbezogen und prüfbar. Zu einer belastbaren Datenbasis gehören beispielsweise Fahrzeugidentnummer oder betriebliche Systemnummer, Motorisierung beziehungsweise Systemausführung, Bereifung, Laufleistung oder Betriebsstunden, Einsatzbedingungen, Datum der letzten Wartung und offene Beanstandungen. Eine Internetangabe ohne eindeutigen Fahrzeugbezug ersetzt keine freigegebene Herstellerinformation.
Typische Fehler: Fahrzeugvariante verwechselt, veralteten Serviceplan verwendet, Beladungszustand beim Reifendruck übersehen, Einheit nicht notiert, Messmittel nicht geprüft, Kundenangabe als bestätigten Fehler behandelt oder Zusatzarbeiten ohne Freigabe begonnen.
Arbeitsschutz, Arbeitsstopp und Freigabegrenzen
Vor Beginn prüfst du Arbeitsplatz, Verkehrswege, Beleuchtung, persönliche Schutzausrüstung, Fahrzeugzustand, Energiequellen, Druck- und Temperaturzustände sowie benötigte Hilfsmittel. Das STOP-Prinzip hilft bei der Planung: Gefahren möglichst substituieren, dann technische, organisatorische und zuletzt personenbezogene Schutzmaßnahmen festlegen. Bei fehlender Unterweisung, defektem Werkzeug, unklarer Hochvoltkennzeichnung, unbekanntem Gefahrstoff oder instabiler Abstützung wird nicht improvisiert.

Praxisregel: Das Anheben, Abstützen und Arbeiten unter einem Fahrzeug findet ausschließlich nach betrieblicher Arbeitsanweisung und unter qualifizierter Aufsicht statt. Aus dem aiMOOC lässt sich keine reale Maschinen- oder Fahrzeugfreigabe ableiten.
Fahrzeug und Systeme analysieren
Ein Fahrzeug ist ein vernetztes technisches System. Wartungsentscheidungen betreffen deshalb nicht nur ein Einzelteil, sondern dessen Funktion, Schnittstellen und mögliche Folgewirkungen. Du beschreibst zuerst die Systemgrenze und arbeitest dann vom Gesamtsystem zu den Teilsystemen.
Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Pflege unterscheiden
Inspektion bedeutet, den Istzustand festzustellen und zu beurteilen. Wartung umfasst Maßnahmen, die den Abbau des vorhandenen Abnutzungsvorrats verzögern und einen funktionsfähigen Zustand erhalten. Instandsetzung stellt nach einem Fehler oder Schaden den funktionsfähigen Zustand wieder her. Verbesserung erhöht Zuverlässigkeit oder Sicherheit, ohne die geforderte Grundfunktion zu verändern. Pflege unterstützt Werterhaltung und Sauberkeit, ersetzt aber keine vorgeschriebene Wartung oder Prüfung.
| Begriff | Kernfrage | Beispiel im Lernkontext |
|---|---|---|
| Inspektion | Wie ist der aktuelle Zustand? | Profiltiefe messen und Reifenoberfläche beurteilen |
| Wartung | Wie bleibt die Funktion erhalten? | Freigegebenen Betriebsstoff nach Serviceplan kontrollieren |
| Instandsetzung | Wie wird ein festgestellter Fehler behoben? | Undichtes Ventil durch Fachpersonal instand setzen |
| Verbesserung | Wie wird die Zuverlässigkeit erhöht? | Freigegebenes Bauteil mit verbesserter Ausführung einsetzen |
| Pflege | Wie werden Sauberkeit und Wert erhalten? | Oberflächen mit geeignetem Mittel reinigen und schützen |
Funktionseinheiten und Schnittstellen
Für Lernfeld 1 genügt es nicht, Bauteilnamen aufzuzählen. Du erklärst die Funktion und erkennst Schnittstellen. Beim Rad-Reifen-System wirken Reifen, Felge, Ventil, Befestigung, Radlager, Bremse, Fahrwerk und Reifendruckkontrollsystem zusammen. Beim Schmierungssystem bilden Ölwanne, Pumpe, Leitungen, Filter, Schmierstellen, Sensorik und Anzeige eine Wirkungskette. Eine Auffälligkeit an einer Stelle kann daher verschiedene Ursachen haben.
| System | Hauptfunktion | Wartungsrelevante Eingangsgröße | Möglicher Prüfnachweis |
|---|---|---|---|
| Rad-Reifen-System | Kräfte zwischen Fahrzeug und Fahrbahn übertragen | Bauart, Fülldruck, Zustand, Profiltiefe | Messprotokoll und Sichtbefund |
| Motorschmierung | Reibung und Wärmebelastung begrenzen | freigegebener Schmierstoff, Füllstand, Intervall | Herstellerangabe und dokumentierter Füllstand |
| Bremsanlage | Fahrzeug verzögern und halten | Zustand, Dichtheit, Freigaben, Prüfverfahren | fachgerechter Prüfbericht |
| Beleuchtung | Sicht und Erkennbarkeit sicherstellen | Funktion, Einstellung, Beschädigung | Funktionsprüfung nach Auftrag |
| Scheibenreinigung | Sichtfeld reinigen | Füllstand, Frostschutz, Düsen und Wischer | Sicht- und Funktionsbefund |
| Betriebseinrichtung | Arbeiten sicher und reproduzierbar ermöglichen | Prüfstatus, Eignung, Sauberkeit | Prüfkennzeichnung und Sichtkontrolle |

Wichtig: Bremsflüssigkeit ist sicherheitsrelevant und kann gesundheits- sowie materialschädlich sein. Behälter werden nicht ohne Herstelleranweisung und qualifizierte Anleitung geöffnet. Ein niedriger Füllstand wird nicht einfach „aufgefüllt“, sondern fachlich eingeordnet.
Servicepläne, Reparaturleitfäden und Sollwerte
Ein Serviceplan beschreibt fällige Kontrollen und Maßnahmen. Ein Reparaturleitfaden erklärt dagegen ein bestimmtes Prüf- oder Instandsetzungsverfahren. Zusätzlich können technische Produktinformationen, Schaltbilder, Blockschaltbilder, Ersatzteilkataloge, Sicherheitsdatenblätter und betriebliche Arbeitsanweisungen erforderlich sein.
Vor der Nutzung prüfst du:
- Fahrzeug- oder Systemzuordnung,
- Versions- und Datumsstand,
- Einheit und Bezugsbedingung,
- Abhängigkeit von Beladung, Temperatur oder Einsatz,
- benötigte Spezialwerkzeuge und Messmittel,
- Sicherheits- und Entsorgungshinweise,
- geforderte Abschlussprüfung und Dokumentation.

Typischer Fehler: Ein Drehmomentwert wird von einem ähnlichen Fahrzeug übernommen. Richtig ist: eindeutige Zuordnung herstellen, Gewinde- und Bauteilzustand beachten, geeignetes und geprüftes Werkzeug verwenden und das Ergebnis nach Vorgabe dokumentieren.
Prüfen, Messen und Fachrechnen
Messen liefert Zahlen, Prüfen verbindet Messwert, Beobachtung und Vorgabe zu einer fachlichen Aussage. Ein Messwert ohne Einheit, Messbedingung, Messstelle und Sollquelle ist nur eingeschränkt nutzbar. Du dokumentierst daher nicht nur „in Ordnung“, sondern Methode, Ergebnis und Bewertungsgrundlage.
Reifendruck fachgerecht beurteilen
Der Soll-Reifendruck stammt aus den fahrzeugbezogenen Herstellerangaben und kann von Achse, Beladung, Reifendimension und Einsatzbedingung abhängen. Gemessen wird nach Herstellerangabe, in der Regel am möglichst kalten Reifen. Das Reifendruckkontrollsystem ersetzt die regelmäßige Kontrolle nicht.

Fachrechnen:
Absolute Abweichung: Δp = pIst − pSoll
Prozentuale Abweichung: Abweichung in Prozent = Δp ÷ pSoll × 100
Beispiel mit synthetischen Werten: Sollwert 2,4 bar, Istwert 2,1 bar. Δp = 2,1 bar − 2,4 bar = −0,3 bar. Prozentuale Abweichung = −0,3 ÷ 2,4 × 100 = −12,5 Prozent. Das Minuszeichen zeigt eine Unterschreitung. Die fachliche Reaktion lautet nicht automatisch „auffüllen“: Bei wiederholtem oder deutlichem Druckverlust sind Ventil, Reifen, Felge und Messbedingungen durch qualifiziertes Personal zu prüfen.
Profiltiefe und Reifenbefund
Die Profiltiefe wird an geeigneten Messstellen im Hauptprofil mit einem geeigneten Messmittel bestimmt. Nach § 36 StVZO beträgt die gesetzliche Mindestprofiltiefe für die hier betrachteten Kraftfahrzeugreifen 1,6 Millimeter. Die gesetzliche Mindestgrenze ist kein Ersatz für eine vollständige Zustandsbeurteilung: Risse, Beulen, Fremdkörper, ungleichmäßiger Abrieb, Alterung, falsche Dimension oder eine fehlende Freigabe können unabhängig von der Profiltiefe sicherheitsrelevant sein.
Mittelwert: Durchschnittliche Profiltiefe = Summe aller Messwerte ÷ Anzahl der Messwerte.
Spannweite: größter Messwert − kleinster Messwert.
Beispiel: 4,2 mm, 4,0 mm, 3,8 mm und 3,9 mm ergeben einen Mittelwert von 3,975 mm, gerundet 4,0 mm. Die Spannweite beträgt 0,4 mm. Diese Kennzahlen unterstützen den Vergleich, ersetzen aber nicht die Einzelbewertung jedes Reifens.
Betriebsstoffstände und Messbedingungen
Betriebsstoffstände werden nur nach Herstelleranleitung geprüft. Das Fahrzeug muss für die jeweilige Messung korrekt positioniert sein. Wartezeiten, Temperaturbedingungen und elektronische Messverfahren unterscheiden sich je nach Fahrzeug. Der passende Betriebsstoff wird über Freigabe und Spezifikation bestimmt, nicht nur über Farbe oder Viskositätsangabe.

Typische Fehler: schräger Stellplatz, Messung unmittelbar nach einem nicht freigegebenen Betriebszustand, Messstab nicht vollständig eingesetzt, Min- und Max-Markierung verwechselt, ungeeigneten Stoff nachgefüllt, Überfüllung, verschütteten Betriebsstoff nicht aufgenommen oder das Ergebnis nicht dokumentiert.
Messqualität und Fehlerarten
Messfehler können systematisch oder zufällig sein. Ein falsch nullgestelltes Gerät verfälscht alle Werte in eine Richtung. Unterschiedlicher Anpressdruck oder eine wechselnde Messstelle erzeugt Streuung. Prüfe daher Eignung, Messbereich, Auflösung, Prüfstatus und sichtbaren Zustand des Messmittels. Wiederhole auffällige Messungen unter gleichen Bedingungen und dokumentiere Abweichungen, statt unpassende Werte zu löschen.
| Qualitätsfrage | Gute Praxis | Schwache Praxis |
|---|---|---|
| Ist die Messstelle definiert? | Position eindeutig beschrieben | nur „am Reifen gemessen“ |
| Ist die Einheit vorhanden? | 2,1 bar beziehungsweise 4,0 mm | nur „2,1“ oder „4“ |
| Ist der Sollwert belegt? | Herstellerquelle und Bezugsbedingung | Erinnerung oder Internetforum |
| Ist das Messmittel geeignet? | Messbereich und Prüfstatus kontrolliert | unbekanntes oder beschädigtes Gerät |
| Ist die Bewertung nachvollziehbar? | Istwert, Sollwert, Abweichung, Maßnahme | pauschal „okay“ |
Betriebsstoffe, Pflege, Umwelt und Qualität
Wartung und Pflege sollen Funktion und Wert erhalten, ohne Menschen oder Umwelt unnötig zu belasten. Du wählst Stoffe nach Herstellerfreigabe, Sicherheitsdatenblatt und betrieblicher Anweisung. Gebinde bleiben gekennzeichnet; Reststoffe werden nicht gemischt, in Ausgüsse gegeben oder in unbeschriftete Behälter umgefüllt.
Betriebs- und Hilfsstoffe sicher handhaben
Zu den Betriebs- und Hilfsstoffen können Motor- und Getriebeöle, Kühlmittel, Bremsflüssigkeit, Reinigungs- und Pflegemittel, Scheibenwaschmittel, Schmierstoffe, Bindemittel und Druckluft gehören. Vor der Nutzung klärst du Produktfreigabe, Gefahrstoffkennzeichnung, persönliche Schutzausrüstung, Lüftung, Dosierung, Lagerung, Verschüttungsmaßnahmen und Entsorgungsweg.
Keine Selbstfreigabe: Das Mischen, Ablassen, Absaugen, Befüllen oder Entsorgen von Gefahrstoffen erfolgt ausschließlich in der dafür vorgesehenen betrieblichen Umgebung und unter qualifizierter Anleitung. Bei unbekanntem Stoff, fehlendem Sicherheitsdatenblatt oder beschädigtem Gebinde wird die Arbeit gestoppt.
Umweltgerechte Kreisläufe
Altöl, Bremsflüssigkeit, Kühlmittel, verschmutzte Bindemittel, Batterien, Reifen, Filter und Verpackungen gehören in getrennte, gekennzeichnete Sammelwege. Umweltgerechte Wartung vermeidet Leckagen, unnötigen Materialverbrauch und Fehlbestellungen. Langlebige Reifen, korrekter Fülldruck und dokumentierte Pflege können Ressourcenverbrauch und vorzeitigen Verschleiß verringern.
| Stoff oder Bauteil | Umwelt- und Sicherheitsrisiko | Fachgerechter Grundsatz |
|---|---|---|
| Altöl | wassergefährdend und gesundheitsrelevant | getrennt in zugelassenem System sammeln |
| Bremsflüssigkeit | sicherheitskritisch und chemisch belastend | nur nach betrieblicher Vorgabe handhaben |
| Kühlmittel | je nach Produkt gesundheits- und umweltgefährdend | Produktzuordnung und getrennte Erfassung |
| Altreifen | wertvoller Rohstoff, nicht für Haus- oder Sperrmüll | über vorgesehenen Fachweg verwerten |
| Reinigungsmittel | mögliche Haut-, Atemwegs- und Gewässerbelastung | sparsam dosieren und Sicherheitsdatenblatt beachten |
| Verpackung | Restanhaftungen und Fehlwürfe | Kennzeichnung und betrieblichen Sammelweg beachten |
Pflegequalität statt Kosmetik
Pflege bedeutet mehr als sichtbaren Glanz. Eine fachgerechte Reinigung macht Prüfflächen sichtbar, schützt Werkstoffe und verhindert, dass Schmutz in sensible Bereiche gelangt. Ungeeignete Hochdruckreinigung, aggressive Mittel oder falsche Tücher können Sensoren, Dichtungen, Oberflächen und Beschriftungen beschädigen. Prüfe deshalb Materialverträglichkeit, Auftragstechnik, Einwirkzeit und Nachbehandlung nach Herstellerangabe.
Dokumentation und Kundenkommunikation
Ein gutes Protokoll trennt Kundenangabe, eigenen Befund, Messwert, Sollquelle, Bewertung, durchgeführte Maßnahme und offenen Punkt. Verwende keine unbelegten Diagnosen. Formuliere beispielsweise: „Reifendruck vorne links 2,1 bar bei synthetischem Soll 2,4 bar; Abweichung −0,3 bar; weiterführende Dichtheitsprüfung veranlasst.“ Schwach wäre: „Reifen kaputt.“
Bei der Übergabe erläuterst du verständlich, was geprüft wurde, welche Ergebnisse sicher belegt sind, welche Maßnahmen erfolgt sind und was offen bleibt. Eine fachliche Empfehlung wird als Empfehlung gekennzeichnet. Zusatzarbeiten benötigen die vorgesehene Freigabe.
Modellfall: Wartungsauftrag A-17
Der folgende Fall ist vollständig synthetisch. Er dient dem Lernen und darf nicht als reale Fahrzeugfreigabe verwendet werden.
Ausgangssituation und Auftrag
Ein fiktives Lernfahrzeug mit der Kennung A-17 soll vor einer längeren Dienstfahrt nach einem bereitgestellten Lern-Serviceplan geprüft werden. Die Kundenaussage lautet: „Der Reifen vorne links wirkt weich, die Scheibenreinigung ist schwach.“ Der vereinbarte Umfang umfasst Auftragsklärung, Sichtprüfung, Reifendruck- und Profiltiefenmessung, Kontrolle ausgewählter Betriebsstoffstände, Dokumentation und fachliche Übergabe. Reparaturen, Radmontage, Bremsarbeiten und Fahrzeugfreigabe sind nicht beauftragt.
Synthetische Soll- und Istwerte:
| Prüffeld | Soll oder Vorgabe im Lernfall | Istbefund |
|---|---|---|
| Reifendruck vorne links | 2,4 bar am kalten Reifen | 2,1 bar |
| Reifendruck vorne rechts | 2,4 bar am kalten Reifen | 2,4 bar |
| Reifendruck hinten links | 2,2 bar am kalten Reifen | 2,0 bar |
| Reifendruck hinten rechts | 2,2 bar am kalten Reifen | 2,2 bar |
| Profiltiefe vorne links | einzeln dokumentieren | 4,2 mm |
| Profiltiefe vorne rechts | einzeln dokumentieren | 4,0 mm |
| Profiltiefe hinten links | einzeln dokumentieren | 3,8 mm |
| Profiltiefe hinten rechts | einzeln dokumentieren | 3,9 mm |
| Reifen-Sichtbefund | keine erkennbare Beschädigung, Ventilschutz vorhanden | keine erkennbare Beschädigung, Ventilkappe vorne links fehlt |
| Motorölstand | innerhalb des freigegebenen Messbereichs | etwa 60 Prozent zwischen Min und Max |
| Scheibenwaschmittel | oberhalb Mindestmarke, freigegebenes Produkt | unter Mindestmarke, keine sichtbare Leckage |
| Wischerbild | gleichmäßig und schlierenarm | Beifahrerseite zieht deutlich eine Schlierenkante |
Analyse und Arbeitsplan
Die Kundenaussage wird als Hinweis, nicht als bestätigte Diagnose dokumentiert. Die Fahrzeugidentität und die Lern-Unterlagen werden geprüft. Danach folgen Arbeitsplatzsicherung, Sichtprüfung der Reifen, kontrollierte Messung des Reifendrucks, Profiltiefenmessung an festgelegten Stellen, Kontrolle der freigegebenen Betriebsstoffstände und Funktionsbeobachtung der Scheibenreinigung. Auffällige Messungen werden einmal unter gleichen Bedingungen wiederholt. Zusatzarbeiten werden nicht ohne Freigabe begonnen.
| Arbeitsschritt | Planzeit | Sicherheits- oder Qualitätsmerkmal |
|---|---|---|
| Auftrag und Fahrzeugdaten prüfen | 5 Minuten | Daten eindeutig zuordnen |
| Arbeitsplatz und Schutzmaßnahmen vorbereiten | 8 Minuten | Verkehrsweg, Fahrzeugzustand, Messmittel prüfen |
| Reifen messen und sichtprüfen | 12 Minuten | gleiche Messbedingungen und Einheiten |
| Betriebsstoffe und Scheibenreinigung prüfen | 10 Minuten | Hersteller- und Gefahrstoffangaben beachten |
| Ergebnisse bewerten und dokumentieren | 8 Minuten | Kundenangabe, Befund und Maßnahme trennen |
Grundzeit = 5 + 8 + 12 + 10 + 8 = 43 Minuten.
Planpuffer von 15 Prozent = 43 × 0,15 = 6,45 Minuten.
Geplante Gesamtzeit = 43 + 6,45 = 49,45 Minuten, sinnvoll gerundet 50 Minuten.
Rechenweg und Diagnose
Reifendruck vorne links: Δp = 2,1 − 2,4 = −0,3 bar. Prozentuale Abweichung = −0,3 ÷ 2,4 × 100 = −12,5 Prozent.
Reifendruck vorne rechts: Δp = 2,4 − 2,4 = 0 bar. Prozentuale Abweichung = 0 Prozent.
Reifendruck hinten links: Δp = 2,0 − 2,2 = −0,2 bar. Prozentuale Abweichung = −0,2 ÷ 2,2 × 100 ≈ −9,1 Prozent.
Reifendruck hinten rechts: Δp = 2,2 − 2,2 = 0 bar. Prozentuale Abweichung = 0 Prozent.
Profiltiefenmittelwert: 4,2 + 4,0 + 3,8 + 3,9 = 15,9 mm. 15,9 ÷ 4 = 3,975 mm, gerundet 4,0 mm.
Spannweite: 4,2 − 3,8 = 0,4 mm.
Fachliche Einordnung: Zwei Reifen unterschreiten die synthetischen Sollwerte. Das Muster beweist noch keine bestimmte Ursache. Möglich sind Messbedingung, schleichender Druckverlust, Ventilproblem, Undichtheit zwischen Reifen und Felge oder ein anderes Leck. Die fehlende Ventilkappe ist zu dokumentieren und nach betrieblicher Vorgabe zu ersetzen, erklärt aber allein nicht zwingend den Druckverlust. Die Profiltiefen liegen im Lernfall über der gesetzlichen Mindestgrenze; trotzdem bleiben Sichtzustand, Freigabe und Einzelwerte relevant. Der Ölstand liegt im freigegebenen Bereich. Der niedrige Waschmittelstand und das auffällige Wischerbild erfordern eine dokumentierte Maßnahme beziehungsweise Empfehlung.
Nachvollziehbares Ergebnis und Musterarbeitsprodukt
| Prüffeld | Ergebnis | Nächste fachliche Handlung |
|---|---|---|
| Reifendruck vorne links | 0,3 bar unter Lern-Sollwert | Messung bestätigen, Dichtheitsprüfung durch qualifiziertes Personal veranlassen |
| Reifendruck hinten links | 0,2 bar unter Lern-Sollwert | Messung bestätigen und Ursache eingrenzen |
| Reifendruck rechte Seite | entspricht Lern-Sollwert | dokumentieren |
| Profiltiefe | Mittelwert 4,0 mm, Spannweite 0,4 mm | Einzelwerte und Sichtbefund dokumentieren |
| Motoröl | innerhalb Lern-Messbereich | keine Nachfüllung aus den Übungsdaten ableiten |
| Scheibenwaschmittel | unter Mindestmarke | freigegebenes Produkt unter Anleitung ergänzen und Dichtheit beobachten |
| Wischerbild | deutliche Schlierenkante | Empfehlung und Freigabebedarf dokumentieren |
| Fahrzeugfreigabe | aus dem Kursfall nicht ableitbar | Abschlussprüfung und Entscheidung durch zuständiges Fachpersonal |
Muster-Übergabevermerk: „Auftrag A-17 anhand synthetischer Lernwerte bearbeitet. Reifendruck vorne links und hinten links unter Lern-Sollwert; weiterführende Dichtheitsprüfung veranlasst. Profiltiefen 3,8 bis 4,2 mm, keine sichtbare Reifenbeschädigung im Lernbefund. Motorölstand im Messbereich. Scheibenwaschmittel niedrig; Wischerbild Beifahrerseite auffällig. Keine Fahrzeugfreigabe aus dem Lernfall. Offene Punkte an zuständige Fachkraft übergeben.“
Fachliches Bewertungsraster
| Kriterium | Maximalpunkte | Voll erfüllt |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse | 15 | Kundenangabe, Umfang, Grenzen und Fahrzeugzuordnung eindeutig |
| Sicherheitsplanung | 15 | Gefährdungen, Schutzmaßnahmen, Arbeitsstopp und Zuständigkeit korrekt |
| Informationsauswahl | 10 | freigegebene Sollquellen und Bezugsbedingungen genannt |
| Mess- und Prüfdokumentation | 15 | Messstelle, Einheit, Istwert, Sollwert und Methode vollständig |
| Fachrechnen | 15 | Abweichungen, Mittelwert, Spannweite und Zeitpuffer fehlerfrei |
| Diagnose und Maßnahmen | 15 | Ursachen als Hypothesen, keine unbelegte Festlegung, sinnvolle nächste Schritte |
| Kommunikation und Übergabe | 10 | verständlich, sachlich, offene Punkte und Zuständigkeit klar |
| Umwelt und Qualität | 5 | Stoffwege, Sauberkeit und Abschlusskontrolle berücksichtigt |
Bewertungsvorschlag: 90 bis 100 Punkte = sehr sicher und vollständig; 75 bis 89 Punkte = fachlich tragfähig mit kleinen Lücken; 60 bis 74 Punkte = teilweise tragfähig, Überarbeitung nötig; unter 60 Punkten = wesentliche Sicherheits-, Rechen- oder Dokumentationslücken. Ein sicherheitskritischer Fehler kann unabhängig von der Punktzahl eine Wiederholung der Aufgabe erforderlich machen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Welche Quelle bestimmt den fahrzeugbezogenen Soll-Reifendruck? (Die freigegebene Herstellerinformation für das konkrete Fahrzeug) (!Ein Erfahrungswert von einem ähnlichen Fahrzeug) (!Der Höchstdruck auf irgendeinem Reifen) (!Eine beliebige Tabelle ohne Fahrzeugzuordnung)
Rückmeldung: Nur die eindeutig zugeordnete Herstellerinformation berücksichtigt Fahrzeug, Achse, Beladung und Bereifung.
Was ist bei einer unklaren Kundenangabe der erste fachliche Schritt? (Die Angabe präzisieren und als Kundenhinweis dokumentieren) (!Sofort ein Bauteil austauschen) (!Die Angabe als bestätigte Diagnose eintragen) (!Den Auftrag ohne Rückfrage erweitern)
Rückmeldung: Eine Kundenbeobachtung ist ein wichtiger Hinweis, aber noch kein eigener bestätigter Befund.
Welche Aussage beschreibt eine Inspektion am besten? (Der Istzustand wird festgestellt und beurteilt) (!Ein defektes Teil wird zwingend ersetzt) (!Der Kunde erhält automatisch eine Fahrzeugfreigabe) (!Alle Betriebsstoffe werden unabhängig vom Serviceplan gewechselt)
Rückmeldung: Die Inspektion erzeugt einen nachvollziehbaren Zustandsbefund; Maßnahmen folgen aus der Bewertung und dem Auftrag.
Welche Aussage zum angehobenen Fahrzeug ist richtig? (Arbeiten erfolgen nur mit zugelassener Sicherung nach betrieblicher Vorgabe) (!Ein Wagenheber allein genügt für Arbeiten unter dem Fahrzeug) (!Eine ebene Fläche macht jede weitere Sicherung überflüssig) (!Eine kurze Arbeitsdauer ersetzt die Abstützung)
Rückmeldung: Die sichere Abstützung und betriebliche Arbeitsanweisung sind unverzichtbar; Zeitdruck ändert daran nichts.
Wie wird die prozentuale Messabweichung berechnet? (Istwert minus Sollwert geteilt durch Sollwert mal hundert) (!Sollwert plus Istwert geteilt durch zwei) (!Istwert geteilt durch hundert plus Sollwert) (!Sollwert minus Einheit mal Messbereich)
Rückmeldung: Die Differenz wird auf den Sollwert bezogen; das Vorzeichen zeigt Über- oder Unterschreitung.
Welche gesetzliche Mindestprofiltiefe gilt im behandelten Pkw-Lernkontext? (1,6 Millimeter) (!0,8 Millimeter) (!2,8 Millimeter) (!4,0 Millimeter)
Rückmeldung: 1,6 Millimeter ist die gesetzliche Mindestgrenze; eine vollständige Reifenbewertung umfasst zusätzlich Zustand und Freigaben.
Welche Dokumentation ist am aussagekräftigsten? (Istwert, Einheit, Sollquelle, Abweichung und Maßnahme) (!Nur der Satz alles in Ordnung) (!Nur ein Foto ohne Zuordnung) (!Nur der Name des Messgeräts)
Rückmeldung: Ein prüfbarer Nachweis verbindet Messung, Bezugswert, Bewertung und Folgerung.
Wie wird ein Betriebsstoff fachgerecht ausgewählt? (Nach der konkreten Herstellerfreigabe und Spezifikation) (!Nur nach der Farbe) (!Nur nach dem günstigsten Preis) (!Nach einem Restbestand ohne Kennzeichnung)
Rückmeldung: Farbe oder Viskosität allein beweisen keine Eignung; maßgeblich sind Freigabe, Spezifikation und Anwendung.
Was folgt aus einem wiederholt zu niedrigen Reifendruck? (Die Ursache wird systematisch geprüft und dokumentiert) (!Der Wert wird ohne weitere Prüfung gelöscht) (!Der Reifen wird pauschal als schadlos bewertet) (!Das Reifendruckkontrollsystem wird ignoriert und deaktiviert)
Rückmeldung: Wiederholter Druckverlust verlangt eine Ursachenprüfung; bloßes Korrigieren kann einen sicherheitsrelevanten Fehler verdecken.
Wer entscheidet über eine reale Fahrzeugfreigabe? (Eine dafür zuständige qualifizierte Person nach vollständiger Prüfung) (!Der aiMOOC nach Abschluss des Quiz) (!Jede Person mit einem Messwert) (!Automatisch die Kundin oder der Kunde)
Rückmeldung: Lernaufgaben und Einzelmessungen ersetzen weder Abschlussprüfung noch betriebliche Freigabeverantwortung.
Memory
| Wartung | Maßnahmen zum Erhalt eines funktionsfähigen Zustands |
| Inspektion | Feststellen und Beurteilen des Istzustands |
| Serviceplan | fahrzeugbezogene Übersicht fälliger Arbeiten |
| Messmittel | geeignetes Gerät zur Bestimmung einer Größe |
| Sollwert | freigegebener Vergleichswert |
| Prüfprotokoll | nachvollziehbarer Nachweis von Methode und Ergebnis |
Drag-and-drop
| Ordne die passende Bedeutung zu. | Prozessschritt |
|---|---|
| Quelle der fahrzeugbezogenen Vorgaben | Herstellerunterlage |
| Gefahren vor Arbeitsbeginn systematisch bewerten | Gefährdungsbeurteilung |
| Istwert mit Einheit erfassen | Messung |
| Istwert und Sollwert fachlich vergleichen | Bewertung |
| Ergebnis und offene Punkte nachvollziehbar sichern | Dokumentation |
Die vollständige Handlung verbindet alle fünf Zuordnungen zu einem überprüfbaren Wartungsprozess.
Kreuzworträtsel
| Wartung | Welche Maßnahme erhält den funktionsfähigen Zustand? |
| Inspektion | Wie heißt das Feststellen und Beurteilen des Istzustands? |
| Sollwert | Welcher freigegebene Wert dient zum Vergleich? |
| Messmittel | Wie heißt ein geeignetes Gerät zum Erfassen einer Größe? |
| Profiltiefe | Welche Reifengröße wird in Millimetern gemessen? |
| Dokumentation | Wie heißt der nachvollziehbare Nachweis von Arbeit und Ergebnis? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffe der Instandhaltung: Erstelle zwölf Lernkarten zu Wartung, Inspektion, Instandsetzung, Pflege, Sollwert, Istwert, Messmittel, Serviceplan, Prüfprotokoll, Freigabe, Gefährdung und Qualität; ergänze jeweils ein berufstypisches Beispiel.
- Servicecheckliste: Übertrage einen bereitgestellten synthetischen Serviceplan in eine Checkliste mit den Spalten Prüfschritt, Sollquelle, Arbeitsmittel, Ergebnis und offene Frage.
- Systemskizze Rad und Reifen: Zeichne ein beschriftetes Wirkbild aus Reifen, Felge, Ventil, Befestigung, Bremse, Fahrwerk und Reifendruckkontrollsystem und markiere drei Schnittstellen.
- Messfehler erkennen: Untersuche sechs vorgegebene fehlerhafte Messprotokolle und verbessere Einheit, Messstelle, Sollquelle und Bewertung.
Standard
- Kundengespräch als Rollenspiel: Führe ein fünfminütiges Rollenspiel zur Annahme eines Wartungsauftrags durch und erstelle danach eine sachliche Gesprächsnotiz ohne unbelegte Diagnose.
- Reifendruckdaten auswerten: Berechne für vier synthetische Reifenwerte absolute und prozentuale Abweichungen, ordne mögliche Ursachen und formuliere nächste Prüfschritte.
- Sicherheitskette visualisieren: Gestalte eine Infografik vom Arbeitsstopp über Schutzmaßnahmen bis zur fachlichen Übergabe; nutze ausschließlich allgemeine Lernfälle ohne reale Fahrzeugfreigabe.
- Wartungsstrategien vergleichen: Vergleiche zeitabhängige, laufleistungsabhängige und zustandsabhängige Wartung anhand von Nutzen, Datenbedarf, Risiken und möglichen Umweltwirkungen.
Schwer
- Wartungsauftrag Variante B: Bearbeite einen vollständigen synthetischen Auftrag mit Fahrzeugidentifikation, Arbeitsplan, Messwerttabelle, Berechnungen, Diagnosehypothesen, Umweltaspekten und Übergabevermerk.
- Ursachenbaum Druckverlust: Entwickle einen Ursachenbaum für wiederkehrenden Reifendruckverlust und trenne Messfehler, Ventil, Reifen, Felge, Montage und Temperatur als prüfbare Hypothesen.
- Werkstattkreislauf planen: Entwirf ein Konzept für getrennte Erfassung, Kennzeichnung und Übergabe von Altöl, Kühlmittel, Bremsflüssigkeit, Reifen, Filtern und verschmutzten Bindemitteln.
- Erklärvideo Wartungsqualität: Produziere ein drei- bis fünfminütiges Erklärvideo mit synthetischen Daten zur Frage, warum ein vollständiges Prüfprotokoll mehr aussagt als der Satz „alles in Ordnung“.


Lösungskriterien und Musterarbeitsprodukte
| Aufgabe | Fachliche Lösungskriterien | Mögliches Musterarbeitsprodukt |
|---|---|---|
| Leicht 1 | Begriffe korrekt abgegrenzt, Beispiele fachlich passend | Kartensatz mit Vorder- und Rückseite |
| Leicht 2 | jeder Prüfschritt mit Sollquelle und Ergebnisfeld | einseitige Servicecheckliste |
| Leicht 3 | sieben Elemente, drei begründete Schnittstellen | beschriftetes Blockbild |
| Leicht 4 | alle vier Dokumentationsmängel je Fall erkannt | korrigierte Protokollsammlung |
| Standard 1 | offene Fragen, paraphrasierte Kundenangabe, keine Vorverurteilung | Gesprächsnotiz und Rollenfeedback |
| Standard 2 | Rechenweg, Einheit, Rundung und Diagnosehypothesen nachvollziehbar | Auswertungstabelle mit Kurzbericht |
| Standard 3 | STOP-Prinzip, Arbeitsstopp und Zuständigkeit sichtbar | Infografik im A4-Format |
| Standard 4 | drei Strategien sachlich verglichen, Grenzen benannt | Vergleichsmatrix mit begründetem Fazit |
| Schwer 1 | vollständige Handlung, sichere Grenzen und prüfbare Dokumentation | mehrseitige Auftragsmappe |
| Schwer 2 | Ursachen getrennt, passende Prüfschritte, keine vorschnelle Diagnose | grafischer Ursachenbaum |
| Schwer 3 | Stofftrennung, Kennzeichnung, Lagerung und Übergabe schlüssig | Werkstatt-Kreislaufplan |
| Schwer 4 | klare Zielgruppe, korrekte Fachsprache, synthetische Daten, Quellenangaben | Video mit Drehbuch und Quellenblatt |
Lernkontrolle
- Auftragsanalyse: Erkläre an einem eigenen synthetischen Beispiel, warum Kundenangabe, eigener Befund und Diagnose drei verschiedene Informationsarten sind.
- Soll-Ist-Vergleich: Werte die Reifendrücke 2,0 bar, 2,3 bar, 2,1 bar und 2,3 bar bei synthetischen Sollwerten 2,3 bar vorne und 2,2 bar hinten aus; berechne Abweichungen und begründe nächste Schritte.
- Messqualität: Beurteile ein Protokoll, das nur „Profil 4“ enthält, und formuliere eine prüfbare Ersatzdokumentation.
- Sicherheitsentscheidung: Ein Fahrzeug steht nur auf einem Wagenheber, das passende Abstützmittel fehlt. Begründe die fachlich richtige Entscheidung mit dem STOP-Prinzip.
- Umwelttransfer: Übertrage die Grundsätze der Stofftrennung auf einen fiktiven Betrieb mit Altöl, Kühlmittel, Reifen und verunreinigten Tüchern.
- Systemtransfer: Übertrage den vollständigen Wartungsprozess auf ein anderes berufstypisches System und kennzeichne, welche Schritte gleich bleiben und welche neue Fachunterweisung benötigen.
Erwartungshorizont zur Lernkontrolle
| Aufgabe | Kernerwartung |
|---|---|
| Auftragsanalyse | Kundenangabe als Aussage, Befund als beobachtetes Ergebnis und Diagnose als begründete fachliche Schlussfolgerung trennen |
| Soll-Ist-Vergleich | achsweise Sollwerte verwenden, Einheiten und Vorzeichen angeben, auffällige Werte bestätigen und Ursache prüfen |
| Messqualität | Messstelle, Einheit, Messmittel, Einzelwert, Sollbezug und Bewertung ergänzen |
| Sicherheitsentscheidung | Arbeit stoppen, Fahrzeug sichern lassen, fehlendes Mittel beschaffen und erst nach Freigabe fortsetzen |
| Umwelttransfer | getrennte gekennzeichnete Sammelwege, Vermeidung von Vermischung und fachgerechte Übergabe |
| Systemtransfer | Auftrag, Identifikation, Information, Sicherheit, Planung, Prüfung und Dokumentation bleiben; systemspezifische Gefahren und Verfahren ändern sich |
Lernnachweis
Ein belastbarer Lernnachweis zeigt nicht nur, dass du Begriffe kennst, sondern dass du eine vollständige Handlung sicher begründen kannst.
| Nachweisbereich | Geeigneter Beleg | Qualitätsmerkmal |
|---|---|---|
| Wissen | Begriffskartei und Quellenübersicht | korrekte Abgrenzung und aktueller Quellenstand |
| Planung | Arbeitsplan mit Zeit, Arbeitsmitteln und Schutzmaßnahmen | vollständige Reihenfolge und realistische Puffer |
| Messen und Rechnen | Messwerttabelle mit Rechenwegen | Einheit, Sollbezug, Rundung und Plausibilität |
| Diagnose | Ursachenbaum oder Prüfhypothesen | mehrere mögliche Ursachen und passende Prüfschritte |
| Produkt | Wartungsprotokoll und Übergabevermerk | klare Trennung von Befund, Maßnahme und offenem Punkt |
| Kommunikation | Rollenspielprotokoll oder Erklärvideo | verständlich, respektvoll und fachlich präzise |
| Transfer | Anwendung auf ein anderes Fahrzeug oder System | Gemeinsamkeiten, Unterschiede und neue Gefahren benannt |
Empfohlenes Portfolio: Servicecheckliste, Systemskizze, eine vollständige Datenauswertung, Sicherheitsinfografik, bearbeiteter Modellfall, reflektierter Übergabevermerk und persönlicher Lernbericht. Eine Lehrkraft oder ausbildende Fachkraft bewertet die Nachweise anhand des fachlichen Rasters; der aiMOOC selbst erteilt keine praktische Arbeits- oder Fahrzeugfreigabe.
OER und Wikipedia
Amtliche und fachliche Quellen
| Quelle | Verwendung im Kurs | Rechtehinweis |
|---|---|---|
| KMK-Rahmenlehrplan | Lernfeld 1, Ziele, Inhalte und Zeitrichtwert | amtliche Veröffentlichung; Nutzungsbedingungen der KMK beachten |
| BIBB-Berufsprofil | Ausbildungsdauer, Fachrichtungen und Berufsprofil | öffentliche Fachinformation des BIBB |
| Ausbildungsordnung | Rechtsgrundlage und Prüfungsstruktur | amtlicher Gesetzestext |
| DGUV Regel 109-009 | Arbeitsschutz in der Fahrzeuginstandhaltung | öffentliche Präventionsregel; Herausgeber DGUV |
| § 36 StVZO | gesetzliche Mindestprofiltiefe | amtlicher Gesetzestext |
| ADAC Reifendruck | Herstellerbezug und Messbedingungen | urheberrechtlich geschützte Fachinformation, nur verlinkt |
| ADAC Ölstand | Messbedingungen und typische Fehler | urheberrechtlich geschützte Fachinformation, nur verlinkt |
| Umweltbundesamt Autoreifen | Ressourcenschutz, Reifendruck und Entsorgung | öffentliche Fachinformation, Nutzungsbedingungen beachten |
Geprüfte Medien und Rechte
| Medium | Quelle | Urheber | Rechte |
|---|---|---|---|
| File:Tire pressure gauge.jpg | Wikimedia Commons | Frank Snider, U.S. Air Force | gemeinfrei als Werk der US-Bundesregierung |
| File:TyreDepthGauge.JPG | Wikimedia Commons | Simon Speed | CC0 1.0 |
| File:Oelstand.jpg | Wikimedia Commons | Milchstraßenräuber | CC0 1.0 |
| File:Close-up of the car jack lifting the car.jpg | Wikimedia Commons | Shixart1985 | CC BY 2.0 |
| File:Brake fluid reservoir in Škoda Fabia I.jpg | Wikimedia Commons | Frettie | CC BY 3.0 |
| File:Torque wrench 20-220 Nm.jpg | Wikimedia Commons | Lead holder | CC BY-SA 4.0 |
| https://www.youtube.com/watch?v=ibdZRsJKNOc | ADAC: Reifendruck prüfen | ADAC | keine freie Lizenz auf der geprüften Videoseite ausgewiesen; Rechte beim Anbieter, Einbettung über YouTube |
| https://www.youtube.com/watch?v=Xb2bLIJ2Ew4 | ADAC: Profiltiefe messen | ADAC | keine freie Lizenz auf der geprüften Videoseite ausgewiesen; Rechte beim Anbieter, Einbettung über YouTube |
| https://www.youtube.com/watch?v=7cNPlFTWhLI | ADAC: Ölstand messen | ADAC | keine freie Lizenz auf der geprüften Videoseite ausgewiesen; Rechte beim Anbieter, Einbettung über YouTube |
Medien- und Quellenprüfung: 31. Oktober 2026. Externe Inhalte können sich ändern; vor erneuter Nutzung sind Erreichbarkeit, fachlicher Stand und Rechtehinweise erneut zu prüfen. Sofatutor-Inhalte wurden nicht verwendet.
Wikipedia und freie Vertiefung
Weitere frei zugängliche Einstiege: Wartung, Instandhaltung, Reifendruck, Autoreifen, Arbeitsschutz, Umweltschutz und Qualitätsmanagement.
Verknüpfte Lernbereiche
Der Kurs verbindet Fahrzeugtechnik, Physik durch Druck und Kräfte, Mathematik durch Prozentrechnung und Statistik, Chemie durch Betriebsstoffe, Deutsch durch Gesprächsführung und Dokumentation, Wirtschaft durch Zeit- und Materialplanung, Umweltschutz durch Stoffkreisläufe sowie Medienbildung durch technische Informations- und Dokumentationssysteme.
aiMOOC Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragenInhalt melden · Hinweise zu Fehlern, Quellen, Medienrechten oder Dubletten
