Praktische Prüfungsaufträge planen und auswerten - Graveur
Einleitung
Du bereitest dich im Ausbildungsberuf Graveur beziehungsweise Graveurin auf praxisbezogene Prüfungsaufträge vor. Dieser aiMOOC führt dich von der Auftragsklärung über Entwurf, Arbeitsplanung, Ressourceneinsatz, Risikobeurteilung und Qualitätskontrolle bis zur dokumentierten Auswertung. Du lernst, Anforderungen nicht nur aufzuzählen, sondern an einem nachvollziehbaren, vollständig erfundenen Modellfall zu begründen und zu überprüfen.
Wichtig: Die Übungen enthalten keine Originalprüfungsaufgaben und keine Maschinenfreigabe. Für die Lernsimulation genügen Papierentwürfe, digital erzeugte Zeichnungen und fiktive Messprotokolle. Arbeiten mit scharfen Werkzeugen, rotierenden oder elektrisch betriebenen Maschinen, Lasern, Chemikalien, Staub oder heißen Oberflächen dürfen nur mit qualifizierter Anleitung, geeigneter Ausstattung und betrieblicher Freigabe stattfinden.
Lernziele: Du unterscheidest die verbindlichen Prüfungsvarianten der geltenden Ordnung, formulierst messbare Qualitätskriterien, berechnest einen Planungsaufwand und eine beispielhafte Kalkulation, entscheidest bei Abweichungen nachvollziehbar und verteidigst deine Planung in einem simulierten Fachgespräch. Der Kurs verweist auf das Berufsportal Ausbildung – Graveur und die amtlichen Regeln.
Prüfungsrahmen und zulässige Varianten
Ausbildungsberuf, Rechtsstand und Aufbau
Das Bundesinstitut für Berufsbildung führt Graveur/Graveurin als Monoberuf ohne Fachrichtungen mit 36 Monaten Ausbildungsdauer im Handwerk. Grundlage ist die Graveurausbildungsverordnung vom 3. Juni 2016, in Kraft seit 1. August 2016. Maßgeblich ist die jeweils geltende amtliche Fassung, nicht eine ältere Ausbildungsbeschreibung. Berufstypische Tätigkeiten umfassen Flachstiche, Ornament- und Schriftgravuren, Modelle, Stempel, Prägewerkzeuge, Oberflächen und Beschilderung sowie digitale Vorlagen und qualitätssichernde Maßnahmen. Quelle: BIBB-Berufsprofil und GrAusbV.
Die gestreckte Gesellenprüfung besteht aus Teil 1 in der Regel zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahrs und Teil 2 am Ausbildungsende. Teil 1 prüft die Werkstückherstellung: Planung, Arbeitsplatzvorbereitung, Werkstück nach Zeichnung oder Modell, Kontrolle und Beachtung von Sicherheit und Umweltschutz. Das Prüfungsformat ist eine Arbeitsaufgabe mit anschließendem auftragsbezogenem Fachgespräch. Die in § 9 genannte Prüfungszeit beträgt insgesamt sieben Stunden; das Fachgespräch dauert höchstens 15 Minuten. Teil 2 umfasst die Bereiche Kundenauftrag, Fertigungstechnik und Arbeitsplanung, Gestaltung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
| Bereich | Verordnungsbezug | Prüfungsleistung | Anteil am Gesamtergebnis |
|---|---|---|---|
| Werkstückherstellung, Teil 1 | § 9 | Arbeitsaufgabe und auftragsbezogenes Fachgespräch | 20 % |
| Kundenauftrag, Teil 2 | § 12 | Prüfungsstück und auftragsbezogenes Fachgespräch | 40 % |
| Fertigungstechnik und Arbeitsplanung, Teil 2 | § 13 | Schriftliche Aufgaben, einschließlich Zeichnung und Berechnungen | 15 % |
| Gestaltung, Teil 2 | § 14 | Schriftliche Aufgaben zu Skizzen, Schrift, Formensprache und Heraldik | 15 % |
| Wirtschafts- und Sozialkunde, Teil 2 | § 15 | Praxisbezogene schriftliche Aufgaben | 10 % |
Die Gewichte sind der amtlichen Regelung in § 16 entnommen und keine Gewichtung des späteren Übungsrasters. Für den Kundenauftrag nennt § 12 insgesamt 60 Stunden sowie ein auftragsbezogenes Fachgespräch von höchstens 15 Minuten. Die Vorschriften regeln zugleich Bestehensbedingungen und unter bestimmten Voraussetzungen eine mündliche Ergänzungsprüfung; kläre für deinen konkreten Prüfungstermin organisatorische Vorgaben zusätzlich mit der zuständigen Handwerkskammer.
Flachgravur oder Reliefgravur: nicht mit Fachrichtungen verwechseln
Für den Kundenauftrag in Teil 2 wählt der Prüfling gemäß § 12 Absatz 2 eine der zwei Tätigkeiten: Herstellen einer Flachgravur oder Herstellen einer Reliefgravur. Das sind zwei erlaubte Aufgabenvarianten innerhalb desselben Berufs, keine Ausbildungsfachrichtungen. Eine Flachgravur gestaltet vor allem Linien und flächige Einschnitte; eine Reliefgravur gestaltet erhabene und vertiefte Formbereiche mit wahrnehmbarer räumlicher Wirkung. Bei beiden Varianten sind Auftragsklärung, Herstellungskonzept, Sicherheitsplanung, Fertigung, Prüfen und Dokumentation wichtig. Ein frei erfundenes Modell kann die Entscheidung trainieren, ersetzt aber nicht die von der Prüfungsstelle vorgegebenen Anforderungen.
| Vergleich | Flachgravur | Reliefgravur |
|---|---|---|
| Zentrales Gestaltungselement | Linienführung, Strichbild, Schrift, Kontur und Fläche | Höhenabstufung, räumliche Wirkung, Übergänge und Licht-Schatten |
| Planungsnachweis | Strichbreite, Schriftbild, Position, Flächenaufteilung | Höhenmodell, Bezugsebenen, Konturverläufe, Übergänge |
| Prüfidee | Abstände und Linienbild gegen Entwurf prüfen | Geometrie und räumliche Wirkung gegen Modell prüfen |
| Häufiger Planungsfehler | Unlesbare Schrift oder ungleichmäßige Linien | Unklare Bezugsebene oder nicht prüfbare Reliefhöhe |

Historische Darstellung der Kupferstichtechnik als Bildquelle für Werkzeugführung und Arbeitsabfolge; kein heutiger Sicherheitsleitfaden. Quelle: Diderots Encyclopédie, um 1760, gemeinfrei; Wikimedia Commons.
Kompetenznachweise statt bloßer Ergebnisfixierung
Deine Dokumentation muss erkennen lassen, warum du dich für ein Verfahren, eine Anordnung, ein Prüfmittel und eine Korrektur entschieden hast. Die Planung beschreibt Ziel und Reihenfolge; die Durchführung protokolliert tatsächliche Vorgänge nur unter Anleitung; die Auswertung vergleicht Soll und Ist. Ein schönes Werkstück ohne nachvollziehbare Prüfkriterien ist ebenso wenig überzeugend wie eine formal saubere Dokumentation ohne funktionale Gestaltung.
Kundenauftrag analysieren und Entwurf begründen
Vom Briefing zur prüfbaren Anforderung
Ein Kundenbriefing benennt Zweck, Zielgruppe, Inhalt, Werkstoffwunsch, Maße, Gestaltungsvorlieben, Termin und Budget. Der Sollzustand ist das vereinbarte Ziel; ein Akzeptanzkriterium macht es nachprüfbar. Beispiel: „Schrift soll schön sein“ ist zu ungenau. Besser: „Die Beschriftung ist im digitalen Entwurf zentriert, mindestens vier Millimeter hoch und weist mindestens zehn Millimeter Randabstand auf.“ Maße, Toleranzen und Schriftgrößen dieses Kurses sind frei gewählte Übungswerte, nicht amtliche Prüfungsnormen. Offene Punkte werden vor Arbeitsbeginn schriftlich geklärt.
| Unscharfe Aussage | Rückfrage | Nachweisbare Modellanforderung |
|---|---|---|
| Schöne Gravur | Welche Stilrichtung und Lesedistanz? | Schriftfamilie und Kontrast in der freigegebenen Entwurfsansicht dokumentiert |
| Nicht zu groß | Welche Außenmaße? | Übungsplatte 100 mm breit und 60 mm hoch, jeweils mit 0,3 mm Beispieltoleranz |
| Schnell fertig | Welche verbindliche Lieferfrist? | Freigabe-, Prüf- und Übergabetermin im Arbeitsplan festgehalten |
| Hochwertig | Welche sichtbaren Fehler sind unzulässig? | Keine fehlenden Zeichen, klare Konturen und gleichmäßige Anordnung im Mustervergleich |
Vorlagen, Schrift und Motiv
Prüfe Seitenverhältnis, optische Mitte, Schriftgestaltung, Zeilenführung, Kontrast, Kantenabstand, mögliche Spiegelungen und urheberrechtlich zulässige Vorlagen. Bei heraldischen Motiven hinterfragst du Symbole, Symmetrie und Liniengewicht. Eine technische Zeichnung beantwortet die Maßfrage, eine perspektivische Visualisierung vermittelt die Wirkung. Die gewählte Fertigung muss zum Material und zu den Qualitätszielen passen; aus einer hübschen Bildschirmansicht folgt noch keine sichere Herstellbarkeit. Für die Reliefvariante benötigst du zusätzlich die Beschreibung der Höhenbereiche.
Rechenweg 1 – Maßstabsanpassung: Ein Entwurf ist 80 mm breit, soll aber 100 mm breit werden. Maßstabsfaktor = 100 / 80 = 1,25. Eine ursprünglich 8 mm hohe Schrift wird bei proportionaler Skalierung 8 × 1,25 = 10 mm hoch. Prüfe anschließend, ob die Randabstände und Lesbarkeit noch zu den Anforderungen passen. Typischer Fehler: nur die Breite ändern und die Höhe unverändert lassen, obwohl eine proportionale Skalierung gefordert ist.

Beispiel einer gravierten Platte; analysiere Motivposition und Linienwirkung statt eine Maßeignung aus dem Foto abzuleiten. Foto: Maxd2, CC BY-SA 4.0; Wikimedia Commons.
Fachvideo zur Berufsrealität und Leitfragen
Berufsbild Graveur/in, BR alpha „Ich mach's“, vom BIBB-Berufenavi als Fachvideo verzeichnet. Beobachtungsauftrag: Welche vorbereitenden und kontrollierenden Tätigkeiten werden gezeigt? Video ist kein frei lizenziertes OER; Rechte beim Anbieter, keine Übernahme der Filmdatei.
Berufsporträt Graveur/in, azubiTV der Handwerkskammer Region Stuttgart, laut BIBB-Berufenavi. Prüfe kritisch, welche realen Arbeitsschritte in einer schriftlichen Planung dokumentiert werden müssten. Video mit Rechten des jeweiligen Anbieters, nicht als CC-Material ausgegeben.
Ressourcen, Zeit und Arbeitsschutz planen
Arbeitsfolge und Ressourcenliste
Ein Arbeitsplan verbindet einzelne Schritte mit Unterlagen, Material, Hilfsmitteln, qualifizierten Zuständigkeiten, Prüfkontrollen und Zeitreserve. Eine Ressourcenliste benennt Werkstoff, Rohteil, Werkzeugfamilien, Zeichnung, Prüfmittel, Arbeitsplatz, fachliche Aufsicht sowie Entsorgung. Für Übungen ohne praktische Freigabe verwendest du ausdrücklich nur Papier, eine Bildschirmzeichnung oder bereits vorhandene sichere Fotos. Plane Verfahren ohne konkrete Maschinenparameter, Gefahrstoffrezepturen oder Betriebsanweisungen. Vor einer echten Bearbeitung sind betriebliche Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Schutzmaßnahmen und Freigabe durch qualifiziertes Personal erforderlich.
Historische Handwerkzeuge für Tiefdruck-Gravuren als Anschauungsmaterial; Werkzeugauswahl und sichere Handhabung bedürfen fachlicher Anleitung. Foto: Halvard, gemeinfrei; Wikimedia Commons.

Abbildung eines Schleif- beziehungsweise Schärfvorgangs am Stichel; nicht als Arbeitsanweisung verwenden. Foto: Mauro Cateb, CC BY-SA 4.0; Wikimedia Commons.
Zeitbedarf, Reserve und Kosten nachvollziehbar berechnen
Rechenweg 2 – Zeitpuffer: Eine rein didaktische Planungsfolge beansprucht 15 Minuten für Briefing, 25 Minuten für Skizze, 45 Minuten für digitale Zeichnung, 20 Minuten für Musterprüfung und 15 Minuten für Dokumentation. Das ergibt 15 + 25 + 45 + 20 + 15 = 120 Minuten. Ein frei festgelegter Puffer von 15 % ergibt 120 × 0,15 = 18 Minuten. Gesamtplan = 138 Minuten = 2,30 Stunden. Ein Prozentsatz ist hier keine amtliche Prüfungsvorgabe. Rechne eine Reserve nicht mehrfach an und unterscheide Minuten von Dezimalstunden: 2,30 h entsprechen 2 Stunden 18 Minuten, nicht 2 Stunden 30 Minuten.
Rechenweg 3 – fiktive Selbstkosten: Übungsmaterial 9,80 €, sonstige kalkulierte Mittel 2,20 €, Zeitansatz 2,30 h zu einem rein angenommenen internen Stundensatz von 36,00 €/h. Zeitkosten = 2,30 × 36,00 € = 82,80 €; Summe = 9,80 + 2,20 + 82,80 = 94,80 €. Das ist eine Modellkalkulation ohne Umsatzsteuer, Gewinn oder echte Preiszusage und keine Bewertung einer tatsächlichen Gesellenprüfung.
| Arbeitspaket, nur simuliert | Dauer | Ergebnis | Zwischenkontrolle |
|---|---|---|---|
| Briefing analysieren | 15 min | Anforderungsliste | Unklarheiten markiert |
| Skizzen variieren | 25 min | Zwei Entwürfe | Maße und Lesbarkeit |
| Digitalen Entwurf aufbauen | 45 min | Maßhaltige Zeichnung | Sollabstände |
| Muster anhand Kriterien prüfen | 20 min | Prüftabelle | Abweichungen nachvollzogen |
| Dokumentation und Fachgespräch vorbereiten | 15 min | Begründetes Protokoll | Quellen und Änderungen |
| Reservierter Puffer | 18 min | Reaktionsspielraum | Nur bei Bedarf einsetzen |
Gefährdungen erkennen, ohne Maschinen freizugeben
| Gefährdung | Erforderliche Planung und Zuständigkeit | Sichere Übungsalternative |
|---|---|---|
| Schneidende Stichel, Späne, rotierende Teile | Unterweisung, sichere Spannmittel und geeignete Schutzmaßnahmen durch Fachkundige festlegen | Werkzeugskizze beschriften und Checkliste erstellen |
| Laser, elektrischer Antrieb, Brand- oder Augengefahr | Nur befugte Bedienung nach betrieblicher Freigabe und geltenden Schutzvorgaben | Laserweg nur schematisch auf Papier vergleichen |
| Stäube, Oberflächenmittel, Gefahrstoffe | Sicherheitsdaten, Absaugung, Schutz und Entsorgung betrieblich prüfen | Keine Stoffe einsetzen, stattdessen Gefährdungsbeurteilung lesen |
| Ungeeignetes Prüfmittel oder instabiler Arbeitsplatz | Eignung, Prüfstatus und Zuständigkeit vor Benutzung prüfen lassen | Synthetische Messwerte anhand einer Prüftabelle auswerten |
Die Bildquelle eines Werkzeugs ersetzt keine betriebliche Einweisung. Bei Unsicherheit wird die praktische Arbeit nicht begonnen. Dokumentiere eine erkannte Gefahr und informiere die verantwortliche Lehr- oder Ausbildungskraft, statt eigenmächtig eine Maschine zu erproben.
Qualitätssicherung und Auswertung
Prüfplan mit Soll, Ist und Entscheidung
Ein Prüfplan legt vor dem Arbeiten fest, was geprüft wird, wie geprüft wird, welcher Zielbereich zulässig ist, wer verantwortlich ist und wie das Ergebnis festgehalten wird. Nennmaß bedeutet angestrebter Wert; Toleranz ist die erlaubte Abweichung; Istmaß das gemessene Ergebnis. In dieser digitalen Übung sind sämtliche Istwerte erfunden. Formel: Untergrenze = Nennmaß − Toleranz; Obergrenze = Nennmaß + Toleranz. Beispiel: 100,0 ± 0,3 mm bedeutet zulässig von 99,7 mm bis 100,3 mm. Ein Istwert von 100,1 mm liegt innerhalb; 100,4 mm läge außerhalb. Bei echten Messungen müssen Prüfmittel geeignet und freigegeben sein.
Qualität umfasst auch Schriftvollständigkeit, Kontrast, Linienrhythmus, Reliefwirkung, Gratfreiheit, optische Anordnung und die Erfüllung des Briefings. Ein Messschieber kann einen Randabstand prüfen, aber nicht alleine die gestalterische Wirkung beurteilen. Für visuelle Kriterien nutze eine freigegebene Vergleichsvorlage und ein beschriebenes Beobachtungsverfahren. Vermeide pauschale Protokolle wie „alles gut“; notiere, was geprüft wurde und welches Ergebnis vorliegt.
Fehlerursache, Korrekturentscheidung und Dokumentation
Wird eine Abweichung festgestellt, halte sie zuerst fest, vergleiche mit der Toleranz und bewerte mögliche Folgen für Funktion, Gestaltung und Sicherheit. Formuliere anschließend Ursache, zulässige Abhilfe und erneuten Prüfschritt. Dokumentiere, wer einer Änderung zugestimmt hat; im Prüfungsfall gelten die Vorgaben der Prüfungsstelle. Nicht auf eigene Faust ein reales Werkstück nacharbeiten, wenn Freigabe, Materialzustand oder Arbeitssicherheit unklar sind.
Ein sachliches Protokoll enthält: Auftragsnummer als synthetische Kennung, Zeichnungsversion, Prüfmerkmal, Sollbereich, Istwert, Prüfverfahren, Ergebnis, Abweichung, Entscheidung, Verantwortlichkeit und Datum. Für digitale Modellarbeiten ist „Simulation“ gut sichtbar anzugeben. Die Methode Soll–Ist–Abweichung–Maßnahme–Nachprüfung ermöglicht eine begründete Auswertung.

Handgravur eines Federmotivs in Kupfer: beurteile Übergänge, Konturen und die Notwendigkeit von Sichtkontrollen, ohne die Abbildung als Maßstab zu verwenden. Foto: Mauro Cateb, CC BY-SA 4.0; Wikimedia Commons.

Handgravur an einer Kupferplatte; Gesprächsanlass über Dokumentation und Arbeitssicherheit. Foto: Shalom Goldberg, gemeinfrei; Wikimedia Commons.
Fachgespräch trainieren
Eine tragfähige Antwort im simulierten Fachgespräch besteht aus Entscheidung – Begründung – Nachweis – Alternative. Beispiel: „Ich habe im Flachgravurmodell eine zentrierte Schrift gewählt, weil die Platte als Hinweisschild klar lesbar bleiben soll. Im Entwurf prüfe ich vier Millimeter Schrifthöhe und zehn Millimeter Randabstand. Bei zu geringem Abstand ändere ich den Entwurf vor jeder tatsächlichen Fertigung.“ Reflektiere auch Materialverbrauch, Nachhaltigkeit und Termintreue. Ein Fehler, den du anhand von Belegen erkennst und nachvollziehbar behandelst, liefert einen wertvollen Kompetenznachweis.
Vollständiger Modellfall: fiktive Werkstattplakette
Aufgabenstellung und Auftragssimulation
Fiktiver Kundenauftrag M-027: Für eine Ausstellung soll eine Plakette mit dem Text WERKSTATT 27 und einem einfachen geometrischen Zeichen entworfen werden. Gewünscht ist eine Flachgravur als zulässige Wahlvariante eines Übungsfalls zum Prüfungsbereich Kundenauftrag. Das Produkt wird nicht real gefräst, gestochen, gelasert oder chemisch behandelt. Gegenstand dieser Lösung sind ausschließlich ein digitaler Entwurf, ein Plan und erfundene Prüfdaten. Alle Kennungen, Kosten, Werte und Termine sind synthetisch.
Vorgaben der Übung: Rechteckige Modellplatte aus angenommenem Aluminium, Breite 100,0 mm ± 0,3 mm, Höhe 60,0 mm ± 0,3 mm, Materialdicke 2 mm ohne Fertigungsauftrag. Schrift WERKSTATT 27 vollständig, Schrifthöhe 4,0 mm ± 0,2 mm, linker und rechter Abstand jeweils 10,0 mm ± 0,5 mm, Linienführung ohne erkennbare Unterbrechung im Entwurf, sichtbare Freigabezeichnung. Das Modell begrenzt die Oberfläche auf definierte Beschriftungs- und Motivzonen. Die simulierte Prüfmethode ist Maßkontrolle in der digitalen Zeichnung plus Sichtvergleich; Toleranzen sind frei gewählt und ausdrücklich nicht amtlich.
Planung, Entwurf, Rechenbeispiel
Lösungsschritt A – Klären: Der Text ist unverändert, die Schrift wird vor der digitalen Musterfreigabe auf Lesbarkeit geprüft. Als Alternative zur Flachgravur wäre bei einem anderen erlaubten Kundenauftrag die Reliefgravur denkbar, doch für diesen konkreten Fall wird keine Reliefhöhe verlangt. Die Verordnung stellt die Wahl der Tätigkeitsart frei; sie verpflichtet nicht dazu, beide Varianten im selben Kundenauftrag herzustellen.
Lösungsschritt B – Zeichnen: Lege eine 100 × 60 mm große maßstäbliche Zeichenfläche an. Der Mittelpunkt liegt rechnerisch bei x = 100 / 2 = 50 mm und y = 60 / 2 = 30 mm. Der beidseitige Zielrand von 10 mm lässt eine nominelle nutzbare Breite von 100 − 2 × 10 = 80 mm für die Anordnung zu. Die Schrift wird optisch mittig innerhalb dieser Zone gesetzt. Das endgültige Aussehen wird anhand einer freigegebenen Entwurfsansicht beurteilt, nicht allein aus den Koordinaten abgeleitet.
Lösungsschritt C – Ressourcen und Zeit: Benötigt werden Briefing, ein digitales Zeichenprogramm, ein leeres Musterlayout, eine digitale Prüftabelle und fachliche Rückmeldung. Zeitansätze: 15 + 25 + 45 + 20 + 15 = 120 min plus 18 min Modellpuffer = 138 min. Rechnerische Selbstkosten: 9,80 € + 2,20 € + 2,30 h × 36,00 €/h = 94,80 € ohne Steuer und Gewinn. Der Materialbetrag ist eine Übungsannahme, obwohl kein Rohteil physisch gekauft wird.
Lösungsschritt D – Sicherheit: Die Lerngruppe zeichnet und kontrolliert nur. Ein später denkbarer Werkstattschritt wäre separat durch qualifiziertes Personal anhand betrieblicher Gefährdungsbeurteilung zu planen und freizugeben. Weder der Entwurf noch dieses Beispiel erteilen eine Bedienberechtigung.
Digitales Prüfprotokoll mit Entscheidung
| Merkmal | Soll oder zulässiger Bereich | Simulierter Istwert | Entscheidung |
|---|---|---|---|
| Breite | 99,7–100,3 mm | 100,1 mm | Innerhalb |
| Höhe | 59,7–60,3 mm | 59,9 mm | Innerhalb |
| Schrifthöhe | 3,8–4,2 mm | 3,9 mm | Innerhalb |
| Linker Rand | 9,5–10,5 mm | 10,2 mm | Innerhalb |
| Rechter Rand | 9,5–10,5 mm | 9,8 mm | Innerhalb |
| Schriftinhalt | WERKSTATT 27 vollständig | WERKSTATT 27 | Erfüllt |
| Linienbild im digitalen Muster | Keine erkennbare Unterbrechung | Sichtvergleich ohne Befund | Erfüllt unter Modellannahme |
Ergebnis: Unter den ausdrücklich synthetischen Mess- und Sichtprüfdaten sind alle festgelegten Übungskriterien erfüllt. Es handelt sich um ein abgenommenes digitales Muster auf Papier-/Bildschirmbasis, nicht um ein fertiges physisches Prüfungsstück. Würde etwa für die Breite 100,4 mm dokumentiert, läge das Ergebnis über der oberen Modellgrenze 100,3 mm; die richtige Reaktion wäre Abweichung dokumentieren, Ursache klären, Freigabe beziehungsweise Änderung erfragen, nicht ein ungeprüfter Eingriff.
Fachliches Bewertungsraster und Musterbewertung
Das folgende Raster ist eine eigene Lernhilfe mit insgesamt 100 Punkten; es ist keine offizielle Prüfungsgewichtung und darf nicht mit § 16 GrAusbV verwechselt werden.
| Kompetenz | Maximalpunkte | Woran die Leistung erkennbar wird | Beispielpunkte |
|---|---|---|---|
| Auftragsklärung und messbare Anforderungen | 15 | Vollständiges Briefing, eindeutige Sollmerkmale | 14 |
| Gestaltung und Zeichnung | 20 | Proportionen, lesbarer Schriftzug, überprüfbares Layout | 17 |
| Ressourcen, Zeit und Kalkulation | 15 | Plausible Schritte, korrekte Einheiten und Rechnung | 14 |
| Arbeitsschutz und Verantwortlichkeiten | 15 | Grenzen der Modellarbeit, fachliche Freigaben und Schutzbedarf erkannt | 15 |
| Qualitätsprüfung und Umgang mit Abweichungen | 20 | Soll-Ist-Tabelle, Grenzwerte und begründete Entscheidung | 18 |
| Dokumentation und Fachgespräch | 15 | Nachvollziehbare Versionen, Quellen, Begründung und Reflexion | 13 |
| Gesamt | 100 | Rechnerische Summe der Modellbewertung | 91 |
Auswertung der Musterlösung: 14 + 17 + 14 + 15 + 18 + 13 = 91 von 100 Lernpunkten. Stärken: korrekte Kalkulation, klarer Sicherheitsvorbehalt, vollständige Prüftabelle. Verbesserung: zwei alternative Schriftentwürfe mit begründeter Auswahl vorlegen und die Dokumentversion noch eindeutiger kennzeichnen. Die Bewertung misst nur den beschriebenen Übungsnachweis; sie sagt weder das Ergebnis einer echten Gesellenprüfung voraus noch ersetzt sie die praktische Kompetenzbewertung.
Transfer zur Reliefgravur: Ändert sich der Modellauftrag zu einer Reliefgravur, müssen statt der reinen Linienanordnung zusätzlich Bezugsebenen, Höhenwirkung, Konturverläufe und geeignete Prüfkriterien geplant werden. Die Sicherheitsgrenzen und die Pflicht zur nachvollziehbaren Dokumentation bleiben bestehen.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz: Prüfe dein Verständnis
Wie ist der Ausbildungsberuf Graveur/Graveurin laut BIBB strukturiert? (Als Monoberuf ohne Fachrichtungen) (!Als Ausbildung mit zwei festgelegten Fachrichtungen) (!Als reiner Studienberuf ohne Ausbildungsordnung) (!Als Beruf mit ausschließlich schulischer Abschlussprüfung)
Rückmeldung: Der Beruf ist ein Monoberuf; Flach- und Reliefgravur sind zulässige Tätigkeitsvarianten im Kundenauftrag, keine Fachrichtungen.
Welcher Prüfungsbereich gehört zu Teil 1 der gestreckten Gesellenprüfung? (Werkstückherstellung) (!Kundenauftrag) (!Wirtschafts- und Sozialkunde als alleiniger Bereich) (!Gestaltung als alleiniger Bereich)
Rückmeldung: In Teil 1 stehen das Planen, Herstellen und Kontrollieren eines Werkstücks einschließlich sicherer Arbeitsorganisation im Mittelpunkt.
Welche Wahl lässt die Verordnung für den Kundenauftrag in Teil 2 zu? (Flachgravur oder Reliefgravur) (!Lasergravur oder Siebdruck als einzige Alternativen) (!Nur das Herstellen eines Stempels) (!Freie Kombination beliebiger Prüfungsberufe)
Rückmeldung: Die Tätigkeit nach § 12 Absatz 2 ist entweder das Herstellen einer Flachgravur oder einer Reliefgravur.
Welches Beispiel ist ein überprüfbares Qualitätskriterium? (Die Schrifthöhe soll im Entwurf vier Millimeter mit festgelegter Toleranz betragen) (!Die Schrift soll irgendwie besonders schön aussehen) (!Das Werkstück soll möglichst eindrucksvoll werden) (!Das Ergebnis muss ohne Prüfmethode überzeugen)
Rückmeldung: Ein Kriterium benötigt einen überprüfbaren Sollzustand und eine zugehörige Prüfmethode.
Wie groß ist der Maßstabsfaktor von achtzig auf einhundert Millimeter Breite? (1,25) (!0,80) (!1,80) (!2,25)
Rückmeldung: Zielbreite geteilt durch Ausgangsbreite ergibt 100 / 80 = 1,25.
Wie viel Planungszeit ergeben einhundertzwanzig Minuten plus fünfzehn Prozent Puffer? (138 Minuten) (!135 Minuten) (!150 Minuten) (!180 Minuten)
Rückmeldung: Fünfzehn Prozent von 120 Minuten sind 18 Minuten, zusammen also 138 Minuten.
Was gilt vor einer echten Bearbeitung mit einer elektrischen Graviermaschine? (Eine qualifizierte Unterweisung und betriebliche Freigabe sind erforderlich) (!Ein digitaler Entwurf ersetzt die Maschinenfreigabe) (!Ein Video genügt als Sicherheitsunterweisung) (!Ein Prüfprotokoll erlaubt jede Maschineneinstellung)
Rückmeldung: Eine modellhafte Planung erteilt keine Bedienberechtigung; Gefährdungen und Zuständigkeiten müssen betrieblich geklärt sein.
Welcher Istwert liegt innerhalb einer Modellvorgabe von einhundert Millimetern mit plus oder minus null Komma drei Millimetern? (100,1 Millimeter) (!100,4 Millimeter) (!99,6 Millimeter) (!100,8 Millimeter)
Rückmeldung: Der zulässige Bereich reicht von 99,7 bis 100,3 Millimeter einschließlich der Grenzen.
Welche fiktiven Zeitkosten entstehen bei zwei Komma drei Stunden zu sechsunddreißig Euro pro Stunde? (82,80 Euro) (!72,00 Euro) (!93,00 Euro) (!36,30 Euro)
Rückmeldung: Für eine Dezimalstunde gilt 2,30 × 36,00 = 82,80 Euro; Material wird gesondert addiert.
Wie gehst du bei einer dokumentierten Maßabweichung außerhalb der vereinbarten Toleranz vor? (Abweichung festhalten und die weitere Entscheidung fachlich klären) (!Den Messwert ohne Begründung korrigieren) (!Die Toleranz nachträglich stillschweigend erweitern) (!Das Werkstück ohne Qualitätsvermerk freigeben)
Rückmeldung: Erst ein transparenter Soll-Ist-Vergleich mit geklärter Zuständigkeit erlaubt eine begründete weitere Maßnahme.
Memory: Fachbegriff und Bedeutung
| Prüfplan | Dokumentiert Merkmal, Methode, Sollbereich und Zuständigkeit |
| Akzeptanzkriterium | Vereinbarte und nachprüfbare Bedingung für die Abnahme |
| Maßstabsfaktor | Quotient aus Zielmaß und Ausgangsmaß |
| Zeitpuffer | Eingeplante Reserve für vorhersehbare Abweichungen |
| Flachgravur | Vorwiegend linien- und flächenorientierte Gravurvariante |
| Reliefgravur | Gravurvariante mit räumlicher Höhenwirkung |
Drag-and-drop: Arbeitsphase zuordnen
| Ordne den Fachbegriff zu. | Passende Tätigkeit im Modellauftrag |
|---|---|
| Auftragsanalyse | Anforderungen und offene Kundenfragen erfassen |
| Entwurfsphase | Schriftbild und Motivposition visualisieren |
| Ressourcenplanung | Benötigte Mittel und Zeitansätze auflisten |
| Qualitätskontrolle | Istwerte mit Sollbereichen vergleichen |
| Auswertung | Entscheidungen und Verbesserungen begründen |
Kreuzworträtsel: Fachsprache
| Flachgravur | Welche zulässige Auftragsvariante betont Linien und flächige Einschnitte? |
| Reliefgravur | Welche zulässige Auftragsvariante setzt auf räumliche Höhenwirkung? |
| Toleranz | Wie heißt die zulässige Maßabweichung vom Nennmaß? |
| Prüfplan | Welches Dokument legt Merkmale und Prüfmethoden fest? |
| Zeitpuffer | Wie nennt man eine vorsorglich eingeplante Zeitreserve? |
| Schriftbild | Welcher Begriff bezeichnet die sichtbare typografische Gesamtwirkung? |
LearningApps: weitere Übungssuche
Suche nach ergänzenden Lernspielen zu Prüfungsplanung und Graveurhandwerk; externe Inhalte bitte hinsichtlich Richtigkeit, Datenschutz und Nutzungsrechten prüfen. Die folgende Einbindung ist eine Suche, keine Behauptung, dass eine bestimmte LernApp bereits existiert.
Lückentext: vom Auftrag zur Kontrolle
Offene Aufgaben
Bearbeite alle Aufgaben ohne echte Maschinen- oder Gefahrstoffarbeit. Die vier Aufgaben je Schwierigkeitsstufe sind Lernübungen, keine veröffentlichten Originalprüfungsaufgaben.
Leicht
- Berufsprofil: Erstelle eine Karteikarte mit Ausbildungsdauer, Monoberuf und zwei berufstypischen Tätigkeiten; belege die Angaben mit BIBB und GrAusbV.
- Variantenvergleich: Zeichne auf Papier je eine einfache Skizze für Flachgravur und Reliefgravur und benenne zwei unterscheidbare Prüfkriterien.
- Soll und Ist: Prüfe anhand fiktiver Werte, ob 100,1 mm bei 100,0 ± 0,3 mm im Zielbereich liegt, und begründe deine Entscheidung.
- Sicherheitskarte: Stelle drei typische Gefährdungen und jeweils eine fachlich zuständige Schutzentscheidung als Lernplakat dar.
Standard
- Briefing: Formuliere zu einer erfundenen Plakette sechs Kundenfragen und leite daraus vier messbare Akzeptanzkriterien ab.
- Entwurfsvergleich: Erstelle zwei digitale Layouts mit Schrift, Motiv und Randmaßen und begründe die Wahl eines Entwurfs.
- Zeitkalkulation: Entwickle einen Fünf-Phasen-Plan, rechne den Gesamtbedarf mit 15 % Puffer aus und kontrolliere deine Einheiten.
- Fehleranalyse: Werte fünf synthetische Messdaten aus, dokumentiere eine Grenzwertüberschreitung und schlage ein fachlich zu klärendes Vorgehen vor.
Schwer
- Modell-Kundenauftrag: Entwirf eine vollständige Flachgravur-Planungsmappe mit Briefing, Zeichnung, Kalkulation, Sicherheitsgrenzen und Abnahmeprotokoll.
- Transferfall: Übertrage die Planungsmappe auf eine Reliefgravur und erläutere, welche Bezugsebenen, Qualitätsmerkmale und Zeichnungen neu nötig werden.
- Prüfungssimulation: Produziere mit frei erfundenen Daten ein kurzes Erklärvideo oder schriftliches Rollenspiel, in dem du drei kritische Nachfragen zu Qualität, Kosten und Sicherheit beantwortest.
- Verbesserungsbericht: Analysiere zwei alternative Abläufe für denselben Auftrag nach Terminrisiko, Materialverbrauch und Prüfaufwand und begründe eine nachvollziehbare Empfehlung.


Lernkontrolle
- Strukturtransfer: Begründe, weshalb die Wahl zwischen Flach- und Reliefgravur keine Wahl zwischen Ausbildungsfachrichtungen ist und welchem Prüfungsteil sie zugeordnet wird.
- Skalierung: Ein Motiv wird von 72 auf 90 mm vergrößert; berechne den Faktor, die neue Höhe einer ursprünglich 12 mm hohen Schrift und ein mögliches Randproblem.
- Grenzentscheidung: Ein Modellmaß soll 60,0 ± 0,2 mm betragen; beurteile 59,8 mm, 60,1 mm und 60,3 mm und begründe deine Grenzwerte.
- Kalkulationsprüfung: Prüfe, ob 140 Minuten mit einem fiktiven Stundensatz von 30 € korrekt als 70 € Zeitkosten ausgewiesen sind, und lege die Umrechnung offen.
- Sicherheitspriorisierung: Erkläre, warum eine ausgezeichnete Zeichnung eine fehlende Maschinenunterweisung nicht kompensieren kann.
- Fehlerursache: Ein digitaler Entwurf verletzt auf einer Seite den Mindestabstand; entwickle einen dokumentierten Korrektur- und Nachprüfprozess.
- Begründung: Antworte schriftlich auf die Frage, wie du die Qualität einer Reliefgravur anders bewerten würdest als die einer Flachgravur, ohne gefährliche Arbeit auszuführen.
Lernnachweis
Dein Lernportfolio enthält eine belegte Übersicht zur Prüfungsordnung, ein synthetisches Kundenbriefing mit messbaren Kriterien, mindestens zwei Entwurfsskizzen, einen maßbezogenen Digitalentwurf, Zeit- und Kostenrechnung mit Einheiten, eine Sicherheits- und Zuständigkeitsliste, ein simuliertes Soll-Ist-Protokoll, eine nachvollziehbare Abweichungsentscheidung und eine kurze Auswertung. Für das Fachgespräch legst du begründete Entscheidungen sowie eine tragfähige Alternative vor.
| Nachweisart | Beobachtbare Kompetenz | Mindestbeleg für diese Lernübung |
|---|---|---|
| Wissen | Prüfungsrahmen und Varianten korrekt einordnen | Quellenangabe zu BIBB und GrAusbV |
| Planen | Kundenwunsch in prüfbare Vorgaben übersetzen | Freigegebene Entwurfsversion und Kriterienliste |
| Rechnen | Maße, Puffer und Kosten fehlerfrei herleiten | Nachrechenbare Formeln mit Einheiten |
| Verantworten | Risiken und Grenzen selbstständiger Arbeit erkennen | Qualifizierte Zuständigkeiten genannt |
| Kontrollieren | Messwerte und Sichtkriterien auswerten | Vollständige Modell-Prüftabelle |
| Reflektieren | Abweichungen und Alternativen begründen | Kurzes simuliertes Fachgespräch und Verbesserungsbericht |
Zur Selbsteinschätzung kannst du das 100-Punkte-Lernraster aus dem Modellfall verwenden. Es ist nicht das offizielle Prüfungsschema; die echte Bewertung und Zulässigkeit praktischer Handlungen bleiben Sache der zuständigen Prüferinnen, Prüfer und Ausbildungsfachkräfte.
OER und Wikipedia
Amtliche und fachliche Quellen (Stand der Recherche: Oktober 2026):
- BIBB: Graveur/Graveurin – Monoberuf, Ausbildung und berufliche Tätigkeiten; öffentlich zugängliche Fachinformation.
- Graveurausbildungsverordnung – verbindliche Rechtsquelle, insbesondere §§ 7–16, Ausbildungsrahmenplan.
- § 12 Kundenauftrag – zulässige Wahl zwischen Flachgravur und Reliefgravur.
- § 16 Gewichtung und Bestehen – amtliche Prüfungsanteile, nicht mit dem Modellraster verwechseln.
- BIBB: Ausbildung gestalten – Graveur/Graveurin – öffentlich angebotene Umsetzungshilfe zur Ausbildung, Publikation 2018.
- BERUFENET: Graveur/in – öffentliches Berufsprofil.
- BIBB Berufenavi: Video- und Berufsinformationen – Referenz zu den oben eingebetteten Fremdvideos.
Geprüfte Bilddateien und Rechtehinweise:
| Im Kurs verwendete Datei | Quelle | Urheberangabe | Nutzungsstatus laut Commons-Dateiseite |
|---|---|---|---|
| File:Herstellung-eines-Kupferstichs.png | Commons | Historische Encyclopédie-Abbildung, um 1760 | Gemeinfrei, Public Domain Mark |
| File:Engraving Plate Example.jpg | Commons | Maxd2 | CC BY-SA 4.0 |
| File:Engraving tools.JPG | Commons | Halvard | Gemeinfrei, Urheberfreigabe |
| File:Sharpening a burin.jpg | Commons | Mauro Cateb | CC BY-SA 4.0 |
| File:Engraving a copper feather.jpg | Commons | Mauro Cateb | CC BY-SA 4.0 |
| File:Engraving.jpg | Commons | Shalom Goldberg | Gemeinfrei, Urheberfreigabe |
Videos und Rechte: BR alpha: Ich mach's – Graveur/in und azubiTV: Graveur/in sind in BIBB-Berufenavi als berufsbezogene Videos aufgeführt. Sie werden nur verlinkt beziehungsweise über den YouTube-Player eingebunden; keine Creative-Commons-Freigabe behauptet. Verfügbarkeit und externe Nutzungsbedingungen können sich ändern. Die eigenen Modelltabellen, Zeichnungsanweisungen, Fragen und synthetischen Daten dieses Kurses dürfen als didaktisches Material mit angemessener Quellen- und Urheberkennzeichnung weiterentwickelt werden; amtliche Texte, Bilddateien und Fremdvideos behalten ihre jeweiligen Rechte.
Enzyklopädische Vertiefung: Der überprüfte deutsche Wikipedia-Artikel Gravur erläutert die Technik. Die Einbettung ist eine externe Ressource und ersetzt keine amtliche Prüfungsquelle.
Verknüpfte Lernbereiche
Der Lernweg verbindet die Ausbildungsordnung mit Zeichnung, Gestaltung, Typografie, Gravur, Werkstoffkunde, Arbeitsschutz, Qualitätssicherung und Kostenrechnung. Starte im Berufsportal Ausbildung – Graveur und vertiefe die Fachgebiete über die verlinkten Lernbereiche; prüfe bei ergänzenden Angeboten stets den aktuellen Rechtsstand und ob ein konkreter verlinkter Kurs verfügbar ist.
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