Fachübungen 4 – Informationstechnische Systeme bereitstellen - Elektroniker
Einleitung
Du lernst in diesem aiMOOC, wie du einen betrieblichen Auftrag für ein informationstechnisches System nachvollziehbar analysierst, planst, kalkulierst, auf einer sicheren Übungsumgebung konfigurierst, überprüfst und dokumentierst. Der Kurs richtet sich an Auszubildende im 1. Ausbildungsjahr des Handwerksberufs Elektroniker beziehungsweise Elektronikerin. Das gemeinsame Lernfeld 4 – Informationstechnische Systeme bereitstellen hat laut KMK-Rahmenlehrplan einen Zeitrichtwert von 80 Unterrichtsstunden. Der Beruf ist gemäß Elektronikerausbildungsverordnung vom 30. März 2021 in die Fachrichtungen Energie- und Gebäudetechnik sowie Automatisierungs- und Systemtechnik gegliedert. Die gemeinsamen Grundlagen werden hier an berufstypischen Netzwerken, Planungsrechnern und vernetzten Geräten vermittelt. Die Ausbildungsdauer beträgt 42 Monate; die Gesellenprüfung ist nach geltender Ausbildungsordnung in zwei Teile gegliedert. Dieser Kurs verwendet weder Originalprüfungsaufgaben noch behauptete Prüfungsgewichtungen oder individuelle Prüfungszusagen.
Dein Lernpfad: Auftrag verstehen → Komponenten auswählen → Netz dimensionieren → Schutzkonzept entwerfen → Diagnose durchführen → Kundendokumentation erstellen. Übe zuerst auf Papier, in einer lokalen Simulation oder mit ausdrücklich freigegebenen Schulungsgeräten. Alle Firmen-, Geräte-, Preis-, Personen- und Netzwerkdaten dieses Kurses sind frei erfunden. Es gibt keine reale Maschinen-, Netzwerk- oder Elektrofreigabe. Arbeiten an elektrischen Installationen, Maschinen, laufenden Anlagen und produktiven Netzen finden ausschließlich unter qualifizierter Anleitung und mit betrieblicher Freigabe statt. Keine fremden Systeme scannen, keine realen Zugangsdaten verwenden und keine personenbezogenen Schülerdaten hochladen.
Kompetenzziele: Du erstellst ein Lasten- und Pflichtenheft, bewertest Hardware und Software, berechnest IPv4-Subnetze und Datenübertragungszeiten, planst Datenschutz und Datensicherung, grenzt Fehler systematisch ein und präsentierst ein fachliches Abnahmeprotokoll. Grundlagen: Rechnernetz, Netzwerkprotokoll, Betriebssystem, Datensicherung und Informationssicherheit.
Kundenauftrag analysieren und Pflichtenheft erstellen
Ist-Zustand, Zielzustand und Auftrag
Eine qualifizierte Auftragsanalyse beginnt mit einem Gespräch und einer Bestandsaufnahme: Welche Tätigkeit soll unterstützt werden? Welche Geräte, Schnittstellen, Softwarelizenzen und Netze sind vorhanden? Welche Nutzergruppen, Termine, Kostenrahmen und Schutzanforderungen gelten? Die Ist-Analyse beschreibt die Ausgangslage; der Soll-Zustand definiert überprüfbare Ziele. Ein Lastenheft beschreibt aus Auftraggebersicht, was benötigt wird. Ein Pflichtenheft beschreibt aus Auftragnehmersicht, wie diese Anforderungen umgesetzt und geprüft werden sollen. Verwechsle weder allgemeine Wünsche mit messbaren Anforderungen noch eine Materialliste mit einem vollständigen Pflichtenheft.
| Dokument | Fragestellung | Synthetisches Beispiel | Nachweis |
|---|---|---|---|
| Lastenheft | Was soll funktionieren? | Vier Arbeitsplätze sollen eine gemeinsame Druckfunktion und gesicherte Projektablage erhalten. | Schriftlich bestätigte Anforderung |
| Pflichtenheft | Wie wird die Anforderung erfüllt? | Vier Rechner, ein netzwerkfähiger Drucker, freigegebene Dateifreigabe im Übungsnetz. | Netzplan und Komponentenliste |
| Abnahmekriterium | Woran erkennt man Erfolg? | Ein Testdokument wird von jedem Übungsrechner an den Testdrucker übermittelt. | Vier dokumentierte Testfälle |
| Randbedingung | Welche Grenze gilt? | Fiktives Gesamtbudget 3.500 Euro netto inklusive Arbeitszeit. | Nachvollziehbare Kalkulation |
Machbarkeit, Angebot und Ergonomie
Bewerte jede Variante nach Funktion, Leistung, Kompatibilität, Reparierbarkeit, Energiebedarf, Kosten und Schutzbedarf. Ein günstiger Kaufpreis ist nicht automatisch wirtschaftlich: Strom, Softwarepflege, Ersatzteile, Ausfallrisiko und Arbeitszeit gehören zu den Gesamtkosten. Ein ergonomischer IT-Arbeitsplatz berücksichtigt unter anderem anpassbare Sitz- und Bildschirmposition, blendarmes Licht, ausreichende Bewegungsfläche und gut erreichbare Eingabegeräte; konkrete Arbeitsplatzvorschriften werden mit der verantwortlichen Fachkraft geprüft. Dokumentiere Annahmen und Preisstand. Nimm Preislisten in Aufgaben nur als fiktive Rechenwerte, nicht als echte Angebote.
Vorgehen: 1. Anforderungen priorisieren; 2. Muss- und Kann-Kriterien trennen; 3. Komponenten anhand technischer Datenblätter prüfen; 4. Kosten und Risiken schätzen; 5. Tests und Abnahmebedingungen im Pflichtenheft festlegen. Typischer Fehler: „Das Netzwerk soll schnell sein“ ist nicht messbar. Besser ist etwa „vier Clients können in der freigegebenen Simulation gleichzeitig auf die Übungsdatei zugreifen“.
Hardware, Software und Schnittstellen auswählen
Zusammenspiel der Komponenten
Ein Computer benötigt unter anderem Prozessor für Rechenoperationen, Arbeitsspeicher für kurzfristig benötigte Daten, nichtflüchtigen Speicher für Programme und Dateien, geeignete Ein- und Ausgabeschnittstellen sowie ein Betriebssystem, das Prozesse, Dateien, Rechte und Geräte verwaltet. Eine Netzwerkkarte beziehungsweise integrierte Netzwerkschnittstelle verbindet ihn mit einem Netz. Ein Switch leitet Datenrahmen im lokalen Netz anhand gelernter MAC-Adressen weiter; ein Router verbindet unterschiedliche IP-Netze und dient im üblichen kleinen Netz als Standardgateway. Ein Access Point ergänzt Funkzugang. Die Rollen sind logisch zu unterscheiden, auch wenn mehrere Funktionen in einem Gerät kombiniert sind.

Zwei physische Netzwerkswitches: Anschlüsse und Leitungsführung erkennen; Quelle und Lizenz im Medienverzeichnis.

Ein einfaches Switch-Symbol für einen eigenen Netzplan.
Kompatibilität und nachhaltige Auswahl
Prüfe vor der Entscheidung systematisch: Unterstützt das Betriebssystem die Anwendungssoftware? Gibt es zulässige Treiber für die Peripherie? Stimmt die Schnittstelle mit dem Gerät überein? Sind Arbeitsspeicher und Massenspeicher angemessen? Lassen sich Sicherheitsupdates bereitstellen? Kann vorhandene, funktionstüchtige Hardware weitergenutzt werden? Eine Lösung sollte genügend Leistungsreserve besitzen, ohne unnötig Strom und Rohstoffe zu verbrauchen. Typische Fehler: Gigabit-Anschluss mit garantierter Internetgeschwindigkeit verwechseln, veraltete Software ohne Updateversorgung einsetzen oder einen Druckertreiber nur anhand des Steckertyps auswählen.
| Bauteil oder Software | Hauptaufgabe | Prüffrage |
|---|---|---|
| CPU und RAM | Berechnen und kurzfristige Arbeitsdaten | Reicht die Leistung für die Fachanwendung? |
| SSD | Dauerhafte lokale Datenspeicherung | Passt Kapazität und Anschluss zum Gerät? |
| Betriebssystem | Ressourcen- und Rechteverwaltung | Wird die benötigte Software unterstützt? |
| Netzwerkschnittstelle | Kommunikation mit dem Netzwerk | Unterstützt die Verbindung den vorgesehenen Standard? |
| Drucker und Treiber | Dokumentausgabe | Kann das Betriebssystem das Druckermodell ansteuern? |
| Datensicherungsziel | Aufbewahrung unabhängiger Sicherungskopien | Ist eine Wiederherstellung testbar? |
Fachrechnen: Leistung, Energie und Datenmengen
Die elektrische Leistung P wird in Watt und Energie E in Wattstunden beziehungsweise Kilowattstunden angegeben. Die Rechnung für konstanten Bedarf lautet E = P × t. Beispiel: Ein Übungsrechner mit durchschnittlich 55 W läuft 8 Stunden. E = 55 W × 8 h = 440 Wh = 0,44 kWh. Bei angenommenen 0,30 Euro je kWh kostet dieser Tag rechnerisch 0,132 Euro. Das ist ein Rechenmodell, keine Messung. Für vier gleiche Rechner an 220 Nutzungstagen ergibt sich 4 × 0,44 kWh × 220 = 387,2 kWh, also 116,16 Euro bei gleichem angenommenem Tarif. Fehlerquelle: Watt und Kilowattstunden sind nicht dieselbe Einheit; Leerlauf-, Standby- und Volllastwerte unterscheiden sich.
Für Übertragungsraten gilt 8 bit = 1 Byte. Bei dezimaler Schreibweise sind 100 MB = 800 Mbit. An einer idealisierten 100-Mbit/s-Verbindung benötigen 100 MB mindestens 800 / 100 = 8 Sekunden. Protokoll-Overhead, Auslastung und Datenträger begrenzen reale Raten. Unterscheide außerdem MB von MiB sowie Mbit/s von MB/s.
Lokale Netze planen, adressieren und protokollieren
Netzform, Übertragungsmedien und Schichten
Ein LAN verbindet Geräte in einem räumlich begrenzten Bereich; ein WAN verbindet weiter entfernte Standorte. Ethernet verwendet meist leitungsgebundene Verbindungen, WLAN Funk. In einer üblichen Sternstruktur besitzen Endgeräte eigene Leitungen zum zentralen Switch. Ein Patchpanel stellt feste Leitungsenden übersichtlich bereit; es ersetzt keinen aktiven Switch. Bei einer dokumentierten Netzinstallation werden Leitungslängen, Anschlusspunkte, Kennzeichnung und geeignete Bauteile berücksichtigt; die tatsächliche Montage übernimmt qualifiziertes Personal.

Schema verschiedener Netzwerktopologien mit Sternstruktur und Ringstruktur.

Sternnetz: Ein zentraler Knoten mit einzelnen Verbindungen.

Schematische 8P8C-Steckverbindung in T568B-Darstellung; keine eigenständige Verdrahtungsanweisung.
Das OSI-Modell trennt Netzwerkkommunikation gedanklich in sieben Schichten. Besonders wichtig sind für Anfänger Übertragung auf unteren Schichten, die IP-Adressierung auf Schicht 3 und die Kommunikation von Anwendungen auf oberen Schichten. Das Modell hilft bei der Fehlereingrenzung; ein tatsächlicher Internetprotokollstapel ist nicht deckungsgleich mit allen sieben Lehrschichten.

Sieben Ebenen des OSI-Referenzmodells in deutscher Sprache.
Ergänzendes Einsteigervideo zu Netzkomponenten, Adressen, DHCP und Sicherheitsgrundlagen, Kanal Virtualschool.
IPv4, Subnetzmaske, Gateway und DNS
Bei IPv4 umfasst eine Adresse 32 Bit. Die Schreibweise 192.168.50.12/28 bedeutet: 28 Bit Netzanteil, 4 Bit Hostanteil. Damit gibt es 2 hoch 4 = 16 Adressen. Im gewöhnlichen IPv4-Subnetz stehen nach Abzug von Netz- und Broadcastadresse 14 Hostadressen bereit. Das Beispielnetz 192.168.50.0/28 hat die Maske 255.255.255.240, die Netzwerkadresse 192.168.50.0, nutzbare Hosts 192.168.50.1 bis 192.168.50.14 und die Broadcastadresse 192.168.50.15. Diese Angaben gelten ausdrücklich für dieses normale IPv4-LAN-Beispiel; Sonderfälle wie Punkt-zu-Punkt-Netze werden hier nicht behandelt.
Eine IP-Adresse identifiziert eine Netzschnittstelle innerhalb eines IP-Netzes. Die Subnetzmaske grenzt Netz- und Hostanteil ab. Das Standardgateway ist die Route zu anderen Netzen; DNS übersetzt Namen in passende Adressinformationen. Eine gültige IP-Konfiguration allein beweist noch keine funktionierende Verbindung zum Ziel. Zwei Geräte mit gleicher IPv4-Adresse im selben Netz können sich gegenseitig stören. Typische Fehler: Broadcastadresse als Host vergeben, /28 fälschlich als 28 freie Hostadressen interpretieren oder DNS-Fehler mit einem nicht erreichbaren Gateway gleichsetzen.
Erklärvideo zu IPv4, IPv6 und dem Ermitteln einer eigenen IP-Adresse, Kanal Jan Poertner.
DHCP und einfache Diagnose
DHCP kann passende Konfigurationsdaten automatisch verteilen, zum Beispiel IPv4-Adresse, Subnetzmaske, Standardgateway und DNS-Server. Im üblichen DHCPv4-Erstbezug heißen die vier Schritte Discover, Offer, Request, Acknowledge: die Merkhilfe DORA. Für kritische, dokumentierte Netzgeräte können fest geplante Adressen oder DHCP-Reservierungen sinnvoll sein. Ein Ping testet über ICMP nur bestimmte Erreichbarkeitsaspekte; eine fehlende Antwort ist kein eindeutiger Beweis für einen Leitungsfehler, da Sicherheitsregeln Antworten blockieren können.

DHCP-Nachrichtenaustausch; das Schaubild ist englischsprachig.
Das DHCP-Protokoll und der Ablauf der Adressvergabe, Erklärvideo von Florian Dalwigk.
Konzeptionelle Prüfung in der Lernsimulation: Stimmen die Adressen und Präfixe? Passt das Gateway zum Subnetz? Ist der DNS-Server erreichbar? Besteht eine Verbindung am vorgesehenen Port? Lassen sich synthetische Testdateien übertragen? Auf produktive Netze darfst du diese Diagnose nicht ohne Berechtigung anwenden.
Datenschutz, Datensicherheit und Datensicherung
Drei Begriffe mit unterschiedlichen Zielen
Datenschutz schützt personenbezogene Daten und die Rechte betroffener Menschen. Datensicherheit schützt Daten und IT-Systeme beispielsweise vor unbefugtem Zugriff, Verlust und Manipulation; die Schutzziele umfassen Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Datensicherung erstellt wiederherstellbare Kopien, um Datenverlust zu begrenzen. Ein RAID-Verbund erhöht je nach Aufbau die Verfügbarkeit bei bestimmten Laufwerksfehlern, ersetzt aber kein unabhängiges Backup. Verwende in Übungen ausschließlich synthetische Dokumente und Gerätebezeichnungen.
Die Faustregel 3-2-1 bedeutet: drei Kopien wichtiger Daten einschließlich des Originals, auf zwei unterschiedlichen Speicherarten beziehungsweise voneinander unabhängigen Speichermedien, davon eine Kopie getrennt beziehungsweise außerhalb der üblichen Betriebsumgebung. Prüfe die Wiederherstellung regelmäßig und schütze Backups durch Zugriffskontrollen, wo erforderlich Verschlüsselung und geeignete Aufbewahrungsregeln. Eine sicher erfolgreiche Sicherungsmeldung ist noch kein bewiesener Restore.
Schutzkonzept, Rechte und nachhaltiger Betrieb
Plane minimale Zugriffsrechte, individuelle Konten, starke Authentifizierung, erforderlichenfalls Mehrfaktor-Authentifizierung, Updates aus vertrauenswürdigen Quellen, verschlüsselte Übertragung, physische Zutrittskontrolle, sichere Entsorgung von Datenträgern und einen begründeten Berechtigungsprozess. Bei personenbezogenen Daten sind insbesondere die Datenschutz-Grundverordnung und betriebliche Vorgaben zu beachten. Recherchierte Bilder, Texte und Programme dürfen nicht automatisch beliebig weiterverwendet werden: Lizenz, Urheber, Zweck und gegebenenfalls Namensnennung prüfen. Eine korrekt beschriftete CC-BY-SA-Grafik benötigt passende Attribution und die Beachtung ihrer Lizenzbedingungen.
| Risiko im fiktiven Lernnetz | Vorbeugende Maßnahme | Geeigneter Wirksamkeitsnachweis |
|---|---|---|
| Versehentlich gelöschte Testdatei | Unabhängiges Backup | Dokumentierte Wiederherstellung einer Testdatei |
| Unbefugter Dateizugriff | Rollenbasierte Rechtevergabe | Negativer Zugriffsversuch mit reinem Testkonto |
| Veraltetes Betriebssystem | Unterstütztes System und Updates | Versions- und Patchstatus im Schulungssystem |
| Defektes Speichermedium | Geprüfte Ersatz- und Wiederherstellungsstrategie | Simulierte Ausfallsituation ohne Produktionsdaten |
Typische Fehler: Ein Backup direkt neben dem Original ohne Trennung aufbewahren, alle Personen als Administrator anmelden, Passwörter im Abnahmebericht dokumentieren oder eine öffentlich zugängliche Dateiablage mit ausreichendem Datenschutz verwechseln.
Testen, Fehlerdiagnose und Übergabe
Von der Vermutung zum prüfbaren Befund
Prüfe immer zuerst Symptom, Reichweite und Sollwert. Betrifft der Fehler einen Client, mehrere Clients oder einen Dienst? Nach Änderung einer einzigen dokumentierten Ursache wird erneut geprüft. Für die Planung hilft die Reihenfolge: 1. Freigabe und Schutzbedarf klären; 2. sichtbaren Zustand und simulierten Anschluss prüfen; 3. lokale IP-Konfiguration lesen; 4. lokale und entfernte Zielerreichbarkeit getrennt beurteilen; 5. Namensauflösung und Dienst testen; 6. Ergebnis, Ursache und Korrektur dokumentieren. Auf echten elektrischen Betriebsmitteln nur durch qualifizierte Fachkräfte und nach den einschlägigen Sicherheitsvorgaben prüfen.
Beispiel A: Test-PC A hat 192.168.50.6/28 und Gateway 192.168.50.1. Der Testdrucker hat 192.168.50.2/28. Wenn der Drucker auf reine IP-Kommunikation reagiert, der Druckauftrag über einen Namen aber scheitert, untersuche zunächst Namensauflösung und Druckdienst; behaupte nicht automatisch einen Kabeldefekt. Beispiel B: Test-PC B trägt irrtümlich 192.168.50.18/28. Diese Adresse gehört zum nächsten /28-Netz; eine direkte Kommunikation mit 192.168.50.2 als lokalem Nachbarn wird deshalb nicht wie geplant erfolgen. Im Übungsmodell ist eine passende Adresse im Bereich .1 bis .14 und eine konfliktfreie Zuweisung zu wählen.
| Prüfschritt | Soll im Modell | Ist-Beispiel | Ergebnis und Folgerung |
|---|---|---|---|
| IPv4-Adresse und Maske | .5 bis .10 mit /28 für Clients | .6 mit /28 | Adresslage plausibel |
| Gateway | 192.168.50.1 | 192.168.50.1 | Plausibel, Erreichbarkeit separat prüfen |
| Druckdienst | Testseite an Drucker .2 | Testseite wird ausgegeben | Funktionsprüfung bestanden |
| Backup-Restore | Synthetische Datei lässt sich öffnen | Datei vollständig lesbar | Restore-Test bestanden |
Fachgerechte Übergabe
Ein Abnahmeprotokoll enthält Kundenanforderung, Systemübersicht, Geräte- und Softwareinventar ohne Geheimnisse, Netzwerkadressplan, Testfälle und Ergebnisse, Restmängel, Zuständigkeiten, Datum und die vereinbarte Einweisung. Die Übergabe erklärt den Weg zu Support, Wiederherstellung und Änderungsdokumentation. Ergebnisorientiert ist die Abnahme erst, wenn Anforderungen gegen Nachweise abgeglichen sind; eine reine Erfolgsmeldung ohne Prüfkriterien genügt nicht. Feedback gibst du anhand von Beobachtungen und konkreten Verbesserungsvorschlägen.
Berufstypischer Modellfall: IT für ein Elektroplanungsbüro
Vollständiger fiktiver Kundenauftrag
Das vollständig erfundene Planungsbüro Lernwerkstatt Nord benötigt vier Büroarbeitsplätze zur Dokumentation von Elektroinstallationsplänen, einen gemeinsam nutzbaren Netzwerkdrucker, einen zentralen Übungsdateispeicher, einen Access Point für autorisierte Schulungsgeräte und Zugang über ein Gateway. Die interne IT soll ohne reale Kundendaten betrieben werden. Das Budget beträgt 3.500 Euro netto einschließlich acht Arbeitsstunden. Vorhandene Softwarelizenzen und Hardwarekompatibilität gelten im Fall als geprüft; alle Werte dienen allein der Ausbildung, nicht als Beschaffungszusage.
Lastenheft-Auszug: Vier gleichzeitig verwendbare Arbeitsplätze; Druckfunktion von jedem Arbeitsplatz; getrenntes Backup synthetischer Dateien; dokumentierte Zugriffe; Erweiterbarkeit; einfache Einweisung.
Pflichtenheft-Auszug: Vier gleichartige Lernrechner, ein 16-Port-Switch, ein Router als Gateway, ein Access Point, ein netzwerkfähiger Drucker, ein NAS als Arbeitsablage und eine davon unabhängige Backup-Strategie mit Wiederherstellungstest. Die Auswahl eines 16-Port-Switches bietet Reserve gegenüber acht benötigten kabelgebundenen Verbindungen.
Musterarbeitsprodukt A: Netzskizze und IPv4-Adressplan
Schematische Struktur: Internet-Testanschluss → Router 192.168.50.1 → Switch → PC A, PC B, PC C, PC D, Drucker, NAS und Access Point. Die einzelnen Geräte werden sternförmig am Switch angebunden. Im Modell ergeben sich vier PC-Links, je ein Link für Drucker, NAS, Access Point und Router, also acht belegte Switchports. Ein 8-Port-Gerät wäre sofort ausgelastet; das geplante 16-Port-Gerät lässt Platz für Erweiterungen.
| Simuliertes Gerät | Adresse | Vergabe | Prüfmerkmal |
|---|---|---|---|
| Router / Gateway | 192.168.50.1/28 | fest geplant | Lokaler Übergang |
| Testdrucker | 192.168.50.2/28 | fest geplant | Druckerreichbarkeit |
| NAS-Arbeitsablage | 192.168.50.3/28 | fest geplant | Freigabe mit Rechten |
| Access Point | 192.168.50.4/28 | fest geplant | Dokumentierter Funkzugang |
| PC A bis PC D | 192.168.50.5 bis .8/28 | DHCP-Pool .5 bis .10 | Keine Adresskonflikte |
| Reserve | 192.168.50.9 bis .14/28 | im Modell verfügbar, .9 bis .10 Teil des Pools | Erweiterungsplanung |
| Netzadresse / Broadcast | 192.168.50.0 / 192.168.50.15 | nicht an Hosts vergeben | Korrekte Subnetzgrenzen |
Rechenweg: 32 minus 28 = 4 Hostbits; 2 hoch 4 = 16 Gesamtadressen; abzüglich Netz- und Broadcastadresse = 14 üblicherweise nutzbare Hostadressen. Acht Geräte mit Netzadresse benötigen je eine der 14 Adressen. Der Bereich reicht im Modell also aus. Die vorgeschlagene DHCP-Poolspanne enthält sechs Adressen für vier PCs und zwei temporäre Geräte. Nicht übersehen: Reserveplätze sind nicht automatisch zusätzlich zum Pool frei; Adressen dürfen niemals doppelt vergeben werden.
Musterarbeitsprodukt B: nachvollziehbare Kostenschätzung
Alle folgenden Zahlen sind frei erfundene Nettowerte und keine aktuellen Händlerpreise.
| Position | Berechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Vier Lern-PCs | 4 × 480 Euro | 1.920 Euro |
| 16-Port-Switch | 1 × 130 Euro | 130 Euro |
| Router | 1 × 180 Euro | 180 Euro |
| Access Point | 1 × 90 Euro | 90 Euro |
| NAS | 1 × 310 Euro | 310 Euro |
| Drucker | 1 × 160 Euro | 160 Euro |
| Übungs-USV | 1 × 150 Euro | 150 Euro |
| Acht Patchkabel | 8 × 12 Euro | 96 Euro |
| Materialsumme | 1.920 + 130 + 180 + 90 + 310 + 160 + 150 + 96 | 3.036 Euro |
| Arbeitszeit | 8 h × 45 Euro/h | 360 Euro |
| Gesamtsumme | 3.036 + 360 | 3.396 Euro |
| Budgetreserve | 3.500 − 3.396 | 104 Euro |
Ergebnis: Der Modellauftrag liegt 104 Euro unter dem vorgegebenen Nettobudget. In einem realen Angebot müssten insbesondere Steuer, Lizenzstatus, Gewährleistung, Transport, Leistungsumfang und tatsächliche Preise gesondert geprüft werden. Rechne nie die Arbeitszeit aus dem Vergleich heraus. Typischer Fehler: die Zahl 3.036 Euro als endgültige Auftragssumme ausgeben.
Musterarbeitsprodukt C: Datentransfer, Backup und Abnahme
Übertragungszeit: Eine 750-MB-Übungsdatei enthält bei dezimaler Rechnung 6.000 Mbit. An einer idealisierten 100-Mbit/s-Strecke ist die theoretische Untergrenze 6.000 / 100 = 60 Sekunden. In einer realen Umgebung ist mehr Zeit einzuplanen.
Backup-Bedarf: Vier PCs erzeugen im Modell je 25 GiB geänderte Übungsdaten pro Tag, insgesamt 100 GiB pro Tag. Für fünf getrennt aufzubewahrende Tagesstände ohne Deduplizierung oder weitere Änderungen werden rechnerisch 500 GiB angenommen. Mit 20 Prozent Planungspuffer: 500 GiB × 1,20 = 600 GiB. Die Größenannahme ist bewusst vereinfacht. NAS-Redundanz allein ist kein Offline- oder Offsite-Backup.
Abnahmeprotokoll als Muster: Prüffall 1: Vier PCs erhalten unterschiedliche Adressen im richtigen /28-Netz – bestanden im Modell. Prüffall 2: Ein synthetischer Druckauftrag je PC – vier erfolgreiche Druckaufträge. Prüffall 3: Unberechtigtes Testkonto kann die vertrauliche Übungsablage nicht öffnen – Zugriff korrekt verweigert. Prüffall 4: Eine gelöschte synthetische Testdatei wird aus der unabhängigen Sicherung lesbar wiederhergestellt – bestanden. Prüffall 5: Kostenrechnung und Netzwerkplan sind abgeglichen – ohne Widerspruch. Keine dieser hypothetischen Feststellungen ist eine tatsächliche Freigabe.
| Bewertungsbereich | Maximalpunkte | Volle Leistung | Häufiger Abzug |
|---|---|---|---|
| Anforderungsanalyse und Pflichtenheft | 15 | Vier Muss-Kriterien mit prüfbarer Abnahme | Unpräzise Anforderungen |
| Systemauswahl und Netzplan | 20 | Geräte passend, Ports ausreichend, strukturierte Skizze | Unpassende Schnittstellen oder fehlende Verbindung |
| IPv4-Rechnung und Adressplan | 20 | /28, .0, .1 bis .14, .15 und konfliktfreier Plan | Netz/Broadcast als Host |
| Kalkulation und Fachrechnen | 15 | Material 3.036, Gesamt 3.396, Reserve 104 sowie Einheiten korrekt | Arbeitskosten vergessen |
| Datensicherheit und Restore | 15 | Berechtigungen, unabhängige Sicherung und Test beschrieben | RAID als Backup behauptet |
| Diagnose, Abnahme und Dokumentation | 15 | Prüftabelle, Soll/Ist, Mängel, Übergabe nachvollziehbar | Bloße Erfolgsmeldung |
| Summe | 100 | Ab 80 Punkten: sicher begründete Modelllösung; 60 bis 79: tragfähige Basis mit Verbesserungen; unter 60: gezielt nacharbeiten. | Didaktische Kriterien, keine offizielle Prüfungsnote |
Muster-Fazit: Technisch ist das gedachte Netzwerk mit 14 nutzbaren Hostadressen und 16 Switchports ausreichend dimensioniert; 3.396 Euro bleiben innerhalb des fiktiven Budgets. Eine reale Umsetzung setzt Berechtigungen, aktuelle Normen, Datenschutzprüfung, Herstellerunterlagen und fachliche Abnahme voraus.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz
Wähle jeweils die eine fachlich richtige Antwort. Die Erläuterung nach jeder Frage hilft dir beim selbstständigen Abgleichen.
Welche Aussage beschreibt ein Pflichtenheft am treffendsten? (Es konkretisiert die technische Umsetzung und überprüfbare Erfüllung der Anforderungen) (!Es ersetzt jede Funktionsprüfung durch eine Materialliste) (!Es nennt ausschließlich Wünsche ohne technische Festlegung) (!Es ist stets identisch mit einer Bedienungsanleitung)
Rückmeldung: Ein Lastenheft beschreibt die Anforderungen des Auftraggebers; das Pflichtenheft konkretisiert eine umsetzbare und prüfbare Lösung.
Welche Hauptaufgabe erfüllt ein gewöhnlicher Switch in einem LAN? (Er verbindet lokale Geräte und leitet Ethernet-Rahmen anhand von MAC-Adressen weiter) (!Er vergibt immer die öffentlichen Internetadressen aller Geräte) (!Er ersetzt automatisch jedes Betriebssystem) (!Er speichert alle Dateien dauerhaft auf allen Ports)
Rückmeldung: Ein klassischer Layer-2-Switch schaltet lokale Ethernet-Verbindungen. Routing, DHCP und Dateispeicherung sind davon zu unterscheiden.
Wie viele üblicherweise nutzbare Hostadressen besitzt ein normales IPv4-Netz mit dem Präfix /28? (14) (!4) (!16) (!28)
Rückmeldung: 32 minus 28 ergibt vier Hostbits, also 16 Adressen. Netzwerk- und Broadcastadresse werden im normalen Beispiel nicht als Host vergeben.
Welche Adresse ist im Subnetz 192.168.50.0/28 die Broadcastadresse? (192.168.50.15) (!192.168.50.0) (!192.168.50.16) (!192.168.50.255)
Rückmeldung: Der Block umfasst 16 Adressen von .0 bis .15. Die erste bezeichnet das Netz, die letzte den Broadcast.
Wozu dient DNS im Netzwerk? (Es ermöglicht die Zuordnung von Namen zu Adressinformationen) (!Es misst grundsätzlich den Energieverbrauch eines Routers) (!Es erstellt automatisch unabhängig gespeicherte Backups) (!Es ersetzt die Subnetzmaske durch einen Benutzernamen)
Rückmeldung: DNS löst Namen auf; es ersetzt weder eine funktionierende IP-Konfiguration noch die eigentliche Datenübertragung.
Welche Folge beschreibt den üblichen DHCPv4-Erstbezug? (Discover Offer Request Acknowledge) (!Request Discover Acknowledge Offer) (!Acknowledge Request Offer Discover) (!Offer Acknowledge Discover Request)
Rückmeldung: DORA ist die vereinfachte Reihenfolge einer typischen erstmaligen dynamischen IPv4-Konfiguration.
Wie groß ist die theoretische Mindestübertragungszeit für 100 MB über 100 Mbit/s? (8 Sekunden) (!1 Sekunde) (!80 Sekunden) (!100 Sekunden)
Rückmeldung: 100 MB mal acht ergibt 800 Mbit. Division durch 100 Mbit/s liefert acht Sekunden ohne Overhead.
Welche Aussage zur Datensicherung ist korrekt? (Ein unabhängiges Backup muss durch eine Wiederherstellung überprüft werden) (!Ein RAID ersetzt in jedem Fall eine räumlich getrennte Sicherung) (!Eine Datei auf demselben Datenträger ist immer eine sichere zweite Kopie) (!Eine Erfolgsmeldung beweist bereits die Lesbarkeit jeder gesicherten Datei)
Rückmeldung: Erst eine erfolgreiche Wiederherstellung zeigt, dass eine Sicherung für den vorgesehenen Fall verwendbar ist.
Ein Testrechner hat die Adresse 192.168.50.18/28 statt 192.168.50.6/28. Was ist das Problem? (Er befindet sich damit nicht im geplanten Subnetz 192.168.50.0/28) (!Die neue Adresse ist die Broadcastadresse des geplanten Subnetzes) (!Die Anzahl der Switchports verdoppelt sich) (!Ein Druckertreiber wird dadurch automatisch gelöscht)
Rückmeldung: Das geplante /28 umfasst .0 bis .15; .18 liegt im folgenden Netzbereich .16 bis .31.
Welche Gesamtsumme ergibt das Modellangebot aus 3.036 Euro Material und 8 Stunden zu 45 Euro? (3396 Euro) (!3036 Euro) (!3081 Euro) (!3500 Euro)
Rückmeldung: 8 mal 45 Euro ergibt 360 Euro. Addiert mit 3.036 Euro Material sind es 3.396 Euro und damit 104 Euro Budgetreserve.
Memory
Ordne jedem Fachbegriff seine eindeutig passende Erklärung zu.
| Lastenheft | Anforderungen aus Sicht des Auftraggebers |
| Pflichtenheft | Konkreter Plan zur Erfüllung des Auftrags |
| Subnetzmaske | Trennung von Netzanteil und Hostanteil |
| Switch | Verbindung lokaler Ethernet-Geräte |
| Gateway | Ausgangspunkt zu anderen IP-Netzen |
| Restore | Wiederherstellung gespeicherter Daten |
Drag-and-drop
Verbinde jeden Arbeitsschritt mit dem passenden Dokument oder Ergebnis.
| Ordne den Schritt zu. | Passendes Arbeitsergebnis |
|---|---|
| Kundenanforderung erfassen | Lastenheft mit Muss-Kriterien |
| Netzstruktur zeichnen | Topologieskizze mit Ports |
| Adressbedarf bestimmen | Dokumentierter IPv4-Plan |
| Datenverlust vorsorgen | Unabhängige Sicherungsstrategie |
| Abnahme durchführen | Ausgefülltes Soll-Ist-Protokoll |
Kreuzworträtsel
Trage für jeden Hinweis den passenden einzelnen Fachbegriff ein.
| Router | Gerät für den Verkehr zwischen verschiedenen IP-Netzen |
| Switch | Gerät zur Verbindung lokaler Ethernet-Endgeräte |
| Subnetz | Logische Unterteilung eines IP-Netzes |
| Gateway | Standardübergang zu einem anderen Netz |
| Protokoll | Vereinbarte Regeln für die Datenkommunikation |
| Datensicherung | Erstellen wiederherstellbarer Kopien wichtiger Daten |
LearningApps
Die folgende LearningApps-Suche zeigt zusätzliche externe Übungen zum Thema; die dort gelisteten Angebote stammen von unterschiedlichen Verfassenden und werden vor Unterrichtseinsatz auf fachliche Eignung, Rechte und Datenschutz geprüft.
Lückentext
Ergänze die Fachbegriffe. Pro Satz gibt es eine Lücke.
Offene Aufgaben
Alle zwölf Aufgaben lassen sich mit Papier, Tabellenkalkulation oder einer freigegebenen lokalen Lernsimulation bearbeiten. Nutze nur frei erfundene Daten. Dokumentiere stets Annahmen, Rechenweg, Ergebnis und eine fachliche Eigenkontrolle.
Leicht
- L1 Anforderungen: Formuliere für vier fiktive Büro-PCs vier überprüfbare Muss-Anforderungen und eine Kann-Anforderung. Produkt: ein einseitiges Lastenheft.
- L2 Komponenten: Erkläre CPU, RAM, SSD, Switch und Router anhand ihrer unterschiedlichen Aufgaben. Produkt: eine beschriftete Fünf-Zeilen-Tabelle.
- L3 Netzskizze: Zeichne eine Sternstruktur mit drei PCs und einem Switch, benenne jeden Port und markiere den Weg zum Router. Produkt: kommentierte Skizze.
- L4 Schutzmaßnahmen: Unterscheide Datenschutz, Datensicherheit und Datensicherung anhand je eines eigenen synthetischen Beispiels. Produkt: Begriffsblatt mit drei Beispielen.
Standard
- S1 Lösungskonzept: Wandle die Anforderungen aus L1 in ein Pflichtenheft mit Komponenten, Kostenannahmen, Testfällen und Abnahmebedingungen um. Produkt: ausgefüllte Matrix.
- S2 IP-Adressplan: Plane für ein /28-Übungsnetz Gateway, Drucker, NAS, Access Point und vier PCs ohne Konflikte. Berechne Netz-, Broadcast- und Hostbereich. Produkt: Adresstabelle.
- S3 Transferrechnung: Berechne die theoretische Mindestzeit für 750 MB auf 100 Mbit/s und 1 Gbit/s und erkläre, warum reale Werte abweichen. Produkt: Rechenblatt.
- S4 Diagnoseprotokoll: Analysiere einen simulierten PC mit falschem Gateway, nenne drei konkurrierende Hypothesen und schlage eine schrittweise Kontrolle vor. Produkt: Fehlerbaum.
Schwer
- H1 Schutzkonzept: Entwirf für ein fiktives Planungsbüro ein Berechtigungs- und 3-2-1-Backup-Konzept mit Restore-Test und Risikoanalyse. Produkt: Sicherheitskonzept mit Maßnahmenmatrix.
- H2 Angebotsvergleich: Vergleiche zwei selbst erdachte, technisch passende IT-Lösungen hinsichtlich Investition, Arbeitszeit, Stromkosten für zwei Jahre und Reparierbarkeit. Produkt: Entscheidungsvorlage mit Sensitivitätsprüfung.
- H3 Skalierung: Erweitere den Modellfall auf mindestens 18 IP-Endpunkte und begründe ein neues IPv4-Präfix, die benötigte Switchportzahl und die Vermeidung von Adresskonflikten. Produkt: neuer Netz- und Adressplan.
- H4 Kundenübergabe: Entwickle sechs überprüfbare Abnahmetests inklusive Negativtest für die Rechtevergabe, simulierten Fehlereintrag, verständlicher Einweisung und Bewertung der Arbeit. Produkt: Abnahme- und Reflexionsbericht.


Musterlösungen und fachliche Kriterien zu den zwölf Aufgaben
Die Lösungen sind Beispiele; andere fachlich begründete Varianten sind möglich. Prüfe jeweils korrekte Fachsprache, eindeutige Einheiten, Realitätsbezug des Modells und nachvollziehbare Tests.
| Aufgabe | Exemplarisches Musterarbeitsprodukt | Beurteilung |
|---|---|---|
| L1 | „Vier PCs drucken eine Testseite“, „vier getrennte Nutzerkonten“, „Testdatei wiederherstellbar“, „Netzwerkplan vorhanden“; Kann: WLAN für Testgeräte. | Vier messbare Muss-Kriterien und ein klar gekennzeichnetes Kann-Kriterium |
| L2 | CPU rechnet; RAM hält flüchtige Arbeitsdaten; SSD speichert persistent; Switch verbindet LAN-Ports; Router verbindet IP-Netze. | Funktionen werden nicht verwechselt |
| L3 | PC A an Port 1, PC B an Port 2, PC C an Port 3, Router an Port 4 eines Switches. | Sternstruktur, eigene Ports und beschriftete Verbindung |
| L4 | Datenschutz: Testkonten statt echter Personen; Datensicherheit: Rollenrechte; Datensicherung: Wiederherstellung aus zweiter Kopie. | Schutzgegenstand und Maßnahme stimmen überein |
| S1 | Anforderung Druckfunktion → Drucker im LAN → vier erfolgreiche Testseiten; dazu Geräteliste und Nettokalkulation. | Anforderung, Realisierung und Test sind verbunden |
| S2 | 192.168.50.0/28, Maske 255.255.255.240, Hosts .1 bis .14, Broadcast .15; .1 Gateway, .2 Drucker, .3 NAS, .4 AP, .5 bis .8 PCs. | 14 nutzbare Hosts, keine Doppelvergabe |
| S3 | 750 MB = 6000 Mbit; bei 100 Mbit/s 60 s; bei 1000 Mbit/s 6 s als Idealfälle. | Umrechnung mal acht, Zeit in Sekunden, reale Abweichungen genannt |
| S4 | Sichtbare Verbindung prüfen, IP und Präfix prüfen, Gateway vergleichen, einzelne Testziele prüfen, Änderung dokumentieren. | Hypothesen sauber getrennt, keine Eingriffe ins Fremdnetz |
| H1 | Rollen „Planung“ und „Gast“, unabhängige Sicherung, getrennte Kopie, monatlicher simulierter Restore-Test, dokumentierte Risiken. | Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Prüfbarkeit berücksichtigt |
| H2 | Beispiel A 3300 Euro Anschaffung und 120 Euro Energie je Jahr; B 3450 Euro und 60 Euro je Jahr. Nach zwei Jahren A 3540 Euro und B 3570 Euro. | Gleicher Vergleichszeitraum und nachvollziehbare Annahmen |
| H3 | Für 18 Endpunkte /27 mit 30 üblichen Hostadressen statt /28 mit 14; Switchportbedarf einschließlich Uplink und Reserve prüfen. | Präfix und physische Ports getrennt dimensioniert |
| H4 | Sechs Testzeilen mit Soll, Ist, Nachweis, Abweichung, Verantwortung und Ergebnis; negativer Test: Gast darf keine Planungsdateien öffnen. | Auch Fehler und fehlgeschlagene Tests ehrlich dokumentiert |
Lernkontrolle
Bearbeite diese zusätzlichen Aufgaben ohne die Multiple-Choice-Antworten zu übernehmen; vergleiche anschließend mit den fachlichen Lösungshinweisen.
- K1 Anforderungsänderung: Der Kunde verlangt plötzlich zwei weitere PCs. Welche Aussagen im Lastenheft, im Pflichtenheft, im Portplan und in der Kostenrechnung müssen sich ändern? Kriterium: alle vier Auswirkungen begründet.
- K2 Subnetzvergleich: Prüfe, ob das Netz 192.168.20.0/29 für sieben IP-Geräte im üblichen LAN genügt. Muster: sechs nutzbare Hostadressen reichen nicht; eine größere konfliktfreie Planung ist erforderlich.
- K3 Schutzpriorität: Ein Testbericht enthält echte Kennwörter und eine frei zugängliche Dateifreigabe. Ordne Risiken und Maßnahmen zu. Muster: Geheimnisse entfernen, Zugang begrenzen, Rechte und Vorfallbehandlung klären.
- K4 Rechenvergleich: Wie lange benötigen idealisiert 250 MB bei 50 Mbit/s? Muster: 250 × 8 / 50 = 40 Sekunden; reale Übertragung dauert oft länger.
- K5 Diagnostische Entscheidung: Ein PC erreicht eine IP-Adresse, aber keinen zugehörigen Hostnamen. Welche Hypothese prüfst du zuerst und warum? Muster: DNS-Konfiguration und Namensauflösung prüfen, ohne einen physischen Defekt vorwegzunehmen.
- K6 Lebenszyklus: Begründe, wann die Reparatur eines funktionsfähigen vorhandenen PCs statt eines Neukaufs sinnvoll sein kann. Kriterien: Leistung, Updates, Energie, Kosten, Reparierbarkeit und Entsorgung abwägen.
Lernnachweis
Als Lernnachweis erstellst du ein Projektportfolio zum fiktiven Modellbetrieb: 1. Anforderungs- und Pflichtenheft; 2. Netzskizze mit 16-Port-Switch und korrektem /28-Adressplan; 3. Auswahl- und Kostenmatrix mit 3.396 Euro Gesamtsumme und 104 Euro Reserve; 4. fachlich richtige Übertragungszeit- und Backup-Rechnung; 5. rollenbasiertes Sicherheitskonzept; 6. dokumentierte, ausschließlich simulierte Testfälle und einen Wiederherstellungstest; 7. eine kurze Kundeneinweisung mit Reflexion.
Mindestkriterien: Anforderungen und Testfälle sind verknüpft; keine IP-Kollisionen; netzbezogene Rechnungen enthalten Rechenweg und Einheiten; Budget enthält Arbeitszeit; Sicherung ist unabhängig und wiederherstellbar; Fehlerdiagnose begründet statt geraten; Belege stammen aus seriösen Quellen; Bildlizenzen sind zugeordnet. Nutze für die Selbsteinschätzung das 100-Punkte-Raster aus dem Modellfall. Eine Lehrkraft oder Ausbilderin beurteilt die Ergebnisse pädagogisch; dieser aiMOOC erteilt keine technische Betriebsfreigabe oder offizielle Prüfungsnote.
OER und Wikipedia
Geprüfte fachliche Ausgangsquellen (Abruf: Oktober 2026):
- KMK: Rahmenlehrplan Elektroniker und Elektronikerin, Lernfeld 4, Seite 14 – maßgebliche Kompetenzbeschreibung; keine freie Bildlizenz behauptet.
- BIBB: Elektroniker/Elektronikerin – Ausbildungsstruktur, zwei Fachrichtungen und Berufsdaten.
- Elektronikerausbildungsverordnung vom 30. März 2021 in konsolidierter Darstellung – Ausbildungsordnung und aktuelle rechtliche Prüfungsstruktur; dieser Kurs übernimmt keine Prüfungsaufgaben.
- Wikipedia: Rechnernetz, IPv4, DHCP – weiterführendes offen lizenziertes Hintergrundwissen, einzelne Versions- und Lizenzangaben auf den Artikelseiten beachten.
Verifizierte Bildquellen und Rechte: Die dargestellten Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Die jeweiligen Dateiseiten dokumentieren Urheber und Lizenz; bei Weiterverwendung können Namensnennung, Lizenzlink und ShareAlike-Bedingungen gelten.
| Eingebettete Datei | Nachweis der Quelldatei | Urheber laut Commons | Lizenz / Rechte |
|---|---|---|---|
| File:Network switches.jpg | Commons-Dateiseite | Jon ShakataGaNai Davis | CC BY-SA 3.0 |
| File:Network switch symbol.svg | Commons-Dateiseite | Mattias.Campe | CC BY-SA 4.0 |
| File:NetworkTopologies.svg | Commons-Dateiseite | Maksim, Vektorfassung Malyszkz | Public Domain laut Dateiseite |
| File:Netzwerktopologie Stern.svg | Commons-Dateiseite | Head, Predatorix | CC BY-SA 3.0 |
| File:RJ-45 plug and jack.svg | Commons-Dateiseite | Sylvain Leroux | CC BY-SA 3.0 |
| File:ISO OSI-Modell.svg | Commons-Dateiseite | Michael von Brandenburg | CC BY-SA 4.0 |
| File:DHCP session en.svg | Commons-Dateiseite | helix84 | Public Domain laut Dateiseite |
Fachvideos: Diese drei öffentlich auffindbaren YouTube-Erklärvideos sind nur eingebettet. Das Urheberrecht verbleibt bei den jeweiligen Kanälen; eine offene Nachnutzungslizenz wurde nicht behauptet. Vor Verwendung externe Einbettung, Verfügbarkeit, Datenschutz und Werbeumfeld prüfen. Keine Inhalte von Sofatutor.
| Eingebettetes Video | Quelle | Kanal / Urheberangabe | Rechtehinweis |
|---|---|---|---|
| https://www.youtube.com/watch?v=4oMDAxLNvc0 | Netzwerkgrundlagen einfach erklärt | Virtualschool | YouTube-Video, Rechte beim Uploader; nur reguläre Einbettung |
| https://www.youtube.com/watch?v=Bhc_hSP__5Q | IP-Adressen einfach erklärt | Jan Poertner | YouTube-Video, Rechte beim Uploader; nur reguläre Einbettung |
| https://www.youtube.com/watch?v=6sxnDB32L1s | Das DHCP-Protokoll | Florian Dalwigk | YouTube-Video, Rechte beim Uploader; nur reguläre Einbettung |
OER-Hinweis: Die eigens formulierten Aufgaben, Berechnungen und synthetischen Musterfälle können im Rahmen dieses Lernangebots bearbeitet und angepasst werden. Für übernommene Fremdmedien gelten ausschließlich deren ausgewiesene Rechte. Bei der Übernahme der Texte sind geltende Lizenz- und Quellenangaben der Plattform zu prüfen.
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