Prüfungssimulation und individuelle Fehleranalyse - Anlagenmechaniker SHK
Einleitung
Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende im Beruf Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Du trainierst eine eigenständig entwickelte Modell-Generalprobe aus Auftragsanalyse, Fachrechnen, Fehlerdiagnose, Dokumentation und Reflexion. Alle Personen, Messwerte, Anlagen und Aufträge sind erfunden. Es handelt sich weder um Originalprüfungsaufgaben noch um eine amtliche Prüfung oder die Zusage einer offiziellen Note. Das Übungsraster bewertet allein die gezeigte Lernleistung.
Sicherheitsrahmen: Die Generalprobe findet auf Papier oder in einer digitalen Lernumgebung statt. Es werden keine realen Gas-, Trinkwasser-, Kälte-, Elektro- oder Druckanlagen betätigt, keine Maschinen freigegeben und keine Anlagenparameter verändert. Praktische Tätigkeiten, Gefahrstoff-, Elektro-, Maschinen- und Gesundheitsarbeiten dürfen nur unter Aufsicht und Anleitung entsprechend qualifizierter Fachkräfte erfolgen. Vor Arbeiten gelten die aktuellen Regeln, Herstellerangaben und betriebliche Freigaben.
Berufsportal: Ausbildungswelten · Ausbildung – Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik · Berufsüberblick · Vertiefung Bestandsheizungen.
Prüfungsstruktur verstehen und Modellprüfung organisieren
Ausbildungsordnung und Einsatzgebiete
Nach dem BIBB-Berufsprofil dauert die Ausbildung regulär 42 Monate. Die Ausbildungsordnung vom 28. April 2016 trat gemäß § 18 SHKAMAusbV am 1. August 2016 in Kraft. Beachte den tatsächlichen Beginn Deines Ausbildungsverhältnisses sowie gegebenenfalls Übergangsregelungen. Die im Gesetz benannten Einsatzgebiete sind Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Lüftungs- und Klimatechnik sowie erneuerbare Energien und Umwelttechnik; der Ausbildungsbetrieb bestimmt das Einsatzgebiet. Ein Einsatzgebiet ist keine frei erfundene eigenständige Abschlussprüfung.
Nach § 7 besteht die gestreckte Abschluss- oder Gesellenprüfung aus Teil 1 und Teil 2. Teil 1 behandelt Versorgungstechnik, Teil 2 Kundenauftrag, Arbeitsplanung, Systemanalyse und Instandhaltung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Im praktischen Kundenauftrag ist das überwiegend ausgebildete Einsatzgebiet zu berücksichtigen. Vergewissere Dich vor einer echten Prüfung bei Deiner zuständigen Kammer über Termine, organisatorische Details, zugelassene Hilfsmittel und anwendbare Rechtslage.
| Prüfungsbereich laut SHKAMAusbV | Anteil laut § 16 | In diesem Kurs trainierte Fähigkeiten |
|---|---|---|
| Versorgungstechnik, Teil 1 | 30 % | Arbeitsfolge, Werkstoffwahl, technische Unterlagen, Messprotokoll |
| Kundenauftrag, Teil 2 | 35 % | Auftrag planen, Diagnose begründen, Fachgespräch simulieren |
| Arbeitsplanung, Teil 2 | 15 % | Material, Hilfsmittel, Sicherheit, Qualitätskontrolle |
| Systemanalyse und Instandhaltung, Teil 2 | 10 % | Messwerte deuten, Fehler eingrenzen, Lösungen vergleichen |
| Wirtschafts- und Sozialkunde, Teil 2 | 10 % | betriebliche Kommunikation, Wirtschaftlichkeit, Rechte und Pflichten |
Quelleneinordnung: Die Prozentwerte stehen ausdrücklich in § 16 SHKAMAusbV. Sie sind nicht die Punkteverteilung unseres Modellfalls. Fachgebietsbezogene Prüfungsanforderungen finden sich in § 9 und §§ 12 bis 15.
Didaktischer Ablauf einer Generalprobe
Arbeite allein mit synthetischen Daten. Als Lernvorschlag, nicht als amtliche Prüfungszeit, bietet sich ein 100-Minuten-Block an: 15 Minuten Aufgabenanalyse, 30 Minuten Rechnen und Systemverständnis, 30 Minuten Modellfall, 15 Minuten Fehlerdiagnose, 10 Minuten Selbstkorrektur. Alternativ verteilst Du dieselben Schritte auf mehrere Lerneinheiten. Lege die Lösungen erst nach der Bearbeitung frei und markiere jede unsichere Annahme.
| Vorher | Währenddessen | Danach |
|---|---|---|
| Lernziel und Hilfsmittel notieren | Rechenweg, Einheit und Begründung aufschreiben | Mit Musterlösung und Raster abgleichen |
| Sicherheitsgrenzen festlegen | Befund von Vermutung trennen | Fehlerart und nächstes Training festhalten |
| Bearbeitungszeit selbst wählen | Entscheidungen transparent dokumentieren | Transferfall mit neuen Werten lösen |
Fachwissen für die SHK-Generalprobe
Wärmeleistung, Volumenstrom und Spreizung
In einem wassergeführten Heizkreis transportiert der Vorlauf erwärmtes Heizwasser zu Heizflächen, der Rücklauf führt es zurück. Die Temperaturspreizung ist die Differenz zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur, angegeben in Kelvin. Der Volumenstrom beschreibt das transportierte Wasservolumen je Zeit, etwa in Litern pro Stunde. Für eine vereinfachte Modellrechnung mit Wasser und angenäherten Stoffwerten gilt:
Wärmeleistung in kW ≈ 1,16 × Volumenstrom in m³/h × Temperaturspreizung in K.
Beispiel: 0,20 m³/h bei 10 K ergeben ungefähr 2,32 kW. Umgestellt: Volumenstrom = Wärmeleistung / (1,16 × Spreizung). Vor der Rechnung sind 1 000 L = 1 m³ und die zugehörige Zeitbasis zu prüfen. Die Faustzahl ist kein universeller Bemessungswert für beliebige Medien oder Betriebszustände; für eine reale Auslegung sind zutreffende Stoffwerte und anerkannte Regeln nötig.
Typische Fehler: Liter pro Stunde direkt als Kubikmeter pro Stunde einsetzen; Temperaturdifferenz mit einer absoluten Temperatur verwechseln; Watt und Kilowatt nicht umrechnen; aus einer einzigen Temperaturmessung auf die gesamte Anlagenleistung schließen.
Bild: Heizkörperanschluss einer Einrohrheizung; der Modellfall unten betrifft ausdrücklich ein anderes, fiktives Zweirohrsystem. Quelle: Wikimedia Commons, Cschirp, CC BY-SA 3.0.
Hydraulischer Abgleich und Druckmessung
Beim hydraulischen Abgleich werden die vorgesehenen Volumenströme der Heizflächen aufeinander abgestimmt. Ein warmer Heizkörper neben einer nicht ausreichend versorgten Heizfläche beweist noch keinen bestimmten Defekt. Denkbar sind falsche Voreinstellungen, fehlender Differenzdruck, Luft, verschmutzte Bauteile, Messfehler oder ungeeignete Betriebsbedingungen. Eine systematische Diagnose prüft Hypothesen anhand geeigneter Unterlagen und qualifiziert erhobener Daten, statt blind eine Pumpenleistung zu erhöhen.
Ein Manometer zeigt Druck an; ein Rohrfeder-Manometer nutzt die Verformung eines elastischen Messglieds. Druckdifferenz und statischer Druck haben unterschiedliche Bedeutungen. Im einfachen Modell entspricht eine Wassersäule von 10 m ungefähr 0,98 bar hydrostatischem Druck, nicht pauschal der benötigten Förderhöhe einer beliebigen Heizungsanlage.

Bild: historisches Schema eines Rohrfeder-Manometers, nicht als Arbeitsanweisung; Commons, Gardner D. Hiscox, gemeinfrei.
Fachvideo: „Hydraulischer Abgleich“, SHK Info (2017); Originalvideo. Beachte: Die Darstellung dient dem Verständnis, nicht zur eigenständigen Änderung realer Anlagen.
Heizkurve, Wärmepumpe und weitere Einsatzgebiete
Die Heizkurve ordnet einer Außentemperatur eine geplante Vorlauftemperatur zu. Mit sinkender Außentemperatur steigt in vielen heizkurvengeführten Systemen die geforderte Vorlauftemperatur; die geeignete Auslegung ist anlagenabhängig. Eine Wärmepumpe nimmt Umweltwärme auf und hebt mit Hilfe von Antriebsenergie das Temperaturniveau an. Im vereinfachten Kreislauf wirken Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsorgan zusammen. Eingriffe am Kältekreis sind keine Lernübung.

Diagramm: Beispiel einer Heizkurve; Commons, iggy-x, GFDL 1.2 oder neuer beziehungsweise laut Dateiseite migrierte CC-BY-SA-3.0-Rechte. Werte sind kein pauschales Einstellrezept.

Schema: Phasenwechsel-Wärmepumpe, Beschriftung teilweise englisch; Commons, Ilmari Karonen, Public Domain. Die Pfeile bedeuten Stoffströmung und nicht automatisch Wärmestrom.
In der Sanitärtechnik kommen Trinkwasserhygiene, geeignete Werkstoffe, Trennung von Systemen und Vermeidung von Stagnation hinzu. In der Lüftungs- und Klimatechnik gehören Luftströme, Filterzustand, Wärmerückgewinnung und Schallschutz zur Analyse. In allen Bereichen musst Du Messwert, Planungsannahme, Normbezug und tatsächliche Freigabe unterscheiden.
Diagnose, Fehlervermeidung und Dokumentation
Diagnoselogik statt Teiletausch
Nutze eine nachvollziehbare Kette: Auftrag klären → Unterlagen prüfen → Sicherheitsrisiko erkennen → Hypothesen bilden → Daten auf Plausibilität prüfen → fachliche Entscheidung vorschlagen → dokumentieren. Im Papiermodell werden keine Messungen an realen elektrischen oder druckführenden Teilen durchgeführt. Markiere Aussagen in drei Klassen: Beobachtung (etwa gemessener Modellwert), Hypothese (mögliche Ursache) und Prüfbedarf (welche Daten noch fehlen). Nur der letzte Schritt kann nach entsprechender Beauftragung und Qualifikation in der Praxis umgesetzt werden.
Fachvideo: „Hydraulischer Abgleich an Heizkörperventilen“, SHK Ausbildung (2019); Originalvideo. Rechen- und Tabellenprinzipien kritisch mit aktuellen Fachunterlagen vergleichen.
Prüfprotokoll und Qualitätskriterien
Ein verwertbares Prüfprotokoll enthält den eindeutigen fiktiven Auftrag, Datum des Übungsversuchs, Anlagenbeschreibung, Messgröße und Einheit, Messbedingung, Datenherkunft, Soll-Ist-Vergleich, Unsicherheiten, Bewertung, sichere nächste Schritte und eine verantwortliche fiktive Rolle. Erfinde keine bestandene Dichtheitsprüfung, reale Unterschrift oder Inbetriebnahmefreigabe. Kennzeichne Werte aus Übungsunterlagen als Modellwerte.
| Häufiger Fehler | Woran er erkennbar ist | Korrekturstrategie |
|---|---|---|
| Einheitenfehler | 350 L/h werden als 350 m³/h behandelt | Ausgangseinheit und Umrechnung am Rand notieren |
| Diagnosefehler | Eine Hypothese wird als Beweis formuliert | Mindestens zwei konkurrierende Ursachen prüfen |
| Sicherheitslücke | Empfehlung ohne Zuständigkeitsprüfung | Arbeitsgrenze und qualifizierte Freigabe ausdrücklich benennen |
| Dokumentationsfehler | Zahlen ohne Messbedingungen | Quelle, Zeitpunkt, Betriebszustand und Einheit ergänzen |
| Kommunikationsfehler | Kunde erhält eine definitive Ferndiagnose | Befund, Unsicherheit und nächsten qualifizierten Prüfschritt erläutern |
Vollständiger Modellfall: Unterversorgter Heizkörper
Auftrag und synthetische Daten
Fiktiver Kundenauftrag M-204: In einem ausgedachten Gebäude mit einem Zweirohr-Heizkreis bleiben die Räume unterschiedlich warm. Du sollst allein am Schreibtisch die rechnerischen Auslegungs-Volumenströme ermitteln, fiktive Istwerte vergleichen, mögliche Ursachen ordnen und eine sichere Empfehlung dokumentieren. Weder Anlage noch Personen existieren. Für das vereinfachte Wassermodell wird für alle drei Heizflächen eine Auslegungs-Spreizung von 10 K angenommen.
| Heizfläche | Fiktive Auslegungsleistung | Fiktiver Ist-Volumenstrom | Zu berechnender Soll-Volumenstrom |
|---|---|---|---|
| Raum A | 1,16 kW | 180 L/h | ? |
| Raum B | 1,74 kW | 160 L/h | ? |
| Raum C | 1,16 kW | 60 L/h | ? |
Zusatzinformation aus dem synthetischen Auftragsblatt: Heizfläche C wird als „zu kühl“ gemeldet, A als „sehr warm“, B als „unauffällig“. Die Istwerte sind nur ein fiktiver Betriebs-Schnappschuss und reichen nicht für den Nachweis einer bestimmten Fehlerursache. Die Spreizung von 10 K ist eine Auslegungsannahme, nicht automatisch die gemessene Spreizung jedes Heizkörpers.
Rechenweg und Musterlösung
Schritt 1: Formel nach Volumenstrom umstellen: V = Q / (1,16 × ΔT). Hier sind Q in kW, V in m³/h und ΔT in K einzusetzen.
Schritt 2: Raum A: 1,16 / (1,16 × 10) = 0,100 m³/h = 100 L/h.
Schritt 3: Raum B: 1,74 / (1,16 × 10) = 0,150 m³/h = 150 L/h.
Schritt 4: Raum C: 1,16 / (1,16 × 10) = 0,100 m³/h = 100 L/h.
Schritt 5: Summe Auslegungsleistung: 1,16 + 1,74 + 1,16 = 4,06 kW. Summe Soll-Volumenstrom: 100 + 150 + 100 = 350 L/h. Das lässt sich mit 1,16 × 0,350 × 10 = 4,06 kW plausibilisieren.
Schritt 6: Ist-Soll-Abweichung (nur im Modell): Raum A +80 L/h, Raum B +10 L/h, Raum C −40 L/h. Ist-Summe = 180 + 160 + 60 = 400 L/h. Obwohl der Ist-Gesamtwert größer ist als der Soll-Gesamtwert, ist Raum C im Datensatz unterversorgt. Der bloße Summenvergleich verdeckt die ungleiche Verteilung.
| Heizfläche | Soll | Ist | Differenz Ist minus Soll | Lerninterpretation |
|---|---|---|---|---|
| A | 100 L/h | 180 L/h | +80 L/h | im Modell über Soll |
| B | 150 L/h | 160 L/h | +10 L/h | im Modell leicht über Soll |
| C | 100 L/h | 60 L/h | −40 L/h | im Modell unter Soll |
| Gesamt | 350 L/h | 400 L/h | +50 L/h | Verteilung trotzdem ungeeignet |
Analyse, Entscheidung und sichere Kundenrückmeldung
Beobachtbar im Modell: Der erfasste Volumenstrom in C liegt 40 L/h unter seinem rechnerischen Auslegungswert. Mögliche Ursachen: ungeeignete Ventilvoreinstellung, zu geringer verfügbarer Differenzdruck an C, Luft, Verschmutzung oder inkonsistente Messbedingungen. Nicht gerechtfertigt: „Pumpe defekt“ oder „Ventil sofort öffnen“ als sichere Schlussfolgerung. Ein geeigneter Prüfvorschlag ist, durch qualifizierte Fachkräfte Anlagenplan, Ventiltyp, Messmittel, Betriebszustand, Druckdifferenz und weitere Messdaten überprüfen zu lassen. Kein realer Eingriff folgt aus dieser Modellrechnung.
Beispiel einer Kundenrückmeldung: „Unsere Modellanalyse zeigt eine Abweichung zwischen vorgesehenem und erfasstem Volumenstrom an einer Heizfläche. Die Ursache ist damit noch nicht festgestellt. Eine befugte Fachkraft sollte unter den gültigen Sicherheits- und Herstellervorgaben weitere Prüfungen veranlassen. Bis dahin liegt keine Freigabe zur Änderung der Anlage vor.“
Transparentes Bewertungsraster für den Modellfall
| Kriterium | Maximalpunkte | Vollständige Leistung |
|---|---|---|
| Auftrag und Randbedingungen | 10 | Problem, Datenherkunft und Auslegungsannahme korrekt beschreiben |
| Rechenweg und Einheiten | 25 | Formel, alle drei Sollwerte, Gesamtwert und Plausibilitätsprüfung richtig |
| Soll-Ist-Abgleich | 15 | Differenzen und unterversorgten Raum korrekt erkennen |
| Systematische Diagnose | 20 | Beobachtung und Hypothesen trennen, mehrere Ursachen begründet vergleichen |
| Sicherheit und Zuständigkeit | 15 | Keine ungeprüfte Freigabe, qualifizierten Prüfweg nennen |
| Dokumentation und Kommunikation | 15 | nachvollziehbares Protokoll und angemessene Kundenrückmeldung |
| Gesamt | 100 | Didaktische Übungspunkte, keine Prüfungsnote |
Vollständiges Musterergebnis: Die oben vorgeführte Bearbeitung erreicht bei Erfüllung aller sechs Kriterien 100 von 100 Übungspunkten. Für Teilantworten vergibst Du nur die tatsächlich nachgewiesenen Punkte. Die Grenze zwischen gutem Übungsergebnis und Bestehen der echten Gesellenprüfung wird bewusst nicht aus diesem Raster abgeleitet. Kritische Sicherheitsfehler sind unabhängig vom Summenwert gesondert zu besprechen.
Individuelle Fehleranalyse und Lernstrategie
Fehlerjournal in vier Kategorien
Nach der Generalprobe vergleichst Du Deine Antwort mit der Lösung und notierst nicht nur „falsch“, sondern auch warum. Eine sinnvolle Einteilung lautet: F = Fachkonzept, R = Rechenweg oder Einheit, D = Diagnose und Begründung, S = Sicherheit oder Dokumentation. Ergänze je Fehler eine neue Transferaufgabe und bewerte Deinen Grad an Sicherheit (hoch, mittel, niedrig). Dies sind private Übungsdaten; benutze keine echten Namen oder vertraulichen Betriebsunterlagen.
| Synthetische Fehlantwort | Fehlerkategorie | Korrekturfrage | Nächste Übung |
|---|---|---|---|
| „Raum C: 0,1 L/h“ | R | Wurde m³/h in L/h umgerechnet? | Drei Aufgaben mit Einheitenwechsel |
| „Die Pumpe ist eindeutig kaputt“ | D | Welche Alternativerklärungen bestehen? | Hypothesenbaum mit Belegen |
| „Direkt das Ventil öffnen“ | S | Wer darf unter welchen Bedingungen eingreifen? | Sicheren Prüfauftrag formulieren |
| „10 K sind die Raumtemperatur“ | F | Was bedeutet Temperaturspreizung? | Vorlauf und Rücklauf im Schema beschriften |
Siebentägiger Lernplan und Selbstevaluation
Tag 1: Generalprobe ohne Lösung; Tag 2: Fehlerjournal nach F/R/D/S; Tag 3: fünf Rechnungen mit Einheitencheck; Tag 4: Dokumentationsübung; Tag 5: alternative Störungshypothesen an einem neuen Papierfall; Tag 6: Rollenspiel zum situativen Fachgespräch; Tag 7: Transferprüfung und Vergleich. Nutze eine Vorher-Nachher-Tabelle für bearbeitete Aufgaben, Fehlerarten und Begründungsqualität. Erfolge entstehen durch überprüfbare Lernschritte, nicht durch das Auswendiglernen einzelner Antwortbuchstaben.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welcher Prüfungsbereich gehört laut SHKAMAusbV zu Teil 1? (Versorgungstechnik) (!Kundenauftrag) (!Wirtschafts- und Sozialkunde) (!Systemanalyse und Instandhaltung)
Rückmeldung: Teil 1 prüft Versorgungstechnik; die drei anderen genannten Bereiche gehören zu Teil 2.
Welcher Teil-2-Bereich verlangt unter anderem eine dokumentierte Arbeitsaufgabe mit situativem Fachgespräch? (Kundenauftrag) (!Wirtschafts- und Sozialkunde) (!Arbeitsplanung als reine Schriftarbeit) (!Systemanalyse als reine Schriftarbeit)
Rückmeldung: Beim Kundenauftrag werden praktische Durchführung, Dokumentation und situatives Fachgespräch verbunden.
Welcher Soll-Volumenstrom ergibt sich im Modell bei 1,16 Kilowatt und zehn Kelvin Spreizung? (100 Liter pro Stunde) (!10 Liter pro Stunde) (!1 Liter pro Stunde) (!1000 Liter pro Stunde)
Rückmeldung: 1,16 geteilt durch 11,6 ergibt 0,1 Kubikmeter pro Stunde, also 100 Liter pro Stunde.
Welche Einheit ist für eine Temperaturdifferenz in der Wärmeleistungsformel passend? (Kelvin) (!Kilowatt) (!Liter pro Stunde) (!Bar)
Rückmeldung: Kelvin beschreibt eine Temperaturdifferenz, während Kilowatt Leistung und Bar Druck ausdrücken.
Wie ist Raum C mit 60 Litern pro Stunde Ist und 100 Litern pro Stunde Soll zu beurteilen? (Im Modell 40 Liter pro Stunde unter Soll) (!Im Modell 40 Liter pro Stunde über Soll) (!Genau auf Soll) (!Ohne jeden weiteren Prüfschritt als Pumpenschaden bewiesen)
Rückmeldung: Der Vergleich zeigt eine rechnerische Unterversorgung, aber noch keine eindeutige Ursache.
Was gehört zu einer nachvollziehbaren Fehlerdiagnose? (Beobachtung und Hypothese ausdrücklich trennen) (!Sofort die häufigste Ursache als Tatsache benennen) (!Messbedingungen grundsätzlich weglassen) (!Ein einzelnes Symptom als vollständigen Beweis behandeln)
Rückmeldung: Mehrere mögliche Ursachen werden erst mithilfe geeigneter und sicher erhobener Daten eingegrenzt.
Wie ist bei einer realen druckführenden oder elektrischen Anlage vorzugehen? (Praktische Schritte nur qualifiziert angeleitet und freigegeben) (!Anhand der Modelllösung sofort eingreifen) (!Sicherheitsregeln aus Zeitgründen auslassen) (!Einbau und Abnahme allein aus dem Lernquiz ableiten)
Rückmeldung: Der Kurs ersetzt weder Qualifikation noch betriebliche Schutzmaßnahmen und Freigaben.
Welche Korrektur hilft bei einem Rechenfehler wegen falscher Volumenstromeinheit? (Einheitenumrechnung vor dem Einsetzen kontrollieren) (!Nur das Endergebnis runden) (!Die Spreizung ohne Begründung verdoppeln) (!Die Formel grundsätzlich ignorieren)
Rückmeldung: Die Umrechnung von Kubikmetern zu Litern ist ein eigenständiger und prüfbarer Rechenschritt.
Was gehört in ein prüfbares Modellprotokoll? (Messgröße, Einheit, Datenquelle und Betriebsbedingung) (!Nur eine vermutete Ursache) (!Nur das Datum ohne technische Angaben) (!Eine erfundene echte Anlagenfreigabe)
Rückmeldung: Messwerte sind ohne Herkunft und Bedingungen nicht zuverlässig interpretierbar.
Wie ist das Bewertungsraster des Modellfalls einzuordnen? (Als transparentes didaktisches Übungsraster) (!Als amtlicher Notenschlüssel aller Kammern) (!Als Garantie für die Abschlussprüfung) (!Als Ersatz der Ausbildungsordnung)
Rückmeldung: Die 100 Übungspunkte sind ausdrücklich von den amtlichen Prüfungsgewichtungen getrennt.
Memory
| Temperaturspreizung | Unterschied zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur |
| Volumenstrom | Durchströmtes Flüssigkeitsvolumen pro Zeiteinheit |
| Sollwert | Aus der Aufgabenannahme abgeleiteter Zielwert |
| Istwert | Im Beispiel beobachteter oder vorgegebener Vergleichswert |
| Hypothese | Noch zu überprüfende mögliche Erklärung |
| Prüfprotokoll | Nachvollziehbare Sammlung von Befund und Rahmenbedingungen |
Drag-and-drop: Passende Diagnosehandlungen zuordnen
| Ordne die Fachhandlung zu. | Bedeutung im Modell |
|---|---|
| Auftragsanalyse | Kundenmeldung und Randbedingungen erfassen |
| Plausibilitätskontrolle | Zahlenwerte mit Einheit und Erwartung vergleichen |
| Sicherheitsbewertung | Gefahren, Befugnisse und Freigabegrenzen bestimmen |
| Ursacheneingrenzung | Mehrere Erklärungen anhand von Belegen gegeneinander prüfen |
| Lerntransfer | Eine gelernte Strategie auf neue Aufgabenwerte anwenden |
Kreuzworträtsel
| Vorlauf | Wie heißt die Leitung mit dem Wasser hin zu den Heizflächen? |
| Rücklauf | Wie heißt die Leitung zurück zum Wärmeerzeuger? |
| Manometer | Welches Messgerät dient der Druckanzeige? |
| Heizlast | Welcher Begriff beschreibt die für einen Raum erforderliche Heizleistung zur Deckung der Wärmeverluste? |
| Wärmepumpe | Welches Gerät hebt Umweltwärme mit Antriebsenergie auf nutzbares Temperaturniveau? |
| Prüfprotokoll | Wie heißt die schriftliche Dokumentation eines Prüfvorgangs? |
LearningApps
Suche zusätzliche Aufgaben zu den Begriffen; die Suche ist kein belegter Originalprüfungsaufgabensatz.
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Prüfungsbereiche: Erstelle eine übersichtliche Tabelle mit Teil 1, Teil 2 und den fünf belegten Gewichtungen der SHKAMAusbV; zitiere die zutreffenden Paragrafen.
- Fachbegriffe: Erkläre Vorlauf, Rücklauf, Temperaturspreizung und Volumenstrom mit je einem selbst formulierten Beispielsatz und einer Papierzeichnung.
- Sicherheitsbewertung: Kennzeichne in einer fiktiven Arbeitsanweisung drei gefährliche Formulierungen und ersetze sie durch sichere Rollen- und Freigabeangaben.
- Fehlerjournal: Lege eine leere Lernvorlage mit den Kategorien F, R, D und S sowie Spalten für Beleg und nächste Übung an.
Standard
- Wärmeleistungsberechnung: Rechne für drei erfundene Heizflächen mit 2,32 kW, 3,48 kW und 1,16 kW bei je 10 K den Modellvolumenstrom aus und prüfe die Summe.
- Hydraulischer Abgleich: Erstelle eine beschriftete Schemazeichnung eines fiktiven Zweirohrsystems und erläutere drei Gründe für ungleiche Volumenströme, ohne reale Einstellanweisungen zu geben.
- Technische Dokumentation: Verfasse ein Prüfprotokoll auf Basis des Auftrags M-204 mit Datenquelle, Soll-Ist-Tabelle, Hypothesen und Sicherheitsgrenzen.
- Fachgespräch: Führe ein Rollenspiel mit erfundenen Kundendaten durch und zeichne ein kurzes Erklärvideo zur Unterscheidung von Befund und Vermutung auf.
Schwer
- Fehlerbaumanalyse: Erarbeite einen Hypothesenbaum zur Unterversorgung von Raum C; bewerte je Ast, welche zusätzlichen sicheren Informationen für eine Beurteilung fehlen.
- Energetische Bewertung: Vergleiche für zwei fiktive Betriebspunkte die Auswirkungen unterschiedlicher Temperaturspreizungen auf den rechnerischen Volumenstrom und erkläre die Grenzen der Näherungsformel.
- Prüfungssimulation: Entwickle eine vollständige neue Papier-Generalprobe mit Aufgabenanalyse, Berechnung, Dokumentation und 100-Punkte-Raster; lasse sie fachlich gegenprüfen.
- Lernstandsdiagnose: Werte zwei anonymisierte, vollständig synthetische Fehlerjournale aus und entwickle je einen begründeten siebentägigen Förderplan mit Transferkontrolle.


Lernkontrolle
- Transferrechnung: Ein fiktiver Heizkreis soll 5,80 kW bei 10 K übertragen. Ermittle den näherungsweisen Volumenstrom in m³/h und L/h und erläutere Deine Einheitenkontrolle; Kontrollwert 500 L/h.
- Anlagenanalyse: Erkläre, weshalb eine Ist-Gesamtsumme oberhalb der Soll-Gesamtsumme eine Unterversorgung einzelner Heizflächen nicht ausschließt; verwende Raum C als Beleg.
- Ursachenbewertung: Formuliere drei konkurrierende Hypothesen zu einem fiktiv kalten Heizkörper und für jede eine geeignete dokumentarische oder qualifiziert zu erhebende Zusatzinformation.
- Qualitätssicherung: Prüfe ein bewusst unvollständiges synthetisches Messprotokoll auf fehlende Einheit, Betriebsbedingung, Datenherkunft und unzulässige Freigabe.
- Berufliche Kommunikation: Entwerfe eine sachliche Kundenrückmeldung, die das beobachtbare Problem beschreibt, Unsicherheiten offenlegt und qualifiziertes weiteres Vorgehen benennt.
- Wirtschaftlichkeit: Vergleiche zwei hypothetische Diagnosewege nach Dokumentationsaufwand, Sicherheit, Materialverbrauch und Nutzen; begründe, warum vorschneller Bauteiletausch keine sichere Diagnose ersetzt.
Lernnachweis
Dein Lernportfolio enthält: (1) die selbstständig gelöste Modell-Generalprobe einschließlich Einheiten und Rechenkontrolle, (2) eine ausgefüllte fiktive Soll-Ist-Tabelle, (3) mindestens drei sauber abgegrenzte Diagnosehypothesen, (4) ein Protokoll mit Sicherheits- und Zuständigkeitsvermerk, (5) die Kundenrückmeldung, (6) den Abgleich mit dem 100-Punkte-Übungsraster, (7) das persönliche Fehlerjournal ohne personenbezogene Daten und (8) eine gelöste Transferaufgabe mit anderen Zahlen. Lernfortschritt zeigst Du besonders, wenn Du eine zuvor falsche Begründung fachlich korrigierst und die Korrektur an einem neuen Fall anwenden kannst.
OER und Wikipedia
Verlässliche Ausgangsquellen und aktuelle Rechtsprüfung:
- BIBB: Berufsprofil, Ausbildung, Einsatzgebiete und Rechtsgrundlage.
- SHKAMAusbV: amtlicher konsolidierter Verordnungstext, insbesondere §§ 4, 7–16 und 18.
- SHKAMAusbV § 16: Prüfungsgewichtungen und Bestehensanforderungen.
- SHKAMAusbV § 12: Kundenauftrag und § 14: Systemanalyse und Instandhaltung.
- Wikipedia: Hydraulischer Abgleich, CC BY-SA gemäß Artikelhinweisen, ergänzendes OER und keine Rechtsquelle.
Nachgewiesene Medien, Urheber und Nutzungsrechte:
| Verwendetes Medium | Nachweis | Urheber/Anbieter | Rechte und Nutzungshinweis |
|---|---|---|---|
| File:Einrohrheizung.JPG | Dateiseite | Cschirp | CC BY-SA 3.0 |
| File:Bourdon pressure gauge drawing.png | Dateiseite | Gardner D. Hiscox | Gemeinfrei, laut Commons |
| File:Heizkurve.png | Dateiseite | iggy-x | GFDL 1.2+ und laut Commons CC-BY-SA-3.0-Migration |
| File:Heatpump.svg | Dateiseite | Ilmari Karonen | Gemeinfrei, laut Commons |
| https://www.youtube.com/watch?v=6t05PHNygFI | Video Hydraulischer Abgleich | SHK Info | Externe Einbettung, Rechte beim Anbieter; keine freie Lizenz behauptet |
| https://www.youtube.com/watch?v=j1gtYtYHvfU | Video Heizkörperventile | SHK Ausbildung | Externe Einbettung, Rechte beim Anbieter; keine freie Lizenz behauptet |
OER-Hinweis: Die synthetischen Aufgaben, Tabellen und Modelllösungen dieses Kurses sind neu formulierte Lernmaterialien. Bei eingebetteten Bildern und Videos gelten die jeweils gesondert aufgeführten Rechte. Die Links ersetzen keine technische Normensammlung, Herstellervorgaben oder verbindliche Auskunft der zuständigen Kammer.
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