Werkzeuge und Uhrenteile herstellen - Uhrmacher - LF 2
Einleitung
Du arbeitest im ersten Ausbildungsjahr als angehende Uhrmacherin oder angehender Uhrmacher. Ein kleines Plättchen als Teil einer Übungsvorrichtung soll angefertigt werden: Welche Maße braucht es, welcher Werkstoff eignet sich, wie lässt es sich sicher fertigen und wie belegst du anschließend seine Qualität? Genau darum geht es in diesem aiMOOC. Die Fertigung eines echten sicherheits- oder funktionsrelevanten Uhrenteils erfolgt ausschließlich nach betrieblichen Vorgaben und unter fachkundiger Aufsicht; unser Praxisfall verwendet ausdrücklich ein nicht zum Einbau bestimmtes Übungsbauteil.
Das KMK-Lernfeld 2 „Werkzeuge und Uhrenteile herstellen“ hat im 1. Ausbildungsjahr einen Zeitrichtwert von 80 Unterrichtsstunden. Du lernst, Verfahren nach technischen und wirtschaftlichen Kriterien auszuwählen, Werkstoffbedarf und Kosten zu berechnen, werkstoff- und maschinenbezogene Daten zu bestimmen, Zeichnungen zu lesen und anzupassen, mit geeigneten Messmitteln zu prüfen und Ergebnisse sachlich zu beurteilen. Dazu gehören Umformen, manuelles und maschinelles Spanen, Toleranzen, Oberflächen, Arbeitsschutz und Umweltschutz. Die konkrete Verteilung regeln der Landeslehrplan und der betriebliche Ausbildungsplan; zuständige Handwerks- beziehungsweise Industrie- und Handelskammer sowie Ausbildungsbetrieb sind für lokale Vorgaben maßgeblich. Dieser Kurs ersetzt weder Unterweisung noch eine amtliche Prüfung.
Lernziel: Am Ende kannst du einen berufstypischen Auftrag analysieren → planen → begründet bearbeiten → prüfen → dokumentieren und verbessern. Als Ergebnis erstellst du eine Zeichnung oder Skizze, einen Arbeitsplan, eine nachvollziehbare Rechnung und ein Prüfprotokoll. Für Maschinenarbeiten brauchst du die Freigabe der ausbildenden Fachkraft; alternativ bearbeitest du alle Schritte als Papier-, Karton- oder CAD-Modell.

Bild: Teile einer Taschenuhr neben dem zusammengesetzten Werk. Beachte, wie leicht ein nicht maßhaltiges Kleinteil die Funktion beeinträchtigen könnte. Quelle und Lizenz stehen im Mediennachweis.
Berufseinblick (deutschsprachiges Kurzvideo):
„Das Handwerk | Mini-Doku | Michael Manßhardt | Uhrmacher“: Berufsorientierung und Gesprächsanlass, keine Anleitung zur selbstständigen Maschinenbedienung.
Aufträge verstehen, Skizzen lesen und Fertigung planen
Vom Auftrag zu überprüfbaren Anforderungen
Eine Auftragsanalyse übersetzt einen Wunsch in nachvollziehbare Anforderungen. Frage zunächst nach Funktion, Stückzahl, Zeichnungsversion, Werkstoff, Abmessungen, Toleranzen, Oberflächenzustand, Termin, Prüfverfahren und Freigaben. Unterscheide Muss-Kriterien (z. B. Länge und gratfreie Kanten) von Kann-Kriterien (z. B. besonders feine optische Politur). Bei unklarer Maßangabe fragst du nach; du erfindest keine Toleranz und bearbeitest kein teures Originalteil auf Verdacht. Nutze nur fiktive Auftragskennzeichen statt realer Kundendaten.
Beispiel: Eine Übungs-Abstandslasche für einen Demonstrations-Uhrwerkhalter ist 24,00 mm lang, 10,00 mm breit und 1,50 mm dick. Die Kontur ist rechteckig; eine Durchgangsbohrung liegt im Abstand von 5,00 mm zur kurzen und von 5,00 mm zur langen Bezugskante. Ihre Aufgabe ist, ein Befestigungsprinzip zu veranschaulichen, nicht eine echte Uhr zu reparieren. Die Funktion legt fest, welche Maße kritisch sind und was im Prüfprotokoll steht.
Skizze, Bezugskanten und Maße
Eine technische Zeichnung zeigt Ansichten, Maßlinien, Bearbeitungshinweise und gegebenenfalls Materialangaben. Eine Skizze ist eine verständliche, nicht zwingend maßstäbliche Freihanddarstellung. Eine Bezugskante dient als Nullpunkt für die Messung; so vermeidest du Kettenfehler beim Anreißen. Ein Durchmesser wird mit dem Zeichen Ø angegeben; der Radius ist die Hälfte davon. Geometrische Maße und Toleranzen sind nicht dasselbe wie die Ableseschritte eines Messgeräts.
| Zeichnungsangabe | Bedeutung | Prüffrage |
|---|---|---|
| 24,00 ± 0,10 mm | Zulässige Länge von 23,90 bis 24,10 mm | Liegt jeder Messwert im Intervall? |
| 10,00 ± 0,10 mm | Zulässige Breite von 9,90 bis 10,10 mm | Sind beide gegenüberliegenden Kanten passend? |
| Ø 2,0 ± 0,2 mm | Übungsbohrung von 1,8 bis 2,2 mm | Ist der Bohrungsdurchmesser geeignet geprüft? |
| Bohrungsmittelpunkt x = 5,0 ± 0,2 mm, y = 5,0 ± 0,2 mm | Lage vom festgelegten Ursprung | Stimmen die gemessenen Randabstände? |
Die Werte sind didaktisch erfundene Auftragsmaße und keine allgemeingültigen Uhrmacher- oder ISO-Toleranzen. Bei realen Werkstücken gelten die freigegebene Zeichnung, das passende technische Regelwerk und betriebliche Prüfanweisungen. Kontrolliere Maße vor der Fertigung und nach wesentlichen Arbeitsschritten.
Ein sinnvoller Arbeitsplan
Der Arbeitsplan enthält Arbeitsfolge, benötigte Werkzeuge, Spannmittel, Messmittel, Zeitansatz und Sicherheitsfreigabe. Eine zweckmäßige Reihenfolge ist: Auftrag und Zeichnung prüfen, Rohmaterial auswählen, Maße und Verfahren kalkulieren, Werkstattfreigabe erhalten, Werkstück anreißen, trennen, formen oder zerspanen, entgraten, reinigen, messen, dokumentieren und bewerten. Eine mögliche Korrekturmaßnahme wird vor der Nacharbeit abgestimmt. Digital erstellte Zeichnungen erhalten Versionskennzeichen; die bisherige Version bleibt nachvollziehbar.
Werkstoffe, Werkzeuge und Bearbeitungsverfahren
Werkstoffe und Hilfsstoffe richtig auswählen
Messing lässt sich in vielen Varianten gut bearbeiten und ist in der Uhrmacherei verbreitet; seine Eigenschaften hängen von der konkreten Legierung ab. Stahl kann fest und verschleißbeständig sein, erfordert jedoch passende Werkzeuge und Schnittbedingungen. Kunststoff kann für Übungsmodelle oder Hilfsmittel sinnvoll sein, ist jedoch je nach Sorte wärme- oder lösemmittelempfindlich. Vergleiche Bearbeitbarkeit, Festigkeit, Korrosionsverhalten, Oberflächenbedarf, Verfügbarkeit, Preis und Recyclingfähigkeit. Verwende keine Werkstoffdaten einer unbekannten Legierung als exakte Kennwerte.
Werk- und Hilfsstoffe umfassen neben dem Werkstück z. B. Schleifmittel, zugelassene Kühlschmierstoffe und Reinigungsmittel. Sie werden nicht nach Gewohnheit gewählt: Beachte Produktinformationen, Sicherheitsdatenblatt, Betriebsanweisung und Entsorgungsweg. Für eine reine CAD- oder Kartonübung sind keine Kühlschmierstoffe nötig. Geschlossene Behälter, eindeutige Kennzeichnung und stoffgetrennte Sammlung vermeiden Belastungen und Verschwendung.
Umformen und Spanen unterscheiden
Beim Umformen ändert sich die Gestalt eines Körpers überwiegend durch plastische Verformung; es entsteht im Idealfall kein Span, etwa beim kontrollierten Biegen eines geeigneten Blechs. Beim Spanen wird Material mit einer Schneide abgetragen, zum Beispiel beim Sägen, Feilen, Bohren oder Drehen. Handfeilen erlaubt kleine Korrekturen und individuelles Anpassen, ist aber zeitaufwendig. Maschinelle Verfahren können wiederholgenau sein, erfordern jedoch Rüstaufwand, Schutzmaßnahmen und qualifizierte Bedienung. Das gewählte Verfahren muss zur geforderten Genauigkeit, Menge und Werkstoffbeschaffenheit passen.

Bild: Nadelfeilen mit unterschiedlichen Querschnitten. Aufgabe: Welche Form erreichst du in einer schmalen Ecke besser als mit einer breiten Flachfeile?
Verfahrensvergleich für eine kleine Lasche:
| Verfahren | Typischer Nutzen | Grenzen / mögliche Fehler |
|---|---|---|
| Anreißen und Sägen | Rohling mit Aufmaß vorbereiten | Schiefer Schnitt oder zu geringes Aufmaß |
| Feilen und Entgraten | Kanten maßlich nacharbeiten, Grate entfernen | Schräger Druck erzeugt unebene Fläche |
| Bohren | Zylindrische Öffnung erzeugen | Falsche Spannung, Ausweichen des Bohrers, Grat |
| Reiben | Vorbereitete Bohrung maßlich und oberflächlich verbessern | Kein Ersatz für eine geeignete Vorbohrung |
| Drehen | Rotationssymmetrische Werkstücke herstellen | Ungeeignet für eine rechteckige Lasche als Hauptverfahren |
| Biegen | Geeignete Bleche ohne Abspanen umformen | Rückfederung verändert den Winkel |
Deutschsprachiges Fachvideo: Der Ersteller erläutert Hieb, Schruppen und Schlichten von Metallfeilen sowie Maßkontrolle. Das Video ist ein Anschauungsmittel, keine betriebliche Sicherheitsfreigabe.
„Die Feile – Aufbau und Nutzung – Metall richtig feilen“, Svens Werkstube, 2020.
Die Uhrmacherdrehbank als Spezialwerkzeug
Kleine Wellen, Zapfen und andere rotationssymmetrische Teile können unter fachkundiger Anleitung auf einer Uhrmacherdrehbank gefertigt werden. Spannen bedeutet sicheres Befestigen von Werkstück oder Werkzeug; Rundlauf beschreibt, wie gleichmäßig ein rotierendes Teil um seine Drehachse läuft. Maschinen- und Werkstückgeometrie, Drehzahl, Schneidenzustand und Werkstoff müssen zusammenpassen. Für das erste Ausbildungsjahr genügt hier, Fertigungsverfahren zuzuordnen und Gefährdungen zu erkennen; konkrete Maschineinstellung erfolgt ausschließlich durch befugte Ausbildende nach Herstellerunterlagen.

Bild: kleine Drehbank bei der Bearbeitung eines dekorativen Kupferteils. Identifiziere Spannbereich und drehende Teile, ohne eine Maschine zu berühren.
Maße, Toleranzen und Oberflächen zuverlässig prüfen
Messen ist nicht dasselbe wie Lehren
Messen liefert einen Zahlenwert mit Einheit, zum Beispiel 24,03 mm. Lehren beantwortet eine Grenzfrage wie „passt / passt nicht“, ohne zwingend einen Zahlenwert zu liefern. Beim Prüfen wird festgestellt, ob das Werkstück alle vereinbarten Anforderungen erfüllt. Der Messschieber eignet sich für viele Außen-, Innen- und Tiefenmaße; die Bügelmessschraube kann unter passenden Bedingungen kleine Außenmaße feiner erfassen. Wähle das Prüfmittel nach Messbereich, erforderlicher Auflösung, Messunsicherheit und Werkstückform. Eine Anzeige mit 0,01 mm Schritten garantiert noch keine Messgenauigkeit von 0,01 mm.

Bild: Messschieber mit Nonius. Prüfe vor dem Messen Nullstellung, Messflächen und Werkstücksauberkeit.

Bild: Bügelmessschraube. Sie eignet sich für geeignete Außenmaße; Messkraft und Messflächen müssen stimmen.
Das frei zugängliche deutschsprachige interaktive Fachvideo zur Handhabung des Messschiebers enthält Übungsfragen (involas, CC BY-SA 4.0). Nutze es als digitale Simulation; die tatsächliche Messpraxis erfolgt am geeigneten, freigegebenen Prüfmittel.
Grenzmaße und Messunsicherheit
Toleranz bedeutet die zulässige Abweichung vom Sollmaß. Für 24,00 ± 0,10 mm gilt Untergrenze = 24,00 − 0,10 = 23,90 mm, Obergrenze = 24,00 + 0,10 = 24,10 mm. Ein gemessener Wert von 24,06 mm liegt im Intervall, ein Wert von 24,14 mm nicht. Messunsicherheit, Wiederholbarkeit und die Regeln zur Annahmeentscheidung sind bei knappen Grenzfällen zu berücksichtigen: Ein einzelner Messwert unmittelbar am Grenzmaß reicht bei unklarer Unsicherheit nicht immer für eine sichere Freigabe. Keine bloße Rundung verwenden, um einen Fehler zu verdecken.
Messroutine: Messmittel unbeschädigt und sauber? Nullpunkt geprüft? Werkstück entgratet und temperaturangepasst? Richtige Messstelle gewählt? Mehrfachmessung sinnvoll? Messwert mit Einheit und verwendeter Prüfmittelkennung dokumentiert? Bei Abweichungen nicht eigenmächtig eine reale Uhrkomponente nachfeilen, sondern Rücksprache halten.
Form, Oberflächen und Fehlerbilder
Ein maßhaltiges Teil kann dennoch unbrauchbar sein, wenn es scharfe Kanten, Grate, Kratzer, Verzug oder unzureichenden Winkelbezug hat. Oberflächenrauheit beschreibt mikroskopische Unebenheiten; bei Rauheitsangaben sind Kennwert, Messbedingungen und aktuelle Zeichnungsvorschriften zu beachten. „Glänzend“ ist kein Ersatz für eine prüfbare Oberflächenanforderung. Typische Fehler: falscher Nullpunkt, zu großer Anpressdruck am Messschieber, Messung auf einem Grat, Schmutz zwischen Messflächen und undokumentierte Nacharbeit.
Arbeits-, Gesundheits-, Umwelt- und Datenschutz
Sicherheit ist ein Arbeitsschritt, kein Nachtrag
Vor handwerklicher oder maschineller Arbeit gilt: Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung, sichere Arbeitsumgebung, geeignete Schutzmaßnahmen und Zustimmung der zuständigen Fachkraft. Bei rotierenden, einziehenden Maschinenteilen sind lose Kleidung, lange offene Haare, Schmuck und nach DGUV-Hinweisen auch Handschuhe mit Einzugsrisiko tabu. Geeigneter Augenschutz und eine sichere Werkstückspannung sind bei entsprechenden Gefährdungen erforderlich; Art der Schutzmaßnahmen bestimmt die Gefährdungsbeurteilung. Späne nur nach sicherem Maschinenstillstand mit geeigneten Hilfsmitteln entfernen; niemals ungeschützt mit den Fingern oder durch Abblasen. Nicht an laufenden Maschinen messen oder nachstellen.
Stoppsignal: ungeklärte Maschine, fehlende Unterweisung, defekter Schutz, ungesichertes Werkstück oder unklare Stoffkennzeichnung bedeuten Arbeit unterbrechen und Fachkraft informieren. Keine experimentellen Wärmebehandlungen, Säuren, Galvanik, Schleif- oder Drehversuche ohne betriebliche Berechtigung. Übe stattdessen im CAD, mit Papiermodell, vorgefertigten Kartonteilen oder anhand von Messdatensätzen. Bei digitaler Simulation lässt sich die Ablaufplanung auch ohne reale Maschinengefährdung kontrollieren.
Nachhaltigkeit und digitale Dokumentation
Materialeffizienz beginnt bei der Zeichnung: optimierte Zuschnittplanung, kleine aber ausreichende Bearbeitungszugaben, Trennung von Metallspänen nach betrieblichem Entsorgungsplan und langlebige Werkzeuge sparen Ressourcen. Kühlschmierstoffreste und andere Gefahrstoffabfälle gehören nicht in den Ausguss. Reparieren, Wiederverwenden und Prüfen vor dem Wegwerfen sind im Uhrmacherberuf besonders wertvoll. Bewerte immer auch Energie-, Rüst-, Nacharbeits- und Entsorgungskosten, nicht nur den Rohmaterialpreis.
Zeichnungen, Prüfprotokolle und Messwerttabellen können in einer versionierten Datei dokumentiert werden. Verwende für Übungen fiktive Kennungen, speichere in freigegebenen schulischen oder betrieblichen Systemen und lade keine realen Kundenuhren, Seriennummern, Betriebsgeheimnisse oder personenbezogenen Daten in ungeprüfte Cloud-Dienste. Ein digital generierter Prüfbericht muss anhand realer beziehungsweise ausdrücklich simulierter Messdaten nachvollziehbar bleiben.
Nachschlagen statt Vermuten: DGUV-Fragen und Antworten zu Schutzhandschuhen, Ausbildungsordnung und die Hersteller-Betriebsanleitung der jeweils verwendeten Maschine. Ein Sicherheitsblatt oder Normtext wird nicht durch einen Kurs ersetzt; bei Änderungen gilt die aktuell einschlägige Fassung.
Vollständiger Praxisfall: Übungs-Abstandslasche herstellen
Fiktiver Auftrag P-LF2-01: Für einen Modell-Uhrwerkhalter sollen fünf nicht für echte Uhren verwendbare Messing-Übungslaschen gefertigt oder digital simuliert werden. Rechteck 24,00 × 10,00 × 1,50 mm, Bohrung Ø 2,0 ± 0,2 mm, Mittelpunkt x = 5,0 ± 0,2 mm und y = 5,0 ± 0,2 mm von der linken unteren Bezugsecke. Länge und Breite jeweils ± 0,10 mm; Kanten gratfrei. Die fertige Lasche wird nicht in ein Uhrwerk eingesetzt. Der Auftrag ist allein eine prüfbare Lernübung. Sägen, Bohren und maschinelle Bearbeitung nur nach Unterweisung und unter fachkundiger Aufsicht; sichere Alternative: CAD-Modell plus Papier- oder Kartonschablone mit simulierten Messwerten.
Schritt A: Anforderungen und Verfahren begründen
Anforderungen: fünf Teile, Zeichnungsstand A, vergleichbarer Werkstoff, reproduzierbarer Lochabstand und gratfreie Kanten. Für die rechteckige Grundform sind Sägen mit Bearbeitungsaufmaß und anschließendes Feilen zweckmäßig; für eine Bohrung kommt unter fachkundiger Aufsicht Bohren und Entgraten infrage. Reines Drehen ist für die Außenform unzweckmäßig. Bei einer Übung aus Papier genügen Schablone, Lochsymbol und Maßprüfung der Zeichnung. Eine Serienmaschine lohnt sich nicht automatisch bei fünf kleinen Stücken: Rüstzeit, Präzision, vorhandene Ausstattung und Sicherheitskompetenz entscheiden mit.
Schritt B: Bedarf, Masse und Kosten berechnen
Angenommen ist eine Messing-Flachstange 10 × 1,5 mm; je Teil werden 24 mm Fertiglänge + 2 mm für Trennverlust und Nacharbeit = 26 mm Rohstange angesetzt. Für fünf Teile: 5 × 26 mm = 130 mm = 0,13 m. Der ausdrücklich beispielhafte Preis beträgt 0,80 € pro 100 mm. Damit ergibt sich 130 / 100 × 0,80 € = 1,04 € Rohmaterial und rechnerisch 1,04 € / 5 = 0,208 € je Teil. Das ist nur der Materialeinsatz; Reststücke, Beschaffung und Ausschuss bleiben gesondert zu beachten.
Für einen plausiblen Überschlag ohne Spanverlust durch das Loch: Rechteckvolumen 24 × 10 × 1,5 = 360 mm³. Das Loch mit Radius 1,0 mm und Dicke 1,5 mm entfernt π × 1² × 1,5 ≈ 4,71 mm³. Fertigteilvolumen 360 − 4,71 = 355,29 mm³ = 0,35529 cm³. Mit angenommener Messingdichte 8,5 g/cm³ ist die theoretische Masse 0,35529 × 8,5 ≈ 3,02 g. Reale Legierungen, Toleranzen und Grate beeinflussen den Wert; die Dichte ist eine Rechenannahme, kein Materialprüfzeugnis.
Für eine grobe Fertigungsrechnung: 15 min Rüsten + 5 × 12 min Bearbeiten = 75 min = 1,25 h. Bei beispielhaften 18 €/h ergeben sich 22,50 € Arbeitskosten. Mit Rohmaterial 22,50 € + 1,04 € = 23,54 €, also 23,54 € / 5 = 4,708 € ≈ 4,71 € je Teil. Nicht enthalten sind Maschinen-, Energie-, Prüf-, Entsorgungs-, Gemein- und Ausschusskosten sowie Steuern. Vergleiche diese Annahmen mit der Zeit- und Kostenalternative einer digitalen Simulation.
Schritt C: Freigegebener Arbeitsplan
| Nr. | Handlung und Hilfsmittel | Prüfpunkte / Sicherheitsbedingung |
|---|---|---|
| A | Zeichnungsstand A und Materialkennzeichnung prüfen; Skizze anfertigen | Maße, Stückzahl und Risiko schriftlich bestätigen |
| B | Aufmaß und Zuschnittliste berechnen; Material einteilen | Insgesamt 130 mm Rohstange für fünf Stück |
| C | Mit freigegebenen Spannmitteln anreißen und trennen | Maschinen oder scharfe Werkzeuge nur mit Aufsicht; alternativ Karton zuschneiden |
| D | Kanten plan und rechtwinklig nacharbeiten | Maßkontrolle während der Bearbeitung; geeignetes Werkzeug und sichere Spannung |
| E | Mittelpunkt bestimmen, Bohrung durch autorisierte Fachkraft herstellen oder digital modellieren | Kein Bohren ohne Unterweisung; Lage und Durchmesser prüfen |
| F | Entgraten, reinigen und nach Vorgaben prüfen | Keine losen Späne, keine scharfen Kanten, keine unzulässigen Gefahrstoffe |
| G | Messwerte erfassen, Abweichungen kennzeichnen, Ergebnis bewerten | Keine stillschweigende Nacharbeit oder Freigabe ungeprüfter Teile |
Schritt D: Prüffähiges Ergebnis und Messprotokoll
Sollwerte: Länge 23,90–24,10 mm; Breite 9,90–10,10 mm; Bohrung 1,80–2,20 mm; Lochlage x und y jeweils 4,80–5,20 mm. Für Dicke und Oberflächenzustand wird vor einer realen Freigabe eine vollständige Zeichnung mit eindeutigem Grenzwert benötigt; diese Übung nimmt eine vorgegebene 1,50-mm-Flachstange an und prüft die Dicke nur informativ, ohne eine erfundene Grenztoleranz zu behaupten.
| Teil | Länge mm | Breite mm | Loch Ø mm | Lage x/y mm | Sichtprüfung | Vorläufige Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 24,03 | 10,02 | 2,02 | 5,10 / 5,00 | gratfrei | Innerhalb der angegebenen Maßgrenzen |
| 2 | 23,96 | 9,97 | 2,08 | 5,00 / 5,10 | gratfrei | Innerhalb der angegebenen Maßgrenzen |
| 3 | 24,14 | 10,09 | 2,18 | 5,30 / 5,00 | Grat sichtbar | Nicht konform: Länge, Lochlage x und Kante |
| 4 | 23,91 | 9,92 | 1,96 | 5,00 / 4,90 | gratfrei | Innerhalb der angegebenen Maßgrenzen |
| 5 | 24,00 | 10,01 | 2,05 | 5,00 / 5,00 | gratfrei | Innerhalb der angegebenen Maßgrenzen |
Die Tabelle zeigt synthetische Messwerte, keine real ausgeführten Werkstücke. Auswertung: Vier von fünf Teilen erfüllen die genannten Bedingungen; Teil 3 wird gesperrt und mit Ursache und weiterem Entscheid dokumentiert. Ohne bekannte Messunsicherheit ist dies eine vorläufige didaktische Beurteilung, keine industrielle Konformitätserklärung. Die Fachkraft entscheidet, ob und wie korrigiert wird; nachgearbeitete Stücke werden erneut geprüft. Dokumentiere Datum der Übung, fiktive Teilnummer, Prüfmitteltyp, Messstellen, Zeichnungsstand, festgestellte Abweichungen und den Freigabestatus.
Schritt E: Bewertungsraster und Reflexion
Bewerte deinen Lernnachweis anhand dieses nachvollziehbaren Rasters. Für jedes Kriterium bedeuten vollständig erfüllt 100 % des Teilgewichts, teilweise erfüllt 50 %, nicht erfüllt 0 %. Bei nicht beherrschten Sicherheitsregeln wird die praktische Tätigkeit unabhängig von der Punktzahl gestoppt; eine Freigabe ist kein Punkteautomatismus.
| Kriterium | Gewicht | Vollständig erfüllt | Teilweise erfüllt | Nicht erfüllt |
|---|---|---|---|---|
| Auftrag und Skizze | 15 Punkte | Alle Maße, Funktion und Zeichnungsstand klar | Kleinere Lücken, kein Sicherheitsrisiko | Kerndaten unverständlich |
| Werkstoff, Verfahren und Arbeitsplan | 20 Punkte | Wahl begründet, Schritte realistisch | Teilweise begründet | Ungeeignete Auswahl ohne Begründung |
| Arbeits-, Umwelt- und Datenschutz | 15 Punkte | Risiken und sichere Alternativen belegt | Einzelne Belege fehlen | Schutzmaßnahmen unzureichend |
| Maße, Form und Oberflächenprüfung | 30 Punkte | Grenzwerte fachgerecht angewandt, Fehler erkannt | Teilweise Messfehleranalyse | Grenzwerte ignoriert |
| Rechnungen, Dokumentation und Reflexion | 20 Punkte | Alle Rechenwege, Protokoll und Verbesserung nachvollziehbar | Teilweise unvollständig | Nicht prüffähig |
| Summe | 100 Punkte |
Beispiel Rückmeldung: „Du begründest die Wahl von Feile statt Drehbank und erkennst die Überschreitung an Teil 3. Bitte ergänze, welches Messmittel du für den kleinen Lochdurchmesser und die Lochlage verwenden würdest und wie du die Messunsicherheit berücksichtigst.“ Eine nachvollziehbare Fehlerdokumentation ist fachlich wertvoller als eine geschönte Messwerttabelle.
Interaktive Aufgaben
Bearbeite zunächst die Quizfragen ohne Nachschlagen, dann nutze die Fachkapitel zur Selbstkorrektur. Die richtige Auswahl ist im digitalen Aufgabenformat hinterlegt; eine zusätzliche offen lesbare Lösungsliste wird nicht vorweggenommen. Bei Unsicherheit überprüfe Zeichnung, Grenzmaße und Arbeitsplan anhand der beschriebenen Beispiele.
Quiz: Fachwissen und Entscheidungen
Woran erkennst du im LF-2-Auftrag eine prüfbare Anforderung? (An einem Maß mit eindeutigem Grenzwert und festgelegter Messmethode) (!An einer unverbindlichen Beschreibung wie besonders schön) (!An einer Vermutung über die gewohnte Werkstattpraxis) (!An einer möglichst schnellen Bearbeitung ohne Zeichnung)
Was bedeutet 24,00 ± 0,10 mm für die zulässige Länge? (23,90 bis 24,10 mm) (!24,00 bis 24,10 mm) (!23,00 bis 25,00 mm) (!24,10 bis 24,20 mm)
Welches Verfahren eignet sich primär für das maßliche Nacharbeiten einer rechteckigen Messinglasche von Hand? (Feilen mit anschließender Maßkontrolle) (!Langdrehen als Hauptverfahren für die Außenkontur) (!Unkontrolliertes Erwärmen bis zur Verformung) (!Nur das Polieren ohne Maßprüfung)
Was unterscheidet Umformen im Grundprinzip vom Spanen? (Beim Umformen wird die Gestalt überwiegend ohne Spanabtrag verändert) (!Beim Umformen entsteht immer ein Bohrspan) (!Beim Umformen wird ausschließlich Material verschweißt) (!Beim Umformen wird die Gestalt nicht verändert)
Warum ist ein Messschieber mit Anzeige in Hundertstelmillimetern nicht automatisch ebenso genau? (Die Auflösung ist nicht gleich der tatsächlichen Messgenauigkeit) (!Weil digitale Messschieber nur Außenmaße anzeigen) (!Weil eine Nullprüfung grundsätzlich nicht nötig ist) (!Weil jede Messung exakt den Sollwert ergibt)
Wie ist eine Messung von 24,14 mm bei der Vorgabe 24,00 ± 0,10 mm zunächst zu bewerten? (Außerhalb des festgelegten Intervalls und als Abweichung zu dokumentieren) (!Innerhalb der Toleranz aufgrund üblicher Rundung) (!Als automatisch freigegeben ohne weitere Prüfung) (!Als Grund alle anderen Maße nicht mehr zu prüfen)
Welche Maßnahme entspricht dem DGUV-Hinweis zu Einzugsgefahren an rotierenden Maschinen? (Keine erfassbaren Handschuhe an drehenden Maschinenteilen tragen) (!Lose Handschuhe zur besseren Griffigkeit verwenden) (!Bei laufender Maschine Späne mit der Hand entfernen) (!Lange Haare ungesichert lassen)
Wie groß ist der Rohmaterialbedarf bei fünf Laschen und 26 mm Zuschnittlänge je Stück? (130 mm) (!120 mm) (!52 mm) (!260 mm)
Wie gehst du mit einem Werkstück um, dessen Lochlage die Zeichnungstoleranz überschreitet? (Abweichung dokumentieren und Entscheidung zur Nacharbeit oder Sperrung abstimmen) (!Die Messwerte ohne Hinweis überschreiben) (!Die Toleranz der Zeichnung nachträglich verändern) (!Das Bauteil ungeprüft in eine echte Uhr einbauen)
Was gehört zu einer datenschutzgerechten digitalen Übungsdokumentation? (Fiktive Auftragskennung und Ablage in einem freigegebenen System) (!Upload echter Kundendaten in einen beliebigen Cloudchat) (!Freigabe unveröffentlichter Betriebszeichnungen für alle) (!Verzicht auf jede Kennzeichnung des Zeichnungsstands)
Memory: Begriffe zuordnen
| Aufmaß | Absichtlich zusätzlich vorgesehenes Material für Trennen und Nacharbeit |
| Bezugskante | Festgelegte Ausgangskante für das Bestimmen von Abständen |
| Rundlauf | Maß dafür, wie gleichmäßig sich ein Drehteil um seine Achse bewegt |
| Bügelmessschraube | Messgerät für geeignete kleine Außenmaße |
| Grat | Unerwünschter Materialüberstand an einer bearbeiteten Kante |
| Arbeitsplan | Geordnete Folge von Tätigkeiten mit Mitteln und Prüfschritten |
Drag-and-drop: Fertigung und Qualitätsprüfung
| Ordne Fachbegriff und passende Beschreibung zu. | Beschreibung |
|---|---|
| Sägen | Rohstück vom Halbzeug abtrennen |
| Anreißen | Bearbeitungsstellen am Werkstück markieren |
| Entgraten | Scharfe Bearbeitungsüberstände entfernen |
| Messen | Zahlenwert einer geometrischen Größe ermitteln |
| Dokumentieren | Arbeits- und Prüfergebnisse nachvollziehbar festhalten |
Kreuzwort: Werkstattbegriffe
| Messschieber | Welches bewegliche Längenmessgerät hat Messschenkel für Außen- und Innenmaße? |
| Schruppen | Wie heißt das Verfahren zum vergleichsweise starken Materialabtrag vor dem Feinbearbeiten? |
| Schlichten | Wie heißt das Feinbearbeiten nach einem groben Arbeitsgang? |
| Nonius | Wie heißt die verschiebbare Hilfsskala an einem klassischen Messschieber? |
| Toleranz | Welcher Begriff bezeichnet die zulässige Maßabweichung? |
| Entgraten | Wie heißt das Entfernen scharfer Überstände an bearbeiteten Kanten? |
LearningApps: Weitere Übungen finden
Suche ergänzende interaktive Übungen und prüfe stets fachlichen Stand, Quelle und Aufgabenqualität; die Suchergebnisse sind keine automatisch geprüften Lösungen.
Lückentext: Den Auftrag fachlich erschließen
Offene Aufgaben
Leicht
- Auftragsanalyse: Formuliere zu einer fiktiven Abstandslasche fünf Muss-Kriterien. Rückmeldung: Prüfe, ob jedes Kriterium beobachtbar oder messbar ist.
- Technische Skizze: Zeichne die Lasche mit beiden Bezugskanten, Lochmittelpunkt und einer eindeutig notierten Maßtoleranz. Rückmeldung: Kann eine zweite Person ohne Nachfragen messen?
- Werkzeugkunde: Erstelle eine beschriftete Fotocollage oder eigene Skizze von Feile, Messschieber, Schraubstock und Entgratwerkzeug. Rückmeldung: Ergänze je einen Einsatzzweck und ein Risiko.
- Umweltschutz: Lege eine Tabelle mit drei Möglichkeiten zur Abfallvermeidung bei kleinen Metallzuschnitten an. Rückmeldung: Trenne Vermeidung, Wiederverwendung und fachgerechte Entsorgung.
Standard
- Arbeitsplanung: Entwirf einen sicheren Ablauf für ein Papier- oder CAD-Modell der Übungslasche einschließlich Qualitätsprüfung. Rückmeldung: Markiere riskante Schritte und sichere Ersatzhandlungen.
- Werkstoffbedarf: Berechne für acht Laschen à 24 mm Fertiglänge und 3 mm Aufmaß den Bedarf und bei 0,80 € je 100 mm den Materialpreis. Rückmeldung: Zeige Einheiten, Formeln und Rundung nachvollziehbar.
- Messtechnik: Miss mit einem freigegebenen Messmittel ein ungefährliches Lehrmittel oder nutze fünf synthetische Messwerte; protokolliere Nullprüfung, Messstelle und Grenzwertentscheidung. Rückmeldung: Unterscheide Auflösung und Unsicherheit.
- Verfahrensvergleich: Vergleiche für ein Einzelstück Feilen, Fräsen und einen 3D-CAD-Druckentwurf hinsichtlich Genauigkeit, Rüstzeit und Materialaufwand. Rückmeldung: Begründe die Wahl, ohne für reale Maschinen fehlende Daten zu erfinden.
Schwer
- Fertigungsoptimierung: Erstelle zwei Zuschnittpläne für 12 Laschen, begründe Schnittzugaben und vergleiche Materialverlust, Ausschussrisiko und Kosten. Rückmeldung: Stelle alle Annahmen offen dar.
- Fehleranalyse: Untersuche den synthetischen Messdatensatz des Praxisfalls, schlage Ursachen für Teil 3 vor und formuliere eine fachlich begründete Sperr- oder Nacharbeitsentscheidung. Rückmeldung: Prüfe mehrere unabhängige Fehlerursachen.
- Digitales Prüfprotokoll: Entwickle eine datensparsame Tabellen- oder CAD-Vorlage mit Sollwert, Grenzwerten, Messwert, Prüfmittel und Status; teste sie mit erfundenen Daten. Rückmeldung: Verhindere automatische Freigaben ohne Bewertung der Messunsicherheit.
- Werkstattprojekt: Produziere ein kommentiertes Erklärvideo oder ein interaktives Lernposter zum gesamten Auftrag mit Gefährdungsanalyse und alternativer Simulation, ohne reale Werkstattgeheimnisse oder Personen zu filmen. Rückmeldung: Kontrolliere Fachsprache, Rechte und sichere Durchführung.


Lernkontrolle
- Kompetenzcheck Auftragsanalyse: Übertrage eine unvollständige Skizze in eine Liste fehlender Angaben und erkläre, warum die Fertigung ohne diese nicht freigegeben werden darf.
- Kompetenzcheck Verfahrenswahl: Ein Einzelteil benötigt eine winklige Außenkontur und ein anderes eine Rundwelle; wähle für jedes geeignete Fertigungsverfahren und begründe technische sowie ökonomische Kriterien.
- Kompetenzcheck Kalkulation: Berechne für sechs Teile mit 27 mm Rohbedarf je Stück, 0,90 € je 100 mm und einer Rüstzeit von 20 min sowie 10 min je Teil die Modellkosten bei 24 € pro Stunde; nenne nicht enthaltene Kosten.
- Kompetenzcheck Grenzmaße: Beurteile 23,89 mm, 24,07 mm und 24,11 mm gegen 24,00 ± 0,10 mm und erkläre den Einfluss der Messunsicherheit bei grenznahen Werten.
- Kompetenzcheck Arbeitssicherheit: Analysiere eine fiktive Situation mit offenem Haar, losem Handschuh und ungespanntem Werkstück an einer Drehmaschine. Begründe die Arbeitsunterbrechung und eine ungefährliche Modellalternative.
- Kompetenzcheck Qualitätssicherung: Gib einem Lernpartner konstruktives Feedback zu einem unvollständigen Prüfprotokoll und formuliere zwei überprüfbare Verbesserungen für einen erneuten Arbeitsdurchlauf.
Lernnachweis
Gib ein zusammenhängendes Portfolio zum fiktiven Auftrag P-LF2-01 ab: (1) Auftragsanalyse mit Muss- und Kann-Kriterien, (2) eigene Skizze oder CAD-Ansichten mit Bezugskanten und Toleranzen, (3) Verfahrensvergleich und begründete Werkstoffentscheidung, (4) Arbeitsplan samt Sicherheitsfreigaben oder vollständig dokumentierter Simulation, (5) sämtliche Material-, Massen- und Kostenrechnungen mit Einheiten, (6) ausgefüllte Tabelle der fünf synthetischen Messwerte samt Teilentscheidung und Hinweis zur Messunsicherheit sowie (7) Reflexion mit einer priorisierten Verbesserung. Nutze das 100-Punkte-Raster aus Kapitel 5; ergänze bei jeder Rückmeldung, was bereits gelingt, was noch nachzuweisen ist und welchen nächsten Arbeitsschritt du wählst.
Prüfbarkeit: Der Lernnachweis ist bestanden, wenn der Auftrag verständlich übersetzt, das Verfahren plausibel begründet, die Rechnungen nachvollziehbar, nicht konforme Werte erkannt und Schutzmaßnahmen korrekt ausgewiesen sind. Reale Maschinenarbeit ist nicht Voraussetzung: Gleichwertig ist eine vollständige CAD-/Kartonlösung mit gekennzeichneten simulierten Messwerten. Ausbilderinnen und Ausbilder entscheiden gesondert über die praktische Freigabe. Verweise in der Dokumentation auf Zeichnungsstand und benutzte öffentliche Quellen, nicht auf reale Kunden- oder Lerndaten.
OER und Wikipedia
Offizielle und fachliche Grundlagen (Quellenstand: Oktober 2026):
- KMK-Rahmenlehrplan Uhrmacher/Uhrmacherin, LF 2 auf PDF-Seite 9 – Rahmen von 2001, weiterhin vom BIBB im Berufsprofil verlinkt; Umsetzung mit aktuellem Landeslehrplan abgleichen.
- BIBB-Berufsprofil Uhrmacher/Uhrmacherin – Beruf und geltende Rechtsgrundlagen; konsolidierte Ausbildungsordnung und Ausbildungsrahmenplan – Aufgaben und betriebliche Ausbildung.
- DGUV, Schutzkleidung und Schutzhandschuhe – Hinweise zu Einzugsgefahren; konkrete Schutzmaßnahmen nach aktueller Gefährdungsbeurteilung.
- HubbS: Grundlagen Feilen – Schruppen und Schlichten – deutschsprachiges H5P-Fachvideo von involas, CC BY-SA 4.0, als Ergänzung zum Video über Metallfeilen.
- HubbS: Handhabung des Messschiebers – deutschsprachige interaktive Videoübung von involas, CC BY-SA 4.0.
- Svens Werkstube: Erklärung zum Feilen – begleitende Beschreibung und Urhebernachweis für das eingebettete Video, dessen Wiedergaberechte bei der Plattform beziehungsweise dem Urheber liegen.
- berufenavi.de: Uhrmacher – Berufsüberblick und Nachweis des eingebetteten Handwerksvideos.
Wikimedia Commons: verifizierte Dateiseiten, Urheber und Lizenzen (Dateinamen entsprechen den oben eingebetteten Bildern; Änderungen des Bildes wurden hier nicht vorgenommen):
| Bilddatei | Nachweis | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|---|
| Pocket watch parts & assembled.jpg | Commons-Dateiseite | Doug Coldwell | CC BY-SA 3.0 |
| NeedleFiles.jpg | Commons-Dateiseite | Glenn McKechnie | CC BY-SA 3.0 |
| Watchmaker's Lathe in use.jpg | Commons-Dateiseite | Zephyris | CC BY-SA 3.0 |
| Vernier calipers (2).jpg | Commons-Dateiseite | Al Riaz Uddin | CC BY-SA 4.0 |
| Micrometer screw gauge.jpg | Commons-Dateiseite | Stephanie cheks | CC BY-SA 4.0 |
Verifizierte externe Videos: Das Handwerk – Uhrmacher, Mini-Doku (Urheber: „Das Handwerk“/Videoproduktion, Plattform-Streaming, keine hier behauptete OER-Lizenz); Die Feile – Aufbau und Nutzung – Metall richtig feilen (Svens Werkstube, 2020, Plattform-Streaming, keine hier behauptete OER-Lizenz). In den Lernabschnitten werden diese Videos nur eingebettet bzw. verlinkt, nicht kopiert. Die H5P-Videos von involas sind eigens als CC BY-SA 4.0 markiert. Falls ein Video wegen Plattform- oder Ländereinstellungen nicht eingebettet werden kann, nutze die verifizierte Quellseite als Link.
Wikipedia zum Weiterlesen: Die Inhalte sind Einstieg und müssen gegen Originalquellen sowie betriebliche Anweisungen geprüft werden.
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Transfer: Mathematik unterstützt Längen-, Volumen-, Prozent- und Kostenrechnung; Physik erklärt Kräfte, Reibung und Werkstoffeigenschaften; Informatik unterstützt CAD, Dokumentationsversionen und Messwerttabellen; Deutsch fördert präzise Fachsprache und sachlich-konstruktive Rückmeldungen. Die Kenntnisse bereiten spätere Lernfelder zur Großuhrinstandhaltung und zur Konstruktion von Uhrenteilen vor, ohne deren komplexe praktische Inhalte vorwegzunehmen.
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