Arbeitssicherheit in der beruflichen Praxis - Uhrmacher - 1. Ausbildungsjahr
Einleitung
Eine Uhr kann winzig sein – die Verantwortung bei ihrer Bearbeitung nicht. Wenn du als angehende Uhrmacherin oder angehender Uhrmacher eine Lupe einstellst, Werkzeuge auswählst, ein Uhrwerk prüfst oder Reinigungsmittel verwendest, musst du Risiken für Menschen, Geräte, Umwelt und Daten erkennen. In diesem aiMOOC lernst du, einen berufstypischen Sicherheitsauftrag zu analysieren, zu planen, begründet auszuführen, zu prüfen und nachvollziehbar zu dokumentieren. Du übst an einem ungefährlichen, batteriefreien Modell; Arbeiten an echten Maschinen, unter Spannung, an gespannten Federn, mit Gefahrstoffen oder unbekannten historischen Leuchtfarben erfolgen ausschließlich nach betrieblicher Unterweisung und Freigabe durch zuständige Fachpersonen.
Das aktuelle BIBB-Berufsprofil Uhrmacher/Uhrmacherin nennt unter anderem Montieren und Demontieren, Messen, Instandhalten sowie Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz. Die Ausbildung dauert regulär 36 Monate und stützt sich auf die Ausbildungsordnung vom 2. Juli 2001 einschließlich Berichtigung; die dortige Datierung ist keine Erlaubnis, veraltete Arbeitsschutzvorgaben zu verwenden. Der konkrete betriebliche Ausbildungsplan, die zuständige Handwerkskammer und der jeweilige Landeslehrplan haben bei der Umsetzung Vorrang. Dieser frei zugängliche Kurs ersetzt weder Unterweisung noch arbeitsplatzbezogene Gefährdungsbeurteilung oder Prüfungszulassung.
Lernweg: Gefahr erkennen → Risiko einschätzen → Schutzmaßnahme in geeigneter Reihenfolge wählen → sichere Modellhandlung planen → Ergebnis überprüfen → dokumentieren und verbessern.
Sicherheitsverantwortung und Gefährdungsbeurteilung
Wer trägt welche Verantwortung?
Gefahr beschreibt eine mögliche Schadensquelle, etwa eine scharfe Spitze. Eine Gefährdung entsteht, wenn Menschen bei einer Tätigkeit mit dieser Quelle in Kontakt kommen können. Risiko verbindet die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses mit der möglichen Schadensschwere. Die betriebliche Gefährdungsbeurteilung beurteilt konkrete Tätigkeiten und leitet Schutzmaßnahmen ab. Nach § 5 Arbeitsschutzgesetz ist sie Aufgabe des Arbeitgebers; § 12 ArbSchG verlangt angemessene tätigkeitsbezogene Unterweisung. Nach § 5 Betriebssicherheitsverordnung dürfen nur geeignete und sichere Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt beziehungsweise verwendet werden.
Du wirkst mit, indem du Gefährdungen meldest, die Unterweisung beachtest, vor unklaren Tätigkeiten nachfragst und bei erkennbarer Gefahr die Arbeit stoppst. Eine Unterschrift unter einem Lernblatt ersetzt keine fachliche Arbeitsfreigabe. An der Werkbank können neben Unfallgefahren auch psychische Belastung, hohe Konzentrationsanforderungen und schlechte Beleuchtung eine Rolle spielen.
Beispiel: Eine spitze Pinzette auf einer überfüllten Werkbank ist eine Gefahr. Beim Suchen nach einer Schraube kann deine Hand in den Spitzenbereich geraten; das ist eine konkrete Gefährdung. Ein fest zugeordneter Ablageplatz und ein ungefährlicher Übungsgegenstand reduzieren die Berührungsmöglichkeiten. Typischer Fehler: „Ich arbeite vorsichtig“ ist keine ausreichende Schutzmaßnahme, wenn die Gefahrenquelle vorher sicher beseitigt werden kann.
Das STOP-Prinzip: nicht nur Schutzbrille
Die Rangfolge der Maßnahmen lautet nach dem DGUV-IFA: STOP-Prinzip:
- S – Substitution: Gefährliches durch eine ungefährlichere Alternative ersetzen; beispielsweise statt einer Batterie nur ein Pappsymbol oder statt eines gespannten Uhrwerks ein entspanntes Lernmodell verwenden.
- T – Technisch: Schutz an der Quelle, etwa eine passende Abschirmung, sichere Aufbewahrung, Absaugung oder geeignete Spannvorrichtung – jeweils entsprechend Gefährdungsbeurteilung und Herstellerangaben.
- O – Organisatorisch: eindeutige Arbeitsabläufe, Unterweisung, Zugangsbegrenzung, Pausen, Notfallplan und Prüfung der Arbeitsmittel.
- P – Persönlich: geeigneter Augen- und gegebenenfalls weiterer Schutz nach Tätigkeitsbeurteilung. Persönliche Schutzausrüstung ersetzt vorrangige Maßnahmen nicht.
Bei der Auswahl von Augenschutz helfen die DGUV-FAQ zum Augenschutz und die DGUV Regel 112-192. Die konkrete Auswahl muss der Betrieb treffen. Eine normale Korrektionsbrille ist kein automatisch geeigneter Augenschutz. An rotierenden Maschinen können ungeeignete Handschuhe Einzugsgefahren verursachen: niemals pauschal „immer Handschuhe“ anordnen, sondern Maschinenanweisung befolgen.

Bildhinweis: Sinnbild für Augenschutz, keine eigenständige Freigabe einer Tätigkeit. Quelle: Bigguy637, Wikimedia Commons, CC0 1.0.
Risiko als Lernmodell nachvollziehbar bewerten
Für Übungen verwenden wir eine vereinfachte, ausdrücklich nicht amtliche Matrix: Eintrittswahrscheinlichkeit W von 1 (selten) bis 3 (häufig), mögliche Schadensschwere S von 1 (gering) bis 3 (schwer). Modellwert R = W × S. Beispiel W = 2 und S = 3 ergibt R = 6. Das Modell dient nur dem begründeten Vergleich von Maßnahmen; echte betriebliche Einstufungen folgen der fachkundigen Gefährdungsbeurteilung und den geltenden Vorgaben. Werte dürfen eine verbotene oder ungeklärte Arbeit niemals legitimieren.
| Modellwert | Didaktische Einordnung | Konsequenz im Lernauftrag |
|---|---|---|
| 1–2 | niedriger Vergleichswert | Schutzmaßnahme dokumentieren und Wirkung prüfen |
| 3–4 | erhöhte Aufmerksamkeit | Tätigkeit im Modell überarbeiten und Rücksprache halten |
| 6–9 | hoher Vergleichswert | keine praktische Durchführung; sicherere Alternative wählen |
Der wichtigste Gedanke ist nicht die Zahl, sondern die Begründung: Welche Gefahr wurde entfernt und wie lässt sich die Wirksamkeit überprüfen?
Ein deutschsprachiger Erklärfilm der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie erläutert die Organisation des Arbeitsschutzes. Die Videoreferenz ist in BAuA Aktuell 2/2016 dokumentiert. Der Film ist allgemeine Einführung, kein Ersatz für aktuelle Regeln; die heutige Wiedergabeverfügbarkeit bei YouTube lässt sich unabhängig davon nicht garantieren.
Werkbank, Präzisionswerkzeuge und körperliche Gesundheit
Ordnung und mechanische Gefährdungen
Uhrmacherinnen und Uhrmacher arbeiten mit Schraubendrehern, Pinzetten, Werkhaltern, Lupen, Zangen und teilweise Schleif-, Bohr- oder anderen Maschinen. Bei kleinen Werkstücken wirken Kräfte auf sehr kleine Flächen: schon leichtes Abrutschen kann Stichverletzungen oder Schäden an empfindlichen Bauteilen auslösen. Kleine Teile können verspringen; gespannte Federn speichern Energie. Eine Lupe verbessert die Sicht, schützt aber nicht gegen mechanische Einwirkungen.
Sichere Vorbereitung: Arbeitsfläche freiräumen; Werkstück in einer geeigneten Ablage sichern; nur einwandfreie und freigegebene Werkzeuge bereitstellen; Werkzeugspitzen weg von Greifwegen ablegen; lose Kleinteile in beschrifteten Schalen aufbewahren; scharfe, rotierende oder energiereiche Arbeitsschritte erst nach Unterweisung und Aufsicht ausführen. Niemals ein Uhrwerk mit unklarer Feder- oder Antriebsenergie für eine Ausbildungsübung eigenmächtig zerlegen.

Bildhinweis: Gehäuseöffner als Beispiel eines Spezialwerkzeugs. Abgebildetes Gerät nicht ohne Unterweisung und Herstelleranweisung verwenden. Quelle: Haragayato, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5.

Bildhinweis: Konzentration bei Präzisionsarbeit; beachte die Position von Hand, Blick und Arbeitsbereich. Quelle: Giridibyaranjan, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Arbeitsplatzergonomie
Ergonomie bezeichnet die Anpassung von Arbeit und Arbeitsmitteln an den Menschen. Dauerhaftes Vorbeugen über einer Uhr, Blendung, verkrampfte Handhaltung und fehlende Pausen können Beschwerden begünstigen. Stelle deshalb Tisch, Sitzhöhe, Beleuchtung und verstellbare Optik so ein, dass du möglichst neutral sitzt, Schultern entspannt bleiben und das Werkstück gut zu sehen ist. Richte häufig benötigte Werkzeuge innerhalb einer bequemen Reichweite ein; wechsle nach betrieblicher Vereinbarung zwischen feinmotorischer Tätigkeit, Kontrolle und kurzen Entlastungen. Auch Zeitdruck und ständige Unterbrechungen gehören in eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen.
Fehlervergleich: Eine starke Lupenvergrößerung kompensiert nicht automatisch falsche Arbeitshöhe. Statt dich zur Lupe zu krümmen, positionierst du den optischen Aufbau passend zu dir. Dokumentiere die Einstellung als Foto ohne Menschen oder personenbezogene Betriebsdaten, wenn dies betrieblich erlaubt ist.
Einfache Sichtkontrolle ohne Gefährdung
Nimm einen batteriefreien, ungespannten, ausdrücklich freigegebenen Übungsdummy und ein Blatt mit aufgedruckter Werkdarstellung. Lies eine vorgegebene schematische Teileliste, erkenne drei Bauteilpositionen und vergleiche sie mit der Vorlage. Für die Erstübung reicht ein Papiermodell mit aufgedruckten Zahnrädern und Klebepunkten. Das Training übt Analyse und Dokumentation, ohne Federn auszubauen, Gehäuse gewaltsam zu öffnen oder Maschinen zu betreiben.
Gefahrstoffe, elektrische Energie, Altuhren und Umwelt
Reinigungsmedien, Öle und Stäube
Auch kleine Mengen eines Reinigungsmittels oder eines Öls können relevant sein. Ein Sicherheitsdatenblatt informiert unter anderem über Stoffeigenschaften, Gefährdungen, Schutzmaßnahmen, Lagerung und Entsorgung. Vor Tätigkeiten mit Gefahrstoffen muss der Arbeitgeber die Gefährdung fachkundig beurteilen; die GefStoffV § 6 regelt die Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung, § 7 die Grundpflichten. Herstellerangaben, betriebliche Betriebsanweisung und das aktuelle Sicherheitsdatenblatt sind für ein konkretes Produkt maßgeblich. Ohne diese Informationen: nicht benutzen.

Bildhinweis: Das GHS-Flammensymbol kann auf entzündbare Stoffe hinweisen. Es beschreibt keine konkrete Flüssigkeit; die vollständige Kennzeichnung und das Sicherheitsdatenblatt entscheiden. Quelle: Wikimedia Commons, nach UNECE-Symbol, gemeinfreies Symbol.
Für das erste Ausbildungsjahr eignet sich ein trockenes Reinigungsplan-Spiel statt einer chemischen Reinigung: Du vergleichst zwei erfundene Tätigkeitskarten, entscheidest dich für die vollständig trockene Variante und formulierst, welche Angaben vor einer realen Reinigung benötigt würden. Unbekannte Lösemittel nicht öffnen, mischen, erwärmen oder in die Spüle geben. Material-, Staub- und Gefahrstoffabfälle gehören in die betrieblich festgelegten Sammelwege.
Knopfzellen und elektrische Prüfgeräte
Quarzuhren können mit Knopfzellen betrieben werden. Ein Kurzschluss, beschädigte Zellen, falsche Polung oder auslaufende Bestandteile sind keine Bagatelle. Reparatur- und Messarbeiten an unter Spannung stehenden oder unbekannten Geräten sind keine unbeaufsichtigten Erstjahresübungen. Für dieses Lernmodul wird die Batterie ausschließlich durch ein Papiersymbol dargestellt. Ob und wie Fachkräfte reale Zellen entnehmen, Kontaktflächen behandeln oder Prüfgeräte einsetzen dürfen, ergibt sich aus Freigabe, Unterweisung und Herstellerangaben.
Das Umweltbundesamt erläutert, dass Knopfzellen und andere Altbatterien nicht in den Hausmüll gehören, sondern getrennt gesammelt werden. Für lithiumhaltige Altbatterien gelten zusätzliche Sicherungs- und Sammelhinweise; die konkrete innerbetriebliche Handhabung gehört in die Betriebsanweisung. Auch scheinbar „leere“ Batterien darfst du nicht öffnen, erhitzen oder kurzschließen.
Historische Leuchtfarben: besonders wichtig im Uhrmacherberuf
Bei älteren Zifferblättern und Zeigern können radium- oder andere radioaktivitätsbezogene Leuchtstoffe vorkommen. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung dokumentiert historische radioaktive Leuchtfarben in Uhren. Unbekannte Altuhren mit auffälligem Leuchtzifferblatt nicht öffnen, zerkratzen, abblasen oder reinigen. Arbeit stoppen, gesichert belassen und eine zuständige fachkundige Person informieren; gegebenenfalls ist Strahlenschutzfachkunde bzw. die zuständige Behörde einzubeziehen. Eine äußerlich nicht mehr leuchtende Farbe ist kein verlässlicher Sicherheitsnachweis. Verwende für Unterricht ausschließlich ein Papierbild.
Nachhaltigkeit und Schutz von Informationen
Sorgfältige Wartung kann die Nutzungsdauer von Uhren verlängern; fachgerechte Trennung von Metallen, Verpackung, Elektronik und Batterien spart Ressourcen. Vermeide unnötige Chemikalien, Druckausgaben und Ausschuss. Digitalisierung unterstützt Stücklisten, Prüfprotokolle und Versionskontrolle, kann aber sensible Kundendaten offenlegen. Nutze im Kurs nur fiktive Kennungen wie „Trainingsauftrag U-017“, keine echten Namen, Seriennummern, Fotos von Kundenaufträgen oder internen Zugangsdaten. Dateien gehören ausschließlich in freigegebene Systeme; Fotos nur nach Einwilligungs- und Betriebsregeln. Datenschparsamkeit, Zweckbindung und Zugriffsbeschränkung sind Teil professioneller Werkstattarbeit.
Schutzverhalten, Notfälle und Kontrolle der Wirksamkeit
Vor jedem Arbeitsbeginn
Prüfe vor einer Tätigkeit die Arbeitsfreigabe und die eigenen Kenntnisse. Frage: Ist das Gerät energiefrei? Sind Federn oder andere Energiespeicher sicher entspannt? Liegt eine gültige Unterweisung vor? Kenne ich Herstelleranweisung und Betriebsanweisung? Sind Augenschutz, Arbeitsmittel, Beleuchtung, Aufbewahrung und Fluchtwege passend? Sind Notruf, Ersthelfende und Unfallmeldungsweg bekannt? Bei einer nicht beantworteten Frage arbeitest du nicht eigenmächtig weiter.

Bildhinweis: Beispiele von Schutzbrillen. Die Auswahl der Schutzwirkung hängt von der tatsächlichen Gefährdung ab. Quelle: DJSparky, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Wenn etwas schiefgeht
Bei einem Zwischenfall: eigene Sicherheit beachten – Tätigkeit stoppen – betriebliche Hilfe alarmieren – bei akuter Gefahr Notruf 112 – Erste Hilfe im Rahmen deiner Kenntnisse – Vorfall nach Betriebsverfahren melden. Verändere gefährliche Anlagen, Chemikalien oder unbekannte Altuhren nicht eigenmächtig. Die konkreten Sammelpunkte, Ersthelfenden und Notfallmaterialien legt der Betrieb fest. Trainiere diese Abläufe als Rollenspiel mit ungefährlichen Karten und ohne künstlichen Notruf.
Eine Beinaheunfallmeldung beschreibt ein gefährliches Ereignis ohne eingetretene Verletzung. Sie hilft, Maßnahmen zu verbessern; sie ist kein Anlass, Fehler zu verschweigen. Beispiel: Eine Pinzette rutscht in Richtung Hand, ohne sie zu treffen. Melde den Beinaheunfall, sichere die Situation und verbessere Halterung sowie Ablage.
Wirksamkeit statt Checkliste um der Checkliste willen
Eine Maßnahme wirkt, wenn die tatsächliche Gefährdung geringer wird. Nicht ausreichend ist der Satz „Schutzbrille vorhanden“; überprüfe, ob sie unbeschädigt, geeignet und bei der betreffenden Tätigkeit gemäß Betriebsanweisung getragen wird. Bei einem Papiermodell kann die Wirksamkeitsprüfung heißen: Kein scharfes Werkzeug auf dem Tisch, keine elektrische Energie, Ablagen eindeutig beschriftet, freie Arbeitsfläche und vollständig ausgefülltes Prüfprotokoll. Beobachtung und Gegenprüfung sind wichtiger als ein dekoratives Häkchen.
Die DGUV Regel 100-001, Stand 06/2025 erläutert zentrale Präventionsthemen. Prüfe bei Verwendung in deinem Betrieb stets die aktuelle Fassung sowie die konkrete Unfallversicherungsträger-Zuständigkeit.
Durchgearbeiteter Praxisauftrag: Sicheres Prüfprotokoll für einen Uhrwerk-Dummy
Auftrag analysieren und Grenzen festlegen
Fiktiver Auftrag U-017: „Bereite eine sichere Werkbank vor, prüfe an einem vollständig batteriefreien, nicht gespannten Uhrwerk-Dummy sechs markierte Positionen gegen eine Zeichnung, dokumentiere Abweichungen und gib das Lernergebnis zur Kontrolle ab.“ Der Dummy besteht aus Karton, Kunststoffplättchen und einem ausgedruckten Zifferblatt; es gibt keine eingesetzte Batterie, keine laufenden Zahnräder, keine Feder, keine scharfen Spitzen, keine echten Uhrenteile und keine Gefahrstoffe. Eine Fachkraft kontrolliert die Freigabe der Lernmittel; sie gibt keine Freigabe für echte Reparaturen.
Auftragsanalyse: Eingaben sind Zeichnung A, Dummy B, Mustercheckliste C und Ausbildungsunterweisung. Ergebnis ist ein lesbares Protokoll mit Soll-Ist-Vergleich, Gefährdungscheck, Abweichung, Verbesserung und Unterschriftsfeld der aufsichtführenden Person. Qualitätskriterien: sechs Positionen geprüft, eindeutige Nummerierung, sichere Durchführung, keine personenbezogenen Daten. Nicht Bestandteil: Öffnen echter Uhren, Batterieprüfung, Schleifen, Löten oder Demontage gespannter Federwerke.
Vorprüfung: Gefährdungen und Rechenweg
Bewertungsannahme nur für diese Übung: W und S jeweils 1 bis 3, R = W × S. Die Werte sind didaktische Schätzungen, keine gesetzlich festgelegten Grenzwerte.
| Mögliche Gefährdung in einer unsicheren Variante | Ausgangswert | Ersatz-/Schutzmaßnahme | Nachher |
|---|---|---|---|
| Spitze Metallpinzette verletzt Hand | W 2 × S 2 = 4 | Stumpfer Papiergreifer ersetzt Metallspitze | W 1 × S 1 = 1 |
| Federteil könnte herausspringen | W 2 × S 3 = 6 | Keine Feder im Karton-Dummy, Gefahr entfernt | entfällt |
| Reale Knopfzelle könnte kurzgeschlossen werden | W 2 × S 3 = 6 | Batteriesymbol aus Karton statt echter Zelle | entfällt |
| Gebückte Haltung belastet Nacken | W 3 × S 1 = 3 | Arbeitsfläche anpassen und Blickhöhe kontrollieren | W 1 × S 1 = 1 |
Rechenbeispiel: Für die Spitze gilt vor dem Austausch R = 2 × 2 = 4. Nach Austausch durch den stumpfen Papiergreifer beträgt der angenommene Restwert R = 1 × 1 = 1; die Reduktion beträgt 4 − 1 = 3 Modellpunkte bzw. 3/4 = 75 % des ursprünglichen Modellwerts. Die Prozentzahl ist keine statistisch gemessene Unfallreduktion und kein Sicherheitsnachweis. Bei vollständig entfernten Federn und Batterien ist die jeweilige Ausgangsgefährdung für diesen Modellauftrag nicht mehr vorhanden, statt sie künstlich mit einer „1“ zu bewerten. Vor einer realen Arbeit müssten betriebliche Fachkräfte Gefährdungen eigenständig beurteilen.
Arbeitsplan mit nachvollziehbarer Zeitplanung
| Schritt | Dauer | Material und sichere Handlung | Prüfkriterium |
|---|---|---|---|
| Auftrag lesen | 3 min | Zeichnung und Lehrkarte; Grenzen markieren | sechs Sollpositionen verstanden |
| Arbeitsplatz prüfen | 4 min | freie Tischfläche, Beleuchtung, Ablageschale, keine Energiequelle | Sicherheitscheck vollständig |
| Freigabe prüfen | 5 min | aufsichtführende Person bestätigt Dummy und Arbeitsart | keine ungeklärte Tätigkeit |
| Sichtvergleich durchführen | 8 min | Papiergreifer, Karton-Dummy, Zeichnung; nur markieren | Positionen A bis F abgeglichen |
| Ergebnisse bewerten | 4 min | Soll-Ist-Tabelle und Abweichungsnotiz | Abweichung begründet |
| Dokumentieren und abgeben | 4 min | fiktives Prüfblatt, Gegenkontrolle | vollständiges Protokoll |
Gesamtzeit: 3 + 4 + 5 + 8 + 4 + 4 = 28 Minuten. Das ist eine Lernplanungsgröße, keine verbindliche Fertigungszeit. Wenn ein Freigabeschritt fehlt, wird nicht zum nächsten Schritt gesprungen.
Musterergebnis mit Mess- und Prüfbezug
In Zeichnung A sind sechs runde Positionen A bis F eingezeichnet. Auf Dummy B liegen A, B, C, E und F an den vorgesehenen Markierungen; Position D ist um eine Markierung versetzt. Du überprüfst den Karton durch visuelles Übereinanderlegen transparenter Vorlagen, ohne reale Mikrometer-Messung vorzutäuschen. Soll ist an allen sechs Positionen „Punkt mittig im Kreis“, Ist an D „Punkt außerhalb des Kreismittelpunkts“. Ergebnis: 5 von 6 Positionen stimmen überein, Anteil 5 / 6 × 100 = 83,3 % (gerundet auf eine Nachkommastelle). Die Qualitätsvorgabe lautet jedoch 6 von 6, daher ist das Ergebnis nicht freigabefähig. Du dokumentierst die Abweichung und schlägst das erneute Positionieren des Kartonplättchens vor; die lehrende Fachperson kontrolliert die Korrektur. Die 83,3 % sind kein Ersatz für das Kriterium „alle Positionen richtig“.
Musterprotokoll, ausschließlich fiktiv:
| Feld | Eintrag |
|---|---|
| Kennung | U-017 (erfunden) |
| Gegenstand | Uhrwerk-Dummy aus Karton, stromlos und federlos |
| Freigabestatus | Für die Modellaufgabe kontrolliert; echte Uhren nicht freigegeben |
| Sicherheitskontrolle | Arbeitsfläche frei; Papiergreifer; kein Gefahrstoff; keine Batterie |
| Prüfergebnis | A, B, C, E, F passend; D abweichend |
| Maßnahmenvorschlag | Plättchen D neu positionieren, sechs Positionen erneut prüfen |
| Datenstatus | keine Personen-, Betriebs- oder Kundendaten gespeichert |
| Gegenprüfung | Kontrollfeld für die aufsichtführende Lehrperson |
Bewertungsraster für den Lernnachweis
Jeder Bereich erhält 0 bis 4 Punkte: 0 = fehlt oder sachlich unbrauchbar; 1 = stark lückenhaft; 2 = wesentliche Elemente vorhanden, aber ungenau; 3 = überwiegend vollständig und begründet; 4 = fachlich korrekt, nachvollziehbar und vollständig. Bei der Bewertung zählt die individuelle Arbeit, nicht die bloße Wiedergabe des Musterprotokolls.
| Kriterium | Maximalpunkte | Nachweis für volle Punktzahl |
|---|---|---|
| Analyse und Grenzen | 4 | Ziel, Material, Ausschlüsse und Freigabebedarf klar erläutert |
| Risiko und STOP-Maßnahmen | 4 | konkrete Gefahren erkannt, Rechenweg richtig, wirksame Substitution begründet |
| Arbeitsplanung und Durchführung | 4 | sechs Schritte sicher in richtiger Reihenfolge umgesetzt |
| Prüfung und Fehlerbehandlung | 4 | alle Soll-Ist-Positionen nachvollziehbar verglichen, Abweichung erkannt |
| Dokumentation, Daten- und Umweltschutz | 4 | vollständiges fiktives Protokoll, keine echten Daten, sichere Entsorgung begründet |
| Summe | 20 | 15–20 Punkte: gute bis sehr gute Lernzielerreichung je nach Kriterien; unter 15: gezielte Nacharbeit |
Zwingende Sicherheitsregel unabhängig von Punkten: Eine gefährliche, nicht freigegebene reale Tätigkeit wird niemals durch eine hohe Punktzahl kompensiert. Wird sie begonnen, erfolgt Abbruch der praktischen Übung und erneute Unterweisung. Das Raster ist ein schulisches Übungsinstrument, keine amtliche Prüfung.
Interaktive Aufgaben
Bearbeite die folgenden Quizfragen zunächst ohne Nachschlagen. Die Zuordnungsspiele dienen der Wiederholung; begründe bei Unsicherheit deine Entscheidung anhand der Fachkapitel. Bei einer falschen Antwort suche den passenden Abschnitt und versuche es erneut.
Quiz: Prüfe dein Wissen
Was ist die erste sinnvolle Maßnahme vor einer ungeklärten Tätigkeit mit einem alten Uhrwerk? (Arbeit stoppen und die zuständige Fachperson um Klärung bitten) (!Eine beliebige passende Schutzbrille aufsetzen und beginnen) (!Die Uhr kräftig schütteln, um gespeicherte Energie zu prüfen) (!Nur die Auftragspapiere unterschreiben und weiterarbeiten)
Welche Maßnahme steht im STOP-Prinzip an erster Stelle? (Die Gefährdung durch eine sichere Alternative ersetzen) (!Persönliche Schutzausrüstung möglichst zuerst benutzen) (!Eine Warnung an die Werkbank kleben) (!Die Gefahr nur im Bericht erwähnen)
Wer ist grundsätzlich für die betriebliche Gefährdungsbeurteilung verantwortlich? (Der Arbeitgeber) (!Nur die auszubildende Person) (!Nur die Kundschaft) (!Ausschließlich die Berufsschullehrkraft)
Welche Aussage zu gespannten Uhrwerksfedern trifft zu? (Sie können Energie speichern und gehören nicht in eine unfreigegebene Übung) (!Sie sind bei kleineren Uhren grundsätzlich ungefährlich) (!Man erkennt allein an der Farbe, ob die Feder gespannt ist) (!Sie lassen sich durch Schütteln gefahrlos entspannen)
Wozu dient ein Sicherheitsdatenblatt bei Gefahrstoffen? (Es liefert Informationen zu Gefahren und sicheren Schutzmaßnahmen) (!Es ersetzt jede Unterweisung am Arbeitsplatz) (!Es beweist, dass jedes Reinigungsmittel ungiftig ist) (!Es enthält nur die Einkaufspreise der Flüssigkeiten)
Wie gehst du mit einer unbekannten älteren Uhr mit möglicherweise radioaktiver Leuchtfarbe um? (Nicht öffnen oder bearbeiten und fachkundige Abklärung veranlassen) (!Das Zifferblatt sofort trocken abbürsten) (!Die Leuchtfarbe mit Druckluft entfernen) (!Durch Reiben prüfen, ob Staub entsteht)
Wohin gehören ausgediente Knopfzellen im Regelfall? (In geeignete getrennte Rücknahme oder Sammelstellen) (!In den Restmüll) (!In den Ausguss) (!In die Ablage für Metallspäne)
Welche Aussage beschreibt gute Ergonomie bei der Lupenarbeit? (Arbeits- und Sitzhöhe sowie Licht an eine möglichst entspannte Haltung anpassen) (!Den Oberkörper dauerhaft zur tiefen Werkbank hinunterbeugen) (!Pausen vermeiden, um die Augen an die Lupe zu gewöhnen) (!Eine möglichst dunkle Werkbankbeleuchtung wählen)
Welches Ergebnis muss im Modellauftrag U-017 als Abweichung dokumentiert werden? (Ein markierter Punkt liegt nicht mittig auf seiner Sollposition) (!Alle sechs Positionen stimmen mit der Vorlage überein) (!Der Prüfbericht benutzt eine fiktive Auftragsnummer) (!Es liegt ein Batteriebild aus Karton bereit)
Warum verwendest du im Lernprotokoll nur fiktive Daten? (Weil die Aufgabe ohne echte Kunden- und Betriebsdaten überprüfbar ist) (!Weil reale Daten immer ohne Erlaubnis veröffentlicht werden dürfen) (!Weil Datenschutz nur für große Unternehmen gilt) (!Weil fiktive Kennungen automatisch eine echte Reparatur freigeben)
Memory
Verbinde die Fachbegriffe mit ihren treffenden Erläuterungen.
| Gefährdungsbeurteilung | Systematisches Erkennen und Beurteilen arbeitsbezogener Risiken |
| Substitution | Ersatz einer gefährlicheren Tätigkeit oder eines Stoffes durch eine sicherere Lösung |
| Betriebsanweisung | Arbeitsplatzbezogene verbindliche Hinweise für bestimmte Tätigkeiten oder Stoffe |
| Beinaheunfall | Ereignis mit Verletzungspotenzial ohne tatsächlich eingetretenen Schaden |
| Ergonomie | Menschengerechte Gestaltung von Arbeitsplatz und Arbeitsablauf |
| Sicherheitsdatenblatt | Lieferanteninformation zu Gefahrstoffeigenschaften und Schutzmaßnahmen |
Drag-and-drop
Ordne jedem Schutzgedanken das konkrete Beispiel zu. Diese Paare sind keine Freigabe für echte Arbeiten.
| Passenden Begriff zuordnen | Beispiel |
|---|---|
| Substitution | Batterie durch ein Papiersymbol ersetzen |
| Technische Maßnahme | Kleinteile in einer fest positionierten Ablageschale sichern |
| Organisatorische Maßnahme | Arbeitsschritte erst nach Unterweisung und Freigabe durchführen |
| Persönliche Maßnahme | Bei entsprechender Vorgabe geeigneten Augenschutz tragen |
| Wirksamkeitsprüfung | Nach der Umgestaltung die tatsächlich freie Arbeitsfläche kontrollieren |
Kreuzwort
Trage zu jeder Definition genau einen Fachbegriff ein.
| Pinzette | Wie heißt ein handgeführtes Greifwerkzeug für winzige Teile? |
| Schutzbrille | Welcher Gegenstand kann bei geeigneter Auswahl die Augen schützen? |
| Absaugung | Welche technische Einrichtung entfernt gefährdende Dämpfe oder Stäube an der Quelle? |
| Ergonomie | Wie heißt die Anpassung der Arbeit an den Menschen? |
| Unterweisung | Wie heißt die betriebliche Erklärung sicherheitsrelevanter Arbeitsregeln? |
| Datenschutz | Welcher Schutzbereich betrifft vertrauliche personenbezogene Informationen? |
LearningApps
Die folgende Suche zeigt mögliche ergänzende Übungsangebote zum Thema. Es ist eine Suche, keine als fachlich geprüft bestätigte Einzel-LearningApp; prüfe vor einer Unterrichtsnutzung die jeweiligen Inhalte und Datenschutzbedingungen.
Lückentext
Fülle jede Lücke mit einem passenden Fachbegriff. Nutze die Begriffe aus den Kapiteln.
Offene Aufgaben
Bearbeite die Aufgaben in der angegebenen Schwierigkeit. Verwende nur ungefährliche Materialien, synthetische Daten und freigegebene Lernumgebungen. Alle Antworten sollen begründet und mit einer kleinen eigenen Kontrolle versehen werden.
Leicht
- Arbeitsschutz: Erstelle eine beschriftete Skizze einer sicheren Uhrmacherwerkbank mit mindestens fünf konkreten Prüfstellen.
- Persönliche Schutzausrüstung: Vergleiche anhand der Bildquellen zwei Schutzbrillen und notiere, warum das Aussehen allein ihre Eignung nicht bestätigt.
- Gefährdung: Formuliere drei verschiedene Gefährdungen aus einer fiktiven Werkstattsituation und nenne jeweils eine Rückfrage an die Fachkraft.
- Mülltrennung: Gestalte eine kurze, sachliche Informationskarte zu getrennter Sammlung von Knopfzellen mit UBA-Quelle.
Standard
- Ergonomie: Zeichne zwei Lupenarbeitsplätze als ungünstige und verbesserte Variante und begründe drei Änderungen.
- STOP-Prinzip: Sortiere vier fiktive Schutzmaßnahmen, erkläre die Reihenfolge und entwirf ein sicheres Papiermodell statt einer riskanten Tätigkeit.
- Arbeitsplanung: Entwickle für den Auftrag U-017 einen eigenen Zeit- und Materialplan mit Freigabe- und Prüfpunkt.
- Datenschutz: Erstelle ein anonymes Prüfprotokoll als Tabelle und prüfe es auf versehentlich enthaltene Personendaten.
Schwer
- Gefährdungsbeurteilung: Bewerte vier Modellrisiken mit W mal S, erläutere Unsicherheiten der Matrix und begründe eine Verbesserung ohne reale Gefahrenversuche.
- Qualitätsmanagement: Prüfe einen vom Lernteam bewusst fehlerhaft angeordneten Papier-Uhrwerk-Dummy, dokumentiere Soll-Ist-Abweichungen und führe eine zweite Kontrolle durch.
- Nachhaltigkeit: Entwickle ein ressourcenschonendes Wartungs- und Entsorgungskonzept für eine fiktive Uhrenwerkstatt mit Fachquellen und Grenzen deiner Zuständigkeit.
- Berufsbildung: Produziere ein zweiminütiges Erklärvideo mit selbst gestalteten Grafiken zum sicheren Arbeitsstopp, ohne reale Maschinen, Kundendaten oder Personenaufnahmen.


Lernkontrolle
Diese mindestens fünf Lernkontrollen dienen dem Transfer. Belege deine Schlussfolgerungen mit dem Lehrtext, einer offiziellen Quelle und dem passenden Teil deines fiktiven Arbeitsprotokolls.
- Gefahrenermittlung: Begründe an drei Beispielen, warum die Größe eines Uhrenteils wenig über das Ausmaß einer Gefährdung aussagt.
- Schutzmaßnahmen: Ein Betrieb stellt nur Schutzbrillen bereit; überprüfe die Entscheidung anhand von STOP und schlage zwei höherrangige Maßnahmen für eine Modellübung vor.
- Arbeitssicherheit: Entscheide für eine unbekannte alte Uhr mit Leuchtzifferblatt, was ein Auszubildender tun darf, was nicht und wen er informieren muss.
- Qualitätssicherung: Rechne die Quote korrekt markierter Positionen bei 5 von 6 aus und erkläre, warum die Grenze „6 von 6“ trotzdem nicht erfüllt ist.
- Betriebsanweisung: Formuliere eine sichere Handlungsfolge für den Fall, dass während der Vorbereitung ein beschädigtes Werkzeug entdeckt wird.
- Gefahrstoff: Erkläre, welche Dokumente du vor einer Reinigung prüfen lassen würdest und warum eine frei erfundene Mischanleitung kein Ersatz ist.
- Datensicherheit: Überarbeite ein fiktives Prüfblatt mit unnötigen Kundeninformationen so, dass es weiterhin kontrollierbar bleibt, ohne persönliche Angaben offenzulegen.
Lernnachweis
Konkreter Lernnachweis: Lege ein digitales oder ausgedrucktes Portfolio „Sicherheitsauftrag U-017“ vor. Es enthält (1) analysierten Auftrag und klare Grenzen, (2) bebilderten Arbeitsplatzplan ohne Personenaufnahmen, (3) vier nachvollziehbare Gefährdungsvergleiche mit eigener Rechnung, (4) einen Arbeitsplan mit Zeiten, (5) einen freigegebenen Soll-Ist-Vergleich des Kartonmodells an sechs Positionen, (6) ein datensparsames Prüfprotokoll und (7) eine begründete Verbesserung nach Gegenprüfung. Dokumentiere auch, wenn eine Handlung wegen fehlender Freigabe unterblieben ist. Bewertet wird mit dem 20-Punkte-Raster des Praxisfalls; über die tatsächliche Lernzielerreichung entscheidet die unterrichtende Fachkraft, nicht dieses Kursdokument.
Selbstkontrolle vor Abgabe: Kann eine andere Person jeden Schritt nachvollziehen? Ist der verwendete Dummy vollständig ohne Energie und gefährliche Stoffe? Sind alle Zahlen mit Rechenweg belegt? Werden echte Personen oder Aufträge nicht erkennbar? Kannst du den Unterschied zwischen Übungsfreigabe und betrieblich befugter Tätigkeit erklären?
Rückmeldeschleife: zuerst selbst prüfen, dann Lernpartnerfeedback, danach fachliche Prüfung durch Ausbilderin/Ausbilder bzw. Lehrkraft. Verbesserte Version mit Datum der Lernaufgabe kennzeichnen, ohne vertrauliche Betriebsdaten zu erfassen.
OER und Wikipedia
Fachquellen und geltendes Regelwerk (aufgerufen für diesen Kurs im Oktober 2026; jeweils aktuelle Fassungen und betriebliche Anforderungen prüfen):
- Bundesinstitut für Berufsbildung: Uhrmacher/Uhrmacherin, Berufsprofil, Ausbildungsordnung und Rahmenlehrplan. Die Ausbildungsordnung stammt aus 2001; Lehrplan und betriebliche Umsetzung örtlich abgleichen.
- Arbeitsschutzgesetz § 5 und § 12 – Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung.
- Betriebssicherheitsverordnung § 5 – sicher geeignete Arbeitsmittel.
- Gefahrstoffverordnung § 6 und § 7 – Gefährdungsbeurteilung und Grundpflichten bei Gefahrstoffen.
- DGUV-IFA: STOP-Prinzip und DGUV Regel 100-001, Stand 06/2025.
- DGUV Fachbereich PSA: Augenschutz und DGUV Regel 112-192.
- Umweltbundesamt: Batterien und Altbatterien, aktualisiert 15.10.2025.
- BGE-Informationsarchiv: Radioaktive Stoffe in Uhren – historischer Hintergrund, keine heutige Arbeitsfreigabe.
- VBG: Gefährdungsbeurteilung, Praxisleitfaden und öffentlich zugängliches deutschsprachiges Erklärvideo.
- Wikipedia: Uhrmacher und Wikipedia: Arbeitsschutz als offene Einstiegslektüre; Rechtsangaben immer anhand offizieller Stellen überprüfen.
Nachweis der eingebetteten Wikimedia-Commons-Medien und Rechte (Dateinamen entsprechen den eingebetteten Dateien):
| Commons-Datei | geprüfte Dateiseite | Urheberangabe | Lizenz-/Rechtequelle |
|---|---|---|---|
| File:NMC Mandatory - Safety Goggles.svg | Wikimedia Commons | Bigguy637 | CC0 1.0 |
| File:Case opener.jpg | Wikimedia Commons | Haragayato | CC BY-SA 2.5 |
| File:Watchmaking skills.jpg | Wikimedia Commons | Giridibyaranjan | CC BY-SA 4.0 |
| File:GHS-pictogram-flamme.svg | Wikimedia Commons | ursprünglich aus UNECE-Piktogramm, Bearbeitungen auf Dateiseite | Gemeinfreies Symbol laut Commons |
| File:Safety Goggles.jpg | Wikimedia Commons | DJSparky | CC BY-SA 4.0 |
Videonachweis: GDA: Kurzfilm zur Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsschutzorganisation, historisch dokumentiert durch Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Ausgabe 2/2016. Videourheber: Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie; nur als verlinkte/gegebenenfalls von YouTube erlaubte Einbettung, keine behauptete freie Videolizenz. Das aktuelle YouTube-Abspielverhalten ist nicht unabhängig bestätigt. Ergänzend steht das direkt beim Unfallversicherungsträger BG Verkehr veröffentlichte deutschsprachige Erklärvideo mit Untertiteln und Audiodeskription bereit, ohne unbestätigte Video-ID. Externe Einbettungen können Daten an Drittanbieter übermitteln.
Wikipedia-Artikel in deutscher Sprache:
OER-Hinweis: Lernaufträge, Modellzahlen und Musterprotokoll sind für diesen Kurs neu erstellte didaktische Beispiele. Rechte an zitierten Quellen, Fotos und Videos verbleiben bei den genannten Urhebern; CC-Lizenzbedingungen einschließlich Namensnennung und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen beachten.
Verknüpfte Lernbereiche
Berufsübergreifende Verbindungen: In Physik untersuchst du gespeicherte Energie und mechanische Kräfte; in Chemie die Kennzeichnung von Gefahrstoffen; in Mathematik Rechenwege und den kritischen Umgang mit Risikomatrizen; in Informatik Datenminimierung, Prüfblätter und Versionierung; in Wirtschaft Arbeitsschutzorganisation und nachhaltigen Ressourceneinsatz. Für Betriebe und Berufsschulen müssen das jeweils geltende Landesrecht, der Ausbildungsplan, der landesspezifische Lehrplan sowie Angaben der zuständigen Handwerkskammer konkret geprüft werden.
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