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Herstellen von Bauteilen mit Werkzeugmaschinen - Technischer Modellbauer - LF 6

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Herstellen von Bauteilen mit Werkzeugmaschinen - Technischer Modellbauer - LF 6

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Einleitung

Du arbeitest im zweiten Ausbildungsjahr zum Technischen Modellbauer beziehungsweise zur Technischen Modellbauerin. Für eine Form- oder Modellbauvorrichtung sollst du ein maßhaltiges Bauteil aus einem Rohling herstellen. Du liest zunächst den Auftrag und die Zeichnung, entscheidest dich für geeignete Werkzeugmaschinen, ermittelst Schnittdaten, planst das Spannen, prüfst das Fertigungsergebnis und dokumentierst es nachvollziehbar. Genau diese vollständige berufliche Handlung steht im Mittelpunkt.

Lernfeldbezug: Berufsschule – KMK-Lernfeld 6, zweites Ausbildungsjahr, Zeitrichtwert 60 Stunden. Der KMK-Rahmenlehrplan, Druckseite 15 nennt vor allem das auftragsbezogene Fertigen auf konventionellen Werkzeugmaschinen, Zeichnungen und Stücklisten, ISO-Toleranzen und Passungen, Drehen, Fräsen, Erodieren, Schleifen, Spannplan, Schneidstoffe, Kühlschmierstoffe, Umdrehungsfrequenz, Vorschub, Hebel, Drehmomente, Spann- und Schnittkräfte, Kegeldrehen sowie Messprotokolle. Der Kurs erschließt diese Inhalte durch eigene Beispiele; er gibt keine Normtexte wieder.

Wichtig für die Ausbildung: Nach BIBB gilt die Ausbildungsordnung von 2009 für diesen Beruf noch bis 31. Juli 2027; eine Neuordnung tritt am 1. August 2027 in Kraft. Kläre mit Ausbildungsbetrieb, zuständiger Industrie- und Handelskammer beziehungsweise Handwerkskammer und Berufsschule, welcher betriebliche Ausbildungsplan und Landeslehrplan für deinen Jahrgang gelten. Dieser freie Kurs ist weder amtliche Prüfungszulassung noch eine Maschinenunterweisung.

Sicherheitsregel: Die praktischen Arbeitsschritte sind nur in freigegebenen Werkstätten, nach dokumentierter Unterweisung und unter befugter fachlicher Aufsicht zulässig. Du kannst alle Rechen-, Zeichnungs-, Simulations-, Messdaten- und Planungsaufgaben auch an einem ungefährlichen Kunststoff- oder Papiermodell bearbeiten. Freigaben, Betriebsanleitungen und Gefährdungsbeurteilungen gehen Beispielwerten in diesem Kurs immer vor.


Aufträge und Fertigungsunterlagen auswerten


Vom Modellbauauftrag zur eindeutigen Anforderung

Ein technisches Modell oder eine Vorrichtung kann im Gießereimodellbau, im Karosserie- und Produktionsmodellbau oder für Anschauungszwecke benötigt werden. Ein Arbeitsauftrag beschreibt Zweck, Stückzahl, Termin, Werkstoff, Qualitätsmerkmale und zugehörige Dokumente. Bevor du Material entnimmst, klärst du, ob die Zeichnung aktuell freigegeben ist, welche Maße für die Funktion entscheidend sind und welche Prüfergebnisse übergeben werden sollen. Eine Stückliste nennt Werkstoffe und Einzelteile, die Technische Zeichnung Geometrie, Bezugskanten und zulässige Abweichungen. Vergleiche immer Zeichnungsstand, Stückliste und Arbeitsauftrag; Widersprüche werden vor Fertigungsbeginn geklärt.

Beispiel: Eine Distanzplatte stützt eine Modelleinrichtung. Außenmaße und Nutlage bestimmen, ob die Platte in die Montage passt. Eine äußerlich hübsche Oberfläche hilft nicht, wenn der Bezug zur falschen Kante bemaßt wurde. Kennzeichne daher eine primäre Bezugsfläche A und zwei Bezugskanten B und C in einer Fertigungsskizze. Lege fest, von welchem Bezugspunkt du die Nutposition prüfst.


Maße, Toleranzen, Passungen und Oberflächen

Ein Nennmaß ist der angegebene Sollwert, eine Toleranz der zulässige Bereich zwischen oberem und unterem Grenzmaß. Bei 50,00 ± 0,20 mm sind 49,80 bis 50,20 mm zulässig, also beträgt die gesamte Toleranzbreite 0,40 mm. Ein Messwert von 50,21 mm ist nicht in Ordnung, auch wenn er nur geringfügig abweicht. Unterscheide Maßabweichung von Formabweichung wie Unebenheit und Lageabweichung wie fehlende Rechtwinkligkeit. Oberflächenrauheit beschreibt die mikroskopische Struktur, ein Grat ist hingegen eine unerwünschte scharfe Materialkante.

Eine Passung entsteht aus dem Größenverhältnis zweier zusammengehöriger Maßelemente, etwa Bohrung und Welle. Spielpassung, Übergangspassung und Übermaßpassung haben unterschiedliche Funktionen. Eine Bezeichnung wie H7 oder g6 ist keine pauschal in Millimeter umrechenbare Zahl: Die Grenzabmaße hängen unter anderem vom Nennmaß und von der jeweiligen Toleranzklasse ab. Ermittle konkrete Werte nur aus einer gültigen, für deinen Betrieb zugänglichen Normtabelle. Die derzeit bei DIN Media als aktuell geführte DIN EN ISO 286-1:2019-09 erläutert die Grundlagen des ISO-Toleranzsystems; Normtabellen werden hier nicht kopiert.

Häufige Fehler: Toleranzbreite und beidseitiges Abmaß verwechseln; einen Durchmesser vom Radius ableiten, ohne den Faktor zwei zu beachten; eine rauheitsbezogene Vorgabe allein durch Anschauen als bestanden erklären; Abmessungen ohne Bezugskanten messen. Frage bei fehlenden Angaben nach, statt sie zu erfinden.


Werkzeugmaschinen, Zerspanungsverfahren und Schneidstoffe


Drehen, Fräsen, Schleifen und Erodieren unterscheiden

Beim Drehen rotiert normalerweise das Werkstück; ein einschneidiges Werkzeug führt die Vorschubbewegung aus. Typische Produkte sind Wellen, Zapfen und Kegel. Beim Fräsen rotiert ein meist mehrschneidiges Werkzeug; die Bewegungen von Werkzeug und Werkstück erzeugen Ebenen, Nuten und Konturen. Die konventionelle Fräsmaschine ist für kleine Einzelteile des Modellbaus besonders anschaulich. Beim Schleifen tragen viele gebundene Schleifkörner kleine Späne ab; eine passende Auswahl kann hohe Maß- und Oberflächenanforderungen unterstützen. Beim Funkenerodieren wird leitfähiges Material durch elektrische Entladungen abgetragen. Erodieren ist kein mechanisches Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide: Es ist ein ergänzendes abtragendes Verfahren für besondere Geometrien, dessen elektrische, thermische und medienbezogene Risiken eine gesonderte Einweisung erfordern.

Verfahren Typische Anwendung im Modellbau Auswahlkriterium Mögliche Grenze
Drehen Welle oder zylindrischer Zentrierstift rotationssymmetrische Form ungeeignet für viele prismatische Flächen
Fräsen ebene Auflage oder Nut vielseitige Formgebung Spannaufbau und Werkzeugzugang nötig
Schleifen feine Funktionsfläche Oberflächengüte und Endmaß zusätzliche Zeit und besondere Schutzmaßnahmen
Erodieren filigrane leitfähige Formkontur schwierig zerspanbare leitfähige Geometrie Spezialmaschine, Energie- und Medienbedarf
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Abbildung: Konventionelle Fräsmaschine; erkenne Tisch, Führungen und Spindelbereich. Foto: Pavel Ševela, CC BY-SA 3.0, geprüfte Commons-Dateiseite.

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Abbildung: Konventionelle Metalldrehmaschine als Vergleich zum Fräsen. Foto: Darron Birgenheier, CC BY 2.0, Commons-Dateiseite.


Werkstoffe, Schneidstoffe und Bearbeitungsstrategie

Typische Werkstücke sind Holz und Holzwerkstoffe, Kunststoffe, Aluminiumlegierungen und Stahl. Bearbeitbarkeit hängt von Festigkeit, Zähigkeit, Wärmeverhalten, Werkstückgeometrie und der eingesetzten Maschine ab. Die Schneide kann aus Schnellarbeitsstahl (HSS), Hartmetall oder anderen Schneidstoffen bestehen. Hartmetall ist häufig verschleißfest, aber weniger schlagzäh als HSS. Ein Fräser für Holz kann nicht automatisch mit denselben Parametern für Metall eingesetzt werden. Die Werkzeugauswahl richtet sich nach Herstellerdaten, Werkstoff, Stabilität und Maschinenfreigabe.

Schruppen bedeutet eine wirtschaftliche Vorbearbeitung mit verbleibender Zugabe. Schlichten bedeutet die anschließende Bearbeitung für Endmaß und Oberflächengüte. Hierfür können andere Werkzeuge oder Schnittdaten nötig sein. In der Regel ist ein definierter Arbeitsablauf mit Zwischenkontrollen besser als wiederholtes Bearbeiten nach Gefühl. Für eine 10-mm-Nut ist beispielsweise zu prüfen, ob Fräserdurchmesser, Nutradien, erforderliche Genauigkeit und verfügbare Spannmöglichkeiten zusammenpassen.

Abbildung: Fräswerkzeuge mit Schneidplatten als Anlass, Geometrie, Schneidstoff und Verschleiß zu vergleichen. Foto: Julius Schroeder, CC BY-SA 3.0, Commons-Dateiseite.


Kegeldrehen verstehen

Beim Kegeldrehen ändert sich der Werkstückdurchmesser über die Länge. Für einen geraden Kegel mit großem Durchmesser D, kleinem Durchmesser d und axialer Kegellänge L gilt für den halben Kegelwinkel: tan(α) = (D − d) / (2 × L). Beispiel D = 24 mm, d = 18 mm, L = 30 mm: tan(α) = 6 / 60 = 0,10, also α ungefähr 5,71 Grad; der eingeschlossene Gesamtwinkel beträgt ungefähr 11,42 Grad. Die tatsächliche Einstellung einer Drehmaschine erfolgt ausschließlich nach Maschinenanleitung und Freigabe. Der häufige Rechenfehler besteht darin, Halbwinkel und Gesamtwinkel zu verwechseln.


Spannplanung, Maschinenkräfte und Arbeitssicherheit


Rohling, Aufspannung und Spannplan

Der Rohling muss ausreichend Bearbeitungszugabe bieten und darf keine ungeklärten Werkstofffehler oder Beschädigungen aufweisen. Ein Spannplan dokumentiert Lage des Rohlings, gewählte Auflage- und Bezugspunkte, Spannmittel, geplante Werkzeugzugänge und Kollisionsräume. Im Modellbau werden beispielsweise Maschinenschraubstock, Pratzen und geeignete Schonbacken genutzt. Maßgeblich sind Maschinenanleitung, Spannmittelzulassung und eine fachlich geprüfte Gefährdungsbeurteilung, nicht pauschale Einstellwerte aus dem Internet.

Die auftretende Schnittkraft drückt auf Werkstück und Werkzeug. Spannkräfte sollen die Lage sichern, dürfen aber dünnwandige Bauteile nicht verformen. Ein Hebel vergrößert bei gleicher Handkraft das wirkende Drehmoment: M = F × l für eine rechtwinklig zum Hebel wirkende Kraft. Rechenbeispiel: 80 N mal 0,15 m ergibt 12 Nm. Dieser mathematische Wert ist keine Anzugsvorgabe für Spannmittel. Bei schräg angreifender Kraft ist nur die senkrechte Kraftkomponente wirksam. Drehmoment, Reibung, Klemmgeometrie und zulässige Belastung müssen für die tatsächliche Verbindung gesondert beurteilt werden.

Schnittkraftbeispiel als Modellrechnung: Bei einer modellhaft angesetzten spezifischen Schnittkraft von 700 N/mm² und einem vereinfachten Spanungsquerschnitt von 1,5 mm² ergibt sich F = 700 × 1,5 = 1050 N. Das ist eine grobe rechnerische Veranschaulichung, kein belastbarer Spannkraftnachweis. Für reale Fräsprozesse ändern sich Spanungsdicke, Kraftanteile und Eingriffsverhältnisse dynamisch. Reale Spann- und Schnittkräfte werden anhand geeigneter Berechnungsmethoden und Herstellerdaten fachlich bestimmt.


Gefährdungen vermeiden und Grenzen beachten

Rotierende Werkzeuge und Werkstücke können Haare, Kleidung und Handschuhe erfassen; Späne können schneiden oder herausgeschleudert werden. Achte auf geeignete Schutzbrille, gesicherte Haare, enganliegende Kleidung, vorhandene und wirksame Schutzeinrichtungen und frei zugänglichen Not-Halt. Keine Handschuhe im Einzugsbereich rotierender Maschinenteile. Manipuliere niemals Schutzhauben oder Türverriegelungen. Späne werden erst bei sicher stillstehender, gegen unbeabsichtigten Wiederanlauf gesicherter Maschine mit vorgesehenem Hilfsmittel entfernt; nie mit bloßen Händen oder Druckluft zum Wegblasen in Richtung anderer Menschen. Bei Unklarheiten die Arbeit unterbrechen und die fachliche Aufsicht einbeziehen.

Für Maschinen der Zerspanung behandelt die DGUV Information 209-066 die sichere Benutzung; die DGUV FBHM-120 enthält Checklisten zur sicherheitstechnischen Bewertung. Ein DGUV-Beitrag vom 15. April 2026 warnt insbesondere vor beschädigten beziehungsweise manipulierten Schutzvorrichtungen an schnellen Fräsmaschinen. Nutze diese Quellen zusammen mit der aktuellen betrieblichen Gefährdungsbeurteilung und den Herstellerinformationen; ältere technische Dokumente ersetzen keine aktuelle Prüfung.

Kühlschmierstoffe (KSS) senken je nach Verfahren Reibung und Wärme und beeinflussen Spanabtransport sowie Oberfläche. Zugleich können Aerosole, Hautkontakt oder belastete Emulsionen gefährlich sein. Die aktuelle DGUV Regel 109-003, Ausgabe April 2026 und das IFA-KSS-Portal erläutern Schutzmaßnahmen. KSS nicht ohne Freigabe mischen, wechseln oder entsorgen; vorgeschriebene Absaugung, Hautschutzplanung und getrennte Sammlung beachten. Schleifstaub, Metallspäne, Lärm, mögliche Brandgefahren und der Energieverbrauch gehören ebenfalls in die Gefährdungsbeurteilung.

Ungefährliche Alternative: Plane das Spannen mit Pappschablone, Holzklotz ohne Maschinenbetrieb oder CAD-Simulation. Prüfe dabei Auflagepunkte, Werkzeugfreiraum und eine mögliche Kollision mit einem Papierwerkzeug. So übst du die Entscheidung, ohne gefährliche Maschinenbewegungen auszuführen.


Technologische Parameter sicher berechnen


Schnittgeschwindigkeit, Umdrehungsfrequenz und Vorschub

Die Schnittgeschwindigkeit v_c beschreibt die relative Bewegung der Schneide in m/min. Die Umdrehungsfrequenz n gibt Umdrehungen pro Minute an. Für einen Durchmesser D in mm gilt:

n = (1000 × v_c) / (π × D)

Der Faktor 1000 wandelt Meter in Millimeter um. Beim Drehen ist D der jeweils betrachtete Werkstückdurchmesser; beim Fräsen meist der maßgebliche Werkzeugdurchmesser. Beim sich ändernden Drehdurchmesser ändert sich bei fester Drehzahl auch die Schnittgeschwindigkeit. Für das Fräsen gilt mit dem Zahnvorschub f_z in mm/Zahn und der wirksamen Zähnezahl z:

v_f = n × z × f_z mit v_f in mm/min.

Rechenweg: Für einen exemplarischen Fräser mit D = 10 mm, eine rein didaktisch angenommene Schnittgeschwindigkeit v_c = 60 m/min, zwei wirksame Schneiden und einen Zahnvorschub f_z = 0,04 mm ergibt sich n = 1000 × 60 / (π × 10) = ungefähr 1909,9 pro Minute. Daraus folgt v_f = 1909,9 × 2 × 0,04 = ungefähr 152,8 mm/min. Diese Zahlen dienen nur zur Übung der Einheiten und der Formel. Sie sind keine freigegebenen Maschineneinstellungen; geeignete reale Werte ergeben sich aus Werkstoff-, Werkzeug- und Maschinendaten sowie Freigabe durch Fachpersonal.

Bei einer rechnerischen, geraden Werkzeugmittelpunktstrecke von 20 mm ergibt sich als idealisierte Zeit t = s / v_f = 20 / 152,8 min = ungefähr 0,131 min = 7,85 s. Anfahren, Ausfahren, Beschleunigung, Werkzeugwechsel, Prüfungen und Stillstände sind darin nicht enthalten. Eine echte Arbeitszeitplanung muss diese Zusatzzeiten berücksichtigen.

Typische Fehler: 60 m/min unmittelbar als 60 mm/min einsetzen; Durchmesser und Radius verwechseln; n als Vorschubgeschwindigkeit behandeln; z beim Fräsen vergessen; einen Tabellenwert ungeprüft auf einen anderen Werkstoff übertragen. Die HAW Hamburg erläutert das Zusammenspiel von Schnittgeschwindigkeit und Drehzahl; die Formelsammlung von Ingersoll zeigt dieselben Grundbeziehungen.

Fachvideo: Drehzahl beim Drehen mithilfe eines Tabellenbuchs berechnen (deutsch; externes Angebot der Reihe „Technische Mathe für Metallberufe“).

Fachvideo: Drehzahl beim Fräsen mithilfe eines Tabellenbuchs berechnen (deutsch; gleiche externe Unterrichtsreihe).


Prozessgrößen bewerten statt nur eine Zahl einstellen

Für eine gute Auswahl betrachtest du Werkstoff, Schneidstoff, Werkzeugdurchmesser, Maschinenleistung, Aufspannung, zulässige Oberflächenrauheit, Werkzeugverschleiß, Spanbildung und Wirtschaftlichkeit zusammen. Erhöhter Vorschub kann die Zeit verkürzen, aber Kräfte, Gratbildung und Oberfläche verändern. Zu geringe oder zu hohe Schnittgeschwindigkeit kann je nach Werkstoff und Werkzeug ungünstigen Spanbruch oder Werkzeugverschleiß begünstigen. Begründe Einstellungen mit Herstellerdaten und beobachtbaren Qualitätsmerkmalen; bei Auffälligkeiten wird unter fachlicher Aufsicht sicher angehalten und analysiert. Arbeite niemals mit experimentellen Schnittdaten ohne Freigabe.


Praxisfall: Distanzplatte als Modellbauvorrichtung planen und prüfen


Synthetischer Auftrag und Arbeitsplan

Auftrag: Für eine fiktive Modelleinrichtung soll eine einfache Distanzplatte aus einer gut bearbeitbaren, tatsächlich verfügbaren Aluminiumlegierung hergestellt werden. Die hier angenommene Legierung EN AW-6082 und die angegebenen Maße sind ein didaktisches Beispiel; Werkstoffzustand und reale Bearbeitbarkeit müssen im Betrieb geprüft werden. Rohling 84 × 54 × 15 mm; Fertigmaß Länge 80,00 ± 0,20 mm, Breite 50,00 ± 0,20 mm, Dicke 12,00 ± 0,10 mm. In die Oberseite kommt eine mittige, beidseitig halbrund endende Nut von 30,00 ± 0,20 mm Gesamtlänge, 10,00 ± 0,10 mm Breite und 3,00 ± 0,10 mm Tiefe. Die halbrunden Enden haben konstruktiv einen Radius von 5 mm. Maßangaben sind in mm; Bezug: bearbeitete Unterseite A, linke Kante B, untere Kante C. Die Nutmitte liegt zeichnerisch bei x = 40, y = 25. Gratfreiheit ist Pflicht. Eine konkrete Rauheitszahl wird nicht vorgetäuscht, solange die Zeichnung und die dazugehörige Prüfmethode sie nicht festlegen.

Geometrieprüfung vor dem Plan: Die Nut reicht von x = 25 bis x = 55. Bei y = 25 liegt ihre Mittellinie. Eine Nut mit Fräserdurchmesser 10 mm und halbrunden Enden lässt sich geometrisch als gerader Werkzeugmittelpunktweg von x = 30 bis x = 50 beschreiben. Die Weglänge ist 20 mm, nicht 30 mm. Das ist eine Geometrieüberlegung, keine Anweisung zur Maschinenprogrammierung oder zum Anfahren eines realen Werkstücks.

Schritt Arbeitsergebnis Vorgesehene Mittel Prüfkriterium
1 Auftrag prüfen Freigegebene Skizze mit Bezügen A, B und C Zeichnung, Stückliste, Maßliste Maße und Toleranzen widerspruchsfrei
2 Rohling beurteilen Material und Aufmaß dokumentiert Werkstoffnachweis, Messschieber 84 × 54 × 15 mm als angenommene Ausgangsmaße
3 Aufspannung planen Skizzierter Spann- und Kollisionsplan geeigneter Maschinenschraubstock und Auflagen als Planungsobjekte Bezug sicher, keine Kollision, Freigabe offen ausgewiesen
4 Außenflächen bearbeiten Rechteckplatte im Sollbereich konventionelle Fräsmaschine, geeignete Fräser Länge, Breite, Dicke mit Zwischenmessung
5 Nut fertigen mittige Nut mit runden Enden zur Aufgabe passender Fräser und genehmigtes Vorgehen Nutbreite, -länge, -tiefe und Lage
6 Kanten nacharbeiten gratarmes, funktionsgerechtes Teil zugelassenes Entgratwerkzeug keine scharfen Kanten und keine Maßverletzung
7 Endprüfung und Übergabe ausgefülltes Messprotokoll mit Freigabevermerk kalibrierte Messmittel, Prüfstrategie jedes kritische Merkmal mit Ergebnis

Die reale Bearbeitung der Schritte 4 bis 6 erfolgt ausschließlich durch unterwiesene Personen unter fachlicher Aufsicht mit geprüftem Spannplan, aktiven Schutzeinrichtungen und betrieblich freigegebenen Schnittdaten. Als sichere Lernvariante erstellst du einen digitalen Arbeitsplan oder ein ungefährliches Papiermodell, simulierst die Werkzeugbahn und wertest die unten angegebenen fiktiven Messdaten aus.

Fachvideo: Einen Arbeitsplan für ein Frästeil an einer konventionellen Fräsmaschine entwickeln (deutsch; externes Unterrichtsvideo).


Durchgerechnete Material- und Prüfbilanz

Der Ausgangsquader enthält rechnerisch V_R = 84 × 54 × 15 = 68 040 mm³. Der Quader der fertigen Außenmaße hätte V_A = 80 × 50 × 12 = 48 000 mm³. Die Nut ist keine vollständig rechteckige Tasche: Sie besteht in der Draufsicht aus einem 20 × 10 mm großen Rechteck sowie zwei Halbkreisen mit Radius 5 mm, also zusammen einem Kreis. A_N = 20 × 10 + π × 5² = ungefähr 278,54 mm². Bei 3 mm Nuttiefe beträgt das theoretische Nutvolumen V_N = ungefähr 835,62 mm³. Das fertige Teil hat somit V_F = 48 000 − 835,62 = ungefähr 47 164,38 mm³. Der theoretische Materialabtrag ist 68 040 − 47 164,38 = ungefähr 20 875,62 mm³, also etwa 30,68 Prozent des Rohlingvolumens. Diese Bilanz behandelt ideale Maße und enthält keine realen Schnittverluste außerhalb des gedachten Rohlings.

Das fiktive Messprotokoll zeigt, warum eine Prüfung nicht bei der Sichtkontrolle endet:

Merkmal Sollbereich Erstmessung Bewertung und Vorgehen
Länge 79,80–80,20 mm 80,08 mm bestanden
Breite 49,80–50,20 mm 49,91 mm bestanden
Dicke 11,90–12,10 mm 12,14 mm nicht bestanden, Nacharbeit und erneute Prüfung erforderlich
Nutbreite 9,90–10,10 mm 10,04 mm bestanden
Nuttiefe 2,90–3,10 mm 2,94 mm bestanden
Nutlänge 29,80–30,20 mm 29,86 mm bestanden

Bewertetes Arbeitsergebnis: Die Erstmessung wird ausdrücklich nicht freigegeben, weil die Dicke über dem oberen Grenzmaß liegt. Als fiktiver, durch Fachpersonal beaufsichtigter Korrekturfall wird nach Nacharbeit eine Dicke von 12,04 mm gemessen. Erst die vollständige Wiederholungsprüfung aller möglicherweise beeinflussten Maße, die Kontrolle der Nutlage und die dokumentierte Endfreigabe erlauben den Status „bestanden“. Fehlende Prüfwerte werden niemals stillschweigend als bestanden gewertet.

Prüfstrategie: Kalibrierstatus und Messbereich prüfen; äußere Maße mehrfach an geeigneten Stellen mit Messschieber oder Bügelmessschraube prüfen; Nutbreite mit passendem Messmittel, Nuttiefe mit Tiefenmaß, Lage anhand der festgelegten Bezüge bestimmen; Form- und Lageanforderungen nur dann als erfüllt kennzeichnen, wenn sie tatsächlich mit geeigneten Mitteln beurteilt wurden. Wiederholmessungen helfen, zufällige Ablesefehler zu erkennen, beseitigen aber keine systematischen Fehler. Handhabung, Temperatur, Messkraft, Grat, Schmutz und unpassende Messmittel beeinflussen Ergebnisse.

Abbildung: Messschieber für Außen-, Innen- und je nach Bauart Tiefenmaße. Foto: Jeremyida002, CC BY-SA 4.0, Commons-Dateiseite.

Abbildung: Bügelmessschraube zum Prüfen geeigneter Außenmaße. Foto: Stephanie cheks, CC BY-SA 4.0, Commons-Dateiseite.


Bewertungsraster für den Praxisauftrag

Kompetenzbereich Punkte Nachweis für volle Punktzahl
Auftrag und Zeichnung 0–15 Anforderungen, Bezüge und Toleranzen vollständig und richtig erfasst
Verfahrens- und Ressourcenauswahl 0–15 Werkstoff, Werkzeug, Maschine, Spannprinzip sowie ökologische und wirtschaftliche Gründe nachvollziehbar
Arbeits- und Sicherheitsplan 0–20 geordnete Schritte, wirksame Schutzmaßnahmen, Aufsicht, Kollisionsvermeidung und sichere Alternative klar benannt
Berechnung und technische Begründung 0–20 Volumenbilanz, Drehzahl, Vorschub und Einheiten richtig; Beispielwerte als nicht freigegeben gekennzeichnet
Messung und Qualitätsentscheidung 0–20 Prüfmittel sinnvoll, Grenzwerte und Fehler erfasst, Nacharbeit/Wiederholungsprüfung korrekt dokumentiert
Dokumentation und Reflexion 0–10 lesbares Protokoll, Versionsstand, Ergebnispräsentation und Verbesserungsmaßnahmen

Gesamt 100 Punkte. Als didaktische Orientierung können 90–100 Punkte eine sehr sichere, 75–89 eine solide, 60–74 eine teilweise ausreichende und weniger als 60 Punkte eine zu ergänzende Kompetenzleistung anzeigen. Dies ist kein offizieller IHK-, HWK- oder Berufsschul-Notenschlüssel. Sicherheitsmängel stoppen jede reale Maschinenarbeit unabhängig von der Punktzahl. Prüfe Teilprodukte zunächst selbst, dann fachlich begleitet und dokumentiere Verbesserungen.


Qualität, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Digitalisierung


Abweichungen systematisch analysieren

Eine zu große Bauteildicke kann beispielsweise durch falsche Bezugseinstellung, nicht berücksichtigte Rohlinglage, Messfehler oder eine ausgelassene Endbearbeitung entstehen. Eine zu breite Nut kann durch Werkzeugzustand, falsch gewählte Geometrie oder Abweichungen der Werkzeugführung verursacht sein. Trenne Beobachtung, mögliche Ursache und nachgewiesene Ursache. Ein fehlerhaftes Teil wird gekennzeichnet und nicht heimlich ausgeliefert. Bei Überschreiten eines Grenzmaßes ist eine begründete Entscheidung erforderlich: nacharbeiten, zurückstellen, fachlich nachbewerten oder verwerfen. Eine Toleranzänderung darf nur die dafür autorisierte Stelle freigeben.

Mit dem PDCA-Zyklus kannst du einen Verbesserungsprozess dokumentieren: planen, durchführen, prüfen und anpassen. Erfasse Vergleichsdaten nur mit nachvollziehbarem Auftrag, Messmittel, Datum und Versionsstand. Eine Messunsicherheit gehört bei knappen Grenzlagen zur kompetenten Prüfentscheidung; über Freigaberegeln entscheiden die zuständigen Qualitätsverantwortlichen.


Fertigungszeit und Ressourceneinsatz vergleichen

Kalkulationsbeispiel, keine Marktpreise: angenommene Rüstzeit 12 min, Bearbeitung Außenflächen 18 min, Nut 6 min, Entgraten und Prüfen 8 min. Insgesamt 44 min. Bei einem hypothetischen Maschinen- und Arbeitsplatzkostensatz von 45 Euro je Stunde ergibt dies 44/60 × 45 = 33,00 Euro. Dazu kommen beispielhafte Materialkosten von 4,00 Euro und Verbrauchskosten von 1,50 Euro: insgesamt 38,50 Euro ohne zusätzliche Zuschläge. Bei einer zweiten Platte können Rüstkosten teilweise verteilt werden; bei Qualitätsmängeln erhöhen Nacharbeit oder Ausschuss die Gesamtkosten. Vergleiche daher Stückzahl, Präzision, Materialabtrag, Energie, Werkzeugstandzeit und Fehlerrisiko statt nur der reinen Spanzeit.

Der rechnerische Abtrag des Praxisfalls von rund 20,9 cm³ macht sichtbar, dass Rohlinggröße und Bauteilgestaltung Materialbedarf beeinflussen. Sammle Aluminiumspäne werkstoffgerecht und möglichst sortenrein zur Verwertung; vermische sie nicht unnötig mit belasteten Betriebsstoffen. Berücksichtige KSS-Pflege, fachgerechte Entsorgung, Luftabsaugung und energiearme Stillstandszeiten. Eine alternative additive Fertigung ist nicht automatisch nachhaltiger: Die Gesamtsicht umfasst Material, Energie, Nacharbeit, Anforderungen an Festigkeit und Lebensdauer.


Digitale Werkzeuge und sichere Datenpraxis

Digitale Zeichnungen, CAD-Skizzen, Tabellenkalkulation und virtuelle Werkzeugbahnen unterstützen Planung und Kontrolle. Eine CNC-Simulation kann Kollisionen sichtbar machen; Lernfeld 6 konzentriert sich im hier verwendeten KMK-Plan jedoch auf konventionelle Werkzeugmaschinen. Vollständige CAD-CAM- und CNC-Prozessketten werden in weiteren Lernfeldern vertieft. Nutze in Übungsdateien ausschließlich fiktive Auftrags- und Personendaten. Freigabestände, Zugriffsrechte, Maschinenprogramme, Backups und sichere Datenübertragung müssen betrieblich geregelt sein. Übertrage keine Kundenzeichnungen an unfreigegebene KI- oder Cloud-Dienste.

Eine digitale Dokumentation ist dann nützlich, wenn andere die Entscheidungen nachvollziehen können. Speichere dafür Auftrag und Zeichnungsversion, Materialannahme, Arbeitsplan, sicherheitsbezogene Freigaben, Rechenwege, verwendete Messmittel, Prüfergebnisse, Abweichungen, Nacharbeit und den finalen Freigabestatus. Gehe sparsam mit personenbezogenen Daten um.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Prüfe dein Wissen

Was steht am Anfang einer auftragsbezogenen Bauteilfertigung? (Zeichnung, Stückliste und Anforderungen auf Freigabe und Widersprüche prüfen) (!Zuerst die höchste Maschinendrehzahl einstellen) (!Erst nach der Fertigung den Werkstoff auswählen) (!Alle Maße ohne Prüfung auf ganze Millimeter runden)




Welche Hauptbewegung kennzeichnet das konventionelle Drehen eines zylindrischen Werkstücks? (Das Werkstück rotiert) (!Nur das Werkstück pendelt geradlinig) (!Ein Schleifband bewegt das stehende Werkstück) (!Die Werkstückoberfläche wird durch Funkenerosion geschmolzen)




Welche Aussage zum Fräsen ist fachlich richtig? (Ein mehrschneidiges rotierendes Werkzeug kann Nuten bearbeiten) (!Beim Fräsen muss immer das Werkstück rotieren) (!Fräsen eignet sich ausschließlich zum Bearbeiten von Glas) (!Ein Fräser trägt Material nur durch elektrische Entladung ab)




Wie unterscheidet sich Funkenerodieren vom Drehen? (Der Abtrag erfolgt durch elektrische Entladungen statt durch eine mechanische Schneide) (!Das Werkzeug muss aus Holz bestehen) (!Es erzeugt immer nur rotationssymmetrische Werkstücke) (!Es benötigt keinerlei Schutzmaßnahmen)




Welche Formel liefert die Drehzahl n bei v_c in m pro Minute und D in Millimeter? (n gleich 1000 mal v_c geteilt durch Pi mal D) (!n gleich v_c geteilt durch 1000 mal D) (!n gleich D mal 1000 mal Pi mal v_c) (!n gleich v_c plus D plus 1000)




Welche Größen bestimmen die Vorschubgeschwindigkeit beim Fräsen in der vereinfachten Formel? (Drehzahl, wirksame Zähnezahl und Zahnvorschub) (!Rohlingfarbe, Datum und Maschinengewicht) (!Nur die fertig geforderte Bauteillänge) (!Nur das Gewicht der Späne)




Was ist der Zweck eines fachlich geprüften Spannplans? (Werkstücklage, Bezug, Spannmittel und Werkzeugfreiraum nachvollziehbar festlegen) (!Schutzeinrichtungen ersetzen) (!Die Messung des fertigen Bauteils überflüssig machen) (!Alle Werkstoffe mit derselben Spannkraft bearbeiten)




Welche Aussage zur Passung ist korrekt? (Sie beschreibt die Größenbeziehung zusammengehöriger Maßelemente) (!Sie ist gleichbedeutend mit der Farbe einer Oberfläche) (!Sie macht jede Grenzmaßprüfung unnötig) (!Sie besteht immer aus zwei identischen Grenzmaßen)




Wie gehst du bei Kühlschmierstoffen fachgerecht vor? (Gefährdungsbeurteilung, Herstellerangaben und betriebliche Schutzmaßnahmen beachten) (!Benutzte Emulsion grundsätzlich in den Ausguss schütten) (!Jede Mischung ohne Prüfung ansetzen) (!Absaugungen aus Bequemlichkeit ausschalten)




Die Dicke einer Platte beträgt 12,14 mm bei einem Sollwert von 12,00 plus minus 0,10 mm. Was folgt? (Die Erstmessung liegt außerhalb der Toleranz und darf nicht als bestanden gelten) (!Die Erstmessung ist innerhalb des Sollbereichs) (!Die Dicke ist unerheblich, weil die Nut stimmt) (!Der Messwert darf ohne Prüfung auf 12,00 korrigiert werden)





Memory

Ordne jedem einmalig verwendeten Fachbegriff die passende Erklärung zu.

Nennmaß In der Zeichnung vorgegebener Sollwert einer Größe
Schruppen Materialabtrag mit verbleibender Zugabe für das Endmaß
Schlichten Endbearbeitung für Maß und Oberflächengüte
Spannplan Darstellung von Auflage, Bezug und Werkstückspannung
Zahnvorschub Vorschubweg je wirksamer Fräserschneide
Messprotokoll Dokumentierte Gegenüberstellung von Soll- und Istwerten





Drag-and-drop

Verbinde die Verfahrens- oder Prüfbezeichnung mit der passenden fachlichen Beschreibung.

Ordne die passenden Begriffe zu. Beschreibung
Drehen Rotierendes Werkstück bei einer typischen Wellenbearbeitung
Fräsen Rotierendes Schneidwerkzeug zur Herstellung einer Nut
Schleifen Spanen durch viele gebundene Schleifkörner
Erodieren Materialabtrag durch elektrische Entladungen
Tiefenmessung Prüfung des Abstandes vom Nutgrund zur Bezugsoberfläche





Kreuzwort

Finde zu jeder Frage das gesuchte Fachwort.

Drehzahl Welche Größe nennt die Zahl der Umdrehungen pro Minute?
Vorschub Welche Bewegung sorgt für den fortschreitenden Eingriff des Werkzeugs?
Schruppen Wie heißt die Vorbearbeitung mit verbleibender Zugabe?
Schlichten Wie heißt die Bearbeitung auf Endmaß und geforderte Oberfläche?
Messschieber Welches Messmittel besitzt verstellbare Messschenkel?
Kegeldrehen Wie nennt man die drehende Bearbeitung einer konisch zulaufenden Fläche?





LearningApps

Suche ergänzende Übungen zum Thema; die verlinkte Suche ist keine Behauptung über die Qualität einzelner Drittanbieteraufgaben.


Lückentext

Ergänze die Fachbegriffe aus dem Kurs.
Der zeichnerisch vorgegebene Sollwert heißt

.
Ein definierter zulässiger Maßbereich wird durch eine

beschrieben.
Bei der Wellenbearbeitung auf einer konventionellen Drehmaschine rotiert üblicherweise das

.
Beim Fräsen dreht sich das

.
Eine Vorbearbeitung mit verbleibender Zugabe heißt

.
Die anschließende Endbearbeitung nennt man

.
Die Lage und Sicherung des Rohlings wird im

erläutert.
Der Vorschub je Fräserschneide ist der

.
Eine tabellarische Dokumentation der Prüfung heißt

.
Bei Unterschreitung oder Überschreitung eines Grenzmaßes ist eine

zu dokumentieren.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Technische Zeichnung: Erstelle für die fiktive Distanzplatte eine beschriftete Skizze mit Rohling, Endmaßen, Bezug A bis C und den zulässigen Grenzmaßen; kennzeichne Annahmen.
  2. Drehen: Erkläre an einer beschrifteten Handskizze den Unterschied zwischen Haupt- und Vorschubbewegung beim Drehen und beim Fräsen.
  3. Werkzeugmaschine: Entwirf eine kleine Bildkarte zu fünf typischen Gefährdungen und fünf vorbeugenden Maßnahmen an einer Werkzeugmaschine ohne praktische Inbetriebnahme.
  4. Messschieber: Wähle für Außenmaß, Nuttiefe und Nutbreite jeweils ein geeignetes Messmittel und begründe seine Eignung schriftlich.


Standard

  1. Arbeitsplanung: Erstelle einen tabellarischen Arbeitsplan für die Distanzplatte mit Rohling, Spannprinzip, Schrittfolge, Prüfpunkten und sicheren Alternativen zur realen Bearbeitung.
  2. Schnittgeschwindigkeit: Rechne das Drehzahlbeispiel mit anderen ausdrücklich hypothetischen Werten durch, prüfe alle Einheiten und vergleiche die Ergebnisse.
  3. Passung: Entwirf eine modellhafte Bohrung-Welle-Aufgabe mit selbst gewählten Grenzmaßen und erkläre, ob sich daraus Spiel, Übergang oder Übermaß ergeben kann; behaupte keine Normklasse ohne Tabelle.
  4. Qualitätsmanagement: Werte das fiktive Messprotokoll aus, kennzeichne die Abweichung und erstelle einen fachlich begründeten Nacharbeits- und Wiederholungsprüfplan.


Schwer

  1. Fertigungsverfahren: Vergleiche für eine filigrane Modellbaukontur Fräsen, Schleifen und Funkenerodieren anhand von Werkstoff, Geometrie, Kosten, Umweltschutz und Risiken; gib eine begründete Verfahrenswahl ab.
  2. Kegeldrehen: Erzeuge drei eigene Kegelgeometrien, berechne jeweils Halbwinkel und Gesamtwinkel und erläutere typische Rechenfehler ohne eine Drehmaschine zu bedienen.
  3. Nachhaltigkeit: Entwickle zwei alternative Rohlingabmessungen für die Distanzplatte, berechne Materialnutzung und diskutiere die Grenzen eines reinen Volumenvergleichs.
  4. Digitale Fertigung: Baue einen datenschutzgerechten digitalen Prüfbericht mit Versionskontrolle, Abweichungsmanagement und nachvollziehbarem Freigabestatus für vollständig fiktive Daten.




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Lernkontrolle

  1. Technische Zeichnung: Begründe, warum ein Bauteil mit korrektem Längenmaß trotz einer fehlerhaften Nutlage funktionsuntauglich sein kann; skizziere die erforderlichen Bezugspunkte.
  2. Fräsen: Berechne für einen angenommenen Fräser mit 12 mm Durchmesser, v_c = 75 m/min, z = 3 und f_z = 0,03 mm den rechnerischen Wert für n und v_f samt Einheit; erläutere, warum das keine Maschinenfreigabe ist.
  3. Qualitätsprüfung: Bewerte die sechs Erstmessungen des Praxisfalls, begründe jede Entscheidung und entwirf ein dokumentiertes Vorgehen zur Nacharbeit und erneuten Endprüfung.
  4. Arbeitssicherheit: Analysiere den Fall einer manipulierten Schutzeinrichtung und eines beschädigten Spannmittels und formuliere die notwendigen Stop- und Meldeentscheidungen.
  5. Kegeldrehen: Vergleiche den Halbwinkel eines Kegels mit D = 24 mm, d = 18 mm, L = 30 mm mit einem Kegel gleicher Durchmesser bei 60 mm Länge; erkläre die Änderung ohne Maschinenbetrieb.
  6. Nachhaltigkeit: Entwickle eine begründete Fertigungsentscheidung zwischen zwei Rohlingen unter Einbeziehung von Materialabtrag, Rüstzeit, Qualitätsrisiko, KSS und Recycling.

Lernkontrollhinweis: Verwende für das Auswerten der Ergebnisse den Praxisfall und das Bewertungsraster; bespreche unterschiedliche technisch vertretbare Lösungen mit der Fachlehrkraft oder Ausbilderin. Es werden keine offenen Musterlösungen vor das Quiz gestellt.


Lernnachweis

Konkretes Lernprodukt: Reiche ein digital oder handschriftlich geführtes Auftragsdossier für die fiktive Distanzplatte ein. Es enthält (1) die annotierte Zeichnung mit freigegebenem Stand, (2) die begründete Werkstoff- und Verfahrenswahl, (3) den Arbeits- und Spannplan mit Gefährdungsbeurteilung und Aufsichtsvorbehalt, (4) durchgerechnete Schnittdaten und Materialbilanz, (5) die Tabelle der Prüfmittel, (6) ein ausgefülltes Messprotokoll einschließlich dokumentierter Abweichung und angenommener Nacharbeit, (7) eine Kosten- und Umweltbetrachtung sowie (8) eine kurze Reflexion und Ergebnispräsentation. Alle Dateien nutzen ausschließlich erfundene Auftragsnummern und Messdaten.

Prüfbarkeit: Ein Lernpartner kann mit deinen Formeln und Rohdaten die Ergebnisse selbst nachrechnen; die Lehrkraft kann das 100-Punkte-Raster aus Kapitel 5 anwenden. Für einen sicheren praktischen Kompetenznachweis sind zusätzlich eine echte Unterweisung, genehmigte Betriebsaufgaben, direkte fachliche Aufsicht und betriebliche Bewertungsmaßstäbe notwendig. Eine Simulation ersetzt keine rechtlich oder betrieblich erforderliche Maschinenqualifikation.

Selbstreflexion: Kennzeichne, was du allein erklären kannst, was du mit Rückmeldung verbesserst und welche Bedienhandlungen du noch nicht durchführen darfst. Halte deine Korrekturen mit Datum und Dokumentversionsstand fest.


OER und Wikipedia

Verlässliche Grundlagen und aktuelle Regelwerke:

Vertiefung in der deutschsprachigen Wikipedia:

Bildquellen und Lizenznachweise: Die folgenden fünf konkret geprüften Wikimedia-Commons-Dateien wurden an den jeweiligen Fachstellen eingebettet. „CC BY“ erfordert Namensnennung; bei „CC BY-SA“ gelten zusätzliche Weitergabebedingungen. Die Verweise führen jeweils zur Dateiseite und zur angegebenen Lizenz.

Datei Nachweis Urheberin oder Urheber Lizenz
File:Milling machine.jpg Commons Pavel Ševela CC BY-SA 3.0
File:Clausing 5912 metalworking lathe.jpg Commons Darron Birgenheier CC BY 2.0
File:MillingCuttersWithCuttingInserts.jpg Commons Julius Schroeder CC BY-SA 3.0
File:Vernier Caliper.jpg Commons Jeremyida002 CC BY-SA 4.0
File:Micrometer screw gauge.jpg Commons Stephanie cheks CC BY-SA 4.0

Mediengrenze: Drei fachbezogene deutschsprachige YouTube-Videotitel und ihre Ziel-URLs wurden über die verlinkte Anbieterübersicht und die YouTube-Seiten geprüft. Rechte zur Bearbeitung oder zum erneuten Hochladen wurden nicht bestätigt. Die BGHM stellt zusätzlich einen deutschsprachigen Sicherheitsfilm zur Fräsmaschine bereit; er ist hier nur verlinkt, nicht ohne geeigneten Player als YouTube-Video ausgegeben. Die Bildlizenzen und die Drittanbieter-Verfügbarkeit sind vor einer Weiterverwendung nochmals zu prüfen.


Verknüpfte Lernbereiche

Anschlussprojekte: Entwirf eine alternative materialarme Aufspannung auf Papier, dokumentiere eine digitale Qualitätsprüfung mit fiktiven Daten oder vergleiche die Planung einer konventionell gefrästen Vorrichtung mit einer späteren CAD-CAM-Variante. Die projektbezogenen Ergebnisse können mit dem 100-Punkte-Raster geprüft und gemeinsam verbessert werden.


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