Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule - Metallbildner - 1. Ausbildungsjahr
Einleitung
Du beginnst deine Ausbildung als Metallbildner oder Metallbildnerin. In der dualen Ausbildung lernst du in zwei miteinander verbundenen Lernorten: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Du entwickelst fachliches Können, gestalterisches Urteilsvermögen und die Fähigkeit, Aufträge vom ersten Entwurf bis zur Qualitätskontrolle verantwortungsvoll zu bearbeiten. Dieser Kurs richtet sich an das 1. Ausbildungsjahr. Alle Personennamen, Auftraggeber, Preise und Messprotokolle im Praxisfall sind fiktiv.
Dein Lernziel: Du kannst einen einfachen berufstypischen Auftrag analysieren, Anforderungen und Gefahren erkennen, einen Arbeitsplan und eine Skizze erstellen, ein sicheres Modell herstellen beziehungsweise eine befugt beaufsichtigte Herstellung vorbereiten, das Ergebnis mit Sollwerten vergleichen und den Ablauf nachvollziehbar dokumentieren. Du erklärst dabei, wie Betrieb und Schule einander ergänzen.
Die Grundlage bilden die Berufsinformationen des BIBB, die Metallbildnerausbildungsverordnung vom 6. Juni 2016 in der bereitgestellten aktuellen Rechtsfassung und der KMK-Rahmenlehrplan vom 17. März 2016. Verbindlich für deine Ausbildung sind außerdem der betriebliche Ausbildungsplan, die Vorgaben deiner zuständigen Handwerkskammer, die konkrete schulische Umsetzung im Bundesland und geltende Sicherheitsunterweisungen. Dieser Kurs ersetzt weder eine Unterweisung noch eine Ausbildungs- oder Prüfungsentscheidung.
Berufsprofil und Aufbau der dualen Ausbildung
Das Handwerk Metallbildner: gestalten und fertigen
Metallbildnerinnen und Metallbildner entwerfen, planen und gestalten Gebrauchs- sowie Ziergegenstände aus Metall. Dazu gehören beispielsweise Beschläge, Leuchtenbestandteile, Schalen, Reliefs und individuell angefertigte Objekte. Sie lesen technische Zeichnungen, fertigen Entwürfe und Modelle, wählen Werkstoffe aus, bearbeiten Oberflächen und beurteilen Qualität. Die Ausbildung ist ein dreijähriger anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk mit den Fachrichtungen Gürtlertechnik, Metalldrücktechnik und Ziseliertechnik (BIBB; § 4 MetallbAusbVO).
- Gürtlertechnik: Gestalten und Herstellen etwa von metallischen Gebrauchsgegenständen, Beschlägen und Bauteilen; besonders wichtig sind Entwurf, Fügen und Oberflächenqualität.
- Metalldrücktechnik: Formen rotationssymmetrischer Hohlkörper aus Blech an dafür vorgesehenen Maschinen; Drückwerkzeug und Materialverhalten bestimmen das Ergebnis.
- Ziseliertechnik: Gestaltendes Bearbeiten von Metalloberflächen und Reliefs mit speziellen Werkzeugen; das Zusammenspiel von Form, Licht und handwerklicher Präzision zählt.
Alle drei Richtungen teilen grundlegende Kompetenzen: Arbeitsaufträge verstehen, zeichnen, messen, Werkstoffe unterscheiden, Arbeit sicher organisieren und Ergebnisse prüfen. Im ersten Jahr ist die Grundbildung besonders wichtig. Fachspezifische Maschinen, Wärmebehandlung, chemische Oberflächenverfahren und Arbeiten mit gefährlichen Stoffen sind keine eigenständig auszuführenden Kursübungen.

Bildimpuls: Welche Rolle spielen Formwerkzeug, gleichmäßiger Arbeitsablauf und Maschinenabsicherung beim Metallbilden? Beschreibe nur, führe das Verfahren nicht selbst aus.

Bildimpuls: Vergleiche die sichtbare Handarbeit mit der maschinellen Umformung. Welche Kenntnisse und welche Sicherheitsmaßnahmen sind jeweils nötig?
Was Betrieb und Berufsschule beitragen
Im Ausbildungsbetrieb erlebst du reale Arbeitsabläufe: Materialeingang, Auftrag, Entwurf, Herstellung, Kontrolle, Abstimmung im Team und Übergabe. Ausbildende beziehungsweise beauftragte Ausbilderinnen und Ausbilder weisen dich an, beurteilen Gefährdungen und legen fest, was du nach Unterweisung ausführen darfst. Im Betrieb gelten auch Qualitätsanforderungen, Datenschutz, Termine und Kundeninteressen.
Die Berufsschule verbindet Fachtheorie und praktische Lernsituationen, zum Beispiel Werkstoffkunde, Mathematik, technische Kommunikation, Wirtschaft und Sozialkunde sowie Gesundheits- und Umweltschutz. Du begründest Entscheidungen, vergleichst Alternativen und überträgst Berechnungen auf neue Aufgaben. Betrieb und Schule erfüllen einen gemeinsamen Bildungsauftrag; der genaue Unterrichtsablauf kann je nach Bundesland und Schulorganisation, etwa wöchentlicher Unterricht oder Blockunterricht, unterschiedlich sein (KMK-Rahmenlehrplan).
Beispiel: Im Betrieb soll eine kleine Messingplatte für eine Musterausstellung entstehen. In der Berufsschule untersuchst du ihre Maße, die Darstellung in einer Zeichnung, das Verhältnis von Materialvolumen und Masse sowie die Kriterien einer gelungenen Oberflächenwirkung. Danach kannst du der ausbildenden Person erklären, warum dein Arbeitsplan sinnvoll ist.
Berufsvideo Gürtlertechnik (130 Chancen, deutsch): Beobachte, welche Tätigkeiten erklärt werden und wie Aufgaben an Auszubildende übertragen werden.
Berufsvideo Metalldrücktechnik (130 Chancen, deutsch): Notiere zwei Gemeinsamkeiten und zwei Unterschiede zum ersten Video.
Ausbildungsordnung, Lernfelder und Zusammenarbeit
Drei miteinander verbundene Orientierungsebenen
Die Ausbildungsordnung ist die bundesrechtliche Grundlage des anerkannten Berufs. Sie beschreibt Ausbildungsberufsbild, Ausbildungsrahmenplan und Prüfungsstruktur. Nach § 5 MetallbAusbVO erstellt der Betrieb spätestens zu Beginn der Ausbildung auf Grundlage des Ausbildungsrahmenplans einen betrieblichen Ausbildungsplan. Er legt fest, wann und wie du Kompetenzen im konkreten Betrieb erwirbst. Abweichungen sind nur im rechtlich vorgesehenen Rahmen möglich.
Der KMK-Rahmenlehrplan beschreibt die schulischen Lernfelder. Die Länder übernehmen ihn oder setzen ihn in eigene Lehrpläne um. Lehrkräfte gestalten daraus Lernsituationen; deshalb ist für Unterrichtsplanung und Terminierung auch der gültige Landeslehrplan entscheidend. Weder das Bundesrecht noch der Rahmenlehrplan sind mit dem individuellen Stundenplan gleichzusetzen.
Die zuständige Handwerkskammer ist nach § 71 BBiG für Berufe der Handwerksordnung regelmäßig die zuständige Stelle. Welche Handwerkskammer konkret zuständig ist, hängt vom Ausbildungsbetrieb und seinem Kammerbezirk ab. Dort werden Fragen zum Ausbildungsverhältnis und zu zuständigen Prüfungsverfahren geklärt; eine automatische Prüfungszulassung durch diesen Kurs gibt es nicht.
Vier Lernfelder im ersten Ausbildungsjahr
Der KMK-Rahmenlehrplan für Metallbildnerinnen und Metallbildner nennt für das erste Ausbildungsjahr vier Lernfelder mit jeweils 80 Unterrichtsstunden als Zeitrichtwert, zusammen 320 Stunden berufsbezogenen Lernfeldunterrichts:
| Lernfeld | Lernfeldbezeichnung | Bezug zu einem kleinen Gestaltungsauftrag |
|---|---|---|
| LF 1 | Bauelemente mit handgeführten Werkzeugen fertigen | Skizzieren, Anreißen, Maßkontrolle und sichere, angeleitete Handarbeit |
| LF 2 | Bauelemente mit Maschinen fertigen | Maschinenprinzipien, Arbeitsvorbereitung, Risiken und nur befugt beaufsichtigte Fertigung |
| LF 3 | Baugruppen herstellen und montieren | Verbindung und Befestigung eines Werkstücks planen und prüfen |
| LF 4 | Technische Systeme instand halten | Sicheren Zustand erkennen, Pflege- und Prüfbedarf melden, keine eigenmächtige Reparatur |
Das sind Zeitrichtwerte des Rahmenlehrplans, keine wöchentlichen Sollstunden und keine Zusage eines überall identischen Blockplans. Gestalterisches Arbeiten gehört auch in die gemeinsamen Grundlagen. Die historischen Lernpläne von 1998 wurden durch die abgestimmten Grundlagen von 2016 ersetzt; ältere Materialien dürfen nicht ungeprüft als heutige Vorgabe ausgegeben werden.
Rechte, Pflichten und Ausbildungsnachweis
Die Ausbildenden müssen die Ausbildung planmäßig gestalten, geeignete Ausbilderinnen und Ausbilder einsetzen, erforderliche Ausbildungsmittel bereitstellen und den Berufsschulbesuch ermöglichen; die Pflichten stehen unter anderem in § 14 BBiG. Dir werden Aufgaben übertragen, die deinem Ausbildungszweck dienen und deinen Kräften angemessen sind. Du musst Anweisungen im zulässigen Rahmen beachten, sorgfältig arbeiten, Gefährdungen melden und den Ausbildungsnachweis führen.
Nach § 6 MetallbAusbVO führst du einen schriftlichen Ausbildungsnachweis; der Betrieb stellt während der Ausbildungszeit Gelegenheit dazu bereit und sieht ihn regelmäßig durch. Ein guter Eintrag unterscheidet Tätigkeit, Lerninhalt, Zeitbezug und Reflexion. Er enthält keine unnötigen personenbezogenen Daten, Kundengeheimnisse oder ungefragt veröffentlichte Betriebsfotos.
Beispiel für einen fiktiven Nachweis: „Musterplatte geplant: Maße aus Übungszeichnung übertragen, Materialmenge berechnet, Schutzregeln zum Bohren besprochen; 45 Minuten. Lernfortschritt: Ich kann Prüfpunkte festlegen. Offene Frage: Wie beurteile ich einen Grat sicher?“ Die Zeit ist eine Übungsangabe und keine tatsächlich geleistete Ausbildungsstunde.
Vom Auftrag zur Zeichnung und zum Arbeitsplan
Anforderungen klären: Was bedeutet ein prüfbarer Auftrag?
Ein Auftrag beschreibt nicht nur ein gewünschtes Objekt, sondern auch seine Funktion und den vereinbarten Qualitätszustand. Unterscheide: Muss-Kriterien (zum Beispiel Maße, keine scharfen Grate, Befestigungspunkte), Gestaltungskriterien (beispielsweise Schriftbild und Proportion) sowie Rahmenbedingungen (Material, verfügbare Zeit, Aufsicht, Kosten, Datenschutz). Fehlende Angaben fragst du nach, statt sie stillschweigend zu erfinden.
Ein vollständiger Handlungszyklus ist: informieren → planen → entscheiden → ausführen oder sicher simulieren → kontrollieren → bewerten und dokumentieren. Die Entscheidung schließt eine Freigabe durch die fachlich verantwortliche Person ein. Typische Fehler sind eine ungeprüfte Materialwahl, widersprüchliche Maße, eine vergessene Aufsicht und eine bloße Sichtprüfung ohne Messwerte.
Skizze, Maßstab, Toleranz und Prüfen
Eine Skizze ist eine verständliche Darstellung der Idee. Eine technische Zeichnung legt geometrische und technische Vorgaben fest. Ein Maßstab stellt die Größe in der Zeichnung ins Verhältnis zur wirklichen Größe: Bei 1:2 entspricht eine auf Papier gezeichnete Länge von 50 mm einer realen Länge von 100 mm. Toleranz bezeichnet die erlaubte Abweichung von einem Sollmaß. Für ein Übungsmaß von 100 ± 1 mm liegt der zulässige Bereich bei 99 bis 101 mm; diese Angabe ist ein frei festgelegtes Lernkriterium und keine Behauptung über eine DIN-Norm.
Messen ermittelt einen Wert, etwa 100,4 mm mit einem geeigneten Messschieber. Lehren prüft mit einem Vergleichsmittel, ob ein vorgegebenes Merkmal erfüllt wird. Prüfe vor dem Arbeiten die Messmittel und deren Eignung. Achte auf richtige Bezugskanten, Nullpunkt, Einheiten, ausreichend gute Ablesung und dokumentierte Istwerte. Ein häufiger Fehler: 0,1 cm und 0,1 mm werden verwechselt; 0,1 cm sind 1 mm.

Medienauftrag: Suche am Messschieber die Bauteile zur Außenmessung. Erkläre, warum du das Werkstück nicht schräg zwischen die Messflächen hältst.
Werkstoffe und nachhaltige Auswahl
Für Metallbildner sind beispielsweise Messing (eine Kupferlegierung), Kupfer, Bronze, Aluminium und verschiedene Stähle relevant. Ihre Eigenschaften unterscheiden sich hinsichtlich Festigkeit, Umformbarkeit, Korrosionsverhalten, Gewicht und Oberflächenwirkung. Ein Werkstoff muss zur Nutzung, zur Gestaltung und zum vorgesehenen Verfahren passen. Legierungszusammensetzungen und Stoffdaten entnimmst du bei echten Aufträgen aktuellen Herstellerdatenblättern; pauschale Werte sind nur Näherungen.
Arbeitsplan bedeutet: Du ordnest die Schritte sinnvoll, nennst Arbeitsmittel, benötigte Zeit, Gefahren, Zuständigkeiten und Prüfpunkte. Trenne ausdrücklich Planung von einer erlaubten Durchführung. CAD oder eine digitale Skizze kann Varianten sichtbar machen. Speichere Dateien mit neutralen Namen und Versionsstand, beispielsweise Musterplatte_V1, und prüfe Maße unabhängig von der Software.

Reflexion: Wie können Verschnitt, Transport, Wiederverwendung geeigneter Reststücke und eine reparaturfreundliche Gestaltung die Umweltwirkung eines Auftrags verändern?
Arbeitsschutz, Gesundheit, Umwelt und digitale Verantwortung
Sicher entscheiden, bevor du ein Werkzeug benutzt
Gefährdungsbeurteilung heißt: Risiken systematisch erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen festlegen, bevor eine Tätigkeit beginnt. Für das Werkstattprojekt können das Schnittkanten, wegfliegende Späne, Einzug an rotierenden Werkzeugen, Lärm, unzureichendes Einspannen oder unpassende Werkstoffe sein. Halte dich an die betriebliche Unterweisung, die konkrete Betriebsanweisung, die Herstellerangaben und die verantwortliche Fachaufsicht. Ohne Freigabe, geeignete Schutzmaßnahmen und Befugnis ist der reale Arbeitsschritt nicht zulässig.
Bei Bohrarbeiten gelten insbesondere: Schutzbrille, befestigtes Werkstück, eng anliegende Kleidung, gesicherte lange Haare, kein Schmuck; keine Handschuhe an rotierenden Bohrwerkzeugen, weil sie eingezogen werden können. Späne erst bei Stillstand mit geeigneten Hilfsmitteln entfernen, niemals mit der bloßen Hand. Bei Schneiden und Handhabung von Blech können hingegen geeignete Handschuhe angezeigt sein, sofern keine Einzugsgefahr besteht. Kläre die tätigkeitsbezogene Wahl der Schutzausrüstung mit der ausbildenden Person. Verbindliche Orientierung: BGHM Arbeitsschutz kompakt Nr. 011 sowie DGUV Regel 109-607 Branche Metallbau. Die Regeln sind auf den Betrieb und das jeweilige Verfahren anzuwenden; Sicherheitsnormen und Herstellerinformationen immer in aktueller Fassung prüfen.
Beobachtung ohne Maschinenbetrieb: Unterscheide festes Einspannen von bloßem Festhalten. Welche Gefahren entstehen, wenn ein Werkstück während einer Bearbeitung verrutscht?

Werkzeugkunde: Erkläre, warum Holzraspel und Metallfeile nicht beliebig austauschbar sind. Auch Feilen benötigen ein geeignetes Heft, sicheres Einspannen und Unterweisung.
Sichere Lernalternative und Gesundheitsschutz
Wenn eine fachkundige Aufsicht, ein geeigneter Raum oder ein freigegebenes Arbeitsmittel fehlt, führst du den Auftrag als Maßstabskizze, CAD-Modell oder Kartonmodell durch. Markiere Bohrungen lediglich als Kreise; verwende keinen Metallbohrer. Wärmearbeiten wie Löten, Glühen oder Gießen, Maschinenbetrieb sowie chemische Beiz- oder Beschichtungsverfahren gehören nicht in eine unbeaufsichtigte Übung. Für eine reale Arbeit wird vorab gesondert entschieden, welche Schritte du nach Einweisung unter Aufsicht ausführen darfst.
Arbeitsmedizinisch relevant sind unter anderem Hautschutz, Atemluft, Lärm, Ergonomie und regelmäßige Pausen. Sicherheitsdatenblätter, Betriebsanweisungen und Schutzmaßnahmen sind für tatsächlich verwendete Stoffe und Verfahren zu prüfen. Restmetalle sortenrein sammeln und betriebliche Entsorgungswege nutzen; Kühlschmierstoffe, Reinigungsmittel und Oberflächenchemikalien gehören nicht unkontrolliert in den Abfluss. Bei Zweifel Arbeit stoppen und die verantwortliche Person hinzuziehen.
Datenschutz und Digitalisierung im Ausbildungsalltag
Digitale Zeichnungen, Auftragslisten, Fotos und Ausbildungsnachweise können persönliche oder betriebsvertrauliche Informationen enthalten. Verwende nur freigegebene Geräte und Speicherorte, sparsame Berechtigungen sowie neutrale Musterangaben. Lade keine echten Kundenadressen, Vertragsdaten, nicht freigegebenen Konstruktionszeichnungen oder Fotos von Personen in öffentliche KI- oder Cloud-Dienste. Eine KI kann bei Formulierungen oder Ideen helfen, ersetzt aber keine fachliche Prüfung, Messung, Unterweisung oder Datenschutzentscheidung. Der Grundsatz der Datenminimierung entspricht den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung, insbesondere Art. 5.
Mini-Entscheidung: Du möchtest ein Arbeitsfoto für deinen Lernnachweis nutzen. Prüfe erst betriebliche Freigabe, Bildrechte und erkennbare Personen sowie Dokumentationszweck. Eine schematische Zeichnung ohne vertrauliche Merkmale ist oft die bessere Alternative.
Durchgearbeiteter Praxisfall: Musterplatte für eine Ausstellung
Fiktiver Auftrag und messbare Sollwerte
Auftrag: Für einen internen Werkstatt-Schaukasten soll ein kleines Muster-Beschriftungsschild geplant werden. Es trägt nur den Text „MUSTER“; persönliche Namen und reale Kundendaten werden nicht verwendet. Geplant ist ein rechteckiges Messingblech als Anschauungsmodell. Du erstellst eine 1:1-Skizze und ein Kartonmodell; eine Fertigung aus Metall wäre lediglich als getrennt zu genehmigender, unterwiesener und beaufsichtigter Werkstattauftrag möglich.
| Merkmal | Sollwert für diese Übung | Prüfmethode |
|---|---|---|
| Länge | 100 mm ± 1 mm | Zwei Messungen von der linken zur rechten Kante |
| Breite | 60 mm ± 1 mm | Zwei Messungen von der oberen zur unteren Kante |
| Nenndicke | 1,0 mm laut angenommenem Halbzeug | Datenblatt beziehungsweise geeignete Dickenmessung |
| Lochmarkierungen | Zwei Kreise mit 4,0 mm Durchmesser und Mittelpunkten bei x = 15 mm und x = 85 mm, jeweils y = 10 mm ab oberer linker Ecke | Koordinaten und Abstände in der Zeichnung prüfen |
| Abstand der Kreismittelpunkte | 70 mm ± 1 mm | Differenz der x-Koordinaten beziehungsweise Maßkontrolle |
| Gestaltung | Schrift „MUSTER“ mittig, lesbar, ohne abgeschnittene Zeichen | Sichtprüfung anhand des Entwurfs |
| Sicherheit | Keine scharfen Modellkanten; Metallbearbeitung nur nach gesonderter Freigabe | Sicht- und sichere Tastprüfung am Karton; Metallkante nur mit geeignetem Verfahren durch befugte Personen |
Die Zahlen sind vereinbarte schulische Übungsvorgaben, keine allgemein gültige Produktnorm. Eine maßstäbliche technische Zeichnung ergänzt gegebenenfalls Materialangaben, geeignete Oberflächenbeschreibung und weitere Toleranzen.
Rechenweg: Fläche, Volumen, Masse und Beispielkosten
Für den rechteckigen ungebohrten Rohling gilt mit Länge l = 100 mm, Breite b = 60 mm und Dicke d = 1 mm:
- Fläche A = l × b = 100 mm × 60 mm = 6.000 mm² = 60 cm².
- Volumen V = l × b × d = 6.000 mm³ = 6 cm³, weil 1 cm³ = 1.000 mm³ ist.
- Für die angenommene Dichte ρ = 8,5 g/cm³ einer Beispiel-Messinglegierung gilt: m = ρ × V = 8,5 g/cm³ × 6 cm³ = 51 g.
- Ein pauschaler fiktiver Materialzuschlag für Verschnitt von 10 % ergibt 51 g × 1,10 = 56,1 g = 0,0561 kg. Der Zuschlag ist eine Kalkulationsannahme, keine genaue Zuschnittgeometrie.
- Bei einem angenommenen Materialpreis von 30 € pro kg kosten 0,0561 kg × 30 €/kg = 1,683 € ≈ 1,68 €.
- Eine fiktive Bearbeitungszeit von 40 Minuten bei einem angenommenen Rechensatz von 24 €/h entspricht (40/60) h × 24 €/h = 16,00 €.
- Vereinfachte Zwischensumme aus Material und Arbeitszeit: 1,68 € + 16,00 € = 17,68 €. Maschinen-, Gemein-, Energie-, Entsorgungs-, Gewinn- und Steueranteile sind hier ausdrücklich nicht einbezogen.
Plausibilitätsprüfung: 6 cm³ Metall wiegen bei der angenommenen Dichte deutlich mehr als 6 g. Prüfe beim Rechnen stets Einheiten und ob du Rohling oder fertiges Werkstück meinst. Durch echte Bohrungen kann Masse entfallen; der Musterkalkulation liegt bewusst der ungebohrte Rohling zugrunde. Die Dichte ist legierungsabhängig und für reale Aufträge beim Lieferanten zu prüfen.
Arbeitsplan: vollständige Handlung mit Aufsichtspunkt
| Schritt | Planzeit (fiktiv) | Tätigkeit und Arbeitsmittel | Prüfnachweis und Zuständigkeit |
|---|---|---|---|
| 1. Informieren | 8 min | Auftrag lesen, Maße markieren, Sicherheits- und Datenschutzfragen notieren | Checkliste mit Muss-Kriterien; Lernende |
| 2. Planen und entscheiden | 6 min | Skizze erstellen, Materialannahmen und sichere Alternative begründen | Freigabepunkt durch ausbildende beziehungsweise unterrichtende Fachperson |
| 3. Anzeichnen | 5 min | 1:1-Kartonskizze, Mittelpunkte mit Lineal eintragen | Zwei Punkte mit korrekten Koordinaten; Lernende |
| 4. Modellieren | 12 min | Papier- oder Kartonmuster mit freigegebenen Handwerkzeugen herstellen, Löcher nur zeichnen | Modell ohne gefährliche Metallbearbeitung; beaufsichtigte Lerngruppe |
| 5. Kontrollieren | 6 min | Maße und Schriftbild gegen Soll vergleichen | Mess- und Sichtprotokoll; Lernende mit Feedback |
| 6. Dokumentieren | 3 min | Abweichung erklären, Verbesserung notieren und neutrale Datei sichern | Kurzer Ausbildungsnachweis; Lernende |
| Gesamt | 40 min | 8 + 6 + 5 + 12 + 6 + 3 = 40 | Übungsplanung, keine betriebliche Zeitvorgabe |
Wichtiger Entscheidungspunkt: Der Plan erlaubt keine eigenständige Metallbearbeitung. Wenn der Betrieb später einen Metallrohling herstellen lässt, erstellt die verantwortliche Fachperson zusätzlich eine konkrete Gefährdungsbeurteilung, legt zulässige Werkzeuge, Schutzmaßnahmen und Aufsicht fest und prüft die Herstellerangaben. Bei nicht erfüllten Bedingungen bleibt es beim sicheren Modell.
Beispiel einer Qualitätskontrolle und Fehlerdiagnose
Für ein fiktives Kartonmodell wurden folgende Istwerte erhoben: Länge 100,4 mm, Breite 59,3 mm, Mittelpunkt links x = 15 mm, Mittelpunkt rechts x = 86 mm, beide y = 10 mm. Der Abstand ist 86 − 15 = 71 mm. Bei den oben vereinbarten Übungstoleranzen ist die Länge zulässig (99 bis 101 mm), die Breite zulässig (59 bis 61 mm) und der Lochmarkierungsabstand liegt an der oberen zulässigen Grenze (69 bis 71 mm). Das Schriftbild wird zusätzlich auf Lesbarkeit beurteilt. Eine echte Lochdurchmesserprüfung ist am reinen Zeichenmodell nicht möglich; es gibt nur einen dargestellten Solldurchmesser.
| Kriterium | Maximalpunkte | Beobachtbarer Leistungsnachweis |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse | 15 | Alle Muss-Kriterien, Lernorte und offene Fragen zutreffend benannt |
| Arbeits- und Sicherheitsplanung | 20 | Schlüssige Reihenfolge; Aufsichtspunkt und risikoarme Alternative klar |
| Skizze und Maße | 20 | Vollständige Bemaßung, eindeutige Bezugskanten, nachvollziehbare Toleranzprüfung |
| Rechnen und Materialbewusstsein | 15 | Korrekte Einheiten und Beispielkosten, Verschnitt sowie Ressourcenbedarf reflektiert |
| Prüfergebnis und Fehleranalyse | 20 | Istwerte dokumentiert, Soll-Ist-Vergleich korrekt, sinnvolle Verbesserung |
| Dokumentation und Datenschutz | 10 | Lesbarer neutraler Nachweis, Quellen und Version angegeben, keine vertraulichen Daten |
| Gesamt | 100 | Bewertungsraster nur für diesen Lernauftrag; keine amtliche Prüfungsbewertung |
Beispielrückmeldung: „Die Skizze ist nachvollziehbar und die Länge stimmt. Kontrolliere den Lochabstand noch einmal von derselben Bezugskante, weil dein Istwert die obere Grenze erreicht. Beschreibe, wie du vor dem nächsten Modellieren die Maßkette prüfst.“ Eine gute Rückmeldung nennt ein beobachtetes Merkmal, dessen Bedeutung und einen nächsten Arbeitsschritt. Typische Fehler: falscher Maßstab, falsch umgerechnete Einheiten, Messung von wechselnden Bezugskanten, ungeprüfte Preisannahme, Verwechslung von schriftlicher Freigabe und tatsächlicher Unterweisung sowie fehlende Dokumentation.
Interaktive Aufgaben
Bearbeite die Aufgaben zunächst selbst und nutze die Rückmeldung des Lernsystems zum erneuten Prüfen deiner Begründung. Bei Unsicherheit gehe zurück zu den Fachkapiteln, statt Antwortoptionen zu raten. Die Multiple-Choice-Lösungen werden hier nicht im Fließtext vorweggenommen.
Multiple-Choice-Quiz
Welche Beschreibung trifft die duale Ausbildung im Metallbildner-Handwerk am besten? (Die Ausbildung verbindet den Lernort Betrieb mit der Berufsschule) (!Die Ausbildung findet nur als Fernkurs ohne Praxis statt) (!Die Ausbildung besteht ausschließlich aus Unterricht im Betrieb) (!Die Ausbildung ersetzt jede betriebliche Unterweisung durch Videos)
Welche Fachrichtung zählt zur Metallbildnerausbildung? (Ziseliertechnik) (!Fahrzeuglackiertechnik) (!Kfz-Systemdiagnostik) (!Augenoptik)
Wer erstellt nach der Metallbildnerausbildungsverordnung den individuellen betrieblichen Ausbildungsplan? (Die Ausbildenden auf Grundlage des Ausbildungsrahmenplans) (!Die Kundschaft nach eigenem Ermessen) (!Ausschließlich die Berufsschulklasse) (!Ein privater Videoanbieter ohne Ausbildungsbetrieb)
Welches Lernfeld gehört zum ersten Ausbildungsjahr des KMK-Rahmenlehrplans? (Bauelemente mit handgeführten Werkzeugen fertigen) (!Werkstückoberflächen im dritten Jahr projektorientiert veredeln) (!Gesellenprüfung Teil zwei selbstständig abnehmen) (!Eine komplette Serienproduktion ohne Prüfung verantworten)
Wie groß ist die untere zulässige Grenze für ein Übungsmaß von 100 mm mit einer Toleranz von plus minus 1 mm? (99 mm) (!98 mm) (!100 mm) (!101 mm)
Was bedeutet ein Maßstab von eins zu zwei bei einer auf der Zeichnung 50 mm langen Strecke? (Die reale Strecke ist 100 mm lang) (!Die reale Strecke ist 25 mm lang) (!Die reale Strecke ist 50 mm lang) (!Die reale Strecke ist 150 mm lang)
Wie viel Volumen besitzt ein ungebohrter rechteckiger Rohling mit 100 mm Länge und 60 mm Breite bei 1 mm Dicke? (6 Kubikzentimeter) (!60 Kubikzentimeter) (!600 Kubikzentimeter) (!0,6 Kubikmillimeter)
Welche Aussage zu Bohrarbeiten an rotierenden Werkzeugen ist fachlich korrekt? (Keine Handschuhe tragen und das Werkstück sicher spannen) (!Handschuhe schützen immer vor rotierenden Werkzeugen) (!Späne sollen bei laufender Maschine mit der Hand entfernt werden) (!Eine Schutzbrille macht eine Unterweisung entbehrlich)
Was gehört in ein sachgerechtes Prüfprotokoll des Musterplattenauftrags? (Sollwerte und Istwerte mit Einheiten sowie eine Bewertung) (!Nur ein Foto ohne Maße oder Vergleichskriterien) (!Nur eine Kostenvermutung ohne Beobachtungen) (!Nur die Unterschrift ohne Angabe des Ergebnisses)
Welche digitale Vorgehensweise ist bei vertraulichen Betriebsdaten angemessen? (Neutrale Musterangaben und freigegebene Speicherorte verwenden) (!Kundenzeichnungen ohne Erlaubnis in öffentliche KI-Dienste laden) (!Betriebsfotos grundsätzlich ungefragt veröffentlichen) (!Zugangsdaten an alle Mitschülerinnen und Mitschüler weitergeben)
Memory
Ordne jedem Begriff seine fachlich passende Bedeutung zu. Prüfe besonders, ob du eine Handlung, ein Dokument und ein Prüfkriterium auseinanderhalten kannst.
| Ausbildungsordnung | Bundesweite rechtliche Grundlage des anerkannten Ausbildungsberufs |
| Ausbildungsplan | Betriebliche zeitlich und sachlich gegliederte Konkretisierung der Ausbildung |
| Lernfeld | Handlungsorientierter Themenbereich des Berufsschulunterrichts |
| Toleranz | Zugelassene Abweichung von einem Sollmaß |
| Messschieber | Messmittel für bestimmte Außen-, Innen- und Tiefenmaße |
| Gefährdungsbeurteilung | Systematische Ermittlung von Risiken und geeigneten Schutzmaßnahmen |
| Ausbildungsnachweis | Regelmäßig geführte Dokumentation der Ausbildungstätigkeiten und Lerninhalte |
Drag-and-drop
Verbinde den Arbeitsschritt mit der zugehörigen Handlung beim fiktiven Musterplattenauftrag.
| Arbeitsschritt | Passende Handlung |
|---|---|
| Informieren | Auftragskriterien und fehlende Angaben sammeln |
| Planen | Skizze, Materialannahme und sicheren Arbeitsablauf festlegen |
| Modellieren | Eine ungefährliche Kartonversion nach der Skizze erstellen |
| Kontrollieren | Sollwerte mit gemessenen Istwerten vergleichen |
| Dokumentieren | Prüfergebnis und Verbesserungsmöglichkeiten festhalten |
Kreuzwort
Finde sechs Begriffe aus den Kapiteln. Die Hinweise beziehen sich auf Ausbildung, Fertigung und Qualität.
| Berufsschule | Welcher zweite Lernort ergänzt den Ausbildungsbetrieb? |
| Kammer | Wie lautet das zweite Wort der zuständigen Handwerksinstitution? |
| Messschieber | Welches Messmittel eignet sich zur Kontrolle vieler Außenmaße? |
| Toleranz | Wie heißt die zulässige Abweichung von einem Sollmaß? |
| Arbeitsplan | Welches Dokument ordnet Tätigkeiten und Prüfpunkte zeitlich? |
| Nachweis | Welcher Begriff bezeichnet die dokumentierte Bestätigung einer erlernten Tätigkeit? |
LearningApps
Suche ergänzende Lernaktivitäten zu „Duale Ausbildung Metallbildner Betrieb Berufsschule“. Prüfe vor der Nutzung, ob eine gefundene Aktivität fachlich zu den geltenden Ausbildungsgrundlagen passt; Suchergebnisse sind keine amtlichen Vorgaben.
Lückentext
Offene Aufgaben
Nutze nur fiktive Daten und keine ungefragt fotografierten Personen oder vertraulichen Betriebsunterlagen. Für praktische Schritte gelten die Anweisungen der verantwortlichen Fachperson; ohne Freigabe sind Papier- oder CAD-Modelle zu verwenden.
Leicht
- Duale Ausbildung: Zeichne ein Zweispalten-Schaubild „Betrieb“ und „Berufsschule“. Ordne beiden Orten jeweils vier Lernaktivitäten zu und erkläre eine Verbindung.
- Metallbildner: Erstelle eine kurze Vergleichskarte für Gürtlertechnik, Metalldrücktechnik und Ziseliertechnik mit je einem typischen Produkt und einer benötigten Kompetenz.
- Ausbildungsnachweis: Formuliere einen anonymen Muster-Eintrag zu einem Übungsauftrag mit Tätigkeit, Lerninhalt, Zeit und einer offenen Fachfrage.
- Technische Zeichnung: Skizziere die Musterplatte im Maßstab 1:1 und beschrifte Länge, Breite und die beiden Kreismittelpunkte.
Standard
- Arbeitsplanung: Erstelle einen alternativen sechsstufigen Arbeitsplan für das Kartonmodell mit Zeit, Hilfsmittel, Gefahrenüberlegung und Prüfung; begründe seine Reihenfolge.
- Werkstoffkunde: Vergleiche Messing und Aluminium hinsichtlich optischer Wirkung, angenommener Dichte, Wiederverwertbarkeit und möglicher Materialkosten; kennzeichne nicht geprüfte Annahmen.
- Qualitätssicherung: Erstelle eine Soll-Ist-Tabelle zu drei selbst gewählten fiktiven Messwerten und bewerte sie anhand der hier vereinbarten Toleranzen.
- Arbeitsschutz: Gestalte ein Lernplakat zu den Unterschieden zwischen Handschutz bei Blechhandhabung und dem Handschuhverbot an rotierenden Bohrwerkzeugen; belege die Regeln mit einer BGHM-Quelle.
Schwer
- Handlungskompetenz: Entwickle eine vollständige Lernorts-Kooperation für das Musterprojekt mit je drei Aufgaben für Betrieb und Schule, einem Übergabepunkt und einer Feedbackrunde.
- Kalkulation: Rechne den Musterfall mit einer anderen, ausdrücklich fiktiven Dichte, einem neuen Kilopreis und geänderter Bearbeitungszeit durch. Begründe, welche Kostenarten noch fehlen.
- Nachhaltigkeit: Entwirf eine ressourcenschonende Variante des Schildes mit geringerer Materialmenge oder austauschbarer Befestigung. Berechne die mögliche Materialersparnis und benenne Zielkonflikte.
- Digitale Bildung: Vergleiche CAD-Modell, Papiermodell und freigegebenes Werkstattprodukt in Bezug auf Maßprüfung, Datenschutz, Sicherheitsrisiko, Lernwert und Dokumentation; verfasse eine begründete Empfehlung.


Lernkontrolle
Begründe deine Antworten schriftlich oder in einer kurzen Präsentation. Für jede Aufgabe soll dein Gedankengang sichtbar werden, nicht nur das Ergebnis.
- Berufliche Bildung: Erläutere anhand eines konkreten Musterschild-Auftrags, wie sich ein Arbeitsauftrag aus dem Betrieb in eine schulische Lernaufgabe übertragen lässt und welche Ergebnisse zurückgemeldet werden.
- Ausbildungsordnung: Vergleiche den gesetzlichen Ausbildungsrahmenplan mit dem betrieblichen Ausbildungsplan und dem schulischen Lernfeldplan. Erkläre, wozu jede Ebene benötigt wird.
- Maßtoleranz: Ein Kartonmodell misst 101,2 mm in der Länge und 60,5 mm in der Breite. Bewerte beide Werte mit den Übungstoleranzen, dokumentiere die Abweichung und plane eine Verbesserung.
- Werkstoffkunde: Rechne die Rohlingmasse des Musterprojekts für eine angenommene Dichte von 2,7 g/cm³ neu aus. Erkläre, warum ein Werkstoffwechsel trotzdem nicht allein nach Masse entschieden wird.
- Arbeitssicherheit: Eine lernende Person möchte ohne Unterweisung eine Bohrung in eine Metallplatte setzen. Erkläre die richtige Entscheidung, nenne Risiken und beschreibe die sichere Modellalternative.
- Qualitätsmanagement: Prüfe einen fiktiven Ausbildungsnachweis, der nur „Metall bearbeitet“ enthält, auf Nachvollziehbarkeit, Lernzielbezug und Datenschutz. Formuliere einen verbesserten Eintrag.
Lernnachweis
Konkretes Lernprodukt: Gib eine zusammenhängende, anonymisierte Projektmappe „Musterplatte“ ab. Sie enthält (1) Auftragsklärung mit Muss- und Gestaltungskriterien, (2) die bemaßte 1:1-Skizze oder freigegebene CAD-Datei, (3) den sechsstufigen Arbeitsplan mit Gefährdungsüberlegung und Aufsichtspunkt, (4) die vollständige Masse- und Beispielkostenrechnung, (5) ein ungefährliches Kartonmodell oder einen dokumentierten, gesondert beaufsichtigten Arbeitsstand, (6) ein Soll-Ist-Prüfprotokoll mit mindestens drei Werten und (7) einen kurzen Reflexions- und Ausbildungsnachweiseintrag.
Kriterien für den Nachweis: Die Unterlagen müssen widerspruchsfrei, nachvollziehbar, in geeigneten Einheiten, datensparsam und mit freigegebenen Quellen erstellt sein. Nutze das Bewertungsraster aus Kapitel 5 mit 100 erreichbaren Übungspunkten. Stelle deine wichtigsten Entscheidungen in drei Minuten vor und beantworte eine Rückfrage zur Sicherheit sowie eine zum Zusammenspiel von Betrieb und Schule. Fehlende Arbeitserlaubnis wird niemals durch eigene Werkstattversuche ersetzt; das vollständige sichere Modell genügt für diesen Kurs.
Lernfortschritt dokumentieren: Notiere, welche fachliche Entscheidung dir gelungen ist, welchen Fehler du korrigiert hast und welche Hilfe du als Nächstes im Betrieb oder in der Berufsschule benötigst. Kurs-Feedback und Übungspunkte sind keine amtliche Benotung, Gesellenprüfung oder Prüfungszulassung.
OER und Wikipedia
Rechts- und Lehrplanquellen (für das Erstellungsdatum 29.10.2026 online recherchiert):
- BIBB – Metallbildner/Metallbildnerin, Berufsinformation und Fachrichtungen. Das BIBB erläutert das Berufsprofil und verlinkt Ordnungsmittel.
- Metallbildnerausbildungsverordnung (MetallbAusbVO), konsolidiertes Bundesrecht. Für Rechtsfragen die aktuelle Fassung beachten.
- KMK – Rahmenlehrplan Metallbildner und Metallbildnerin, Beschluss 17.03.2016. Länderumsetzung und berufsübergreifende Vorgaben ergänzen den Rahmen.
- Berufsbildungsgesetz § 14 – Pflichten der Ausbildenden und § 71 – zuständige Stellen.
- BGHM – Arbeitsschutz kompakt Nr. 011 sowie DGUV Regel 109-607 – Branche Metallbau. Sicherheitshinweise sind kein Ersatz für Arbeitsanweisung und Gefährdungsbeurteilung.
- EU-Datenschutz-Grundverordnung, insbesondere Grundsätze der Verarbeitung personenbezogener Daten.
- ARD alpha – Berufsporträt Metallbildner Gürtlertechnik. Ergänzender redaktioneller Film; nicht als offen lizenziertes OER ausgewiesen.
Geprüfte Wikimedia-Commons-Bilder und Lizenzhinweise: Die folgenden Dateiseiten nennen Werk, Urheber und die dort angegebene Lizenz. Die Bilder werden ohne Bearbeitung im Kurs eingebunden. Bei Weiterverwendung sind insbesondere Namensnennung, Lizenzlink und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen zu beachten.
| Eingebundene Datei | Original und Urheber | Lizenzangabe laut Commons |
|---|---|---|
| File:Druecken Detail.png | Commons-Dateiseite, Borowski | Gemeinfrei laut Urheberfreigabe auf Commons |
| File:The copper chaser.jpg | Commons-Dateiseite, IssamBarhoumi | CC BY-SA 4.0 |
| File:Vernier Caliper.jpg | Commons-Dateiseite, Jeremyida002 | CC BY-SA 4.0 |
| File:Sheet metal used.jpg | Commons-Dateiseite, Skwon9642 | CC BY-SA 4.0 |
| File:Schraubstock-gruen hg.JPG | Commons-Dateiseite, Hannes Grobe | CC BY 3.0 |
| File:Raspel Feile.jpg | Commons-Dateiseite, Markus Hörburger | CC BY-SA 4.0 |
Deutschsprachige Berufsvideos: Ausbildung als Metallbildner/-in, Gürtlertechnik und Ausbildung als Metallbildner/-in, Metalldrücktechnik wurden vom Kanal 130 Chancen veröffentlicht. Sie werden ausschließlich über den YouTube-Player verlinkt beziehungsweise eingebettet; keine offene Nachnutzungslizenz wurde festgestellt. Deshalb nicht herunterladen, kopieren oder als eigene OER ausgeben. Die beruflichen Abläufe aus den älteren Filmen müssen mit aktueller Arbeitsschutzpraxis und geltenden Ausbildungsunterlagen abgeglichen werden.
Freie Hintergrundartikel: Duale Ausbildung und Metallbildner. Wikipedia dient der Orientierung, nicht als Ersatz für Gesetzesfassungen, Sicherheitsregeln oder das individuelle Ausbildungskonzept.
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Projektverbindungen: Im Fach Mathematik übst du Maßstab, Volumen, Dichte und Kalkulation. In Kunst und Gestaltung planst du Form, Proportion, Typografie und Oberflächenwirkung. In Wirtschaft und Sozialkunde erarbeitest du Pflichten und Zusammenarbeit in der Ausbildung. In Medienbildung reflektierst du CAD, Quellenkritik, Rechte und Datenminimierung. Der gemeinsame Lernauftrag kann in Betrieb und Berufsschule abgestimmt, angepasst und durch gegenseitiges Feedback verbessert werden.
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